Allgemeines DiskussionsforumNeue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#26 Beitrag von lev » Mittwoch 20. Oktober 2010, 21:23

Sonnenblume hat geschrieben:Und wenn man ins Krankenhaus kommt, kommt zu den Medikamenten auch noch die Verpflegung dazu, die man selbst besorgen/organisieren muß.
Das glaubt ein keiner, aber es ist tatsächlich so. Mein Schwiegervater lag drei Wochen in einem Krankenhaus in Lviv und wurde von seiner Schwägerin täglich voll versorgt. Wir waren zu dieser Zeit nicht vor Ort und wollten es nicht glauben, doch es war Realität. [smilie=dash2.gif]

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freedom
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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#27 Beitrag von freedom » Donnerstag 21. Oktober 2010, 17:17

Sonnenblume hat geschrieben:Und wenn man ins Krankenhaus kommt, kommt zu den Medikamenten auch noch die Verpflegung dazu, die man selbst besorgen/organisieren muß.
Soll das etwa bedeuten, dass beispielsweise ein Patient mit Gipsbein im Krankenhaus verhungern muss, weil er sich keine Lebensmittel kaufen kann?
Müssen tatsächlich frisch operierte Patienten ihr Essen selber kochen? Wenn ja, wo im Krankenhaus? :o Unvorstellbar!
Gibt es soetwas wie eine einheitliche ärztliche Grundversorgung für jeden Ukrainer (m/w)?

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#28 Beitrag von Siggi » Donnerstag 21. Oktober 2010, 17:50

Sonnenblume hat geschrieben:Und wenn man ins Krankenhaus kommt, kommt zu den Medikamenten auch noch die Verpflegung dazu, die man selbst besorgen/organisieren muß.
Auch da gibt es offensichtlich lokale Unterschiede (Sumy scheint gar nicht so schlecht zu sein). Die Großmutter meiner Frau bekam die Verpflegung im Krankenhaus kostenfrei.

Gruß
Siggi

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#29 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 21. Oktober 2010, 17:56

freedom hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:Und wenn man ins Krankenhaus kommt, kommt zu den Medikamenten auch noch die Verpflegung dazu, die man selbst besorgen/organisieren muß.
Soll das etwa bedeuten, dass beispielsweise ein Patient mit Gipsbein im Krankenhaus verhungern muss, weil er sich keine Lebensmittel kaufen kann?
Müssen tatsächlich frisch operierte Patienten ihr Essen selber kochen? Wenn ja, wo im Krankenhaus? :o Unvorstellbar!
Gibt es soetwas wie eine einheitliche ärztliche Grundversorgung für jeden Ukrainer (m/w)?
Er wird nicht verhungern, weil das Jeder in der Ulkraine weiß und dank Telefon kann auch "das Gipsbein" der Verwandschaft Bescheid geben. Wenn er keine Verwandschaft hat - in der Ukraine bekommt man für Geld alles, sogar Essen ins Krankenhaus. Es wird nicht im Krankenhaus gekocht, sondern durch die Verwandten und Bekannten angeschleppt!
Die ärztliche Grundversorgung klappt in der Ukraine nach vorheriger Zahlung der Gebühr.

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#30 Beitrag von freedom » Donnerstag 21. Oktober 2010, 18:09

Sonnenblume hat geschrieben:Die ärztliche Grundversorgung klappt in der Ukraine nach vorheriger Zahlung der Gebühr.
Soweit so gut, und was geschieht, wenn jemand kein Geld hat?

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#31 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 21. Oktober 2010, 18:43

freedom hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:Die ärztliche Grundversorgung klappt in der Ukraine nach vorheriger Zahlung der Gebühr.
Soweit so gut, und was geschieht, wenn jemand kein Geld hat?
Das mußt du die fragen, die dieses Gesetz eingeführt haben - Frau Timoschenko und Co.

