Allgemeines Diskussionsforum73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

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73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#1 Beitrag von Freund » Mittwoch 14. Januar 2015, 15:15

Lasst uns mal zusammenzählen:

12 Tote im Bus und 15 Verletze, gestern in Wolnowacha
1 Toter Soldat laut Ukrinform und 17 Verletzte Soldaten
5 Tote Zivilisten in Donzek, laut Meldung der Separatisten und über 10 Verletzte

und

55 Tote Russen bei Mariupol siehe Link, was natürlich gar nicht gemeldet wird, denn
sie sind ja nicht da. Aber einscheinend wurde ein ganze Einheit komplett ausgelöscht
Stadtseite Mariupol: http://www.0629.com.ua/news/711012

somit die Bilanz eines Tages:

73 Tote und mehr als 50 Verletzte.

Wenn ich dann morgens meine Lokalzeitung aufschlage und die kleine, die wirklich verschwinden kleine Meldung über die Katastrophe von Wolnowacha lese und daneben die großen Schlagzeilen
die Berichte über den Friedensmarsch von Paris mit Millionen von Menschen und mehr als 50 Staatsoberhäuptern, dann frag ich mach allen Ernstes, was die Ukraine angestellt hat, dass sie von der Weltöffentlichkeit dermaßen ignoriert wird.

Bitte nicht falsch verstehen. Ich verurteile die Anschläge von Frankreich, von Paris wie jeder andere auch.
Aber wenn ich sehe, welch Spektakel darum veranstaltet wird und sehe, wie gleichzeitig in der Ukraine
fast tagtäglich 50 und mehr Menschen ums Leben kommen und kein Schwein interessiert sich dafür, dann frage ich schon nach der Verhältnismässigkeit.

Mariupol, mein Mariupol ist mir zuvorgekommen. Ich hatte heute schon den Gedanken, man sollte
einen Friedensmarsch organisieren und Mariupol wäre mehr als geeignet dafür um der Welt zu zeigen,
das es Genug ist.
Mariupol hätte sogar einen Flughafen. Es könnten 100te von Staatsoberhäuptern einfliegen und am Marsch teilnehmen.

Der Marsch findet statt. Mariupol ruft zu einem Marsch für die Opfer von Wolnowacha auf, siehe beigefügter Link: http://www.0629.com.ua/news/711113

Ich wäre gerne dabei. Ich würde mich dem Marsch gerne anschliessen.
ich wünschte mir 10 Millionen weltweit und Hunderte von Staatspräsidenten, die sich solidarisch
zeigen.

Nur eine Bitte hätte ich. Herr Putin soll in Donzek landen. Der soll seinen Marsch in der Volksrepublik
am "Neuen" Flughafen von Donezk abhalten. In Mariupol ist der nicht erwünscht.

[smilie=ukr_prapor] [smilie=cool_ukr] [smilie=ukr_prapor]
Zuletzt geändert von Handrij am Donnerstag 15. Januar 2015, 20:19, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Ortsbezeichnung korrigiert

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#2 Beitrag von Gast » Mittwoch 14. Januar 2015, 16:01

Freund hat geschrieben:Lasst uns mal zusammenzählen:

12 Tote im Bus und 15 Verletze, gestern in Wolnowacha
1 Toter Soldat laut Ukrinform und 17 Verletzte Soldaten
5 Tote Zivilisten in Donzek, laut Meldung der Separatisten und über 10 Verletzte

und

55 Tote Russen bei Mariupol siehe Link, was natürlich gar nicht gemeldet wird, denn
sie sind ja nicht da. Aber einscheinend wurde ein ganze Einheit komplett ausgelöscht
Stadtseite Mariupol: http://www.0629.com.ua/news/711012

somit die Bilanz eines Tages:

73 Tote und mehr als 50 Verletzte.

Wenn ich dann morgens meine Lokalzeitung aufschlage und die kleine, die wirklich verschwinden kleine Meldung über die Katastrophe von Wolnowacha lese und daneben die großen Schlagzeilen
die Berichte über den Friedensmarsch von Paris mit Millionen von Menschen und mehr als 50 Staatsoberhäuptern, dann frag ich mach allen Ernstes, was die Ukraine angestellt hat, dass sie von der Weltöffentlichkeit dermaßen ignoriert wird.

