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RSS-Bot-UI
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Demonstrationen gegen Arbeitslosigkeit in Spanien - UI

#1 Beitrag von RSS-Bot-UI » Montag 11. März 2013, 17:15


Massendemonstrationen gegen die Arbeitslosigkeit und Kürzungen der Staatsausgaben fanden am Wochenende in 60 Städten Spaniens statt, einschließlich einer Massendemonstration in Madrid.

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Kurt Simmchen - galizier
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Re: Demonstrationen gegen Arbeitslosigkeit in Spanien - UI

#2 Beitrag von Kurt Simmchen - galizier » Dienstag 12. März 2013, 00:02

Stellt Euch mal folgendes Szenario vor:
Die Spanier, die Portugiesen, die Italiener und die Griechen entziehen der mehr oder minder legal zugewanderten Ukrainern, die mehr oder minder legal dort arbeiten die Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis. Ca. 10 Millionen Menschen mit einem mehr oder minder geweiteten Horizont müssen, müssen zurück in die Heimat.
Ein Ergebnis wäre eine gesundete Arbeitslosenstatistik in den Ländern und gegen wen sollten sie dann dort protestieren.
Was wäre dann aber in der Ukraine?
Woher dann die Fremdalimentation mit Valuta?
Was machen mit den Menschen?
Wer kauft dann Immobilien?
Was machen mit den neuen Erfahrungen dieser Rückkehrer und deren Bekanntschaft mit den Werten und Institutionen demokratischer Staatswesen.

Die Wirkungen solcher ökonomischen Zwangsrückkehr hat Ungarn mal verkraften müssen. Und das war ein Land in der EU.

Diese Vorstellung ist nicht unrealistisch, wenn ich mir die Auseinandersetzungen unter den Innenministern zur Frage der Freiheiten für Rumänien und Bulgarien in der EU ansehe.

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Handrij
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Re: Demonstrationen gegen Arbeitslosigkeit in Spanien - UI

#3 Beitrag von Handrij » Dienstag 12. März 2013, 11:19

so einfach ist das IMHO nicht.
Infrage zu stellen wäre die Zahl: zehn Millionen halte ich für zu hoch gegriffen. Lass es fünf Millionen sein ....
Die nächste wäre die Durchsetzbarkeit vor Ort. "Der Ukrainer" an sich ist so flexibel, dass er sich nicht so einfach abschieben lässt. Wahrscheinlicher ist ein Ausweichen in andere Länder ....

Zudem sind seit der Unabhängigkeit schon über 21 Jahre vergangen. Die ersten der Auswanderer sind schon lange arriviert und legalisiert. Die sind nicht mehr so einfach abschiebbar. Zudem sind sie wohl in ihren 20ern oder 30ern gegangen und selbst wenn die Bedingungen noch so schlecht werden, sind sie jetzt 50 und haben die 1990er vor Augen. Die wollen nicht mehr zurück und halten sich, so lange wie es nur irgendwie geht, weiter in ihrer neuen Heimat auf.

Hier gab es in den Medien innerhalb der letzten Jahre einige Berichte "zu unseren Landsleuten in den Krisenländern" und der Großteil (der Ausgewählten) hat absolut keine Lust gehabt zurückzukommen. Zumeist wurden aber wirklich arrivierte Leute gezeigt, mit Häuschen und Garten. Die Auslandsukrainer wissen ja, dass wenn in Europa Krise ist, es in der Ukraine noch schlimmer ist. Einzig eine gewaltsame Vertreibung würde sie zurück in die Ukraine bringen.

