galizier wrote:
Eurojoseph
Aber wie gesagt sie haben sich als Commie geoutet - und sie werden immer mit irgendwelchen Argumenten und Antworten auf Fragen, die ich nicht gestellt habe daherkommen....Ja rechtfertigen sie weiter den Terror derer die durch Revolutionen an die Macht kommen, und die um nichts besser sind, als die, die vorher am Trog waren....ich weiss im Gegensatz zu Ihnen keine Lösungen, weiss nur, das durch den Kommunismus unterm Strich mehr Menschen umgekommen sind, als durch die Nazis und die italienischen Faschisten zusammen...und das noch im Namen des Paradieses auf Erden…
An welchen Worten wollen Sie mein Outing als Commie festmachen?
Outen heißt im Sinne, dass man sich, so man sich als Kommunist zu erkennen gibt, außerhalb der Gesellschaft, im hiesigen Sinne, außerhalb der Gemeinschaft des Forums begibt.
Nicht jeder, der sich mit Gesellschaftstheorien beschäftigt ist ein Kommunist. Wenn Sie mal in den Analen dieser Fachrichtung, den unabhängigen, werden Sie erkennen, dass sich sehr viele darüber einig sind, dass die Schere zwischen Vergesellschaftung der Produktion und der Risiken derselben und der Privatisierung des Mehrwertes geschlossen werden muss.
Nur sehr die Apologeten des Kapitals sehen darin kommunistische Gedanken.
Wenn sich also die heutige Gesellschaft nicht so wandelt, dass die Massen am Mehrwert beteiligt werden, erleben wir in absehbarer Zeit auch in Europa arabische Zustände und Rebellionen. Von Revolutionen kann man hier noch nicht sprechen.
Wohin also wird sich die menschliche Gesellschaft entwickeln?
In Deutschland wird an der Formel gebastelt wie man die Reproduktion der unnötigen Arbeitskräfte durch Hartz IV verhindern kann, in dem man die zur Reproduktion erforderlichen finanziellen Aufwendungen so kürzt, dass eine neue Klasse unter der der Arbeitenden entsteht, das Prekariat.
Ich rechtfertige keinen Terror. Aber was Terror ist, ist sehr abhängig von der eigenen Position. Sicherlich wissen sie auch, dass auch technische Revolutionen mit Terror zu tun hatten. Nehmen sie den technischen Fortschritt in England und davon ausgelöste Maschinenstürmerei. Jede Revolution ist begleitet mit einem Angriff auf Besitzstände.
Aber im Sinne des Fortschritts sind auch unpopuläre Maßnahmen erforderlich.
Eine Gegenrechnung der Toten hier und da lehne ich ab. Jeder Toter ist einer zu viel. Egal auf wessen Konto er geht.
Die Revolution als innere Angelegenheit Russlands hat sehr schnell die Demokratien auf den Plan gerufen um den Prozess umzukehren. Das war Krieg ohne Kriegserklärung. Der revolutionäre Prozess in Russland hatte verhältnismäßig wenige Toten in Anbetracht der Kollosalität der Umwälzung und der Größe des Landes.
Wer bekommt diese Toten auf die Rechnung?
Dass in den Jahren nach dem Bürgerkrieg manche Überreaktionen stattfanden ist unbestritten.
Sicher gab es viele Kräfte die, die neue Macht nicht hinnahmen und Widerstand leisteten.
Das liegt in der Natur der Sache.
Unbestritten laste ich Stalin, aber nicht dem Kommunismus die Toten des Holodomor an.
Mao Tse Tung bekommt die Toten der Kulturrevolution aufs Konto und nicht der Kommunismus. Hier muss man trennen zwischen dem System und der persönlichen Rolle und Verantwortung.
Machen Sie die Rechnung komplett. Beschränken Sie die Minuspunkte nicht auf die Exponenten Deutschland und Italien mit ihren 12 Jahren Herrschaft. Nehmen Sie auch hier die Zeit ab 1917 und stellen Sie die Systeme gegenüber.
Alle wieviel Sekunden stirbt ein Kind an Unterernährung in der Welt?
Vielleicht noch soviel, ich habe auch die Bibel gelesen und teilwiese studiert, kenne die griechischen Philosophen und auch die deutschen. Ich hoffe, dass es Ihnen nicht aufstößt, dass ich mich etwas belesen habe.
Eurojoseph
Also das man nur mit dem Herzen gut sieht mag privat wohl stimmen, Gesellschaft und Fakten sind was andres - nun mit einem Commie kann man eh genausowenig diskutieren, wie mit einem fundamentalistischen Christen
Heißt das, dass wir unseren Disput weiterführen können, denn ich bin nicht das eine und nicht das andere.
Zum Christentum habe ich in den Jahren in der Ukraine zurückgefunden und zu den Betreibern des Kommunismus wurde meine Position in den Jahren hier immer kritischer um nicht zu sagen gegenerisch.
