PolitikGeständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

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Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#1 Beitrag von Handrij » Mittwoch 4. März 2015, 12:22

Das Geständnis eines verletzten russischen Panzerfahrers zeigt: Die Schlacht von Debalzewe wurde auf Befehl des Kremls von russischen Soldaten geführt. Die Separatisten sind nur Staffage.
Mehr bei der NZZ

Der Original-Artikel in der Nowaja Gaseta: http://www.novayagazeta.ru/society/67490.html

Kobsons Besuch in dem Krankenhaus:

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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#2 Beitrag von toto66 » Donnerstag 5. März 2015, 10:30

Es ist ja nun eine weitere, sicher sehr glaubwürdige bestätigung dafürdas das alles genau so läuft wie von vielen hier im Forum gegen den verbalen Widerstand weniger immer wieder beschrieben. In allen Einzelheiten. Eine schallende Ohrfeige für die Putler.
Einiges ist dann aber doch interessant und bezeichnend. Wie die benannten Zeitpunkte.
Die Worte "Separatisten", "Volkswehr", "Widerstand", die einige hier verwendeten wirken vor diesem Hintergrund nur noch lächerlich und entlarvend. Und nun ist ja auch klar auf welcher Seite die Kriegshetzer zuhause sind.. oder, Blindflieger ?
Wladimir Putin keine Vorwürfe. Putin sei ein interessanter und schlauer Mensch. Der ganzen Welt verkünde er, es gebe keine russischen Soldaten in der Ukraine, «aber uns sagt er schnell: ‹Los, los.›»
Putins Ukraine-Politik in wenigen Worten. So muss man dann auch jedes Abkommen mit diesem Regime bewerten, auch Minsk 2. Es hält genau so lange wie es dem Kreml nützlich erscheint, keine Sekunde länger.

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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#3 Beitrag von Handrij » Donnerstag 5. März 2015, 16:20

Das Interview hat viele Momente, die stutzig machen.
Ну что, я в танк залез — мне пофиг. Танку от миномета ничего не будет. Осколки… даже так говорят — если попадет в тебя снаряд «Стрелы», который 4 метра, градовский снаряд, танку ничего не будет. Лучшее убежище, чем танк, не найти. И мы жили в танке, спали сидя. Холодно, но ничего, так и спали.
Angesichts der Bilder von zerstörter Technik nach Angriffen mit Raketenwerfern klingt das total unglaubwürdig.

Ebenso stutzig macht die Ansage:
Когда мы были в Макеевке, они вообще нам сказали, что 70 процентов мирного населения здесь — за укропов, «так что вы будьте на чеку, ребята». В Макеевку заехали, в парке городском мы спрятались, технику укрыли, замаскировали — и буквально через час по нам начали долбить минометы.
70 Prozent in Makejewka für Kiew? Das Panzerbataillon fährt mal eben in den Stadtpark und versteckt sich da??? und dann werden sie nach einer halben Stunde mit Mörsern angegriffen? Das klingt alles sehr seltsam.

Andere Momente sind hier aufgezählt:
http://nahnews.com.ua/171420-bronekonny ... -batalony/

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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#4 Beitrag von toto66 » Donnerstag 5. März 2015, 18:39

ich kann viele der "stutzig machenden Momente" nicht teilen. Aber ich finde es mittlerweile nicht mehr merkwürdig das das "stutzig machen" auch ziemlich einäugig bleibt.

halten wir einfach fest: alles Spinnerei ... ROFL und der gruselige Kobzon hat einen schlechten Schauspieler besucht.
ja ja

12.000 russische Soldaten nach US-Schätzung in der Ostukraine
Das US-Militär geht von einer massiven Präsenz russischer Einheiten in der Ostukraine aus. Zudem sollen sich hinter der Grenze weitere 50.000 Soldaten bereithalten.

Russland unterstützt die Separatisten im Osten der Ukraine nach Einschätzung des US-Militärs mit etwa 12.000 Soldaten. Es handle sich um eine Mischung aus Militärberatern, Bedienpersonal für Waffen und Kampftruppen, sagte der Kommandeur der US-Heerestruppen in Europa, General Ben Hodges. Hinzu kämen rund 29.000 russische Soldaten, die auf der besetzten Krim stationiert seien. Nach den alten Verträgen dürfe Russland dorthin nur bis zu 25.000 Soldaten entsenden.

Weitere 50.000 russische Soldaten sind laut Hodges direkt jenseits der ukrainischen Grenze auf eigenen Territorium stationiert. Sie seien für den Fall vorgesehen, dass die Separatisten wie schon Ende vergangenen Jahres schwere Rückschläge erlitten und die ukrainische Armee die Oberhand gewinne.

