Recht, Visa und DokumenteAufgabe der Ukrainischen Staatsangehörigkeit | Komplexer Fall

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mali
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Aufgabe der Ukrainischen Staatsangehörigkeit | Komplexer Fall

#1 Beitrag von mali » Mittwoch 8. Juni 2016, 01:30

Hallo zusammen,

ich habe einen etwas komplexen Fall und wäre für ein Paar Tipps dankbar. Bis jetzt haben Diskussionen sowohl bei der ukrainischen Seite als auch bei der deutschen nichts gebracht, kein Anwalt meldet sich bei mir zurück und ich kenne sonst keinen, der mir weiterhelfen könnte.

Ich fange von vorne an. Ich bin jemenitische Staatsbürger und habe Ende Oktober 2015 die deutsche Einbürgerung beantragt. Meine Mutter ist Ukrainerin und das habe ich natürlich bei meinem Antrag angegeben. Ich wurde danach gefragt, ob ich ebenfalls ukrainische Staatsbürger bin. Natürlich nicht, dachte ich, ich habe mein ganzes Leben in Jemen gelebt bis ich mit der Schule fertig war und seitdem lebe ich in Deutschland. In die Ukraine fliege ich nur manchmal meine Großeltern besuchen. Meine verbale Antwort "Nein" reichte natürlich nicht und ich musste mir vom ukrainischen Konsulat in München schriftlich bestätigen lassen, dass ich kein Ukrainer bin. Und jetzt kommt der Knaller: anscheinend bin ich doch ein Ukrainer! Hoora! Und es kommt mehr: meine Großmutter hat Anfang 90-er, damals noch in der Sowjet Union, für mich eine Geburtsurkunde machen lassen, dass ich in der Ukraine geboren bin, sodass ich eventuell in der Zukunft die ukrainische Staatsangehörigkeit bekommen kann, falls ich mit der Familie in die Ukraine umziehe. Damals war es sehr wahrscheinlich, da es zu der Zeit in Jemen Krieg herrschte. Das hat natürlich zur Folge, dass ich zwei abweichende Geburtsurkunden habe, beide wurden den ukrainischen Behörden vorgelegt.

Im April 2016 habe ich die Zusicherung für die deutsche Einbürgerung bekommen, die 2 Jahre gültig ist. Nun muss ich aus der ukrainischen austreten. Und hier kommt mein Problem. Normalerweise, dauert das Austreten 2 Jahre, so wurde mir mitgeteilt. Selbst das sehe ich nicht ein, da ich nie etwas von dieser Staatsangehörigkeit wusste oder jemals etwas von ihr hatte. Mein Fall wird eventuell noch länger dauern, wenn es überhaupt geht. Denn bevor ich den Pass beantragen kann, müssen sie klären, welcher Geburtsort offiziell für mich seitens der Ukraine gilt, das dauert Monate. Mir bringt aber die Entlassung oder Pass gar nichts, wenn da steht, dass ich in der Ukraine geboren bin, da das nicht mit meinen Einbürgerungsunterlagen übereinstimmt.

Das ganze wird noch dadurch erschwert, dass ich als Erwachsene irgendwelche "Erlaubnisse" von meiner Mutter brauche (was für ein Blödsinn). Sie lebt aber weder in der Ukraine, noch hier in Deutschland, sondern in den USA. Nachdem der Krieg in Jemen mal wieder angefangen hat, sind meine Eltern endgültig ausgereist. Haben dabei auch eine Menge an Sachen hinterlassen, inklusive anscheinend manche der Unterlagen, die mir im Prozess jetzt helfen würden. Alles zusammen bezweifele ich, dass ich selbst in 2 Jahren auch annähend aus der ukrainischen Staatsbürgerschaft entlassen werde.

Es kann doch nicht sein, dass dieser schwachsinnige Prozess der Entlassung wirklich notwendig ist. Von dem, was ich in Foren gelesen habe, läuft es selbst in "Normalfall" sehr lange und problematisch ab. Ich habe aber mit diesem Land nichts zu tun bis auf die Herkunft meiner Mutter. Plötzlich habe ich eine Staatsbürgerschaft am Hals, die ich nicht loswerden kann, als wäre ich ein Geisel der ukrainischen Staatsangehörigkeit.

Was kann man in meinem Fall machen?

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ioffer
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Re: Aufgabe der Ukrainischen Staatsangehörigkeit | Komplexer Fall

#2 Beitrag von ioffer » Mittwoch 12. Oktober 2016, 20:14

Naja, wenn die Ukraine dich als ihren Staatsbürger sieht, denn hast du eine ukrainische Staatsbürgerschaft.

Dann müsstest du ebenso die Ukrainische Staatsangehörigkeit ablegen.

