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Zwackelmann
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Eine Reise will geplant sein

#1 Beitrag von Zwackelmann » Donnerstag 11. August 2011, 18:50

Liebe Forengemeinde,

meine Freundin und ich werden unseren Sommerurlaub etwas verspätet auf der Krim und am Asowschen Meer verbringen. Keiner von uns hat Verbindungen in die Ukraine. Allerdings lernen wir seit einiger Zeit Russisch und hoffen, radebrechend zurechtzukommen.
Gleichwohl wird mir nun kurz bevor es losgeht etwas mulmig und diejenigen von Euch, die schon häufiger in der Ukraine waren, mögen mir das verzeihen - es ist eben doch ein unbekanntes Land in dem vieles anders sein soll als bei uns. Also, eventuell naiv klingende Fragen sind das wahrscheinlich auch. Ich habe aber ehrliches Interesse.

Umso erfreuter bin ich, auf dieses euer Forum gestoßen zu sein und hoffe, dass mir der ein oder andere Teilhabe an seinen Erfahrungen gewährt oder mit nützlichen Ratschlägen aufwarten kann, für die euch mein Dank gewiß wäre :)

Der Plan sieht vor, von München nach Donetsk zu fliegen und von dort mit dem Zug weiter auf die Krim zu fahren, um dann zunächst Sewastopol und Jalta anzuschauen und dann einen Badeort anzusteuern, wo wir uns eine Wohnung nehmen und zwei Wochen Sonne genießen wollen. Den Rest lassen wir auf uns zu kommen.

Jetzt stellen sich mir einige Fragen:

a) Welches sind die Preisspannen, mit denen man bei Zugfahrten und dem Mieten einer guten Wohnung für 2 Personen rechnen muss?
Damit meine ich jetzt nicht Sewastopol, wo wir uns wohl ein Hotel nehmen werden, sondern einen kleineren Badeort wie Berdiansk
oder Feodosia...

b) Wie sind die Lebenshaltungskosten? Also womit kann man in Restaurants rechnen wenn man als Studenten nicht die Besten, aber schon ordentliche besuchen will und wie sehen die Preise in Supermärkten aus?

c) In den Reisehinweisen der österreichischen, schweizerischen und deutschen Auswärtigen Ämter habe ich verschiedene Hinweise auf die Gefahr gelesen, dass man Opfer von Raub oder Diebstahl werden kann. Die ist sicherlich bei jeder Reise in jedem Land gegeben - oder sollte man in Ukraine als westlicher Tourist besonders aufmerksam sein?

d) Nimmt man zum Wechseln besser $ oder € mit und wie verbreitet sind Geldautomaten in kleineren Städten?

e) Fällt jemandem sonst noch etwas ein, das Neulingen hilfreich sein könnte?

Ich habe schon versucht, mich hier einzulesen, konnte aber so spezifische Antworten nicht finden :(
Vielen Dank für eventuelle Hinweise,
Simon

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lev
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Re: Eine Reise will geplant sein