Darüber hinaus gebe es weitere Hinweise auf ein unmittelbares Eingreifen der Russen in die Vorgänge in der Ostukraine. So seien zwei zivile Drohnen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Osten der Ukraine durch elektronische Manipulation vom Himmel geholt worden. "Das funktioniert nicht mit Ausrüstung, die man im Keller zusammenbastelt", sagte Hodges. "Über diese Fähigkeit zur elektronischen Kriegsführung verfügen nur moderne Armeen."
...
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015 ... etzung-usa

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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#5 Beitrag von Kolobok » Donnerstag 5. März 2015, 18:58

Handrij hat geschrieben:Das Interview hat viele Momente, die stutzig machen.
Ну что, я в танк залез — мне пофиг. Танку от миномета ничего не будет. Осколки… даже так говорят — если попадет в тебя снаряд «Стрелы», который 4 метра, градовский снаряд, танку ничего не будет. Лучшее убежище, чем танк, не найти. И мы жили в танке, спали сидя. Холодно, но ничего, так и спали.
Angesichts der Bilder von zerstörter Technik nach Angriffen mit Raketenwerfern klingt das total unglaubwürdig.
Der Panzersoldat liebt seinen Panzer. Wenn mich mein Russisch nicht täuscht, dann behauptet er ja auch nicht schon einmel einen Gradbeschuss überstanden zu haben.
Осколки… даже так говорят
Splitter... man erzählt sich sogar, dass wenn...
So würde ich das übersetzen.
Handrij hat geschrieben: Ebenso stutzig macht die Ansage:
Когда мы были в Макеевке, они вообще нам сказали, что 70 процентов мирного населения здесь — за укропов, «так что вы будьте на чеку, ребята». В Макеевку заехали, в парке городском мы спрятались, технику укрыли, замаскировали — и буквально через час по нам начали долбить минометы.
70 Prozent in Makejewka für Kiew? Das Panzerbataillon fährt mal eben in den Stadtpark und versteckt sich da??? und dann werden sie nach einer halben Stunde mit Mörsern angegriffen? Das klingt alles sehr seltsam.
Was ist daran seltsam? Auch das hat man ihm so erzählt. Er hatte kaum Kontakt zur Bevölkerung. Außerdem reicht eine Person aus, die einen Tipp gibt, damit nach einer Stunde Stellungen beschossen werden.
Handrij hat geschrieben: Andere Momente sind hier aufgezählt:
http://nahnews.com.ua/171420-bronekonny ... -batalony/
Neee Handrij, eine Seite die damit anfängt, dass ein Journalist lügt, weil er zu den Schwulen und Lesben gehört, die mache ich ganz schnell wieder zu [smilie=dash2.gif]
Falls dich unsere Meinung hier tatsächlich interessiert, kannst du gerne hier fragen.

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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#6 Beitrag von FEINDFLIEGER » Freitag 6. März 2015, 05:14

toto66 hat geschrieben: Und nun ist ja auch klar auf welcher Seite die Kriegshetzer zuhause sind.. oder, Blindflieger ?
Daß dir das klar ist,weiß ich schon!
Aber: Auch deine "Blindheit" wird dich noch einholen...
Zuletzt geändert von Handrij am Freitag 6. März 2015, 10:33, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Klarnamen entfernt und Verwarnung erteilt ...

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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#7 Beitrag von toto66 » Freitag 6. März 2015, 07:51

FEINDFLIEGER hat geschrieben:
toto66 hat geschrieben: Und nun ist ja auch klar auf welcher Seite die Kriegshetzer zuhause sind.. oder, Blindflieger ?
Daß dir das klar ist,weiß ich schon!
Aber: Auch deine "Blindheit" wird dich noch einholen...
ROFL ach Gottchen ..... du entlockst mir nur ein müdes Lächeln.
Hältst du Klarnamen für einen besonderen Gag ? ich sagte schon öfter, ich werde mich nicht verstecken.
Und ich hoffe nach wie vor das du mich mal irgendwo "einholst"
Ansonsten, wie immer, Gewäsch und Propaganda gegen Fakten. Trollig eben.

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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#8 Beitrag von Handrij » Freitag 6. März 2015, 10:32

Kolobok hat geschrieben:
Осколки… даже так говорят
Splitter... man erzählt sich sogar, dass wenn...
So würde ich das übersetzen.
Dann ist ja alles klar, ein Panzerfahrer der sich erzählen lässt, dass seine Kiste auch Raketenangriffen standhält.
Kolobok hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben: Ebenso stutzig macht die Ansage:
Когда мы были в Макеевке, они вообще нам сказали, что 70 процентов мирного населения здесь — за укропов, «так что вы будьте на чеку, ребята». В Макеевку заехали, в парке городском мы спрятались, технику укрыли, замаскировали — и буквально через час по нам начали долбить минометы.
70 Prozent in Makejewka für Kiew? Das Panzerbataillon fährt mal eben in den Stadtpark und versteckt sich da??? und dann werden sie nach einer halben Stunde mit Mörsern angegriffen? Das klingt alles sehr seltsam.
Was ist daran seltsam? Auch das hat man ihm so erzählt. Er hatte kaum Kontakt zur Bevölkerung. Außerdem reicht eine Person aus, die einen Tipp gibt, damit nach einer Stunde Stellungen beschossen werden.
jo, das reicht, aber das man ihm das mit den 70 Prozent erzählen kann und er trotzdem glaubt auf der richtigen Seite zu stehen, ist weiterhin seltsam.
Es werden wohl die hier gewesen sein:

Kolobok hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben: Andere Momente sind hier aufgezählt:
http://nahnews.com.ua/171420-bronekonny ... -batalony/
Neee Handrij, eine Seite die damit anfängt, dass ein Journalist lügt, weil er zu den Schwulen und Lesben gehört, die mache ich ganz schnell wieder zu [smilie=dash2.gif]
Dass der Autor trotz der LGBT-Invektiven unter der Gürtellinie noch ein paar technisch-militärische Argumente hat, interessiert dann nicht mehr.
Kolobok hat geschrieben: Falls dich unsere Meinung hier tatsächlich interessiert, kannst du gerne hier fragen.
na dann mal los ....
toto66 hat geschrieben:halten wir einfach fest: alles Spinnerei ... ROFL und der gruselige Kobzon hat einen schlechten Schauspieler besucht.
Ich bezweifle nicht, dass da Burjaten kämpfen. Ich zweifle den Inhalt des Interviews an.

Die Veröffentlichung in der Nowaja Gaseta steht übrigens nicht allein da. Im Kommersant gab es am 19. Februar einen Bericht über die "Donbass-Indianer": http://www.kommersant.ru/doc/2671088

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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#9 Beitrag von Handrij » Freitag 6. März 2015, 11:47

Hier noch einmal von der Deutschen Welle alles schön aufbereitet:
Russische Kämpfer in der Ukraine

Es gibt zahlreiche Hinweise, dass russische Soldaten ganz offiziell in der Ostukraine kämpfen. Reporter vor Ort und Menschenrechtler beschreiben, wie sie versuchen, als solche unentdeckt zu bleiben.

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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#10 Beitrag von Kolobok » Freitag 6. März 2015, 19:01

Handrij hat geschrieben: Dass der Autor trotz der LGBT-Invektiven unter der Gürtellinie noch ein paar technisch-militärische Argumente hat,
Tja, da hat da Autor halt Pech gehabt. Aber wer so schreibt, der richtet sich halt an ein ganz gewisses Publikum, welches vielleicht kopfnickend weiter liest. Selbst meine Neugierde ist dann nicht so groß um weiter zu lesen. Ich würde mich bloß ärgern und das mache ich schon oft genug.
Aber wie gesagt, wenn du noch ein paar konkrete Punkte hast, wozu du eine andere Meinung hören willst, immer her damit.
Wobei ich gleich mal vorausschicken will, dass ich persönlich nicht jedes Wort des jungen Soldaten auf die Goldwaage legen würde. Der Mann ist gerade mal 20 Jahre alt, er ist gerade dem Tod von der Schippe gehopst, er ist schwer verletzt und in Behandelung, er steht plötzlich im Blickpunkt der Medien ....

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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#11 Beitrag von toto66 » Samstag 7. März 2015, 22:58

Die militär-technischen "Argumente" kann ich nicht in Gänze beurteilen. Aber ein Panzer kann natürlich auch Raketentreffern standhalten. Kommt auf den Panzer und die Rakete an..... und dann auf noch ein paar Faktoren.
Ich bezweifle nicht, dass da Burjaten kämpfen. Ich zweifle den Inhalt des Interviews an.
Wie jetzt: willst du allen Ernstes sagen das eine russische Zeitung ein Interview mit einer real existierenden Person veröffentlicht, das sie frei erfunden haben ? das kann ich mir nun in Anbetracht des in Russland herrschenden Klimas gegen kritische Presse, mit dem auch die Novaja Gazeta schliesslich schon Erfahrungen machen konnte nun gar nicht vorstellen.
Jede Menge anderer, auch russischer Zeitungen haben die Geschichte gebracht. Die scheinen alle weniger daran zu zweifeln.

Мать раненого забайкальца, которого навещал Кобзон, отправится в Донецк
http://zabmedia.ru/news/74274/mat_ranen ... _v_doneck/

Andere schon. Das liest sich dann so:
«Новая газета» запустила «громкий» фейк.
Вот уже два дня российское общество гудит от интервью, которое было опубликовано в оппозиционном издании «Новая газета». Если есть те, кто об этом интервью ещё не слышал, поведаю: «Новая газета» опубликовала статью, в которой была рассказана история российского танкиста, серьёзно раненного под Дебальцево, на Украине. Зовут танкиста - Доржи Батомункуев. «Самый русский» танкист, который только есть в российской армии.

Я прочитал уже не одну подобную статью, где рассказывали о том, что части регулярной российской армии принимают участие в военных действиях на Украине. Но эта оказалась просто верхом циничности по отношению к россиянам, которым, откровенно говоря, «лили воду в уши». Не смею ставить под сомнение героизм солдат, воюющих на стороне ДНР и ЛНР на юго-востоке Украины, но, когда их возможные истории используют в целях антироссийской пропаганды, читать об этом мерзко.
..
http://cont.ws/post/77127

Мать раненого забайкальца, которого навещал Кобзон, отправится в Донецк
http://zabmedia.ru/news/74274/mat_ranen ... _v_doneck/

Dabei kann es doch nicht so schwer sein den Burschen, der immerhin den Komiker Kobzon empfangen konnte einfach zu fragen...



so kann man es auch erklären:


hier kann man Nachrufe hinterlassen....
http://gruz200.net/

übrigens Handrij, interessant was du da in dem Video zeigst. Unfassbar, was die Ukrainer den Sepis so alles in welch bewundernswert guten Zustand hinterlassen oder übergeben haben... sagtest du nicht kürzlich, das da allenfalls mal 2,3 Panzer aufeinander schiessen ?

