Allgemeines Diskussionsforum | Украинский язык будет единственным государственным – Янукович

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Украинский язык будет единственным государственным – Янукович

#1 Beitragvon DevilsNeverCry » Dienstag 9. März 2010, 18:26

КИЕВ, 9 мар - РИА Новости. Президент Украины Виктор Янукович заявил во вторник, что украинский язык останется единственным государственным языком, сообщает агентство УНИАН.

"В Украине будет развиваться украинский язык как единственный государственный", - сказал Янукович во время церемонии вручение Шевченковских премий в Каневе.

Президент заявил также, что в стране в обязательном порядке будет внедрена Европейская хартия региональных языков.

Ранее Янукович заявлял, что русский язык, являющийся родным примерно для половины населения Украины, получит статус официального в регионах, где большинство жителей говорит по-русски. Это относится, прежде всего, к южным и восточным областям, а также к Крыму.

Согласно Конституции, единственным государственным на Украине является украинский язык.

На встрече с президентом РФ Дмитрием Медведевым 5 марта Янукович заявил, что Украина в ближайшее время примет необходимые законы для защиты прав русскоязычного населения.

В свою очередь ВО "Свобода" провело ряд акций, на которых были собраны подписи под обращением к президенту в защиту украинского языка.

Украина 9 марта отмечает 196-ю годовщину со дня рождения великого украинского поэта Тараса Шевченко. Кобзарь похоронен, как и завещал, на берегу Днепра в Каневе Черкасской области.

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Re: Украинский язык будет единственным государственным – Янукови

#2 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Mittwoch 10. März 2010, 00:19

Gut so. Janukowitsch zeigt Haltung. DasLand heißt ja auch Ukraine und nicht Kleinrußland.
In Deutschland haben wir aus sorbisch auch keine zentrale 2. Amtssprache gemacht, sondern nur eine Regionale. Besonders gefördert.

Hut ab!

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Re: Украинский язык будет единственным государственным – Янукови

#3 Beitragvon Sonnenblume » Mittwoch 10. März 2010, 09:00

Das Sorbische in Deutschland mit dem Russischen in der Ukraine zu vergleichen ist schon sehr gewagt! Hätten Sie wenigstens das Türkische in Berlin genommen ;)

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Re: Украинский язык будет единственным государственным – Янукови

#4 Beitragvon Handrij » Mittwoch 10. März 2010, 09:41

galizier hat geschrieben:Gut so. Janukowitsch zeigt Haltung. DasLand heißt ja auch Ukraine und nicht Kleinrußland.
In Deutschland haben wir aus sorbisch auch keine zentrale 2. Amtssprache gemacht, sondern nur eine Regionale. Besonders gefördert.

Hut ab!

Was heißt Haltung: er ist Realpolitiker. Keine 300 Stimmen im Parlament bedeutet, das keine Verfassungsänderung möglich ist und damit ist die Einführung einer zweiten Amtssprache unmöglich, ohne Verfassungsbruch usw.
Das war schon vor der Wahl klar, dass dieses "Versprechen" als erstes gebrochen wird. Wie anderswo schon angemerkt, gab es dieses Versprechen vor jeder Wahl seit Kutschma und weiterhin ist Ukrainisch einzige Amtssprache. Dass es den Regionalen und ihren diversen Vorgängern noch jemand abkauft ist das eigentliche Wunder. Damit meine ich sowohl diejenigen, die von einem Anschluss an Russland träumen (diese müssten ja bald aussterben), als auch diejenigen, die den Regionalen eben jenen Anschluss unterstellen, da sie ja nur "Marionetten" Russlands sind. Diese ganzen Projektionen haben nur sehr wenig mit der Realität in der Ukraine zu tun ...

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Re: Украинский язык будет единственным государственным – Янукови

#5 Beitragvon DevilsNeverCry » Mittwoch 10. März 2010, 16:32

Tihipko: Yushchenko made mistake by awarding Ukraine top medal to WWII nationalist leader Stepan Bandera
Serhy Tihipko is against making Russian the second state language in Ukraine, Ukrayinska pravda quotes Vesti FM as reporting Jan. 30.
“I am against making Russian the second state language for a clear reason: this will trigger off a heavy confrontation in Ukraine and lead to the polarization of opinion. We will have a large-scale domestic conflict,” Tihipko said. Meanwhile, Tihipko continued, the language issue can be easily resolved by passing the buck to regions to make a decision. “It can be done in the form of referenda or other forms.
However, if a decision is taken in the regions, the language of the media and education must be Ukrainian and Russian, with the authorities becoming bi-lingual. If an official does not know Ukrainian he should be dismissed. Ukrainian must be a mandatory subject in schools to allow to move to a bi-lingual status in 10-15 years,” the politician stressed.
Commenting on Yushchenko’s decision to give Ukraine’s top medal to Stepan Bandera, Tihipko called it “unwise.”
“His decision drove a big wedge, I am against such decisions. People living in the East of Ukraine and Kyiv have been stunned. He shouldn’t have awarded the medal,” Tihipko argued.
Tihipko added that he is aware why Yushchenko had given the award. “He is thus rallying nationalist patriots, or, as I call them, “self-appointed patriots.” He is out to form a party that will back him in the parliamentary elections to make it to Verkhovna Rada,” Tihipko added.
“The decisions that split the country are bad. We must get united to fight poverty and other crucial problems. Yushchenko’s agenda is wrong,” he summed up.


