Allgemeines DiskussionsforumNeue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

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SuperFrage
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Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#1 Beitrag von SuperFrage » Mittwoch 7. April 2010, 23:38

[smilie=ukr_prapor]

Ich möchte ja gerne in der Ukraine Leben... :-D

Nun habe ich mehrere Kontakte in die Ukraine... und mir wurde von manchen geraten, erstmal nicht in die Ukraine zu ziehen...
weil alles so unsicher ist...
Im Ministerium werden zur Zeit fast alle Angestellten ausgetausch, genauso wie in allen Behörden und Ämtern in der Ukraine. [smilie=dntknw.gif]
Ist das so???

Freue mich über Antworten...
...---...
Ich bin politisch nicht so auf dem laufenden [smilie=sorry.gif]

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Handrij
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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#2 Beitrag von Handrij » Mittwoch 7. April 2010, 23:57

SuperFrage hat geschrieben:[smilie=ukr_prapor]

Ich möchte ja gerne in der Ukraine Leben... :-D

Nun habe ich mehrere Kontakte in die Ukraine... und mir wurde von manchen geraten, erstmal nicht in die Ukraine zu ziehen...
weil alles so unsicher ist...
Im Ministerium werden zur Zeit fast alle Angestellten ausgetausch, genauso wie in allen Behörden und Ämtern in der Ukraine. [smilie=dntknw.gif]
Ist das so???

Freue mich über Antworten...
...---...
Ich bin politisch nicht so auf dem laufenden [smilie=sorry.gif]
Ehrlich gesagt muss man dir aufgrund der Fragestellung bereits abraten. Scheinbar bist du risikoavers und lebst gern in einer Gegend, wo die Entwicklungen politischer Art relativ vorhersehbar/berechenbar sind. Wenn du auf Sicherheit Wert legst, dann ist die Ukraine nicht dein Fall, such dir ein "stabileres" Land. Überleg dir, wieso so viele Ukrainer nicht mehr in der Ukraine leben wollen!
Ich habe jetzt natürlich keine Ahnung, wie oft du schon da warst und über welchen Zeitraum. Probier es doch erst einmal auf die drei Monate mit dem Touristenvisum. Das ist ein Zeitraum, indem du bereits abschätzen kannst, ob du klarkommst. Wenn es dir gefällt, dann besorg dir ein Businessvisum für ein halbes Jahr und danach kannst du ja über eine Aufenthaltsgenehmigung nachdenken.

Was die neue Personage angeht, so ist das oftmals das Personal, was vor fünf Jahren gehen musste. Ob es schlecht ist oder gut, jedenfalls wird nicht viel anders. Sowohl vor dem Machtwechsel als auch nach dem Machtwechsel ist weiterhin nur eines wichtig: du musst Geld haben.

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#3 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 8. April 2010, 08:54

SuperFrage hat geschrieben: Im Ministerium werden zur Zeit fast alle Angestellten ausgetausch, genauso wie in allen Behörden und Ämtern in der Ukraine. [smilie=dntknw.gif] Ist das so???
Das ist fast bei jeden Regierungswechsel in der Ukraine so. Es hat aber nur auf die Ausgetauschten selbst und auf die, die dorthin "gute Beziehungen" aufgebaut haben, Einfluss.

Ansonsten ist es genau so, wie mein Vorredner sagt - mit Geld kann man in der Ukraine recht gut leben, aber wenn du das hast und relative Sicherheit haben willst, bleib in Deutschland. Denn auch mit Geld fährst du in der Ukraine auf kaputten Straßen, gehst auf vollgespuckten und im Winter nicht geräumten Fußwegen und musst dich in einer Fremdsprache täglich verständigen. Über die medizinische Versorgung bei einem Ernstfall habe ich da noch gar nicht geredet.
Ukraine, das ist kein Abenteuer - das ist harte Realität!