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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#12 Beitrag von Handrij » Dienstag 10. März 2015, 19:13

Kolobok hat geschrieben:Aber wie gesagt, wenn du noch ein paar konkrete Punkte hast, wozu du eine andere Meinung hören willst, immer her damit.
Wobei ich gleich mal vorausschicken will, dass ich persönlich nicht jedes Wort des jungen Soldaten auf die Goldwaage legen würde. Der Mann ist gerade mal 20 Jahre alt, er ist gerade dem Tod von der Schippe gehopst, er ist schwer verletzt und in Behandelung, er steht plötzlich im Blickpunkt der Medien ....
nu denn:
Einen Faktor den er anmerkt ist die Zeit. Der offensichtlich schwer verletzte Mann redet über eine halbe Stunde mit der Reporterin. Eine ziemlich lange Zeit für einen Soldaten, der da angeblich in einer geheimen Operation unterwegs ist (der nächste Aspekt ist dann, wieso der Kreml jetzt solche Veröffentlichungen + Kommersant zulässt oder gar forciert). Wieso hat es der behandelnde Arzt zugelassen und wieso hat der Soldat keine Angst vor den Folgen der Veröffentlichung? Wird das Krankenhaus nicht vom FSB kontrolliert?

Der Autor mokiert sich über die Verwendung des Wortes курсовка statt des ihm nach üblichen Gebrauchs von учебка.
Мог солдат забыть самый трудный период в службе – первые полгода, да еще в аду «учебки», и ляпнуть про какую-то «курсовку»?
Kann ein Soldat die schwerste Zeit im Dienst - das erste Halbjahr, ...., und über irgendeinen «Kurs» faseln? Dem Autoren zufolge wäre «Kurs» ein Wort, das der Interviewerin bzw. der Zielgruppe der Zeitung geläufiger ist.

Am 25. November 2013 trat Dorschi Batomunkujew seinen Dienst an. Im Interview heißt es:
У меня срочка должна была закончиться 27 ноября. А в Ростов мы приехали в октябре, у меня еще срочка шла. Так что контракт у меня начался уже здесь. Мы пятая танковая отдельная бригада.
Demnach wäre sein Dienst am 27. November 2014 zu Ende gewesen, doch war er bereits im Oktober in Rostow. Damit soll dem Autoren nach der Eindruck erweckt werden, dass die Russen einfache Rekruten in den Donbass schicken.
Но Костюченко не знает двух вещей. После рапорта о контрактной службе военнослужащий СРАЗУ зачисляется на контракт, а не ждет срока окончания срочной службы. И самое главное: указ президента Российской Федерации от 30 сентября 2014 г. № 647 «О призыве в октябре — декабре 2014 г. граждан Российской Федераций на военную службу и об увольнении с военной службы граждан, проходящих военную службу по призыву», был подписан 1 октября и согласно ему с этого же числа начиналась демобилизация выслуживших свои сроки.

То есть в октябре Доржи уже мог праздновать «дембель». Ходить с расстегнутым воротничком и хоть вообще без ремня. А не «гацать» по Ростову.
Demnach wäre Batomunkujew mit dem neuen Einzugserlass (http://www.rg.ru/2014/10/01/priziv-dok.html) bereits auf Entlassung gewesen. Vorher hätte er aber bereits gemäß Interview im Juni seinen Dreijahresvertrag unterzeichnet.

Ein nächster Punkt ist, wieso die russische Armee Panzer aus dem Osten nach Rostow verlegt, wo doch gerade dort eher ein Panzermangel besteht, was selbst bei den Tschetschenieneinsätzen angeblich nicht der Fall war.
Елена так же не пишет, а за каким «лешим», собственно, надо гнать эшелоном от Улан-Удэ почти 40 танков, кучу вспомогательной техники и полтысячи личного состава. А это железнодорожный состав в не менее, чем 70 вагонов. Гнать из не очень насыщенного войсками Восточного округа в наиболее боеспособный и опытный в военном плане Южный? Где танков гораздо больше?
oder ist das die Antwort?
«Вы сибиряки — вы покрепче будете, вот вас и отправили».

weiter wird der Abnutzungsaspekt erwähnt:
Костюченко простительно этого не знать, а вот танкист Батомункуев не мог не знать, что ресурс гусениц Т-72Б, которыми вооружена 5-я бригада, не превышает 4,5 тысячи километров. А ресурс двигателя В-84 до «капиталки» — не более 1000 часов. Много это или мало? Не более двух месяцев боев той интенсивности, что якобы описывает Батомункуев. Расходовать эти ресурсы может только идиот. Но идиот вряд ли организовал бы окружение под Дебальцево.
Die Ketten des T-72B wären lediglich bis zu 4.500 Kilometer gut und der erwähnte B-84-Motor würde nicht mehr als 1000 Stunden laufen, was dem Autoren zufolge bei zwei Monaten intensivem Einsatz schon erreicht werden würde.

