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eurojoseph
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Pegida nochmal ..........

#1 Beitrag von eurojoseph » Donnerstag 1. Januar 2015, 17:06

hab jetzt dasThesenpapier der PEGIDA gelesen - ich find das gut, bitte Links wo die fuer Putin sind
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Re: Pegida nochmal ..........

#2 Beitrag von mbert » Donnerstag 1. Januar 2015, 17:35

Nur eines: [smilie=dash2.gif]

Ansonsten empfehle ich Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ..., mit deren Zielen ich mich voll und ganz identifiziere: Nieder mit der Eislamisierung des Abendlandes DANCE
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Pegida nochmal ..........

#3 Beitrag von toto66 » Donnerstag 1. Januar 2015, 18:01

Diffuse Ängste werden die Deutschen diesen Montag auf die Straßen treiben – gegen Zuwanderung, gegen Europa, gegen Merkel, aber für Wladimir Putin, den viele als Friedensengel verklären. Zwischen den Deutschen und ihren Institutionen schwelt eine Kommunikationskrise, die die Demokratie gefährdet.
Bisweilen wundert man sich als Redakteur, welch große Bögen der geübte Leser-Kommentator nach der Lektüre von Beiträgen über Russland zu spannen vermag. Ganz gleich, ob es um die desolate Wirtschaftslage in der Ukraine geht oder um Ansätze zur Lösung des Kriegs im Osten dieses Landes – nicht wenige Rezipienten schießen sofort scharf gegen den Euro, gegen die Merkel-Regierung, gegen das vermeintlich allmächtige Amerika, das die Welt und sämtliche „Mainstream“-Medien steuert. Es versteht sich von selbst, dass der Kommentar gekauft ist und sich eine argumentative Auseinandersetzung erübrigt. Ende der Diskussion.
....
Wer Kommentare unter Russland-Beiträgen liest, versteht rasch: Die Pro-Putin- und Anti-Amerika-Fraktion findet sich und ihre Losungen auch auf den Montagsdemos wieder. „Pegida“ in Dresden eint eine Angst vor Zuwanderung, obwohl es in Sachsen kaum Ausländer gibt. Kritik an „Mainstream“-Medien und Merkels Politik der Mitte ist in Dresden ebenso Thema wie bei den Montagsdemos der Verschwörungstheoretiker in Berlin. Die haben in Wladimir Putin schon seit geraumer Zeit ihren Friedensengel gefunden und verbreiten stoisch das Moskauer Märchen, in Kiew würden Faschisten regieren. Vermutlich spricht kaum einer Russisch, sicher hat kaum jemand das Land je selbst bereist. Ihr krudes Weltbild ist dennoch nicht zu erschüttern.
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Ich hab das Plakat: Putin, hilf uns! noch deutlich vor Augen....

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Re: Pegida nochmal ..........

#4 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 1. Januar 2015, 19:08

toto66 hat geschrieben: Ich hab das Plakat: Putin, hilf uns! noch deutlich vor Augen....
Ich auch und seit den letzten Tagen kann ich mir auch vorstellen, wer das bestellt hat. Ich war gerade 3 Tage im Zentrum von Dresden. Man hört sehr viel Russisch, sowohl auf der Straße, als auch in den Museen. Die Besucher, die Verkäufer an Imbissständen, die "Aufseher" in Museen, Stadtführer - Russisch wohin du hörst. Die in den Souvenierständen angebotenen Bücher in russischer Sprache überwiegen bei Weitem und die bei den Russen beliebten Magnetiki sind überall zu finden. Im Hotel findest du ein hervorragendes kostenloses Prospekt zu den Touristenangeboten in Dresden - leider nicht auf Deutsch - dafür aber auf Russisch.
Ist doch komisch, dass man ausgerechnet in so einer Stadt angeblich fremdenfeindlich ist, wenn man von und mit den "Fremden" so gut lebt. Für mich ist Pegida inszeniert und ein Haufen "nützlicher Idioten" haben sich gefunden mitzuhelfen, Deutschlands demokratisches System zu zersetzen.

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Re: Pegida nochmal ..........