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Optimist
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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#4 Beitrag von Optimist » Donnerstag 8. April 2010, 18:36

Wäre schön zu wissen was Sie in die Ukraine treibt. Bei mir waren es familiere Gründe, habe alle anfänglichen Bedenken zerstreut und habe es bis jetzt nicht bereut in der Ukraine zu leben, die Option in die Heimat zurückzukehren hat man ja auch. Nur ohne sich richtig vorzubereiten und ausreichend Informationen zu sammeln, sollte man diesen Schritt nicht tun. Ein fester Familienkreis oder Freundeskreis am Anfang ist absolut wichtig. Die jeweilige Regierung spielt keine Rolle für den Entschluss in der Ukraine zu leben.

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freedom
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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#5 Beitrag von freedom » Montag 18. Oktober 2010, 11:27

Optimist hat geschrieben:Wäre schön zu wissen was Sie in die Ukraine treibt. Bei mir waren es familiere Gründe, habe alle anfänglichen Bedenken zerstreut und habe es bis jetzt nicht bereut in der Ukraine zu leben, die Option in die Heimat zurückzukehren hat man ja auch. Nur ohne sich richtig vorzubereiten und ausreichend Informationen zu sammeln, sollte man diesen Schritt nicht tun. Ein fester Familienkreis oder Freundeskreis am Anfang ist absolut wichtig. Die jeweilige Regierung spielt keine Rolle für den Entschluss in der Ukraine zu leben.
Da nach meinen Lebenserfahrungen, sich die ukrainische und deutsche Regierungsignoranz gegenüber Arbeitslosen mehr und mehr angleichen, würde ich fast schon von Vertreibung aus Deutschland sprechen. Obwohl es in Deutschland viele schöne Gegenden gibt, besitzt die Ukraine eine Art der Attraktivität, die nirgendwo in Deutschland zu finden ist. Ich finde schon, dass die jeweilige Regierung mit ausschlaggebend für einen Wechsel der Staatsbürgerschaft sein kann. Der krasse Gegensatz zwischen Realität und verbriefter Verfassung der Ukraine ist so groß, dass ich (leider) nicht in die Ukraine ziehen kann. Keine Arbeit, keine Grundsicherung, keine ärztliche Versorgung in der Ukraine zu haben, sind derart mittelalterliche Lebensbedingungen, die ungemein abschreckend wirken. Dazu noch käufliche Richter und Parlamentsabgeordnete, die lieber Fehler der Vorgängerregierung suchen (oder erfinden), anstatt dem Volk zu Wohlstand zu verhelfen... Nein, danke!

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#6 Beitrag von Siggi » Montag 18. Oktober 2010, 12:44

freedom hat geschrieben:sind derart mittelalterliche Lebensbedingungen, die ungemein abschreckend wirken.
Alle Residenten, die ich in UA kenne (das sind schon einige) würden vermutlich eine ganz andere Einschätzung haben, die auch durch meine eigene, nunmehr sechsjährige Lebenserfahrung in UA bestätigt wird. Die politische Situation ist für das Alltagsleben eines deutschen Auswanderers (und vieler Einheimischer) absolut irrelevant.

Auswanderung und Aufgabe der Staatsangehörigkeit sind zwei paar Schuhe. Zu letzterem würde ich in UA nie raten, allein schon wegen dem Verlust der Reisefreiheit und der sozialen Sicherheit der Rückkehroption.

Niemand muss in UA leben, es sicher nicht der beste Platz auf der Welt und Paradiese gibt es nirgends. Für UA gilt wie für alle Länder (inkl. der vermeintlichen Südseeparadiese): Zuerst braucht jede Übersiedlung eine ökonomische Basis! Mit familären Anschluß in UA und ausreichenden finanziellen Mitteln (deutlich über dem ukrainischen Durchschnittsverdienst) hat das Land durchaus seinen Reiz.

Wenn es denn schon immer Vergleiche benötigt, dann bitte nicht zwischen UA und DE, sondern mit anderen Ländern, die eine ähnliche ökonomische Leistungsfähigkeit haben.

Wenn es um Arbeitslosigkeit geht: Wo geht es denn Arbeitslosen besser als in DE, etwa in England, Spanien oder den USA? (Vergleiche mit Entwicklungsländern vermeide ich ganz bewußt!) Es gibt sicher solche Länder (vermutlich Kanada und die skandinavischen Länder), aber viele werden es nicht sein. In allen diesen stark reglementierten Hochsteuerländern würde ich nicht leben wollen.

