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DevilsNeverCry
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Lwiw und der 9. Mai

#1 Beitrag von DevilsNeverCry » Donnerstag 12. Mai 2011, 22:41

Ich denke jeder der ukrainische und/oder russische Medien liest, der wird die Auseinandersetzungen zwischen (überwiegend) nationalistischen Kräften und pro sowjetischen sowie pro russischen Kräften mit bekommen haben.
Lwiw, I.F, und Ternopil haben das hissen der roten Flagge auf ihrem Territorium verboten. Es war aber jedem klar das mit der Ankündigung (besonders vom Ruskij Block) die rote Flagge in Lwiw zu hissen, zu Zusammenstößen führen wird. Selbst in den Kreisen der Partei der Regionen wurde diese Aktion später verurteilt. Aber auch auf Seiten der ukrainischen Nationalisten hat man sich nicht mit Ruhm bekleckert da man ja das russ. Konsulant provozierte (Stichwort Blumenkranz für die Gefallenen) und Kriegsveteranen auf offener Straße angriff.
Im übrigen ist auch die Einmischung der rus. Vertretung in Lwiw rechtswiedrig, aber das diese als Sprachrohr des Kremls fungiert, ist nix neues.

Nun wurde ja von den Russen und Kommunisten weitere Märsche angekündigt, was haltet ihr davon? Provokation? -> Meiner Meinung nach, ja.

Ich gehöre zu denjenigen die den 9 Mai ebenfalls als Tag des Sieges sehen, aber meiner Meinung nach ist das hissen der roten Flagge in Lwiw, sowie verbotene Demos seitens der russischen Einheitspartei und den Kommunisten verboten. Jetzt noch weitere Märsche anzukündigen, ist und bleibt nur eine Provokation. Ich kann mich noch gut erinnern als der OUN Tag auf der Krim vor einigen Jahren gefeiert werden sollte und wie da einige empört aufgesprungen sind. Aber jene die damals empört waren, fahren jetzt nach Lwiw und ziehen die gleiche Nummer nur von einer anderen Sichtweise ab?
Keine Zweifel, die rechtsgesinnten haben übertrieben und ich bin mir sicher man wird einige (wenn auch nicht alle) Täter kriegen. Dennoch sollte mn den Westukrainern erlauben das zu tun, was sie wollen ähnlich wie die Süd-Ostukrainer ihre eigenen Traditionen haben. Jeder weiß doch das die Westukrainer den Tag des Sieges nicht feiern (zumindest die Mehrheit der Bev.) und dies nicht dem entspricht wie die Leute dort denken. Ich bin dafür das jede Seite seine eigene Position zu den jeweiligen Ereignissen unserer (ukrainischen) Geschichte haben sollte, ohne den anderen zu provozieren.

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stefko
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Re: Lwiw und der 9. Mai

#2 Beitrag von stefko » Freitag 13. Mai 2011, 11:20

DevilsNeverCry hat geschrieben: Nun wurde ja von den Russen und Kommunisten weitere Märsche angekündigt, was haltet ihr davon? Provokation? -> Meiner Meinung nach, ja.
Ehrlich gesagt, finde ich diese Aussichten sehr beunruhigend. Die Ankündigung (z.B. des Bürgermeisters von Charkiw) bezüglich Aktionen in Lemberg am 22. Juni finde sehr beängstigend. Meiner Meinung nach ist die Botschaft an die Westukrainer "wir haben euch besiegt".

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DevilsNeverCry
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Re: Lwiw und der 9. Mai

#3 Beitrag von DevilsNeverCry » Samstag 14. Mai 2011, 11:45

stefko hat geschrieben:
DevilsNeverCry hat geschrieben: Nun wurde ja von den Russen und Kommunisten weitere Märsche angekündigt, was haltet ihr davon? Provokation? -> Meiner Meinung nach, ja.
Ehrlich gesagt, finde ich diese Aussichten sehr beunruhigend. Die Ankündigung (z.B. des Bürgermeisters von Charkiw) bezüglich Aktionen in Lemberg am 22. Juni finde sehr beängstigend. Meiner Meinung nach ist die Botschaft an die Westukrainer "wir haben euch besiegt".
Durchaus möglich das der Fall ist, aber ich glaube nicht daran -> höchstwahrscheinlich werden nur die wenigsten wegen so etwas dahin marschieren. Ich glaube eher das das was Wladimir Lytwin gesagt hat, eher passt: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... -> Laut ihm sind die Ereignisse in Lwiw der Start für die Wahlkampagne einiger Parteien.
Wer weiß was da schon seid langem vorbereitet wurde? Es wird ja gemunkelt das die Regionalen mit den Faschisten ein Bündniss (natürlich heimlich) eingegangen sind um liberale Kräfte in UA zu schwächen. Kann aber auch sein das die russischen Nationalisten und linksextremistische Kräfte nach Lwiw ziehen um den Regionalen in der Süd-Ostukraine Stimmen weg zu nehmen -> oder beides ist der Fall. Letzlich sind das aber alles nur Theorien und Belege dafür gibt es nicht, aber auch keine die das verneinen.

