PolitikDoppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

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Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#1 Beitrag von Handrij » Freitag 17. April 2015, 17:24

In der Ukraine machen Killer Jagd auf prorussische Oppositionelle. Im Internet rufen selbsternannte Rächer zur Selbstjustiz auf. Präsident Poroschenko schiebt die Verantwortung Moskau zu.
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Auf geht es und weiter im Programm: "Слава Україні! Героям слава! - Слава нації! Смерть ворогам! - Україна понад усе!"
http://forum.ukraine-nachrichten.de/rei ... 66975.html

Ein angebliches Bekennerschreiben, das natürlich aus dem Kreml kommt: «Die Zeit der Tanz-Maidane ist [...] vorbei - es ist die Zeit des Volkszorns gekommen»
angebliches Bekennerschreiben
angebliches Bekennerschreiben
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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#2 Beitrag von Sonnenblume » Samstag 18. April 2015, 09:58

... Später schrieb der Berater auf Facebook, dass das Bekennerschreiben über „einen einmaligen Mail-Server mit Hosting in Deutschland“ versendet wurde. Dabei sei ein Anonymizer im Internet verwendet worden. Zur Anonymisierung sei ein Netzwerk TOR mit IP-Adressen in Großbritannien und die USA eingesetzt worden.

Laut einem sprachwissenschaftlichen Gutachten des Bekennerschreibens gibt es dort eine Vielzahl von Russizismen, so Lubkiwskyi. Der Text sei nicht von ukrainischen Muttersprachlern verfasst worden....
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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#3 Beitrag von Handrij » Samstag 18. April 2015, 10:57

Surkow hat es mit Google Translate übersetzt und über einen deutschen Wegwerfmaildienst der extra mindestens noch zwei TOR-IP-Adressen in den Mailheader einträgt an den Oppositionsblock und Fessenko geschickt. Wir haben es ja schon immer gewusst. In der Ukraine kann es ja gar keine durchgeknallten Nationalisten geben.
Awakows Kumpel Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... spricht auch von einer tollen Spezialoperation auf der Seite Friedensstifter, mit der die ukrainischen Rechtsschützer an wertvolle Adressen von Separatisten und ihren russischen Helfershelfern gekommen sind. Die Friedensschützer verkünden das sogar selbst: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
Da bleibt nur Beifall zu klatschen insbesondere, da sie es vermochten einen angeblichen Brief Kalaschnikows vor seinem Tod mit dem Profil der bekannten Watnyk-Zeitung Westi Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links .... Gelungene Aktion! Tod den Feinden!

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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#4 Beitrag von mbert » Samstag 18. April 2015, 13:02

Handrij hat geschrieben:Surkow hat es mit Google Translate übersetzt und über einen deutschen Wegwerfmaildienst der extra mindestens noch zwei TOR-IP-Adressen in den Mailheader einträgt an den Oppositionsblock und Fessenko geschickt. Wir haben es ja schon immer gewusst. In der Ukraine kann es ja gar keine durchgeknallten Nationalisten geben.
Naja, womit wir ja wieder beim Thema um Jarosch sind. Ich denke, das Hauptproblem besteht da letztlich in der vielfach (von beiden Seiten) betriebenen Verallgemeinerung.

Was die Morde betrifft, danke ich erst einmal für die Informationen. Ich hatte in den vergangenen Tagen nur wenig Zeit zum Nachrichten lesen, und ich tu mich schwer, mir da ein Bild zu machen, bei dem ich mir in irgendeiner Weise sicher sein könnte.

Ich halte durchaus verschiedene Thesen für denkbar. Durchgeknallte Nationalisten sind natürlich eine Möglichkeit, durch Bekennerschreiben usw. sieht es ja auch sehr danach aus. Und ich habe selber schon mal mit weniger durchgeknallten Nationalisten die Erfahrung machen dürfen, dass ihnen das Wohl ihres Landes im Grunde scheißegal ist, solange sie nur öffentlich ihrem Bandera huldigen dürfen (womit sie eben im Grunde ihrem Land schaden, aber das zu begreifen, sind echte Wischiwatniky halt nicht in der Lage). Andererseits will ich nicht ausschließen, dass es sich um eine Art Joe-Job handelt (zumal die Opfer auch eher wenig "wichtig" sind). Es kommt einfach zu sehr wie auf Bestellung, und der Schaden, der hier für das Land selber, aber auch was das Außenbild betrifft, entsteht, ist kaum gutzumachen. Jetzt brauchen nur noch die Behörden ihren allgemein bekannten Mangel an Enthusiasmus bei der Aufklärung an den Tag zu legen, und voila.

Ich fürchte, egal wer es denn nun war, wird etwas kleben bleiben. Ich bin gespannt, ob wir noch mehr erfahren, habe aber Zweifel, dass das so sein wird, so dass dann die üblichen Überzeugten beider Seiten massig Gelegenheit haben werden, ihre "Wahrheiten" als die allein gültige zu verkünden.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#5 Beitrag von Sonnenblume » Samstag 18. April 2015, 13:02

Handrij, du fällst auch auf jeden inszenierten Mist herein und reimst dir dann zusammen, was zu deiner gerade vorherrschenden Meinung passt.
Aber wenn du Spaß daran hast, bitte.
Für mich sieht das sowas von nach Fake aus, das glaubst du gar nicht.

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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#6 Beitrag von Handrij » Samstag 18. April 2015, 13:23

Sonnenblume hat geschrieben:Handrij, du fällst auch auf jeden inszenierten Mist herein und reimst dir dann zusammen, was zu deiner gerade vorherrschenden Meinung passt.
Aber wenn du Spaß daran hast, bitte.
Für mich sieht das sowas von nach Fake aus, das glaubst du gar nicht.
Na endlich sagt mir das mal einer, dass das alles inszeniert ist. Ich bewundere immer wieder deinen Scharfsinn, insbesondere in Bezug auf die plumpen Inszenierungen des Kremls, die du als geübte Facebookanwenderin sofort durchschaust, bloß gut, dass wir jetzt wissen, dass es Surkow war. Also das wird ja Naliwaitschenko bald verkünden, kann ja nur eine Frage der Zeit sein.
Wie konnte ich das nur wieder übersehen, dass Busina pünktlich zu Putins Fragestunde ermordet wurde. Damit der Zar wieder auf die Ukraine zeigen kann.