_____________________


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Damit wird wohl russisch als 2 Staatssprache in zukünftigen Wahlkampfdebatten an Bedeutung verlieren. Nun hat sich sogar Tihipko (Platz 3 mit 13% bei den Präsidentschaftwahlen) gegen eine russische Amtssprache ausgesprochen. Er hatte bislang dazu nie Stellung bezogen.
Die einzigen die nun dafür sind, sind die Linksextremisten und Kommunisten.





Handrij hat geschrieben:
galizier hat geschrieben:Gut so. Janukowitsch zeigt Haltung. DasLand heißt ja auch Ukraine und nicht Kleinrußland.
In Deutschland haben wir aus sorbisch auch keine zentrale 2. Amtssprache gemacht, sondern nur eine Regionale. Besonders gefördert.

Hut ab!

Was heißt Haltung: er ist Realpolitiker. Keine 300 Stimmen im Parlament bedeutet, das keine Verfassungsänderung möglich ist und damit ist die Einführung einer zweiten Amtssprache unmöglich, ohne Verfassungsbruch usw.
Das war schon vor der Wahl klar, dass dieses "Versprechen" als erstes gebrochen wird. Wie anderswo schon angemerkt, gab es dieses Versprechen vor jeder Wahl seit Kutschma und weiterhin ist Ukrainisch einzige Amtssprache. Dass es den Regionalen und ihren diversen Vorgängern noch jemand abkauft ist das eigentliche Wunder. Damit meine ich sowohl diejenigen, die von einem Anschluss an Russland träumen (diese müssten ja bald aussterben), als auch diejenigen, die den Regionalen eben jenen Anschluss unterstellen, da sie ja nur "Marionetten" Russlands sind. Diese ganzen Projektionen haben nur sehr wenig mit der Realität in der Ukraine zu tun ...


Eben. Man bedenke das während Jutschenkos Amtzeit der Hauptfinanzierer von der PR (namentl. Rinat Achmetow) weiterhin es unterstützt hat ukrainischsprachige Schulen zu fördern. nahezu alle politischen Kräfte (Ausnahme der linke Rand) sind für das ukrainische.

Eben, als Kutschma Krawtschuk ablöste waren ca. 60% der Schulen und Kindergärten in UA ukrainischsprachig, als Kutschma abtrat waren es ca. 75%. So viel zum pro russischen Kutschma und Janukowitsch wird den Kurs seiner 3 Vorgänger wohl fortsetzen.

Hm. . .hast du evtl. Umfragen zu diesen Thema (Zusammenschluss Russland, UA und BY oder über die Restauration der CCCP)? Weil ich meine es sind schon 15%-20% die einen Zusammenschluss wünschen, oder?

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Re: Украинский язык будет единственным государственным – Янукови

#6 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Mittwoch 10. März 2010, 20:46

Die russische Sprache wird im Alltag und im GUS-Verkehr Ihren Platz behalten. Das ukrainische muss aber noch viel in seiner Entwicklung zulegen.
Noch immer sind die meisten modernen Nachschlagewerke in russisch veröffentlicht.
So kann man viele Bereiche erkennen, in denen die Wiederbelebung der ukrainischen Sprache nicht mit der gesellschaftlichen Entwicklung und der damit verbundenen neuen Semantik Schritt gehalten hat.

Zurück zur SU möchte niemand. Erinnerungen kommen besonders dann hoch, wenn die soziale Situation schwierig wird. Das ist ähnlich wie in Ostdeutschland.
Niemand möchte die geringen Freiheiten missen, aber alle wollen ein bisschen soziale Heimat haben.

