Politik | Neonazis mittendrin

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Neonazis mittendrin

#1 Beitragvon Handrij » Dienstag 8. Januar 2013, 22:36

Ehemalige Ministerpräsidentin Timoschenko und Boxweltmeister Klitschko haben keine Probleme mit rassistischen Gewalttätern


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Re: Neonazis mittendrin

#2 Beitragvon mbert » Mittwoch 9. Januar 2013, 00:01

Mann, was für ein armseliger Artikel.
Es ist diese typisch deutsche Art, ohne Ahnung von den Verhältnissen in der Ukraine das von zu hause gewohnte politische Lagerdenken anzubringen.

Ein kleiner Disclaimer für alle, die mich jetzt in die rechte Ecke stecken wollen: Ich halte Svoboda für eine sehr schädliche Partei, wie ich hier ja schon an mehreren Stellen ausführlich begründet habe. Dennoch ist es ein gefährlicher Irrtum, diese Partei und ihre Anhänger unreflektiert mit faschistischen Bewegungen Europas des 20. Jh. in einen Topf zu stecken. Ich halte durchaus nicht für ausgeschlossen, dass die hohen Wahlergebnisse von Svoboda Teil der Strategie der Regierung sind, durch die (a) sie sich selber im In- und Ausland als "kleineres Übel" profilieren will und (b) die Opposition in die missliche Lage gebracht wird, sich mit einem "Partner" arrangieren zu müssen, der ihnen eine durch die politische Mitte getragene Regierungsbildung unmöglich machen wird.

Wenn dann eine Publikation der deutschen politischen Linken (der ich mich ja eigentlich selber auch zuzähle) dann mit derartig unreflektiertem Dünnschiss wie "Neonazis mittendrin" ankommt, zeigt das nur, dass sie überhaupt nichts kapiert haben und auch nicht werden, weil sie sich längst in ein ideologisches Gefängnis aus mitteleuropäischem politischen Lagerdenken eingesperrt haben. Schade, dass man da nicht kommentieren kann...
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Neonazis mittendrin

#3 Beitragvon eurojoseph » Mittwoch 9. Januar 2013, 02:17

mbert hat geschrieben:Mann, was für ein armseliger Artikel.
Es ist diese typisch deutsche Art, ohne Ahnung von den Verhältnissen in der Ukraine das von zu hause gewohnte politische Lagerdenken anzubringen.

Ein kleiner Disclaimer für alle, die mich jetzt in die rechte Ecke stecken wollen: Ich halte Svoboda für eine sehr schädliche Partei, wie ich hier ja schon an mehreren Stellen ausführlich begründet habe. Dennoch ist es ein gefährlicher Irrtum, diese Partei und ihre Anhänger unreflektiert mit faschistischen Bewegungen Europas des 20. Jh. in einen Topf zu stecken. Ich halte durchaus nicht für ausgeschlossen, dass die hohen Wahlergebnisse von Svoboda Teil der Strategie der Regierung sind, durch die (a) sie sich selber im In- und Ausland als "kleineres Übel" profilieren will und (b) die Opposition in die missliche Lage gebracht wird, sich mit einem "Partner" arrangieren zu müssen, der ihnen eine durch die politische Mitte getragene Regierungsbildung unmöglich machen wird.

Wenn dann eine Publikation der deutschen politischen Linken (der ich mich ja eigentlich selber auch zuzähle) dann mit derartig unreflektiertem Dünnschiss wie "Neonazis mittendrin" ankommt, zeigt das nur, dass sie überhaupt nichts kapiert haben und auch nicht werden, weil sie sich längst in ein ideologisches Gefängnis aus mitteleuropäischem politischen Lagerdenken eingesperrt haben. Schade, dass man da nicht kommentieren kann...

Ich hoffe das du die rotfaschistischen Commies NICHT zur Linken zählst....die stehen doch gegen ALLES was uns was wert ist...Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung, Menschenrechte,Gedankenfreiheit,Rechtsstaat...man sollte deren Mauerbauverherrlichung "Danke" nie vergessen...
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Re: Neonazis mittendrin

#4 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Mittwoch 9. Januar 2013, 07:25

Ich habe darauf einen Leserbrief an die JW geschrieben. Mal sehen ob er gebracht wird und wann.