Bitte nicht falsch verstehen. Ich verurteile die Anschläge von Frankreich, von Paris wie jeder andere auch.
Aber wenn ich sehe, welch Spektakel darum veranstaltet wird und sehe, wie gleichzeitig in der Ukraine
fast tagtäglich 50 und mehr Menschen ums Leben kommen und kein Schwein interessiert sich dafür, dann frage ich schon nach der Verhältnismässigkeit.

Mariupol, mein Mariupol ist mir zuvorgekommen. Ich hatte heute schon den Gedanken, man sollte
einen Friedensmarsch organisieren und Mariupol wäre mehr als geeignet dafür um der Welt zu zeigen,
das es Genug ist.
Mariupol hätte sogar einen Flughafen. Es könnten 100te von Staatsoberhäuptern einfliegen und am Marsch teilnehmen.

Der Marsch findet statt. Mariupol ruft zu einem Marsch für die Opfer von Wolnowacha auf, siehe beigefügter Link: http://www.0629.com.ua/news/711113

Ich wäre gerne dabei. Ich würde mich dem Marsch gerne anschliessen.
ich wünschte mir 10 Millionen weltweit und Hunderte von Staatspräsidenten, die sich solidarisch
zeigen.

Nur eine Bitte hätte ich. Herr Putin soll in Donzek landen. Der soll seinen Marsch in der Volksrepublik
am "Neuen" Flughafen von Donezk abhalten. In Mariupol ist der nicht erwünscht.

[smilie=ukr_prapor] [smilie=cool_ukr] [smilie=ukr_prapor]
Wo ist der Marsch für die 100 verbrannte in Odessa? Wo ist der Marsch für die 4800 Tote auf dem Donbass? Wo ist der Marsch für die Toten nach Flugzeugabschuss? Die versucht man so schnell wie möglich zu vergessen!

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#3 Beitrag von toto66 » Mittwoch 14. Januar 2015, 17:38

Es ist halt für den Westen bequemer den Krieg einen "Konflikt" zu nennen und sein Engagment darin zu erschöpfen mit schönen Worten Friedensgespräche anzumahnen. Letztendlich bedeutet ein Frieden auf dieser Basis einen eingefrorenen Konflikt.
ich verstehe gut wie es dir mit Mariupol geht. Erleben wir auch täglich bei Nachrichten aus Luhansk oder von Orten von denen wir wissen das da Freunde an der Front liegen. Ich telefoniere täglich mit "meinem" Soldaten Oleg, der unweit des Donezker Flughafens ist. Es ist jeden Morgen quasi das erste was ich tue. Schon beim aufwachen fragt man sich, hat er die Nacht gut überstanden ?
Über ein Jahr, seit Beginn des Maidan, dauert nun schon der Ausnahmezustand im Leben. ich fürchte, es geht noch lange so. Mein Leben und meine Sicht auf die wichtigen Dinge hat das Jahr nachhaltig verändert, viel mehr als alles andere bisher, auch viel mehr als die Revolution in der DDR.
Aber letztlich, so verstehe ich auch deinen Gedanken an einen Friedensmarsch, müsste man viel mehr tun als man tut.

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#4 Beitrag von Anuleb » Mittwoch 14. Januar 2015, 17:44

Du hast absolut recht.

Nur, wie es nun mal so ist mit der Presse: Mit dem Thema "Ukraine" ist nicht mehr so viel Geld zu verdienen. Darüber hinaus herrscht dort Krieg, und im Krieg sterben nun mal Menschen. Ständig darüber zu berichten langweilt den Zuschauer oder den Leser, sodass die Aufmerksamkeitsraten sinken, was weniger verkaufte Zeitungen oder Werbeminuten bedeutet. Neue Katastrophen sind ein Glücksfall für die Presse, halten sie doch die Kundschaft bei Laune. Das Geschäft mit den Nachrichten ist eben ein zynisches Geschäft.

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#5 Beitrag von Freund » Mittwoch 14. Januar 2015, 17:48

ja,
Mariupol bereitet sich auf den Angriff vor. Bereitet sich auf "Bombardierungen" vor.
Ich befürchte, dass Mariupol ein zweites Donzek oder Lughansk wird.
Die Kämpfe nehmen zu und rücken näher.

Heute Nachmittag hat mir meine Freundin erzählt.
Die Stadt ist in Panik. Hamsterkäufe in den Läden.
Die Menschen decken sich mit den wichtigsten Lebensmitteln ein.

Die Sorge, die Unruhe und die Nervosität nimmt zu.

