Recht, Visa und DokumenteMacht Korruption dumm?

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jonny4711
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Macht Korruption dumm?

#1 Beitrag von jonny4711 » Sonntag 17. März 2013, 19:03

Meine Erlebnisse in der Region Tyachiv lassen diese Vermutung sehr wahrscheinlich erscheinen.

Anfang des Jahres 2010 entschloss ich mich (österreichischer Staatsbürger seit mehr als 11 Jahre mit einer Ukrainerin verheiratet) unser weiteres Leben in der schönen und liebenswerten Ukraine zu verbringen. Und damit begann eine bis heute andauerte Odyssee.
Keine Behörde, sei es in Tyachiv oder in Uzgorod, wusste oder wollte wissen welche Dokumente zur Erlangung einer Niederlassungsbewilligung vorzulegen sind. Nach tagelangen erfolglosen Telefongesprächen wandten wir uns hilfesuchend an die ukrainische Botschaft in Österreich und die konnte helfen. Nun schnell alle Dokumente beschaffen und rasch von Wien nach Tyachiv (Oblast Sarkapatka) um bei der zuständigen Behörde alles abgeben zu können.
Leider weit gefehlt, denn nun wusste man in Tyachiv plötzlich welche Dokumente da vorzulegen seien und da fehlten, siehe da, doch noch einige. Außerdem sagte man mir, dass ich ein Visum benötige um die Dokumente abgeben zu können.
Wieder in Wien informierte uns die ukrainische Botschaft, dass auf Grund der geltenden Gesetzeslage ein Visum nicht mehr notwendig sei und die von der Botschaft aufgelisteten Dokumente ausreichen um einen Antrag auf Niederlassung zu legen.
Um die Sache abzukürzen: Wir fuhren noch mehrmals ohne Erfolg zwischen Wien und Tyachiv hin und her. Auch die Vorlage der ausgedruckten aktuellen Gesetze kümmerte in der zuständigen Behörde niemand. Man verweigerte beharrlich und unter Missachtung der Gesetze die Annahme der Dokumente.
Natürlich hatte man uns schon zu Anfang klar gemacht, dass mit der Bezahlung eines Betrages die Angelegenheit -- Gesetz hin Gesetz her -- schnell für uns erledigt sein werde. Aber bereits damals keimte in uns der Verdacht, dass Korruption vielleicht doch dumm macht, denn beim gewünschten Betrag handelte es sich um einen dreistelligen Dollarbetrag. Unter dem Motto „die Ausländer haben es ja“.
Nachdem wir keinen anderen Weg sahen wandten wir uns Ende des Jahres 2011 mit einem ausführlichen Schreiben an den ukrainischen Präsidenten Viktor Yanukovych. Am 24.3. 2011 (nach fast 15 Monaten) erhielt ich dann endlich die Niederlassungsbewilligung. Übrigens hatte meine Frau seinerzeit ihre österreichische Niederlassungsbewilligung in 2 Wochen bekommen.
Bis hierher ist es für den geborenen Ukrainer/Ukrainerin wahrscheinlich ein Alltagserlebnis, aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende.
Nun musste ich mich innerhalb von 30 Tagen offiziell anmelden, also durch Vorlage weiterer Dokumente belegen wo ich wohnen werde. Also wieder fragen welche Dokumente sind vorzulegen und wieder will es niemand wissen. Die zuständige vorgesetzte Behörde in Kiew teilte uns dann endlich mit was hier vorzulegen ist und nun kam die Rache an dem der „an den Präsidenten schrieb“. Die Dokumente wurden nicht angenommen mit der Begründung da fehle noch dies und das. Nach vielen erfolglosen Versuchen erteilten wir dann einer Tante meine Frau eine notarielle Vollmacht in unserem Namen die Anmeldung vorzunehmen. Dieser armen Frau ging es auch nicht besser. Ausreden wie „heute können wir keine Dokumente entgegennehmen da wir keinen Stempel haben“ gab es viele, bis dann unserer Tante die Geduld riss und sie den Chef verlangte. Herr S. (Name der Redaktion bekannt) teilte ihr dann mit ich müsste persönlich erscheinen und ein Kuvert mitbringen. In einem anschließenden Telefongespräch mit meiner Frau wurde Herr S. dann deutlicher: Er werde ein Strafverfahren gegen mich einleiten, da ich mich nicht fristgerecht angemeldet habe. Mit einem Kuvert mit entsprechendem Inhalt, das ich natürlich persönlich vorbeizubringen habe, könnte ich mir das alles ersparen.