Das schlimme ist, dass man bei all dem Schmutz und den vielen Neonazis in Polizei und Diensten in D zuerst die Probleme im Ausland sieht.
In besten Sendezeiten wird der Zuschauer im Deutschen TV mit den Segnungen des deutschen Faschismus bestrahlt und dann wundert man sich woher die Gedanken kommen? Naklar ausgestrahlt unter der Absicht der "Aufklärung", aber welcher, denn jeder selektiert das was er daraus sehen will.

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Re: Neonazis mittendrin

#5 Beitragvon Handrij » Mittwoch 9. Januar 2013, 11:08

galizier hat geschrieben:Ich habe darauf einen Leserbrief an die JW geschrieben. Mal sehen ob er gebracht wird und wann.

Das schlimme ist, dass man bei all dem Schmutz und den vielen Neonazis in Polizei und Diensten in D zuerst die Probleme im Ausland sieht.
In besten Sendezeiten wird der Zuschauer im Deutschen TV mit den Segnungen des deutschen Faschismus bestrahlt und dann wundert man sich woher die Gedanken kommen? Naklar ausgestrahlt unter der Absicht der "Aufklärung", aber welcher, denn jeder selektiert das was er daraus sehen will.


Meinst du, dass ein Leserbrief bei einem stalinistischen Blättchen etwas bringt ;)

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Re: Neonazis mittendrin

#6 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Mittwoch 9. Januar 2013, 12:22

Die Hoffnung stirbt zuletzt oder steter Tropfen höhlt den Stein.

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Re: Neonazis mittendrin

#7 Beitragvon Minuteman » Mittwoch 9. Januar 2013, 12:50

mbert hat geschrieben:Mann, was für ein armseliger Artikel.

Vollkommen konform. Ein typischer und schlecht recherchierter Artikel. Aber Was erwartest man denn von einem Neo-kommunistischen ( um mich der Wortwahl dieses Artikels der JW anzupassen ) Revolverblatt?

Naja, Svoboda hält sich in ihrer parlamentarischen Arbeit nicht schlecht. Eine Strategie der Regierungspartei kann ich nicht feststellen, vor allem nach den Parlamentswahlen. Mag durchaus sein das die von mbert beschrieben Taktik des kleineren Übels durchaus eine Überlegung der PR war, aber im Endeffekt nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat. So wie ich es in meinem Bekanntenkreis mitkriege gewinnt Svoboda mit ihrem Auftreten sogar noch Zulauf und wird mehr und mehr zum Symphatieträger. Wie gesagt, daß sind jetzt nur meine subjektiven Eindrücke. Sollte dies aber tatsächlich der Fall sein dürfte auch die missliche Lage sich mit Svoboda zu arrangieren hinfällig sein. Svoboda hat jetzt die einmalige Chance sich gut zu positionieren, verantwortung im politischen Tagesgeschäft zu zeigen, was sie m.E. nur hinbekommt wenn sie gradlinig bleiben, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit ruhen lassen, sowie „Nebenkriegsschauplätze“ wie OUN-UPA aussen vor lassen.
Trotzdem sollte man nicht vergessen das auch rechtsextreme Teile innerhalb der Partei vorhanden sind. Und ultrarechte Hardliner sind für eine rechte Partei gefährlicher als eine Regierungspartei, geschweige denn Parteien aus dem linken Lager.

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Re: Neonazis mittendrin

#8 Beitragvon mbert » Mittwoch 9. Januar 2013, 13:05

Naja, ich finde nach wie vor, dass bei Svoboda der Fisch vom Kopf her stinkt. Der "Schmusekurs" dürfte eher Strategie sein. Abgesehen davon gibt es aber gerade auf kommunaler Ebene eben auch recht fitte Leute, die mit Rechtsextremismus wenig am Hut haben. Es ist und bleibt schwierig, Svoboda wirklich realistisch und ausgewogen einzuschätzen...
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Re: Neonazis mittendrin

#9 Beitragvon Minuteman » Mittwoch 9. Januar 2013, 13:15

mbert hat geschrieben:Naja, ich finde nach wie vor, dass bei Svoboda der Fisch vom Kopf her stinkt. Der "Schmusekurs" dürfte eher Strategie sein. Abgesehen davon gibt es aber gerade auf kommunaler Ebene eben auch recht fitte Leute, die mit Rechtsextremismus wenig am Hut haben. Es ist und bleibt schwierig, Svoboda wirklich realistisch und ausgewogen einzuschätzen...