Du bekommst schon Panik, wenn du auf Skype schreibst, und der andere
mal nicht gleich antwortet.
Und das Gefühl kenne ich zu gut. Wenn du nachhause kommst, der erste Blick
auf 0629, oder Ukraineforum, um zu sehen, dass hoffentlich nichts passiert ist.

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#6 Beitrag von bohne_68 » Mittwoch 14. Januar 2015, 22:01

Freund hat geschrieben:ja,
Mariupol bereitet sich auf den Angriff vor. Bereitet sich auf "Bombardierungen" vor.
Ich befürchte, dass Mariupol ein zweites Donzek oder Lughansk wird.
Die Kämpfe nehmen zu und rücken näher.

Heute Nachmittag hat mir meine Freundin erzählt.
Die Stadt ist in Panik. Hamsterkäufe in den Läden.
Die Menschen decken sich mit den wichtigsten Lebensmitteln ein.

Die Sorge, die Unruhe und die Nervosität nimmt zu.

Du bekommst schon Panik, wenn du auf Skype schreibst, und der andere
mal nicht gleich antwortet.
Und das Gefühl kenne ich zu gut. Wenn du nachhause kommst, der erste Blick
auf 0629, oder Ukraineforum, um zu sehen, dass hoffentlich nichts passiert ist.
Hier eine Meldung, die ich grade gefunden habe:
Die EU wird voraussichtlich ihre Sanktionen gegen Russland verschärfen, wenn die Volksmilizen im Osten der Ukraine den Flughafen von Donezk oder die Stadt Mariupol einnehmen sollten, meldet Bloomberg unter Berufung auf eine über die Politik der deutschen Bundesregierung gut informierten Quelle.
Quelle: http://de.sputniknews.com/politik/20141 ... 92135.html

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#7 Beitrag von Freund » Mittwoch 14. Januar 2015, 22:11

bohne_68 hat geschrieben: Hier eine Meldung, die ich grade gefunden habe:
Die EU wird voraussichtlich ihre Sanktionen gegen Russland verschärfen, wenn die Volksmilizen im Osten der Ukraine den Flughafen von Donezk oder die Stadt Mariupol einnehmen sollten, meldet Bloomberg unter Berufung auf eine über die Politik der deutschen Bundesregierung gut informierten Quelle.
Quelle: http://de.sputniknews.com/politik/20141 ... 92135.html
toll. Also wenn Mariupol angegriffen wird. Bomben fallen, Menschen getötet werden,
man die Stadt nicht mehr verlassen kann, wird die EU die Sanktionen verschärfen.

Ich bin begeistert. Das hilft mir unheimlich weiter und meiner Freundin auch.
Die Stadt wird zerbombt, die Menschen getötet und die EU erhöht die Sanktionen.
Ich werd es weitergeben. Ich glaube aber nicht, dass meine Freundin so richtig begeistert
sein wird.

Sanktionen erhöhen? Das bisher nicht viel gebracht und wird die die Volksmilizen sicher nicht beeindrucken. Übrigens hab ich mich immer schon gefragt, was das mit den Reisesperren bringen soll.
Gegen Menschen, die ihr Lebtag lang nie ein Interesse daran haben in die EU einzureisen, eine Einreiseverbot zu verhängen, macht wahnsinnig Eindruck.

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#8 Beitrag von Sonnenblume » Mittwoch 14. Januar 2015, 22:13

Freund hat geschrieben:
bohne_68 hat geschrieben: Hier eine Meldung, die ich grade gefunden habe:
Die EU wird voraussichtlich ihre Sanktionen gegen Russland verschärfen, wenn die Volksmilizen im Osten der Ukraine den Flughafen von Donezk oder die Stadt Mariupol einnehmen sollten, meldet Bloomberg unter Berufung auf eine über die Politik der deutschen Bundesregierung gut informierten Quelle.
Quelle: http://de.sputniknews.com/politik/20141 ... 92135.html
toll. Also wenn Mariupol angegriffen wird. Bomben fallen, Menschen getötet werden,
man die Stadt nicht mehr verlassen kann, wird die EU die Sanktionen verschärfen.

Ich bin begeistert. Das hilft mir unheimlich weiter und meiner Freundin auch.
Die Stadt wird zerbombt, die Menschen getötet und die EU erhöht die Sanktionen.
Ich werd es weitergeben. Ich glaube aber nicht, dass meine Freundin so richtig begeistert
sein wird.

