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klaupe
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Krim-Referendum-Theater

#1 Beitrag von klaupe » Mittwoch 12. März 2014, 06:10

Was kann man von dem Referendum denn erwarten?
Im Prinzip ist das Ergebnis doch schon vorab festgelegt.

OK, zwei Variationen wären noch denkbar.

Auf den "Stimmmzetteln" gibt es nur zwei Fragen (hier übersetzt aus dem Russischen):
Wollen Sie den Beitritt der Krim zur Russischen Föderation?
Wollen Sie eine autonome Republik Krim?

Die Frage nach dem Verbleib bei der Ukraine fehlt total!

Wer die Wahl hat ... kann in ein Kästchen sei Kreuz machen.
  1. Falls man handschriftlich etwas Anderes will, ist die Stimme natürlich ungültig
  2. Falls man beide Kästchen ankreuzt, gilt nur das erste Kreuz
  3. Falls man kein Kästchen ankreuzt, werden das fleißige Helfer korrigieren -- natürlich oben!
  4. Falls man einen Satz durchkreuzt (ausstreicht), gilt das als Kreuz. So kleinlich ist man da nicht, wenn das Kreuzchen etwas verschoben ist.
Ansonsten gilt:
  1. Ähnlich wie bei Unterschriftensammlungen hier, kann man seine Stimme bei beliebigen "Wahl"-Lokalen abgeben, natürlich auch mehrfach. Einen Abgleich mit Wählerlisten gibt es nicht.
  2. Wahlberechtigt sind ALLE auf der Krim Anwesenden. Damit es nicht zu einsam ist, wird die wahlberechtigte "Selbstschutztruppe" massiv verstärkt und auch von einem Wahllokal zum anderen gefahren, damit alle was davon haben. Man will ja Begeisterung, Präsenz und Patriotismus zeigen.
  3. Während des ganztägigen Multi-Wahlgangs der Angehörigen der Russischen Schwarzmeerflotte tritt das Orchester und der berühmte Chor auf. Wer will, darf sich auch da solidarisch zeigen und noch mal ein paar Stimmen abgeben. Der Zeitplan dieser fröhlichen Wahrtournée wird noch bekanntgegeben.
  4. An der Wahl Verhinderte (Invalidität, Auslandsaufenthalt, bockige Nihilisten) werden durch Hochrechnung gebührend berücksichtigt.
  5. Bei Naturkatastrophen (Regen, Sturm, Erdbeben, Vollrausch) reicht die virtuelle Stimmabgabe durch Zuruf aus jeder Entfernung. Allerdings wird dann das Wahlergebnis auf 72,3 % gekürzt, um Übermittlungsfehler vorsichtshalber zu kompensieren.
Tatsächlich bleibt die Frage, ob ein Beitritt in die RF sinnvoll ist, denn das ergäbe mehr Verpflichtungen.
Eine Lösung wie in Südossetien oder Abchasien wäre auch attraktiv, da ja die Krimbewohner ohnehin einen obligatorischen Beistands- und Verteidigungspakt mit Moskau abschließen.
Zuerst bekommt die "Selbstschutztruppe" ihre abgetrennten Hoheitszeichen zurück und ihr wird für den mutigen Einsatz das "Banner des Weltfriedens" verliehen. Die an alle Helden zu verleihenden Orden sollen den Olympiamedaillen ähnlich sehen.

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klaupe
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Re: Krim-Referendum-Theater

#2 Beitrag von klaupe » Donnerstag 13. März 2014, 09:56

So eine ähnliche "Wahl" gab es auch mal in Österreich:
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klaupe
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Re: Krim-Referendum-Theater

#3 Beitrag von klaupe » Freitag 14. März 2014, 06:44


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Karabagh
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Re: Krim-Referendum-Theater

#4 Beitrag von Karabagh » Sonntag 16. März 2014, 21:15

Mich wundert eigentlich nur, dass bei dem Krim Referendum keine 110 % für den Wechsel zu Russland gestimmt haben. Ich ging davon aus, dass Putin doch Tausende von Russen zur Krim gekarrt hat und Ureinwohner entweder nicht abgestimmt (boykottiert) haben, oder geflüchtet sind, oder von einer Wahl abgehalten wurden, indem man ihnen den Pass abgenommen hat. Das Referendum war also total überflüssig, da eh schon feststand, wie es ausging.
Ach ja, theoretisch sollten die, die für eine Abspaltung gestimmt haben, eigentlich wissen, wie sich Demokratie in Russland schreibt!!! Gibt es das Wort im Russischen überhaupt? Bei Gorbatschow gab es wenigstens Glasnost und Perestroijka - aber jetzt??????
[smilie=ukr_prapor]

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klaupe
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Re: Krim-Referendum-Theater

#5 Beitrag von klaupe » Montag 17. März 2014, 09:14

Karabagh hat geschrieben:Mich wundert eigentlich nur, dass bei dem Krim Referendum keine 110 % für den Wechsel zu Russland gestimmt haben.
Die "amtlichen" Ergebnisse haben ja Parlamentschef Wladimir Konstantinow und Regierungschef Sergej Aksjonow schon am Nachmittag verkündet, obwohl noch nicht alle Zettel in der Wahlurne waren.

Sehr viele haben an dem "Abnicken" überhaupt nicht teilgenommen, insbesondere Krim-Ukrainer und Tataren. Was gab es denn auch zu wähnen? Essen wir heute 'Suppe mit Brot' oder lieber 'Brot mit Suppe'?

Geredet wurde aber schon vor dem Ende von einer Wahlbeteiligung um die 80 %.

Eigentlich war Russland bekannt für hervorragende Mathematiker. Scheinbar sind die alle ausgestorben und vergessen worden.

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