Hat man in dieser Behörde aus der Vergangenheit nichts gelernt? Glaubte man immer noch bei diesem belämmerten Ausländer einen satten Geldbetrag für eine Tätigkeit die gesetzeskonform gemacht werden muss, kassieren zu können? Es schein wirklich so zu sein, dass Korruption und Geldgier die logische Denkfähigkeit einschränkt.
Also wurde ein Gerichtsverfahren gegen mich eingeleitet und ich zur Zahlung von UAH 510,- verurteilt. Urteilsbegründung: Ich hätte mich nicht zeitgerecht angemeldet. Wie denn, wenn man die Annahme der Dokumente verweigert? Und damit nicht genug schickte mir Herr S. einige Tage später die Polizei ins Haus, die mich -- in seinem Auftrag -- aufforderten sofort die Ukraine zu verlassen.
Da wird uneingeschränkter Machtmissbrauch ausgeübt den Schwiegervater in einer hohen politischen Position im Rücken wissend.
Im September 2012 schrieb ich daher wieder an den Präsidenten Viktor Yanukovych. So knapp vor der Wahl wurde dann doch in dieser Behörde in Tyachiv aufgeräumt. Auch Herr S. verlor seine Arbeit. Ein Aufatmen ging durch die Bevölkerung. Ich erhielt ein Schreiben der vorgesetzten Behörde aus Uzgorod in der mir unter anderem mitgeteilt wurde, dass Herr S. ein Gerichtsverfahren zu erwarten habe und er nie wieder eine Anstellung in einer Behörde erhalten werde. Dies bestätigte sinngemäß auch die Kanzlei des Präsidenten in einer Email vom 4.11.2012.
Also scheint die Gerechtigkeit doch endlich gesiegt zu haben. Jetzt muss unsere Tante nur mehr die Dokumente zur Behörde bringen und die Sache ist ausgestanden. Wenn wir da nicht Ende Jänner diesen Jahres eine unglaubliche Information erhalten hätten. Herr S. ist seit Anfang des Jahres wieder Chef dieser Behörde und schikaniert die Bevölkerung wie wenn nichts passiert wäre. In der vorgesetzten Behörde, die uns vorher geschrieben hat, dass Herr S. nie wieder eine staatliche Anstellung erhalten wird, ist natürlich für uns keiner mehr erreichbar.
Also wenden wir uns an einen örtlichen Politiker, der dann am 15.2.2013 um 14.30 Uhr gemeinsam mit meiner Frau (die zu diesem Zeitpunkt in der Ukraine war) und unserer Tante (mit gültiger Vollmacht) diese Behörde aufsuchte um zum wiederholten Mal zu versuchen die Dokumente für die Anmeldung abzugeben. Gemeinsam mit dem örtlichen Politiker und nach zwei Schreiben an den Präsidenten der Ukraine wird auch der dümmste Beamte vorsichtig werden und sich an die Gesetze halten. So glaubten wir. Doch es kam ganz anders. Wieder verweigerte man, nach Rücksprache mit Herrn S., die Annahme der Dokumente und warf den Politiker, meine Frau und auch die Tante aus dem Haus. Warum neuerlich die Annahme der Dokumente verweigert wurde wollte man dem Politiker nicht mitteilen.
Jetzt waren wir fast sicher, dass Geldgier und Korruption die Sinne verwirrt. Oder hat der Chef einer kleinen Provinzbehörde so viel Macht, dass er in diesem Land niemanden zu fürchten braucht? Ist das geschriebene Wort des Präsidenten und der vorgesetzten Behörde nichts mehr wert? Endet der Einfluss des Präsidenten an den Grenzer der Region Tyachiv? Oder hat dieser Beamte mit dem Auspressen der amen Bevölkerung schon so viel Geld verdient, dass er sich in Kiew alles kaufen kann?
Ohne Antworten auf diese Fragen zu haben, kann ich mich offensichtlich in Tyachiv nicht mehr anmelden, weil es in diesem schönen Land möglicherweise niemanden gibt der diese Machtstrukturen brechen kann. Aber ich kann diese Zeilen schreiben, die der Bevölkerung zeigen, dass es Menschen gibt die sich wehren und nicht gottergeben jede Schikane hinnehmen. Ich werde natürlich neuerlich an den Präsidenten schreiben und hoffe, dass die Gerechtigkeit vielleicht doch siegt und korrupte Provinzbeamte in Zukunft die örtliche Bevölkerung nicht mehr als Leibeigene betrachten.