Sanktionen erhöhen? Das bisher nicht viel gebracht und wird die die Volksmilizen sicher nicht beeindrucken. Übrigens hab ich mich immer schon gefragt, was das mit den Reisesperren bringen soll.
Gegen Menschen, die ihr Lebtag lang nie ein Interesse daran haben in die EU einzureisen, eine Einreiseverbot zu verhängen, macht wahnsinnig Eindruck.
Warum schreibt das das Sprachrohr der russischen Regierung? Hast du das auch schon woanders gelesen?

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#9 Beitrag von Malcolmix » Mittwoch 14. Januar 2015, 22:31

bohne_68 hat geschrieben:Hier eine Meldung, die ich grade gefunden habe:
Die EU wird voraussichtlich ihre Sanktionen gegen Russland verschärfen, wenn die Volksmilizen im Osten der Ukraine den Flughafen von Donezk oder die Stadt Mariupol einnehmen sollten, meldet Bloomberg unter Berufung auf eine über die Politik der deutschen Bundesregierung gut informierten Quelle.
Quelle: http://de.sputniknews.com/politik/20141 ... 92135.html
Darunter steht ja auch wieder eine Meldung, die Rossija 24 verkündet hat. Das die ukrainische Armee sich vom Flughafen Donezk zurückzieht. Tja - wenn nur die Separatisten als Quelle dienen...

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#10 Beitrag von bohne_68 » Mittwoch 14. Januar 2015, 22:35

Sonnenblume hat geschrieben:
Freund hat geschrieben: toll. Also wenn Mariupol angegriffen wird. Bomben fallen, Menschen getötet werden,
man die Stadt nicht mehr verlassen kann, wird die EU die Sanktionen verschärfen.

Ich bin begeistert. Das hilft mir unheimlich weiter und meiner Freundin auch.
Die Stadt wird zerbombt, die Menschen getötet und die EU erhöht die Sanktionen.
Ich werd es weitergeben. Ich glaube aber nicht, dass meine Freundin so richtig begeistert
sein wird.

Sanktionen erhöhen? Das bisher nicht viel gebracht und wird die die Volksmilizen sicher nicht beeindrucken. Übrigens hab ich mich immer schon gefragt, was das mit den Reisesperren bringen soll.
Gegen Menschen, die ihr Lebtag lang nie ein Interesse daran haben in die EU einzureisen, eine Einreiseverbot zu verhängen, macht wahnsinnig Eindruck.
Warum schreibt das das Sprachrohr der russischen Regierung? Hast du das auch schon woanders gelesen?
Das hatte ich auch schon in anderen Quellen gelesen ... muß etwas suchen. Aber oben von <Freund> schon steht, wird das für die Betroffenen in Mariuopol nur heiße Luft sein ... die Maßnahmen zeigen nur lnagfristig Wirkung, wenn überhaupt.

Übrigens findet man in gleicher Quelle auf folgende Meldung:
Die ukrainische Militärführung hat mit dem Abzug ihrer Truppen vom Donezker Flughafen begonnen. Das teilte Denis Puschilin, bevollmächtigter Vertreter der selbsternannten Republik Donezk im Osten der Ukraine zu den Minsker Verhandlungen, am Mittwoch mit.
http://de.sputniknews.com/militar/20150 ... 03408.html

In ukrainischen Medien liest sich das anders ... da hat man Verstärkung geschickt ;-).

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#11 Beitrag von bohne_68 » Mittwoch 14. Januar 2015, 22:36

Malcolmix hat geschrieben:
bohne_68 hat geschrieben:Hier eine Meldung, die ich grade gefunden habe:
Die EU wird voraussichtlich ihre Sanktionen gegen Russland verschärfen, wenn die Volksmilizen im Osten der Ukraine den Flughafen von Donezk oder die Stadt Mariupol einnehmen sollten, meldet Bloomberg unter Berufung auf eine über die Politik der deutschen Bundesregierung gut informierten Quelle.
Quelle: http://de.sputniknews.com/politik/20141 ... 92135.html
Darunter steht ja auch wieder eine Meldung, die Rossija 24 verkündet hat. Das die ukrainische Armee sich vom Flughafen Donezk zurückzieht. Tja - wenn nur die Separatisten als Quelle dienen...
Man sollte schon alles sehen und die Quellenangaben steh nicht ohne Grund dabei .... ;-)

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#12 Beitrag von Freund » Mittwoch 14. Januar 2015, 22:43

Entschuldige, Bohne_68
wenn ich vorher etwas grob war.
Du warst nicht persönlich gemeint, sondern die Situation.