Danach fährt er fort, dass aufgrund der Lagerung von Projektilen und Ladung die T-72 nicht wie im Interview "lange" brennen, sondern allenfalls explodieren. Dabei würde in der Regel die gesamte Besatzung umkommen und die verfügbaren Fotos aus den Kampfgebieten würden das belegen.

Im Interview heißt es:
А бэшка исключается тем, что есть прицел 1К13, он для ночной стрельбы, ночного наблюдения, для выстрелов с управляемыми ракетами.
Der Autor lenkt die Aufmerksamkeit auf das Nachtsichtvisier (und redet aber nicht über die lenkbaren Raketen):
Но даже в танке предыдущей модернизации Т-72А есть ночной прицел наводчика ТПН-3-49 с осветителем Л-4. А на первой модификации «чистого» Т-72 ночной прицел ТНП-1-49-23. Да и какой вообще современный танк может быть без ночного прицела? И какой идиот пошлет зимой, когда световой день короток, танки в бой без приборов ночного наблюдения и прицеливания?
Demnach hätten bereits die Vorgängermodell Nachtsichtvisiere gehabt und es würde heutzutage keinen Sinn machen im Winter Panzer ohne Nachtsichtvisiere loszuschicken.

Weiter bringt er die fehlenden Ortsangaben an. Im Interview:
В каком населенном пункте это было?

— Я не знаю, что это был за населенный пункт. Все деревни одинаковые. Везде разруха, все разбомблено.

— А сколько вы деревень прошли?

— Точно не скажу. Деревни четыре. Было один раз отбитие деревни, а в остальные просто заезжали… (Молчит). Я, конечно, не горжусь этим, что сделал. Что уничтожал, убивал. Тут, конечно, гордиться нельзя. Но, с другой стороны, успокаиваюсь тем, что это все ради мира, мирных граждан, на которых смотришь — дети, старики, бабы, мужики. Я этим не горжусь, конечно. Тем, что стрелял, попадал…
und stellt dann Fragen, wie das überhaupt abgelaufen sein kann, so ein Kampfeinsatz ohne Karten, in denen nicht einmal die Panzerkommandeure wissen, wohin es geht usw.
И по его же словам, отцы-командиры вообще не говорили им, куда именно они поедут и где будут вести бои. В абстрактной Украине. Даже командирам танков не давали никаких карт, хотя они им положены по штату. Вот так и ездили они неизвестно куда, неизвестно откуда и стреляли по сторонам. Куда покажут.

Воевать без карт? Без тщательного изучения будущего театра боевых действий? Без знания дорог, населенных пунктов, мостов, предельного веса для них, бродов, оврагов, речушек, участков танконепроходимой местности? С корабля на бал в незнакомую местность?

А как экипажу ставили задачи? Прямо, налево, потом направо и до упавшего дерева, а там спросите дорогу? Как механики ориентировались на мести?
Vermutlich alles an den Haaren herbeigezogen, um militärisch unbedarfte Leute wie mich zu beschäftigen.

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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#13 Beitrag von Handrij » Dienstag 10. März 2015, 19:30

toto66 hat geschrieben:übrigens Handrij, interessant was du da in dem Video zeigst. Unfassbar, was die Ukrainer den Sepis so alles in welch bewundernswert guten Zustand hinterlassen oder übergeben haben... sagtest du nicht kürzlich, das da allenfalls mal 2,3 Panzer aufeinander schiessen ?
Nochmal für dein anscheinend kurzes Gedächtnis zur Auffrischung toto66:
Du schriebst von Panzerschlachten und zwar hier: http://forum.ukraine-nachrichten.de/kri ... ten#p95736
Daraufhin entgegnete ich hier: http://forum.ukraine-nachrichten.de/kri ... tml#p95823
Vergiss das mit den Schlachten und dem ganzen martialischen Geschrei. Hier treffen allenfalls mal zehn Panzer aufeinander. Größtenteils wird der Krieg über Artillerie geführt, daher auch die ganzen Opfer unter der Zivilbevölkerung.
und zum guten Zustand der Panzer ebenfalls nochmal meine Entgegnung von hier: http://forum.ukraine-nachrichten.de/kri ... tml#p95796
Ich unterstelle den Russen, dass sie zwar ihren Schrott in der Ukraine entsorgen, aber nicht die Ausrüstung ihrer regulären Armee ins Land bringen. Vermutlich testen sie auch Neuentwicklungen unter Gefechtsbedingungen.
Mit Schrott meine ich das, was die russische Armee im Rahmen ihrer Umrüstung ausgemustert hat, aber immer noch gut genug für den Kampf gegen die ukrainische Armee ist.