Dies ist der Erkenntnisstand Feber 2013. Zwischenzeitlich hat sich wieder einiges interessantes getan und ich werde demnächst berichten.

Euer Georg

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Re: Macht Korruption dumm?

#2 Beitrag von mbert » Sonntag 17. März 2013, 19:12

Das ist schon wirklich eine bemerkenswerte Ansammlung von Dreistigkeit. Und was das Ganze noch bitterer macht, ist doch das Wissen, dass man als Ausländer doch einige andere Hebel zur Verfügung hat, sich gegen so etwas zu wehren - wie muss es denen geben, die solchem Treiben vollkommen schutzlos ausgeliefert sind! Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung!
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Macht Korruption dumm?

#3 Beitrag von Handrij » Sonntag 17. März 2013, 19:24

Hallo Georg,
danke für deinen Bericht.
Nur als Frage: meinst du Rachiw oder Tjatschiw? Tjachiw/Tyachiv gibt es nicht ...
Die Macht des Präsidenten, egal wie er heißt, erstreckt sich in der Regel nur in begrenztem Umfang auf die Transkarpaten. In dieser Region hat seit Jahren schon, mit Ausnahme von vielleicht Ushhorod, der Baloha-Clan (https://www.facebook.com/ViktorBaloga) das Sagen. Der Herr S. wird in diesen Zusammenhängen sein.
Laut der aktuellen Gesetzesfassung muss man sich auch innerhalb von zehn Tagen nach Erhalt der Aufenthaltsgenehmigung registrieren lassen, ansonsten droht eine Geldstrafe zwischen 510 und 850 UAH.

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Re: Macht Korruption dumm?

#4 Beitrag von jonny4711 » Sonntag 17. März 2013, 20:05

Hallo Handrij,
wie so oft beim Übertragen aus dem "Kyrillischen" kommt es zu verschiedenen Schreibweisen. Aber in diesem Fall wird "Tyachiv" am häufigsten verwendet (siehe auch "Google"). Ja das mit der Macht des Präsidenten stimmt. Aber dieser Herr S. gehört sicher nicht zum Balogaclan, da mir V. Baloga schriftlich seine Hilfe gegen diesen Herrn S. angeboten hat.
Das mit der Frist der Registrierung (Anmeldung) ist auch nicht so ganz klar. Die Behörde in Uzghorod schreibt 30 Tage und in Tyachiv behauptet man es wären nur 10 Tage. Faktum ist jedoch -- und das habe ich in meinem Bericht, wie so manch anderes, nicht erwähnt -- dass auf meiner Aufenthaltbewilligung sehr wohl eine ukrainische Adresse steht und ich dort zum Zeitpunkt der Ausstellung dieses Dokumentes auch offiziell gemeldet war. Was ich seit Oktober 2011 nur will, ist mich auf jene Adresse umzumelden auf der unser gekauftes Haus steht.
Wie auch immer: Obiger Artikel wird in den nächsten Tagen in der Zeitschrift "RIO" (Uzgorod) erscheinen und werde ich dann weiter berichten.

Georg

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Re: Macht Korruption dumm?

