Fotos, Videos und Musik ....Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

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Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#1 Beitrag von Handrij » Dienstag 30. September 2014, 16:14

Ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis es bei einer dieser Aktionen Tote gibt.

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#2 Beitrag von Sonnenblume » Dienstag 30. September 2014, 16:31

Vielleicht solltest du mal ein paar Worte darüber verlieren, wer dieser Schufritsch ist. Ich hab hier mal einen Artikel schon aus 2005.
Ein Reicher will an die Macht zurück

Ein Konferenzsaal in der Altstadt. Der Ärger wühlt in Nestor Schufritsch. Man merkt es daran, wie er ihn zu verbergen sucht. Wie er da sitzt, die Schultern nach vorn gezogen, das Gesicht eine Maske, hinter der Verachtung blitzt, Verachtung für das Spiel, das man ihm aufzwingt und das ihm gefährlich werden kann, seit er die Regeln nicht mehr selbst bestimmt. Er hat sich gepanzert: gegen das Licht der Fernsehkameras, die bösen Unterstellungen. Umso mehr zieht er Blicke auf sich, mehr als die anderen Politiker auf dem Podium, die nicht so elegante Anzüge tragen. Das Geraune, die Nervosität der Pressekonferenz gilt allein Nestor Schufritsch, 38 Jahre, Anhänger des gestürzten Regimes. Sein Reichtum, gewonnen aus Gas und Öl, ist eine Beleidigung für das Volk.

Schufritsch provoziert es mit seinem dicklichen Gesicht, das von den Folgen harter Arbeit unberührt ist; mit der Kälte seiner Ausstrahlung; mit dem drängenden Wunsch, an die Seite der Macht zurückzukehren. Auf seiner linken Wange glänzt eine Narbe. Sein Schäferhund fügte sie ihm zu, er war Kind, noch schutzlos. Der Hund sprang durch eine Glasscheibe, er wollte ihn begrüßen. Niemandem darf man trauen. Schufritschs Faust schießt nach vorn, trifft den Mikrofonknopf. Der junge Mann in der dritten Reihe hat schon wieder eine unverschämte Frage gestellt. "Wenn früher alles so schlecht gewesen wäre, wie Sie schreiben", zischt Schufritsch, "dann säßen Sie nicht hier."

Der Fragesteller lacht. Er arbeitet für die Internet-Zeitung Ukrainskaja Prawda. Schon früher piesackte sie das Regime, jetzt beißt sie Schufritsch. Ihren Chefredakteur kostete es vor fünf Jahren das Leben, er hatte über Korruption berichtet. Man fand seine Leiche mit abgetrenntem Kopf. Er hieß Georgij Gongadse, sein Tod erzürnte das Volk, das Ausland. Sein Tod entblößte die Ukraine als Terrorregime – die Spuren der Täter sollen zu dem ehemaligen Präsidenten Leonid Kutschma führen. Nicht dass Schufritsch einen Mord rechtfertigen würde. "Es gab viele Probleme früher", das ist seine Sicht auf die Vergangenheit. "Nicht alle Mächtigen und Reichen sind schuldig."

Versteht ihn hier jemand? Ist diesen Journalisten klar, dass die orange Revolution nicht jedem Gerechtigkeit gebracht hat? Bis zum Machtwechsel Anfang Januar war Schufritsch die rechte Hand des Präsidialamtschefs, eines der mächtigsten Männer im Land. Seine Partei, die Vereinigten Sozialdemokraten, war schon zuvor eine Oligarchenpartei, in den neunziger Jahren gegründet, um Unterstützern die Pfründen zu sichern. Ihre 22 Abgeordneten fallen dadurch auf, dass sie die teuersten Autos fahren. Schufritsch ist so etwas wie ihr Sprecher. Jetzt gehen die Staatsanwälte im Auftrag der neuen Regierung gegen Reiche wie ihn vor. Sie hätten sich bei Privatisierungen von Staatsbetrieben bereichert. Man werde Dutzende von Verkäufen prüfen. Auf Schufritschs Tisch liegen Klagen. Dabei hält er geheim, welche Firmen er überhaupt besitzt. Er drückt noch einmal auf den Mikrofonknopf. "Die Medien waren unfrei", sagt er, als wolle er sich entschuldigen, als suche er Verbündete. "Ich bedauere das."
http://www.zeit.de/2005/22/Kiew_22

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#3 Beitrag von Handrij » Dienstag 30. September 2014, 16:33

dann sollen sie ihn einbuchten ...

