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Ahrens & Schwarz

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stefko wrote:
Wie alle orthodoxen Kirchen unterstand die Kirche dem Patriarchen von Konstantinopel. Moskau hat sich im 15 Jhd abgespalten und blieb 150 Jahre nicht kanonisch.


Kleines pikantes Detail am Rande: wenn ich mich recht erinnere, wurde seinerzeit die Anerkennung des Moskauer Patriarchats ganz einfach gekauft. Ich bin leider nicht informiert, wie üblich bzw. unüblich dies zur damaligen Zeit war, aber ich finde es vor diesem Hintergrund reichlich geschmacklos, wie in Russland mit Unterstützung von oben von einigen Zeitgenossen ein Bild von Moskau als "zweites Byzanz" und als "Wiege der Orthodoxie" im slavischen Raum gezimmert wird.

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mbert wrote:
Kleines pikantes Detail am Rande: wenn ich mich recht erinnere, wurde seinerzeit die Anerkennung des Moskauer Patriarchats ganz einfach gekauft. Ich bin leider nicht informiert, wie üblich bzw. unüblich dies zur damaligen Zeit war, aber ich finde es vor diesem Hintergrund reichlich geschmacklos, wie in Russland mit Unterstützung von oben von einigen Zeitgenossen ein Bild von Moskau als "zweites Byzanz" und als "Wiege der Orthodoxie" im slavischen Raum gezimmert wird.


Ich finde es vor dem Hintergrund der Geschichte der russisch-orthodoxen Kirche auch immer sehr befremdlich, wenn Moskau darauf besteht, dass die Lösung der innerorthodoxen Konflikten, aber auch der mit der katholischen Kirche, nur in der reuevollen Rückkehr in den Schoss des Moskauer Patriarchats bestehen kann.



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stefko wrote:
mbert wrote:
Kleines pikantes Detail am Rande: wenn ich mich recht erinnere, wurde seinerzeit die Anerkennung des Moskauer Patriarchats ganz einfach gekauft. Ich bin leider nicht informiert, wie üblich bzw. unüblich dies zur damaligen Zeit war, aber ich finde es vor diesem Hintergrund reichlich geschmacklos, wie in Russland mit Unterstützung von oben von einigen Zeitgenossen ein Bild von Moskau als "zweites Byzanz" und als "Wiege der Orthodoxie" im slavischen Raum gezimmert wird.


Ich finde es vor dem Hintergrund der Geschichte der russisch-orthodoxen Kirche auch immer sehr befremdlich, wenn Moskau darauf besteht, dass die Lösung der innerorthodoxen Konflikten, aber auch der mit der katholischen Kirche, nur in der reuevollen Rückkehr in den Schoss des Moskauer Patriarchats bestehen kann.


Da MUSS ich Ihnen zum Ersten Mal richtig widersprechen - im Lichte der allgemeinen grossrussischen imperialistischen Denke [smilie=dash2.gif] ist es nur zwingend logisch das alle reuevoll zurückkommen MÜSSEN in den Schoss (unter den Stiefel ???) moskauer Institutionen ...alles andre wäre etwas ganz, ganz, neues, anderes, UNDENKBAR !!! .....(Mainstream ist gemeint, immer dazugesagt, das es einzelne, bzw. eine Minderheit GOOD in RU gibt, welche dies nicht so sieht !!!..)

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Du hast recht, zuerst müssen alle vor Moskau aufs Knie. In der moskauer Tradition hat es nie eine Anerkennung der anderen Nationalitäten gegeben. Man hat Geschichte geklaut oder aber eine andere Wahrheit nicht zugelassen.
Ich wiederhole hier den Artikel von Patriarch Lubomir Husar:

Das Moskauer Patriarchat will Einfluss auf die ganze Kirche in der Ukraine nehmen, -
Seine Seligkeit Lubomyr Husar 20:20 16.06.11 20:20



Das Moskauer Patriarchat möchte gerne die ganze Kyjiver Kirche in der Ukraine beeinflussen. Das sagte der ehemalige Vorsteher der UGKK Lubomyr Husar im Interview mit dem Generaldirektor des TV-Kanals „1+1“ Oleksandr Tkatschenko in seiner Sendung „Tkacheko.ua“, die am Montag, den 20. Juni ausgestrahlt wird.