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#32 Beitrag von Optimist » Donnerstag 21. Oktober 2010, 21:45

Falsch! Mein Schwager ist vor 10 Jahren gestorben im Krankenhaus, er hatte eine Infektion musste alle Medikamente in der Apotheke kaufen und hatte nicht genug Geld bei sich, musste sein Pass als Pfand abgeben! Wurde operiert und viel ins Koma aus dem er nicht mehr erwachte (31 Jahre alt), damals war hier alles noch viel schrecklicher als jetzt. Warum muss man jetzt nur der Tante Julia Schuld geben für den misserablen Zustand der Ukraine.

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#33 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 21. Oktober 2010, 22:16

Das mit deinem Schwager ist schrecklich und tut mir sehr leid. Aber dass jemand ins Koma fällt und stirbt, passiert auch z.Bsp. in Deutschland. Frau Timoschenko habe ich erwähnt, weil zu ihrer Zeit eingeführt wurde, dass man erst bezahlen muß, bevor man überhaupt einen Arzt sieht. Mit einem Pass gibt sich seitdem sicher keiner mehr zufrieden.

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#34 Beitrag von lev » Donnerstag 21. Oktober 2010, 23:07

Mein Schwiegervater hat immer gesagt, schlimmer ganz nicht werden. Er hat sich wohl geirrt.

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#35 Beitrag von freedom » Freitag 22. Oktober 2010, 01:30

Optimist hat geschrieben:Falsch! Mein Schwager ist vor 10 Jahren gestorben im Krankenhaus, er hatte eine Infektion musste alle Medikamente in der Apotheke kaufen und hatte nicht genug Geld bei sich, musste sein Pass als Pfand abgeben! Wurde operiert und viel ins Koma aus dem er nicht mehr erwachte (31 Jahre alt), damals war hier alles noch viel schrecklicher als jetzt. Warum muss man jetzt nur der Tante Julia Schuld geben für den misserablen Zustand der Ukraine.
Der Tod Deines Schwagers tut mir leid. Genau diese Situation ist die Folge einer medizinischen Unterversorgung in der Ukraine. Da stellt sich mir die Frage, was sich seit dem Regierungswechsel Anfang des Jahres zum Besseren geändert hat? Bevor jemand auf Frau Timoschenko schimpft, sollte er erst einmal die Bedingungen der Regierungsperiode unter die Lupe nehmen. Eine solche Regierungsform gab vorher noch nicht in der Ukraine, und ich finde, dass es sehr schwierig gewesen sein muss, mit den vielen Egomanen und Sturköpfen klarzukommen. Wer sein Selbstwertgefühl auf Macht baut, wird immer von ihr abhängig sein, mit der Folge, andere Mensch abhängig zu machen. Hat jeder Ukrainer einen gesetzlichen Anspruch auf medizinische Versorgung oder muss man die Ukraine immernoch mit dem "Wilden Westen" (USA) vergleichen?

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#36 Beitrag von UAFRIEND » Freitag 22. Oktober 2010, 11:49

Ich mag mich zwar Ihren , aber ich meine das in der UA gilt " Nur Bares lacht" , sprich kein Geld keine behandlung/untersuchung.Auch wenn es sehr schwer vorstellbar ist.

Erklärs uns doch mal kurz Siggi, wäre nett.

Mit Gruss
UAF

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#37 Beitrag von Sonnenblume » Freitag 22. Oktober 2010, 12:57