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#4 Beitrag von Sonnenblume » Dienstag 30. September 2014, 16:47

Es gibt immer und überall Leute, die sich mit den falschen Mitteln äußern. Mal sind es welche, denen das Herz zu voll ist, mal sind es Tituschkis und manche sind einfach nur blöd. Man wird solche Dinge nie verhindern können - leider.

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#5 Beitrag von FEINDFLIEGER » Dienstag 30. September 2014, 17:53

Offensichtlich sieht man auch hier die Symbole und Merkmale des verschwindend geringen "Rechten Sektor's"...
Leider bezeichnet man solche Leute als "Aktivisten"!
Als "Demokraten" werde ich sie jedenfalls nicht bezeichnen...

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#6 Beitrag von paracelsus » Dienstag 30. September 2014, 19:39

Sonnenblume hat geschrieben:Es gibt immer und überall Leute, die sich mit den falschen Mitteln äußern. Mal sind es welche, denen das Herz zu voll ist, mal sind es Tituschkis und manche sind einfach nur blöd. Man wird solche Dinge nie verhindern können - leider.
Das Problem ist jedoch nicht, dass es dieser Art Leute immer und überall gibt.
Das Problem der Kiew-Ukraine ist, dass sie dieser Art Leute mit Macht versehen hat und sich einst mit ihnen verbündete.

Das dieser Fascho-Mob nicht die Mehrheit der Bevölkerung darstellt ist wohl jedem klar, es sollte aber auch jedem klar sein, dass diese ultrarechten "Aktivisten" einen weit, weit größeren Einfluss haben als es ihrem derzeitigem Stimmenanteil entspricht.

Ich bin auf den Tag gespannt, an dem sich die "bewaffneten Nationalgardisten" - mit Milizstatus und Milizeinkommen - in Divisionsstärke gegen Kiew wenden werden.
Vieles des scheinbar machtvollen, nationalschwangeren Gesabbels der Kiewer-Führung entstammt - meines Erachtens nach - nichts anderem als der Angst vor diesem Tage..........
Dosis sola facit venenum (Allein die Dosis macht das Gift).
Die es gut meinen, das sind die schlimmsten.
Paracelsus (Philippus Aureolus Theophrastus Bombast von Hohenheim) 1493 - 1541

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#7 Beitrag von Optimist » Dienstag 30. September 2014, 20:10

Da sterben jeden Tag Kämpfer und Zivilisten in der Ukraine, Pan Schufritsch trägt daran einen Anteil, anderen geht es schlechter als ihm. Unser Mitleid hält sich in Grenzen. Warum habt Ihr Euch damals nicht dazu geäussert als Berkut die schlafenden Studenten auf dem Maidan geschlagen hat, ihr Moralapostel?

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#8 Beitrag von Handrij » Dienstag 30. September 2014, 20:14

Optimist hat geschrieben:Da sterben jeden Tag Kämpfer und Zivilisten in der Ukraine, Pan Schufritsch trägt daran einen Anteil, anderen geht es schlechter als ihm. Unser Mitleid hält sich in Grenzen. Warum habt Ihr Euch damals nicht dazu geäussert als Berkut die schlafenden Studenten auf dem Maidan geschlagen hat, ihr Moralapostel?
Ok, das heißt also die "schlafenden Studenten" wollten, dass weiter Willkür herrscht und jeder jeden einfach mal so verprügeln kann? Ruhm und Ehre der Ukraine ...

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#9 Beitrag von Optimist » Dienstag 30. September 2014, 20:37

Handrij hat geschrieben:
Optimist hat geschrieben:Da sterben jeden Tag Kämpfer und Zivilisten in der Ukraine, Pan Schufritsch trägt daran einen Anteil, anderen geht es schlechter als ihm. Unser Mitleid hält sich in Grenzen. Warum habt Ihr Euch damals nicht dazu geäussert als Berkut die schlafenden Studenten auf dem Maidan geschlagen hat, ihr Moralapostel?
Ok, das heißt also die "schlafenden Studenten" wollten, dass weiter Willkür herrscht und jeder jeden einfach mal so verprügeln kann? Ruhm und Ehre der Ukraine ...
Nein, das heisst es müssen wir Deutsche hier den Klugscheisser spielen! Die Ukraine befindet sich im Krieg, in Deutschland lief mehrere Jahre ein faschistisches Mordkommando rum, und euer Aufschrei?

