PolitikGewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

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Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#1 Beitrag von Handrij » Mittwoch 16. April 2014, 10:18

Zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungskräften sollen erneut Schüsse gefallen sein, berichten lokale Medien. In Kiew ist der Präsidentschaftskandidat Zarjow nach einer TV-Sendung mit Eiern beworfen, beleidigt und geschlagen worden.
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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#2 Beitrag von Sonnenblume » Mittwoch 16. April 2014, 12:01

Handrij hat geschrieben:
Zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungskräften sollen erneut Schüsse gefallen sein, berichten lokale Medien. In Kiew ist der Präsidentschaftskandidat Zarjow nach einer TV-Sendung mit Eiern beworfen, beleidigt und geschlagen worden.
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Der wurde ja sogar im Osten mit Eiern beworfen. Was ist das für ein Präsidentschaftskandidat, der verkündet, alles zu tun, damit die Wahlen nicht stattfindet und sich damit brüstet, ja Immunität zu genießen? Das Einzige, was man den Massen vorwerfen kann, dass sie Lebensmittel mißbrauchen. Andere Völker verschwenden dafür keine Lebensmittel.

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Optimist
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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#3 Beitrag von Optimist » Mittwoch 16. April 2014, 20:27

Der hatte ja eine Maschinenpistole in seinem Wagen, nicht registriert. Also mit Eiern und Mehl wirft der bestimmt nicht! Der gehört in das Gefängnis!

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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#4 Beitrag von telzer » Donnerstag 17. April 2014, 00:07

Schade, der kann ja noch stehen
Wenn erst alle glauben, dass Vereinbarungen und Absprachen nur dazu da sind um später bei der ersten Gelegenheit wieder gebrochen zu werden, wäre das gleichbedeutend mit dem Anfang vom Ende. (unbekannter Autor)
Jetzt ist diese Zeit ! слава Україні

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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#5 Beitrag von Wassermann3000 » Donnerstag 17. April 2014, 02:29

Ich dachte, ihr seid gegen Putinismus? Demokratie ja, wenn es meiner Meinung entspricht?

Jeder Kandidat ist korrekt zu behandeln. Verprügeln jedenfalls gehört nicht dazu. Und wenn er etwas Kriminelles gemacht hat, gehört er vor Gericht, nicht aber zur Selbstjustiz. Genau diese Ereignisse bedienen Putins Propaganda.

Es gibt keine bessere Chance, die Ukraine erfolgreich zu zerstören.
Freundliche Grüße
Rüdiger

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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#6 Beitrag von eurojoseph » Donnerstag 17. April 2014, 02:50

Du hast recht, aber es ist schon 5 nach 12....es ist schon Krieg und manchmal stirbt da die Vernunft, wir sind auch nur Menschen - aber im Prinzip hast du recht...

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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#7 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 17. April 2014, 07:20

Wassermann3000 hat geschrieben:Ich dachte, ihr seid gegen Putinismus? Demokratie ja, wenn es meiner Meinung entspricht?

Jeder Kandidat ist korrekt zu behandeln. Verprügeln jedenfalls gehört nicht dazu. Und wenn er etwas Kriminelles gemacht hat, gehört er vor Gericht, nicht aber zur Selbstjustiz. Genau diese Ereignisse bedienen Putins Propaganda.

Es gibt keine bessere Chance, die Ukraine erfolgreich zu zerstören.
Mein lieber Wassermann3000, gerade das ist ja das Problem. Den Menschen kann man nicht vor Gericht stellen, weil er als Präsidentschaftskandidat Immunität geniest und nur deshalb hat man ihn zu diesem gemacht. Er gibt offen zu, alles zu tun, um die Wahlen zu verhindern, da er ja nicht belangt werden kann.
Sag mir bitte mal, wie du dem beikommen willst? Nach der ersten Äußerung von ihm in dieser Richtung hätte ich ihm die Immunität entzogen, aber das würde nicht gemacht. Unklar warum-wie so vieles in dem Spiel.