freedom hat geschrieben:
Optimist hat geschrieben:Falsch! Mein Schwager ist vor 10 Jahren gestorben im Krankenhaus, er hatte eine Infektion musste alle Medikamente in der Apotheke kaufen und hatte nicht genug Geld bei sich, musste sein Pass als Pfand abgeben! Wurde operiert und viel ins Koma aus dem er nicht mehr erwachte (31 Jahre alt), damals war hier alles noch viel schrecklicher als jetzt. Warum muss man jetzt nur der Tante Julia Schuld geben für den misserablen Zustand der Ukraine.
Der Tod Deines Schwagers tut mir leid. Genau diese Situation ist die Folge einer medizinischen Unterversorgung in der Ukraine. Da stellt sich mir die Frage, was sich seit dem Regierungswechsel Anfang des Jahres zum Besseren geändert hat? Bevor jemand auf Frau Timoschenko schimpft, sollte er erst einmal die Bedingungen der Regierungsperiode unter die Lupe nehmen. Eine solche Regierungsform gab vorher noch nicht in der Ukraine, und ich finde, dass es sehr schwierig gewesen sein muss, mit den vielen Egomanen und Sturköpfen klarzukommen. Wer sein Selbstwertgefühl auf Macht baut, wird immer von ihr abhängig sein, mit der Folge, andere Mensch abhängig zu machen. Hat jeder Ukrainer einen gesetzlichen Anspruch auf medizinische Versorgung oder muss man die Ukraine immernoch mit dem "Wilden Westen" (USA) vergleichen?
Nochmal, Frau Timoschenko und Co. haben die Bezahlung vor Behandlung eingeführt. Bis dahin hatte jeder Anspruch auf medizinische Versorgung, auch ohne vorher seinen Obulus zu entrichten. Ich verteidige die jetzige Regierung nicht, da auch da vieles zum Himmel stinkt, aber die Verschlechterung der gesundheitlichen Betreuung geht nun mal auf das Konto der Lady und deren Helfershelfer - ob einem das passt, oder nicht.
Und ja, es war sicher schwierig für Frau Timoschenko als Egomane und Sturkopf, mit den Anderen klarzukommen.

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freedom
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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#38 Beitrag von freedom » Freitag 22. Oktober 2010, 16:11

Sonnenblume hat geschrieben:Nochmal, Frau Timoschenko und Co. haben die Bezahlung vor Behandlung eingeführt. Bis dahin hatte jeder Anspruch auf medizinische Versorgung, auch ohne vorher seinen Obulus zu entrichten. Ich verteidige die jetzige Regierung nicht, da auch da vieles zum Himmel stinkt, aber die Verschlechterung der gesundheitlichen Betreuung geht nun mal auf das Konto der Lady und deren Helfershelfer - ob einem das passt, oder nicht.
Und ja, es war sicher schwierig für Frau Timoschenko als Egomane und Sturkopf, mit den Anderen klarzukommen.
Bei dieser Aktion kann man wahrlich nicht von Menschlichkeit sprechen, zumal die Armut in der ukrainischen Bevölkerung sehr verbreitet ist, und auch die jetzige Regierung keine sichtbaren Anstrengungen erkennen lässt, dies zu ändern. Ist bei dem Gesetz über die Vorkasse für Arztbehandlungen mittlerweile eine Verbesserung eingetreten?

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#39 Beitrag von Siggi » Freitag 22. Oktober 2010, 19:35

UAFRIEND hat geschrieben:Ich mag mich zwar Ihren , aber ich meine das in der UA gilt " Nur Bares lacht" , sprich kein Geld keine behandlung/untersuchung.Auch wenn es sehr schwer vorstellbar ist. Erklärs uns doch mal kurz Siggi, wäre nett.
Ich bin nun kein Spezialist für Gesundheitsfragen. Meine eigene Erfahrung aus 2003: Mit einer vermeintlichen Sehenscheidenentzündung in UA angekommen (Handgelenk in Gips). Zum Krankenhaus gegangen. Ich war seinerzeit noch nicht registriert und hatte daher kein Recht auf eine Behandlung in diesem Krankenhaus. (Dieses Krankenhaus dient primär der Behandlung von Folgen des Reaktorunfalls.) Also zuerst zum Chef des Krankenhauses und um Erlaubnis gefragt (mit einer Flasche Sekt unter dem Arm). Erlaubnis erhalten. Aber vermutlich nicht nur wegen der Flasche, sondern weil meine Schwiegermutter dabei war. Sie ist als Radio und TV Moderatorin im Ruhestand in der ganzen Stadt bekannt. Die mehrwöchige Behandlung (Magnetfeld- und Lasertherapie, Injektionen) war umsonst. Das injizierte Medikament muss ich selbst kaufen und selbst bezahlen. Die Behandlung war effektiv und die Diagnose in UA (Knochenhautentzündung wg. RSI) war (im Gegensatz zur Diagnose in DE) korrekt. Dem Arzt habe ich zum Abschluß noch eine Schachtel Konfekt geschenkt. Dies wurde aber nicht erwartet.