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Kolobok
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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#14 Beitrag von Kolobok » Mittwoch 11. März 2015, 00:43

Handrij hat geschrieben: Vermutlich alles an den Haaren herbeigezogen, um militärisch unbedarfte Leute wie mich zu beschäftigen.
Ganz bestimmt. Geht mir genau so.Aber mal sehen ob ich mitspekulieren kann oder mein geballtes google-Militärwissen einsetzen kann.
Handrij hat geschrieben: Einen Faktor den er anmerkt ist die Zeit. Der offensichtlich schwer verletzte Mann redet über eine halbe Stunde mit der Reporterin. Eine ziemlich lange Zeit für einen Soldaten, der da angeblich in einer geheimen Operation unterwegs ist (der nächste Aspekt ist dann, wieso der Kreml jetzt solche Veröffentlichungen + Kommersant zulässt oder gar forciert). Wieso hat es der behandelnde Arzt zugelassen und wieso hat der Soldat keine Angst vor den Folgen der Veröffentlichung? Wird das Krankenhaus nicht vom FSB kontrolliert?
Man ist in Donezk doch quasi zu Hause. Kobson durfte sich doch schon mit dem Burjaten unterhalten. Der Burjate konnte sich dabei ganz von allein hinsetzen. Außerdem habe ich nach den letzten Äußerungen von Putin den Eindruck, dass ihm das jetzt schon egal ist, ob was rauskommt oder nicht. Dafür dürfte die Soldfrage für den Burjaten jetzt geregelt sein. Da kann keiner mehr sagen, dass er nur als Tourist in Donezk war.
Handrij hat geschrieben: Der Autor mokiert sich über die Verwendung des Wortes курсовка statt des ihm nach üblichen Gebrauchs von учебка.
Мог солдат забыть самый трудный период в службе – первые полгода, да еще в аду «учебки», и ляпнуть про какую-то «курсовку»?
Kann ein Soldat die schwerste Zeit im Dienst - das erste Halbjahr, ...., und über irgendeinen «Kurs» faseln? Dem Autoren zufolge wäre «Kurs» ein Wort, das der Interviewerin bzw. der Zielgruppe der Zeitung geläufiger ist.
Also ich habe mal google gefragt und der Begriff scheint durchaus üblich zu sein. Zumindestens sprechen die (ehemaligen) Soldaten immer mal so:
http://www.prizyvnik.info/threads/12366 ... le_uchebki
скоро кончается курсовка в учебке по специальности механик-водитель
http://aphazel-ariok.livejournal.com/1056.html
Кстати о сержантах можно написать отдельно.В конце курсовки(периода обучения) из каждого взвода,а всего их четыре по ~30 человек
http://pikabu.ru/story/istoriya_prokhoz ... _2_3125322
Фотографий с курсовки, к сожалению, не оказалось, но в войсках сделал предостаточно, так что в посте про службу в войсках точно будут.
http://www.esosedi.ru/onmap/uchebka_svy ... index.html
После курсовки 1996-1997 служил на узле связи.Помню почти всех своих сослуживцев.Двух Миронов из музобоза,Женю Пронько,Колю Максимова и т.д.С некоторыми общаюсь в соцсетях и по телефону.
http://eu.battle.net/wow/ru/forum/topic ... 793?page=9
Почитал много коментов и кто служил, тот говорит всё так, но есть некоторые различия от части. Я служил с первого и последнего дня в учебке в/ч 21557, а позже 30616-5 в зенитке. Курсовка 4 месяца это куда не плюнь везде твой начальник
Für die anderen Fragen, muss ich google mal weiter befragen.

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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#15 Beitrag von Kolobok » Mittwoch 11. März 2015, 17:58

Dann mal weiter mit Handrijs Fragen und meiner Meinung dazu.
Handrij hat geschrieben: Am 25. November 2013 trat Dorschi Batomunkujew seinen Dienst an. Im Interview heißt es:
У меня срочка должна была закончиться 27 ноября. А в Ростов мы приехали в октябре, у меня еще срочка шла. Так что контракт у меня начался уже здесь. Мы пятая танковая отдельная бригада.
Demnach wäre sein Dienst am 27. November 2014 zu Ende gewesen, doch war er bereits im Oktober in Rostow. Damit soll dem Autoren nach der Eindruck erweckt werden, dass die Russen einfache Rekruten in den Donbass schicken.
Но Костюченко не знает двух вещей. После рапорта о контрактной службе военнослужащий СРАЗУ зачисляется на контракт, а не ждет срока окончания срочной службы. И самое главное: указ президента Российской Федерации от 30 сентября 2014 г. № 647 «О призыве в октябре — декабре 2014 г. граждан Российской Федераций на военную службу и об увольнении с военной службы граждан, проходящих военную службу по призыву», был подписан 1 октября и согласно ему с этого же числа начиналась демобилизация выслуживших свои сроки.