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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#8 Beitrag von Wassermann3000 » Donnerstag 17. April 2014, 11:29

eurojoseph hat geschrieben:Du hast recht, aber es ist schon 5 nach 12....es ist schon Krieg und manchmal stirbt da die Vernunft, wir sind auch nur Menschen - aber im Prinzip hast du recht...
Das ist ehrlich. Wenn ich hier posten würde, was mir so alles durch den Kopf geht, würde ich vor jedem internationalen Kriegsverbrechergericht verurteilt werden müssen.

Mir ist doch völlig egal, ob er ein paar faule Eier geschenkt bekommt. Das Problem ist nur, daß diese Bilder eben die Putin-Propaganda scheinbar bestätigen. Die Putin-Propaganda mal ein Bild von einem wildgewordenen faschistischen Mob, der nun in Kiew regiert. Bilder, wie von dem verprügelten Chefredakteur, Faustszenen im Parlament oder eben die "Verfolgung" kritischer Kandidaten bestätigen das doch scheinbar.

Propaganda geht es nie wirklich um Wahrheit, sondern den Eindruck, den Bilder hinterlassen. Das beeinflußt mehr, als jeder "Beweis". Die Ukraine ist ausgeplündert, pleite, militärisch absolut unterlegen und die ganze Organisation des Staatswesens (Sicherheitsorgane, Verwaltung, ...) kann noch gar nicht gut aufgestellt sein. Die einzige Chance besteht darin, daß die Politik mehr als 100% sauber verläuft. Das ist die einzige Chance, die die Ukraine überhaupt hat. Putin wiegelt die Bevölkerung auf und seine Rechnung geht scheinbar auf. Die Wahrscheinlichkeit für ein zweites Transnistrien ist nicht gerade gering. Und eben deshalb darf so etwas nicht passieren und sollte man nicht auch noch verbal unterstützen.

Ich bin normalerweise weder Prinzipienreiter noch Moralist. Würde im deutschen Bundestag Horst Seehofer Gregor Gysi verprügeln, wäre mir das egal. Für die Ukraine sind derzeit solche Bilder fatal.
Freundliche Grüße
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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#9 Beitrag von Wassermann3000 » Donnerstag 17. April 2014, 11:35

Sonnenblume hat geschrieben:Mein lieber Wassermann3000, gerade das ist ja das Problem. Den Menschen kann man nicht vor Gericht stellen, weil er als Präsidentschaftskandidat Immunität geniest und nur deshalb hat man ihn zu diesem gemacht. Er gibt offen zu, alles zu tun, um die Wahlen zu verhindern, da er ja nicht belangt werden kann.
Sag mir bitte mal, wie du dem beikommen willst? Nach der ersten Äußerung von ihm in dieser Richtung hätte ich ihm die Immunität entzogen, aber das würde nicht gemacht. Unklar warum-wie so vieles in dem Spiel.
"Ich bin für die Gesetze, aber nur, solange sie passen." Ist die Denkart von Putin und Ex-J. Wenn die Kandidaten bereits einer tatsächlichen und uneingeschränkten Immunität unterliegen (das war mir neu), dann ist eben das Gesetz nicht einwandfrei. Aber deswegen gilt es dennoch.

Das ist natürlich ein Nachteil der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Italien darf demnächst auch wieder Berlusconi als Präsidenten haben, wenn der Wähler so dumm ist. Die Alternative wäre ein Willkürsystem Marke Ost. Da kann dann besser und konsequenter durchgegriffen werden, es ist aber verbunden mit den anderen bekannten Nachteilen. Sich aus beidem das jeweils passende wahlweise Herauszupicken geht leider nicht, weil beides insgesamt unvereinbar ist.
Freundliche Grüße
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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#10 Beitrag von Optimist » Donnerstag 17. April 2014, 16:58

Wassermann3000 hat geschrieben:Ich dachte, ihr seid gegen Putinismus? Demokratie ja, wenn es meiner Meinung entspricht?