#2 Beitrag von lev » Samstag 13. August 2011, 17:21

Hallo Zwackelmann,
ich finde es klasse und auch mutig, dass ihr euch die Ukraine als Reiseziel ausgesucht habt. GOOD Ist ja nicht unbedingt üblich, dass junge Leute sich für ein östliches Land enscheiden. (mal abgesehen von Kazantip zum abfeiern).
Eines gleich vornweg, die Ukraine ist nicht unsicherer wie die meisten Länder auch. In Rom, Paris und vielen anderen Metropolen ist Diebstahlsquote bei Touristen um ein vielfaches höher. Also seit beruhigt haltet die Augen auf und die Taschen zu und ihr werdet einen schönen Urlaub haben. Es ist ratsam, sich mit der Landeswährung der Hrywnja (ukrainisch Гривня) vorab vertraut zu machen, die ihr überall gegen Euro (Kurs ca. 1: 11,3) tauschen könnt. Das sind Wechselstuben (обмін валют) die es überall gibt. Sie haben den Vorteil, dass viele auch am Wochenende auf haben und meist einen besseren Kurs bieten als die Banken. Die Banken haben in der Regel alle Geldautomaten.
Die Preise in Restaurants mittlerer Klasse, sind ca. 30% billiger als die in Deutschland, ist aber immer abhänig von der Lage, wie überall. Für ein Menü mit Vorspeise, Hauptgang, Nachtisch und ein Getränk muss man ca. 100 UAH zahlen, ein ukr. Hot Dog ist für 10 UAH zu haben. Einheimische Produkte, wie z.B. Obst, Gemüse und Früchte sind billiger als in Deutschland. Bei den Preisen für Wohnungen kann ich für die Krim nichts verbindliches sagen, da sind hier im Forum welche, die sich besser damit auskennen. In Lviv, wo ich die Preise kenne, liegen sie für ein bis zwei Zimmer, Bad und Küche zwischen 200 bis 350 UHA je Tag.
Wichtig ist eine Auslandskankenversicherung, entweder über eure KV oder bessser eine private, die ist schon für ca. 20 € zu haben für zwei Personen.
Ich wünsche euch eine gute und erlebnisreiche Reise. ~~~c___ Nach eurer Rückkehr, könnt ihr ja mal berichten.

Gruß lev
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Re: Eine Reise will geplant sein

#3 Beitrag von lev » Samstag 13. August 2011, 17:40

Zwackelmann hat geschrieben: Ich habe schon versucht, mich hier einzulesen, konnte aber so spezifische Antworten nicht finden :(
Vielen Dank für eventuelle Hinweise,
Simon
Der Bericht hier aus dem Forum, ist doch eigentlich auch ganz hilfreich:
http://forum.ukraine-nachrichten.de/url ... -t164.html

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Zwackelmann
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Re: Eine Reise will geplant sein

#4 Beitrag von Zwackelmann » Samstag 13. August 2011, 18:30

Hallo Lev,
vielen Dank für deine Hinweise!
Das was du sagst, sowie auch der verlinkte Bericht haben mir schonmal ein Stückchen weitergeholfen.
Ich war im Internet schon auf den Webauftritt von Berdyansk gestoßen und dort waren die Preise exakt so wie du sie nennst. Das beruhigt mich, denn (Asche auf mein Haupt) ich habe befürchtet, abgezogen zu werden :)
Es ist wirklich schade, dass Russland und die Ukraine die meisten Zeitgenossen nur am Rande interessieren und man immer wieder so unschöne Kommentare hört über diese Länder.
Meine erste WG habe ich mit Russen geteilt und immer nur beste Erfahrungen gemacht.
Wenn übrigens jemand auch Russisch lernen möchte, dann habe ich einen guten Tipp!
Ich bin Autodidakt und lerne nur aus Interesse an Land und Leuten diese Sprache und dabei hilft mir sehr der Podcast von russlandjournal.de
Dort findet man unter "podcasts" einen wie ich finde exzellent aufgebauten Audiosprachkurs. Ich höre das beim Joggen, Busfahren und zu ähnlichen Gelegenheiten und die Russen die ich fragte meinten insgesamt, dass meine Aussprache wirklich gut sei. Das ist jetzt keine Werbung und die verkaufen auch nichts. Möchte mich damit nur für die Hinweise revanchieren.
Was jetzt noch offen bleibt, wäre die Sache mit dem Zugfahren.
Ich habe von Preisen um die 7 - 15 € gelesen für eine Fahrt von Kiew nach Lemberg im Kupe (4-er Abteil?) für eine Person. Ist das realistisch, würden unsere Karten ja etwa auch so viel kosten müssen :) ?
Ich bin schon sehr gespannt!
Grüße

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Siggi
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Re: Eine Reise will geplant sein

#5 Beitrag von Siggi » Samstag 13. August 2011, 19:58

lev hat geschrieben:Für ein Menü mit Vorspeise, Hauptgang, Nachtisch und ein Getränk muss man ca. 100 UAH zahlen, ein ukr. Hot Dog ist für 10 UAH zu haben.
Die günstigsten Preise beginnen bei mir vor Ort bei 15-20UAH für das einfacheste Menu. 100UAH pro Person schafft man eigentlich nur, wenn man sehr viel und die teuersten Gerichte isst.

