Quote:
Was ich hier nördlich von Kiew verspüre, ist der absolute Frust über die gesamte ukrainische" Politge-meinde". Weil, es wird ja auf allen Seiten mit Lug und Trug gearbeitet, keiner hat eine saubere Weste und keinem kann man trauen.
Aber wie könnte man diesen Zustand ändern?
(Optimist, 11.09.11, 23:11 Uhr)
Vielleicht findet sich wieder jemand, der mit einem „Slava Ukrainy!!!!“ und einem herzig-lustig wehend Wimpel eine dieser anscheinend so beliebten „Fluchten“ aus einer erforderlichen Beantwortung bereit hält.
Wie kann man es ändern:
Wer die Lösung parat hätte, könnte Präsident der Ukraine werden. Momentan ist niemand in Sicht.
Wenn ich nicht „verzweifeln“ will ob meiner Ohnmacht, bleibt also nur der mühselige Weg, sich selbst eine Meinungs- und Beurteilungsgrundlage zu schaffen ( zu bilden, Fakten zu einem Bild zusammenzufügen, selbst zu recherchieren, sich „kundig zu machen“ usw.).
Damit ändere ich an der politischen Lage nichts, habe jedoch mir etwas geschaffen, was ich jemanden weitergeben kann, im Gespräch darlegen kann, ich mich darüber mit einem Anderen austauschen und letztendlich „streiten“ sowie ergänzen kann.
Kurzum: Mir über „meine Denke“ und die Sachlage „klar werden“!
Wenn ich mir so manche Forumsbeiträge durchlese, vermisse ich oft die Bereitschaft zu dieser „Auseinandersetzung“ (im Sinne von
auseinander nehmen, betrachten und prüfen der Einzelteile, dem erneuten Zusammenbau und nachfolgender Betrachtung, ob das alles denn so „passt“).
In Bezug auf die Frage, ob sich der Prozess gegen Frau T. zu einem „Schuss ins eigene Knie“ entwickelt, ob dieses Verfahren die derzeit Regierenden „schlecht aussehen lässt“, eine einfache Überlegung:
Frau T. hat einen schlechten Vertrag mit Russland gemacht. Bedeutet doch, dass ein Verhandlungspartner (oder Verhandlungsgegner) Frau T. „über den Tisch gezogen“ hat.
Bewusst und „mit Vorsatz“. Kann ich durchaus für eine Kampagne gegen Frau T. nutzen.
Aber:
Wenn ein Verhandlungspartner jemanden über den Tisch zieht, bedeutet es zwangsläufig, des anderen Anderen Lage „auszunutzen“, „Kapital daraus zu schlagen“, seine „Position im Gespräch zur Geltung zu bringen“ (oder wie man das halt so nennt). Und das hat niemand anderes als Russland (der „große Bruder“, die „Möchte-Gern-Schutzmacht“ usw.) getan.
Der „Wesensverwandte“ also als „Ausbeuter“? Eine „skrupellose Schutzmacht“? (Hoppla! Und das wird jetzt vor Gericht geklärt?)
So wird nun öffentlich vor einem Gericht gestritten, ob und ab wann ein „Ausverkauf der nationalen Interessen“ begann / beginnt. Ob der vermeintliche / tatsächliche „Ausverkauf“ dann auch die Frage beinhaltet, wer denn nun „aufgekauft“ hat, zu welchen Bedingungen „Kapital daraus“ schlug.
Also: Mit der Anklage gegen die Person Frau T’s
ist doch zwangsläufig die Aufdeckung / Offenlegung von
Methodik, Ausmaß und Zweck dieses „Aufkaufes“ verbunden. Es sei denn, ich unterschlage diese Konsequenz, erschlage Journalisten mit Worten (3 Briefe zur Demokratie z.B.), quassele die Bevölkerung „dumm und dämlich“!!
Und flugs sieht sich Russland ganz offiziell –gerichtlich festgestellt also- in einer Kategorie wieder, gegen die es sich sicherlich mit allem Mitteln wehren wird.
Aber das dürfte doch von Anfang an klar gewesen sein. Es sei denn, Selbstgefälligkeit und Großmannssucht haben den rationale Verstand buchstäblich „unter die Räder kommen“ lassen (also „platt gemacht“). Dann wäre nicht nur Frau T. "dumm" gewesen, sondern noch viele Andere mehr!!