@all
Die Vehemenz mit der behauptet wird, dass es nur der russische Geheimdienst gewesen sein kann, erinnert mich wiederum ungemein an den automatischen Abwehrreflex von Kremlfans, die sofort wussten, dass nur ausländische Geheimdienste Nemzow vor der geplanten Frühlingsdemo der Opposition umbringen konnten.
Aber good ol' Sonnenblume hat das bestimmt auch schon durchschaut.

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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#7 Beitrag von mbert » Samstag 18. April 2015, 14:00

Handrij hat geschrieben:Die Vehemenz mit der behauptet wird, dass es nur der russische Geheimdienst gewesen sein kann, [...]
Naja, meine Beobachtungen der letzten Tage (auch hier) haben eigentlich eher belegt, dass Vehemenz kein Alleinstellungsmerkmal auch nur irgendeiner Seite ist. Es ist natürlich der gewesen, den man für sich selber als Feind identifiziert hat und dem man es deshalb auch am ehesten zutraut.

Unabhängig davon, wer es denn nun wirklich war, illustriert das alles doch schon recht schön, wie wirkungsvoll der (in diesem Fall wirklich) von Moskau inszenierte Informationskrieg in uns allen ist. Wie Timothy Snyder in seinem ausgezeichneten Vortrag über Propaganda und Wirklichkeit sagte:
Sie präsentieren fünf Experten, "Experten", jeder von ihnen bringt eine unterschiedliche Versionen davon, was passiert ist, eine davon könnte sogar wahr sein. Aber das spielt keine Rolle, denn wenn man die fünf verschiedenen Versionen hört, dann hat man am Ende (a) keine Ahnung davon, was wirklich passiert ist; (b) das Ereignis selbst wurde völlig trivialisiert in dieser lächerlichen Diskussion, und (c) Sie haben noch mehr Glauben an den Journalismus verloren.
Quelle Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
Ich finde, das bringt es exakt auf den Punkt. Keiner weiß mehr wirklich, was los ist (obwohl natürlich alle exakt das Gegenteil behaupten), und das schlimme ist: das verliert auch immer mehr an Bedeutung.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#8 Beitrag von Sonnenblume » Samstag 18. April 2015, 22:10

Handrij hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:Handrij, du fällst auch auf jeden inszenierten Mist herein und reimst dir dann zusammen, was zu deiner gerade vorherrschenden Meinung passt.
Aber wenn du Spaß daran hast, bitte.
Für mich sieht das sowas von nach Fake aus, das glaubst du gar nicht.
Na endlich sagt mir das mal einer, dass das alles inszeniert ist. Ich bewundere immer wieder deinen Scharfsinn, insbesondere in Bezug auf die plumpen Inszenierungen des Kremls, die du als geübte Facebookanwenderin sofort durchschaust, bloß gut, dass wir jetzt wissen, dass es Surkow war. Also das wird ja Naliwaitschenko bald verkünden, kann ja nur eine Frage der Zeit sein.
Wie konnte ich das nur wieder übersehen, dass Busina pünktlich zu Putins Fragestunde ermordet wurde. Damit der Zar wieder auf die Ukraine zeigen kann.

@all
Die Vehemenz mit der behauptet wird, dass es nur der russische Geheimdienst gewesen sein kann, erinnert mich wiederum ungemein an den automatischen Abwehrreflex von Kremlfans, die sofort wussten, dass nur ausländische Geheimdienste Nemzow vor der geplanten Frühlingsdemo der Opposition umbringen konnten.
Aber good ol' Sonnenblume hat das bestimmt auch schon durchschaut.
Ich habe weder was von russischem Geheimdienst, noch von Surkow gesagt. Ich habe kommentarlos einen Link hier reingestellt und danach gesagt, dass für mich die Sache wie ein Fake aussieht.
Behalt also deinen Abwehrreflex für dich und verschon mich mit deinen Annahmen.

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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#9 Beitrag von bohne_68 » Samstag 18. April 2015, 22:15

Dann moch eine andere Meinung zum Thema:
....
Он подозрительно быстро, с моей точки зрения, был информирован о том, что господин Бузина был убит, и он очень как-то компетентно и вовремя это событие прокомментировал, когда, как мне кажется, еще в Украине не все были уверены, что это событие состоялось, а Путин был уже в курсе.
....
Quelle: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
Auch sonst ist der Artikel hochinteressant ;-)
[smilie=cool_ukr]

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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#10 Beitrag von mbert » Samstag 18. April 2015, 23:21

Also nach einem eher oberflächlichen Blick auf den Text scheint mir zumindest deutlich zu sein, dass der Autor nicht aus der Westukraine (Bandera-Country) kommt. Nun gibt es auch reichlich russisch-surzhyk-sprachige Nationalisten in der Ukraine, aber interessant finde ich den Aspekt trotz allem schon.
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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#11 Beitrag von mbert » Samstag 18. April 2015, 23:40

Auch interessant:
KOMMENTAR ZUR BEITRAGSÜBERSCHRIFT UNTEN: Es ist beunruhigend, dass die deutsche Qualitätspresse solche "Nachrichten" nur gering relativiert weitergibt. Die Existenz dieser bislang unbekannten, so genannten "UPA" wird in Kiew angezweifelt. Es könnte tatsächlich eine ukrainische Extremistengruppe sein. Allerdings hatte Andrei Illarionov vor einigen Wochen ausdrücklich vom Kreml organisierte Morde an prorussischen Vertretern in der Ukraine angekündigt. Die Unklarheit über den Zweck und Hintergrund der Mordserie findet keinen hinreichenden Ausdruck im Beitrag des HANDELSBLATTS.
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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#12 Beitrag von Handrij » Sonntag 19. April 2015, 13:31

Für diejenigen, die sich für die zeitliche Abfolge interessieren:
offizielle Tatzeit ist 13:20 Uhr
13:29 Uhr berichtet eine gewisse Anna Demid vom Rechten Sektor Kiew im Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... von der Ermordung, wenig später folgen Bilder vom Tatort
14:05 Uhr bestätigt es Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ..., Berater von Awakow, ebenfalls in diesem Medium. Die Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... übernimmt es sofort. Interfax übernimmt es um 14:07 Uhr.
Putin bekommt es gegen 14:16 Uhr von einem Moderator der Sendung serviert und ordnet es sofort als politischen Mord ein.

Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... berichtet unter Berufung auf das Innenministerium um 14:24 Uhr darüber, Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... berichtet über die Bestätigung um 14:19 Uhr.

Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... fordert Poroschenko eine schnelle und transparente Aufklärung der Morde. Es ist natürlich eine Provokation. Beileidsbekundungen für die Angehörigen seiner politischen Gegner spart der große Demokrat sich.

Das angebliche Bekennerschreiben, in dem die Urheber sogar den Selbstmord von Tschetschetow auf sich nehmen, geht am nächsten Tag nach Mitternacht beim Oppositionsblock und Fessenko ein.
Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... verkündet die Ergebnisse der Expertise:
Шановні друзі,

За результатами вивчення технічних властивостей листа, що надійшов на особисту електронну скриньку пана Володимира Фесенка, СБУ було встановлено, що повідомлення відправлено за допомогою сервісу разових поштових адрес, який знаходиться на хостингу в компанії, яка знаходиться території ФРН.

При пересиланні листа використовувався анонімізатор, вірогідно TOR, з транзитними IP-адресами у Великій Британії та США.

Відправник вжив максимальних заходів, щоб унеможливити його ідентифікацію, що ставить під сумнів як правдивість повідомлення, так і наміри автора.

Нами була також проведена професійна лінгвістична експертиза, за висновками якої можна сказати, що пересланий з-за кордону текст складений з використанням русизмів особою, чи особами, які, очевидно, не є носіями української мови.

Не властивими українській мові є також і деякі синтаксичні конструкції.

Користуючись нагодою, хочемо подякувати пану Володимиру Фесенку за співпрацю, завдяки якій вдалося встановити наведену вище інформацію.
kurz: Wegwerfemailadresse in Deutschland, wahrscheinlich wurde der Anonymisierungsdienst Tor benutzt und der KGB will zwei "Transit"-IP-Adressen in Großbritannien und den USA identifiziert haben.
Die linguistische Analyse habe ergeben, dass es kein Ukrainischmuttersprachler gewesen sei, es gibt Russismen und gewisse syntaktische Konstruktionen, die der ukrainischen Sprache nicht eigen seien.

Abends legt Wassyl Wowk vom KGB beim Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... nochmal nach:
«Щодо "Української повстанської армії": дуже звучна назва, абсолютно "фейкова" інформація, організація, і люди ... у нас не зареєстрована така організація
[...]
Ми провели його експертизу цього тексту, і за результатами цієї експертизи, до речі, досвідчені експерти її робили ... там немає українства, якщо говорити про правий радикалізм»


«Zur Ukrainischen Aufstandsarmee: eine sehr klangvolle Bezeichnung, absolute Fake-Information, Fake-Organisation und Leute ... bei uns ist keine derartige Organisation erfasst
[...]
Wir haben diesen Text einer Expertise unterzogen und den Resultaten dieser Expertise nach, übrigens wurde sie von erfahrenen Experten durchgeführt ... da gibt es kein Ukrainertum, falls man vom rechten Radikalismus redet»

Ergo: Uns liegt ein Opfer für den Altar des großen Zaren Pu vor und alle können beruhigt ihrem Tagwerk weiter nachgehen.

Tja, wie passt dann das hier rein:
Am Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... bekannte sich beim allseits beliebten Gesichtsbuch eine Ukrainische Aufstandsarmee zur Ermordung eines Milizionärs unweit eines Wohnheims der Berkut und drohte mit weiteren Morden an Milizionären, wenn die "politischen Gefangenen" nicht alsbald freigelassen werden. Eine linguistische Analyse könnte ja feststellen, dass die Schreiben aus der selben Agentur kamen. Doch dafür müsste man das erst einmal tun, wenn es überhaupt ein Interesse an Aufklärung gibt. Nächste Woche Dienstag verstreicht die von dieser neuen UPA gesetzte Frist, vermutlich ebenso folgenlos, wie beim ersten Schreiben.
mbert hat geschrieben:Auch interessant:
KOMMENTAR ZUR BEITRAGSÜBERSCHRIFT UNTEN: Es ist beunruhigend, dass die deutsche Qualitätspresse solche "Nachrichten" nur gering relativiert weitergibt. Die Existenz dieser bislang unbekannten, so genannten "UPA" wird in Kiew angezweifelt. Es könnte tatsächlich eine ukrainische Extremistengruppe sein. Allerdings hatte Andrei Illarionov vor einigen Wochen ausdrücklich vom Kreml organisierte Morde an prorussischen Vertretern in der Ukraine angekündigt. Die Unklarheit über den Zweck und Hintergrund der Mordserie findet keinen hinreichenden Ausdruck im Beitrag des HANDELSBLATTS.
Andreas Umland auf Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
Tja, dem angeführten Illarionow zufolge, müsste ich schon mindestens dreimal des Morgens in einem kleinrussischen Gouvernement aufgewacht sein.
Politische Morde hat übrigens auch Herr Boris Filatow ganz freimütig Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ..., wenn das mit der Lustration nicht so richtig klappt. Und der Facebookmob räsoniert auch ganz offen über neue Opfer. Seit langem ist da von Aufhängen und Erschießen die Rede. Der Volkskörper will halt gereinigt werden. "Tod den Feinden!"