#5 Beitrag von Anuleb » Donnerstag 1. Januar 2015, 19:09

toto66 hat geschrieben:Diffuse Ängste werden die Deutschen diesen Montag auf die Straßen treiben – gegen Zuwanderung, gegen Europa, gegen Merkel, aber für Wladimir Putin, den viele als Friedensengel verklären. Zwischen den Deutschen und ihren Institutionen schwelt eine Kommunikationskrise, die die Demokratie gefährdet.
Bisweilen wundert man sich als Redakteur, welch große Bögen der geübte Leser-Kommentator nach der Lektüre von Beiträgen über Russland zu spannen vermag. Ganz gleich, ob es um die desolate Wirtschaftslage in der Ukraine geht oder um Ansätze zur Lösung des Kriegs im Osten dieses Landes – nicht wenige Rezipienten schießen sofort scharf gegen den Euro, gegen die Merkel-Regierung, gegen das vermeintlich allmächtige Amerika, das die Welt und sämtliche „Mainstream“-Medien steuert. Es versteht sich von selbst, dass der Kommentar gekauft ist und sich eine argumentative Auseinandersetzung erübrigt. Ende der Diskussion.
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Wer Kommentare unter Russland-Beiträgen liest, versteht rasch: Die Pro-Putin- und Anti-Amerika-Fraktion findet sich und ihre Losungen auch auf den Montagsdemos wieder. „Pegida“ in Dresden eint eine Angst vor Zuwanderung, obwohl es in Sachsen kaum Ausländer gibt. Kritik an „Mainstream“-Medien und Merkels Politik der Mitte ist in Dresden ebenso Thema wie bei den Montagsdemos der Verschwörungstheoretiker in Berlin. Die haben in Wladimir Putin schon seit geraumer Zeit ihren Friedensengel gefunden und verbreiten stoisch das Moskauer Märchen, in Kiew würden Faschisten regieren. Vermutlich spricht kaum einer Russisch, sicher hat kaum jemand das Land je selbst bereist. Ihr krudes Weltbild ist dennoch nicht zu erschüttern.
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Ich hab das Plakat: Putin, hilf uns! noch deutlich vor Augen....
Insbesondere dieser Teil des Artikels hat bei mir für Heiterkeitsausbrüche gesorgt:
Vielleicht ist es Zeit für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mal eine große Rede an die Nation zu halten – eine ehrliche, eine visionäre, eine, die dem Volk die Furcht nimmt. Im nun schon zehnten Jahr als Kanzlerin spürt sie den Puls im Volk nicht mehr, sie fühlt dessen Ängste nicht mehr.
Dem oder den Autoren ist dabei wohl völlig entgangen, dass es gerade die CDU, insbesondere die Schwesterpartei CSU, ist, welche nur zu gerne die in Deutschland lebenden Ausländer dazu missbraucht, um mit Sprüchen wie "wer betrügt der fliegt" oder Unterschriftenaktionen gegen Ausländer, wie anno dunnemals in Hessen, auf Wählerstimmenfang zu gehen. Nicht nur ich würde erwarten, dass sich auch diese unchristlichen Christdemokraten in Sachen Ausländer, Migration und Flüchtlingen mal klar positiv äussern, und eben nicht unter anderem diese Thematiken nutzen, um Wahlsiege einzufahren. Das gleiche gilt auch im Umgang mit der EU, wo es diese unselige Merkel doch tatsächlich geschafft hat, aus Deutschland sowas wie eine Hegemonialmacht innerhalb Westeuropas zu formen, welche anderen EU-Völkern und Politikern vorschreiben darf, wie sie Krisen zu bewältigen und die Volkswirtschaften besser auszurichten haben. Bis zu ihrem Amtsantritt haben sich alle deutschen Kanzler damit begnügt, die wirtschaftlichen Erfolge für Deutschland einzustreichen, um sich ansonsten voll und ganz in den Dienst der EU-Gemeinschaft zu stellen. Hält man sich dann noch vor Augen, dass die Merkel so still und leise die CDU neu ausgerichtet und ein wenig Richtung "Links" gerückt hat, damit anderen Parteien ihre Alleinstellungsmerkmale genommen und Koalitionspartnern, gewollt oder ungewollt, zu verheerenden Wahlniederlagen verholfen hat, sodass man jetzt vor dem Problem steht, dass sich die gesamte deutsche Parteienlandschaft in einem eigentlich ziemlich desolaten Zustand präsentiert, da will mir eigentlich nichts mehr einfallen. Hält man sich dann noch vor Augen, dass sie in den mittlerweile 10 Jahren ihrer Amtsführung nichts, aber auch gar nichts gescheites zustande gebracht hat, ausser sich mit allen Mitteln und Möglichkeiten an der Macht zu halten und richtig viel Porzellan zu zerschlagen. Von dieser Frau dann auch noch zu erwarten, dass sie sich vor die Nation stellt und eine grosse, ehrliche, visionäre Rede zu halten, welche dem Volk die Furcht nimmt und stattdessen womöglich Zuversicht gibt, halte ich unter diesen Gesichtspunkten schon für geradezu grotesk.

Im übrigen: Grundsätzlich kann ich mich mit einigen Ausführungen dieses Pegida-Thesenpapiers identifizieren. Nur hätte ich erwartet, dass die Initiatoren der Pegida-Demos dieses Papier sofort von Anfang an der Öffentlichkeit vorgestellen. Nur so kann und wird man diesem Thesenpapier eine unglaubwürdige Alibi-Funktion unterstellen dürfen, und wird daher von mit rundum absolut abgelehnt.

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Re: Pegida nochmal ..........

#6 Beitrag von mbert » Donnerstag 1. Januar 2015, 19:31

Dieses "Thesenpapier" ist ein Feigenblatt und mit Sicherheit nicht repräsentativ für die Bewegung. Und ich habe schon viel zu oft einen solchen Schrott gehört wie "ich habe nichts gegen Ausländer, wenn sie nicht Kopftücher tragen / klauen / unsere Kinder heiraten / ... " (die Liste lässt sich fortsetzen). Das schlimme ist, dass das hier mal wieder eine Steilvorlage für einige Parteien ist, sich am rechten Ende zu profilieren. Würg.
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Re: Pegida nochmal ..........

#7 Beitrag von eurojoseph » Donnerstag 1. Januar 2015, 19:50

Leute entschuldigung - ja stimmt nachdem ich PUTIN HILF gelesen hab denk ich auch das dies nur ein Feigenblatt ist
allerdings hab ich auch vom Neukoellner Buergermeister Heinz Buschkowski einen Beitrag gelesen Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... ... et-sich-ab
und der trifft es leider schon.....weiters bin ich bekennender Broder-Fan - nicht immer - und die Achse des Guten find ich eigentlich sehr gut........

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Re: Pegida nochmal ..........