То есть в октябре Доржи уже мог праздновать «дембель». Ходить с расстегнутым воротничком и хоть вообще без ремня. А не «гацать» по Ростову.
Demnach wäre Batomunkujew mit dem neuen Einzugserlass (http://www.rg.ru/2014/10/01/priziv-dok.html) bereits auf Entlassung gewesen. Vorher hätte er aber bereits gemäß Interview im Juni seinen Dreijahresvertrag unterzeichnet.
Ich verstehe nicht warum auf diesem Punkt so rumgeritten wird? Er sagt an mehreren Stellen im Interview, dass er Anfang Juni 2014 den Antrag als Zeitsoldat gestellt hat und diesen Vertrag dann auch für drei Jahre unterschrieben hat. Ich glaube er betont das mit dem eigentlichen Ende seiner Wehrdienstzeit um zu zeigen, dass er als einfacher Wehrdienstleistender heute nicht da liegen würde sondern schon seit Oktober zu Hause wäre.
Oder hat er seine Kopie des neuen Arbeitsvertrages nicht bekommen und befürchtet jetzt als "Tourist" behandelt zu werden?
Handrij hat geschrieben: Ein nächster Punkt ist, wieso die russische Armee Panzer aus dem Osten nach Rostow verlegt, wo doch gerade dort eher ein Panzermangel besteht, was selbst bei den Tschetschenieneinsätzen angeblich nicht der Fall war.
Reine Spekulation
Wenn ich mal drauf los spekuliere, dann mach das für mich schon Sinn. Die Burjaten scheinen total nette und ehrliche Leute zu sein. Die glauben dir aufs Wort wo die Faschisten sind. Dabei haben sie zwar Probleme NATO und UNO zu unterscheiden, aber das sind ja auch überflüssige Details. Außerdem glaube ich ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass diese in der Ukraine plötzlich auf Verwandte stoßen, sich fragen warum sich slawische Brüder beschießen, warum man sich an die Gurgel geht, wo man doch an den selben Gott glaubt ....
Handrij hat geschrieben: weiter wird der Abnutzungsaspekt erwähnt:
Костюченко простительно этого не знать, а вот танкист Батомункуев не мог не знать, что ресурс гусениц Т-72Б, которыми вооружена 5-я бригада, не превышает 4,5 тысячи километров. А ресурс двигателя В-84 до «капиталки» — не более 1000 часов. Много это или мало? Не более двух месяцев боев той интенсивности, что якобы описывает Батомункуев. Расходовать эти ресурсы может только идиот. Но идиот вряд ли организовал бы окружение под Дебальцево.
Die Ketten des T-72B wären lediglich bis zu 4.500 Kilometer gut und der erwähnte B-84-Motor würde nicht mehr als 1000 Stunden laufen, was dem Autoren zufolge bei zwei Monaten intensivem Einsatz schon erreicht werden würde.
Das ist so bin ich der Meinung eine Milchmädchenrechnung. Betriebsstunden lassen sich nicht immer einfach in Zeitstunden umrechnen. Bei Traktoren hat man da wohl auch gerne die absolute Anzahl der Umdrehungen des Dieselmotors unter Berücksichtigung eines entsprechenden Faktors genommen. Macht ja auch Sinn. Ein Motor der im Leerlauf läuft wird bestimmt nicht so gestresst wie einer der an seiner Leistungsgrenze betrieben wird.
http://forum.guns.ru/forummessage/42/889315-2.html
На начало 90-х, когда я служил на Т-80 ресурс двигателя ГТД-1000 составлял 500 моточасов. Это кажется немного, но скажу, что на машинах учебно-боевой группы (которые эксплуатировались практически каждый день) за три года не выработалось даже половины запаса моторесурса.
Anfang der 90iger, als ich auf einem T-80 diente, hatte dessen Motor GTD-1000 eine Ressource von 500 Betriebsstunden. Das scheint wenig zu sein, aber ich sage euch, dass die Fahrzeuge der Lehr- und Kampfausbildung (die waren faktisch jeden Tag im Einsatz) nach drei Jahren nicht einmal die Hälfte ihrer Betriebsstunden erreicht hatten.
Ansonsten, das Wechseln von Panzerketten sollte nicht so die Herausforderung sein (habe ich in Filmen gesehen). Beim Leo geht das Austauschen eines Motors selbst im Feld wohl in ca. 15 Minuten.
Handrij hat geschrieben: Danach fährt er fort, dass aufgrund der Lagerung von Projektilen und Ladung die T-72 nicht wie im Interview "lange" brennen, sondern allenfalls explodieren.
Glaub ich nicht. Das ist ja das gute an TNT und Nachfolgern, dass die ohne Detonator nicht explodieren. Bei höheren Temperaturen fangen die an zu gasen um dann selbst zu verbrennen.

Im Interview heißt es:
А бэшка исключается тем, что есть прицел 1К13, он для ночной стрельбы, ночного наблюдения, для выстрелов с управляемыми ракетами.
Handrij hat geschrieben: Der Autor lenkt die Aufmerksamkeit auf das Nachtsichtvisier (und redet aber nicht über die lenkbaren Raketen):
Ja, da gebe ich dir Recht. Der Kritiker vergleicht hier Äpfel mit Birnen und hat den Artikel nicht richtig gelesen.
Handrij hat geschrieben: und stellt dann Fragen, wie das überhaupt abgelaufen sein kann, so ein Kampfeinsatz ohne Karten, in denen nicht einmal die Panzerkommandeure wissen, wohin es geht usw.
Ich weiß nicht wie es auf einem Panzer so zugeht. Aber der junge Burjate, der da interviewt wurde war nicht der Panzerkommandeur, sondern der Ladeschütze. Wozu braucht der eine Karte? Muss der nicht "nur" auf das schießen, was ihm sein Kommandeur sagt?