Unabhängig vom Patriotenmob in den Kloschüsseln des Internet, setzt auch die Politik hier ihren Konfrontationskurs fort. Iwano-Frankiwsk verbietet Oppositionsblock, Partei der Regionen und die Kommis. Der Oppositionsblock hat in fünf Oblasten trotz massiver Wahlenthaltung bei den Parlamentswahlen die meisten Stimmen bekommen! Die Idioten in Frankiwsk begreifen offenbar nicht, was das für ein Signal für die Leute in diesen Gebieten ist.
Das Verbotsverfahren gegen die Kommis läuft daneben ebenfalls weiter, auch wenn das Problem sich einfach biologisch löst.
Die Rada setzt Symbole der Kommis und Nazis gleich und verbietet sie. OUN-UPA werden als Freiheitskämpfer auf den Sockel gehoben. Der KGB will die KGB-Tradition loswerden und setzt auf OUN-UPA-Tradition. Awakow rastet aus und bezeichnet den Donezker Gebietsverwalter Kichtenko als Kollaborateur, nur weil der davon spricht, dass die Donezker Oblast wirtschaftlich unteilbar sei und deswegen die Verbindungen zu den Separatistengebieten wieder hergestellt werden müssten.
Die Phrasen vom unteilbaren bzw. einigen Land klingen mit jedem Tag hohler.

Die Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... dazu:
Morde und Spekulationen

Zwei Morde an prominenten Regierungskritikern in Kiew beschäftigen die Ukraine. Stecken Nationalisten dahinter oder russische Geheimdienste?

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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#13 Beitrag von mbert » Sonntag 19. April 2015, 17:22

Zunächst mal danke für die Zusammenfassung, Handrij. Ich teile Deine sarkastischen Kommentare weniger. Nicht weil ich der Überzeugung bin, dass Du Unrecht hast, eher, weil ich der Überzeugung bin, dass weder Du noch ich (selbst paracelsus nicht) aktuell wirklich sicher sagen können, wer nun wirklich dahinter steckt. Mein Gefühl sagt mir, dass mir diese "UPA" nicht ganz echt vorkommt. Ich kann mich damit aber auch irren, denn es ist wirklich nur ein Bauchgefühl. Es könnte aber neben den bereits genannten Theorien natürlich auch sein, dass das einfach nur Trittbrettfahrer sind, die sich da mit "fremden Federn schmücken" wollen.

Ich bin ganz profan gesagt verdammt gespannt, was noch zu dem Thema ausgegraben wird. Sollte es aber tatsächlich so sein, dass hinter den Taten jemand anders als der "blutdurstige Volkskörper" steht, graust mir schon davor, wie dann einige einen solchen Befund aufs Verrecken nicht akzeptieren werden. Umgekehrt halte ich das für weniger dramatisch, da mit Sicherheit eine ganze Reihe Leute eher stolz darauf wären. Sei's drum.
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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#14 Beitrag von Hartmut » Sonntag 19. April 2015, 18:57

Nutznießer diese Morde sind die Hardliner der von der USA installierten und abhängigen jetzige ukrainischen Regierung und ihrer Helfershelfer.
Durch Terror, diese Morde sind terroristische Methoden um Abzuschrecken. Siehe Odessa und Don- Pass. Es werden nicht die letzten Morde gewesen sein. Wer sich gegen diese von der USA installierte Regierung durch Wort und Schrift entgegen stellt, wird umgebracht.
Mit festen Empfehlungen
HE

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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#15 Beitrag von mbert » Sonntag 19. April 2015, 19:35

Oh, noch so ein nüchterner Analysierer der Ukraine-Situation. Zeit, mein Killfile ein wenig zu füttern :)

PLONK :-D
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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#16 Beitrag von Sonnenblume » Sonntag 19. April 2015, 20:51

mbert hat geschrieben:
Hartmut hat geschrieben:Nutznießer diese Morde sind die Hardliner der von der USA installierten und abhängigen jetzige ukrainischen Regierung und ihrer Helfershelfer.
Durch Terror, diese Morde sind terroristische Methoden um Abzuschrecken. Siehe Odessa und Don- Pass. Es werden nicht die letzten Morde gewesen sein. Wer sich gegen diese von der USA installierte Regierung durch Wort und Schrift entgegen stellt, wird umgebracht.
Mit festen Empfehlungen
HE
Oh, noch so ein nüchterner Analysierer der Ukraine-Situation. Zeit, mein Killfile ein wenig zu füttern :)

PLONK :-D
Hihi, schon wieder der, der nicht mal Donbass schreiben kann, aber ganz genau weiß, was läuft. [smilie=dash2.gif] [smilie=dash2.gif] [smilie=dash2.gif]
Ich hab hier was für den Hartmut [smilie=ukr_prapor] [smilie=ukr_prapor] [smilie=ukr_prapor] [smilie=eu] [smilie=eu] [smilie=eu] [smilie=cool_ukr] [smilie=cool_ukr] [smilie=cool_ukr]

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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#17 Beitrag von paracelsus » Sonntag 19. April 2015, 22:00

@Handrij: vielen Dank für die Zusammenfassung.

Ich bin jetzt wirklich gespannt, wie die ukrainische Führung an die Aufklärung dieser Taten herangehen wird.... und wie die EU sich hierzu stellen wird (vor und hinter den Kulissen).
An die Phrasen von der einigen und unteilbaren Ukraine glaube ich schon lange nicht mehr.
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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#18 Beitrag von Malcolmix » Sonntag 19. April 2015, 23:08

paracelsus hat geschrieben:Ich bin jetzt wirklich gespannt, wie die ukrainische Führung an die Aufklärung dieser Taten herangehen wird.... und wie die EU sich hierzu stellen wird (vor und hinter den Kulissen).
An die Phrasen von der einigen und unteilbaren Ukraine glaube ich schon lange nicht mehr.
Naja - wenn ich mir vorstelle, wie viele Morde der RAF wirklich aufgeklärt werden konnten, wär ich nicht so zuversichtlich, daß es selbst einer fähigen Staatsanwaltschaft sicher gelingen könnte, die Morde aufzuklären. In dem derzeitigen Umfeld halte ich das zudem für sehr unwahrscheinlich, daß es gelingen wird.

