Siggi wrote:
Vorweg: Ich kenne Dich überhaupt nicht und kann mir es daher nicht erlauben, Deine persönliche Situation zu beurteilen oder Dich gar zu verurteilen.
Aber wie Du Dich hier im Forum präsentierst ist gelinde gesagt sehr ungeschickt. Viele Menschen akzeptieren die Notwendigkeit einer örtlichen Veränderung aufgrund einer beruflichen Notwendigkeit (Ich gehöre auch dazu. Ich bin von NRW nach Bayern und zuletzt nach UA verzogen, habe Immobilien verkauft, etc. Ganz freiwillig und voller Freude geschah das nie!) Du negierst dies aber für Dich, denn wie sonst ist zu erklären, dass Du beispielsweise nicht im Münchener Umfeld, in Österreich oder in der Schweiz suchst, wo Du vermutlich schon lange einen Job gefunden hättest? Das ist aber nur die eine Seite. Auf der anderen Seite finden sich mannigfaltige Beiträge von Dir an verschiedenen Stellen hier im Forum, die die Situation der Arbeitslosen im allgemeinen in DE anprangern. Nun wird der geneigte Leser 1+1 addieren und folgern: Er könnte einen Job bekommen, will aber nicht, weil er am Ort Berlin festhält. Folglich geht es den Arbeitslosen viel zu gut in DE. Der ökonomische Druck muss weiter auf sie erhöht werden. Sie sage nicht, dass ich diese Folgerungen ziehe, dafür kenne ich Deine Lebenssituation viel zu wenig. Aber Du legst diese Schlüsse nahe und erzielst letztlich mit Deinen Beiträgen zum Thema Arbeitslosigkeit genau die Wirkung, die nicht intendiert war.
Irgendwie ist Dein Beitrag mit der "Brautschau in der Ukraine" verbunden, deshalb möchte ich auch antworten. Keine Frau wird einen Mann heiraten wollen, der nicht zur gemeinsamen Existenzsicherung beitragen will. Eine wichtige Frage hierzu sei gestattet: Steht mir kein Anspruch auf Risikoabwägung zu? Muss jeder Berliner Arbeitslose in ein anderes Bundesland ziehen, weil die Arbeitslosenstatistik dort um einige Punkte besser aussieht? Sagte Tante Ursula auch, wie sich ihre neue Arbeitslosenstatistik zusammen setzt, wie viele Zeitarbeitsverträge darunter sind? Besser arbeitslos daheim als in einem fremden Bundesland! Da würden sich die JobCenter genüsslich die Hände reiben: Erst den Bürger seiner Heimat berauben und dann mit seinen Problemen allein lassen! Nach meiner Meinung ist die verfehlte Arbeitsmarktreform nur ein Mittel, um langfristig Existenzen zu zerstören und sich am produzierten Elend zu bereichern. Auch weiterhin ist der Regelsatz undurchschaubar geblieben und keine Amtsperson (Legislative, Judikative, Exekutive) hat bisher, repräsentativ für alle Leistungsempfänger gezeigt, wie es möglich sein soll, damit ein individuelles Dasein gesund zu gestalten. Alles auf der Basis eines Statistikmodells ohne Prüfung der tatsächlichen Bedürfnisse nach wissenschaftlichen Kriterien! Für Unmöglichkeiten sind diejenigen zuständig, die sie in Gang setzen und verwalten. Meine staatsbürgerliche Pflicht besteht darin, klar und sachlich Zweifel zu artikulieren, wenn diese angebracht sind.
Auch ohne Brautschau bleibt die Ukraine für mich sehr interessant.