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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#16 Beitrag von toto66 » Donnerstag 12. März 2015, 10:20

interessante Ausführungen:

Viele Parallelen in den Konflikten

Bis jetzt räumt Russland seine Beteiligung am Krieg in der Ostukraine offiziell nicht ein. Ein Phänomen der hybriden Kriegsführung, bei dem Kriege nicht erklärt werden. Das erinnert an den Tschetschenienkrieg. Auch damals verschwieg Moskau lange die Beteiligung russischer Soldaten. Beobachter ziehen Parallelen.

Alexander Tscherkassow von der Menschenrechtsorganisation Memorial beschäftigt sich seit 25 Jahren mit Kriegen und Konflikten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Er war in Berg-Karabach, in Transnistrien, in Tschetschenien, 2008 in Georgien, jetzt auch in der Ostukraine. Insbesondere zwischen den Konflikten in Tschetschenien und im Donbass gäbe es viele Parallelen, meint Tscherkassow.

"Kiew kopiert, was Moskau vor 15, 20 Jahren mit Tschetschenien gemacht hat. Die Separationsbewegungen mögen auf unterschiedliche Weise entstanden sein, aber das Verhalten der Staaten ähnelt sich sehr. Im Nordkaukasus gab es offiziell keinen Krieg. Es hieß stattdessen, es würden illegale bewaffnete Banden entwaffnet, im Rahmen von Antiterroroperationen; im Donbass ist es genauso. Warum? Ganz einfach. Der Staat will im Rahmen einer Polizeioperation handeln, denn dabei hat er mehr Rechte und weniger Verantwortung als in einem Krieg."

Im Krieg nämlich gelte Kriegsrecht, und das schränke die Staaten ein, zum Beispiel bei dem Einsatz von Artillerie. Das wolle Kiew heute im Umgang mit dem Donbass ebenso wenig auf sich nehmen wie Moskau in den 90er-Jahren im Umgang mit Tschetschenien, meint Tscherkassow.

Parallelen auch in Russlands Verhalten

Auch die russische Regierung wiederholt heute vieles von damals. So versuchte der Kreml lange zu vertuschen, dass russische Soldaten in Tschetschenien kämpften. Grigorij Jawlinskij von der Oppositionspartei Jabloko erinnert sich:

"Damals drangen Unbekannte ohne Erkennungszeichen in Grozny ein, am 26. November 1994. Sie hießen damals Freiwillige oder Landsturm. In Wirklichkeit waren es verkleidete Offiziere ohne Ausweisdokumente. Sie gerieten in Gefangenschaft. Die Freischärler stellten ein Ultimatum: Sie sagten, wenn Russland zugibt, dass es sich bei den Männern um russische Soldaten handelt, kommen sie frei, andernfalls werden sie als Söldner erschossen. Der Verteidigungsminister Russlands, der Innenminister, der Leiter der Inlandsaufklärung - alle haben sich in den Folgetagen von diesen Leuten distanziert. Es ging um Dutzende Soldaten. Es hieß, das seien Freiwillige unbekannter Herkunft."

Jawlinksij war damals junger Abgeordneter in der Staatsduma. Er reiste persönlich nach Grozny und verhandelte. Schließlich kamen die Soldaten frei.

Ähnliche Personen und Material wie im Tschetschenienkrieg

"Heute passiert etwas sehr Ähnliches. Wieder sterben unbekannte Leute, die auf merkwürdige Weise auf ukrainisches Gebiet geraten sind, und die angeblich keine Soldaten sind. Es beginnt alles wieder von vorn."
....
http://www.deutschlandfunk.de/ostukrain ... _id=314008

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Re: Geständnis eines russischen Panzerfahrers: «Wir wussten, es geht in die Ukraine»

#17 Beitrag von toto66 » Freitag 13. März 2015, 21:16

Russische Soldaten in Debalzewe
Welpen überführen Russland in Ukraine

Russland bestreitet hartnäckig, sein Militär in der Ostukraine einzusetzen. In akribischer Kleinarbeit überführt ein Blogger eine russische Panzereinheit - unter anderem mit Hilfe von zwei süßen kleinen Husky-Welpen.

Der Vorwurf ist politisch brisant: Die unabhängige russische Zeitung Nowaja Gaseta veröffentlichte Anfang März ein Interview mit einem jungen russischen Soldaten. Der behauptete, er sei bei Kämpfen mit seiner russischen Panzerkompanie gegen ukrainische Soldaten am 19. Februar in der Nähe von Debalzewe verletzt worden.
...
Ein Blogger der britischen Internetseite "Bellingcat" jedoch überprüfte die Behauptungen des jungen Panzergrenadiers anhand im Internet zugänglicher Quellen in mühsamer Kleinarbeit. Er wertete zahllose Satellitenaufnahmen, Fotos und Augenzeugenberichte sowie Medien aus: Das Ergebnis, das er auf seinem Blog veröffentlichte: "Nahezu alle überprüfbaren Details in dem Interview können durch öffentlich zugängliche Quellen bestätigt werden." Das Interview müsse als "Schlüsselbeweis" für Russlands Verwicklung in der Ostukraine auch nach dem Minsker Waffenstillstand betrachtet werden.
...
http://www.n-tv.de/politik/Welpen-ueber ... 94771.html

How These Adorable Puppies Exposed Russian Involvement in Ukraine
https://www.bellingcat.com/news/uk-and- ... el-sobaka/

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