Das gefäkte Bekennerschreiben ist eh ein Witz. Den Unsinn sollte man eh nicht ernst nehmen. Es hat mit den Morden nicht das Geringste zu tun. Selbst wenns der FSB gewesen sein sollte, würde das nicht beweisen, daß sie etwas mit den Morden zu tun haben. Die Wahl des Namens der Organisation weist allerdings schon auf eine Nebelkerze aus Russland hin.

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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#19 Beitrag von Anuleb » Sonntag 19. April 2015, 23:15

Hartmut hat geschrieben:Nutznießer diese Morde sind die Hardliner der von der USA installierten und abhängigen jetzige ukrainischen Regierung und ihrer Helfershelfer.
Durch Terror, diese Morde sind terroristische Methoden um Abzuschrecken. Siehe Odessa und Don- Pass. Es werden nicht die letzten Morde gewesen sein. Wer sich gegen diese von der USA installierte Regierung durch Wort und Schrift entgegen stellt, wird umgebracht.
Mit festen Empfehlungen
HE
Mittlerweile fällt mir dazu nur noch ein: "Mehr davon aus dem putinschen Komödiantenstadl" [smilie=popcorm1.gif] [smilie=popcorm1.gif] [smilie=popcorm1.gif]

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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#20 Beitrag von mbert » Montag 20. April 2015, 23:21

Ich habe gerade einen Artikel zu dem Thema gelesen, den ich hier einfach mal hier einstellen will. Quelle ist die Kharkiver Menschenrechtsgruppe (die wie ich finde übrigens generell ziemlich interessante Artikel veröffentlichen): Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... Interessant finde ich hieran, dass es wieder einmal bestätigt, dass aktuell alles andere als sicher ist, wer wirklich hinter diesen Morden steckt. Natürlich wird hier auch ein wenig spekuliert. Aber ich denke, dass das legitim ist, solange wir uns darüber im klaren sind, dass wir spekulieren und eigentlich nichts genaues wissen.

Mir ging dabei noch ein Gedanke durch den Kopf: die Ukrainer haben bei der Sache schon von vorn herein verloren.

Wenn sich herausstellen sollte, dass die Morde wirklich durch ukrainische Nationalisten verübt worden waren, dann hat Russland Futter für seine Propaganda, und die Ukraine steht ganz schlecht im Westen da, falls nicht sogar schlimmer.

Wenn sich herausstellen sollte, dass die Morde von der Mafia, betrogenen Liebhabern oder wem auch immer verübt worden waren, dann wird alle Welt den Ukrainern vorwerfen, die wahren Täter zu decken und etwas vertuschen zu wollen, und Russland hat Futter für seine Propaganda, und die Ukraine steht ganz schlecht im Westen da, falls nicht sogar schlimmer.

Wenn sich herausstellen sollte, dass die Morde eine gezielte Aktion der Russen waren, um vom Nemzow-Mord abzulenken, quasi ein "Gegenstück" zu schaffen und die Ukraine zu destabilisieren, dann wird alle Welt den Ukrainern vorwerfen, die wahren Täter zu decken und etwas vertuschen zu wollen, und Russland hat Futter für seine Propaganda, und die Ukraine steht ganz schlecht im Westen da, falls nicht sogar schlimmer.

Noch mehr Varianten? Ihr könnt Euch etwas ausdenken. Das Resultat wird praktisch in jedem Fall das gleiche sein.

Nun aber zum Text von oben. Eine Übersetzung des Artikels ist auf Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... erschienen. Ich packe sie hier einfach mal in voller Länge rein:
Während westliche Medien jegliches Gespräch über eine Beteiligung Russlands an den aufsehenerregenden Morden als „Kyiwer Version“ und als „Kreml-Version“ des Mords an Boris Nemzow darstellen, so sind es keineswegs nur ukrainische Politiker, die ihre Sorgen darüber äußern, die, sofern sie berechtigt sind, beängstigende Folgen hätten.

Die Frage in der Artikelüberschrift wurde durch den bekannten Journalisten Denis Kasanskij in Anbetracht dessen gestellt, wer hinter den Morden des Journalisten Oles Busina und dem Politiker Oleg Kalaschnikow letzte Woche in Kyiw steckt. Der gleiche Gedanke wurde am schonungslosesten von der Chefredakteurin von „Telekritika“, Natalja Ligatchewa, ausgedrückt, die die Morde als „Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...“ bezeichnete. „Jeder bereitete sich auf eine erneute Militäraktion durch Russland im Donbass vor“, sagte sie, „aber der Horror kam nach Kyiw. Man bekommt den Eindruck, dass ein Pantheon an „Opfern der blutigen Kyiwer Junta“ erschaffen wird.“

Über die Morde wurde weltweit berichtet. Es gab sogar Berichte, dass Russland vielleicht dahinter stecken könnte, aber sie wurden als Version der Kyiwer Regierung bezeichnet. So wie die Moskauer Version und die Behandlung von Kreml-nahen Medien zu dem Mord an dem Kremlkritiker Boris Nemzow im Februar.

Es gibt einige Antworten, aber die Verdächtigungen stammen keinesfalls nur von ukrainischen Politikern. Wenn irgendetwas an ihnen wahr ist, dann ist es nicht nur für einzelne pro-russische Politiker oder Journalisten Grund zu ernsthafter Sorge.

