PolitikJagdsaison in Kiew

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Handrij
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Ukraine

Jagdsaison in Kiew

#1 Beitrag von Handrij » Dienstag 14. September 2010, 20:08

Die ukrainische Führung überzieht die Opposition vor den Kommunalwahlen mit einer Welle von Gerichtsverfahren. Die frühere Ministerpräsidentin Julia Timoschenko organisiert den Widerstand.

Julia Timoschenko hat sich noch nie kampflos geschlagen gegeben. Die ukrainische Oppositionschefin organisiert derzeit den Widerstand gegen die neue Führung, beschuldigt Regierende mit pikanten Details der Korruption und nutzt auch sonst jede Gelegenheit, um sich in Szene zu setzen.

Allerdings hat die frühere Ministerpräsidentin auch allen Grund zu kämpfen. Seit ihr politischer Gegner Viktor Janukowitsch Präsident geworden ist, hat die Opposition in der Ukraine nichts mehr zu lachen. Seit Juni wurden bereits drei von Timoschenkos früheren Vertrauten verhaftet: der ehemalige Leiter der Zollbehörde, der Ex-Vizechef des Energiekonzerns Naftogaz und der einstige Vizeminister für Verteidigung. Der frühere Wirtschaftsminister Bogdan Danilischin hat sich offenbar nach Deutschland abgesetzt und wird seit Ende August mit internationalem Haftbefehl durch Interpol gesucht.
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Первая осень новой власти

Репрессии или справедливость?

Свобода слова или цензура?

Европейский выбор или управляемая демократия?

В программе примали участие: Юлия Тимошенко, Вадим Колесниченко, Наталья Королевская, Юрий Луценко, Геннадий Москаль, Олег Ляшко, Лилия Григорович, Николай Катеринчук, Вячеслав Кириленко, Анатолий Гриценко, Марина Ставнийчук, Тарас Чорновил, Виталий Портников, Николай Княжицкий, Инна Богословская, Геннадий Кернес, Владимир Гройсман, Загид Краснов.

Прямое включение с открытия ГОГОЛЬFEST с Владом Троицким, президентом фестиваля.

В студии - все "Мисс Украина" за 20 лет существования конкурса.