#5 Beitrag von mbert » Sonntag 17. März 2013, 20:23

Ich bin sehr gespannt auf weitere Berichte. Ihr habt sicher auch schon so ziemlich alles ausgeschöpft, aber dennoch - sozusagen der Vollständigkeit halber - habt Ihr Euch auch mal an die österreichische Botschaft in Kyiv gewandt?
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Macht Korruption dumm?

#6 Beitrag von jonny4711 » Sonntag 17. März 2013, 21:45

Hallo mbert,

danke für Deine "Anteilnahme" (Du verstehst wie ich es meine). Nein, ich habe mich noch nicht an den österreichischen Botschafter gewandt, da ich nicht gleich die ganze Munition verschießen will. Aber ich habe nächste Woche einen Termin beim ukrainischen Botschafter in Wien, erwarte mir davon aber wenig bis gar nichts. Habe aber noch einige andere Pfeile im Köcher.

Georg

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Re: Macht Korruption dumm?

#7 Beitrag von Sonnenblume » Sonntag 17. März 2013, 21:57

Viel Glück, du scheinst es wirklich zu brauchen! Du hast meine Hochachtung, dass du das so durchziehst. Ich glaube, ich würde langsam ein mulmiges Gefühl bekommen...

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Re: Macht Korruption dumm?

#8 Beitrag von Handrij » Sonntag 17. März 2013, 23:37

jonny4711 hat geschrieben:Hallo Handrij,
wie so oft beim Übertragen aus dem "Kyrillischen" kommt es zu verschiedenen Schreibweisen. Aber in diesem Fall wird "Tyachiv" am häufigsten verwendet (siehe auch "Google").
Ah, verdammt, hab die englischsprachige Transkription nicht in Betracht gezogen. Mein Fehler ....
Tjatschiw = Tyachiv
jonny4711 hat geschrieben: Ja das mit der Macht des Präsidenten stimmt. Aber dieser Herr S. gehört sicher nicht zum Balogaclan, da mir V. Baloga schriftlich seine Hilfe gegen diesen Herrn S. angeboten hat.
Das mit der Frist der Registrierung (Anmeldung) ist auch nicht so ganz klar. Die Behörde in Uzghorod schreibt 30 Tage und in Tyachiv behauptet man es wären nur 10 Tage. Faktum ist jedoch -- und das habe ich in meinem Bericht, wie so manch anderes, nicht erwähnt -- dass auf meiner Aufenthaltbewilligung sehr wohl eine ukrainische Adresse steht und ich dort zum Zeitpunkt der Ausstellung dieses Dokumentes auch offiziell gemeldet war. Was ich seit Oktober 2011 nur will, ist mich auf jene Adresse umzumelden auf der unser gekauftes Haus steht.
Wie auch immer: Obiger Artikel wird in den nächsten Tagen in der Zeitschrift "RIO" (Uzgorod) erscheinen und werde ich dann weiter berichten.
Das Problem dabei ist, dass sich die Gesetze seit 2012 geändert haben. Im Mai wurde eine neue Verordnung beschlossen, wonach zehn Tage für die Registrierung bleiben. Auf die Schnelle kann ich jetzt nicht sagen, wann diese Verordnung in Kraft getreten ist. Spielt auch bei deiner Problematik wohl nicht so die Rolle.

Also wenn dir Baloha seine Hilfe angeboten hat, dann würde ich darauf zurückgreifen, denn wenn er nicht helfen kann, dann kann dir auch der liebe Gott nicht helfen.
Mit der Zeitschrift RIO meinst du sicherlich http://www.rionews.com.ua/. Vielleicht solltest du es mit deinem Artikel auch bei zakarpattya.net.ua oder zaxid.net versuchen, einfach um den Druck zu erhöhen.

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Re: Macht Korruption dumm?

#9 Beitrag von Siggi » Montag 18. März 2013, 00:52

Hallo Georg,

schön, von Dir zu wieder zu hören.
Weniger schön ist allerdings das Thema.
Vielleicht eine Idee: Melde Dich bei uns in Sumy oder auf der Krim an.
Da ging es ohne Probleme:
http://www.forum-ukraine.de/forum/index ... readID=121
Die einzige "Korruption" von mir seinerzeit: Kaffee und Weinbrand, aber niemand hatte es verlangt.