2006 (?) war die Großmutter meiner Frau stationär wegen Herzrhythmusstörungen im selben Krankenhaus. (Sie war dort registriert, es muss nicht um Erlaubnis gefragt werden.) Weder die Verpflegung noch die Behandlung muss von uns gezahlt werden. Nur die Medikamente. Ich kann mich nicht mehr an die Preise erinnern, sie waren nicht hoch.

Ich selbst bin wegen einem chronischen Rückenleiden immer mal wieder in UA in präventiver Behandlung. Ich gehe immer in eine Privatklinik am Ort, da mir gesagt wurde, die seien in Bezug auf meinen Problemkreis am besten. Die Kosten für eine Behandlung liegen bei ca. 10 Euro (ärztliche Behandlung + manuelle Therapie). (In DE zahlte ich als Privatpatient beim Facharzt 220 Euro für eine Injektion + Diagnostik (ca. 10 Minuten). Anschliessende manuelle Therapie beim Krankengymnasten 50 Euro). Ich bin von der Behandlung in UA begeistert, der Arzt nimmt sich Zeit und führt auch die physikalische Therapie selbst durch. Er braucht keine diagnostischen Apparate, sondern fühlt die Probleme mit seinen Händen.

Gruß
Siggi

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#40 Beitrag von Optimist » Freitag 22. Oktober 2010, 20:36

Als es mir im Februar schlecht ging, bin ich nach Deutschland gefahren und habe mich eine Woche untersuchen lassen, ambulant. Kein Befund alles in Ordnung, muss Magenspiegelung ausgeführt werden. Wartezeit 2-3 Wochen für Termin, bin zurück in Ukraine gefahren, war bereits ganz gelb im Gesicht. Hier ins Krankenhaus, ein Bekannter hatte sich da operieren lassen. Normales ukrainisches Krankenhaus, Arzt mich gesehen und sofort Diagnose gestellt, Ultraschall und das Schrecklichste die Magenspiegelung haben Befund bestätigt. Ab in Apotheke einen Sack voll Medikamente, Instrumente, Spritzen, Binden und Reinigungsmittel kaufen. Bettwäsche hatten wir mit. Ab sofort war ich beim Arzt als "Adolfowitsch" geführt und musste mir seine Schwärmerei von Adolf H. anhören. Er hat uns den Preis gesagt und was er dafür macht. Denke meine zwei Nieren habe ich noch. Das Zimmer war mit 11 Leuten belegt und mindestens 10 Kakerlaken, der Kühlschrank alt, laut und schmutzig. Man hat mich mit Medikamente vollgepumpt. Die Krankenschwestern waren meist ukrainisch nett aber mit wenig Einfühlvermögen, meine Frau sagte, ich solle ihnen auch mal ein par Rubel zustecken. Das Bett eine Katastrophe, Eisen mit 3 Bretter. Im deutschen Gefängnis bestimmt ein Grund für eine Untersuchung von Amnasty International. Die Nacht grausam laut, es zog durch alle Fenster der Frost.
Das Essen abwechslungsreich: Kartoffeln, Rote Beete, Brot oder Brot, Rote Beete und Kartoffeln, einmal auch etwas wie Suppe aber....nun hatte ich mich an Brot, Rote Beete und Kartoffeln gewöhnt. Natürlich hatte mich meine Frau auch versorgt, aber aus reiner Solidarität zu meinen Zimmergenossen und Neugier habe ich mich nicht geziert.
Nun gibt es viele Feiertage oder "djen Natascha", der Arzt war meist etwas angeheitert, hat mir aber versprochen am Montag fit zu sein.
Die OP werde am Montag durchgeführt, da ist der OP- Saal am sterielsten. Gut habe ich gedacht, wenn ich aus der Vollnarkose nicht aufwache, einen schöneren Tod kann man sich gar nicht wünschen. Aber es ging alles gut, 30% meiner Medikamente habe ich nicht gebraucht, der Arzt sagte, das bekommen die Patienten ohne Geld. Habe auch gehört das so etwas mehrfach verkauft wird, wer will das schon kontrollieren. 11 Tage... die mein Leben doch nachhaltig geprägt haben....