Gruß
Siggi

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#7 Beitrag von Optimist » Montag 18. Oktober 2010, 21:12

"Da nach meinen Lebenserfahrungen, sich die ukrainische und deutsche Regierungsignoranz gegenüber Arbeitslosen mehr und mehr angleichen, würde ich fast schon von Vertreibung aus Deutschland sprechen."
Also ich kenne keinen der auf Grund der Arbeitslosigkeit in Deutschland, sein Glück in der Ukraine sucht. Die hier lebenden Ausländer, damit meine ich z.B. Amerikaner, Franzosen und Deutsche sind meist aus familiären und oder geschäftlichen Gründen in UA "gelandet". Was für eine Regierung hier gewählt wird und wie sich die Verhältnisse ändern, weiss keiner. Nur man selbst muss wissen was man tut und der sozialen Sicherheit in D nicht nachtrauern.
freedom - Sie erwähnen in fast jedem Beitrag die Arbeitslosigkeit in Deutschland, wie kann man das verstehen?

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freedom
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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#8 Beitrag von freedom » Dienstag 19. Oktober 2010, 04:14

Siggi hat geschrieben:
freedom hat geschrieben:sind derart mittelalterliche Lebensbedingungen, die ungemein abschreckend wirken.
Alle Residenten, die ich in UA kenne (das sind schon einige) würden vermutlich eine ganz andere Einschätzung haben, die auch durch meine eigene, nunmehr sechsjährige Lebenserfahrung in UA bestätigt wird. Die politische Situation ist für das Alltagsleben eines deutschen Auswanderers (und vieler Einheimischer) absolut irrelevant.
Auswanderung und Aufgabe der Staatsangehörigkeit sind zwei paar Schuhe. Zu letzterem würde ich in UA nie raten, allein schon wegen dem Verlust der Reisefreiheit und der sozialen Sicherheit der Rückkehroption.
Vielleicht sind meine Erfahrungen mit Wassersperre und und Stromausfälle nur regionenbedingt, meine Beobachtungen bezüglich der Infrastruktur und anderer Feinheiten lasse ich mir nicht absprechen. Eines erscheint mir offensichtlich widersinnig zu sein: Wenn angeblich die politische Situation für das Alltagsleben eines deutschen Einwanders absolut irrelevant sei, warum würdest Du mir nie zu einer Aufgabe der Staatsangehörigkeit raten? Werden denn die beschränkte Reisefreiheit und die soziale Sicherheit in der Ukraine nicht politisch gelenkt? Sind das alles Märchenstunden bezüglich der gemeldeten staatlichen Schikanen an Menschenrechtlern, Opponenten und freiheitlich denkenden Menschen? Ein Rückfall in rigide Machtstrukturen, welcher Art auch immer, bedeutet weder einen Wandel noch einen Wechsel. Im Übrigen, erinnert mich die derzeitige politische und wirtschaftliche Lage der Ukraine, etwas an den Ausverkauf der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Mit anderen Worten, wird der Kuchen in großen Stücken an wenige Auserwählte verteilt, und der Großteil der Bevölkerung darf sich die Krümel teilen. Nach meiner Meinung, nichts weiter als eine egoistische Rafferaktion, mit der persönliche Träume subventioniert werden sollen, die seit Beginn der Menschheit nie zur Erfüllung kamen und nie werden: Keine irdische Macht vermag die irdische Vergänglichkeit aufzuhalten! Es kann nicht Gottes Wille sein, Mitmenschen ihrer Existenz, Würde und Freiheit zu berauben, indem man ihnen die erforderlichen Geldmittel für ein ein würdiges Leben vorenthält. Der angeblichen statistischen Armut in der Ukraine von 26 Prozent, schenke ich ebensowenig Glauben wie freien und ungehinderten Kommunalwahlen am 31. Oktober 2010. Wäre ich Ukrainer, ich würde dennoch hingehen und teilnehmen. Ein freies Land braucht Mut, Menschlichkeit und Perspektiven.