Gruß
Siggi

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Re: Macht Korruption dumm?

#10 Beitrag von Sonnenblume » Montag 18. März 2013, 09:23

Siggi, wie ich Georg verstanden habe, hat er ein Haus da. Ich kann Handrij nur zustimmen, er sollte die angebotene Hilfe annehmen.

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Re: Macht Korruption dumm?

#11 Beitrag von Siggi » Montag 18. März 2013, 14:19

Sonnenblume hat geschrieben:Siggi, wie ich Georg verstanden habe, hat er ein Haus da.
Das ist mir bewusst. Ich kenne ihn persönlich. Aber wenn er z.B. eine Aufenthaltsgenehmigung in Sumy erhalten hat, kann er nachher den registrierten Wohnort ändern lassen. Das ist kein Problem, die Aufenthaltsgenehmigung muss nicht neu beantragt werden, sie ist unbefristet gültig. Ich habe es selbst so gemacht: Aufenthaltsgenehmigung in Sumy, einige Monate später Wechsel auf die Krim.

Es erscheint mir vernünftiger, energieärmer und zielführender, dies ganz unbelastet von Null woanders zu versuchen, als mich im Kleinkrieg mit einer lokalen Behörde in die nächste Eskalationsstufe zu begeben. Das funktioniert natürlich nur, wenn das primäre Interesse an der Lösung des Problems besteht und nicht etwa am Recht haben/bekommen.

Gruß
Siggi

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Re: Macht Korruption dumm?

#12 Beitrag von eurojoseph » Montag 18. März 2013, 16:16

Siggi hat geschrieben: Es erscheint mir vernünftiger, energieärmer und zielführender, dies ganz unbelastet von Null woanders zu versuchen, als mich im Kleinkrieg mit einer lokalen Behörde in die nächste Eskalationsstufe zu begeben. Das funktioniert natürlich nur, wenn das primäre Interesse an der Lösung des Problems besteht und nicht etwa am Recht haben/bekommen.

Gruß
Siggi
na da hast DU 100 pro recht - mir gefällt der pragmatische Ansatz - thumbs up
The SOVIET STORY - für alle, die noch an das Märchen vom russischen Antifaschismus glauben !Djakuju tobi,shcho ja ne moskal/jingo/sovok ???)SLAVA UKRAYINI !!!!Hitler UND Stalin kaputt - wider braunen UND roten Faschismus

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Re: Macht Korruption dumm?

#13 Beitrag von Jensinski » Montag 18. März 2013, 17:24

Hallo Georg,

die Geschichte ist ja grauenhaft. Bin auch Resident, alles verlief ohne größere Probleme. Das hat mir jetzt echt keine Ruhe gelassen und ich habe ein bisschen gegoogelt. Ich habe gesehen, dass Du auch im Forum Romanum - Ukraine Business schon viele Jahre schreibst und wie ich beim überfliegen der Beiträge las, versucht hast, in der Ukraine, in der erwähnten Region, geschäftlich Fuß zu fassen. Bist Du da vielleicht diesem Herrn S. einmal in die Quere gekommen oder hast ihm persönlich "auf den Schlips" getreten? Geht es da um was persönliches? Seid Ihr Konkurrenten?
Ich habe ja schon viel gehört, dass aber ein höherer ukrainischer Beamter für einen Dollarbetrag in (nur) 3-stelliger Höhe seine Existenz aufs Spiel setzt... finde ich ehrlich gesagt schon sehr merkwürdig.

Bitte verstehe mich nicht falsch, aber wenn man diese Geschichte veröffentlicht, dann gehört alles dazu.

LG,
Jens

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lev
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Ukraine

Re: Macht Korruption dumm?

