VermischtesOben ohne gegen den Staat: Die ukrainische Protestbewegung "Femen"

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Handrij
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Oben ohne gegen den Staat: Die ukrainische Protestbewegung "Femen"

#1 Beitrag von Handrij » Montag 30. Mai 2011, 00:53

Inna Shevchenko kommt aus einer Kleinstadt. Ihre Eltern waren stolz darauf, dass sie an der besten Universität von Kiew studierte und Journalistin wurde. Sie aber merkte, dass sie mit Journalismus nicht gegen die Verhältnisse in der Ukraine ankommt. Jetzt geht sie zusammen mit ihren Mitstreiterinnen von "Femen" oben ohne auf die Straße. In skandalumwitterten Auftritten protestieren die Aktivistinnen gegen konservative Rollenbilder, undemokratische Strukturen und antiwestliche Politik in der Ukraine.

Mit spektakulären Aktionen gegen die Staatsmacht


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Robert
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Re: Oben ohne gegen den Staat: Die ukrainische Protestbewegung "Femen"

#2 Beitrag von Robert » Montag 30. Mai 2011, 01:09

also ich finde ..... und nicht erst seit Heute !

Die Acktionen von Femen klasse !
Sie wagen es , sich allgemein bekannter aber offiziell als Tabu verschwiegener , Reizthemen an zu nehmen .
.....
Und sie transportieren das , respektive nutzen den skandalfaktor dafür aus , indem sie eben gleichmal vor dem Parlament , vorm Regierungspräsidium , der Uni usw. den Busen blank ziehen .

Im Übrigem gehört dazu in der ukrainischen ( wie auch in der russischen ) Macho-Gesellschaft ein gerütteltes Maß Schneid dazu - und schneidige Menschen ......ob nun Freunde oder Feinde , Männchen oder Weibchen ...... ringen mir noch immer Respekt ab !

Gruß ! Robert
Wo kämen wir hin ?
Gingen wir hin - um zu sehen wohin wir kämen

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Re: Oben ohne gegen den Staat: Die ukrainische Protestbewegung "Femen"

#3 Beitrag von UAFRIEND » Montag 30. Mai 2011, 10:40

Naja ich finde darüber kann man geteilter meinung sein, zwar auf der einen Seite respekt das Sie es sich wagen mit solchen Aktionen auf sich aufmerksam zu machen.

Auf der anderen Seite wird der Grund , warum sich Frauen verkaufen müssen zu 95 % mit der Armut zusammenhängen, sei es die eigene , oder gar die der ganzen Familie.Es ist (meine meinung), meist der letzte Weg der gehbar ist, um sich/das kind oder die Familie irgendwie durch zu bringen, denn aus Spass prostituiert sich keine Frau.

Und genau das ist es was die Töchterchen der besser verdienenden (Femen) nicht verstehen können/wollen, da Sie wohl selbst nie in eine solche Situation gekommen sind, davon ab das der Tourist vlt. für 2 Minuten peinlich berührt ist, was meint Ihr wie es erst den Frauen geht?

Im endeffekt ist FEMEN leider nichts anderes als Gutmenschentum der höheren Klasse, nur leider denken Gutmenschen nicht über die konsuenzen Ihrer "Wohltaten" nach.

Ein fortschritt, auch im falle AIDS bekämpfung wäre es wenn die Prostitution (welche sowieso allgegenwärtig ist) legalisiert würde, aber FEMEN nimmt die ROlle von Don Quichote ein, und das Hauptmerkmal von Gutmenschen ist nunmal meistens , das Sie keine wikrlichen eigenen Sorgen haben, mit dennen Sie sich befassen können.

Just my 2 Cents.

Mit Gruss
UAF

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Re: Oben ohne gegen den Staat: Die ukrainische Protestbewegung "Femen"

#4 Beitrag von mbert » Montag 30. Mai 2011, 11:35

UAFRIEND hat geschrieben:Im endeffekt ist FEMEN leider nichts anderes als Gutmenschentum der höheren Klasse, nur leider denken Gutmenschen nicht über die konsuenzen Ihrer "Wohltaten" nach.


Das mag so stimmen (obwohl: woher wissen wir denn eigentlich, aus welchen Verhältnissen die alle kommen? ich würde annehmen, dass ein guter Teil vom Dorf kommt). Aber sieh es mal so herum: was wäre uns denn lieber? Dass diese Mädels sich den Vorzügen des Mittelklasselebens hingeben, sich völlig unpolitisch mit Pelzmänteln, Handys etc. beschäftigen?