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#9 Beitrag von freedom » Dienstag 19. Oktober 2010, 05:00

Optimist hat geschrieben:"freedom - Sie erwähnen in fast jedem Beitrag die Arbeitslosigkeit in Deutschland, wie kann man das verstehen?
Diese Frage möchte ich gern beantworten. Arbeit bedeutet für mich einen wichtigen Lebensinhalt, über den ich mich identifiziere und mit dem ich mein Leben freiheitlich gestalten möchte, und in den 70er, 80er-Jahren gestaltet habe. Nach nahezu sechs Jahren HartzIV-Bezug, habe ich es satt, mit plumpen und platten Politlügen abgespeist zu werden. Sei es die Art der Regelsatz-Berechnung, sei es die Verschönerung der Statistiken oder auch, wie die Arbeitsmarktreform bisher versagt hat.
Die Vermögensverhältnisse in Deutschland führen auf eine Zwei-Klassen-Gesellschaft hinaus, bei der es am Ende nur Verlierer geben wird, wenn nicht endlich der Wahrheit mehr Platz eingeräumt wird. Dieser permanente Zustand der Arbeitslosigkeit macht schlichtweg krank, entlarvt das politische Regierungsgeschehen als egoistische Show und zerstört mühsam erworbenes Bildungskapital. Wenn beispielsweise die Bundeskanzlerin Frau Merkel von einer Bildungsrepublik spricht, den HartzIV-Empfängern lediglich 1,39 Euro an Bildung ab 01.01.2011 zugesprochen werden soll, kann ich mich nur fragen, ob ich im falschen Film bin. Muss ich Arzt sein oder Ernährungswissenschaftler um festzustellen, dass mit 128,46 Euro im Monat keine gesunde Ernährung möglich ist? Weder sehr gute berufliche Qualifikation, noch langjährige Betreuung durch das örtliche JobCenter, noch sinkende Arbeitslosenzahlen, noch steigendes Wirtschaftswachstum, noch Fördermaßnahmen haben zu einem Arbeitsplatz in der Hauptstadt Berlin geführt. Nicht einmal ein Teilzeitjob von vier Stunden. Hinzu kommen noch all die angeblichen Fachkräfte, die sich medienwirksam zu Lasten der Leidtragenden präsentieren und mir mit hohlen Sprüchen auf die Nerven gehen. Was meine Arbeitslosigkeit anbelangt, wäre noch die Armutsindustrie zu erwähnen, die sich aufgrund von fehlenden Mindestlöhnen an meinem künstlich (per Gesetz) produzierten Elend bereichern will. Sollte ich mich missverständlich oder mehrdeutig ausgedrückt haben, so steht es Ihnen jederzeit frei, nachzufragen.

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#10 Beitrag von Siggi » Dienstag 19. Oktober 2010, 12:06

freedom hat geschrieben:meine Beobachtungen bezüglich der Infrastruktur und anderer Feinheiten lasse ich mir nicht absprechen.
Die Zustände sind nicht einheitlich, sondern hängen vom Ort und von der finanziellen Leistungskraft ab. Aber selbst für die schlechtere Versorgung im öffentlichen Gesundheitswesen ist die Bezeichnung "Mittelalterlich" einfach maßlos überzogen. Wenn man die Zustände in UA schon so bezeichnen will, welche Bezeichnungen wäre dann für die Zustände in den unterpriviligierten Länder Schwarzafrikas adäquat?
freedom hat geschrieben:Wenn angeblich die politische Situation für das Alltagsleben eines deutschen Einwanders absolut irrelevant sei, warum würdest Du mir nie zu einer Aufgabe der Staatsangehörigkeit raten?
In meinem Alltagsleben, konnte ich keine Unterschiede wahrnehmen, die ich an der Person bzw. politischen Ausrichtung des Präsidenten festmachen konnte.
Werden denn die beschränkte Reisefreiheit und die soziale Sicherheit in der Ukraine nicht politisch gelenkt?
Reisefreiheit wird es auf absehbare Zeit für ukrainische Bürger nicht geben, egal wer das Land lenkt. Die Ukrainer teilen das Los von Staatsbürgern vieler anderer Länder mit einer ähnlichen ökonomischen Leistungsfähigkeit. Die Visapflicht wird durch die Industrienationen etabliert, um ihren Wohlstand zu sichern, sprich illegale arbeitende Einwanderer auszugrenzen. Dieses Vorgehen wird von den meisten Bürgern in den allermeisten Industrienationen auch als politisch korrekt bewertet.
Mit anderen Worten, wird der Kuchen in großen Stücken an wenige Auserwählte verteilt, und der Großteil der Bevölkerung darf sich die Krümel teilen.
Diese Betrachtungsweise ist meiner Meinung nach nicht falsch, bildet aber parteiübergreifend in UA einen politischen Konsens.
Es kann nicht Gottes Wille sein, Mitmenschen ihrer Existenz, Würde und Freiheit zu berauben, indem man ihnen die erforderlichen Geldmittel für ein ein würdiges Leben vorenthält.
Das Konstrukt vom "Gottes Willen" ist recht gefährlich. Da Gott nicht persönlich seinen Willen kundtut, wird sein mutmaßliche Wille durch Mittelsmänner verbreitet. Das öffnet Manipulationen übelster Art Tor und Tür, wie ein Blick ins Geschichtsbuch belegt.