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Re: Jagdsaison in Kiew

#2 Beitrag von Handrij » Mittwoch 15. September 2010, 13:31

Siehe Diskussion hier: http://forum.ukraine-nachrichten.de/wie ... html#p2740

Ich hab mir den Timoschenko-Auftritt noch einmal angesehen und was die Autorin (Name wird auf Wunsch der Autorin zensiert) da schreibt stimmt nur zum Teil.
Die großen TV-Sender unterstützen den Kurs der Regierung. Unlängst wurde Timoschenko zwei Stunden lang vorgeführt. In einer Talkshow sollte es darum gehen, ob die Ukraine nach russischem Vorbild in eine gelenkte Demokratie abdriftet. Doch der als wortgewaltig bekannten Politikerin wurde laufend das Wort abgeschnitten, zudem stritt sich das Publikum lautstark untereinander.
Sawik Schuster, der bekannteste Moderator der Ukraine, konnte der Inszenierung nur zusehen. Auch er muss sich immer öfter der Regie beugen, schließlich ist der Besitzer des Senders TRK Ukraina Rinat Achmetow, einer der finanziellen Unterstützer Janukowitschs.
Timoschenko war in der Sendung etwa 76 Minuten und keine 2h anwesend. Die gesamte Sendung dauert ohne Werbung vier Stunden. Sie eröffnete mit einem 14-minütigen Monolog und kam insgesamt auf eine Redezeit von 39 Minuten. Die erwähnten Unterbrechungen waren vornehmlich auf zwei Leute zurückzuführen, die jedoch bereits seit langem für ihre "Unkultur" bekannt sind. Da kann man unterstellen, dass Schuster gezwungen wurde diese einzuladen. Zugesehen hat Schuster der "Inszenierung" keineswegs, sondern ständig Lewtschenko und Brodskij zurechtgewiesen, was im Übrigen bereits vor dem Machtantritt von Janukowitsch der Fall war. Lewtschenko, Sekretär des Stadtrates von Donezk, fiel jedes Mal, wenn er anwesend war, durch Unterbrechungen/Ungeduld auf und wurde deshalb in jeder Sendung zurechtgewiesen. Das ist nichts Neues.
Timoschenko hat die Unterbrechungen auch dahingehend verdient gehabt, da sie ständig nicht auf die ihr gestellten Fragen antwortete und auswich. Sie nahm ihr Recht wahr die derzeitige Regierung zu kritisieren, jedoch ging sie nicht auf konkrete Fragen zu ihrer Regierungstätigkeit ein. Zudem nahm sie Lewtschenko nicht ernst und beleidigte ihn öffentlich, indem sie ihn beispielsweise danach fragte, ob er überhaupt Ukrainisch versteht. Insofern ist sie teil dieser politischen "Unkultur" und braucht sich nicht zu beschweren.
Außerdem ist sie sich zu schade, den politischen Gegnern zuzuhören. Nachdem ihre Zeit am Hauptmikrofon vorbei war, verschwand sie. Hier muss man konstatieren, dass die Regierung in Person der Vizepremiers Tigipko oder Kolesnikow sich so etwas nicht erlaubt. Tigipko hat in der vorigen Woche in zwei Sendungen bis spät in die Nacht sich den Fragen der Opposition gestellt und ist nicht einfach nach seinem Monolog gegangen, wie es die Gasprinzessin vorzieht.
Übrigens kam vor Timoschenko ihre rechte Hand Turtschinow 10 Minuten in einer Liveschaltung zu Wort und reagierte ähnlich arrogant auf konkrete Fragen wie Timoschenko.
Darüber hinaus ist das Wahlgesetz erneut geändert worden. Demnach werden die lokalen Wahlkommissionen nun immer mehrheitlich von Janukowitschs Partei der Regionen besetzt, unabhängig davon, wie die Stimmenverhältnisse vor Ort aussehen.
Die Zusammensetzung der Wahlkommissionen bestimmte sich vorher aus dem Stimmenanteil der Fraktionen in der Werchowna Rada. Nach der neuen Version werden die Wahlkommissionsmitglieder auch aus nicht in der Werchowna Rada vertretenen Parteien/Wählerorganisationen bestimmt und dies war ein Hauptkritikpunkt an der im Juli verabschiedeten Version. Dass eine Mehrheit von der Partei der Regionen bestimmt wird, ist schlichtweg eine falsche Information. Laut dem Gesetz kann jede im Parlament registrierte Partei/Fraktion maximal drei Kandidaten für die Wahlkommissionen bestimmen. Wahlkommissionen müssen mindestens neun Mitglieder haben und können maximal aus 18 Mitglieder bestehen. Dabei sind bis zu drei Mitgliedern aus örtlichen nicht in der Werchowna Rada vertretenen politischen Gruppierungen bestimmbar. Wie man daraus eine Mehrheit für die Partei der Regionen herausliest, erschließt sich mir nicht. Die Autorin (Name wird auf Wunsch der Autorin zensiert) subsummiert dabei wohl Kommunisten, Litwin-Leute und "Unsere Ukraine" Leute und "Unabhängige nicht im Parlament vertretene" unter "Partei der Regionen", dabei unterschlagend, dass die alle auch ihr eigenes "regionales" Süppchen kochen, dann muss man das auch so schreiben.

Der erwähnte Artikel ist insgesamt als tendenziös zu betrachten und entspricht nicht den Standards einer objektiven Berichterstattung. Leider ist das die Regel und nicht die Ausnahme, letztendlich wird, wenn sich das fortsetzt, den Janukowitschleuten gar nichts anderes übrig bleiben, als das zu tun, was man ihnen unterstellt :-(

Verwundern tut mich nur diese offensive Timoschenko-Propaganda, als ob die nicht aus dem selben Holz wie Janukowitsch wäre. Allein die Tatsache, dass sowohl im Parlament als auch in den Regionen die Leute vom Block Julia Timoschenko in Scharen zu den Janukowitschleuten übergelaufen sind, sagt das doch aus. Wie man da eine "gute Julia" und einen "bösen Janik" konstruieren kann, ist mir völlig schleierhaft. Aber es muss ja alles in das Schema hier die "Demokraten" und dort die "Russen" hineinpassen. In der Ukraine würde man dann sofort von "Zensur" reden ...

Apropos Zensur:
Zudem häufen sich Skandalberichte über das angebliche Luxusleben von Verwandten vieler Regierungspolitiker.
Das zeugt ja auch nicht unbedingt von Zensur ...

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