Allgemeines Diskussionsforumbewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

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bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#1 Beitrag von toto66 » Sonntag 12. Juli 2015, 13:00

Im Mukachevo gab es gestern eine Schiesserei zwischen Vertretern des "Rechten Sektors" irgendwelchen Bewaffneten eines örtlichen Volksdeputierten und der Polizei. Es gab mehrere Tote und Verletzte, auch (unbeteilige?) Zivilisten. Hintergrund ist wohl Schmuggel,sicher Zigaretten vor allem. Ob der "RS" an den Einnahmen beteiligt werden wollte, das Ganze beenden oder was auch immer ist mir unklar.
Derzeit haben sich die "RS"-Kämpfer in einer Hütte/ einem Haus/ einem Laden verbarrikadiert und sind von Polizei und Nationalgarde eingeschlossen. Mindestens 100 "RS"- Mitglieder sollen sich aus Lviv zu ihrer Unterstützung aufgebrochen sein. Vor der Rada in Lviv haben Mitglieder eine Art Mahnwache eingerichtet. In verschiedenen Städten gibt es kleinere Unterstützungsdemos. Angeblich wird das Eintreffen von Jarosz vor Ort erwartet.
"Asow" und "Donbass" haben Erklärungen zu den Vorfällen veröffentlicht.
Ich hoffe, ich hab das in Kürze richtig zusammengefasst....

Hier gibts ein Video wie das Ganze begann. Weitere Nachrichten findet man ebenfalls dort:
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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#2 Beitrag von mbert » Sonntag 12. Juli 2015, 13:34

Hier noch ein Bericht in deutscher Sprache:
In der transkarpatischen Stadt Mukachevo ist es zu einem äußerst unübersichtlichem Gefecht zwischen Polizeieinheiten und Gruppierungen des Rechten Sektors gekommen, die sich in ihren Pressemitteilungen jeweils gegenseitig als Räuberbanden beschimpfen.

Innenminister Arsen Avakov informierte per facebook über den Vorfall, vermutlich das erste Mal auf ukrainisch, statt wie gewohnt auf russisch. In seinem Beitrag schrieb er, dass derzeit eine Spezialoperation mit Fahndung, Entwaffnung und Verhaftung einer Bande, welche am Samstag einen Angriff auf ein ziviles Objekt in der Stadt durchgeführt hätte, laufe. Die Bande hätte dabei Granatwerfer verwendet und Autos der Miliz zerstört, vier Zivilisten und drei Beamte seien bei dem Angriff verletzt worden. Die Gruppierung sein umstellt und es würden Verhandlungen geführt. Sollten diese zu keinem Ergebnis führen, würde wie gesetzlich Vorgesehen auch Gewalt angewendet.

Der Rechte Sektor ließ dagegen auf seiner Seite verlauten, bei Gefechten mit Banditen seien zwei ihrer Kämpfer getötet, mehrere verletzt worden. Scheinbar sei auf Seite der als Banditen bezeichneten regionalen Sicherheitskräfte der Parlamentsabgeordnete Mykhaylo Lanyo anwesend gewesen, um seine wirtschaftlichen Interessen in der Region wahren. Lanyo ist Mitglied der Parlamentsgruppe "Volksfreiheit", welche aus vornehmlich westukrainischen Mitgliedern der Partei der Regionen hervorgegangen ist. Fast alle Mitglieder dieser Gruppe gelten als korrupt mit engen Verbindungen zur organisierten Kriminalität in ihren Wahlbezirken.

Präsident Poroshenko ließ derweil ebenfalls über facebook verlauten, dass er den Sicherheitskräften die Anweisung gegeben hätte, die Verbrecher zu entwaffnen und zu verhaften, die für Tote unter der Zivilbevölkerung verantwortlich seien. "Der Staat muss auf jede Art von organisierter Kriminalität entschieden Reagieren!", fügte er hinzu.