Trotzdem kommen natürlich immer wieder Leute zurück, aber eben nicht, wie in dem von dir beschriebenen Szenario auf einen Schlag und sie tendieren immer zu individuellen Lösungen. Das heißt, sie suchen sofort nach neuen Möglichkeiten im Ausland oder der Ukraine. Momentan sollen Ukrainer wieder verstärkt in Russland unterwegs sein. Zudem bin ich der Überzeugung, dass sie sobald sie wieder in der Ukraine sind, in den alten Trott zurückfallen. Die Umgebung ist stärker ...
Selbst wenn innerhalb eines halben Jahres hier eine Millionen Leute mit "erweitertem Horizont" auf der Matte stehen würden, so verteilen sie sich erstens über das Land und zweitens stehen sie ja nicht unbedingt in Kontakt miteinander, um vielleicht kollektiv Forderungen zu stellen bzw. Änderungen zu bewirken. Ein Schock wäre es allemal, da es ja hier bereits genügend Arbeitslose gibt. Doch gehe ich von einem allmählichen Prozess aus, der nur langsam seine Wirkung entfaltet ...

Rücküberweisungen sind in der Ukraine auch nicht so hoch. Es sind zwar nur Schätzungen, da nicht jeder Geldschmuggel erfasst wird, doch liegen diese Zuflüsse anscheinend nur im einstelligen Bereich des BIP, nicht wie beispielsweise in Moldawien bei 25-30 Prozent. Die Ukraine ist einfach zu groß ...

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Re: Demonstrationen gegen Arbeitslosigkeit in Spanien - UI

#4 Beitrag von lev » Dienstag 12. März 2013, 13:05

Wer sollte dann diese "niederen" Arbeiten verrichten. Wir wissen doch, dass die Mehrheit der Arbeitsemigranten in diesen Ländern Hilfsarbeiter sind (Haushaltshilfen, Erntehelfer etc.) und kein Einheimischer diese Arbeiten machen würde. Die sind heilfroh, dass sie sie haben und werden sie nicht so schnell aus dem Land werfen, egal wie hoch die Arbeitslosigkeit vor Ort ist.
Eine sehr gute Freundin unserer Familie, ist vor 11 Jahren illegal von Lviv nach Mallaga um dort Geld für eine Wohnung zu erarbeiten. Die ersten Jahre, waren sehr schwer, da immer die Angst war endeckt zu werden und abgeschoben zu werden. Jetzt aber ist sie legal dort mit fast allen Sozialleistungen und einer gesetzlichen Krankenversicherung (bezog schon ALG und hatte eine teure Krebsbehandlung). Sie sagte damals, es ist nur für ein paar Jahre und fürs Geld, aber sie will wohl nicht mehr zurück in die alte Heimat. Warum, sie wird dort gebraucht, verdient ihr Geld und so schlecht lebt es sich in Mallaga sicher nicht.

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Re: Demonstrationen gegen Arbeitslosigkeit in Spanien - UI

#5 Beitrag von Handrij » Dienstag 12. März 2013, 15:04

@galizier
hast du vielleicht in deinem Bekanntenkreis eine größere Rückkehrwelle ausmachen können?

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Re: Demonstrationen gegen Arbeitslosigkeit in Spanien - UI

#6 Beitrag von Kurt Simmchen - galizier » Dienstag 12. März 2013, 23:04

Rückkehrwelle noch nicht, aber der Druck und die Angebote zu goldenen Verabschiedungen nehmen zu.

Die Niedrigkeit der Arbeit sollte doch nicht der Grund für die Missnutzung fremder Arbeitskraft sein. Leider sind es nicht nur die unqualifizierten, sondern auch die AKs die hier dringend gebraucht werden.

Die Rückflüsse sind schon ganz erheblich, zumindestens da wo ich das aus Erfahrung und Erleben beurteilen kann.
Sicher ist das kein Wollen der Leute dort, die ihre Toilette weiterhin von Ukrainern und Schwarzen putzen lassen wollen.
Die Schulden, die auch aus Missachtung der Gesetze und langen Liegezeiten in den sozialen Hängematten herrühren, werden sicher das Umdenken anregen.

Ich komme aus einer Gegend im Berliner Speckgürtel, wo es ganz normal war, dass man einen ukrainischen Hausmeister hatte.
Irgendeinen trockenen Platz gab es auf jedem Grundstück und so hatte man immer einen gepflegten Garten und was sonst nicht noch. Kostenlos Wohnen gegen 4-6 Tage Arbeit. Die Leute waren ja immer auch Selbstversorger und hatten keinen Familienanschluss. In der Woche waren sie in Berlin und im Umland auf Arbeit oder auf der Suche.
2003 war das noch ganz normal, 2004 wurde es schwieriger und jetzt findest Du fast keine UAs mehr in dieser Region.