Als Variante für den "Hotdog" kann ich Chebureki empfehlen:
http://everydayrussian.com/?p=6
Die gibt es gefüllt mit Käse, Fleisch, Bananen oder meine Lieblingsvariante Käse, Fleisch und Tomaten. Preis 5-10UAH pro Stück.
Schaurma ist die hiesige Variante von Kebab und findet sich auch im Straßenverkauf:
http://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A8%D0% ... 0%BC%D0%B0
Auch Schaschlik gibt es an jeder Ecke. Preise bei ab 20UAH.

Vor Ort findet ihr nicht nur die ukrainische/russische Küche, sondern auch die tatarische und usbekische ist vertreten. Einfach mal etwas neues probieren.

Im August sollte man für eine Ferienwohnung ca. $20 pro Tag rechnen. Ab der letzten Augustwoche beginnt die Nebensaison. Die Preise halbieren sich.

Vom Gefühl her würde ich sagen, dass die Kosten an meinem Wohnort um ca. den Faktor 2 und mehr günstiger sind als in DE (verglichen mit dem Preisniveau im bayerischen Wald).
In Jalta werden die Preise vermutlich auf einem ganz anderen Niveau sein.

Nehmt kaum Geld zum Wechseln mit (und wenn, dann nur Euro). Bankomaten gibt es schon zu genüge, wenn ihr nicht gerade in einer ländlichen Gegend seid.

Zugfahrten sind günstig. Beispiel: Kiew -> Simeropol 120UAH für gut 800km. Aber in der Saison muss man frühzeitig buchen, sonst können alle Karten ausverkauft sein. Das gilt insbesondere bei Zielen auf der Krim. Übrig bleiben dann meist nur die Luxustickets und die sind ca. den Faktor 4 teurer.

Gruß
Siggi

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Zwackelmann
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Re: Eine Reise will geplant sein

#6 Beitrag von Zwackelmann » Samstag 13. August 2011, 20:59

Hallo Siggi,
das war schon wieder ein sehr hilfreicher Post, insbesondere bezüglich der Bahnreise! Dankeschön!
Aber eine Frage habe ich dazu noch: Aus welchem Grund würdest du weniger Bargeld mitnehmen und dich auf Bankomaten verlassen?
Was hältst du von Reiseschecks?

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Optimist
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Re: Eine Reise will geplant sein

#7 Beitrag von Optimist » Samstag 13. August 2011, 21:23

Ich würde noch empfehlen, falls Medikamente, Sonnenschutzmittel und Insektenschutzmittel notwendig, diese lieber aus Deutschland mitzubringen.
Wünsche Euch einen schönen Urlaub !

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Zwackelmann
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Re: Eine Reise will geplant sein