Ja selbstverständlich ist der Schmusekurs Strategie. Bei welcher politischen Partei ist das nicht so?
Solange man in der Opposition sitzt, oder im Parlament gar nicht vorhanden ist kann man immer gut große Töne spucken, steht man in der Verantwortung siehts ganz schnell ganz anders aus.
Laß ihnen die Chance sich zu profilieren und das Beste aus ihrem Wahlergebnis zu machen. Es ist ja sowieso ein typisches Merkmal von rechten Parteien in der ganzen Welt, das sie gut darin sind sich selbst ins AUS zu schiessen sobald sie in der Verantwortung stehen.

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Re: Neonazis mittendrin

#10 Beitragvon Handrij » Mittwoch 9. Januar 2013, 13:29

Minuteman hat geschrieben:Ja selbstverständlich ist der Schmusekurs Strategie. Bei welcher politischen Partei ist das nicht so?
Solange man in der Opposition sitzt, oder im Parlament gar nicht vorhanden ist kann man immer gut große Töne spucken, steht man in der Verantwortung siehts ganz schnell ganz anders aus.
Laß ihnen die Chance sich zu profilieren und das Beste aus ihrem Wahlergebnis zu machen. Es ist ja sowieso ein typisches Merkmal von rechten Parteien in der ganzen Welt, das sie gut darin sind sich selbst ins AUS zu schiessen sobald sie in der Verantwortung stehen.

Offensichtlich hat ihnen aber die Verantwortung in den galizischen Gebieten - ohne nennenswerte Fortschritte - nicht geschadet. Bisher konnten sie immer noch alles auf Kiew abschieben und die Situation im Parlament ist auch nicht gerade derart, dass die Swoboda-Leute überhaupt Verantwortung übernehmen müssen ....
Das nimmt kein gutes Ende ;)

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Re: Neonazis mittendrin

#11 Beitragvon Sonnenblume » Mittwoch 9. Januar 2013, 16:31

mbert hat geschrieben:Naja, ich finde nach wie vor, dass bei Svoboda der Fisch vom Kopf her stinkt. Der "Schmusekurs" dürfte eher Strategie sein. Abgesehen davon gibt es aber gerade auf kommunaler Ebene eben auch recht fitte Leute, die mit Rechtsextremismus wenig am Hut haben. Es ist und bleibt schwierig, Svoboda wirklich realistisch und ausgewogen einzuschätzen...

Wenn ich mit Rechtsextremismus wenig am Hut habe, dann engagiere ich mich nicht in einer Partei, die nur so von Rechtsextremen durchsetzt ist.

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Re: Neonazis mittendrin

#12 Beitragvon mbert » Mittwoch 9. Januar 2013, 16:37

Sonnenblume hat geschrieben:
mbert hat geschrieben:Naja, ich finde nach wie vor, dass bei Svoboda der Fisch vom Kopf her stinkt. Der "Schmusekurs" dürfte eher Strategie sein. Abgesehen davon gibt es aber gerade auf kommunaler Ebene eben auch recht fitte Leute, die mit Rechtsextremismus wenig am Hut haben. Es ist und bleibt schwierig, Svoboda wirklich realistisch und ausgewogen einzuschätzen...

Wenn ich mit Rechtsextremismus wenig am Hut habe, dann engagiere ich mich nicht in einer Partei, die nur so von Rechtsextremen durchsetzt ist.

In Deutschland ja. In der Ukraine nicht zwingend.

Du betreibst ein eigenes mittelständisches Unternehmen. Dir ist bewusst, dass Dir leicht mal jemand mit Hilfe administrativer Macht oder auch einfach nur durch ein gut geöltes Gericht das Leben richtig schwer bis hin das Unternehmen wegnehmen kann. Wenn Du nun auch einigermaßen bekannt in Deiner Kommune bist, sagst Du dankend zu, wenn eine Partei, die in Deiner Region gute Stimmanteile hat, Dir anbietet, für Posten pi-pa-po zu kandidieren.