Jetzt passt der arbeitslose Nachbar auf.

Ich denke, dass die Not in den Schuldenländern noch nicht groß genug ist, wenn sie diese Zustände dulden.

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Re: Demonstrationen gegen Arbeitslosigkeit in Spanien - UI

#7 Beitrag von Jensinski » Mittwoch 13. März 2013, 00:14

lev hat geschrieben:Wer sollte dann diese "niederen" Arbeiten verrichten.
Hast Du in der ARD die Doku zu Amazon-Leiharbeitern gesehen? Also wenn spanische Lehrerinnen sich so etwas antun, wird sich demnächst auch unter Spaniern - in Spanien - um "niedrige" Arbeit geprügelt. Was die Ukrainer angeht: Wie weiter oben erwähnt wurde, sind mittlerweile die meisten legal in Spanien. Bedingt auch durch ein sehr humanes Gesetz dort. Wenn Du eine gewisse Zeit im Land, plus Wohnung und Arbeit nachweisen konntest, wurde der Aufenthalt legalisiert! Viele touristische Hochburgen sind doch schon in osteuropäischen Händen. Die haben dort aufgekauft, was nur geht. Ich war nach 6 Jahren 2008 wieder einmal in Roses/Empuria Brava. Das ist verrückt, wie sich das dort geändert hat. Eine "Russendisco" neben der nächsten, viele Häuser und Wohnungen wurden von Russen gekauft...

Also, wenn die UA-Bürger legal in Spanien sind, werden sie eher in ein anderes Land weiterziehen, bevor sie wieder zurück kommen. Weiterhin werden viele schon so langsam ins Rentenalter kommen, vielleicht lässt es sich ja mit einer entsprechenden Pension dann auch in der Ukraine gut leben? Wer weiß das schon. Aber eine Massenverschiebung gen Ukraine - das glaube ich eher nicht.

LG,
Jens

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Re: Demonstrationen gegen Arbeitslosigkeit in Spanien - UI

#8 Beitrag von Handrij » Mittwoch 13. März 2013, 11:32

Was mir in dem Zusammenhang noch einfällt sind die ganzen Glücksritter aus der ukrainischen Diaspora, die alle westlich sozialisiert wurden und trotzdem in der Ukraine nicht durch "Anstand und Moral" auffielen.
Beispiel Nr. 1:
Juschtschenkos Frau Kateryna Tschumatschenko, geboren in Chicago
Die Millionen aus der Spendenaktion für das Krankenhaus der Zukunft wurden ohne rot zu werden einfach eingesteckt.

oder der Herr Roman Swarytsch, geboren in New York.
Hat nie eine Uni von innen gesehen und schmückte sich mit Magister, Doktor und Professorentitel und arbeitete als Justizminister der Ukraine.

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Re: Demonstrationen gegen Arbeitslosigkeit in Spanien - UI

#9 Beitrag von lev » Mittwoch 13. März 2013, 12:01

Jensinski hat geschrieben:Hast Du in der ARD die Doku zu Amazon-Leiharbeitern gesehen? Also wenn spanische Lehrerinnen sich so etwas antun, wird sich demnächst auch unter Spaniern - in Spanien - um "niedrige" Arbeit geprügelt.
LG,
Jens
Ja Jens habe ich gesehen,wie die Spanier bei Amazon abgezockt werden. Sie werden aber auch mit Versprechungen angeworben, die in der Realität nicht eingehalten werden. Trotz der schlechten Behandlung verdienen sie bei einem Stundenlohn von ca. 7,50 € x 180 h ca. 1350 € im Monat.
Eine ukrainische Putzfrau hat in Spanien max. 500 - 600 € im Monat.

Gruß lev

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