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Ahrens & Schwarz

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 Post subject: Heiraten in der Ukraine
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Hallo Leute,

ein Bekannter von mir lebt und arbeitet schon seit 2004 in der Ukraine (Region Ternopil / Borschiv) mit jährl. Visum. Er ist in Deutschland geschieden und hat hier eine Lebenspartnerin. Nun möchte er sie heiraten und mit ihr in der Ukraine leben. Im URL is visible only for registered users. Register here habe ich schon Infos dazu gefunden.

Sind die Angaben korrekt? Ist das wirklich auch hier mit so einem Aufwand verbunden? Vor allem wurden wir stutzig, dass bei Partnern, die schon verheiratet waren, auch die alten Eheurkunden vorliegen sollen. Reicht da nicht ein Eheauflösungsnachweis wie unter Punkt 2 beschrieben?

Vielleicht hat ja noch jemand einen guten Tipp für ihn, wie man die Sache beschleunigen kann, was beachtet werden sollte, usw...

Besten Dank im voraus,
Jens


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PostPosted: Monday 6. February 2012, 20:03 
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Hallo Jens,
ich habe in der Ukraine geheiratet (ist aber schon einige Jahre her) und damals brauchte folgende Dokumente:

- Auszug aus dem Geburtenregister
- Meldebescheinigung
- Ehefähigkeitszeugnis
- Reisepass
- mehrere Passbilder

Habe alle Dokumente in D übersetzen lassen und dann zu meiner zukünftigen in die Ukraine geschickt. Als ich dann anreiste, konnten wir zwei Tage später heiraten. War dadurch sehr entspannend und alles hat wunderbar geklappt.

Gruß lev



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PostPosted: Tuesday 7. February 2012, 01:54 
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Hallo Jens,

Der springende Punkt ist, ob das ukrainische Standesamt ein deutsches Ehefähigkeitszeugnis verlangt oder sich mit einer Familienstandsbescheinigung zufrieden gibt.

Die meisten ukrainischen Standesämter verlangen wohl ein Ehefähigkeitszeugnis und damit sind dem bürokratischen Wahnsinn in DE Tür und Tor geöffnet. Im ukraine-forum hat vor ca. 1 Jahr mal jemand die Adresse eines Standesamtes in Kiew veröffentlicht, welches kein Ehefähigkeitszeugnis und keine Registrierung in Kiew verlangte. Wenn die dort noch immer so verfahren, dann ist dies eine Möglichkeit. Ansonsten ist von der bürokratischen Seite her das Heiraten in Dänemark noch eine echte Alternative.
http://www.forum-ukraine.de/forum/index ... #post62466

Gruß
Siggi



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PostPosted: Tuesday 7. February 2012, 10:24 
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Hallo Siggi,

ich habe im Dezember 2006 in der UA geheiratet und alles nach dem hiesigen Gesetz absolviert.
Ich benötigte das Ehefähikeitszeugnis für mich und die Übersetzungen meiner 2 Scheidungen.
Dazu meine Geburtsurkunde, eine Meldebescheinigung und eine Bestätigung meiner Arbeit samt Einkommen.
Die Übersetzungen der Scheidungen ließ ich in der UA machen.
Für das Ehefähigkeitszeugnis war die Apostille erforderlich.

Die Unterlagen für meine Frau waren etwas schwieriger, denn die Apostille auf ihr Scheidungsurteil musste in Kiew gemacht werden und die Legalisierung durch die Botschaft.
Ansonsten akzeptierten sie in Sachsen nur die Übersetzungen von in SA zugelassenen Übersetzern.

Das ist nun 5 Jahre her und Ihr wisst, dass die Veränderung das einzig beständige im Leben ist.
Mein Rat, schreibt die Rechtsabteilung der deutschen Botschaft an und befragt Euch nach der jetzigen Prozedur. Bitte aber genaue Angaben zu Vorehen und Kindern.
Dito macht es beim 1. Standesamt der Oblast. Bei uns hier gab es sehr gute Anleitung zweisprachig.
Außerdem hat sich bezahlt gemacht, dass ich alle bisher erforderlichen Papiere bei einem Dolmetscher und bei einem Notar hatte machen lassen.

Noch ein Rat. Fangt nicht an die Geschichte mit bunten Papieren zu beschleunigen.
Das erweckt gierige Gedanken und bei dann bei der Botschaft den Eindruck einer gekauften Ehe.
Solange wie es dauert, dauert es eben.
Wir brauchten insgesamt 4 Monate für alles. Auch die Registrierung der Ehe in D und die ganze Prozedur der Adoption der Kinder war dadurch fast ein Kinderspiel.



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Vielen Dank Euch allen. Ich werde das gern so weitergeben.