Das ist kein hypothetischer Fall. Ich kenne aus dem Umfeld meiner Frau derartige Fälle. In der Ukraine geht es bei Politik zunächst um Macht, Geld und Einfluss. Ideologie kommt irgendwann viel später.
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Re: Neonazis mittendrin

#13 Beitragvon Handrij » Mittwoch 9. Januar 2013, 16:48

mbert hat geschrieben:Das ist kein hypothetischer Fall. Ich kenne aus dem Umfeld meiner Frau derartige Fälle. In der Ukraine geht es bei Politik zunächst um Macht, Geld und Einfluss. Ideologie kommt irgendwann viel später.

Swoboda unterscheidet sich aber vor allem dadurch von den anderen, als dass sie die einzige ideologische Partei ist.
Die meinen, was sie sagen ...

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Re: Neonazis mittendrin

#14 Beitragvon mbert » Mittwoch 9. Januar 2013, 16:54

Handrij hat geschrieben:Swoboda unterscheidet sich aber vor allem dadurch von den anderen, als dass sie die einzige ideologische Partei ist.
Die meinen, was sie sagen ...


Vielleicht ideologischer. Aber das von mir geschriebene gilt dennoch. In Galizien sind die meisten Leute, Wähler und gewählte, in irgendeiner Form patriotisch eingestellt. Und wenn Du in eine Stadtverwaltung gewählt wirst, unterscheidet sich Swoboda auch nicht von den anderen. Das ist die Normalität, die ich dort immer wieder gesehen habe. Und wenn mir Bekannte, die die betreffenden persönlich kennen, sagen, dass Abgeordneter X oder Y keine besonders politischen Menschen sind, erscheint mir das glaubwürdig.
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Re: Neonazis mittendrin

#15 Beitragvon Sonnenblume » Mittwoch 9. Januar 2013, 16:55

mbert hat geschrieben:Du betreibst ein eigenes mittelständisches Unternehmen. Dir ist bewusst, dass Dir leicht mal jemand mit Hilfe administrativer Macht oder auch einfach nur durch ein gut geöltes Gericht das Leben richtig schwer bis hin das Unternehmen wegnehmen kann. Wenn Du nun auch einigermaßen bekannt in Deiner Kommune bist, sagst Du dankend zu, wenn eine Partei, die in Deiner Region gute Stimmanteile hat, Dir anbietet, für Posten pi-pa-po zu kandidieren.

Das ist kein hypothetischer Fall. Ich kenne aus dem Umfeld meiner Frau derartige Fälle. In der Ukraine geht es bei Politik zunächst um Macht, Geld und Einfluss. Ideologie kommt irgendwann viel später.

Die Ideologie kommt nicht später, die kommt nie. Es wird sich nur angepasst an die jeweiligen Gegebenheiten. Man könnte sich auch raushalten, auch in der Ukraine. Aber dann würde man unter Umständen weniger verdienen...

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Re: Neonazis mittendrin

#16 Beitragvon mbert » Mittwoch 9. Januar 2013, 17:05

Ja, hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Menschen werden aus den falschen Gründen Politiker, weil sie sich so angesichts der allgemeinen Willkür besser schützen oder alternativ bereichern oder beides können. Diejenigen, die die Mittel hätten, etwas an der allgemeinen Willkür zu ändern, wären - die Politiker.

Ich weiß, ganz so einfach ist es nicht, eine starke Zivilgesellschaft - wenn es eine gäbe - könnte und müsste da auch ein wenig mitmischen. Nur hat das ukrainische Volk 2010 diese Option abgewählt.
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Re: Neonazis mittendrin

#17 Beitragvon Sonnenblume » Mittwoch 9. Januar 2013, 18:42

mbert hat geschrieben:Ja, hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Menschen werden aus den falschen Gründen Politiker, weil sie sich so angesichts der allgemeinen Willkür besser schützen oder alternativ bereichern oder beides können. Diejenigen, die die Mittel hätten, etwas an der allgemeinen Willkür zu ändern, wären - die Politiker.

Ich weiß, ganz so einfach ist es nicht, eine starke Zivilgesellschaft - wenn es eine gäbe - könnte und müsste da auch ein wenig mitmischen. Nur hat das ukrainische Volk 2010 diese Option abgewählt.