Jeder Kandidat ist korrekt zu behandeln. Verprügeln jedenfalls gehört nicht dazu. Und wenn er etwas Kriminelles gemacht hat, gehört er vor Gericht, nicht aber zur Selbstjustiz. Genau diese Ereignisse bedienen Putins Propaganda.

Es gibt keine bessere Chance, die Ukraine erfolgreich zu zerstören.
Es gibt immer mehr junge Mütter bei uns, die unter Depressionen leiden. Alle wissen, beginnt ein Krieg mit Russland, kommt es als erstes zur Bombardierung. Diese Frauen wissen dann nicht was mit den Kindern im Kindergarten oder in der Schule passiert, wenn es hier knallt! So nun geh zu denen und sag, das muss aber alles nach Recht und Demokratie gehen! Diese Frauen haben Angst und weinen oft, es ist dann für diese Frauen auch ein wenig Hoffnung, wenn sie sehen, dass Kriegstreiber wie Zarjow eins auf die Mütze bekommen!
Uns rettet hier derzeit kein Demokratiegerede vor dem Aggressor. Die Nerven liegen blank, die Menschen möchten Erfolge gegen Russland und deren Terroristen sehen! Das mit Recht und Demokratie musst du dem Kreml beibringen, dann wird es was mit Frieden, aber nicht den Ukrainern!
Zuletzt geändert von Optimist am Donnerstag 17. April 2014, 20:14, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#11 Beitrag von Wassermann3000 » Donnerstag 17. April 2014, 17:45

Ja Du hast Recht. Es ist beschissen. Und es ist sehr wahrscheinlich, daß es noch unschuldige zivile Opfer geben wird. Da überkommt mich auch die Wut und Hilflosigkeit. Gerade um das Schlimmste zu verhindern, muß man rational bleiben. Als vor vielen Jahren in Bosnien Frauen vergewaltigt wurden, Alte und Kinder förmlich abgeschlachtet wurden, war ich auch am Verzweifeln, daß die Welt scheinbar nur zuschaut. Tutu/Hutsi, Syrien und vieles mehr kamen danach. Dabei ist mir die Ukraine natürlich um ein Vielfaches näher. Aber trotzdem, die Lösung kann nicht sein, jetzt genauso zu werden.

Ich weiß und ich verstehe, daß das Reden im Westen viele hier zur Weißglut bringt. Mir ist auch klar, daß manche mich hier nicht so richtig verstehen können. Es ist auch einfach, einfach nur darüber zu reden und für viele ist das "Gelaber" dann einfach unerträglich. Im Ergebnis geht es aber doch nur darum, wie kann das Problem gelöst werden bzw. wie kann der Schaden möglichst gering gehalten zu werden.

Und da sind wir sehr schnell eben genau dabei, daß wir nur dann Erfolg haben können, indem wir nicht noch der Propaganda die entsprechenden Bilder liefern.

Putin verfolgt seit langer Zeit ein sehr geschicktes Szenario, wie er Volksteile aufhetzen kann. Natürlich ist er massiv mit Material und Soldaten beteiligt, aber er findet eben auch vor Ort Bürger, die das unterstützen oder zumindest es als das kleinere Übel ertragen. Und das hat viel mit der Situation im Land zu tun. Und genau da läge die Stärke der Ukraine, die nach dem Umbruch ein wenig versäumt wurde.

Ich möchte da nicht die Regierung kritisieren. Sie hätte vieles tun müssen und hat es versäumt. Aber weniger aus Unfähigkeit oder Versäumnis, sondern weil zu viele Probleme und Aufgaben im Stundentakt zu lösen sind. Eine faktisch leere Staatskasse (so daß die Armee auf Spendengelder angewiesen ist) und wenige Stunden nach Regierungsbildung der Beginn der Krimkrise. Unabhängig davon ist ja die gesamte Organisationsstruktur des Staates in einem desolaten Zustand. Selbst bei sehr vielen opferbereiten engagierten Bürgern ist das alles nicht über Nacht zu lösen.