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#41 Beitrag von Siggi » Freitag 22. Oktober 2010, 23:29

Offensichtlich war es ja keine Notoperation. Darf ich fragen, warum Du nicht den nächsten Flieger genommen hast? Oder zumindest nach Kiew gefahren bist?

Gruß
Siggi

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freedom
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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#42 Beitrag von freedom » Samstag 23. Oktober 2010, 01:11

Optimist hat geschrieben: 11 Tage... die mein Leben doch nachhaltig geprägt haben....
Wahrscheinlich bei jedem anderen auch. Danke für die ausführliche Beschreibung! Mir ist kein Krankenhaus in Deutschland bekannt, wo die Patienten derartige Torturen durchmachen müssen und sich selbst versorgen müssen. Wird die Patientenversorgung weiterhin auf diesem Niveau bleiben?

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#43 Beitrag von Siggi » Samstag 23. Oktober 2010, 08:17

freedom hat geschrieben:Wird die Patientenversorgung weiterhin auf diesem Niveau bleiben?
Sicher! Woher soll denn das Geld für eine bessere Versorgung kommen? Es müsste ja aus Steuermitteln finanziert werden. Bei den niedrigen Steuern in UA und der hohen Schwarzgeldquote glaube ich nicht, dass da viel anderes finanzierbar ist.

Ich war in Sumy auch einmal für eine ambulaten Behandlung in einem Krankenhaus, welches für die Bewohner der Dörfer der Umgebung zuständig war. Die Armut der Patienten war auf demselben Niveau wie die Armut des Krankenhauses, was allein schon beim beschreiten der Gänge erkennbar war. Das gesamte Gebäude war nur notdürftig geheizt, das Personal arbeitete in Rollkragenpullover und z.T. in Winterjacken. Ich bin dort nie mehr wieder hingegangen, obwohl der dort arbeitende Masseur gut war.

Hat man Geld, dann kann man sich einen besseren Behandlungsstandard sichern. Z.B. gibt es in Sumy ein Einbettzimmer mit allem Komfort (inkl. Essen aus dem Restaurant) für 400UAH täglich.

Gruß
Siggi

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#44 Beitrag von UAFRIEND » Samstag 23. Oktober 2010, 12:00

Für den normalen Ukrainer, eine Unsumme.Müsste ich auf irgendwelchen Gründen in der UA im KH liegen, würde ich dieses Angebot aber denke ich dankend annehmen.


Ich weiss, es hört sich lächerlich an , aber ich kriege ja schon hier im KH die Krise, wenn ich nicht mein Einzelzimmer kriege.

Mit Gruss
UAF

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#45 Beitrag von freedom » Samstag 23. Oktober 2010, 12:22

Siggi hat geschrieben:
freedom hat geschrieben:Wird die Patientenversorgung weiterhin auf diesem Niveau bleiben?
Sicher! Woher soll denn das Geld für eine bessere Versorgung kommen? Es müsste ja aus Steuermitteln finanziert werden. Bei den niedrigen Steuern in UA und der hohen Schwarzgeldquote glaube ich nicht, dass da viel anderes finanzierbar ist.
Hat man Geld, dann kann man sich einen besseren Behandlungsstandard sichern.
Soweit mir bekannt ist, eine allgemein vorherrschende Situation wie in allen Ländern der Erde. Ein Prinzip, das gegen jede Gleichheitsgrundsätze verstößt, weil aus einer Machtposition heraus, dem Leben unterschiedlicher Wert beigemessen wird. Letztendlich ist es eine Frage der Zeit, bis sich herausstellt, dass der ukrainische Landarbeiter und der Multimillionär der irdischen Vergänglichkeit unterworfen sind. Doch was haben beide zum Wohle der Allgemeinheit getan? Ein Bauer, der arbeitet, um zu leben und die Familientradition achtet ist mir wesentlich lieber, als jemand, der andere wegen ihrer Armut verachtet! Diejenigen Menschen, die dem Geldkreislauf einer Volkswirtschaft immenses Kapital herausziehen und damit das Blühen des gesamten Staates verhindern und die Not der Mitmenschen vergrößern, handeln verantwortungslos und stellen sich über das Volk. Nein, Patientenversorgung muss nicht nur aus Steuermitteln finanziert werden. Wer seinen Erfolg mit anderen teilt, ist stark, aber wer die Not der Bevölkerung übersieht und überhört, ist hart. Beide sollten Achtung füreinander zeigen: Der Staat gegenüber dem Volk und das Volk gegenüber dem Staat. In Deutschland wird leider das Miteinander gerade stückweise durch die HartzIV-Verelendung abgebaut. Gewiss nicht wegen der fehlenden Dankbarkeit Notleidender gegenüber staatlichen Hilfen, sondern wegen der dreisten Polit-Lügen, mit denen die Unmenschlichkeit der Staatsorgane (Legislative, Judikative, Exekutive) kaschiert werden soll. In weiser Voraussicht und aus der Erfahrung der Nazidiktatur heraus, wurde zum wichtigsten Grundsatz festgelegt, dass die Würde des Menschen unantastbar sei, und nicht, dass der Staatsbürger sein Leben und seine Individualität zum Wohle raffgieriger Menschenverachter aufzugeben habe.