Ich sehe zwar auch eine Menge Narzissmus dabei, ab irgendeinem Punkt mag sich die Nummer verselbstständigen (verselbstständigt haben), aber ich finde doch, dass das positive überwiegt.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Oben ohne gegen den Staat: Die ukrainische Protestbewegung "Femen"

#5 Beitrag von UAFRIEND » Montag 30. Mai 2011, 12:35

Sicher ist dieses "Engagement" besser,als wenn Sie wie du schriebst sich den Mittel oder Oberklasse Leben hingeben, aber es gibt weitaus größere probleme im Land, als da selbstverständlich die massive korruption zu nennen ist, wie aber auch z.b. die massive Landflucht junger Menschen gegen die man Demonstrieren könnte.

Und auch diese beiden probleme (korruption/Landflucht) haben genau so wie Prostitution etwas mit Armut zu tun, verdiene ich als Lehrer/Direktor/Polizist/Richter etc ausreichend, muss ich keine bestechungsgelder nehmen(theoretisch), und wenn ich in "meinem" Land eine langfristige perspektive sehe, muss ich´nicht in ein anderes Land auswandern, oder gar nur für diesen Zweck einen EU ler heiraten.

Im prinzip müsste FEMEN gegen die Oligarchen, die Multis und alle Reichen, sowie gegen die Regierung protestieren.Eine entsprechende ReichenSteuer z.b. für "Besserverdienende" würde z.b. Spielraum zur Schaffung gewisser Sozialnetze schaffen.Ich bin normalerweise sehr sehr konservativ, aber wenn mann in Kiev teilweise Schloss an Schloss gereiht sieht, kriegt man irg. das Kalte kotzen finde ich.

Abschliessend noch auf deine frage, wieso ich die FEMEN Aktivistinnen eher im "Gutbürgerlichen" Lager sehe, ist die simple theorie : Ein Mensch ohne eigene existenzielle Sorgen, sucht sich die vermeintlichen Probleme anderer aus.Guck dir doch mal den User FREEDOM an, der ein beispiel par excellance für Sorgenfreiheit sowie Gutmenschentum ist *g* ;)

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Re: Oben ohne gegen den Staat: Die ukrainische Protestbewegung "Femen"

#6 Beitrag von mbert » Montag 30. Mai 2011, 12:44

UAFRIEND hat geschrieben:Abschliessend noch auf deine frage, wieso ich die FEMEN Aktivistinnen eher im "Gutbürgerlichen" Lager sehe, ist die simple theorie : Ein Mensch ohne eigene existenzielle Sorgen, sucht sich die vermeintlichen Probleme anderer aus.Guck dir doch mal den User FREEDOM an, der ein beispiel par excellance für Sorgenfreiheit sowie Gutmenschentum ist *g* ;)


Hmm, das deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen. Als mein Schwager studierte, war ein ziemlich großter Teil der Studenten vom Lande. Das hat sie nicht davon abgehalten, sich politisch zu engagieren. Dass man materiell eher kleinere Brötchen backen muss, ist in dem Zusammenhang normal, mitunter haben die Leute vom Dorf sogar Vorteile, weil sie lebensmittelmäßig versorgt sind und nicht so dumm dastehen, wenn Mama und Papa nicht mehr genug verdienen (die Studiengebühren und üblichen Bestechungen wollen ja schließlich auch noch bezahlt sein). Unterm Strich habe ich das Gefühl, dass man sich gegenseitig hilft und dass es in der Natur der Dinge liegt, dass Studenten sich mit Politik etc. beschäftigen. Insofern sehe ich da keinen so harten Beleg, was FEMEN betrifft.
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Re: Oben ohne gegen den Staat: Die ukrainische Protestbewegung "Femen"

#7 Beitrag von UAFRIEND » Montag 30. Mai 2011, 12:56

Naja was den Vorteil Land-Stadt angeht, so hast du natürlich absolut recht.Viele haben einen kleinen Acker, und ziehen z.b. bis zum Winter Küken zu Hehnen hoch, welche für den Winter geschlachtet werden etc.

Studenten sind für mich ein Phänomen, gerade die heutigen hier in Deutschland.Ich denke jeder der ein bisschen über den Tellerrand schaut, sieht wie die Medien und das System die Jugend hin zum "OneWorld Gutmenschen" manipuliert."Klima,Atomenergie,Ausländerpolitik etc." von der ewigen Nazikeule für Menschen wie Sarazzin mal ganz abgesehen.

Studenten haben sich immer mit Politik befasst, aber die Sozialträumerei haben wir den 68ern zu verdanken , welche das "Gutmenschendenken" etabliert haben.Dies geht heute sogar soweit, das wir keine konservative Partei mehr haben(und bitte sag jetzt nicht Mama Merkel), sondern nur noch einen einzigen "Gutmenschenbrei".Aber wir weichen etwas zu sehr vom thema ab ;).