- Beitrag Avakovs auf facebook (ukrainisch) / Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
Beitrag Poroshenkos auf facebook (ukrainisch) / Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
- Pressemitteilung des Rechten Sektors (ukrainisch) / Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
- Meldung bei hromadske (ukrainisch) / Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#3 Beitrag von Sonnenblume » Montag 13. Juli 2015, 12:02

„Man muss endlich im Parlament für die Aufhebung der Immunität der Abgeordneten und Richter stimmen. Man muss endlich beginnen, das Land von Banditen und korrupten Beamte zu säubern“, erklärt der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats.
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Nun müssen den Worten "nur" noch Taten folgen!

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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#4 Beitrag von der Neue » Montag 13. Juli 2015, 13:32

Schönes Forum habt ihr hier.

Ich bin auf euch aufmerksam geworden weil ihr fast die Ein-zigsten seid die in deutsch über den Vorfall was geschrieben haben.

Da ich hoffe das hier weniger die Politik im Vordergrund steht werde ich mich ab jetzt hier öfter informieren.

MfG der Neue

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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#5 Beitrag von paracelsus » Montag 13. Juli 2015, 17:21

wenn es nicht so traurig wär............. .

.....erinnert mich doch ein wenig an "Der Zauberlehrling" von Goethe. Die Jugendorganisation der analogen "ukrainischen CSU" macht gerne halt sauber.......

".....Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.
"In die Ecke,
Besen, Besen!
Seids gewesen.
Denn als Geister
ruft euch nur zu diesem Zwecke,
erst hervor der alte Meister."

Wer wird denn wohl der "Ukraine-Meister" werden?
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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#6 Beitrag von Malcolmix » Montag 13. Juli 2015, 18:53

paracelsus hat geschrieben:wenn es nicht so traurig wär............. .
...könnte man glatt auf den gedanken kommen, daß die Maßnahme, die Polizeikräfte neu zu formieren und auszubilden und mit einem höheren Gehalt zu entlohnen, die richtige Maßnahme zur Vermeidung solcher Ereignisse wie in Mukachevo ist. Selbstjustiz ist keinesfalls die richtige Maßnahme, aber ich hoffe dennoch, daß Du es wenigstens wahrgenommen hast, was der Anlaß für die Schießerei war. Die Geister, die ich rief, läßt sich nämlich sehr wohl auch auf die in dieser Gegend u.a. von ehemaligen Mitgliedern der Partei der Regionen organisierten Schmuggel anwenden.

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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#7 Beitrag von Malcolmix » Montag 13. Juli 2015, 19:19

der Neue hat geschrieben:Schönes Forum habt ihr hier.

Ich bin auf euch aufmerksam geworden weil ihr fast die Ein-zigsten seid die in deutsch über den Vorfall was geschrieben haben.

Da ich hoffe das hier weniger die Politik im Vordergrund steht werde ich mich ab jetzt hier öfter informieren.

MfG der Neue
Ich hoffe, wir können Deinen Ansprüchen gerecht werden. Aber die Politik kann man in der Ukraine kaum außer acht lassen. Ansonsten viel Spaß beim Lesen und Mitdiskutieren!

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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#8 Beitrag von paracelsus » Dienstag 14. Juli 2015, 11:24

Malcolmix hat geschrieben:
...könnte man glatt auf den gedanken kommen, daß die Maßnahme, die Polizeikräfte neu zu formieren und auszubilden und mit einem höheren Gehalt zu entlohnen, die richtige Maßnahme zur Vermeidung solcher Ereignisse wie in Mukachevo ist. Selbstjustiz ist keinesfalls die richtige Maßnahme, aber ich hoffe dennoch, daß Du es wenigstens wahrgenommen hast, was der Anlaß für die Schießerei war. Die Geister, die ich rief, läßt sich nämlich sehr wohl auch auf die in dieser Gegend u.a. von ehemaligen Mitgliedern der Partei der Regionen organisierten Schmuggel anwenden.
....nichts gegen die notwendige Polizeireform. Klar ist der Lanjo-Clan schon seit Jahrzehnten mafiös strukturiert.

Aber trotzdem sollte das Gewaltmonopol in den Händen des Staates sein. Dazu gehört vorrangig, dass faschistoide Gruppierungen entwaffnet werden müssen. Und deren Anführer gehören eher ins Gefängnis als in verantwortliche Ämter.