Erschwerend kommt hinzu, dass es sehr schwer ist sich zu den kulturellen Wurzel durchzugraben. Sprache und Kultur sind in ihrer Entwicklung nicht zu trennen.
Noch 2000 gab es russischsprachige Publikationen in denen allen ernstes das Kosakentum als reaktionäre Kaste verunglimpft wurde.
In den Karpaten findest Du fast keine Spuren früherer Herrscher mehr, die Geschichte ist in 50 Jahren SU abgeschliffen worden.
Wir haben hier nicht solche Momente, dass die Menschen sich als Bukowiner oder Wohlynier sehen, wie wir das in D als Bayern oder Brandenburger tun.
Da ist viel kaputtgegangen. Die Ukraine hat noch einen weiten Weg vor sich, sich als Nation zu finden und zu einen.
Zwei Sprichwörter fallen mir dazu ein:

Wer nicht weiß, woher er kommt, kann nicht sagen wohin er will.

Was Du ererbt von Deinem Vater, erwirb es, um es zu besitzen.

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Re: Украинский язык будет единственным государственным – Янукови

#7 Beitragvon Handrij » Samstag 13. März 2010, 17:25

@galizier

Ganz so ist es nun aber auch wieder nicht. Es gibt sehr wohl ausgeprägte regionale Identitäten in der Ukraine. Leute begreifen sich als Galizier, Hinterkarpatler ;), Bukowinaer, Odessit, Krimtschan, Kiewljan und nicht zu vergessen der Donbass.
Und viele Leute haben eben kulturelle Wurzeln, die für dich scheinbar nicht zählen ...

galizier hat geschrieben:In den Karpaten findest Du fast keine Spuren früherer Herrscher mehr, die Geschichte ist in 50 Jahren SU abgeschliffen worden.

Aha, und was ist mit den Grenzsteinen der alten polnisch-tschechoslowakischen Grenze? Der alten polnischen Sternwarte?
Du tust ja so, als ob Lemberg und Stanislau geschliffen wurden, zählt zwar nicht zu den Karpaten, aber mich würde schon mal interessieren, welche Überreste alter Geschichte in den Karpaten beseitigt wurden? Für mich klingt deine Äußerung, als ob die Sowjets damals nichts anderes zu tun hatten, als durch die Berge zu ziehen und alte Steine beiseite zu räumen ... klingt unglaubwürdig, doch lasse ich mich gern überzeugen.

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Re: Украинский язык будет единственным государственным – Янукови

#8 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Samstag 13. März 2010, 18:31

Das ist ja gut dass sich "viele" mit ihrem Wohnort als Heimat verbunden fühlen, aber sie zeigen sich nicht in der Realität. Du wirst nicht in Halitschina sondern in der Ivnao-Frankivtschina begrüßt. Lediglich in der Bukowina, bedingt durch ein bemerkenswertes Kulturfestival im Herbst, das Bukowinatreffen wird durch die weit zurückgreifende Traditionspflege und Einbindung der Menschen in eine breit Volkskultur der Heimatgedanke kultiviert. Für die Bukowina in der UA wie auch in Rumänien, Ungarn, Slowakien und auch Polen.
Zum Schleifen. Schau Dir die Mühen um die Burg in Halitsch an. Sieht die vergleichbare Festung Königstein vielleicht so aus?
Nimm den genealogischen Atlas der K.u.K. Monarchie und such nach den Resten. Ich spare mir den Vergleich vielleicht zu Österreich oder Brandenburg.
Schau Dir die Kirchen an. Haben etwa fremde Mächte in der damaligen Sowjetunion die Kirchen als Lagerhallen gepachtet? Es muss schon eine inländische Macht gewesen sein.
Gerade weil ich die kulturellen Wurzeln als wichtig betrachte, äußere ich mich dazu. Siehst Du ich habe hier zwei Kinder, 16 und 13 Jahre alt. Sie gehen in eine Schule mit spez. Deutschunterricht. In Geschichte erfahren sie aber fast nichts über ihre Heimat. Sie lernen zu Ägypten und Rom u.a.m., aber die Historie Galiziens und Lodomerien ist ausgeklammert.
Zeig mir mal in Stanislau den Palast Potocki. Der ganze Haufen Dreck ist eine Schande. Das war eine zerstörende Nutzung durch die Sowjets. Oder benenne mir ein wirkliches nutzbares und intaktes historisches Gebäude.
In Lemberg findest Du viel Gutes aber vergleiche den Stand mit den Maßstäben der UNESCO.
Ich war mal in den 80ern in Moskau und musste mir die Bedeutung der Rolle Moskaus in der Kiewer Rus anhören. Da habe nur mal nach dem Alter der Stadt gefragt und nach dem Datum der Blütezeit der Kiewer Rus. Da ich in der Zeit Reiseleiter war, musste ich mir zurück in Berlin einiges zur geschichtlichen Wahrheit im Klassenkampf anhören.
Geschichte und Tradition waren immer russisch oder begannen nach 1917.
Sogar die Firma Siemens soll nach russischer Deutung ihre Wurzeln in Petersburg gehabt haben.