Woher die FEMEN Mitglieder wirklich stammen , wissen wir nicht.Es werden wahr. sowohl Städterinnen der Mittelklasse dabei sein, als auch Mädchen vom "Dorf".

Aber nochmals , wenn FEMEN unbedingt in diese Richtung protestieren will, sollten Sie entweder für eine legalisation der Prostitution kämpfen(den damit wäre "den" Frauen geholen), oder für härtere Gesetze siehe z.b. Schweden (was Janu nat. nie machen würde)

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Re: Oben ohne gegen den Staat: Die ukrainische Protestbewegung "Femen"

#8 Beitrag von Robert » Montag 30. Mai 2011, 15:52

@UAFreund
Woher weist Du eigendlich ,
- daß insbesondere Fragen der Korruption im Allgemeinem und beispielsweise sexuelle Mißbrauchshandlungen an Universtitäten im Besonderem ...
- daß die quasi nicht vorhandenen Schancen , für ausgezeichnet ausgebildete Junge Leute im eigenem Land - insbesondere wenn man eine Frau ist ( und sich nicht für einen Job prostituieren will )
- daß die allgemeine Armut und die aus ihr erwachsende sexuelle Prostitution
- daß die Krankenversicherungs-Aufnahme von Huren ( die bisher verweigert wird )
- daß die Legalisierung der Prostitution - undzwar ohne weitere Ausbeutung durch Zuhälter ...

Daß diese angetippten ..und noch eine ganze Reihe mehr ( ! ) Fragen nicht genau die Anliegen sind , welche Femen vertritt ?

.............................................................................................................................................

Ich fürchte UAFreund ... Du bist da zuwenig informiert .

Das sind keine gelangweilten Tussy,s , die mal eben auf Protest machen ! Das sind auch in der allergrößten Mehrheit nicht Mädels aus sogenannten besseren Häusern .
Und wenn sie zuspitzen , beispielsweise in der Acktion " die ganze Ukraine ist ein Bordell " , oder in der Acktion " den Dr. erfickt " ...... dann reißen sie einfach vielen Menschen in der Ukraine den "Heile Welt - Schleier " von den Augen .
Und haben schon viele Hochschulen / Uni,s gezwungen , sich einen Kodex gegen die sexuelle Ausnutzung der (in gewisser Weise ja abhängigen ) Studenten zu geben , für die Absetzung so manches schwanzgesteuerten Drecksschwein,s gesorgt .
Die Schewtschenko - Universität hat eine Professorin eingestellt die für die Rechte der sexuellen Selbstbestimmung vor allem von Studentinnen zuständig ist und Hilfe koordiniert ( so ähnlich wie der Bundeswehrbeauftragte ...der von Soldaten herangetragene Skandale , Eingaben usw, öffentlich macht )
......
Das sind natürlich nur kleine Erfolge , aber es gibt welche .

Die sind alles andere , als das was Du mit dem wischiwaschi - Gutmenschentum - wie er hier in Deutschland immer wieder an zu treffen ist , anprangerst .
( In dieser Frage - auf Deutschland bezogen - bin ich übriegens völlig bei Dir ! )

Ich bleibe dabei ....... meinen ungeteilten Respekt haben Sie !
( Und nicht nur , weil Galina - als gestandene Frau und Dozentin - , ebenso wie ihre Tochter Lena ...und die hat zwei studiengänge mit Auszeichnung absolviert ! sich stark bei Femen engagierten )

Gruß ! Robert
Wo kämen wir hin ?
Gingen wir hin - um zu sehen wohin wir kämen

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Re: Oben ohne gegen den Staat: Die ukrainische Protestbewegung "Femen"

#9 Beitrag von UAFRIEND » Montag 30. Mai 2011, 16:30

Hallo Robert,

dann muss ich wohl eingestehen,das FEMEN ein weitaus größeres Repartuar an problemen angeht, als ich es Ihnen zu gestanden hätte.Am meisten bleiben halt die Aktionen gegen den Sextourismus in erinerrung, wo ich Femen im übrigen zu stimme.

Sollten Sie wirklich auf all diesen bereichen "aktiv" sein nötigt mir das wirklich ein höchstmaas an Respekt ab, wobei ich auch nach wievor der meinung bin, das FEMEN wie einst Don Quichote gegen Windmühlen ankämpft.Aber irgendwie und irgendwann muss mit diesem Kampf für eine Sozialere UA anfangen, und Sie haben es trotz geringer Erfolgsaussichten gewagt, auch hierfür nochmals Respekt.Und vlt folgen auf diese "kleinen Erfolge" ja auch irgendwann ein oder mehrere größere, den Menschen in der UA wäre es zu wünschen.
Mit Gruss
UAF

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