Und bis 2010 war sie auch nicht wirklich da.

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Re: Neonazis mittendrin

#18 Beitragvon mbert » Mittwoch 9. Januar 2013, 18:51

Sonnenblume hat geschrieben:Und bis 2010 war sie auch nicht wirklich da.


Die Defizite waren sicher groß. Aber immerhin gab es 2004 eine deutliche Duftmarke, und zwischen 2005 und 2010 wurde nicht mit einer derartigen Vehemenz wie jetzt versucht, das Volk wieder in vollkommene Apathie zurückzubomben...
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Re: Neonazis mittendrin

#19 Beitragvon Sonnenblume » Mittwoch 9. Januar 2013, 19:34

mbert hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:Und bis 2010 war sie auch nicht wirklich da.


Die Defizite waren sicher groß. Aber immerhin gab es 2004 eine deutliche Duftmarke, und zwischen 2005 und 2010 wurde nicht mit einer derartigen Vehemenz wie jetzt versucht, das Volk wieder in vollkommene Apathie zurückzubomben...

Aber es wurde auch nicht versucht, oben benannte Zustände zu ändern.

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Re: Neonazis mittendrin

#20 Beitragvon Minuteman » Mittwoch 9. Januar 2013, 20:54

Handrij hat geschrieben:Offensichtlich hat ihnen aber die Verantwortung in den galizischen Gebieten - ohne nennenswerte Fortschritte - nicht geschadet. Bisher konnten sie immer noch alles auf Kiew abschieben und die Situation im Parlament ist auch nicht gerade derart, dass die Swoboda-Leute überhaupt Verantwortung übernehmen müssen ....
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Och, wollen wir mal nicht so "schwarz" sehen. Und da wir grad bei den galizischen Gebieten sind, seit dem großen Wahlerfolg 2009 in Ternopil und den späteren Komunalwahlen 2010 ist nichts großartiges in Richtung rechtsideologisches passiert.
Und was macht die Partei im Parlament? Sie bewegt sich für ukrainische Verhältnisse, im rechtlichen Rahmen! Natürlich kommt es zu Tumult wenn Minister russisch im Parlament sprechen, anstatt ukrainisch. Will man dies Swoboda ankreiden?
Ich bin nicht der Anwalt von Swoboda, und die Partei ist ein heisses Eisen, keine Frage. Dennoch find ich es jetzt gar nicht mal so schlecht wie sich die Aufteilung im Parlament momentan darstellt. Besser jedenfalls als eine Regierungspartei mit Janukowitsch die eine absolute Mehrheit inne hat, mit oder ohne KPU!

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Re: Neonazis mittendrin

#21 Beitragvon UkraineInteressierter » Mittwoch 9. Januar 2013, 21:50

Naja, Tjanhybok IST ein Antisemit, stark homophob, redet von der "Moskowitisch-jüdischen Mafia", er fordert in ukrainischen Pässen die Wiedereinführung eines Feldes für die Ethnie, damit man schön jeden als Moskal oder Juden brandmarken kann und will Atomwaffen für die Ukraine. Und wenn man sich seine Auftritte ansieht, erinnert das massiv an Faschismus. Übrigens fordert der Mann auch eine stärkere Kontrolle der Medien... Und es gibt in dieser Partei definitiv auch Verbindungen zu Skinheads und anderen Gewaltbereiten.

Insofern ist Swoboda in jedem Fall eine Partei, mit der kein Demokrat zusammenarbeiten sollte.

Meiner Meinung nach steht aber ein Großteil der Swoboda-Wähler und teilweise auch Parteimitglieder nicht wirklich hinter deren sehr radikalen Parteiprogramm, wie mbert schon sagte. Das sind häufig Leute, die von den Orangenen teils massiv enttäuscht wurden, weil sich in den Jahren, in denen die sie am Regieren waren, für die Menschen nichts geändert hat. Ja, die außenpolitischen Beziehungen zum Westen haben sich verbessert, ebenso wie die innenpolitischen Freiheiten, aber auch das hält sich in Grenzen.