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#10 Beitrag von Handrij » Dienstag 30. September 2014, 22:10

Mit diesen Spektakeln wird hier der Staat verspielt. Statt sich diesen sinnlosen Aktionen hinzugeben, sollten diese "Aktivisten" lieber dafür sorgen, dass hier stabile Institutionen geschaffen werden und sich die Dinge schrittweise verbessern. Ansonsten hat es sich mit der Ukraine in der heutigen Größe.
Beispiel gefällig? Das Gesetz über die Staatsanwaltschaft wurde voriges Jahr von der EU zur Bedingung für die Assoziierung gemacht, mit Gütesiegel der Venedigkommission. Es kam am 8. November 2013 durch die erste Lesung, dann verschwand es nach dem Stopp der Vorbereitungen auf die Assoziierung in der Schublade (http://w1.c1.rada.gov.ua/pls/zweb2/webp ... 3511=48935). Ah, ich vergaß, war ja von der злочинна влада eingereicht worden, aber die ist doch schon sieben Monate weg oder etwa nicht?
Was ist dann aber mit den 80 Gesetzen (!), die Herr Jazenjuk bereits 2012 in der Schublade für den Fall der Machtübernahme hatte?
У нас готов перечень законов, которые мы намерены отменить, например законы о Кабмине, СБУ, прокуратуре, судах. У нас готовы 80 законов, которые мы собираемся принять. В частности, мы подготовили законопроект "О президенте Украины". Разработали мы его потому, что Виктор Янукович сейчас обладает абсолютно неконституционными полномочиями. Наша программная задача состоит в принятии закона об импичменте президента, в создании в новом парламенте специальной комиссии по расследованию преступлений, совершенных президентом. Если мы получим в Раде большинство, мы этот закон примем и будем ждать от Януковича вето на него.
http://www.kommersant.ru/doc/2032029
Ah, da kam dann doch nichts. Die wären bestimmt auch nicht durchgekommen, schon gar nicht nach dem Maidan. Man war auch so beschäftigt mit dem Postenverteilen. Und dann erst der Krieg! Lieber auf Nummer sicher gehen und sich beispielsweise die 100 Millionen Hrywnja für die Luftmauer in die Taschen (http://www.unian.ua/politics/984364-ury ... stina.html) stecken. Heute sollte die erste Bauphase abgeschlossen sein :-D. Von den IWF-Tranchen hat hier auch niemand was gemerkt. Zu viel Geld in die Offshore-Zonen abgezogen, da können Handelsüberschuss und ausländische Kredite nicht gegenhalten.

Dass Vizepremier/Generalstaatsanwalt Jarema Sohnematz Walerij einen Führungsposten beim Justizministerium verschaffte, interessiert auch niemanden so richtig. Bei 6500 Hrywnja im Monat, wird er auch bestimmt kein Schmiergeld nehmen müssen. Töchterchen Ilona braucht ja auch bald einen Job (http://vstup.info/2010/i2010i80d6.030301137q1.html), mal schauen wo sie unterkommt. Und Poroschenkos Sohnematz hat ja ganz eigenständig die Entscheidung gefällt in Vatis Wahlkreis für Vatis Block zu kandidieren und gleichzeitig noch in den Parteivorstand "gewählt" zu werden. Nebenbei war er noch Artillerieoffizier im ATO-Einsatz, als Patriot natürlich freiwillig an die Front, ganz bescheiden ohne Foto und natürlich ohne Kratzer wird er dann im Parlament Vatis Geschäfte verwalten. Nebenbei kommen all die "Lieben Freunde" über Direktmandate wieder ins Parlament. Ja, das Wahlgesetz wie versprochen ändern, das konnten wir nicht, halt der Krieg und die fünfte Kolonne. Nach den Wahlen geht das aber ganz bestimmt los, so richtig, mit Reformen und so. Dann kommt auch die tolle Lustration und das Maidan-Volk johlt. Und erst die wahnsinnig tolle Zukunft im Jahr 2020, da soll das Prokopfeinkommen gleich 16 000 USD betragen. Die Lebenserwartung wird um ganze drei Jahre steigen und bei den Olympischen Spielen in Japan sollen 35 Medaillen errungen werden, damit das Land in der ganzen Welt geachtet wird. Und der Mitgliedsantrag zur EU. Alles wird super, wenn nur nicht der Krieg wäre, dann, ja dann hätten die Soldaten bestimmt auch Winterklamotten und ordentliche Verpflegung und Sprit und wären nicht auf die Freiwilligen angewiesen. Und für den Krieg kann Kiew ja wirklich nichts, der wurde ja von Russland aufgedrängt. Da konnte man gar nichts machen.
In Kiew läuft es aber schon super. Wir können es uns leisten zu Umbenennungen von Straßen überzugehen! Der Winter ist ein Klacks!