#8 Beitrag von Zwackelmann » Donnerstag 22. September 2011, 12:30

Hallo zusammen!
Jetzt ist unsere leider viel zu kurze Reise in die Ukraine vorbei und als kleinen Dank für eure hilfreichen und ermutigenden Ratschläge und Meinungen möchte ich, wie erbeten, eine kleine Zusammenfassung liefern. Sicherlich wird erfahrenen Reisenden einiges bekannt vorkommen :)
Unterm Strich lässt sich sagen, dass unsere Tour nach Sewastopol und dann Berdiansk eine Erfahrung ist, die wir nicht missen wollen.
Allerdings sind wir auch sehr naiv an die Planungen unseres Urlaubs herangegangen. Wer bislang nur Länder der westlichen Welt bereist hat, kann sich unter "schlechten Verhältnissen" eben nichts wirklich Konkretes vorstellen.
Aber nun zum Anfang.
Im Anflug auf Donezk sahen wir - wie erwartet - rauchende Industrieschornsteine. Schon das Einlesen im Internet hatte uns davon abgehalten, einige Tage für Donezk zu verwenden, weil das ja, anscheinend, eine fast reine Montanindustriestadt mit entsprechend wenig wirklichen Sehenswürdigkeiten ist. Und in das ukrainische Leben wollten wir lieber in einer kleineren Stadt - Berdiansk - eintauchen, um nicht überfordert zu werden von den Eindrücken.
Nach der Landung der erste interessante Unterschied zur Heimat: Das Gepäck wurde mit einem klapprigen Wagen angefahren und jeder durfte sich nehmen was er wollte. Die Grenzbeamten waren an uns, allerdings nicht an anderen, mehr oder weniger desinteressiert und so ging es schnell durch den Zoll, zur Wechselstube und dann an den um Geschäfte bemühten Taxifahrern vorbei zur Bushaltestelle. Dass wir Greenhorns dort auf ein Taxi verzichteten, war vielleicht eine gute Entscheidung, nicht nur weil wir während der langen Busfahrt zum Bahnhof genügend Gelegenheit hatten, uns in den Straßen umzuschauen, sondern auch weil, wie wir später leidvoll erfahren sollten, wir leichte Beute für Betrug gewesen wären. Auch wenn die Summen für unsere Verhältnisse für eine Dienstleistung wie Taxifahren gering geblieben wären, war doch während unseres gesamten Urlaubs das unschöne Gefühl präsent, übers Ohr gehauen zu werden weil wir Ausländer waren, sobald wir Taxi fuhren. Mal hatte einer kein Wechselgeld, mal fuhr er ohne Taxameter und verlangte Summen, für die uns Ukrainer auslachten, die wir später kennenlernen sollten.
Jedenfalls hatten wir dann noch eine geringe Wartezeit in der wir Fahrkarten lösen konnten, um mit dem Zug nach Sewastopol zu fahren. An sich war die Zugfahrt langsam und zähflüssig, aber doch sehr bequem.
Einige Tage auf der Krim vergingen wie im Flug. Die Eindrücke waren so stark, dass wir Ukrainer manchmal wie Kinder mit großen Augen vorgekommen sein müssen. Mir scheint es, als wären die Stadtzentren in der Ukraine jeweils halbwegs instandgesetzt, aber die Außenbezirke fast dem Verfall preisgegeben.
Es schmerzte uns zu sehen, wie arm viele Menschen sind. Insbesondere alte Leute scheinen oft kaum Geld für das Essen zu haben. Nachts schlichen oft Gestalten mit Taschenlampen um Mülltonnen herum, um darin etwas zu suchen. Alte Frauen verkaufen an kleinen Tischchen auf der Straße mal getrockneten oder (halb)frischen Fisch, mal nur einige Sträuße Dill.
Die Plattenbauten wie auch die kleinen Einfamilienhäuser sehen oft furchterregend aus.
In Berdiansk hatten wir die Möglichkeit, in einem dieser Plattenbauten zu wohnen. Ich hatte im Internet Telefonnummern privater Vermieter ausgebuddelt und so lebten wir in Berdiansk in einer 3-Zimmer-Wohnung für 150 hrn am Tag. Damit waren sowohl wir, als auch die dort eigentlich lebende Familie glücklich.
Anscheinend sind die Wohnungen an sich oft gut instandgehalten, während sich um Treppenhaus und Fassade niemand kümmert.
Im Treppenhaus unseres Hauses jedenfalls roch es recht unangenehm, das Licht funktionierte nicht. Überall lagen Zigarettenkippen und abgebröckelter Beton. An der Aussenwand lag die Isolierung frei und war dem Vermodern ausgesetzt. Die Wohnung jedoch war schöner, als ich das oft beispielsweise in Prag erlebt habe.