#14 Beitrag von lev » Montag 18. März 2013, 18:50

Servus Georg,

ist ja der reine Horror den du da erlebt hast, bzw. noch erlebst. Ich bin seit 30 Jahren in Lviv regelmäßig, auch auf Ämtern, unterwegs habe hier und da auch abnorme Verhaltensweisen einiger Mitarbeiter feststellen müssen, aber derart krass noch nicht.
Habe ja auch vor, in einigen Jahren, längere Zeit in UA zu leben und beabsichtige dann eine ständige Aufenthaltserlaubnis zu bekommen.
Bin seit 29 Jahren mit einer Ukrainerin verheiratet, sie hat allerdings seit 1991 einen deutschen Pass. Ihre Mutter lebt in Lviv, hat eine Eigentumswohnung, die inzwischen meiner Frau offiziell gehört.
Wir meinen, dass dies eine ständige Aufenthaltserlaubnis rechtfertigt, aber wenn ich deine Erfahrungen mit den Behörden so lese, bekomme ich starke Zweifel ob es nicht ähnlich verläuft.
Ich und meine Frau, hätten wohl nicht die Kraft und Ausdauer sich so vehement zu wehren.
Wünsche euch weiterhin viel Kraft und schlussendlich auch Erfolg in der Sache.

Gruß lev

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jonny4711
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Re: Macht Korruption dumm?

#15 Beitrag von jonny4711 » Dienstag 19. März 2013, 00:12

Danke für Eure vielfältigen Reaktionen. Nun kurz die Antworten:
Siggi:
Ich freue mich Dich hier munter werken zu sehen. Leider geht es hier nicht mehr nur um "Recht zu bekommen" sondern auch um "sauber machen". Was dieser Bursche als Chef im örtlichen OVIR mit den Leuten aufführt ist einfach unerträglich. Ich habe mit meiner Vorgangsweise breite Unterstützung.
Jensinski:
Nein ich hatte mit diesem Mann vorher noch nie Kontakt. Viel mehr habe ich von seinem Schwiedervater (der bis zur vergangenen Wahl in der Region in einer hohen politischen Position war) eine schriftliche Auszeichnung für humanitäre Aktivitäten (ich habe einen LKW voll mit medizinischen Geräten für das örtliche Stützpunktspital geliefert) erhalten. Ich glaube es ist schlicht und einfach Maßlosigkeit. Übrigens wollte der feine Herr S. für den "reibungslosen Ablauf" der Ummeldung doch dreiste USD 200,--. Und das erschien mir doch ein wenig zu viel.
lev:
Keine Panik, denn meine Sache ist nicht symptomatisch für die gesamte Ukraine. Die Region Tyachiv ist nicht nur die größte Region (Einwohner oder km² = ich weiß es nicht) der Ukraine, sondern auch die mit Korruption verseuchteste. Aber sollte es bei Deiner Aufenthaltserlaubnis kleine Probleme geben, weil vielleicht nicht alles so klar ist (Frau schon deutschen Pass) ist sicher ein "Geschenk" förderlich und auch sinnvoll. In meinem Fall ist ein Geschenk in der Höhe von USD 200,-- einfach Unsinn, da ich ja auch auf der alten Meldeadresse -- die in meiner unbefristeten Niederlassungsbewilligung eingetragen ist -- gemeldet bleiben könnte. Also hätte ich nach Bezahlung der USD 200,-- keinen Vorteil.

Georg

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Optimist
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Re: Macht Korruption dumm?

#16 Beitrag von Optimist » Samstag 23. März 2013, 15:25

Ich persönlich würde mich jetzt an Journalisten vom ukrainischen Fernsehen wenden, die sind scharf auf solche Beiträge. Und wenn das nicht hilft, dann weiss ich auch nicht. Aber Angst vor der Kamera haben solche Leute in jedem Fall.

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Optimist
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Re: Macht Korruption dumm?

#17 Beitrag von Optimist » Sonntag 24. März 2013, 13:01

Aber nach diesem Bericht kann man sich gut in die Bürger der Ukraine hinein verdenken. Manche werden ja schon ihr Leben lang so von Behörden drangsaliert. Da kann man die verstehen, die aufgegeben haben zu kämpfen, für diese muss man wirklich Verständnis aufbringen. Auch wenn wir das als EU Bürger etwas anders sehen.
Auch ich wünsche viel Erfolg beim Kampf, nur besser nicht als Einzelkämpfer auftreten, Anwalt wäre schon nicht schlecht.

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Optimist
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Re: Macht Korruption dumm?