Dafür brauchst du sogar einen ukrainischen Reisepass, eine deutsche Einbürgerungszusicherung, eine Anmeldung beim Konsulat und noch ein paar Kleinigkeiten (die auf der Webseite aufgelistet sind)-
Oder du wirst die Staatsangehörigkeit wegen falscher Eingaben bei der Einbürgerung (bzw. Registrierung) verlieren.

Mal sehen.

Zurzeit brauchst du einen ukrainischen Reisepass.

Den, wie du gesagt hast, bekommst du wahrscheinlich nicht ausgestellt, bis die Beamte es nicht geklärt haben, welcher Geburtsort der Richtige ist.
Andere Möglichkeit wäre, dass du einen Reisepass von der Botschaft bekommst und mit diesem eine falsche Eingabe meldest,. Dies wird umgetauscht.
Es gibt auch ne weitere Reihe an Möglichkeiten, wie sich die Situation entwickeln kann. Bis auf dem Punkt der Ausbürgerung.

Nach der Anmeldung bei der Botschaft dauert es ca. 12-15 Monate bis du ausgebürgert bist.
(Bis Hr. Poroschenko deinen Ausbürgerungsantrag genehmigt)

Seitens Deutschland bekommst du nach zwei Jahre deine Zusicherung verlängert.

Wenn ich fragen darf:
1. Hast Du ein Papierchen bekommen, dass du der/die ukrainische/r Staatsbürger/in bist?
2. Wenn ja, steht drauf, dass du bei einem Wohnort in der Ukraine angemeldet ist?
3. Und was wurde dir denn beim Konsulat wegen Geburtsortes gesagt? Wer sollte dies klären?

VG

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Re: Aufgabe der Ukrainischen Staatsangehörigkeit | Komplexer Fall

#3 Beitrag von MaBo2 » Donnerstag 13. Oktober 2016, 16:06

Hallo mali!
Ja, das ist ein komplexer Fall.
Gehe davon aus, dass du die jemenitische Staatsbürgerschaft problemlos aufgeben kannst.
Bei der ukr. Staatsbürgerschaft wird dies wohl schon allein deswegen nicht so einfach sein, weil du dorthin keinerlei Beziehungen (von den paar Besuchen zu den Großeltern mal abgesehen) und auch nicht die Sprache sprichst.

Meiner Ansicht kommt evtl. für dich § 12 StAG in Frage: Einbürgerung unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit bzw. in deinem Fall unter Hinnahme des Beibehaltens der ukr. Staatsangehörigkeit
https://www.gesetze-im-internet.de/rustag/__12.html
Auf Grund deiner persönlichen Situation ist es dir m.E. nicht zumutbar, in die Ukraine (evtl noch in das Krisengebiet) zu reisen, um dort die Formalitäten für die Ausbürgerung zu regeln...

Du solltest nochmals versuchen bei der Einbergerungsbehörde vorzusprechen, evtl. auch ein Gespräch mit dem dortigen Behördenleiter.
Wenn das nichts bringt, solltest Du m.E. einen auf Ausländerrecht/Staatsangehörigkeitsrecht spezialisierten Rechtsanwalt heranziehen.
Gruß
MaBo2

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Re: Aufgabe der Ukrainischen Staatsangehörigkeit | Komplexer Fall

#4 Beitrag von mali » Mittwoch 19. Oktober 2016, 00:46

Hallo,

Danke für die Rückmeldungen.

@ioffer: Ja, ich habe so ein Papierchen bekommen, da steht nur darauf, dass ich ukrainischer Staatsbürger bin, in einem Satz, sogar mit Geburtsort in Jemen. Nun nach 4 Monaten, also gerade eben, habe ich vom Konsulat die Rückmeldung bekommen, dass ich, laut ihren Daten, in der Ukraine geboren bin und den Pass nur mit diesem Geburtsort beantragen kann. Das bringt mich natürlich nicht weiter.

@MaBo2: Tatsächlich habe ich ein Paar Wochen nach meinem Beitrag hier einen Anwalt kontaktieren können, der sich auf die Entlassung spezialisiert und meinen Fall angenommen hat. Er hat mir deutlich gemacht, dass die Entlassung für mich eine Mammutaufgabe wäre und er da kein Licht am Ende des Tunnels sieht. Daher hat er mir empfohlen, die Einbürgerung unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit zu ersuchen. Das habe ich dann auch gemacht, bis jetzt zwei Schreiben verfasst, zum letzteren einen Berg an Nachweisen hinzugefügt und warte nun seit 3 Wochen auf die Rückmeldung.

VG

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Re: Aufgabe der Ukrainischen Staatsangehörigkeit | Komplexer Fall

#5 Beitrag von MaBo2 » Mittwoch 19. Oktober 2016, 09:45

Hi mali!

Interessant (für Deinen Anwalt) ist evtl. dieses Urteil:
https://openjur.de/u/672735.html
Gruß
MaBo2

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