Aber ich höre schon auf mit dem "Klugscheißen". Morgen, gleich morgen, werde ich mir Farbe kaufen und den nächstbesten Zaun blau-gelb bemalen und dabei ständig die Mantren wiederholen: «Слава Україні, героям слава - слава нації, смерть ворогам - Україна понад усе». Das hilft ganz bestimmt, denn nur Feinde und Vaterlandsverräter kritisieren die Regierung in dieser Stunde der Not.

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#11 Beitrag von Sonnenblume » Mittwoch 1. Oktober 2014, 08:48

Handrij hat geschrieben:Mit diesen Spektakeln wird hier der Staat verspielt. Statt sich diesen sinnlosen Aktionen hinzugeben, sollten diese "Aktivisten" lieber dafür sorgen, dass hier stabile Institutionen geschaffen werden und sich die Dinge schrittweise verbessern. Ansonsten hat es sich mit der Ukraine in der heutigen Größe.
Du musst nicht mit dem Klugscheißen aufhören, im Gegenteil, du solltest weiter machen. Wie sollen denn die "Aktivisten" gegen all das vorgehen? Öffentlich gemacht wurde das alles, sonst wäre es dir ja nicht aufgefallen. Was schlägst du konkret vor, was soll Mikola-Normalverbraucher dagegen tun, wo er im Moment nicht weiss, wie er den Winter überstehen soll, wo er seine Leute, die im Krieg sind unterstützt, wo er nur kann?
Und jetzt erzähl mir nicht, sie sollen auf den Maidan gehen - denn das fandest du damals schon albern.

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#12 Beitrag von Handrij » Mittwoch 1. Oktober 2014, 09:54

Ich finde den infantilen Tanzmaidan mit Eventcharakter auch heute noch albern, ebenso ein Spektakel.

Eine Kontrolle der Regierenden stand dabei wohl nicht auf dem Plan. Von März-Mai hätten dutzende wirkungsvolle Gesetze verabschiedet werden können. Darum ging es den Demonstranten allem Anschein aber nicht. Jetzt ist der Maidan geräumt und die aktiven Leute reiben sich im Krieg auf. Solange sich die Ukrainer von jeder neuen Regierung erneut für dumm verkaufen lassen, wird sich auch nichts ändern.

Beispiel: der Sicherheitsrat behauptete am 30., dass der Katastrophenschutz fast 14 Millionen Tonnen humanitäre Hilfe an Flüchtlinge ausgeliefert hat. Das sind 310 Kilogramm pro Ukrainer, wenn wir die Krimbewohner mitrechnen. Eine großartige Leistung! Was die ganzen Freiwilligen noch machen, geht mir dabei nicht auf.
Від початку переміщення людей з районів проведення АТО та тимчасово окупованої території АР Крим, до регіонів України, які потребують допомоги, рятувальники ДСНС вже доправили 13 млн. 817 тис. кг гуманітарного вантажу. Зокрема, мешканці сходу України отримали понад 1,5 млн. кг продуктів харчування, 318 тис. одиниць медикаментів та медичних засобів, 140 тисяч комплектів одягу, 48 тисяч гігієнічних наборів та 4600 шт. засобів обігріву. Також внутрішньопереміщені особи отримали грошову допомогу обсягом понад 11 млн. грн. та іншої допомоги на суму майже 485 тис. грн.
Offensichtlich ist es wichtiger sich an den Ehemaligen abzuarbeiten und ihnen nebenbei noch PR zu verschaffen. Das neue Parlament wird sich dann wohl nur wenig vom alten unterscheiden. Mir scheint, dass sie es auch gar nicht anders wollen. Ab und zu mal ein Maidan, die böse alte Macht davonjagen, mittlerweile schon mit rituellen Blutopfern und dann geht es weiter wie bisher, bis zum nächsten Maidan, solange es das Land aushält.