#8 Beitrag von toto66 » Donnerstag 1. Januar 2015, 20:19

Anuleb, ich hab ja selten Gelegenheit dir zu widersprechen, aber diese Merkel-Kritik geht weit an den Tatsachen vorbei, jedenfalls aus meiner Sicht.
Ein Punkt, nämlich der der "Hegemonialmacht". Diese Formulierung übersieht vollkommen das es nicht allein eine deutsche Position ist die sich da durchsetzt oder durchgesetzt hat ( es muss ja nicht für die Ewigkeit sein ). Die Briten sehen die Dinge sowieso ähnlich, aber auch eine Gruppe kleinerer EU-Länder, Holland, die Litauer und Slowaken zB gehören dazu. Es ist nun mal der Funktionweisen innerhalb der EU geschuldet das sich nur ein Grosser ( Deutschland) mit den grossen Sorgenkindern wie Italien und vor allem Frankreich auseinander-und durchsetzen kann.
Wir können Krisen sicher auf "griechische Art" oder von mir aus "italienische" bewältigen, aber dann mach dich schon mal frisch. Die daraus entstehenden Kosten würden die der bisherigen Euro-Krise sicher weit in den Schatten stellen. Es ist auch der Wert deines Geldes den die "Volkswirtschaften" dort verfrühstücken....
Die einfache Weisheit mit der schwäbischen Hausfrau, man kann nicht dauerhaft mehr ausgeben als man einnimmt sollte sich endlich durchsetzen. Und mal ehrlich, ich bin fast die sicher mindestens 4 Monate des Jahres in Frankreich und hab bislang dort von Reformen nichts gemerkt. Die Arbeitsplätze in Griechenland oder Frankreich werden nicht entstehen, jedenfalls nicht nachhaltig, wenn der Staat noch mehr Geld ausgibt. Zahlen lügen nicht, auch nicht jene über Produktivität und Arbeitslosigkeit etc. Der EURO und die globale Wirtschaft verzeihen keine Schwäche...
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Ob die deutsche Parteienlandschaft in einem desolaten Zustand ist weiss ich auch nicht. Die FDP ist eigener Unfähigkeit und nebenbei zügellosem Populismus von SPD und Grünen zum Opfer gefallen. Die CDU vereint den grössten Teil der Bürger in der Mitte und rechts davon. Die SPD schwächelt und sucht ihren Platz zwischen der etwas nach links gerückten CDU un den Linken. Wohl der einzige Problemfall in der deutschen Parteienlandschaft, incl. des Thüringer Sündenfalls.
Und zum Porzellan zerschlagen, ich bin viel im Ausland unterwegs. Komischerweise treffe ich selbst in Frankreich viele Menschen die, wenn sie wissen ich komme aus Deutschland sagen: Merkel... und dann geht der Daumen hoch. Ich glaube das das daran liegt das sie Merkel die Verantwortung dafür geben das Deutschland wirtschaftlich stabil dasteht und sie dagegen ihre eigenen Politiker in dieser wesentlichen Frage scheitern sehen.
Kurz, ich mag ihre analytische und pragmatische Art ( übrigens auch ihren gelegentlichen Humor ). Aber irgendeine Vision, irgendein grosses Projekt, egal ob innen-oder aussenpolitisch hätte sie während ihrer langen Amtszeit schon entwickeln dürfen.
Und eines muss man sagen: welcher andere deutsche Kanzler nach dem Ende des Wirtschaftswunder hat so lange regiert und es gab keine schweren Wirtschaftskrisen die auch steigende Arbeitslosigkeit mit sich brachten ? Deutschland ist unter Merkel durch eine Finanz-und Wirtschaftskrise gelaufen ohne das es für die Menschen besonders spürbar war.
Wegen dieser Stabilität wird sie immer wiedergewählt, ob es nun ihr Verdienst ist oder nicht.

Zur PEGIDA: ich kann mich nicht mal abschliessend zu dem Bachmann äussern. Ja.der hat eine kriminelle Vergangenheit. Aber auch den sächsischen Fluthilfeorden. Ich kenne seine Anschauungen und Motive nicht. Aber das was dort einige Dumpfbacken vor die Kamera halten oder in Mikrofone sprechen reicht mir an latenter Ausländerfeindlichkeit und muffigem Spiessbürgertum.

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Re: Pegida nochmal ..........

#9 Beitrag von Malcolmix » Freitag 2. Januar 2015, 18:20

Erst einmal ein frohes neues Jahr an alle!

Dann mal rein in das Positionspapier der Pegida-Deppen. Für mich sinds Deppen, da ich immer wieder den Eindruck habe, sie formulieren (wenn überhaupt) was Schriftliches, sagen aber in Wirklichkeit etwas anderes.

Punkt 2: Pflichten eines Asylbewerbers gehören nicht ins Grundgesetz. Allein die Forderung zeigt, wie wenig Ahnung die haben. Ich habe als Bürger dieses Landes sehr wohl auch das Recht, mich nur in meinen eigenen vier Wänden aufzuhalten. Wie soll denn die Ausführung eines solchen Artikels aussehen? 3x die Woche den deutschen Nachbarn begrüßen? Kompletter Unsinn.

Punkt 4 begrüße ich. Und ich weiß nicht, ob die wissen, was das für Deutschland bedeutet. Im Moment macht Deutschland es sich ja mit seinen Grenzen sehr bequem und überläßt den anderen EU-Staaten mit Außengrenzen das Problem. Finde ich schön, daß die Pegida das fordert. Was mir auch zeigt, sie haben das Problem überhaupt nicht zu Ende gedacht.

Punkt 5 ist auch richtig. Aber es widerspricht letztendlich auch Punkt 3. Wenn sie einerseits eine intensivere Betreuung der Flüchtlinge fordern, andererseits aber für eine Dezentralisierung sind, müßte nach ihrer Forderung psychologisch geschultes Personal und Personal für die Verwaltungsangelegenheiten eingestellt werden. Da möchte ich wissen, wie die sich das so organisatorisch vorstellen...

Was die Kürzung der Verfahrensdauer angeht, kann ich aktuell nichts dazu beitragen. Als Randgeschichte dazu fällt mir der ehemalige hessische Ministerpräsident Koch ein. Der mit der tollen Unterschriftenliste. Er hatte angekündigt, etwas gegen die Kriminalität zu unternehmen. Am Frankfurter Amtsgericht machte er aus 4 Abteilungen eine und kürzte viele Stellen. Der Effekt: Es wurden weniger Strafverfahren eröffnet...

Generell muß man die Pegida mal fragen, wie sie sich so die Finanzierung ihrer Forderungen vorstellen.

Punkt 9 ist lustig. Generelle Abschiebung von Straftätern. Das klingt toll und jeder wird zustimmen. Wenn Asylant A. eine Frau kennenlernt und sie besuchen will, diese aber nicht in dem Bezirk wohnt, für welchen er eine Aufenthaltsgenehmigung hat, wird er beim Verstoß gleich abgeschoben. Es ist ja eine Straftat (die ein Deutscher so nebenbei bemerkt nicht begehen kann, daher sollte man bei Untersuchungen lieber von vergleichbaren Straftaten sprechen). Und darüber hinaus: Fahrt mal zusammen mit einem Schwarzen mit den Zug durch Deutschland. Und zählt durch, wer öfter kontrolliert wird. Ihr oder der Schwarze. Ich habs 1998 in den Nahverkehrszügen von München nach Münster ausprobiert. Ich wurde nicht kontrolliert, der Schwarze 5x. Hätten wir beide "unsere Freundin illegal besucht", dann ratet mal, wer schneller bei der Straftat erwischt worden wäre...