#18 Beitrag von Optimist » Montag 25. März 2013, 18:00

Macht Korruption dumm?
Ein Ukrainer würde darauf vermutlich antworten, nicht dumm nur reich!
So wie man den Bericht liest ist zu entnehmen, dass dieses Subjekt Freunde hat. Da wären vermutlich Oberstaatsanwalt, Chef der Polizei, Freunde in Regierungskreisen usw. All diese Leute leben sehr gut, aber nicht von ihren offiziellen Bezügen. Nun wollen diese auch ihren Luxus erhalten. Ob der Präsident den erwähnten Brief überhaupt gelesen hat halte ich für unglaubwürdig, und auch wenn, eine Lappalie. Eins muss auch klar sein, die Korruption dient hier im Land auch zur Erhaltung der Ordnung, so paradox das klingen mag. Man stelle sich einmal vor, alle Beamten müssten nur von dem Geld leben, dass der Staat ihnen derzeit zahlt. Diese Leute würden auf die Strasse gehen und rebellieren.
Das macht den Kampf gegen die Korruption auch so schwer, weil er nie ernsthaft geführt worden ist und sie sich wie ein Krebsgeschwür ausgebreitet hat.

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jonny4711
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Re: Macht Korruption dumm?

#19 Beitrag von jonny4711 » Montag 25. März 2013, 18:27

Hallo Optimist,
ich bin der Auffassung, dass es keine wie immer geartete Entschuldigung für Korruption gibt. Korruption baut einen Staat im Staat auf und schließt all diese Menschen aus die nicht im Stande sind das geforderte Geld (oder was auch immer) aufzubringen. Somit ist Korruption eine eklatante Ungerechtigkeit und Benachteiligung armer Bevölkerungsschichten. Von den Steuern die dem Staat entgehen, und mit denen er (der Staat) die Beamten besser bezahlen könnte, ganz zu schweigen. Wenn die Verkehrspolizei die kassierten Strafgelder ordnungsgemäß abliefern würde, wäre so manchem kleinen Polizisten gedient und die Vorgesetzten könnten sich nicht reihenweise riesige Villen bauen.
Das mein "Freund" Freunde hat ist sicher, ob ihm das langfristig helfen wird ist nicht so sicher.

Georg

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Re: Macht Korruption dumm?

#20 Beitrag von Siggi » Montag 25. März 2013, 18:29

Ist das überhaupt Korruption?

So wie ich es kenne: Man zahlt eine bestimmte Summe, um laut Wikipedia """einen materiellen oder immateriellen Vorteil zu erlangen, auf den kein rechtlich begründeter Anspruch besteht."""
Beispiele: $1000 für die Genehmigung eines Bauvorhabens, welches geltende Gesetze verletzt. $200 für einen Führerschein ohne Prüfung und Fahrstunden. 100UAH, um der höheren offiziellen Strafe für zu schnelles Fahren zu entgehen, 10% der hinterzogenen Steuer, um einem Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung zu entgehen.
Für beide Parteien machen diese Deals einen Sinn. Darum ist doch gerade der Kampf gegen die Korruption so schwierig. Keiner der beiden Parteien würde sich ausgenutzt fühlen oder sich in einem Forum öffentlich über den Deal beschweren.

Aber hier hat der Fragesteller als Ehegatte einer Ukrainerin einen Rechtsanspruch auf eine Aufenthaltsgenehmigung. Er erhält also gar keinen Vorteil. Der Vorteil ist hier einseitig.
Der Beamte macht hier eine Leistung, zu deren Erbringung er aufgrund seiner Stellung verpflichtet ist, von einer Zahlung abhängig.
Für mich sieht das nach Erpressung und nicht nach Korruption aus. So etwas habe ich persönlich in UA noch nicht erlebt.

Gruß
Siggi

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Re: Macht Korruption dumm?