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#13 Beitrag von Sonnenblume » Mittwoch 1. Oktober 2014, 10:17

Und was davon ist nun die Antwort auf meine Frage?
Dass vieles anders gemacht hätte werden müssen, da sind wir uns einig. Aber du weißt so gut wie ich, dass auf allen Ebenen bis Ende Mai noch die alten Kader saßen und viele auch nach der Präsidentenwahl noch sitzen und dass kein Mensch, und sei er auch Präsident, kurzfristig daran was ändern kann. Und jeder dieser Typen versucht so gut wie möglich seine Pfründe zu sichern und wenn es geht, der neuen Macht Beine zu stellen. Ich fand es schon zum Kotzen, dass das Trio den Maidan für sich "vereinnahmt" hatte. Aber man hat es zugelassen, auch weil man unerfahren war.
Ich finde es aber unfair, hinterher den Leuten ihre angeblichen Fehler unter die Nase zu reiben. Eines war Fakt, offensichtlich ging es so wie es war, nicht weiter. Sonst hätten nicht soviele Leute so lange ihren Protest zum Ausdruck gebracht. Deine Bemerkung, das wäre
ein "infantilen Tanzmaidan mit Eventcharakter", macht mich sprachlos.

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#14 Beitrag von Optimist » Mittwoch 1. Oktober 2014, 17:50

Ich sehe die ganze Sache so, die "alten Kader" haben selbst die Möglichkeit ihre Posten zu verlassen, wollen aber nicht. Die Wahlen zum Parlament sollten da etwas bringen. Falls auch nicht, gibt es noch die Kämpfer der ATO, wie meinen Nachbarssohn, der durch russische Raketen verletzt wurde. Nur wenn die nach Hause kommen und hier aufräumen müssen, bleibt es vermutlich nicht bei einer blutenden Nase. Proteste und Streiks wird es geben, wie in jedem demokratischen Staat, so muss es auch sein. Aber es wird sich danach vermutlich schneller etwas ändern als in der Vergangenheit! Aber erst müssen die Leute des alten Regimes ihre Posten niederlegen! Alles wird gut!

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#15 Beitrag von Anuleb » Mittwoch 1. Oktober 2014, 18:47

Wenn sich die Dinge wirklich so entwickeln, wie von Handrij beschrieben, dann wird es bei ein paar Protesten und Streiks nebst blutigen Nasen nicht bleiben. Wenn ich mal ein wenig schwarz sehen darf, dann dürfte in diesem Falle die ukrainische Regierung irgendwann selber ein Interesse daran haben, dass der Konflikt im Osten weiterschwelt, und die Freiwilligen an der Front bleiben. Das würde dann weiterhin bedeuten, dass die Bevölkerung weiterhin quasi wie in Afrika am Existenzminimum leben darf.

Ich möchte und will nicht hoffen, dass es wirklich so kommen wird.

Aonsonsten gibt es dann für mich nur noch eine Entscheidung: Sch.... auf die Ukraine.

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#16 Beitrag von Optimist » Mittwoch 1. Oktober 2014, 20:48

Es benötigt alles seine Zeit! Man darf auch von anderen nicht mehr erwarten als von sich selbst! Keiner ist perfekt!

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Re: Nestor Schufritsch wurde in Odessa von "Aktivisten" verprügelt

#17 Beitrag von Anuleb » Donnerstag 2. Oktober 2014, 18:10

Niemand erwartet Perfektion, schon gar nicht von den Ukrainern. Man darf aber erwarten, dass zielgerichtete Schritte eingeleitet werden, um den Wandel in Angriff zu nehmen. Immerhin reden wir hier über ein Volk von fast 47 Millionen Bürgern. Wenn da keine Kapazitäten frei sind, welche man auf die Themen ansetzen kann, dann weiss ich auch nicht weiter. Georgien hat schliesslich schon ähnliches unter ähnlichen Bedingungen vollbracht. Wenn man sich damit Zeit lässt, haben früher oder später wieder die alten Seilschaften das Heft in die Hand genommen, um das Land weiterhin auszubeuten.

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