Ich wundere mich schon, wie dieser gewalttätige, rechte Pöbel immer wieder in diesem Forum verniedlicht wird. Liegt es an der inhaltlichen Nähe zu nationalistischen Bewegungen oder doch nur an der eingeschränkten Denkfähigkeit einiger "liberal-demokratischer" Member?
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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#9 Beitrag von mbert » Dienstag 14. Juli 2015, 21:21

paracelsus hat geschrieben:Liegt es an der inhaltlichen Nähe zu nationalistischen Bewegungen oder doch nur an der eingeschränkten Denkfähigkeit einiger "liberal-demokratischer" Member?
[mbert moderiert:] abfällige Spekulationen über die Denkfähigkeit anderer, ebenso über deren angebliche Nähe zu extremrechtem Gedankengut, egal wie eloquent verpackt, hat hier keinen Platz.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#10 Beitrag von Malcolmix » Dienstag 14. Juli 2015, 23:20

paracelsus hat geschrieben:....nichts gegen die notwendige Polizeireform. Klar ist der Lanjo-Clan schon seit Jahrzehnten mafiös strukturiert.

Aber trotzdem sollte das Gewaltmonopol in den Händen des Staates sein. Dazu gehört vorrangig, dass faschistoide Gruppierungen entwaffnet werden müssen. Und deren Anführer gehören eher ins Gefängnis als in verantwortliche Ämter.
Mir ist zur Zeit die Nachrichtenlage viel zu unübersichtlich. Die deutschen Nachrichten schreiben nur Substanzloses. Am ehesten kann man wieder mal dem Deutschlandfunk vertrauen:

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Von der NZZ habe ich noch überhaupt keinen Bericht gelesen. Was daran liegen kann, daß die die Ereignisse auch noch nicht einordnen können. Spiegel und taz schreiben in diesem Fall nur tendenziös, ohne irgendwelche Fakten aufzuzählen. Der Name Mihail Lanyo fiel da nach meiner Erinnerung nicht, ebensowenig wurde erwähnt, daß es sich da um einen ehemaligen Abgeordneten der Verchovna Rada von der Partei der Regionen handelt.

Ich versuche mich mal an Theorien. Was anderes bleibt mir zur Zeit nicht übrig. Wer mehr Fakten hat, möge diese anführen.

Zunächst einmal: Der Schmugglerring hat zumindest eine regionale Bekanntheit. Das die Polizei mit diesen Schmugglern zusammenarbeitet, dazu braucht man keine Informationen. Das kann man voraussetzen. Die erste Frage ist die nach der Rolle des Pravij Sektor. Dazu mal folgende Theorien:

1. Der Pravij Sektor behauptet gerne von sich, nicht korrupt zu sein und sagt, er wird auch mal gerufen, um korrupte Strukturen zu zerschlagen. Das wäre in diesem Fall ein mögliches Anfangsszenario. Die vorliegenden Berichte lassen auch den Schluß zu, sie sind in einen Hinterhalt geraten. Aus dieser Theorie lassen sich zwei mögliche Szenarien ableiten:

a. Es war von vornherein vom Pravij Sektor geplant, durch eine spektakuläre Aktion gegen einen bekannten Schmugglerring vorzugehen und innenpolitisch Druck gegen Poroshenko und gegen die Regierung aufzubauen.

b. Es war nur als örtliche Aktion geplant, die dem Pravij Sektor aus dem Ruder lief.

2. Der Pravij Sektor hat versucht, diesen Schmugglerring selbst zu übernehmen, um sich eine neue Einnahmequelle zu erschließen. Dabei wäre die folgende Frage zu klären: Mit Kenntnis von Jarosh und der Führungsebene oder ohne?
paracelsus hat geschrieben:Ich wundere mich schon, wie dieser gewalttätige, rechte Pöbel immer wieder in diesem Forum verniedlicht wird. Liegt es an der inhaltlichen Nähe zu nationalistischen Bewegungen oder doch nur an der eingeschränkten Denkfähigkeit einiger "liberal-demokratischer" Member?
Ich würde nie bestreiten, daß es sich beim Pravij Sektor um eine nationalistische Bewegung handelt. Ich bestreite aber weiterhin, daß es sich bei Jarosh um einen Faschisten handelt. Jarosh gilt weder als Antisemit, noch als Anhänger einer ukrainischen Rassentheorie. Mit seiner national-konservativen Einstellung kann ich trotzdem nichts anfangen.