Ich habe damals in Deutschland geheiratet, mit einigen "Turbulenzen". Und es macht es auch nicht einfacher, dass jedes Bundesland anders verfährt bzw. bei den Kriterien abweicht. Was die Turbulenzen angeht, so hatten die im Nachhinein sogar etwas gutes. Als ich für meine Aufenthaltsgenehmigung hier letztes Jahr die Eheurkunde und Abmeldebescheinigung mit Apostille benötigte, rief ich unseren Standesbeamten an und er konnte sich nach immerhin 10 Jahren sehr gut an uns erinnern ;)

Und er hat sich für mich richtig ins Zeug gelegt. Mit der Apostille für beide Unterlagen, das ging dann wirklich super schnell und problemlos. Bin übrigens seit 14 Tagen Resident! (~)3

LG,
Jens


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PostPosted: Tuesday 7. February 2012, 12:11 
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Lasst mich noch einmal auf die "Turbulenzen" etwas genauer eingehen, vielleicht liest das hier mal jemand, das kann durchaus hilfreich für andere sein und ist im Rückblick ziemlich lustig:

Ich bin nach unserer Entscheidung, dass wir heiraten wollen, natürlich zuerst aufs Standesamt. Habe dort meinen Wunsch vorgetragen und daraufhin eine Art Laufzettel bekommen, wo alles stand, was wir benötigen. Als die Papiere dann nach ca. 4 Monaten alle in einem dicken Ordner beim Standesbeamten vorlagen, schaute er es durch, stutzte am Ende und meinte, da fehlt etwas! Es fehlte die "Einverständniserklärung meiner Frau, dass ich die Hochzeit in die Wege leiten durfte". [smilie=dash2.gif]

Zähneknirschend nahm ich das Formular und musste es notgedrungen mit der Post schicken, es kam jedoch nie bei meiner Frau an. Also bin ich 4 Wochen später wieder hin und fragte, ob es denn nicht eine andere Möglichkeit gäbe. Antwort natürlich "Nein", es sei denn, meine Frau spricht persönlich vor. Hahaha, das Visum war ja so ausgelegt, dass sie erst einreisen darf, wenn die Papiere fertig sind....

Also bin ich 4 Zimmer weiter in die Ausländerbehörde. Der Typ dort saß gelangweilt da, während ich die Geschichte erzählte und bat, meiner zukünftigen Frau doch die Einreise zu ermöglichen, dann könnte sie ja selbst sagen, dass sie mich heiraten will. Aber der Beamte konnte immer nur mit dem Kopf schütteln und "Geht nicht" sagen. Da ich dann schon recht ungeduldig und mächtig frustriert war und sah, wie er so desinteressiert mit den Fingern auf dem Tisch klopfte, fragte ich ihn "Sagen Sie mal, hatte ein Boris Becker mit seiner Schwarzen auch solche Probleme?" Da antwortete er, wortwörtlich(!): "Jaaa, der kann auch Tennis spielen!" Mir hat das echt die Sprache verschlagen, ich bin aufgesprungen und fragte nur noch, wer eigentlich sein Chef ist. Er merkte wohl, dass er was unpassendes gesagt hat und stammelte: "Der Bürgermeister". Mit ziemlich dicken Hals bin ich hoch zum BM. Habe mich aber auf dem Weg dahin zum Glück wieder etwas beruhigt.

Der netten Sekretärin erzählte ich wieder die ganze Geschichte, sie versprach mit dem BM zu reden und mich anzurufen. Nun, ich hatte wenig Hoffnung. Am nächsten Tag kam jedoch ein Anruf der Sekretärin. "Alles erledigt, die Unterlagen gehen heute ans Oberlandesgericht" (wegen Ehefähigkeitszeugnis für meine Frau). Auf meine verwunderte Frage, wieso es denn auf einmal geht, meinte sie: "Ach, das machen wir mit einer Eidesstattlichen Erklärung!" Die kostete mich zwar damals 20 oder 30 Mark, aber das war mir egal. 3 Wochen später war meine Frau da und wir konnten endlich heiraten. :)

Heute lachen wir zwar immer wieder über die skurile Antwort des Ausländerbeauftragten, aber damals war es mir echt nicht zum Lachen zumute. Aber es bringt doch ab und zu etwas, wenn man sich nicht alles gefallen lässt - aber dabei auch nicht ausrastet! Und dass so manches (sinnlose) Formular mit eidesstattlicher Erklärung erledigt wird, muss man ja auch erst einmal wissen!

Gruß,
Jens


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PostPosted: Tuesday 7. February 2012, 14:44 
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"Bin übrigens seit 14 Tagen Resident! (~)3 "


Herzlichen Glückwunsch, na dann zum Wohl!


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Optimist wrote:
"Bin übrigens seit 14 Tagen Resident! (~)3 "

Herzlichen Glückwunsch! Warum hat es so lange gedauert? Ich war im Mai 2004 das erste Mal beim OVIR, für das Dokumentensammeln habe ich ca. 3 Wochen benötigt, im August war die Aufenthaltsgenehmigung fertig. Ich bin jetzt schon so lange Resident, dass sie anfingen mir das Auto nicht zulassen zu wollen, da ich angeblich zuerst ukrainischer Staatsbürger werden müsse?! [smilie=kosak_2]

Bei uns hat die ganze Prozedur von der Entscheidung zu heiraten, bis zur Trauung gut 2 Wochen gedauert. Das einzig komplizierte war die Scheidungsurkunde meiner Frau. Die musste legalisiert und übersetzt werden. Sonst wäre es vermutlich in ca. 1 Woche gegangen. Ich benötigte für meine Dokumente ca. 15 Minuten: Eine Familienstandsbescheinigung. Mein Scheidungsurteil wurde direkt ohne Legalisierung und Übersetzung anerkannt. Einen Ausländer in Dänemark heiraten, ist genauso einfach, wie einen Deutschen in DE. Das ist eben der Vorteil von Dänemark. Geheiratet haben wir mit Touristenvisum, nach der Heirat konnte sie direkt in DE bleiben - FZF Visum: Nein danke! Die ABH war "not amused".