Gruß
Siggi

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#11 Beitrag von lev » Dienstag 19. Oktober 2010, 16:04

Optimist hat geschrieben:"Da nach meinen Lebenserfahrungen, sich die ukrainische und deutsche Regierungsignoranz gegenüber Arbeitslosen mehr und mehr angleichen, würde ich fast schon von Vertreibung aus Deutschland sprechen."
Also ich kenne keinen der auf Grund der Arbeitslosigkeit in Deutschland, sein Glück in der Ukraine sucht. Die hier lebenden Ausländer, damit meine ich z.B. Amerikaner, Franzosen und Deutsche sind meist aus familiären und oder geschäftlichen Gründen in UA "gelandet". Was für eine Regierung hier gewählt wird und wie sich die Verhältnisse ändern, weiss keiner. Nur man selbst muss wissen was man tut und der sozialen Sicherheit in D nicht nachtrauern.
Das sehe ich auch so, dass eine Auswanderung wegen Arbeitslosigkeit in die Ukraine absolut keinen Sinn machen würde.
Es wäre auch schlichtweg nicht möglich einfach in die Ukraine zu ziehen. Maximal 90 Tage in einem Zeitraum von 180 Tagen kann man sich in der Ukraine aufhalten. Es sei denn, man hat ein Geschäftsvisum, dann ist man aber auch nicht arbeitslos.
Ohne Sprachkenntnisse und Kontakte geht gar nichts!
Es gibt ja sicher viele Gründe Deutschland verlassen zu wollen und wie die Sendung "Goodbye Deutschland" regelmäßig zeigt, ist Arbeitslosikeit tatsächlich der Hauptgrund für diesen Schritt. Im übrigen, war die Ukraine meines Wissens noch nie Ziel von arbeitslosen Auswanderen.
Wenn aber alles stimmig ist, also die Sprache beherrscht wird, man eine Wohnung oder Haus besitzt, einen Job hat (oder genug Geld) und einen verwandtschaftlichen oder freundschaftlichen Background besitzt, ist die Ukraine aber ein super Land zum Leben. Regierung hin oder her.
[smilie=ukr_prapor]

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#12 Beitrag von Optimist » Dienstag 19. Oktober 2010, 20:37

Thema Staatsbürgerschaft: Meine ukrainische Frau hat 16 Jahre in Deutschland gelebt, warum hätte sie die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen sollen, nur um an der Wahl teilzunehmen? Jetzt genauso für mich, hab alle Rechte und Pflichten wie jeder Ukrainer, nur wählen darf ich nicht, warum soll ich ukrainischer Staatsbürger werden? Die Grenzen immer offener, mit und ohne jeweilige Staatsbürgerschaft... eigentlich sind wir doch Weltenbürger..oder?