Was das Gewaltmonopol angeht: Wenn in einem Staat die Armee nicht stark genug ist, wirst Du wohl oder übel auch solche Organisationen zur Verteidigung des Landes benötigen. Und selbst der Pravij Sektor dürfte gegen das, was da als Separatist im Donbas herumläuft, noch relativ harmlos sein.

Und versuche doch einfach mal, ohne diese Spitzen auszukommen. Der Rest Deiner Worte war doch ganz okay...

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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#11 Beitrag von zwick1 » Mittwoch 15. Juli 2015, 10:11

mbert hat geschrieben:[mbert moderiert:] abfällige Spekulationen über die Denkfähigkeit anderer, ebenso über deren angebliche Nähe zu extremrechtem Gedankengut, egal wie eloquent verpackt, hat hier keinen Platz.
bei euren "Feinden" (mbertischer Sprech) bist du schnell mit Verwarnungen.

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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#12 Beitrag von zwick1 » Mittwoch 15. Juli 2015, 10:24

Malcolmix hat geschrieben:2. Der Pravij Sektor hat versucht, diesen Schmugglerring selbst zu übernehmen, um sich eine neue Einnahmequelle zu erschließen. Dabei wäre die folgende Frage zu klären: Mit Kenntnis von Jarosh und der Führungsebene oder ohne?
wollten wohl auch ein Stück vom Kuchen abhaben.
Malcolmix hat geschrieben:Ich würde nie bestreiten, daß es sich beim Pravij Sektor um eine nationalistische Bewegung handelt. Ich bestreite aber weiterhin, daß es sich bei Jarosh um einen Faschisten handelt. Jarosh gilt weder als Antisemit, noch als Anhänger einer ukrainischen Rassentheorie. Mit seiner national-konservativen Einstellung kann ich trotzdem nichts anfangen.

Was das Gewaltmonopol angeht: Wenn in einem Staat die Armee nicht stark genug ist, wirst Du wohl oder übel auch solche Organisationen zur Verteidigung des Landes benötigen. Und selbst der Pravij Sektor dürfte gegen das, was da als Separatist im Donbas herumläuft, noch relativ harmlos sein.
verharmlosen, relativieren, da seid ihr ziemlich fleißig. Und der Vergleich mit Separatisten zeigt wieder mal den zu starken Konsum und Glauben ukrainischer Propaganda.

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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#13 Beitrag von Malcolmix » Mittwoch 15. Juli 2015, 19:08

zwick1 hat geschrieben:verharmlosen, relativieren, da seid ihr ziemlich fleißig. Und der Vergleich mit Separatisten zeigt wieder mal den zu starken Konsum und Glauben ukrainischer Propaganda.
Eher fliegt eine Biene zum Mond, als das Du Deine Thesen mal mit irgendeinem Beleg untermauerst. Vermutlich geht das auch nicht. Du kannst faktenbefreit einen ganzen Satz schreiben. Mehr geht nicht. Muß wohl der Akku aufgeladen werden.

Wundert es Dich, daß ich Dich im Gegensatz zu paracelsus überhaupt nicht ernst nehme? Deine Sätze sind kaum länger als die nichtssagenden Sätze auf Wahlplakaten. Und genau so inhaltsleer.

Ach ja - ich will Dich nicht beeindrucken, um mal einen anderen Satz von Dir aufzunehmen. Es wäre mir peinlich, wenn Du mal von mir beeindruckt wärst. Aber ein rechtsfreier Raum ist das Internet nun einmal nicht...