Punkt 10-12 ist schön. Wie man das dann durchsetzen soll, sagen sie natürlich nicht. Und was sie damit meinen, letztendlich auch nicht. Punkt 13 ist falsch. Wir haben in Deutschland die Religionsfreiheit grundgesetzlich verankert. Da will ich keine besondere Förderung irgendeiner Religion sehen.

Punkt 14 halte ich ebenso für Unsinn. Ich kann mir aber vorstellen, daß ich da relativ alleine stehe. Am 29. April 1990 gabs im Schweizer Kanton Appenzell Innerrhoden eine Volksabstimmung, bei der die Entscheidung gefällt wurde, Frauen haben weiterhin kein Stimmrecht bei Wahlen. Da brauchte es das Bundesgericht der Schweiz, um diesen Unsinn aufzuheben.

Punkt 16: Wunderbar. Nur der Staat hat hoheitliche Rechte. Keine rechten Schlägertrupps und auch keine als Zerrbild verkündetes Sharia-Gericht. Haben die mal durchgezählt, wie viele Anhänger die überhaupt haben? Da wird doch ne Maus aufgeblasen...

Punkt 18 ist schön. Ich hoffe, die Demonstranten für die Pegida sehen schnell genug den Anlaß zur eigenen Selbstauflösung. Die Straftaten von rechts übertreffen jedenfalls alle anderen politisch motivierten Straftaten. Punkt 19 könnte man zustimmen, wenn es dafür sorgt, daß Gauland nichts mehr sagen darf...

Und jetzt noch eine Erwiderung an toto66. Auch da darf ich endlich mal die Gelegenheit, Dir zu widersprechen, was auch selten genug vorkommt:
toto66 hat geschrieben:Ob die deutsche Parteienlandschaft in einem desolaten Zustand ist weiss ich auch nicht. Die FDP ist eigener Unfähigkeit und nebenbei zügellosem Populismus von SPD und Grünen zum Opfer gefallen.
Die FDP ist einzig und allein Opfer ihrer eigenen Politik geworden. Es gab mal eine Zeit, da stand Liberalismus nicht nur für Wirtschaftsliberalismus. In der vergangenen Legislaturperiode hat man überhaupt nichts mehr davon gemerkt. Die FDP war besoffen von den 15%, die sie bei der Wahl zuvor erhalten haben. Was sie dabei übersehen haben: 10% der FDP-Wähler waren damals Hartz 4-Empfänger. Eine der ersten komplett sinnlosen Maßnahmen war die Senkung der Mehrwertssteuer für Hotels. Was dazu geführt hat, daß Unternehmen deutlich mehr zahlen mußten. Die Hotelpreise blieben gleich, aber die Unternehmen konnten weniger Steuern zurückholen. Eigentlich war so gut wie keiner mit dieser Maßnahme einverstanden. Da fragt man sich schon: Welcher Idiot schlägt denn so etwas vor? Liberale Politik ist eigentlich immer mehr zu einer Klientelpolitik verkommen. Für die anderen liberalen Themen war fast nur noch Leutheuser-Schnarrenberger zuständig. Es gäbe und eigentlich gibt es auch bis heute Platz für eine liberale Partei. Nur sollte die FDP sich mal überlegen, ob sie da nicht in den letzten 30 Jahren einiges versäumt hat. Leute wie Gerhard Baum oder Hildegard Hamm-Brücher konnte man bedenkenlos wählen. Was da in den letzten Jahren rumgeturnt ist - naja...
toto66 hat geschrieben:Die SPD schwächelt und sucht ihren Platz zwischen der etwas nach links gerückten CDU un den Linken. Wohl der einzige Problemfall in der deutschen Parteienlandschaft, incl. des Thüringer Sündenfalls.
Ich sehe das nicht als Sündenfall an. Es gab schon öfters Koalitionen zwischen der SPD und der Linken. Und bei dem Stimmenverhältnis wäre es absurd gewesen, einen SPD-Ministerpräsidenten zu wählen. Nur mal so nebenbei bemerkt: Ich halte die Linke für unwählbar, weil sie in der Ukraine sich klar auf die Seite der Unterdrücker stellt. Steigbügelhalter für Oligarchen. Und das ist für mich ein extrem großer Sündenfall (incl. der Position der Linken zu den Annektionen). Da ich bei der SPD das Gefühl habe, da träumen zu viele von der Brandtschen Entspannungspolitik, die nur die Sowjetunion (also heute Russland) als Ansprechpartner kennt, bin ich mittlerweile auch sehr vorsichtig, was mein Kreuz bei dieser Partei betrifft.

Generell begrüße ich es allerdings, daß die SPD sich wieder stärker um die Themen der ärmeren arbeitenden Bevölkerung kümmert. Ich halte es bis heute für einen Witz, daß es immer mehr Menschen geben wird, die jahrzehnte in die Rente einzahlen und dann nur eine Rente bekommen, die die Höhe des Sozialhilfesatzes beträgt. Darum halte ich die Grundrente wie in der Schweiz eh für die bessere Wahl. Wer mehr will, soll sich einfach privat drum kümmern. Und es wär nicht schlecht, wenn man endlich was gegen Subunternehmen macht. Gleiches Geld für gleiche Arbeit. Es greift immer mehr um sich, daß Firmen keine Leute einstellen, sondern Subunternehmen beauftragen. Diese Angestellten machen die gleiche Arbeit, müssen flexibler sein und bekommen 1/3 bis die Hälfte weniger Gehalt. Die Differenz kassieren Einzelne... Die Zeche zahlt am Ende ja doch der Steuerzahler, der dann die Sozialhilfe, Wohngeld, etc. zahlen muß. Gibt hunderte solcher Beispiele. Und ich glaube, solche Beispiele sind der eigentliche Grund, weshalb die Leute gerade auf die Straße gehen...