Nach den Worten von Lubomyr Husar bemüht sich das Moskauer Patriarchat, sich die Geschichte der Kyjiver Kirche zu eigen zu machen. „Ohne Zweifel verbreitete sich das Christentum dank der Missionare auch in den Ländern, die heute den russischen Staat bilden, aber auch in viele Länder und andere Teile der Welt. Und das bedeute nicht, dass die Tochter der Kirche, die aufgrund der Missionstätigkeit einer anderen Kirche gegründet wurde, das Recht darauf habe, sich die Geschichte der Mutterkirche zu eigen zu machen“, - erklärte Seine Seligkeit Lubomyr.

Er betonte, dass „wir die Mutterkirche seien und dass wir uns sehr darüber freuen, dass unsere Vorfahren in verschiedene Teile der slawischen Welt gezogen sind, um Gottes Wort zu verkünden. Aber wir sehen darin keinen Grund für diese Aneignung“, - sagte der ehemalige Vorsteher der UGKK.

Seiner Meinung nach hat unsere Kirche – die Kyjiver Kirche – auch wenn sie gespalten ist, ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Heiligen. „Die russische Kirche hat ihre Geschichte, ihre Heiligen, ihre Zeitperioden, in der sie zur Kirche, Metropolie, Patriarchat usw. wurde. Das ist kein Teil unserer Kyjiver Geschichte, das ist die Moskauer Geschichte, die mit vollem Recht (und Gott sei Dank hat sie das Patriarchat erlangt) über den typischen Abschluss dieser Struktur verfügt“, - sagte Seine Seligkeit Lubomyr.

Presseabteilung der UGKK



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Weiter zu diesem Thema:

Unkommentiert Auszüge aus Wikipedia zu Kiew und zu Moskau.

Laut Nestorchronik wurde Kiew von drei Brüdern und einer Schwester namens Kyj, Schtschek, Choriw und Lybid aus dem Stamm der Poljanen gegründet, die auf drei Anhöhen Dörfer bauten. Sie errichteten noch eine Festung, die sie nach dem ältesten Bruder benannten („Kiew“ = ‚Stadt von Kyj‘, altrussisch und ukrainisch: Kyjiw). Dies soll spätestens am Anfang des 6. Jahrhunderts geschehen sein, da der Name des slawischen Fürsten Kyj in dieser Zeit in byzantinischen Chroniken erwähnt wurde.

Einige mittelalterliche Quellen führen die Gründung Kiews in die Jahre 430-460 zurück. Es gibt auch Spekulationen, die Kiew schon mit der von Jordanes erwähnten großen gotischen Stadt Danapirstadir (= „Dneprstadt“) identifizieren. Danapirstadir wird als Hauptstadt des Ostgotenreiches beschrieben, wo später Rurik Askold und Dir ihre Herrschaft errichteten.[4].

882 wurde die slawische Stadt Kiew als fürstliche Residenz der Rus „Känugard“ genannt. 988 wurde es durch den zum Christentum übergetretenen Großfürsten Wladimir I. ausgebaut und als Zentrum der Kiewer Rus befestigt (siehe Geschichte der Ukraine, Geschichte Russlands). Im 11. und 12. Jahrhundert war Kiew bereits eine der größten Städte Europas (etwa 50.000 Einwohner).



Die erste schriftliche Erwähnung Moskaus stammt aus dem Jahre 1147, das darum als das Gründungsjahr Moskaus gilt.


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Weiter dazu aus Wikipedia:

Die Übersetzungen von Kyrill und Method spielten eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung des Christentums in Bulgarien und nach 950 auch in Russland.
864 wurde Boris, der Khagan der Bulgaren getauft, was bald zu einer Massenbekehrung führte. Bulgarien war das erste Land, das offiziell eine slawische Liturgie einführte. Und dem Sohn von Boris, Simeon wurde das Land vollständig christianisiert und 917 erklärte sich die Bulgarische Kirche als autokephal unabhängig und wurde ein eigenes Patriarchat. Die Kirche war in der Lehre orthodox, in der Verwaltung aber unabhängig – die erste von mehreren slawischen Kirchen, die nach diesem Muster selbständig wurden.

Photius sandte im neunten Jahrhundert auch die ersten Missionare nach Russland. In der Mitte des zehnten Jahrhunderts gab es in der Hauptstadt Kiew eine christliche Kirche und die Großfürstin Olga von Kiew ließ sich taufen. Erst unter ihrem Enkel Wladimir kam es jedoch zu einer Massenbekehrung von Kiew und der Umgebung. 991 wurde die Bevölkerung von Nowgorod getauft.