Was die Sache mit den Veteranen anbelangt so wäre ich dafür das Veteranen (unabhängig von der pol. und ideol. Zugehörigkeit) ihren Kameraden und Familien gedenken können. Die Ereignisse auf der Krim vor ein paar Jahren sowie jene vor ein paar Tagen in Lwiw haben noch mals bewiesen -> es geht scheinbar nicht. Es wurden sogar in der Vergangenheit Versuche unternommen beide Seiten zu versöhnen, aber es klappt einfach nicht. Die Gräber sind zu tief. Vor allem sind es jene Veteranen (auf beiden Seiten wohl gemerkt) die ihren Kinder gegen den "ehemaligen Feind" anstacheln. Wenn ich da die Jugend in der Ukraine mit der in Deutschland vergleiche, wirkt diese dagegen wie politisiert und wie jüngere als auch ältere Generationen auf beiden Seiten "ticken" davon konnte ich mich schon persönlich überzeugen.
Ich denke im Juni wird es wie bereits von rus. und linksradikalen angekündigkt Märsche geben und es wird wohl wieder zu Konfrontationen mit den ukr. Rechtsextremisten kommen.

Übrigens, was die Zusammenstöße in Lwiw angeht: Von Swoboda war ehrlich gesagt gar nicht so viel zu sehen, es waren überwiegend junge Menschen (15-21 Jahre) die sich eher wohl parteiunabhängig getroffen haben. Das allerdings dort sich so viele junge Leute versammeln ist auch nicht gut. An der Radikalisierung der jungen Generation -> da tragen die Politiker und die ältere Generation eine Mitschuld, besonders jene die sich zu den Veteranen zählen.

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mbert
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Re: Lwiw und der 9. Mai

#4 Beitrag von mbert » Samstag 14. Mai 2011, 12:54

DevilsNeverCry hat geschrieben: Übrigens, was die Zusammenstöße in Lwiw angeht: Von Swoboda war ehrlich gesagt gar nicht so viel zu sehen, es waren überwiegend junge Menschen (15-21 Jahre) die sich eher wohl parteiunabhängig getroffen haben.
Das deckt sich nicht mit meinen Informationen aus Lviv. Die jungen Leute sind oft keine Parteimitglieder (Mitglied kann man ja mit 15 noch nicht werden), sind aber offenbar gezielt von Svoboda-Leuten mobilisiert worden. Wir haben es hier mit einem Phänomen zu tun, das zunehmend an die frühen 30er Jahre in Deutschland erinnert.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Lwiw und der 9. Mai

#5 Beitrag von DevilsNeverCry » Sonntag 15. Mai 2011, 20:30

mbert hat geschrieben:
DevilsNeverCry hat geschrieben: Übrigens, was die Zusammenstöße in Lwiw angeht: Von Swoboda war ehrlich gesagt gar nicht so viel zu sehen, es waren überwiegend junge Menschen (15-21 Jahre) die sich eher wohl parteiunabhängig getroffen haben.
Das deckt sich nicht mit meinen Informationen aus Lviv. Die jungen Leute sind oft keine Parteimitglieder (Mitglied kann man ja mit 15 noch nicht werden), sind aber offenbar gezielt von Svoboda-Leuten mobilisiert worden. Wir haben es hier mit einem Phänomen zu tun, das zunehmend an die frühen 30er Jahre in Deutschland erinnert.
Ich habe nur Videos dazu gesehen. Das dort einige von Swoboda angestachelt wurden ist möglich. Ich denke aber ob Sie zu einer Partei gehören oder nicht spielt aber weniger eine Rolle, sondern das so man so viele Menschen dort mit so etwas begeistern kann.

PS: Neben dem Marsch der rus. Nationalisten und linksradikalisten in Lwiw am 22. Juni, wurde von der faschistischen Swoboda angekündigt am 21 Mai in Odessa zu marschieren und sich (wortwörtlich) "die pro rus. Org. anzunehmen."

Willkommen im Wahlkampf [smilie=nhl_checking.gif]

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