In Sewastopol hatten wir uns nachts nicht so richtig auf die Straßen getraut. Das muss ich peinlicherweise eingestehen. Wir wurden immer direkt als Ausländer erkannt und ich hatte Angst, dass wenn wir nachts um 2 um Geld angegangen würden, ich meine Freundin nicht beschützen und uns auch niemand helfen könne bzw würde. Dazu haben allerdings auch einige Ukrainer beigetragen, die wir in einem Cafe kennenlernten und die uns auslachten und sagten wir wären "Kamikaze" weil wir als Westeuropäer, nur einen Mann stark, die Ukraine bereisten. So lagen wir dort immer gegen 23 h im Bettchen und machten uns fit für den nächsten Tag.
In Berdiansk waren wir dann mutiger und letzten Endes, ob durch Glück oder weil die Warnung unbegründet gewesen war, ist uns auch nichts passiert. Während der Woche werden dort, jedenfalls in der Nebensaison, die Bürgersteige hochgeklappt. Aber dafür konnten wir am Wochenende einen Einblick gewinnen, wie die Ukrainer ausgehen. Es scheint, dass die meisten jungen Leute sich, bevor sie in Clubs gehen, auf Parkbänken den nötigen Mut antrinken um dann im Club sich entweder an einem Bier festzuhalten, oder aber garnichts zu sich zu nehmen. Das ist natürlich verständlich, sind die Preise doch im Verhältnis zum Einkommen dort immens höher als bei uns. Jedoch schienen alle fröhlich und ich konnte auch, als mich mehrere Jungs, etwas aggressiv, nach Zigaretten fragten, die Situation dadurch beruhigen, dass es mir nicht wehtat jedem einen zu geben.
Was die Preise angeht, waren wir tatsächlich überrascht. Alles, was ihr sagtet stimmte.
Heimische Produkte sind extrem billig, westliche dafür umso teurer. Das Essen in Restaurants ist wie bei uns entweder grottenschlecht oder sehr schmackhaft. Insbesondere mir gefiel das Schaschlik, das dort in jeder Variation auf Kohlen gegrillt wird. Ob gut oder schlecht, man kann immer günstig essen gehen. Wenn wir es uns zu zweit an nichts fehlen ließen, kamen wir mit gutem Trinkgeld auf nie mehr als 150 - 220 hrn. Je nach Restaurant...
Ich habe es schon erwähnt, die Taxifahrer waren das einzige Unangenehme das uns auf dieser Reise begegnete. Deswegen wählten wir für unsere Rückreise nach Donezk nicht ein Taxi, wie wir es für 800 hrn hätten nehmen können, sondern fuhren vom Busbahnhof Berdiansk über Mariupol für jeweils 65 hrn 4 Stunden nach Donezk. Das war eine gute Entscheidung, wie ich finde.
Zwar glich die Fahrt einem vierstündigen Ritt auf dem Trampolin, aber sie gab unserem Urlaub noch ein kleines Mehr an Würze.
In Donezk wurden wir sofort beim Aussteigen von Taxifahrern belagert, die sehr aufdringlich waren und wohl ein gutes Geschäft witterten. Jedenfalls ließ sich einer von ihnen gnädig von 300 auf 250 hrn für die Fahrt zum Flughafen herunterhandeln und meinte wohl, das sei eine gute Tat. Wir fuhren jedoch für je 2 hrn mit dem Bus.
Ich habe diesen kleinen Bericht jetzt einfach mal so heruntergeschrieben und dabei sicherlich einiges vergessen, was der Erwähnung bedurft hätte. Man möge mir verzeihen :)
Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass dieser erste Einblick sicher nicht der Letzte war. Die Ukraine wird uns wiedersehen. Dann womöglich in Odessa oder Kiev. Dann muss ich hier nicht mehr um Hilfe bitten. Dass es jedoch dieses Forum gibt und ich hier im Vorhinein einige Hilfestellung bekommen konnte, war sehr hilfreich und irgendwie auch beruhigend.
Dafür nochmals meinen besten Dank!

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Re: Eine Reise will geplant sein

#9 Beitrag von lev » Donnerstag 22. September 2011, 14:40

Hallo Zwackelmann,
ist ja prima, dass euch eure erste Ukrainereise gefallen hat. Es sind in der Tat andere Eindrücke wie auf einer Reise im westlichen Europa, aber das ist auch der Reiz an so einer Reise.
Toller Reisebericht. GOOD
Bei eurer Planung für die nächsten Reisen in die Ukraine, solltet ihr den westlichen Teil der Ukraine nicht außer Acht lassen. Die wunderschönen Karpaten und die sehenswerten Städte, allen voran Lviv Kulthurhauptstadt der Ukraine sind ein wirkliches Highlight. Hier ein paar Infos dazu:
http://ct.lviv.ua/de/cult_capital/
http://www.poezdka.de/113/Ukraine/ukrai ... arten.html

Gruß lev [smilie=ukr_prapor]

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