Oleg Kalaschnikow verschwand 2010 weitgehendst aus dem öffentlichen Blick aufgrund seines wohlverdienten schlechten Rufs, nachdem er als Parlamentsmitglied der Partei der Regionen eine Journalistin angegriffen hatte, und später dann aufgrund seiner Rolle als Organisator von „Tituschki“ oder bezahlten Schlägern, die vom Regime des ehemaligen Präsidenten Wiktor Janukowytsch benutzt wurden. Oles Busina war für seine stark anti-ukrainische Position in der Ukraine gut bekannt und teilweise aufgrund seiner skandalösen Arbeit über den ukrainischen Dichter Taras Schewtschenko. Doch er war in Moskau eher durch seine regelmäßigen Interviews während seines kurzen Intermezzos als Chefredakteur von „Segodnja“ weitaus stärker sichtbar.

Die beiden Männer wurden innerhalb von zirka 12 Stunden erschossen. Busina wurde am frühen Mittag des 16. Aprils während der Pressekonferenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin ermordet. Witalij Sitsch, der Chefredakteur der „Nowaja Wremja“ wurde ebenfalls zu seiner Reaktion auf die Morde gefragt. Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... dass der „russische Präsident Wladimir Putin keine Sekunde lang während der Live-Übertragung überrascht war, als man ihn darüber informierte, dass der bekannte Journalist Oles Busina in Kyiw ermordet wurde. Er begann sofort zu erzählen, dass alle Russen natürlich Busina kannten… Und er wurde praktisch sofort informiert. Hier warteten wir, weil wir nichts ohne Bestätigung der Meldung veröffentlichen wollten. Die Bestätigung kam geradezu 10 Minuten früher, genau dann, als Putin sofort in einer Live-Übertragung informiert wurde, ohne Frage, ob er darüber informiert werden sollte“.

Ein Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... besagt, dass 23 Minuten vergingen, bis die erste ukrainische Nachrichtenagentur darüber berichtete. Immer noch nicht viel angesichts der Anzahl an Desinformationen, die derzeit, sowohl in der Ukraine, als auch in Russland im Umlauf sind, und mit der verständlichen Angst, die russische Beamte fühlen mussten, wenn sie ihren Präsidenten falsch informieren.

In den frühen Morgenstunden am Freitag erhielt der Politologe Wolodymyr Fesenko ein Schreiben, sowie der Oppositionsblock (bestehend aus früheren Mitgliedern von Janukowytschs Partei der Regionen). Eine Gruppe, die sich selbst „Ukrainische Aufständische Armee“ (UPA) nennt, übernahm nicht nur die Verantwortung an dem Mord von Kalaschnikow und Busina, sondern auch für die Tode der früheren Janukowytsch-Mitarbeiter Michail Tschetschetow, Alexander Pekluschenko und Stanislaw Melnyk. Die Polizei gab bekannt, dass alle drei Männer Selbstmord begingen. Und zumindest im Fall von Tschetschetow wurde der scheinbare Selbstmord nicht veröffentlicht. Der Oppositionsblock führte später am Abend eine Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... zu den Drohungen und Statements in dem Schreiben an die Abgeordneten durch, dass sie 72 Stunden hätten, um das Land zu verlassen.

Sie sagten, dass die anonyme Email ebenfalls damit drohte, Regierungsmitglieder zu ermorden, „die den Kriegszustand nicht ausriefen, die Russland nicht den Krieg erklärten, und nicht die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Besatzer abbrachen“.

Der ukrainische Geheimdienst (SBU) nannte das Schreiben eine Fälschung und wies darauf hin, dass Sätze in dem Schreiben für eine ultranationalistische ukrainische Organisation sehr seltsam klingen, sowie auf einige andere Unstimmigkeiten.

Fesenko selbst Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... dass einige „Beweise“ für ihre Beteiligung, die in dem Schreiben genannt wurden, seine Vermutung verstärken, dass der russische Geheimdienst hinter den Morden stecken könnte – auch wenn die direkten Mörder selbst keine Ahnung hatten, dass sie benutzt wurden.

Nichts davon wäre neu. Es gab starke Vermutungen darüber, dass verschiedene rechtsgerichtete Parteien unter dem Janukowytsch-Regime benutzt wurden, sowie dass die Führer von „Swoboda“ zu ihrem eigenen Nutzen mit ihm zusammenarbeiteten.

Eine rechtsextreme Gruppe, besonders eine, die sich nach der 1942 gegründeten Original-UPA benannte, wäre für den Kreml ein wahres Geschenk, das die Idee unterstreichen würde, dass der EuroMaidan ein Produkt von gewalttätigen Radikalen und die Regierung in Kyiw eine „Junta“ sei. Es gab zweifellos Anlässe, als extreme Nationalisten einen Aktionsplan verfolgen wollten, unabhängig von dessen umstrittenen und schädlichen Einfluss. Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... der rechtsgerichtete Bewegungen erforscht, bestätigte, dass er 2014 von einer Splittergruppe hörte, die sich selbst UPA nannte.

Die Existenz einer solchen Gruppe würde nicht zwingend die Professionalität erklären, mit der zwei bekannte Personen in der ukrainischen Hauptstadt erschossen wurden – Busina am helllichten Tag. Wenn die Gruppe wirklich hinter allen fünf Toten steckt, warum wurden dann die ersten drei als Selbstmorde präsentiert?

Es würde auch gewisse andere Aspekte der Morde nicht erklären, die von Denis Kasanskij, dem Chefredakteur der „Vierten Gewalt“, Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... vorgebracht wurden.

„Der Mord an Busina ist praktisch eine Kopie des Mords an Boris Nemzow. Und meiner Meinung nach ist das Motiv klar – ein gleiches Bild eines aufsehenerregenden Mords in der Ukraine, den man um die Welt gehen lassen kann.

Ein Oppositioneller wurde während des Tages im Zentrum der Hauptstadt in unserem Land ermordet? Ihr habt auch einen Oppositionellen, der im Zentrum der Hauptstadt ermordet wurde.

Bei uns gibt es Unterdrückung? Bei Euch auch.

In unserem Land geschah der Mord aus einem Auto mit einem Nummernschild aus Tschetschenien? In Eurem Land war es ein Auto mit einem Nummernschild aus Litauen.