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#13 Beitrag von freedom » Mittwoch 20. Oktober 2010, 02:19

Siggi hat geschrieben:
freedom hat geschrieben:meine Beobachtungen bezüglich der Infrastruktur und anderer Feinheiten lasse ich mir nicht absprechen.
Die Zustände sind nicht einheitlich, sondern hängen vom Ort und von der finanziellen Leistungskraft ab. Aber selbst für die schlechtere Versorgung im öffentlichen Gesundheitswesen ist die Bezeichnung "Mittelalterlich" einfach maßlos überzogen. Wenn man die Zustände in UA schon so bezeichnen will, welche Bezeichnungen wäre dann für die Zustände in den unterpriviligierten Länder Schwarzafrikas adäquat?
War es im Mittelalter nicht so, dass nur derjenige ärztlich versorgt wurde, der über Geld verfügte? Wie sieht es denn mit der medizinischen Versorgung in der Ukraine aus? Soweit mir bekannt ist, gibt es keine Krankenversicherung für jedermann/frau. Wie wurden die Grippekranken während der Epidemie im vergangenen Jahr versorgt? Über Tatsachen in Richtung positiver Entwicklung würde ich mich sehr freuen.

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#14 Beitrag von freedom » Mittwoch 20. Oktober 2010, 02:34

Siggi hat geschrieben:
Werden denn die beschränkte Reisefreiheit und die soziale Sicherheit in der Ukraine nicht politisch gelenkt?
Reisefreiheit wird es auf absehbare Zeit für ukrainische Bürger nicht geben, egal wer das Land lenkt. Die Ukrainer teilen das Los von Staatsbürgern vieler anderer Länder mit einer ähnlichen ökonomischen Leistungsfähigkeit. Die Visapflicht wird durch die Industrienationen etabliert, um ihren Wohlstand zu sichern, sprich illegale arbeitende Einwanderer auszugrenzen. Dieses Vorgehen wird von den meisten Bürgern in den allermeisten Industrienationen auch als politisch korrekt bewertet.
Deine Antwort macht einen treffenden Eindruck und spiegelt den Kern der Angelegenheit wider. Einen Aspekt muss ich hinzufügen, nämlich den des Lebensstandards verbunden mit dem Einkommen. Deutschland besitzt eine große wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, doch gibt es eine hohe Dunkelziffer an verdeckter Armut, die nicht durch Arbeitskräfte aus ärmeren Ländern vergrößert werden soll. Mit der Einführung der Arbeitsmarktreform zum 01.01.2005 (HartzIV) wurde eine flächendeckende Armut aufgrund von Niedriglohn eingeführt. Arbeitslose HartzIV-Bezieher dürfen nur 21 Tage in Absprache mit dem zuständigen JobCenter ortsabwesend sein. Das nenne ich ebenso beschränkte Reisefähigkeit, im Behördendeutsch: Residenzpflicht! Danke Rot/Grün/Schwarz/Gelb!!! Ihr seid so gut zu uns Wähler...

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#15 Beitrag von freedom » Mittwoch 20. Oktober 2010, 03:03

freedom hat geschrieben:Mit anderen Worten, wird der Kuchen in großen Stücken an wenige Auserwählte verteilt, und der Großteil der Bevölkerung darf sich die Krümel teilen.
Siggi hat geschrieben:Diese Betrachtungsweise ist meiner Meinung nach nicht falsch, bildet aber parteiübergreifend in UA einen politischen Konsens.
Diese Einigkeit besteht auch manchmal überraschend im Deutschen Bundestag. Als es darum ging, Arbeitslose weiterhin der angeblich effektiven Betreuung durch die JobCenter zu überlassen, war sich die deutlich Mehrzahl der Parlamentsmitglieder einig. Auch hier ist offensichtlich, dass sich der Wohlstand immer stärker konzentriert und von den Regierungsparteien nicht die geringste Gegensteuerung unternommen wird. Die Makulatur des sogenannten Sozialstaats beginnt stark zu bröckeln, flächendeckende Verschönerungen zeigen keine Wirkung und die rauhe Realität kommt zutage. Das Leben in meiner Heimat wird langsam ungemütlich...