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Re: Pegida nochmal ..........

#10 Beitrag von paracelsus » Freitag 2. Januar 2015, 19:15

Malcolm, endlich mal einen Beitrag von Dir den ich fast unterschreiben könnte.....

...... mit einer klitzekleinen Einschränkung:
Malcolmix hat geschrieben:........weil sie in der Ukraine sich klar auf die Seite der Unterdrücker stellt.
Vielleicht musst Du ja in Bälde selbst schmerzhaft bemerken, dass das mit den Unterdrückern so klar nicht ist.....
Dosis sola facit venenum (Allein die Dosis macht das Gift).
Die es gut meinen, das sind die schlimmsten.
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Re: Pegida nochmal ..........

#11 Beitrag von eurojoseph » Freitag 2. Januar 2015, 20:28

paracelsus hat geschrieben:Malcolm, endlich mal einen Beitrag von Dir den ich fast unterschreiben könnte.....

...... mit einer klitzekleinen Einschränkung:
Malcolmix hat geschrieben:........weil sie in der Ukraine sich klar auf die Seite der Unterdrücker stellt.
Vielleicht musst Du ja in Bälde selbst schmerzhaft bemerken, dass das mit den Unterdrückern so klar nicht ist.....
also auch in Baelde wird die Unterdrueckung in der RF nicht weniger, und man mag zu den ukrainischen Oligarchen stehen wie man will - aber solange es Aggressoren von aussen gibt - und nur Volltrottel koennen dies leugnen - muss man im Inneren zusammenstehen....

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Re: Pegida nochmal ..........

#12 Beitrag von toto66 » Freitag 2. Januar 2015, 21:36

...Da fragt man sich schon: Welcher Idiot schlägt denn so etwas vor?...
Vielleicht zur Erinnerung: das hat eine ziemlich lange Geschichte und der Vorschlag wurde schon weit vor der FDP von verschiedenen Parteivertretern auf das Tablett gebracht. Auch von SPD-Landesfürsten. Hat wohl seinen Ursprung in ähnlichen Reglungen in Nachbarländern. Das meinte ich übrigens mit zügellosem Populismus... die SPD ist schon sehr geübt darin heute das zu verleugnen was man gestern gut und richtig fand. Wahrscheinlich merken das mehr Menschen als sie denken und auch deshalb reichte es auch nur noch zum Juniorpartner der Linken.

Ansonsten, ja, auch für mich gibts in Deutschland viele Sachen die ich nicht verstehe. Z.B. wieso ein Kindergartenplatz Geld kostet und studieren gratis ist. uvm..

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Re: Pegida nochmal ..........

#13 Beitrag von Malcolmix » Freitag 2. Januar 2015, 23:09

paracelsus hat geschrieben:Malcolm, endlich mal einen Beitrag von Dir den ich fast unterschreiben könnte.....

...... mit einer klitzekleinen Einschränkung:
Malcolmix hat geschrieben:........weil sie in der Ukraine sich klar auf die Seite der Unterdrücker stellt.
Vielleicht musst Du ja in Bälde selbst schmerzhaft bemerken, dass das mit den Unterdrückern so klar nicht ist.....
Ich könnte mir vorstellen, daß ich bald sagen muß: Es gab eine Art Planstellen-Schießen. Die einen Oligarchen wurden durch andere ersetzt. Diese Gefahr ist alles andere als gebannt. Da stimme ich Dir sowieso immer zu. Aber dennoch halte ich es immer für richtig, gegen diese Zustände auf die Straße gegangen zu sein. Auch wenn noch mindestens eine weitere Demonstrationswelle erforderlich sein wird, um endlich mal die in der Ukraine sehr krasse Verteilung des Vermögens zu bekämpfen.

Ich weiß ja, daß Du historische Vergleiche nicht so schätzt. Aber die Anti-Trust-Gesetze unter Theodore Roosevelt und vor allem unter William Taft nehme ich da gerne als Beispiel. Die Bestrebungen begannen in den USA schon etwas früher. Aber vor Roosevelt waren die Wirtschaftsmagnaten (Eisenbahn und Öl) mächtiger als die US-Präsidenten. Also eine ähnliche Situation wie heute in der Ukraine. Das ist etwas, was dringend begonnen werden müßte.

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Re: Pegida nochmal ..........

#14 Beitrag von Anuleb » Samstag 3. Januar 2015, 00:26

toto66 hat geschrieben:
...Da fragt man sich schon: Welcher Idiot schlägt denn so etwas vor?...
Vielleicht zur Erinnerung: das hat eine ziemlich lange Geschichte und der Vorschlag wurde schon weit vor der FDP von verschiedenen Parteivertretern auf das Tablett gebracht. Auch von SPD-Landesfürsten. Hat wohl seinen Ursprung in ähnlichen Reglungen in Nachbarländern. Das meinte ich übrigens mit zügellosem Populismus... die SPD ist schon sehr geübt darin heute das zu verleugnen was man gestern gut und richtig fand. Wahrscheinlich merken das mehr Menschen als sie denken und auch deshalb reichte es auch nur noch zum Juniorpartner der Linken.