Ihr glaubt nicht, dass Nemzow ein „Opferlamm“ war? Dann sagt nicht, dass Busina eines war.“

Kasanskij gab seine Sichtweise eine Stunde nach dem Mord bekannt. Er sagte dann, dass er nicht glaubte, dass Busina durch Nationalisten ermordet wurde, und schon gar nicht für seine Anti-Maidan-Position. Busina reizte Leute über 10 Jahre lang, fügte er hinzu. Wenn ihn irgendjemand umbringen wollte, dann für sein Buch über Schewtschenko.

In dem obengenannten Artikel „Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...“ erwägt Kasanskij drei Versionen: er wiederholt seine anfängliche Skepsis in Bezug auf die Version einer radikalen Gruppe und führt zwei andere Möglichkeiten auf.

Die zweite heißt „Kreml“, in der er ein gemeinsames Konzept nennt, das den Tschetschenenführer und Putin-Protegé Ramsan Kadyrow beinhaltet, sowie die sogenannten „Donezker und Luhansker Volksrepubliken“ und alle anderen Kreml-Arme. Der Kreml hat alle denkbaren Motive. Destabilisierung der Situation in der Ukraine; eine Spiegelung von Auftragsmorden in Russland selbst; Anschwärzen der Landesführung; und Unterstützung für den Propagandamythos über die schrecklichen Kyiwer Faschisten. Oder, aller Wahrscheinlichkeit nach, alles zusammen.

Er weist beispielsweise auf die Reaktion des vom Kreml unterstützten militanten Führers Alexander Sachartschenko hin, die scheinbar im Voraus vorbereitet wurde. Die Ankündigung von mehr Morden durch Sachartschenko, so sagt er, wirft die Frage auf, ob vielleicht Sachartschenko plant, sie auszuführen.

Die dritte Version nennt er „exotisch“, aber wert, sie zu betrachten. Es geht darum, dass die Morde für die Partei der Regionen nützlich sein würden, die damit das Rating von pro-russischen Kräften stärken und ihre Wähler für die Lokalwahlen 2015 mobilisieren könnten.

Das Problem mit solchen Plänen ist, selbst wenn wir annehmen, dass Menschen fähig sind, nicht vor solchen Taten zurückzuschrecken, dass die angenommene Verbesserung der Popularität kaum als einzige Möglichkeit zu sehen ist, wie sich die Situation entwickeln könnte.

Es gab ernste Aufrufe, diese Morde eindeutig aufzuklären. Wie angemessen die ukrainischen Führungskräfte diese Aufgabe erfüllen, bleibt abzuwarten, aber in diesem Fall gibt es keine Entschuldigung für einen Mangel an politischem Willen.

Es gibt eine Schlussfolgerung, die Kasanskij als unabweisbar präsentiert.

„Wer auch immer Kalaschnikow und Busina umbrachte, schadete in erster Linie der Ukraine. Wer auch immer die Ermordeten waren, ihr Tod brachte dem Land keinen Vorteil, weil blutige Leichen auf den Straßen keine Stadt der Welt verbessern, vor allem nicht die Europäische Stadt Kyiw.“

Das steht gewiss nicht in Frage.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#21 Beitrag von paracelsus » Dienstag 21. April 2015, 12:35

mbert hat geschrieben:Ich habe gerade einen Artikel zu dem Thema gelesen, den ich hier einfach mal hier einstellen will. Quelle ist die Kharkiver Menschenrechtsgruppe (die wie ich finde übrigens generell ziemlich interessante Artikel veröffentlichen): Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... Interessant finde ich hieran, dass es wieder einmal bestätigt, dass aktuell alles andere als sicher ist, wer wirklich hinter diesen Morden steckt. Natürlich wird hier auch ein wenig spekuliert. ......................
boah, ein wenig spekuliert ist die Untertreibung des Jahres. Hier wird eine Meinung eingestellt deren Quintessenz lautet:

Es kann nicht sein, was nicht sein darf!
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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#22 Beitrag von Sonnenblume » Dienstag 21. April 2015, 13:37

paracelsus hat geschrieben:
mbert hat geschrieben:Ich habe gerade einen Artikel zu dem Thema gelesen, den ich hier einfach mal hier einstellen will. Quelle ist die Kharkiver Menschenrechtsgruppe (die wie ich finde übrigens generell ziemlich interessante Artikel veröffentlichen): Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... Interessant finde ich hieran, dass es wieder einmal bestätigt, dass aktuell alles andere als sicher ist, wer wirklich hinter diesen Morden steckt. Natürlich wird hier auch ein wenig spekuliert. ......................
boah, ein wenig spekuliert ist die Untertreibung des Jahres. Hier wird eine Meinung eingestellt deren Quintessenz lautet:

Es kann nicht sein, was nicht sein darf!
Lass uns doch einfach an deinen fundierten Erkenntnissen teilhaben und hör damit auf, andere zu verhöhnen, die sich der Mühe einer Analyse unterziehen.
Stell eine Diskussionsgrundlage hier rein und man kann sich darüber unterhalten. Deine ständigen abwertenden Bemerkungen, ohne selbst etwas Konstruktives beizutragen, sagen übrigens mehr über dich aus, als dir lieb sein kann.

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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#23 Beitrag von paracelsus » Dienstag 21. April 2015, 14:22

Sonnenblume hat geschrieben:.........
plonk
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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#24 Beitrag von mbert » Dienstag 21. April 2015, 20:48

paracelsus hat geschrieben:boah, ein wenig spekuliert ist die Untertreibung des Jahres. Hier wird eine Meinung eingestellt deren Quintessenz lautet:

Es kann nicht sein, was nicht sein darf!
... und ist damit nicht besser und nicht schlechter als die anderen Mutmaßungen.
Und wer hat nun recht? Wer hat die Glaskugel und kann uns ein für alle mal und mit Sicherheit sagen, wie es wirklich war?

Dein "boah" könnte ich auch zurückgeben, wenn ich mir ansehe, dass da eine angebliche "UPA" (reloaded) unterwegs ist, von der noch nie vorher jemand was gehört hat und die in gruseligem Surzhyk schreibt. Kann sein, dass die echt ist, kann auch nicht sein.