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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#14 Beitrag von Maniac » Donnerstag 16. Juli 2015, 11:24

Meine Frau hat gestern mit Ihren Ex-Kollegen und Freundin geschrieben.
Mitglieder des Pravij Sektor hatte in der Stadtverwaltung auch halt gemacht und wollte wissen wie es mit der Korruption steht und
wie das mit der Bekämpfung läuft etc.

Sie sind dann weiter gezogen. Das die Leute im Rathhaus und in der lokalen Kommunalenverwaltung, durch sowas noch weiter erschreckt und eingeschüchtert werden,
brauch man glaube ich nicht erwähnen.

Es sieht so aus, nach dem was uns berichtet wird, das man die Korruption, Schwarzmarkt und Handel auf eigene Faust bekämpfen will,
fernab von staatlichen Instanzen.

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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#15 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 16. Juli 2015, 18:24

Maniac hat geschrieben:Meine Frau hat gestern mit Ihren Ex-Kollegen und Freundin geschrieben.
Mitglieder des Pravij Sektor hatte in der Stadtverwaltung auch halt gemacht und wollte wissen wie es mit der Korruption steht und
wie das mit der Bekämpfung läuft etc.

Sie sind dann weiter gezogen. Das die Leute im Rathhaus und in der lokalen Kommunalenverwaltung, durch sowas noch weiter erschreckt und eingeschüchtert werden,
brauch man glaube ich nicht erwähnen.

Es sieht so aus, nach dem was uns berichtet wird, das man die Korruption, Schwarzmarkt und Handel auf eigene Faust bekämpfen will,
fernab von staatlichen Instanzen.
Sie erweisen damit dem Aufbau einer rechtsstaatlichen Ukraine, die den Namen verdient hat, einen russischen Bärendienst.

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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#16 Beitrag von Malcolmix » Donnerstag 16. Juli 2015, 22:03

Sonnenblume hat geschrieben:Sie erweisen damit dem Aufbau einer rechtsstaatlichen Ukraine, die den Namen verdient hat, einen russischen Bärendienst.
Also im Prinzip war es so, wie ich erwartet habe. Der selbsternannte Robin Hood wollte einreiten, um die Gegend von Kriminellen zu befreien...

Pravij Sektor heißt ja übersetzt wohl eher "Gerechter Sektor", wobei manchmal die Übersetzung "Selbstgerechter Sektor" passender wäre. Es wird nicht die letzte Aktion gewesen sein. Genügend Gründe für das Einreiten der Kavallerie gibts ja leider in der Ukraine...

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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#17 Beitrag von toto66 » Freitag 17. Juli 2015, 23:11

paracelsus hat geschrieben: .....
Ich wundere mich schon, wie dieser gewalttätige, rechte Pöbel immer wieder in diesem Forum verniedlicht wird. Liegt es an der inhaltlichen Nähe zu nationalistischen Bewegungen oder doch nur an der eingeschränkten Denkfähigkeit einiger "liberal-demokratischer" Member?
Ich wollte mich ob dieser Dummheiten eigentlich mal richtig auskotzen. Aber ich werd mich wohl darauf beschränken weiter den "Seemannsgarner" zu geben. Im Gegensatz zu dem Giftmischer hab ich immerhin einiges aus der Ukraine zu erzählen.
Seltsamerweise hat die "Pro-Russland-Fraktion" ( von mir aus auch Anti-Ukraine-Fraktion ) mit dem Land offensichtlich herzlich wenig zu tun.

ich teile übrigens Malcolmix vorstehende Einschätzung überhaupt nicht. Weder die vom "selbsternannten Robin Hood" noch das folgende.
Tatsächlich spitzt sich die Lage überall in wachsendem Tempo zu. Kann man Bombenanschläge in Odessa bei Bedarf noch Saboteuren in die Schuhe schieben werfen die zwei jüngsten diese Woche in Lviv auf die Polizei zusammen mit den Ereignissen in Transkarpatien ganz andere Fragen auf.
Die Ukraine als Staat wandelt derzeit auf einem ganz schmalen Grat. Ohne die grenzenlose Dämlichkeit eines zwick oder retlaw oder den die Ukraine, deren Volk verachtenden Zynismus eines paracelsus würde man das hier sicher anders debattieren.