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#16 Beitrag von freedom » Mittwoch 20. Oktober 2010, 03:21

lev hat geschrieben:Wenn aber alles stimmig ist, also die Sprache beherrscht wird, man eine Wohnung oder Haus besitzt, einen Job hat (oder genug Geld) und einen verwandtschaftlichen oder freundschaftlichen Background besitzt, ist die Ukraine aber ein super Land zum Leben. Regierung hin oder her.[smilie=ukr_prapor]
Auch Deutschland wäre ein Superland zum Leben. Dieses Superland bleibt unter den derzeitigen Bedingungen für viele Bundesbürger nur ein Wunschtraum. Stimmt: Regierung hin oder her. Keine Regierung wird es schaffen, annähernd für jeden Bürger Bedingungen zu schaffen, damit dieser Optimalzustand erreicht werden kann. Es fehlt nämlich der politische Wille dazu. Weder die ukrainische noch die deutsche Regierung macht mir im entferntesten den Eindruck, an dem besagten Ziel zum Wohle des Volkes zu arbeiten.

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#17 Beitrag von freedom » Mittwoch 20. Oktober 2010, 03:49

Optimist hat geschrieben:Thema Staatsbürgerschaft: Meine ukrainische Frau hat 16 Jahre in Deutschland gelebt, warum hätte sie die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen sollen, nur um an der Wahl teilzunehmen? Jetzt genauso für mich, hab alle Rechte und Pflichten wie jeder Ukrainer, nur wählen darf ich nicht, warum soll ich ukrainischer Staatsbürger werden? Die Grenzen immer offener, mit und ohne jeweilige Staatsbürgerschaft... eigentlich sind wir doch Weltenbürger..oder?
Ganz so indifferenziert betrachte ich den Sachverhalt nicht. Wenn sich mein Lebensmittelpunkt in ein anderes Land verlagern würde, sollte ich versuchen, die dortige Staatsbürgerschaft im Rahmen einer Doppelten zu erhalten. Hierfür gäbe es für mich verschiedene Beweggründe, wie beispielsweise: Loyalität gegenüber der Verfassung und der Gesetze, Verbundenheit zur Bevölkerung und Rechtsansprüche eines Normalbürgers. Weltenbürger oder Erdenbürger? Nach meiner Auffassung, lebt jeder Mensch in seiner Welt, die er/sie mehr oder weniger mit anderen Menschen teilt. Was die Erdenbürgerschaft angeht, schaffen nur wenige, dieser zeitlich befristet zu entfliegen, sie müssen dann aber aufgrund überzeugender Argumente wieder zurückkehren. Wir zwar als Mensch unserem Heimatplaneten gegenüber zur Pflege und Sorgfalt verpflichtet, in puncto Staatsbürgerschaft demjenigen Staat, der uns dort leben lässt. (und in dem wir geboren sind.)

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#18 Beitrag von Optimist » Mittwoch 20. Oktober 2010, 07:52

Doppelte Staatsbürgerschaft - nicht erlaubt!

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#19 Beitrag von freedom » Mittwoch 20. Oktober 2010, 12:57

Optimist hat geschrieben:Doppelte Staatsbürgerschaft - nicht erlaubt!
Noch nicht! ;)

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#20 Beitrag von lev » Mittwoch 20. Oktober 2010, 15:28

freedom hat geschrieben:
Siggi hat geschrieben:
freedom hat geschrieben:meine Beobachtungen bezüglich der Infrastruktur und anderer Feinheiten lasse ich mir nicht absprechen.
Die Zustände sind nicht einheitlich, sondern hängen vom Ort und von der finanziellen Leistungskraft ab. Aber selbst für die schlechtere Versorgung im öffentlichen Gesundheitswesen ist die Bezeichnung "Mittelalterlich" einfach maßlos überzogen. Wenn man die Zustände in UA schon so bezeichnen will, welche Bezeichnungen wäre dann für die Zustände in den unterpriviligierten Länder Schwarzafrikas adäquat?
War es im Mittelalter nicht so, dass nur derjenige ärztlich versorgt wurde, der über Geld verfügte? Wie sieht es denn mit der medizinischen Versorgung in der Ukraine aus? Soweit mir bekannt ist, gibt es keine Krankenversicherung für jedermann/frau. Wie wurden die Grippekranken während der Epidemie im vergangenen Jahr versorgt? Über Tatsachen in Richtung positiver Entwicklung würde ich mich sehr freuen.
Also, es gibt wohl so eine Art Grundversorgung im Krankheitsfall, aber richtig ist, dass sämtliche Medikamente und Verbandsmaterialien selbst finanziert werden müssen. Auch für Hausbesuche muss jedes Mal an Ort und Stelle bezahlt werden. Die Qualität der Behandlung, regelt tatsächlich die finanzielle Lage des Patienten.
Eine positive Entwicklung ist dies leider nicht.