Rein strategisch war der Ausgang des Maidan - so gut er war - brandgefährlich. Die Ukraine ist im Moment eben nicht in der Lage, mit den Problemen fertig zu werden. Erwarte mal von einem Patienten während einer Operation am offenen Herzen, im Dauerlauf in den OP vom 2. in den 13. Stock zu wechseln. Putin hat diese Situation schamlos ausgenutzt. Keine Frage, aber das kann jetzt nicht mehr geändert werden.

Und dazu gehört eben auch, innerhalb der gesamten Bevölkerung ein größtmögliches Maß an Solidarität zu erreichen. Es gibt eben auch einen Anteil der Bevölkerung, die sicherlich nicht alle vorbehaltlos bedingungslos hinter Putin stehen, die aber eben auch Zweifel, Vorbehalte und Enttäuschung gegenüber der jetzigen Regierung mit sich herumtragen. Und häufig ist es dann kein "für Putin", sondern ein "gegen die Regierung". Rußland wird dann eben als das kleinere Übel gesehen. Diese Skepsis und Enttäuschung gegenüber Kiev war sicherlich schon vorher da, sie wird aber genährt von der Propaganda, die aufgrund der kritisierten Bilder scheinbar auch zutrifft.

Putins Soldaten hätten auch im Osten keine Chance, wenn die Bevölkerung sich geschlossen verweigert (ich spreche nicht von offenem Widerstand, der ist gar nicht nötig), oder meinst Du, läge Lviv im Osten, er hätte mit seinen Stoßtrupps Erfolg gehabt?
Zuletzt geändert von Wassermann3000 am Donnerstag 17. April 2014, 18:02, insgesamt 2-mal geändert.
Freundliche Grüße
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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#12 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 17. April 2014, 17:55

Wassermann3000 hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:Mein lieber Wassermann3000, gerade das ist ja das Problem. Den Menschen kann man nicht vor Gericht stellen, weil er als Präsidentschaftskandidat Immunität geniest und nur deshalb hat man ihn zu diesem gemacht. Er gibt offen zu, alles zu tun, um die Wahlen zu verhindern, da er ja nicht belangt werden kann.
Sag mir bitte mal, wie du dem beikommen willst? Nach der ersten Äußerung von ihm in dieser Richtung hätte ich ihm die Immunität entzogen, aber das würde nicht gemacht. Unklar warum-wie so vieles in dem Spiel.
"Ich bin für die Gesetze, aber nur, solange sie passen." Ist die Denkart von Putin und Ex-J. Wenn die Kandidaten bereits einer tatsächlichen und uneingeschränkten Immunität unterliegen (das war mir neu), dann ist eben das Gesetz nicht einwandfrei. Aber deswegen gilt es dennoch.

Das ist natürlich ein Nachteil der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Italien darf demnächst auch wieder Berlusconi als Präsidenten haben, wenn der Wähler so dumm ist. Die Alternative wäre ein Willkürsystem Marke Ost. Da kann dann besser und konsequenter durchgegriffen werden, es ist aber verbunden mit den anderen bekannten Nachteilen. Sich aus beidem das jeweils passende wahlweise Herauszupicken geht leider nicht, weil beides insgesamt unvereinbar ist.
Nein, ich akzeptiere die Gesetze, auch wenn sie mir nicht passen, ich wollte nur die möglichen Beweggründe anführen, warum manche Menschen
die Beherrschung verlieren und denen es dabei auch scheinbar egal ist, dass sie nach dem Gesetz bestraft werden können oder werden. Meinen Vorschlag hast du gehört gehabt und der war nicht Eier werfen.

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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#13 Beitrag von Wassermann3000 » Donnerstag 17. April 2014, 18:04

Sonnenblume hat geschrieben:Nein, ich akzeptiere die Gesetze, auch wenn sie mir nicht passen, ich wollte nur die möglichen Beweggründe anführen, warum manche Menschen die Beherrschung verlieren und denen es dabei auch scheinbar egal ist, dass sie nach dem Gesetz bestraft werden können oder werden. Meinen Vorschlag hast du gehört gehabt und der war nicht Eier werfen.
Ist doch klar, ich will niemanden deswegen verurteilen. Ich spreche nur von der Wirkung. Von mir aus sollen wütende Bürger mit dem Burschen anstellen, was sie wollen. Schlimm wird es nur, wenn es bekannt wird.
Freundliche Grüße
Rüdiger