Und meine Nerven sind zugegebener Maßen angespannt.
Ich muss noch 25 Tage überstehen.

Wir haben uns Weihnachten in Kiew getroffen und ich hab meiner Freundin
und ihrer Tochter nen Urlaub versprochen. Sie müssen einfach mal raus.

Wir haben ne Ägpytenreise gebucht über die Faschingstage und ich zittere.
Alles ist gebucht. Sogar die Busreise von Mariupol nach Kiew.

Und jetzt diese Scheiße. Ich hoff einfach, dass bis 10.Februar alles ruhig bleibt.
Aber ich trau dem Frieden nicht.

Entschuldige, wenn ich etwas gereizt war.
Das ist einfach die Situation.

ich denke du kannst das verstehen

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#13 Beitrag von bohne_68 » Mittwoch 14. Januar 2015, 22:56

Freund hat geschrieben:Entschuldige, Bohne_68
wenn ich vorher etwas grob war.
Du warst nicht persönlich gemeint, sondern die Situation.

Und meine Nerven sind zugegebener Maßen angespannt.
Ich muss noch 25 Tage überstehen.

Wir haben uns Weihnachten in Kiew getroffen und ich hab meiner Freundin
und ihrer Tochter nen Urlaub versprochen. Sie müssen einfach mal raus.

Wir haben ne Ägpytenreise gebucht über die Faschingstage und ich zittere.
Alles ist gebucht. Sogar die Busreise von Mariupol nach Kiew.

Und jetzt diese Scheiße. Ich hoff einfach, dass bis 10.Februar alles ruhig bleibt.
Aber ich trau dem Frieden nicht.

Entschuldige, wenn ich etwas gereizt war.
Das ist einfach die Situation.

ich denke du kannst das verstehen
Danke für die Zeilen, ich bin Dir nicht böse oder beleidigt ... hoffentlich geht alles gut und Deine Leute kommen Gesund da raus ... alles andere ist Schall und Rauch ...

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#14 Beitrag von Freund » Mittwoch 14. Januar 2015, 22:58

Danke!

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#15 Beitrag von Malcolmix » Donnerstag 15. Januar 2015, 02:02

Freund hat geschrieben:Entschuldige, Bohne_68
wenn ich vorher etwas grob war.
Du warst nicht persönlich gemeint, sondern die Situation.
Ich glaube, es dürfte hier kaum einen geben, der Deine derzeitige Anspannung nicht verstehen kann. Und da ist es mir fast ein wenig unangenehm, eine Meldung zu hinterfragen:
Freund hat geschrieben:55 Tote Russen bei Mariupol siehe Link, was natürlich gar nicht gemeldet wird, denn
sie sind ja nicht da. Aber einscheinend wurde ein ganze Einheit komplett ausgelöscht
Stadtseite Mariupol: http://www.0629.com.ua/news/711012
55 tote Russen ohne gegnerische Verluste? Wie kommt denn das zustande? Das kann eigentlich nur Artilleriebeschuß sein. Ich gebe zu, daß ich bei solchen Zahlen immer extrem vorsichtig bin. Ich glaube die Zahl 55 mal lieber nicht... Aber den Photos nach zu urteilen wurde schon einiges zerstört...
Freund hat geschrieben:Bitte nicht falsch verstehen. Ich verurteile die Anschläge von Frankreich, von Paris wie jeder andere auch.
Aber wenn ich sehe, welch Spektakel darum veranstaltet wird und sehe, wie gleichzeitig in der Ukraine
fast tagtäglich 50 und mehr Menschen ums Leben kommen und kein Schwein interessiert sich dafür, dann frage ich schon nach der Verhältnismässigkeit.
Naja - über Boko Harams Gemetzel in Nigeria wurde auch nicht ganz so viel berichtet (gut - da gibts auch keinerlei Bilder). Diese Reihe könnte man sicherlich fortsetzen. Aber so richtig mag ich den deutschen Zeitungen keinen Vorwurf machen. Die berichten oft genug von der Ukraine. Und sie sind mittlerweile sehr vorsichtig geworden, Meldungen zu bringen, die sie nicht 100%ig recherchieren können. Eine kleine Notiz mit der Anzahl der Toten ohne Hintergründe ist schnell geschrieben.