Вибухи у Львові: постраждалих міліціонерів запросили в нову поліцію
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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#18 Beitrag von Anuleb » Freitag 17. Juli 2015, 23:32

Schön, dass hier immer noch die gleichen Mitspieler ihre dumpfen Parolen vom faschistischen Ukrainer verbreiten.

Nur, in dem kleinen Gefecht im Westen der Ukraine ging es offensichtlich nicht um Politik, sondern nur um den schnöden Mammon:

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Die Reformen in der Ukraine zeigen offenbar zusehends Wirkung, und das ist auch gut so. Schädliche, kriminelle Elemente müssen eben entlarvt und unschädlich gemacht werden. Die Ukraine ist auf einem guten Wege, und das, obwohl der östliche Nachbar der Ukraine so derartig viele Knüppel zwischen die Beine wirft.

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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#19 Beitrag von mbert » Samstag 18. Juli 2015, 00:12

toto66 hat geschrieben:Die Ukraine als Staat wandelt derzeit auf einem ganz schmalen Grat. Ohne die grenzenlose Dämlichkeit eines zwick oder retlaw oder den die Ukraine, deren Volk verachtenden Zynismus eines paracelsus würde man das hier sicher anders debattieren.
[mbert moderiert:] Können wir jetzt BITTE mal wieder zum Thema kommen?
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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#20 Beitrag von toto66 » Samstag 18. Juli 2015, 00:19

In meinen Augen trifft das genau das Thema..... und es ist genau so wie beschrieben. Ich werde kein Wort davon zurücknehmen und kann jedes davon bei Bedarf belegen.

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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#21 Beitrag von mavaho » Samstag 18. Juli 2015, 22:47

Angesichts der russischen Bedrohung und Besetzung kann man sich seine Mitkämpfer dagegen nicht immer aussuchen. Es wäre jedoch bedauerlich, wenn sich das ukrainische Volk selbst zerfleischt und der Staat in isolierte Machtgruppen zerfällt. Dies würde nur Russland in die Hönde spielen. Das System warlords darf sich nicht verfestigen. Das Gewaltmonopol des Staates und die Gewaltenteilung muss gesichert und notfalls mit Gewalt durchgesetzt werden.
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Anuleb
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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#22 Beitrag von Anuleb » Sonntag 19. Juli 2015, 00:19

Genauso ist es!! Nur, was bei den heute-nachrichten berichtet wird, scheint es so zu werden, dass das Gewaltmonopol des Staates angegriffen wird. dem Prawy Sektor wird es dabei mit ziemlicher Sicherheit nur um den Erhalt der mehr oder weniger kriminellen Einnahmequellen gehen.

Frage ist jetzt, was Kiev, sprich Poroschenko, dagegen unternehmen soll. Hält er mit Gewalt dagegen, wird die Sache eskalieren. Lässt er die Sache laufen, ermuntert er vermutlich andere Gruppierungen dazu, es dem Pravy Sektor gleich zu tun. Meine Frau ist der Meinung, dass er ein Dummkpf wäre, wenn er mit Gewalt dagegen hält. Sie setzt eher darauf, die Sache austrocknen zu lassen, indem Kiev weiterhin unverdrossen an den Reformen arbeitet, um der Bevölkerung ein attracktives Angebot zu machen, und gleichzeitig eine Verhandlungslösung sucht. Ich befürchte nur, dass sich das Problem so einfach nicht lösen lassen wird.