Gruß
Siggi


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Siggi wrote:
Optimist wrote:
"Bin übrigens seit 14 Tagen Resident! (~)3 "

Herzlichen Glückwunsch! Warum hat es so lange gedauert? Ich war im Mai 2004 das erste Mal beim OVIR, für das Dokumentensammeln habe ich ca. 3 Wochen benötigt, im August war die Aufenthaltsgenehmigung fertig. Ich bin jetzt schon so lange Resident, dass sie anfingen mir das Auto nicht zulassen zu wollen, da ich angeblich zuerst ukrainischer Staatsbürger werden müsse?! [smilie=kosak_2]

Bei uns hat die ganze Prozedur von der Entscheidung zu heiraten, bis zur Trauung gut 2 Wochen gedauert. Das einzig komplizierte war die Scheidungsurkunde meiner Frau. Die musste legalisiert und übersetzt werden. Sonst wäre es vermutlich in ca. 1 Woche gegangen. Ich benötigte für meine Dokumente ca. 15 Minuten: Eine Familienstandsbescheinigung. Mein Scheidungsurteil wurde direkt ohne Legalisierung und Übersetzung anerkannt. Einen Ausländer in Dänemark heiraten, ist genauso einfach, wie einen Deutschen in DE. Das ist eben der Vorteil von Dänemark. Geheiratet haben wir mit Touristenvisum, nach der Heirat konnte sie direkt in DE bleiben - FZF Visum: Nein danke! Die ABH war "not amused".

Gruß
Siggi


2 Wochen? Das ging aber schnell. Da sorgte auch bei uns "Nichtwissen" für ziemliche Verzögerungen. "Einladung des Ehegatten" - da habe ich einen netten Brief geschrieben und meine Frau haben sie in Kiew auf der Botschaft ausgelacht. Woher sollte ich auch wissen, dass es auf der Ausländerbehörde entsprechende Formulare gibt? :-D Naja, und dann natürlich das hin und her mit den Dokumenten. Ab und zu konnte ich es einem Bus mitgeben, aber eben auch nicht immer. Und der Postweg ....

Wegen meinem Resident-Antrag: Auch da war zum Teil Unwissen schuld. Ein Schulfreund meiner Frau bei der Passbehörde nahm sich unser an (was total unnötig war), aber seine Angestellte war ja sooo schnell... und bei der Bearbeitung im OVIR fehlte dann die genannte Apostille. Das erfuhren wir aber immer erst, wenn wir selbst nachgefragt haben! Übrigens hieß es, gegen Ende des Jahres ist alles fertig. Wir warteten und fragten dann im Januar mal nach (habe ja Visum bis März). Da hieß es dann, schon laaaange fertig. Auf die Frage, warum denn nicht mal jemand angerufen hätte kam die Antwort: "Habe kein Telefon im Zimmer." ;) Und weiß Gott, im Pass steht ein Datum von November.

LG,
Jens


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PostPosted: Tuesday 7. February 2012, 18:15 
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Bei den bürokratischen Hochzeitsvorbereitungen lief wie schon erwähnt, alles recht gut. Doch hatten wir auch Grund uns maßlos aufzuregen, da meiner Frau nicht gestattet wurde, mich vor der Hochzeit einmal in der DDR zu besuchen. Ich wollte schon, dass sie ihre zukünftigen Schwiegereltern vor der Hochzeit kennenlernt und sieht, wo wir mal gemeinsam wohnen werden. Es hieß aber vom Komsomol (der hatte damals das letzte Wort) ganz lapidar, dass die Reise nicht notwendig sei.
Nach der Hochzeit haben sie sich mit den Dokumenten für die Ausreise auch schön Zeit gelassen. Nach dem Motto, wer unser Land verlässt muss bluten (und das als Bruderland). Möglich ist auch, dass sich in dieser Zeit die Stasi und der KGB mit uns beschäftigt hat.
Es hat dann noch über ein halbes Jahr gedauert, ehe ich meine Frau endlich im Berliner Ostbahnhof begrüßen konnte.


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PostPosted: Friday 24. February 2012, 00:00 
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Meine Güte,,,ist das die Regel?

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Maymorning wrote:
Meine Güte,,,ist das die Regel?

also wenn du dich auf die Geschichte von Lev beziehst: nein. So war es einmal.

Heute ist nicht mehr die Ausreisebewilligung das Problem (soetwas gibt es nicht mehr, ausreisen kann jeder, der will), sondern die Einreisebewilligung (in die Europäische Union).


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