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Handrij
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5. April 2018, HR: "Was wurde aus der Sowjetunion?"

#1 Beitrag von Handrij » Sonntag 1. April 2018, 12:44

Die Sowjetunion ist tot. Der größte Flächenstaat der Erde trat am 25. Dezember 1991 recht leise von der Bühne ab, keine Revolution, kein Blutvergießen. Man hat ihn einfach für aufgelöst erklärt. Aber nicht alle in den ehemaligen Sowjetrepubliken waren darüber glücklich. Der Zerfall des Imperiums wird besonders in Russland als Verlust empfunden - bis heute.
Wladimir Putin bezeichnet ihn als "die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts". Ohne Imperium gibt es anscheinend für Russen keinen Nationalstolz. Man nennt so etwas "Phantomschmerz". Er trägt dazu bei, dass nach den Jelzin-Jahren restaurativer Geist in Russland eine Renaissance erlebt. Aber träumt Putin wirklich von einer Neuauflage des Imperiums, von einer "Sowjetunion light"? Und überhaupt - wie viel Sowjetunion steckt noch in Russland und in anderen postsowjetischen Staaten? Der Filmemacher Artem Demenok erzählt in "Was wurde aus der Sowjetunion?", ausgehend von den Ereignissen des Jahres 1991, wie es nach dem Zusammenbruch weiterging. Es ist ein Film über den unterschiedlichen Umgang mit der Vergangenheit in Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Gennadij Burbulis galt 1991 als graue Eminenz des russischen Präsidenten Boris Jelzin, Stanislaw Schuschkewitsch war Vorsitzender des Obersten Rats der Sowjetrepublik Weißrussland und Leonid Krawtschuk der erste Präsident der unabhängigen Ukraine. Drei Hauptakteure der Abschaffung der Sowjetunion erzählen nicht nur davon, wie es dazu kam. Sie reflektieren auch das Leben auf den Trümmern des Sowjetimperiums und die schwere Last des Sowjeterbes. Maria Gaidar, die Tochter des russischen Reformarchitekten Jegor Gaidar und Kreml-Gegnerin, ging in die Ukraine, um dort den politischen Wandel mitzugestalten. Intellektuelle, Oppositionelle und Vertreter des "alten Geistes" runden das Bild ab. Filmautor Artem Demenok wurde bei Wladiwostok geboren.

DO 5.4., 23:15 - 00:00 Uhr, HR

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Vorkuta
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5. April 2018, HR: "Was wurde aus der Sowjetunion?"

#2 Beitrag von Vorkuta » Sonntag 1. April 2018, 20:11

Meine Freundin ist von der Nationalität her Sowjet-Russin, geboren in der Kasachischen SSR, Alma Ata, heute Almaty.-
Sie und ihre gesamte Verwandtschaft + Bekanntschaft trauern der UdSSR extrem hinterher, demzufolge verspären sie einen unbändigen Haß auf den von mir innigst geliebten M. Gorbatschow, den ich hingebungsvoll "mein Gorbi" nenne.
Meine Freundin u. alle ihre Bekannten + Verwandten hatten + haben sehr große Probleme, mit der heutigen Weltordnung, dem Kapitalismus, klar zu kommen. Ihnen fehlt allen das Sorgen des Staates, jeder hatte eine Arbeit [was für eine, ist jetzt mal egal], jeder hatte Geld, ob viel oder wenig, spielt jetzt erst mal keine Rolle. Es existierten keine Zukunftsängste, das Leben lief in geordneten, wohlbehüteten, sozial sehr sicheren Bahnen ab. Biermann, der große DDR-Politsänger, nannte das in einem seiner besten Lieder: "Es geht seinen sozialistischen gang ..."
Diesem sozialist. Gang und der Umsorgung der Bürgeer durch den Staat wird allgemein sehr stark nachgetrauert, da nützt es auch nichts, wenn jetzt in allen Läcen Bananen + Orangen liegen, da nützt es auch nichts, daß an jeder Ecke Hunderte, Tausende Autos zum Verkauf stehen [auf die man früher um die 10 Jahre warten mußte], all das nützt nichts - wenn man sich ein solches Auto nicht leisten kann, wenn auch kein Geld für Bananen + Orangen übrig ist, die paar Kopeken sollten erst mal für Brot + Margarine reichen.-

Ich war im Nov. '17 mit der russischen Eisenbahn in Vorkuta, nördlich des Polarkreises, mutterseelenallein bin ich da hin gefahren, in der Hoffnung, reste des ehemals grüßten GULAG's zu sehen.- Ich traf dort oben Menschen, da wurde mir anders. Z.B. hat ein Sicherheitsmann = Ochrona auf dem Bahnhof ein Monatsgehalt von 17.000 Rubel, wie soll er damit auskommen . . . ?

Regelmäßig gerate ich auch in einen Streit mit meiner Freundin, wenn ich ihr sage, ich werde ganz sicher mal nach Stavropol fahren, dort in einem Dorf dieses Oblasts ist M. Gorbatschow geboren u. hat auf der Kolchose gelernt. Sehr neugierig bin ich darauf, sein Geburtshaus in einem dieser Dörfer zu sehen u. mich mit Leuten zu unterhalten - am Puls der Geschichte. Soweit dazu.

In wenigen Tagen beginne ich eine längere Reise mit dem Wohnmobil nach Georgien - Armenien - Aserbaidschan - Tschetschenien - Dagestan - dann nach Sotschi u. evtll auf die Krim, oder via Belarus nach Hause.

Morgen habe ich Termin auf der BY-Botschaft, mein Visum abzuholen . . .

Schönen Feiertag morgen noch.
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lutwin52
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Re: 5. April 2018, HR: "Was wurde aus der Sowjetunion?"

#3 Beitrag von lutwin52 » Samstag 7. April 2018, 15:39

@Vorkuta, es ist sicher nicht falch was du schreibst. Meine Frau ist aus der Ukraine. 1953 geboren, also in der tiefsten UdSSR. Der jüngste Sohn war 11 Jahre alt zum Ende der Sowjets. Alle 3 Söhne reden russisch. Aber nicht weil sie das zurück haben wollen. Alle haben ihre Arbeit und ihr Auto. Sie können in den Supermarkt gehen und Bananen kaufen. Ich kenne Kiew ganz gut und auch St. Petersburg. Es sind nicht alle arm und Armut gibt es auch in Deutschland. Ich habe die Arbeitskollegen meiner Frau kennen gelernt und ihren ehemaligen Chef. Wir treffen uns fast immer wenn wir in der Ukraine sind. Sehnsucht nach der UdSSR habe ich nicht kennen gelernt. Die kasachischen Bekannten hier in Deutschland reden auch nicht davon. Nur, dass sie stolz auf Kasachstan sind. Ich habe solche Sehnsüchte nach dem Sowjetreich jedenfalls nicht kennen gelernt.

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