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#21 Beitrag von Siggi » Mittwoch 20. Oktober 2010, 16:23

lev hat geschrieben:Auch für Hausbesuche muss jedes Mal an Ort und Stelle bezahlt werden.
Bei der 90jährigen Großmutter meiner Frau ist die Ambulanz oft vor Ort und noch nie musste irgendetwas (weder Medikamente noch die Dienstleistung) gezahlt werden. Laut Auskunft meiner Frau ist so etwas in UA grundsätzlich kostenfrei. Welche Medikamente im Hospital bezahlt werden müssen, hängt auch von der finanziellen Ausstattung des Krankenhauses ab. Da gibt es selbst innerhalb einer Stadt Unterschiede. Insgesamt sind die notwendigen Beträge aber vergleichsweise gering für eine Basisversorgung.
Die Qualität der Behandlung, regelt tatsächlich die finanzielle Lage des Patienten.
So wie überall...

Gruß
Siggi

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#22 Beitrag von lev » Mittwoch 20. Oktober 2010, 17:48

Siggi hat geschrieben:
lev hat geschrieben:Auch für Hausbesuche muss jedes Mal an Ort und Stelle bezahlt werden.
Bei der 90jährigen Großmutter meiner Frau ist die Ambulanz oft vor Ort und noch nie musste irgendetwas (weder Medikamente noch die Dienstleistung) gezahlt werden. Laut Auskunft meiner Frau ist so etwas in UA grundsätzlich kostenfrei. Welche Medikamente im Hospital bezahlt werden müssen, hängt auch von der finanziellen Ausstattung des Krankenhauses ab. Da gibt es selbst innerhalb einer Stadt Unterschiede. Insgesamt sind die notwendigen Beträge aber vergleichsweise gering für eine Basisversorgung.
Die Qualität der Behandlung, regelt tatsächlich die finanzielle Lage des Patienten.
So wie überall...

Gruß
Siggi
Da muss es regionale Unterschiede geben, meine Schwiegermutter hat Arthrose und ein offenes Bein und muss bei allen Hausbesuchen des Arztes sofort zahlen. Der Betrag schwankt, je nach Aufwand zwischen 50 und 100 Hrywnja. Alle Medikamente die sie verschrieben bekam, musste ich ihr in der Apotheke besorgen und natürlich auch voll bezahlen.

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Siggi
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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#23 Beitrag von Siggi » Mittwoch 20. Oktober 2010, 18:13

lev hat geschrieben:Alle Medikamente die sie verschrieben bekam, musste ich ihr in der Apotheke besorgen und natürlich auch voll bezahlen.
Ja, das kenne ich auch nur so.

Gruß
Siggi

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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#24 Beitrag von Sonnenblume » Mittwoch 20. Oktober 2010, 19:13

Und wenn man ins Krankenhaus kommt, kommt zu den Medikamenten auch noch die Verpflegung dazu, die man selbst besorgen/organisieren muß.

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Optimist
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Re: Neue Regierung, alles im Wandel/Wechsel?

#25 Beitrag von Optimist » Mittwoch 20. Oktober 2010, 21:10

Also ich hab hier in der Ukraine Verpflegung im Krankenhaus bekommen, es war zwar grauenhaft, aber man stirbt nicht den Hungertod. War 11 Tage dort und hatte eine OP... so muss es wohl 1946 auch gewesen sein. War eine kleine Zeitreise für mich. Aber das Wichtigste, der Arzt war zwar ein Trinker aber verstand seinen Job sehr gut, denn mir geht es seit dem blendend.
Zuletzt geändert von Optimist am Mittwoch 20. Oktober 2010, 21:48, insgesamt 1-mal geändert.

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