#21 Beitrag von Optimist » Montag 25. März 2013, 18:57

jonny4711 hat geschrieben:Hallo Optimist,
ich bin der Auffassung, dass es keine wie immer geartete Entschuldigung für Korruption gibt. Korruption baut einen Staat im Staat auf und schließt all diese Menschen aus die nicht im Stande sind das geforderte Geld (oder was auch immer) aufzubringen. Somit ist Korruption eine eklatante Ungerechtigkeit und Benachteiligung armer Bevölkerungsschichten. Von den Steuern die dem Staat entgehen, und mit denen er (der Staat) die Beamten besser bezahlen könnte, ganz zu schweigen. Wenn die Verkehrspolizei die kassierten Strafgelder ordnungsgemäß abliefern würde, wäre so manchem kleinen Polizisten gedient und die Vorgesetzten könnten sich nicht reihenweise riesige Villen bauen.
Das mein "Freund" Freunde hat ist sicher, ob ihm das langfristig helfen wird ist nicht so sicher.

Georg
Ich wollte dies nicht als Entschuldigung verstanden haben, es ist leider hier schlimme Realität. Im höchsten Grad kriminell und keiner weiss es besser als die Ukrainer selbst, die natürlich darunter leiden. Es wird einem schlecht wenn man die Nachrichten täglich im Fernsehen verfolgt, ob Schulen, Kindergärten, Unis, Krankenhäuser, es gibt keinen Bereich der nicht betroffen ist.

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Re: Macht Korruption dumm?

#22 Beitrag von Optimist » Dienstag 26. März 2013, 10:26

Ich bring einmal ein Beispiel aus jüngster Vergangenheit, was mich tief erschüttert hat:
Eine junge Familie aus der Nachbarschaft sucht für den 4- jährigen Sohn ein Kindergartenplatz. Sie stehen auch bereits auf der Warteliste hier im Dorf. Damit der Junge schneller in den Genuss eines Platzes kommt, sollen sie 1200 UAH bezahlen. Da haben sie in der 4 km entfernten Kreisstadt gesucht, Schmiergeld doppelt so teuer. Also hier im Dorf bezahlt, nun müssen sie einen Impfnachweis vorlegen. Ab zum zuständigen Kinderarzt, der liebe Onkel Doktor sagt er sei nicht im Besitz des Impfstoffes ( angeblich Defizit), bei Zahlung von 200 UAH kann er selbstverständlich diesen auftreiben. Also auch den geschmiert. So wächst der kleine Bogdan schon mit dieser Korruption auf, ob er jetzt etwas davon mitbekommt, ist eine andere Frage.
Da ich nun auch die Meinung vertrete, dass dies das absolut Letzte ist was man hier den Menschen antun kann, haben meine Frau und ich versucht verschiedene Varianten zu spielen, um auf legale Weise an einen Kindergartenplatz zu kommen.
Was passiert wenn... ?
Da wird einem der Teufelskreis erst richtig bewusst und wir müssen auch immer bedenken, dass es sich um junge Menschen handelt, die keine Lebenserfahrung ( internationale schon gar nicht) haben. Die aber auch in Zukunft in Ruhe leben möchten und den hier agierenden Leuten ausgeliefert sind, auch die nächsten Jahre.

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Re: Macht Korruption dumm?

#23 Beitrag von Sonnenblume » Dienstag 26. März 2013, 14:13

In Deutschland sagt man:"Von der Wiege bis zur Bahre - Formulare, Formulare."
In der Ukraine muß es heißen;"Von der Wiege bis zur Bahre ist nur Bares das Wahre!".

Man könnte heulen ob der Hoffnungslosigkeit, dass sich was ändert.

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Re: Macht Korruption dumm?

#24 Beitrag von jonny4711 » Dienstag 26. März 2013, 14:16

Ändern wird sich nur etwas wenn die Anzahl jener die sich das nicht mehr gefallen lassen steigt.

Georg

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Re: Macht Korruption dumm?

#25 Beitrag von Sonnenblume » Dienstag 26. März 2013, 14:45

jonny4711 hat geschrieben:Ändern wird sich nur etwas wenn die Anzahl jener die sich das nicht mehr gefallen lassen steigt.

Georg
Theoretisch hast du recht, man muß es sich aber auch leisten können, sich das nicht gefallen zu lassen. Siehe das Beispiel von Optimist.

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