Eurojoseph
ich denke sehr wohl das eine Gesellschaft den schwachen Hilfe angedeihen lassen soll, aber Hilfe ur Selbsthilfe, nicht "verharzen" in mehreren Generationen...politisch weiter können wir nicht diskutieren, denn die Realität zeigt mir, das Kapitalismus immer das geringere Übel ist, weil wir Menschen sind und es keinen "Neuen" Menschen gibt - und ich auch nicht will das einer gebastelt wird...
Mit dem Verhartzen gebe ich Ihnen recht, 100%ig. Aber wie soll man es tun ohne schon fast revolutionäre Veränderung in den betonierten Verhältnissen in Deutschland.
Ich will mir selbst helfen, aber auf meinem Grund und Boden darf ich z.B. keine Nutztiere halten, denn das stört den Nachbarn.
Mache ich etwas handwerkliches, kommt die Innung, dann hat die Kammer noch Vorstellung und die Berufsgenossenschaft will auch noch Geld.
Das ist ihr kleineres Übel – ein nicht reformierbarer Kapitalismus, weil jede Veränderung an die Besitzstände geht.
Sie kennen ja den Spruch; „der letzte Tropfen bringt das Fass zum Überlaufen.
Als Modell könnte mir da schon die Gesellschaft der freien Kosaken gelten, als die Hetmane noch nach dem Können und nicht nach dem Haben gewählt wurden.
Eurojoseph
Und wenn Sie meinen das man mit dem Geld ALLES regeln kann, dann werden wir die Diktatur der Sozialversicherungen bekommen
Sagen Sie mir einen Grund, warum ich mit meinen Beiträgen die Folgen Ihrer „Freiheit“ finanzieren soll.
Eurojoseph
Ich glaube an die Evolution, an ein langsames Wachsen, mit Rückschlägen...
Schauen sie sich das langsame Wachsen seit 1990 an. Die Evolution geht in die Richtung, dass immer weniger Menschen für die Produktion und Reproduktion der Gesellschaft erforderlich sind. Das bei gleichzeitiger fortschreitender Verarmung des überwiegenden Teils der Bevölkerung.
Bei der Betrachtung der Geburtenraten kann man das schon fast mit einem sozialen Genozid vergleichen, denn alle Eltern wägen die Möglichkeiten das Kind ernähren zu können sehr genau ab.
Eurojoseph
.wenn ich sehe, und ich sehe das auch - das der ungezähmte Kapitalismus auch keine Alternative ist, dann muss ich, wir, man ihn versuchen zu zähmen
Nun sind wir wieder bei den Visionen und Theorien über den Aufbau von Zukunftsgesellschaften.
Leider haben die Lenker der BRD die Ratschläge von L. Erhard so weit hinter den Spiegel gesteckt, dass keiner sie mehr erreichen kann und erst recht nicht mehr lesen kann.
Wie wollen Sie den Banken die Verantwortung für die Finanzkrise aufdrücken, den Unternehmen die Verantwortung für Missmanagement.
In beiden Fällen zahlt der Steuerzahler die Zeche, aber die Gewinne bleiben privat.
Mindestlöhne, Verbraucherschutz, Arbeitsrecht und so weiter sind Reizworte für das Kapital.
In Europa haben wir Gesetze und Gewerkschaften, die auf die Einhaltung dringen.
Zum Glück findet das zarte Reh „Kapital“ aber immer wieder so herrliche Oasen mit rechtlosen Arbeitern wie in der Ukraine oder überall in der GUS und kann sich so richtig ausleben. Und Gewinne machen.
Übrigens an der Stelle noch ein Wort zu den gescheiterten Praxistesten des Sozialismus.
Sie waren gut für eine Balance der sozialen Gerechtigkeit.
Zufällig fällt die Verwilderung des Kapitalismus zusammen mit dem Zusammenbruch des Sozialismus als staatliche Kraft in der Welt.
Man musste ja nicht mehr zeigen wer als Gesellschaft besser ist. Es gibt keine reale Alternative mehr.
Tut mir leid, Sie sind ein leidenschaftlicher Apologet und zumindest Commie-Versteher....damit kann ich nichts anfangen, das ist wie bei Fundamentalisten aller Couleur.....bei Anarchismus/Anarchosyndicalismus wie in Spanien CNT/FAI hätt ich ja noch ein bissl Verständnis (vor allem in meiner Jugend war ich davon angetan, jetzt weiss ich, das wir ohne Staat {alle Abweichler} dem {Lynch}Mob, dem "gesunden" Volksempfinden ausgeliefert sind) , aber die Anarchos wurden ja auch von den Kommunisten umgebracht, in der Ukraine, wie in Spanien auch......
Noch zur Balance der sozialen Gerechtigkeit ...eine Alternative war das nie, aber man wollte eben eine kommunistische Blockadekultur vermeiden - eine Alternative war diese osteuropäische Tristesse mit dem Polizeistaat nur für ein paar Irre - oder für Welche, die ihre Pfründe schon gesichert hatten....