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Handrij
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Ukraine

Dialog der Präsidenten

#1 Beitrag von Handrij » Freitag 14. August 2009, 23:30

Am 11. August hatte sich der russische Präsident, Dmitrij Medwedjew, mit einer öffentlichen Videobotschaft an den ukrainischen Präsidenten, Wiktor Juschtschenko, gewandt. Dabei beklagte er insbesondere die Verschlechterung in den ukrainisch-russischen Beziehungen und kündigte an, den neuen russischen Botschafter in der Ukraine, Michail Surabow, erst nach den Präsidentschaftswahlen nach Kiew zu schicken. Insgesamt muss man konstatieren, dass zwar richtige Dinge angesprochen wurden, wie der konsequent antirussische Kurs der derzeitigen ukrainischen Führung, doch trotzdem muss sich Medwedjew vorwerfen lassen sich direkt in die Angelegenheiten eines anderen Staates eingemischt zu haben.

[youtube][/youtube]

Juschtschenko ließ sich zwei Tage Zeit mit einer Antwort und wandte sich neben dem Brief an Medwedjew per Videobotschaft an das ukrainische Volk. Natürlich ließ er die Vorwürfe nicht auf sich sitzen und sprach davon, die Interessen des ukrainischen Volkes/Staates zu vertreten, was Russland endlich anerkennen müsse. Er betonte dabei, dass es das Recht des ukrainischen Volkes/Staates sei, eine Mitgliedschaft in internationalen Bündnissen anzustreben.
Insbesondere wies er die Vorwürfe der Unterdrückung/Verdrängung der russischen Sprache aus dem öffentlichen Raum zurück. Er wies zum wiederholten Male daraufhin, dass mit dem Bestehen auf dem Abzug der russischen Schwarzmeerflotte aus Sewastopol nur die ukrainische Verfassung umgesetzt wird und verwies auf existierende Fortschritte bei der Verwirklichung der bürgerlichen Freiheitsrechte, damit andeutend, dass Russland "noch" nicht so weit sei.

[rutube][/rutube]

Vor der Antwort Juschtschenkos tauchte bei Youtube bereits eine Parodien auf.

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Es wird interessant, inwieweit Russland sich bis zum 17. Januar in den ukrainischen Wahlkampf einmischen wird. Die Videobotschaft vom 11. August war ein eindeutiges Signal dafür, dass man bereit ist sich für einen Machtwechsel einzusetzen und hat zusammen mit dem Besuch von Kyrill I. den Wahlkampf von russischer Seite eröffnet. Wahrscheinlich wird dies aber wie 2004 eher "nach hinten" losgehen, da somit ukrainischen Nationalisten - wie Juschtschenko - eine Steilvorlage für den Aufruf zum "Burgfrieden" gegen den äußeren Feind geliefert wurde und wohl weiterhin wird. Die Erklärung Uljantschenkos, als Mitglied des Parteivorstandes von "Unsere Ukraine" (wobei sie gleichzeitig auch Leiterin der Präsidialadministration ist), lieferte bereits einen Vorgeschmack darauf.
Interessant wird im weiteren Verlauf die Positionierung von Jazenjuk und Timoschenko werden, die um den Einzug in die zweite Runde kämpfen. Eine Parteinahme seitens Moskaus würde sie bei der westlichen Wählerschaft diskreditieren und eine Positionierung in die gleiche Richtung ebenfalls (um hier mal wieder ein paar Gemeinplätze zu wiederholen). Ihnen wird wohl nur übrigbleiben zwischen beiden Lagern zu lavieren und vielleicht andere Themen zu besetzen. Für den normalen Ukrainer ist der Sprach- bzw Richtungsstreit eh nicht relevant, denn die Leute haben andere Sorgen.
Juschtschenko steht meiner Meinung nach eigentlich bereits außen vor und Janukowitsch wird mit oder ohne Unterstützung Moskaus in die zweite Runde einziehen. Somit wird am 17. Januar, so wie ich das sehe, nur eine Frage entschieden: Arsenij oder Julka. Solange das Auditorium mitspielt ...
Die zweite Runde läuft dann wohl, wenn ich mich nicht täusche, auf den erwarteten Kampf Prowest versus Prorussland hinaus, doch vielleicht gibt der erwartete Krisenschub im Oktober dem Wahlkampf noch einen anderen Drive, so dass andere Themen im Vordergrund stehen werden. Denn eigentlich sind diese Richtungsthemen für den Mykola-Normalwähler nicht so wichtig ... wesentlicher sind derzeit die Lebensbedingungen.

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