Ansonsten, ja, auch für mich gibts in Deutschland viele Sachen die ich nicht verstehe. Z.B. wieso ein Kindergartenplatz Geld kostet und studieren gratis ist. uvm..
Ei der daus :-) Ich war mal für einen überzeugten CDU-Anhänger tätig. Das ist jetzt zwar schon 20 Jahre her, und ich, links von der Mitte stehend, hatte ziemlich viele heftige und sehr, sehr emotionale Diskussionen mit ihm. Ich hielt seinerzeits den Kanzler Kohl für korrupt und durchtrieben, was ja später auch irgendwie bestätigt worden ist, er die SPD für (zügellos) populistisch und verlogen. Ich glaube, mit Dir hätte ich ebenfalls so einige sehr, sehr schöne Diskussionen. Z. B. über eine Kanzlerin, welche stets die Wahrheit für sich reklamiert, sich aber ansonsten in von Meinungsforschungsinstituten gesteuertem Opportunismus übt, und dementsprechend mal pro-, mal anti-Kernkraft, mal anti-, mal pro-Mindestlohn, etc., etc., etc. ist. Die CDU/CSU-Propagandamaschinerie arbeitet wie eh und jeh ziemlich gut. So hatte die CSU die Senkung der Steuern für Hoteliers betrieben, aber dieses geschickt der FDP in die Schuhe geschoben. Wobei, dass ist absolut richtig: Auch die FDP hat zuletzt nur einen Haufen charakterloser, dampfplaudernder Opportunisten nach oben geschwemmt, welche zuvorderst mit dem Vorrantreiben der eigenen Karriere beschäftigt waren. Richtigerweise sind sie dafür abgestraft worden. Alt-Politiker wie Genscher hätten der ehemaligen STASI-Sekräterin für Infiltration und Agitation sofort die Brocken vor die Füsse geworfen und die Koalition aufgekündigt. Richtigerweise ist die FDP dafür abgestraft worden. Naja, und das sich ausgerechnet die Partei unserer grossartigen Mutti über das Linke Bündnis in Thüringen echauffiert wird wohl deren ewiges Geheimnis bleiben. Zumal sie ja andererseits nicht die geringsten Bedenken haben, dass sie eine ehemalige STASI-Sekretärin an die Macht verholfen haben. Man stelle sich mal das Theater der CDU vor, wenn der Ramelow eine ähnliche Vita hätte.

Ähnliche Probleme hat meiner Meinung nach die SPD. Sie haben, wie alle anderen Parteien auch, keine Politiker mehr, welche eine Vision, eine vernünftige Perspektive aufzeigen können. Die CDU mit ihren "Weiter so"-Wahlkämpfen zählt genauso dazu. Die CDU lebt davon, dass Merkel die Partei, nachdem sie die Alleinstellungsmerkmale der CDU geschliffen hatte, ein wenig nach Links navigiert. Links von der Mitte hat es eben schon immer die meisten Wählerstimmen gegeben, wenn auch auf SPD, Grüne und Linke verteilt. Und von diesem Kuchen wollte sie einen ordentlichen Bissen abhaben. Problem dabei: Die CDU stand eigentlich immer Mitte-Rechts, und konnte mit dieser Ausrichtung genau die Wähler begeistern, welche sich heute, quasi heimatlos geworden, für die AfD und Pegida-Märsche begeistern können. Und nun stehen wir vorraussichtlich vor einem immer grösser werdenden Dilemma. Es gibt so einiges, welches ich dieser Tussi richtig übel nehme. Sie tut weder Deutschland, noch Europa, noch diesem leidvollem russisch-ukrainischen Krieg richtig gut.

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Re: Pegida nochmal ..........

#15 Beitrag von Sonnenblume » Samstag 3. Januar 2015, 10:55

Journalist zu sein, v.a. direkt vor Ort, ist dieser Tage ein selten undankbarer Job und mir taten diese Menschen auch etwas leid. Es ist in etwa so, als wolle man einem Patienten mit Wahnvorstellungen erklären, wie die Realität aussieht, er diese aber weder erkennen kann noch will – und alles ablehnt, was irgendwie dagegenspricht.
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Re: Pegida nochmal ..........

#16 Beitrag von toto66 » Samstag 3. Januar 2015, 11:06

Mir wird es bisschen unangenehm wenn ich hier Leute und Parteien verteidigen muss mit denen ich ansonsten zwischen wenig und nichts zu tun habe. Im wesentlichen betrachte ich deutsche Politik von aussen schon seit vielen Jahren, so das mir es eigentlich nicht ganz so nah geht was die da treiben. Ich seh Merkel-Politik im europäischen Vergleich und messe das was die tun und nicht tun an Ergebnissen und eben jenem Vergleich zu anderen europäischen Ländern.
Und zur Ukraine-Situation. Immerhin hat Merkel dazu recht deutliche Worte gefunden. Ganz im Gegensatz vieler unserer europäischen Freunde, zB aus den grossen EU-Mitgliedsländern Italien und Spanien. Man darf bei all dem eben nicht vergessen das europäische Politik heute nur im Konsens funktioniert. Und das führt eben immer zu.. wie soll man es sagen.. etwas verschwommenen Positionen. ich würde mir natürlich auch etwas anderes wünschen. Und man darf, wenn man Merkel für die Ukraine-Position kritisiert eben auch nicht vergessen wer der Koalitionsparttner ist.... diese Steinmeiers, Nahles und Erlers...
Und wenn ich mir vorstelle ein Kanzler Gabriel müsste eine deutsche Position zum Ukraine-Krieg finden, da würde mir Angst und bange um die Ukraine.
Richtig, die blödsinnige Hoteliers-Steuer wurde auch von der CSU protegiert vor der vorletzten Wahl. Aber ebenso richtig geistert diese schon mindestens 15 Jahre durch die Gegend, auch von SPD-Funktionären aus dem Saarland zB und anderen gefordert. Nicht nur die CSU konnte sich daran nicht mehr erinnern.
Und richtigerweise ist die FDP auf Grund ihres Komplettversagens nicht nur in der letzten Legislation dort wo sie ist.
Entschiedenen Widerspruch bekommste von mir für die Äusserungen zur Merkel-Vergangenheit in der DDR.
Jener Spiegel-Beitrag könnte auch für deine Worte gelten:
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Und so muss man dir sagen das "Stasi-Sekretärin" eine Verunglimpfung oder Verurteilung ist die deiner eigentlich unwürdig ist.
Mal in der FDJ irgendeinen Posten gehabt zu haben in der Schulklasse oder im Studienkollektiv hat nun damit gar nichts zu tun ( dann bin ich übrigens auch ein Ex-Stasi-Sekretär..). Und ist etwas grundsätzlich anderes als ehrenamtliche oder gar hauptamtliche Arbeit für jene STASI, deren Kader sich zuhauf in der Linken tummeln.
Vielleicht treffen es diese Worte ganz genau:
"Nur wenn man die Realität dieser unfreien Gesellschaft der DDR kennt, kann man auch das angepasste Leben verstehen. Und jeder, der seine Fähigkeiten weiterentwickeln wollte, musste sich in einem gewissen Maß anpassen. Die Gesellschaft war bekannterweise schizophren, man musste dort frühzeitig das Orwellsche doublespeak erlernen. Offiziell sagte man das, was die Herrschenden hören wollten. Insgeheim hatte man eine andere Meinung, die nur wenige kannten, denen man vertraute.
Angela Merkels verschlossener Charakter erklärt sich aus diesen Verhältnissen. Auch sie musste sehr genau überlegen, was man sagt. In den Organisationen wie der Pionierorganisation, der FDJ oder der deutsch-sowjetischen Freundschaft waren ja fast alle. Der Organisationsgrad lag bei 90 Prozent oder mehr. Es gab aber eine scharfe Trennlinie zwischen gesellschaftlich Aktiven in der DDR und überzeugten Vertretern des Systems. Diese Linie heißt: Mitgliedschaft in der SED. Wer diese Linie überschritten hatte, bewegte sich auf der Seite des Systems."
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Ich sags mal so: wenn sich die DDR nicht sehr frühzeitig in mein allerprivatestes, nämlich meine erste grosse Liebesbeziehung eingemischt hätte hätte ich mich wahrscheinlich auch wesentlich länger mit dem System arrangiert. Es gehört zur Wahrheit dazu das wir das fast alle taten. Der Bauarbeiter hatte damit weniger Probleme, der Seemann mit Offizierspatent schon mehr (das weiss ich ganz genau), ein Wissenschaftler sicher noch mehr.