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#46 Beitrag von Optimist » Samstag 23. Oktober 2010, 18:07

Siggi, ich hab doch den Flieger genommen, aber in Deutschland hat man eine Woche gesucht und nichts gefunden, und es waren sporatische akute Schmerzen nur nicht jeden Tag. Erst monatlich einmal , dann wöchentlich einmal.... zwei Gallensteine 5mm gross. Und beim Ultraschall hat der deutsche Doc nichts gesehen? Das hat auch mein trinkender Arzt in UA auch nicht verstanden, bei so hochmoderner Diagnose in Deutschland! Hatte nie mit Ärzten etwas zu tun, wem soll ich denn vertrauen? In Kiew kannte ich keinen Arzt, und hatte dort Angst, dass einer mit gekauften Doktortitel an mir Experimente macht. Da war mir alter sowjetischer Held lieber!

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SuperFrage
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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#47 Beitrag von SuperFrage » Donnerstag 4. November 2010, 14:36

Vielen Dank!

Gibt es da eine Internetseite oder sonst etwas wo man sich erkundigen kann, was "normal" ist?

Also was gezahlt wird, was nicht?



Meine Idee ist es in der Ukraine eine kleine Landwirtschaft zu betreiben.

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freedom
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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#48 Beitrag von freedom » Donnerstag 4. November 2010, 14:47

SuperFrage hat geschrieben:Vielen Dank!
Gibt es da eine Internetseite oder sonst etwas wo man sich erkundigen kann, was "normal" ist?
Also was gezahlt wird, was nicht?
Meine Idee ist es in der Ukraine eine kleine Landwirtschaft zu betreiben.
Wo in der Ukraine "Normalitäten" bestehen, kann jeder nur für sich selbst definieren und sich ggf. anderen anschließen.
Auch würde gern wissen, wo und in welcher Höhe beispielsweise Löhne gezahlt werden und wie es mit dem Einfluss der Gewerkschaften aussieht.
Die Idee der kleinen Landwirtschaft finde ich bewundernswert: Viel Glück und Erfolg bei der Realisierung!

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Optimist
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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#49 Beitrag von Optimist » Donnerstag 4. November 2010, 19:57

Das wäre doch eine Idee für ein neues Thema, jeder schreibt was er so von den Löhnen und Gehältern der einzelnen Branchen weiss. Da kann man auch sehr schön die grossen regionalen Unterschiede sehen, die hier vorhanden sind. Gewerkschaft? Hab noch von keiner gehört...

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stefko
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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#50 Beitrag von stefko » Donnerstag 4. November 2010, 20:32

SuperFrage hat geschrieben:Vielen Dank!

Gibt es da eine Internetseite oder sonst etwas wo man sich erkundigen kann, was "normal" ist?

Also was gezahlt wird, was nicht?
Ich würde sagen, dass hängt davon ab wo man ist, mit wem man es zu tun hat und wen man kennt.

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