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toto66
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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#23 Beitrag von toto66 » Sonntag 19. Juli 2015, 11:38

Man sollte den Vorfall an sich nicht politisieren. Auch wenn er nun in Konsequenz natürlich diese Dimension bekommt.
Zuallererst einmal ist es natürlich ein Angriff auf das Gewaltmonopol des Staates, wenn am helllichten Tag 1500km von der Front plötzlich Menschen mit Kriegswaffen herumballern. Man muss eigentlich viel mehr fragen ob es dieses Gewaltmonopol in der uns bekannten oder nahen Form in der Ukraine überhaupt gibt.
Mukachevo war wohl nichts anderes als eine aus dem Ruder gelaufene Auseinandersetzung zwischen zwei örtlichen Polit-und Mafiagrössen. Für den Osten nun nichts neues. Die lange Geschichte "feindlicher Übernahmen" mit Pistolen, Knüppeln und der einen oder anderen Kalashnikow, auf gleiche Art ausgekämpfte Differenzen um politische Ämter, die Geschichte der Titushki bis zum Maidan sind letztlich nichts anderes. Irgendwer bezahlt und irgendwer macht dann dafür die Drecksarbeit. Auch de Freiwilligeneinheiten werden von irgendwem finanziert und in der Regel sind das wie jetzt in den Karpaten örtliche "Geschäftsleute"/Politiker. Nur die Bewaffnung und die Organisation haben sich halt mit dem Krieg geändert, was das ganze offensichtlicher, gefährlicher und unberechenbarer macht.
Für Jarosz ist das Ganze vermutlich der Super-Gau. Er kann seine leute öffentlich nicht fallen lassen, andererseits wird die Unterstützung für den "RS" mit jedem tag wo das Drama nicht beendet ist weiter beschädigt. das er das weiss zeigt wohl sein Vorschlag, die beteiligten zu amnestieren und ihnen die Möglichkeit zu geben ihre Schuld an der Front "mit Blut abzuwaschen". Er hat wohl nicht umsonst die Formulierung verwandt, die Poroshenko in Bezug auf die ehemaligen Mitglieder der Berkut und ihren Einsatz dann im Krieg benutzte.
Für mich zeigt die Geschichte die hohe Notwendigkeit das die ukrainische Führung endlich daran geht alle Freiwilligeneinheiten in die regulären Strukturen einzufügen. Das wird nur gelingen, wenn man das erstens attraktiv gestaltet und zweitens Führungskräfte, denen die Freiwilligen aus Erfahrung vertrauen auch dementsprechend einsetzt. Man muss aber auch mal sagen, das von den annähernd vierzig Freiwilligeneinheiten nur sehr wenige sich "erfolgreich" einen zweifelhaften Ruf erarbeitet haben.
Und zum Vorfall in Mukachevo an sich bleibt auch noch zu sagen. Schmuggel ist dort ein Geschäft mit langer Tradition. Und natürlich funktioniert das nur mit Unterstützung der örtlichen Behörden. Aber eben auch nur wenn die Behörden auf der anderen Seite, in den angrenzenden EU-Ländern das Spiel genau so mitspielen. Offensichtlich sind der Grenzschutz und der Zoll in Ungarn, der Slowakei und Polen nicht viel weniger korrupt als die Behörden der Ukraine. Das sollte man vielleicht auch mal anmerken.

Noch ein paar Aussagen der Beteiligten/Betroffenen:

Ланьо каже, що конфлікт у Мукачевому стався через вибори і сина Балоги
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У Правому секторі розповіли про конфлікт з Ланьо в Мукачевому
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Hier hat man eine eigene Sicht auf die Dinge:

Analysing the Mukacheve footage
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Mukacheve: Right Sector must have been lured into a trap
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Malcolmix
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Re: bewaffnete Auseinandersetzung in Transkarpatien

#24 Beitrag von Malcolmix » Sonntag 19. Juli 2015, 23:14

Bei Facebook habe ich gerade einen sehr interessanten Bericht gefunden:

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Kateryna Matey

Zu den Ereignissen in Mukatschewo vom 11. Juli 2015

Am 11. Juli 2015 kam es in meiner Heimatstadt Mukatschewo zu einer Schießerei zwischen dem Pravij Sektor und den Angestellten des ukrainischen Parlamentsabgeordneten Michail Lanjo. Mehrere Menschen wurden getötet, Polizeiwagen in Brand gesteckt, beziehungsweise in die Luft gejagt. Zu den Hintergründen gibt es einige Mutmaßungen, allerdings wird der Vorfall meiner Meinung nach nie richtig aufgeklärt werden.