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Re: Украинский язык будет единственным государственным – Янукови

#9 Beitragvon Handrij » Samstag 13. März 2010, 21:40

galizier hat geschrieben:Das ist ja gut dass sich "viele" mit ihrem Wohnort als Heimat verbunden fühlen, aber sie zeigen sich nicht in der Realität. Du wirst nicht in Halitschina sondern in der Ivnao-Frankivtschina begrüßt.

Finde ich aber nicht so abwegig, die Leute mögen es übersichtlich. Galizien als bereits nicht mehr existente zusammenhängende Verwaltungsregion ist zu abstrakt, wohingegen die Oblasteinteilungen präsent sind. Andererseits ist in der Außenwahrnehmung der Westukraine vor allem der Terminus "Halytschyna" präsent und auf der anderen Seite die Termini "Donbass" und "Krim".

galizier hat geschrieben:Zum Schleifen. Schau Dir die Mühen um die Burg in Halitsch an. Sieht die vergleichbare Festung Königstein vielleicht so aus?
Nimm den genealogischen Atlas der K.u.K. Monarchie und such nach den Resten. Ich spare mir den Vergleich vielleicht zu Österreich oder Brandenburg.
Schau Dir die Kirchen an. Haben etwa fremde Mächte in der damaligen Sowjetunion die Kirchen als Lagerhallen gepachtet? Es muss schon eine inländische Macht gewesen sein.
Gerade weil ich die kulturellen Wurzeln als wichtig betrachte, äußere ich mich dazu. Siehst Du ich habe hier zwei Kinder, 16 und 13 Jahre alt. Sie gehen in eine Schule mit spez. Deutschunterricht. In Geschichte erfahren sie aber fast nichts über ihre Heimat. Sie lernen zu Ägypten und Rom u.a.m., aber die Historie Galiziens und Lodomerien ist ausgeklammert.
Zeig mir mal in Stanislau den Palast Potocki. Der ganze Haufen Dreck ist eine Schande. Das war eine zerstörende Nutzung durch die Sowjets. Oder benenne mir ein wirkliches nutzbares und intaktes historisches Gebäude.
In Lemberg findest Du viel Gutes aber vergleiche den Stand mit den Maßstäben der UNESCO.
Ich war mal in den 80ern in Moskau und musste mir die Bedeutung der Rolle Moskaus in der Kiewer Rus anhören. Da habe nur mal nach dem Alter der Stadt gefragt und nach dem Datum der Blütezeit der Kiewer Rus. Da ich in der Zeit Reiseleiter war, musste ich mir zurück in Berlin einiges zur geschichtlichen Wahrheit im Klassenkampf anhören.
Geschichte und Tradition waren immer russisch oder begannen nach 1917.
Sogar die Firma Siemens soll nach russischer Deutung ihre Wurzeln in Petersburg gehabt haben.

Das Verhalten der Sowjets unterscheidet sich kaum vom Verhalten anderer Machthaber. Fast jede neue "Regierung" versucht die Erinnerung an die vorherigen Machthaber auszulöschen, denn nur so lässt sich die Legitimität für die eigene Macht herstellen. Am Ende heißt es immer "wir" waren schon immer so und es ist "natürlich".
Mit ein wenig Abstand sollte das jedem Auffallen. In der jüngeren Geschichte ist es besonders auffällig an der Regierung Juschtschenko gewesen ... Die Methoden haben sich fürwahr etwas geändert, doch die Zielsetzung ist die gleiche.
Das von dir zitierte Brandenburg hat ja interessante ehemalige Einwohner, an die kaum etwas erinnert. Ist die Erinnerung auch von den Sowjets ausgelöscht wurden? ;)

Interessant ist für mich aber immer noch, was in den Karpaten geschliffen wurde. Welche Symbole der Vorgängermacht (Wer?) standen dort?

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Sirius
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Re: Украинский язык будет единственным государственным – Янукови

#10 Beitragvon Sirius » Montag 15. März 2010, 17:36

galizier hat geschrieben:Wir haben hier nicht solche Momente, dass die Menschen sich als Bukowiner oder Wohlynier sehen, wie wir das in D als Bayern oder Brandenburger tun.
Da ist viel kaputtgegangen. Die Ukraine hat noch einen weiten Weg vor sich, sich als Nation zu finden und zu einen.
Zwei Sprichwörter fallen mir dazu ein:

Wer nicht weiß, woher er kommt, kann nicht sagen wohin er will.

Was Du ererbt von Deinem Vater, erwirb es, um es zu besitzen.


Und ich halte nicht viel von diesen Sprichwörtern bzw. Ansichten.
Dieses alte und falsche, weil fast immer ausgrenzende, Denken passt nicht
mehr in unsere globalisierte Welt, schafft oft nur Probleme.

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