WirtschaftGetreidemarkt: Ukraine will deutlich mehr Getreide exportieren

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Getreidemarkt: Ukraine will deutlich mehr Getreide exportieren

#1 Beitrag von Handrij » Freitag 17. Januar 2020, 12:36

Die Kornkammer Europas hat 2019 eine Rekordernte eingefahren. Die Regierung plant nun mit höheren Ausfuhren.
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Re: Getreidemarkt: Ukraine will deutlich mehr Getreide exportieren

#2 Beitrag von ThomasZuern » Sonntag 19. Januar 2020, 16:44

Dass die Ukraine bei Getreide eine Rekordernte erzeugt hat, ist sehr erfreulich. Dennoch gibt es wirtschaftliche Faktoren, die den Export benachteiligen können. Gegen eine größere
Ausfuhr von Getreide spricht der Umstand, dass die Griwna seit dem März 2019 erheblich aufgewertet worden ist. Erhielt ein Importeur im Frühjahr 2019 für einen Euro noch 31,40 UAH, bekommt er heute für 1 € nur noch 26,91 UAH. Die Griwna ist in den letzten zehn Monaten um gut ein Sechstel teurer geworden. Alleine durch die Aufwertung der ukrainischen Währung
kostet das Getreide aus der Ukraine um 16,6 Prozent mehr. Warum soll ein Importeur das Getreide aus der Ukraine einkaufen, wenn andere Erzeuger-Länder deren Währungen
abgewertet haben?

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Re: Getreidemarkt: Ukraine will deutlich mehr Getreide exportieren

#3 Beitrag von lev » Sonntag 19. Januar 2020, 23:17

Kann sein, dass sie ihre Importe absichern, was aber auch kostet. Mir geht es schon als normaler Käufer so, dass ich bei den extrem gestiegenen Preisen und der aufgewerteten Hriwnia kaum noch lohnende Käufe für Deutschland finde.

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Re: Getreidemarkt: Ukraine will deutlich mehr Getreide exportieren

#4 Beitrag von ThomasZuern » Montag 20. Januar 2020, 00:36

Seit März 2019 wurde die ukrainische Griwna um ein Sechstel aufgewertet. Im Deutschlandfunk kam am Freitag, den 17. Januar 2020 um ca. 13.15 bis 13.22 Uhr ein Bericht über das Rücktrittsverlangen des Regierungschefs in Kiew. Der Ukrainische Ministerpräsident hatte sich über die fehlende ökonomische Kompetenz von Selenski beschwert. Der Präsident der
Ukraine versteht die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge und Begriffe wie Export und Import nicht. Der Präsident begreift zudem die Währungspolitik nicht. Man müsse ihm anhand des Preises von importiertem Fleischsalats aus osteuropäischen Nachbarländern erklären, ob eine Veränderung des Währungskurses zu einer Verteuerung oder Verbilligung des Kaufpreises in der Ukraine führen würde. Demnach ist Selenski für die Aufwertung der Griwna verantwortlich zu machen, da er sich nicht um die ukrainischen Exporte kümmert. Es geht dem Präsidenten in Kiew nur darum, die Importpreise möglichst billig zu halten. Eine teure Griwna verbilligt die Einfuhren in die Ukraine. Die Exporte sind Selenski gleichgültig.

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Re: Getreidemarkt: Ukraine will deutlich mehr Getreide exportieren

#5 Beitrag von Frank » Mittwoch 22. Januar 2020, 21:52

... als wenn das Selenski selbst entscheiden würde ....

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ThomasZuern
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Re: Getreidemarkt: Ukraine will deutlich mehr Getreide exportieren

#6 Beitrag von ThomasZuern » Mittwoch 22. Januar 2020, 22:29

Worin liegen die Gründe für die Aufwertung der Griwna? Selenski kann sehr wohl einiges entscheiden. Er hat z.B. das Rücktrittsgesuch seines Regierungschefs abgelehnt. Tatsache ist, dass Selenski sich für die Verbilligung von Importen einsetzt. Eine teure Griwna macht die Importpreise billiger: es stellt sich nur die Frage, ob die ukrainische Bevölkerung von den niedrigeren Einfuhrpreisen profitiert? Wahrscheinlich gibt der Handel die gesunkenen Einkaufspreise nicht immer an die Verbraucher weiter. Trotz der Aufwertung der Währung sind in der Ukraine im Jahr 2019 keine Güter billiger geworden. Es klingt zumindest bedenklich, wenn Selenski der Ansicht ist, dass der Export für die Ukraine nicht so wichtig ist. Er denkt, dass bei einem gestiegenen Griwna-Kurs die Exporterlöse entsprechend steigen. Dass bei gestiegenen Export-Preisen die Nachfrage zurückgeht, wird in der ukrainischen Ökonomie übersehen.

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Getreidemarkt: Ukraine will deutlich mehr Getreide exportieren

#7 Beitrag von Vorkuta » Donnerstag 23. Januar 2020, 10:55

ThomasZuern hat geschrieben: Dass bei gestiegenen Export-Preisen die Nachfrage zurückgeht, wird in der ukrainischen Ökonomie übersehen.
Das mit der sinkenden Nachfrage ist richtig - eine uralte wolkswirtschaftliche Weisheit, auch bei meinem verehrten Herrn Prof. Dr. Sinn nachzulesen.

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