Einen wirklichen Aufschwung in der Ukraine gab es nicht, es geht den Menschen nicht besser als vor 15 Jahren. Die Ukraine hat in den letzten 20 Jahren zirka sieben Millionen Einwohner verloren - und das längst nicht nur, weil die Geburten zurückgegangen sind, sondern auch weil Hunderttausende, wenn nicht sogar Millionen, keine vernünftige Perspektive in diesem Land gesehen haben. Wirkliche, sichtbare Veränderungen blieben auch unter den Orangenen aus.

Und machen wir uns nichts vor, auch wenn Timoschenko gewählt worden wäre - ein baldiger Beitritt der Ukraine zur EU ist völlig unrealistisch. Die EU hat derzeit ganz andere, schwerwiegendere Probleme und macht eine existenzielle Krise durch. Da werden sie sich sicher nicht vorrangig um den Beitritt eines Landes kümmern, das wirtschaftlich deutlich schlechter entwickelt ist als Rumänien, und mit 45 Millionen Einwohnern auf Anhieb einer der größten Mitgliedsstaaten wäre. Selbst Serbien, für das die Perspektiven deutlich besser aussehen, wird noch lange warten müssen.

Und genau aus dieser Enttäuschung heraus wählen viele Swoboda, insbesondere in Gebieten, die früher Hochburgen der orangenen politischen Kräfte waren. Radikale Parteien sind da immer sehr attraktiv, da sie eher für Veränderung stehen, als gemäßigte Parteien. Im Osten der Ukraine hat die Kommunistische Partei auch massiv an Stimmen gewonnen, weil sie mit ihren Forderungen eben nochmal deutlich über die der Partei der Regionen hinaus gehen.

In Deutschland hat die Piratenpartei auch massiv Politikfrustrierte angezogen, weil sie eben so radikal anders war, als alle anderen Parteien. Und jetzt, wo die Partei in vier Landesparlamenten vertreten und somit auch in der politischen Realität angekommen ist, verliert sie schon wieder stark an Beliebtheit, weil sie auch nicht viel anders macht als die anderen Parteien.

Meiner Meinung nach wird die Popularität von Swoboda ebenfalls, zumindest außerhalb einiger westukrainischer Oblasten, bald wieder zurückgehen, sobald die Menschen merken, dass auch Swoboda nicht viel bewegt.

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Re: Neonazis mittendrin

#22 Beitragvon mbert » Donnerstag 10. Januar 2013, 10:11

UkraineInteressierter hat geschrieben:Insofern ist Swoboda in jedem Fall eine Partei, mit der kein Demokrat zusammenarbeiten sollte.

Sehe ich auch so. Dennoch steht die Opposition derzeit vor der unappetitlichen Wahl, die Regierung zu stärken oder zu ärgern.
Und die Abwägung ist derzeit einfach die, dass Svoboda in der Opposition weniger schädlich ist als Janukovytsch an der Regierung.

UkraineInteressierter hat geschrieben:Einen wirklichen Aufschwung in der Ukraine gab es nicht, es geht den Menschen nicht besser als vor 15 Jahren. Die Ukraine hat in den letzten 20 Jahren zirka sieben Millionen Einwohner verloren - und das längst nicht nur, weil die Geburten zurückgegangen sind, sondern auch weil Hunderttausende, wenn nicht sogar Millionen, keine vernünftige Perspektive in diesem Land gesehen haben. Wirkliche, sichtbare Veränderungen blieben auch unter den Orangenen aus.

Ich denke, das unterschätzt Du (und auch viele andere, weil ihre ohnehin zu hohen Erwartungen an die Orangenen enttäuscht wurden). Auf der Haben-Seite gab es immerhin eine deutlich freiere Presse, gefühlt stärkere Meinungs-, Rede- und Versammlungsfreiheit, keine massenweisen feindlichen Übernahmen von Unternehmen durch die "Familie", freie und reguläre Wahlen, durch die die Regierung ohne Zicken und Gewalt freiwillig abtrat. All dies sind Punkte, die sich seit 2010 massiv verschlechtert haben. Der Lebensstandard hatte sich zwischen 2005 und 2010 zwar nicht sensationell, aber doch deutlich verbessert. Andersherum fällt mir spontan eigentlich nichts ein, was unter den Orangenen schlechter war als unter den Regionalen.