Also schön locker bleiben, Abwarten und Tee trinken. Und weil's so schön ist, noch ein paar Theorien austauschen, aber bitte mal in dem gegenseitigen Einverständnis, dass es sich allerseits um Theorien handelt.
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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#25 Beitrag von mbert » Dienstag 21. April 2015, 20:50

Sonnenblume hat geschrieben:Stell eine Diskussionsgrundlage hier rein und man kann sich darüber unterhalten. Deine ständigen abwertenden Bemerkungen, ohne selbst etwas Konstruktives beizutragen, sagen übrigens mehr über dich aus, als dir lieb sein kann.
Das bringt es auf den Punkt GOOD
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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#26 Beitrag von Handrij » Dienstag 21. April 2015, 23:17

Zum Aufklärungswillen der ukrainischen Staatsführung:

Gestern bei Kulikow auf ICTV hatte Herr Wassyl Wowk wieder einen Auftritt. Er ist der Chefermittler des KGB (auch als SBU bekannt).

Er unterstellte live im Fernsehen, dass die Morde an Kalaschnikow und Busina einen finanziellen Hintergrund haben. Als Indiz führte er an, dass der Bruder von Kalaschnikow am Tag der Ermordung einen tödlichen Verkehrsunfall hatte und in dem Auto sechs Millionen Hrywnja gefunden wurden. Die Welt staunte: "Also so war es".
Problem ist, dass Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... (wohl auch keinen Cousin) hatte. Der Kalaschnikow, der einen tödlichen Verkehrsunfall hatte und in dessen Auto diese Geldsumme gefunden wurde, war wohl nicht mit Oleg Kalaschnikow verwandt und starb schon 2009 (!).
«Ich bin gezwungen Ihnen erneut offiziell mitzuteilen, dass wir keine Daten über die Existenz von rechtsradikalen Parteien, oder Organisationen oder Gruppen haben.» Herr Wowk, meinte dass beim SBU keine derartigen Organisationen registriert seien. Oben hatte ich es wohlwollend noch mit "erfasst" übersetzt. Aber der Herr Wowk meint das offensichtlich so, dass eine rechtsextreme Organisation, die mordend durch die Gegend ziehen will, sich doch bitte beim SBU anmelden soll oder im Klartext: "Wir haben keine derartige Organisation gegründet oder finanziert, deswegen existiert so etwas nicht. Und wir wissen das genau!"
Und er gab noch einen Tipp:
«Ich denken, dass in der heutigen Zeit, wenn praktisch Krieg herrscht, man "Ukrainophoben" wenn schon den Mund nicht ganz schließen, so sie doch ihre Rhetorik auf Null herunterfahren muss. Ich meine, dass es in dieser Situation keine Leute geben sollte, die praktisch direkt gegen die Ukraine und gegen das Ukrainertum auftreten. Ich rufe dazu auf das zu tun, denn das führt nicht zum Guten. Das sage ich als Leiter der Hauptermittlung des Sicherheitsdienstes der Ukraine.»
Kulikow fragte nach, ob denn der Herr Wowk eine "wissenschaftliche" oder "rechtliche" Definition für "Ukrainophobie" habe. Daraufhin antwortete der Herr Wowk: «Nein. Doch wir begreifen, wovon die Rede ist.»

Also zusammengefasst sagt der KGB: "Jeder Regierungskritiker muss sich nicht wundern, wenn er umgelegt wird." Jeder, der nicht Slawa Ukrajini mitbrüllt, ist verdächtig und dessen Beseitigung wird vom Staat nicht verfolgt, sogar mehr oder weniger wohlwollend aufgefasst. Ein wunderschönes demokratisches Gesamtbild wenn politischer Mord staatlich akzeptiert wird. Im Zusammenhang damit sei an die von Anton Geraschtschenko promotete Seite der "Friedensstifter" erinnert, auf der persönliche Daten von unliebsamen Personen veröffentlicht werden. Sollten Poroschenko, Jazenjuk und Awakow keine Maßnahmen ergreifen und die Herren Geraschtschenko und Wowk nicht entlassen, ist hier also die Rede von staatlich sanktioniertem Terrorismus. Gab es schon in Lateinamerika und nicht nur da. Und nein, dazu wurde Kiew nicht von Putin gezwungen.

Die Komsomolskaja Prawda hat versucht den Mördern von Busina nachzugehen. Ist wohl glaubhafter als das, was die Behörden von sich geben: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
Demnach hätte einer der Täter nachdem sie das Fluchtauto stehen gelassen haben, Kleidung in die Büsche geworfen. Das sollte zumindest DNU- und Schmauchspuren ergeben. Egal, es hat eh niemand die Absicht die wirklichen Täter zu finden.

@mbert
Wie aus dem obigen und anderen Fällen wie beispielsweise den Maidanermittlungen, ganz zu schweigen von der Frontberichterstattung, folgt, ist die von Snyder erwähnte Strategie der Streuung von verschiedenen Versionen, damit Wirklichkeit und Propaganda verschwimmen, kein Alleinstellungsmerkmal der russischen Propaganda.

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Re: Doppelmord an Maidan-Gegnern: Die Spur der Killer

#27 Beitrag von mbert » Mittwoch 22. April 2015, 00:23

Handrij hat geschrieben:@mbert
Wie aus dem obigen und anderen Fällen wie beispielsweise den Maidanermittlungen, ganz zu schweigen von der Frontberichterstattung, folgt, ist die von Snyder erwähnte Strategie der Streuung von verschiedenen Versionen, damit Wirklichkeit und Propaganda verschwimmen, kein Alleinstellungsmerkmal der russischen Propaganda.
Davon gehe ich fest aus. Wobei ich bei den Ukrainern oft nicht sicher bin, ob sie ihre Propaganda aus oder mit Dilettantismus erzeugen LULKA
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