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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#14 Beitrag von selfmade » Donnerstag 17. April 2014, 18:12

Ich bin der gleichen Meinung.
Ich will nicht zu viel hineininterpretieren, aber eine entscheidende Größe sind nun mal die Menschen in der Ostukraine, und das weiß P. haargenau.
Denn wo kann man letztendlich ein Land am ehesten treffen und destabilisieren? Unter anderem an einem Bevölkerungsteil, der seinem Unmut gegen die Regierung Luft machen will. Und darüber spricht man im Donbass und den umliegenden Regionen häufig.

Die Krim war für ihn, allem -momentanen - Anschein nach, ein leichtes. Bei seinem vermutlich nächsten geplanten Schritt wird er taktischer vorgehen und die Gunst mancher verblendeter Leute dort, die sich oftmals "im Stich gelassen" glauben, schamlos ausnutzen.
Eines lässt sich festhalten: War die Partei der Regionen wirklich die wahr gewordene Verheißung für die meisten? Nein.
Die Nerven liegen blank, die Menschen möchten Erfolge gegen Russland und deren Terroristen sehen! Das mit Recht und Demokratie musst du dem Kreml beibringen, dann wird es was mit Frieden, aber nicht den Ukrainern!
Die Gefühle der Menschen sind ihre persönliche Angelegenheit.
Denn wer sich zu sehr an den Staat wendet, wird zwangsläufig frustriert und nicht selten missbraucht werden.
Natürlich sind viele Emotionen nachvollziehbar. Es besteht aber Hoffnung, dass P. irgendwann in eine Sackgasse gerät, und dann wird Gott gnädig sein, oder auch nicht.

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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#15 Beitrag von Optimist » Donnerstag 17. April 2014, 20:47

"Die Gefühle der Menschen sind ihre persönliche Angelegenheit.
Denn wer sich zu sehr an den Staat wendet, wird zwangsläufig frustriert und nicht selten missbraucht werden.
Natürlich sind viele Emotionen nachvollziehbar. Es besteht aber Hoffnung, dass P. irgendwann in eine Sackgasse gerät, und dann wird Gott gnädig sein, oder auch nicht."

Das habe ich nun überhaupt nicht verstanden! Die Mütter haben Angst und weinen und wünschen sich einen Staat der sie verteidigt, sollen sich die Frauen hier mit der Wumme in der Hand selbst verteidigen? "Natürlich sind Emotionen nachvollziehbar" ? Das ist doch keine persönliche Angelegenheit wenn ein Staat mit Krieg bedroht wird und allein an unserer Grenze im Norden 500 Panzer zum Einmarsch bereit stehen, 11000 Soldaten, Flugzeuge und, und, und.
Man merkt schon dass du weit weg vom Geschehen lebst.

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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#16 Beitrag von Optimist » Donnerstag 17. April 2014, 20:57

Kleiner Nachtrag: Wir leben hier im ländlichen Raum, die Frauen arbeiten hier sehr hart, jetzt wo viele Männer beim Militär sind, müssen sie um so mehr leisten!

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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#17 Beitrag von telzer » Donnerstag 17. April 2014, 21:23

Jemand der offen dafür eintritt und auftritt , er will die Wahl verhindern , sich aber selbst aufstellt , hat es trotz diplomatischer Imunität leider nicht anders verdient .
Auch bei uns wurden schon Politiker verprügelt mit faulen Eiern und Tomaten beschmissen , da hat es niemanden interessiert , ob das öffentlich gemacht wurde (immer in Tagesschau und heute) .
Jetzt sagt einer er will die Durchführung der Wahl verhindern , kriegt was vor den Kopp , und schon geht ein Aufschrei durch das hoffentlich aufgeklärte Publikaum , HALLO wo sind wir ?! Der Mann ist selbst schuld wenn er die Schn.... aufreißt .
Wenn erst alle glauben, dass Vereinbarungen und Absprachen nur dazu da sind um später bei der ersten Gelegenheit wieder gebrochen zu werden, wäre das gleichbedeutend mit dem Anfang vom Ende. (unbekannter Autor)
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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#18 Beitrag von Wassermann3000 » Donnerstag 17. April 2014, 21:44

Du hast mich nicht verstanden, vielleicht habe ich mich auch zu undeutlich ausgedrückt. Ich hatte ein paar Beiträge vorher beschrieben, welche Wirkung solche Bilder hinsichtlich der Propaganda haben.