Die erste schriftliche Erwähnung Moskaus stammt aus dem Jahre 1147, das darum als das Gründungsjahr Moskaus gilt.


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hier noch ein paar Anmerkungen zu den kirchengeschichtlichen Abläufen:

Das Christentum kam im 10. Jahrhundert über Byzanz in die Ukraine, wo es unter dem Fürsten Wolodymyr dem Großen im Jahre 988 angenommen wurde.
Die orthodoxe Kirche hatte als Metropolie von Kiev die Jurisdiktion über ganz Osteuropa und war sieben Jahrhunderte lang dem Patriarchen von Konstantinopel untergeordnet. Im Laufe der Zeit entwickelte sie in der Ukraine ihre charakteristischen Merkmale und Besonderheiten.

1458 wurde die Metropolie geteilt,
und zwar in die Metropolie von Kiev
und in die von Moskau; letztere wurde autokephal,
während die von Kiev unter der Obhut des Patriarchen von Konstantinopel blieb und weiterhin die Jurisdiktion über die ukrainischen und weißruthenischen Diözesen innehatte.

Unter Metropolit Petro Mohyla von Kiev (1633-1647), der als Verfasser des ersten Katechismus des orthodoxen Glaubens weithin bekannt ist, nahm die orthodoxe Kirche der Ukraine weiter an Kraft zu und erlebte im 17. Jahrhundert ihre Blütezeit.

Als sich die Ukraine Mitte des 17. Jahrhunderts vom polnischen Joch befreit hatte, wurde 1654 ein Bündnis mit Moskau geschlossen. (Der Rat von Peresjawl)
Von diesem Tatbestand ausgehend, versuchte das Patriarchat von Moskau in der Folgezeit immer wieder, sich die Metropolie von Kiev untertan zu machen, ein Vorgehen, das bei der ukrainischen Hierarchie, der Geistlichkeit und den Gläubigen starken Widerstand hervorrief.
Erst 1686 sah sich der Patriarch von Konstantinopel unter dem Druck der türkischen Regierung und der Intrigen Moskaus gezwungen, die Metropolie von Kiev an das Patriarchat von Moskau abzutreten, was aber von darauffolgenden Patriarchen von Konstantinopel nicht anerkannt und für unkanonisch erklärt wurde.

Als Folge der Unterstellung der Metropolie von Kiev unter das Moskauer Patriarchat verlor die Ukrainische Orthodoxe Kirche ihre Autonomie, die sie früher unter der Obhut des Patriarchen von Konstantinopel gehabt hatte.
Kurz darauf begann die konsequente Vernichtung aller nationalen Eigenschaften und Besonderheiten sowie die vollkommene Eingliederung in die Russische Orthodoxe Kirche. Dieser Vorgang zog sich bis zur Revolution im Jahre 1917 hin.

Für kurze Zeit erlangte die Ukraine ihre Souveränität und staatliche Unabhängigkeit wieder, und die Ukrainische Orthodoxe Kirche erwachte zu neuem Leben. Durch einen Erlass der ukrainischen Regierung vom 1.1.1919 wurde sie autokephal erklärt.
Schon im Oktober 1921 fand in Kiev ein allukrainisches Kirchenkonzil statt, auf dem die kirchliche Selbständigkeit beschlossen und proklamiert wurde.
Der weiteren Entwicklung der Kirche setzte jedoch schon bald das bolschewistische Regime(also Moskau) ein jähes Ende; die Verfolgungen begannen von neuem. Alle Mitglieder des Episkopats und zahllose Geistliche wurden verhaftet, verbannt oder liquidiert. Das gleiche Schicksal ereilte Tausende von Gläubigen.

Ein Teil der westlichen ukrainischen Provinzen fiel im Jahre 1920 an Polen. 1925 erhielt die Orthodoxe Kirche in Polen vom Patriarchen von Konstantinopel die Autokephalie. Diese Kirche, ein Bestandteil der früheren Metropolie von Kiev, hatte vornehmlich Ukrainer und Weißruthenen als Gläubige.

Während des Zweiten Weltkrieges, als die Ukraine von deutschen Truppen besetzt war, gab der Warschauer Metropolit Dionisy (Waledynskiy), das Oberhaupt der Autokephalen Orthodoxen Kirche in Polen und der westukrainischen Gebiete, seinen Segen zur Weihe einer Reihe von Bischöfen für die wiedererstandene Ukrainische Orthodoxe Kirche. Diese übernahm dann 1942 die wichtigsten Bistümer in der Ukraine.