Michail Lanjo ist den Anwohnern von Mukatschewo bereits seit den 90ern bekannt, in kriminellen Kreisen unter den Namen „Bljuk“. Ebenso ist jedem bekannt, dass Lanjo Millionen am Zigaretten- und Drogenschmuggel nach Europa verdient und seine Leute sowohl bei der Polizei, als auch bei den Grenzbeamten und dem ukrainischen Sicherheitsdienst SBU unterhält. Das zu untersuchen ist die Aufgabe Kiews und ist nicht das Thema worüber ich berichten möchte.

Die Menschen in Mukatschewo sind tief enttäuscht von der Politik und versuchen sich so weit wie möglich davon fernzuhalten. Die Machenschaften der örtlichen kriminellen Banden, darunter auch die des Abgeordneten Lanjo, nehmen sie stillschweigend hin. Aus Angst - sagen die Anwohner, aber auch aus politischer Faulheit sage ich. Der Geist des Maidan ist hier nie richtig angekommen, ebenso nicht die Liebe zur Heimat, zu der unabhängigen Ukraine. Hier leben unzählige und unterschiedliche Nationen friedlich ihr Leben nebeneinander und schimpfen gemeinsam auf die Politiker in Kiew, in Moskau, in aller Welt.

Der Pravij Sektor genießt nur sehr wenig Anerkennung in dieser Region, die Anwohner machen jedoch nicht allein ihn für die Ereignisse der letzten Tage in der Stadt verantwortlich und würden im Fall der Fälle ihm sogar helfen. Sie sehen, dass die Polizeibeamten schon seit jeher mit den örtlichen kriminellen Banden zum Teil zusammenarbeiten und sie decken. Niemand hätte sich in nächster Zukunft in die Angelegenheiten von Lanjo und der Polizei eingemischt und die Dinge würden weiterhin laufen, wie sie nun mal seit Jahren laufen. Keiner wünscht sich hier die 90er zurück. Diese waren furchterregend und viele haben ihre Lieben in dieser Zeit verloren, darunter auch meine Familie.

Selbstverständlich darf es nicht sein, dass der Pravij Sektor im friedlichen Teil der Ukraine bewaffnet durch die Straßen zieht und sich der Selbstjustiz widmet. Dieser Vorfall wurde jedoch zum Anstoß für Veränderungen in der Region Transkarpatien. Der Polizeichef, der Chef des Sicherheitsdienstes, die Chefs der anliegenden Grenzübergänge wurden entlassen und durch neue Beamte ersetzt. Und was die Menschen besonders freut, der Gouverneur der Oblast Luhansk Hennadiy Moskal ist nun Gouverneur der Oblast Transkarpatien. In ihm sehen die Anwohner Hoffnung und warten nun auf die langersehnten Veränderungen. Ein klein wenig schwarzer Humor dazu von einem Bewohner von Mukatschewo: „Hoffentlich wird ihn unsere Cosa Nostra nicht aus dem Weg räumen, wenn es ihnen zu bunt wird“.

P.S. Die Ereignisse in Mukatschewo haben mir endgültig die Augen geöffnet, wie alles in den Medien aufgebauscht und Panik erzeugt wird. Zum Zeitpunkt der Schießerei war ich unterwegs mit meiner Familie aus den Bergen und wir sind zufällig auf der selben Straße gelandet, die nun seit über einer Woche gesperrt ist. Die unzähligen Artikel in Zeitungen und Berichte im Fernsehen habe ich mitverfolgt und hatte das Gefühl mitten in einem Kriegsgebiet zu stecken. Das verflog allerdings als ich die Zombiekiste ausschaltete. Die Stadt führt weiterhin ihr normales Leben, man begegnet lediglich ab und an einigen gepanzerten Fahrzeuge. Diese sind zum Schutz der Bevölkerung in die Region verlegt worden, nicht mehr und nicht weniger. Die von den Medien geschürte Panik spielt der Kremlpropaganda in die Hände und schadet dem Tourismus in Mukatschewo und der umliegenden Region und somit auch den Menschen, die damit ihr täglich Brot verdienen.

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