Ansonsten soll es mir doch egal sein, wenn Leute meinen, daß sie damit inhaltliche Fragen klären/lösen können. Bitte, jedem seine Lebensart. Das gab es auch schon - zum Glück - in vergleichsweise wenig anderen Parlamenten dieser Welt. Allerdings waren frühere Faustszenen im Parlament auch anderen Ukrainern mehr als peinlich.

Davon ab, mit dem bewußten Nicht-Mit-kloppen kann man sich mitunter mehr Respekt verschaffen.

Nocheinmal: ich beschäftige mich nicht mit der Frage, ob es "berechtigt" war, sondern was solche Szenen in der derzeitigen Situation für einen Effekt gegenüber denen haben, die skeptisch oder unentschieden sind. Es gibt nicht wenige Ukrainer, die gegen Rußlands Aggression und für eine geeinte Ukraine sind und dennoch Zweifel haben, ob die jetzige Regierung das Richtige ist. Und genau bei diesen Leuten schaffst Du es mit solchen Bildern, daß sie trotz allem meinen, daß zumindest ein Teil der russischen Propaganda doch zutreffend ist. Willst Du Putin diesen Gefallen tun?
Freundliche Grüße
Rüdiger

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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#19 Beitrag von telzer » Donnerstag 17. April 2014, 22:36

Wassermann3000 hat geschrieben: Allerdings waren frühere Faustszenen im Parlament auch anderen Ukrainern mehr als peinlich.

Davon ab, mit dem bewußten Nicht-Mit-kloppen kann man sich mitunter mehr Respekt verschaffen.
Da gebe ich dir Recht , aber an diese Szenen hatte man sich fast gewöhnt .
Rüdiger wir werden das leider nicht ändern können .

Gruss und ein ruhiges Osterfest
auch Allen anderen hier
Andreas
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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#20 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 17. April 2014, 22:39

Euch auch allen ein frohes und vor allem FRIEDLICHES Osterfest!

die Sonnenblume
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Belichtungskorrektur:
0 EV
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Re: Gewalt in der Ukraine: Präsidentenkandidat Zarjow überfallen und geschlagen

#21 Beitrag von Wassermann3000 » Freitag 18. April 2014, 00:11

telzer hat geschrieben:
Wassermann3000 hat geschrieben: Allerdings waren frühere Faustszenen im Parlament auch anderen Ukrainern mehr als peinlich.
Davon ab, mit dem bewußten Nicht-Mit-kloppen kann man sich mitunter mehr Respekt verschaffen.
Da gebe ich dir Recht , aber an diese Szenen hatte man sich fast gewöhnt .
Rüdiger wir werden das leider nicht ändern können .

Gruss und ein ruhiges Osterfest
auch Allen anderen hier
Andreas
Entschiedener Widerspruch! Ändern kann man nur etwas, eben weil man darüber redet. Du hast Recht, genau bei diesem Beispiel, "daran hat man sich gewöhnt". Und deswegen ändert sich nichts. Wenn Du es ansprichst, wirst Du den Vergessern ihre eigene Erinnerung zurückholen und das kann langsam aber stetig Kreise ziehen. Ich könnte Dir viele Beispiele aus meiner alltäglichen Arbeit auflisten. Es gibt für nichts eine Garantie und natürlich klappt nicht alles. Aber genau das "frustriert daran gewöhnt" erlebe ich in der Ukraine an so vielen Stellen und genau das ist fatal.
Freundliche Grüße
Rüdiger

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