Wir alle hier sind (der eine mehr, der andere etwas weniger) auf ähnliche Art und Weise von diesem Krieg betroffen. Aber mal ehrlich: Hast Du mal überlegt, wie viel Du z.B. über Somalia in der letzten Zeit gelesen hast? Oder andere Konfliktregionen der Welt? Die wenigen deutschen Reporter, die in der Ukraine oder in Russland eingesetzt sind, dürften im letzten Jahr wohl allesamt bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit gegangen sein (und bekommen permanent das Hetzwort "Lügenpresse" um die Ohren gehauen).

In einem Punkt stimme ich Dir aber schon zu. Es wär mal an der Zeit, daß es ein Kamerateam mal bis nach Mariupol schafft und über die dortigen Verhältnisse einen längeren Bericht sendet. Das dies noch nicht geschehen ist, wundert mich angesichts Deiner Berichte der letzten Monate schon ein wenig. Also - falls hier ein Journalist mitlesen sollte: Auf nach Mariupol und Geschichten einsammeln!

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#16 Beitrag von Freund » Donnerstag 15. Januar 2015, 08:12

Malcolmix hat geschrieben:

55 tote Russen ohne gegnerische Verluste? Wie kommt denn das zustande? Das kann eigentlich nur Artilleriebeschuß sein. Ich gebe zu, daß ich bei solchen Zahlen immer extrem vorsichtig bin. Ich glaube die Zahl 55 mal lieber nicht... Aber den Photos nach zu urteilen wurde schon einiges zerstört...

Deine Frage ist absolut berechtigt. Die hab ich mir natürlich auch gestellt
und eine gewisse Skepsis bleibt. Kiew hat diesen "historischen" Sieg bislang
noch nicht vermeldet. Nur die Stadtseite Mariupol, daher ist eine gewisse Skepsis
auch sicher angebracht, bis nähere Einzelheiten dazu bekannt sind.

Das wichtigste: Die NACHT SCHEINT RUHIG GEWESEN ZU SEIN
0629 schläft noch, und meine Freundin wohl auch, nachdem sie sich gestern
abend im Fitnesstudio ausgetobt hat


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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#17 Beitrag von Malcolmix » Donnerstag 15. Januar 2015, 13:03

Freund hat geschrieben:Deine Frage ist absolut berechtigt. Die hab ich mir natürlich auch gestellt und eine gewisse Skepsis bleibt. Kiew hat diesen "historischen" Sieg bislang noch nicht vermeldet. Nur die Stadtseite Mariupol, daher ist eine gewisse Skepsis auch sicher angebracht, bis nähere Einzelheiten dazu bekannt sind.
Meine Freundin konnte gerade diese Nachricht auch nicht bestätigen. Was allerdings auch nichts heißen muß. Gerade Nachrichten aus dem Krieg... Ich hatte es schon erwähnt ;) .

Ich hoffe, diese ganzen Aufmärsche haben ebenso wenig Folgen wie im Spätherbst, als wir auch schon täglich eine Großoffensive befürchtet hatten. Einen Anhaltspunkt gibts schon für eine Offensive. Kriegsparteien neigen dazu, von einer innenpolitisch instabilen Lage durch eine militärische Offensive abzulenken.

Bezüglich der Sanktionen der EU wollte ich noch was schreiben. Die EU hat immer betont, daß sie mit den Sanktionen kurzfristig nicht viel erreichen kann, da sie eher langfristig wirken. Aber viel mehr bleibt der EU eigentlich auch nicht übrig, will sie sich nicht militärisch einmischen. Und Letzteres wäre glaube ich für die Ukraine auch keine gute Idee.

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Re: 73 Tote an einem Tag?-kein Aufschrei, keine Solidarität? kein Friedensmarsch?

#18 Beitrag von atomi » Freitag 16. Januar 2015, 00:20

Putin versucht zur Zeit die Ukraine zu Konzessionen bei den Verhandlungen in Minsk und im Normandy Format zu zwingen, deshalb auch der drastische Anstieg an militärischer Aktivität in den letzten Tagen. Das wird wahrscheinlich auch klappen wie Ende August nach Ilovajsk. Ehrlich gesagt, solange die Ukraine mit 50.000 aktiven Soldaten in der ATO Zone einen Krieg führen will, kann sie nur verlieren. Zum Vergleich: das kleine Kroatien hat in den 90'ern im Bürgerkrieg 180.000 Soldaten eingesetzt, und das bei noch nicht einmal 5 Millionen Einwohnern.

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