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toto66
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Déjà-vu in Berlin

#1 Beitrag von toto66 » Sonntag 19. Juli 2015, 23:54

Ich bin beim stöbern bei Boris Reitschuster auf folgenden, für mich schier unglaublichen Vorgang gestossen:

Déjà-vu in Berlin
4. Juli

Zensur im Kreml-Stil? Dass unbequeme Filme als „extremistisch“ abgesetzt werden oder Kritikern einfach die Saalmiete gekündigt wird, war ich bisher nur von Russland gewöhnt. Zu Unrecht. In Berlin gibt es das auch.

Das Bezirksamt Charlottenburg hat jetzt die für Freitag geplante Aufführung des Films "The Ukrainians" in seinen Räumlichkeiten kurzfristig unterbunden, indem es den Saal-Mietvertrag auflöste. Der Grund laut Organisatoren: Ein anonymer Beschwerdebrief von besorgten Bürgern, weil es in dem Film um den umstrittenen „Rechten Sektor“ in der Ukraine geht (Kopie bei den Bildern) und der Inhalt „extremistisch“ sei. Der Streifen wurde bereits weltweit gezeigt bis hin nach Australien - und erhielt etwa beim Filmfestival in Gdansk den Preis der Zuschauer-Sympathien (das Festival wird von der Stadt und vom polnischen Kulturministerium finanziert).
Wegen des Vorgangs habe ich eine Presseanfrage an das Bezirksamt geschickt. Dort hat man mich aber offenbar - vielleicht wegen des Vornamens – falsch eingeordnet – und so kam eine Antwort, die mich offenbar beruhigen sollte: Dahingehend, dass man die ukrainischen Organisatoren zurecht gewiesen habe, dass bisher die Filme der Ukrainer keinen „negativen Charakter“ gehabt hätten, dass der Organisatorin „die Tragweite“ nicht bewusst gewesen sei, und dass sie „ihren Kooperationsvertrag aufs Spiel“ setzen. Man nehme den Film im Bezirksamt „nicht auf die leichte Schulter“ und werde „in Zukunft noch wachsamer sein müssen.“
.....
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Das Ganze hat mich am Sonntag abend direkt auf die Palme gebracht und ich musste dem Herrn eine Mail schicken:
Werter Herr Cakmakoglu,
zufälligerweise bin ich bei Boris Reitschuster auf auf einen Vorgang gestossen der mich veranlasst ihnen und Ihrer Behörde gegenüber zum Ausdruck bringen zu wollen, wie abstossend,llegiitim und undemokratisch ich Ihr Verhalten und Vorgehen in nachfolgendem Vorgang finde:
"Das Bezirksamt Charlottenburg hat jetzt die für Freitag geplante Aufführung des Films "The Ukrainians" in seinen Räumlichkeiten kurzfristig unterbunden, indem es den Saal-Mietvertrag auflöste. Der Grund laut Organisatoren: Ein anonymer Beschwerdebrief von besorgten Bürgern, weil es in dem Film um den umstrittenen „Rechten Sektor“ in der Ukraine geht (Kopie bei den Bildern) und der Inhalt „extremistisch“ sei. ......“
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Ich gehe davon aus das Ihnen der Vorgang wohl vertraut ist. Ich muss Herrm Reitschuster zustimmen, auch ich fühle mich nach dem Lesen wie in Russland .. oder wie in der vergangenen DDR.
Meinungsdiktat, Zensur, Unkenntnis der Ukraine, Selbstherrlichkeit, vorauseilender Gehorsam, integrativ im Sinne der Sache war und ist ihr Verständnis dieser Angelegenheit sicher nicht. Eine "ganz grosse Leistung", für die ich mich als Deutscher, der sehr viel Zeit in der Ukraine verbringt vor den Ukrainern von ganzem Herzen schäme. Das sollten Sie auch tun. Offensichtlich haben Sie und jene, die Sie zu dieser Entscheidung drängten ihre eigene Integration in die freiheitlich-demokratische Grundordnung noch nicht ausreichend weit vorangetrieben.
Die freundlichen Grüsse erspare ich mir....
Torsten Lange

integrationsbeauftragter@charlottenburg-wilmersdorf.de

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Re: Déjà-vu in Berlin

#2 Beitrag von mbert » Sonntag 19. Juli 2015, 23:59

Siehe auch hier: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... - ich hatte exakt die selben Gedanken :)
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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