UkraineInteressierter hat geschrieben:Meiner Meinung nach wird die Popularität von Swoboda ebenfalls, zumindest außerhalb einiger westukrainischer Oblasten, bald wieder zurückgehen, sobald die Menschen merken, dass auch Swoboda nicht viel bewegt.

Das sehe ich (leider) nicht so. Im Parlament macht Swoboda zur Zeit alles richtig. Die Aktionen helfen zwar niemandem, sind aber enorm öffentlichkeitswirksam. Man darf nicht vergessen, dass viele allein dafür schon mit Swoboda sympathisieren, weil sie "denen da" mal so richtig "aufs Maul hauen". Im Moment würde ich sagen, steigt die Beliebtheit noch deutlich an. In den regionalen Verwaltungen machen sie es nicht besser und nicht schlechter als andere. Wie Minuteman schon schrieb, merkt man von "rechtsradikal" dort wenig, es läuft im Wesentlichen einfach so weiter wie bisher. In dem Kontext sehe ich weder eine Steigerung noch ein Verlust an Beliebtheit.

Meine Prognose ist, dass es für die Opposition 2014 richtig schwer wird, diesen Bündnispartner wieder loszuwerden. Aber auch dann wird aus verständlichen Gründen die Hauptpriorität sein, die "Familie" zu entmachten, um alles andere wird man sich, so es überhaupt dazu kommt, später kümmern müssen.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Neonazis mittendrin

#23 Beitragvon Minuteman » Freitag 11. Januar 2013, 08:23

UkraineInteressierter hat geschrieben:
Meiner Meinung nach wird die Popularität von Swoboda ebenfalls, zumindest außerhalb einiger westukrainischer Oblasten, bald wieder zurückgehen, sobald die Menschen merken, dass auch Swoboda nicht viel bewegt.


Mmmmh. Ich sehe das ähnlich wie mbert, und Prognosen sind eh schon äusserst schwierig in der ukrainischen Politik. Ob jetzt da die Entäuschung über die Orangenen noch stark ins Gewicht fällt möchte ich an dieser Stelle bezweifeln. Man sollte auch im Hinterkopf behalten das der Aufstieg einer Partei nicht nur mit Entäuschung und Protest zun tun haben muß, sondern auch mit Zeitgeist und einer gesellschaftlichen Veränderung.
Neben den Oblasten mit den Stammwählern im Westen, die Zustimmung in der Mitte, sowie im Osten und Süden der UA steigt langsam aber stetig. Zudem haben auch überdurchschnittlich viele Ukrainer welche zur sogenannten „Intelligenz“ zählen, aber auch viele Exil-Ukrainer für Svoboda gestimmt. Dazu kommt der parallele Aufstieg der KPU. Eine heikle Angelegenheit wenn die Wählerschaft die „Mitte“ verlässt und nach rechts- und linksaussen abwandert.
Svoboda macht zur Zeit fast alles richtig und fällt nicht unangenehm, hier wieder für ukrainische Verhältnisse, mit alter Propaganda auf. Des weiteren lassen sie sich nicht durch die rauheren Umgangsformen der Blauen einschüchtern und halten gut dagegen. Das kommt gut an. Sollte Oleg Tyagnibok es jetzt schaffen der Partei nicht durch innerparteiliche Machtkämpfe das Genick zu brechen, was bei Juschtschenko und Timoschenko nach der Orangenen Revolution der Fall war, dann sind sie auf einem guten Weg. Da stellt sich dann auch nicht die Frage ob Oleg Tyagnibok ein Antisemit ist, oder nicht.

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Re: Neonazis mittendrin

#24 Beitragvon Sonnenblume » Freitag 11. Januar 2013, 10:59

Minuteman hat geschrieben:Sollte Oleg Tyagnibok es jetzt schaffen der Partei nicht durch innerparteiliche Machtkämpfe das Genick zu brechen, was bei Juschtschenko und Timoschenko nach der Orangenen Revolution der Fall war, dann sind sie auf einem guten Weg.

Auf einem guten Weg?

Minuteman hat geschrieben:Da stellt sich dann auch nicht die Frage ob Oleg Tyagnibok ein Antisemit ist, oder nicht.

Leider.

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