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Re: Pegida nochmal ..........

#17 Beitrag von paracelsus » Samstag 3. Januar 2015, 12:59

Malcolmix hat geschrieben:
Ich weiß ja, daß Du historische Vergleiche nicht so schätzt.
Naja, ich habe nichts gegen einen Blick in die Geschichte..... . Allerdings betrachte ich die Historie nicht als konstruktive Handlungsvorlage sondern mehr als Warnhinweis bzw. moralisches Indiz. Geschichte muss man immer in dem sozialen Kontext seiner Zeit betrachten.
Malcolmix hat geschrieben:Aber die Anti-Trust-Gesetze unter Theodore Roosevelt und vor allem unter William Taft nehme ich da gerne als Beispiel. Die Bestrebungen begannen in den USA schon etwas früher. Aber vor Roosevelt waren die Wirtschaftsmagnaten (Eisenbahn und Öl) mächtiger als die US-Präsidenten. Also eine ähnliche Situation wie heute in der Ukraine. Das ist etwas, was dringend begonnen werden müßte.
Interessante These, allerdings wurden nicht die Vermögen sozialisiert sondern lediglich die Trusts zerschlagen und die Bestandteile in Konzerngesellschaften umgewandelt, auch wenn das letztlich die Marktzugänge vereinfachte.
Der politische Einfluss wird trotzdem nirgendwo vom Geld unberührt bleiben.
In der Ukraine sind doch die großen Vermögen ähnlich der RF nach postsowjetischen Muster entstanden. Warum zum Anfang mal nicht nach putinschen Vorbild handeln. Beresowski/Chodorkowski vs Rockefeller/Morgan.

Aber zurück zu Pegida..... Was ist eigentlich mit "Abendland" gemeint. Endet es im Osten an der Oder oder gar erst am Bug?
Sind orthodoxe Christen nicht schon so`ne Art Fremd-Christen also Fast-Moslems? Gehört Portugal noch zum Abendland? Liegt Süditalien mit Sizilien nicht schon verdächtig nah an Afrika? .....Und Spanien erst..... . Ist Frankreich nicht schon islamistisch unterwandert? Dann noch die Unterwanderungen der abendländischen Fussballnationalmannschaften mit offensichtlich nicht abendländischen Spielern.......
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Re: Pegida nochmal ..........

#18 Beitrag von toto66 » Samstag 3. Januar 2015, 14:25

In der Ukraine sind doch die großen Vermögen ähnlich der RF nach postsowjetischen Muster entstanden. Warum zum Anfang mal nicht nach putinschen Vorbild handeln.
Entschuldigung, nach Putinschem Vorbild hiesse doch ausschliesslich politisch unbequemen Oligarchen an den Kragen zu gehen oder jenen die den Bereicherungsinteressen des eigenen Clans im Wege sind.. oder habe ich da in der RF etwas übersehen ? Ist ja nun nicht so das es dort heute weniger davon gäbe als bei Putins Machtantritt.... man muss wirklich bisschen genau hinschauen was da mit Putin passiert ist.
"..Die russische Ausgabe des Magazins Forbes veröffentlichte ein Ranking von zehn engen Freunden des Präsidenten, die hohe Kommandoposten in der russischen Wirtschaft bekleiden. Sie verwalten sechs der zehn größten russischen Unternehmen, deren Gewinn mehr als ein Fünftel des russischen Bruttoinlandsprodukts beträgt: Rosneft, Gazprom, die Eisenbahn, Sberbank, Transneft.
Zu Putins Freunden zählen etwa Juri Kowaltschuk, den der Präsident seit seiner St. Petersburger Zeit kennt. Er kontrolliert die "Nationale Mediengruppe", der Anteile an mehreren russischen Fernsehsendern und Zeitungen gehören. Die Unternehmen von Arkadi Rottenberg Putins Judo-Partner bekamen lukrative Bauaufträge von Gazprom. Die Frage, ob und inwiefern Putin persönlich davon profitierte, bleibt offen.
Kaum einzuschätzen ist auch, was Russland mehr schadete – Putins vermuteter "Reichtum" oder die gegenseitige Abhängigkeit zwischen ihm und seiner Umgebung. "Die Kernfrage ist nicht nur die Figur von Wladimir Putin, sondern die Änderung des politischen und wirtschaftlichen Systems", sagt der Politologe Belkowski. "Wenn die Opposition auch weiter alles auf eine Dämonisierung von Putin reduzieren wird, macht sie einen Fehler..."
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So ziemlich im verborgenen bleibt in welchem Umfang und wo die hohen Militärs und Geheimdienstler ua. an der Gelddruckmaschine Russland beteiligt sind. Das sie es sind daran habe ich persönlich keine Zweifel.
Im übrigen weiss ja auch keiner so genau wie und durch welche Leute er dahin kam wo er ist...
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Ich find das was in obigem Link geschildert wird ausgesprochen interessant. Sollte man lesen. Und die letzten 2 Sätze treffen das Thema...