Infolge der späteren Kriegsereignisse geriet das Land erneut unter Sowjetherrschaft, die abermalige Verfolgung brachte und ein Verbot der Ukrainischen Orthodoxen Kirche. Die Bischöfe, ein Teil der Priesterschaft und Tausende von Gläubigen waren gezwungen, die Heimat zu verlassen. Ihr Fluchtweg führte nach Westen mit der ersten Station in Deutschland, wohin während des Krieges auch eine große Zahl von orthodoxen Ukrainern zur Zwangsarbeit gebracht worden war.



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{ät}galizier, danke, dass Du Dir diese Mühe machst. Bei vielen ist es in Vergessenheit geraten, unsere jungen Freunde wissen mitunter überhaupt nichts darüber, und solange ein Herr Tabachnyk in der Ukraine für Bildung verantwortlich ist, wird sich wohl auch wenig daran ändern...

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Ja eigentlich sollte die Ukraine sich schon eher in Richtung EU bewegen. Von den Russen sind die ja los. Ob ein EU Beitritt die wirtschaftliche Situation verbessert weiß man nicht.
Und erst gestern habe ich gelesen: wegen Julias Prozess wird die Rechtsstaatlichkeit in Ukraine bemängelt. Ich denke auch in anderen Bereichen, erfüllt die ukraine (leider) nicht die werte und normen.
Somit entfernt sich ukraine von der EU.
Also könnte man sagen: weder russland noch eu.
zu russland sollte die ukr auf keinen fall, das wäre ja ein rückschlag. nee lieber nicht.
ach ukraine macht das schon alleine!
Der Handel mit US Unternehmen flokiert, Internationale Unternehmen setzten auf einen Standort in Ukraine- das wird schon :)

[smilie=ukr_prapor]

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ca. 360 Jahre nach Peresjawl steht erneut die berühmte Frage von B.Chmelnitzky: "Wohin gehen wir, Kosaken?"
Im Unterschied zu damals gibt es heute eine echte Alternative und die heißt EU.
Man muss nur immer wieder den immanente Verrat in der russischen Politik erinnern.
Wie damals wird auch dieses Mal Russland sein Wort nicht halten.
Beredtes Beispiel ist das Wahltheater in Moskau.

Es liegt nun mal in Seele eines Menschen, der die Durchschnittsgröße nicht erreicht hat, einen Hang zum Napoleonismus zu entfalten.
Und er will herrschen. Geopolitisch fehlt ihm dazu das große Stück der UA.



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Zunaechst einmal wird Russland NIE unkompliziert einen Wechsel der Ukraine in die EU zulassen. Da Wege wie einmal in Ungarn oder Prag nicht mehr Moeglich sind, wir ganz einfach die aelteste Form der Destabilisierung gewaehlt, die seit der Antike angewendet wird : KORRUPTION. Die EU wird sich solange hueten, einer Vollmitgliedschaft der Ukraine zuzustimmen, solange die Korruption derartige Ausmasse hat. Wesentliche Bereiche der Wirtschaft werden von der Mafia kontrolliert. Hier in Odessa spricht man ganz offen darueber, welches Einkaufszentrum jetzt von welchem Caln in Besitz genommen wurd. Russland hat ein massives Interesse an der instabilen Lage in der Ukraine, und wird alles tun, damit diese sich noch weiter verschaerft. Denn dann wird es einfach, den grossen wirtschaftlichen Retter zu spielen. Zum anderen wird einfach auch vergessen, dass die Ukraine eben auch ein Stueck Kunststaat ist. Der Westteil ist das ehemalige Ostpolen, das im Hitler- Stalinpakt nach der Besetzung Polens zu Russland fiel, und der OSten ist naturgemaess mehr russisch orientiert. Auch hier sind die Spannungen vorprogrammiert, und Russland wird sich auf alle Faelle als Beschuetzer russischer Minderheiten aufspielen . Ich denke einfach, gaebe es eine wirklich eindeutige Regierungshaltung pro Westen, dann muesste als erstes der Korruptionssumpf atrocken gelegt werden, und fuer rechtssicherheit im Lande gesorgt werden. Ansosnten wird die Ukraine auf ewige Zeiten unter dem Einfluss Russlands eine wirkliche Entwicklung verpassen



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