Offiziell steht natürlich „nur“ Frau T. vorm Kadi und dieser „unabhängiger“ Richter“ (über dem es halt nur einen „Obersten Justizrat“ gibt, die Creme der humanitär-juristopolitischen Staatsseele sozusagen, die Krönung der Machtvertikalen) soll nun feststellen, ob ein „Ausverkauf der nationalen Interessen“ (an Russland also) vorliegt. Das ist doch was für Genießer!
Wie bescheuert muss man eigentlich sein, um die Denkfallen in einem solchen Konstrukt, der Abrechnung mit einem politischen Gegner auf Dummschul-Niveau, anzuleiern und zu propagieren!!!
Welche Wirkung hat das auf künftige ukrainische Unterhändler, die von vornherein mit einem Bein vor einer möglichen späteren Anklage stehen?
Welche „Stärke“ gibt hier ein Staatswesen „seinen“ Unterhändler mit?
Wer kann denn in Zukunft einen ukrainischen Unterhändler denn überhaupt noch ernst nehmen? Ein „Zombie in offizieller Mission“, auf den Weg geschickt von einer „Zombie-Organisation“ (früher Gerontokratie, heute etwas national-slawistisch aufgepeppt bei gleichzeitig züchtiger Bürokleidungsordnung für Damen -epochal!).
Wie kann man das ändern?
Ein Patentrezept hierzu gibt es kaum. Aber Fragen können gestellt werden. Öffentlich. An den Abgeordneten aus der Gemeinde, des Heimatkreises, an den Bürgermeister …und immer höher hinauf. Wenn Schwachsinn als Antwort kommt (oder keine): Dann veröffentlichen.
Es verbinden sich doch so viel Fragen mit dieser Angelegenheit, denen nachzugehen wäre:
Welche juristische Grundlage, basierend auf welcher Vorschrift, die im Einklang mit der Verfassung steht (spöttische Frage: Mit welcher?), sich auf welche Präzedenzfälle stützt oder sich mit welchem Gesetzt „streitet“ (oder welchem Gesetz widerspricht).
Was wird hier ins Feld geführt –der Sinn eines Gesetzes oder wird nach einer verquerten Buchstabengläubigkeit vorgegangen?
Mit anderen Worten: Raus aus pathetisch-nutzlosem Gesülze, rein in die Mühseligkeit des Aufspürens von Fakten, deren Auflistung, Prüfung, Vergleiche, Schlussfolgerungen. Diese Mühseligkeit auch auf das Gebiet der Polit-Kommentare von Abgeordneten, den verfassungsmäßigen Stützen des Systems angewendet, deren Sprechblasen aufgelistet, gegenüber gestellt (oft damit schon „bloß gestellt“)…..
Wenn dieser Weg leise, mit Beharrlichkeit und „zwingender“ Logik immer wieder beschritten würde, gäbe es die Chance der Veränderung. Vor allem, wenn die Jugend diesen Weg gehen würde!! Es geht um ihre Zukunft, ganz schlicht und einfach ausgedrückt.
Dazu muss man kein „Intellektueller“ sein, einfach nur nachdenken und den Hintern heben.
Sprachliches Bejammern eines „korrupten Systems“ und nicht vorhandene saubere Westen bringen nix!!
Ich bin mir nicht bewusst, mal eine in diesem Sinne entsprechende ukrainische (und russische) Übersetzung der Wortbedeutung „Konsequenz“ gelesen zu haben.
Ist eine Aussage. Oder?
Es ist mir völlig bewusst, dass "von Außen her" es sich leicht fabulieren lässt; enthebt aber nicht der Überlegung "wie sollte ich mich verhalten" und "welche (begründete) Position habe ich überhaupt".
Verneine ich vor dem Hintergrund eines "der hat gut reden" die erforderliche Mühseligkeit der Aufarbeitung..., ja, dann Verneine ich eben (und das Leben geht an mir vorbei...).
Nix für Ungut für vielleicht manches harsche Wort, aber diese "Gewalttätigkeit des Schweigens" bringt die Ukraine, bringt die Gesellschaft und bringt die Menschen keinen einzigen Schritt weiter.