Ich persönlich neige der These zu, die hier ziemlich verkürzt wiedergegeben wird:
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oder hier:
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Die Hardliner haben sich im Kreml gegen die Liberalen durchgesetzt.
Es ist keine leichte Aufgabe sich mit den Mächtigen in Russland und ihrem Werdegang vertraut zu machen. Und man wird nicht allen auf die Spur kommen.
(Und stösst bei der Recherche auch immer wieder auf Bekannte im Donbass und anderswo in der Ukraine...)
Aber wenn man damit beginnt kommt man ziemlich schnell davon ab Putin für den "Retter Russlands" zu halten.
Und gegen das was da abläuft ist die Ukraine incl. ihrer Oligarchie quasi basisdemokratisch.

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Re: Pegida nochmal ..........

#19 Beitrag von Anuleb » Samstag 3. Januar 2015, 17:22

paracelsus hat geschrieben:
Malcolmix hat geschrieben:
Ich weiß ja, daß Du historische Vergleiche nicht so schätzt.
Naja, ich habe nichts gegen einen Blick in die Geschichte..... . Allerdings betrachte ich die Historie nicht als konstruktive Handlungsvorlage sondern mehr als Warnhinweis bzw. moralisches Indiz. Geschichte muss man immer in dem sozialen Kontext seiner Zeit betrachten.
Malcolmix hat geschrieben:Aber die Anti-Trust-Gesetze unter Theodore Roosevelt und vor allem unter William Taft nehme ich da gerne als Beispiel. Die Bestrebungen begannen in den USA schon etwas früher. Aber vor Roosevelt waren die Wirtschaftsmagnaten (Eisenbahn und Öl) mächtiger als die US-Präsidenten. Also eine ähnliche Situation wie heute in der Ukraine. Das ist etwas, was dringend begonnen werden müßte.
Interessante These, allerdings wurden nicht die Vermögen sozialisiert sondern lediglich die Trusts zerschlagen und die Bestandteile in Konzerngesellschaften umgewandelt, auch wenn das letztlich die Marktzugänge vereinfachte.
Der politische Einfluss wird trotzdem nirgendwo vom Geld unberührt bleiben.
In der Ukraine sind doch die großen Vermögen ähnlich der RF nach postsowjetischen Muster entstanden. Warum zum Anfang mal nicht nach putinschen Vorbild handeln. Beresowski/Chodorkowski vs Rockefeller/Morgan.

Aber zurück zu Pegida..... Was ist eigentlich mit "Abendland" gemeint. Endet es im Osten an der Oder oder gar erst am Bug?
Sind orthodoxe Christen nicht schon so`ne Art Fremd-Christen also Fast-Moslems? Gehört Portugal noch zum Abendland? Liegt Süditalien mit Sizilien nicht schon verdächtig nah an Afrika? .....Und Spanien erst..... . Ist Frankreich nicht schon islamistisch unterwandert? Dann noch die Unterwanderungen der abendländischen Fussballnationalmannschaften mit offensichtlich nicht abendländischen Spielern.......
Der Begriff "Europa" stammt aus dem phönizischen und bedeutete damals soviel wie "Sonnenuntergang". Da die Sonne nach wie vor im Westen untergeht, könnte man also alles, was sich westlich von deinem Standort befindet, als Abendland bezeichnen. Du Du deinen Standort jedoch flexibel gestalten kannst, wird es in der Tat ziemlich schwierig, exakt festzulegen, was eigentlich unter "Abendland" zu verstehen ist. Historisch gesehen wurden die Begrifflichkeiten "Morgenland" und "Abendland" festgelegt, als die kulturell hochstehenden Nationen im östlichen und südöstlichen Mittelmeer angesiedelt waren.

Was mich grundsätzlich ganz ungemein an all diesen (unsäglichen) Ausländerdebatten ganz ungemein stört, ist der Umstand, dass die hiesige eher exportorientierte Volkswirtschaft an den Ausländern sehr, sehr gut verdient.

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Re: Pegida nochmal ..........

#20 Beitrag von Malcolmix » Sonntag 4. Januar 2015, 01:33

paracelsus hat geschrieben:Naja, ich habe nichts gegen einen Blick in die Geschichte..... . Allerdings betrachte ich die Historie nicht als konstruktive Handlungsvorlage sondern mehr als Warnhinweis bzw. moralisches Indiz. Geschichte muss man immer in dem sozialen Kontext seiner Zeit betrachten.
Keine Frage. Ich würde auch nicht historische Ereignisse von vor 100 Jahren als Blaupause für heutige Probleme nehmen wollen. Aber die Notwendigkeit, wirtschaftliche Mächte zu brechen, wenn sie übermächtig werden, hat sich damals als absolut richtig erwiesen. Und ist auch ganz sicher heute richtig.
paracelsus hat geschrieben:Interessante These, allerdings wurden nicht die Vermögen sozialisiert sondern lediglich die Trusts zerschlagen und die Bestandteile in Konzerngesellschaften umgewandelt, auch wenn das letztlich die Marktzugänge vereinfachte.
Der politische Einfluss wird trotzdem nirgendwo vom Geld unberührt bleiben.
Es ist nicht möglich, eine Gesellschaft ohne den politischen Einfluß des Geldes zu schaffen. Es ist aber interessant zu sehen, daß der bundesrepublikanische Staat besonders gut funktioniert hat, als das sozialistische Feindbild noch funktioniert hat. Das fiel in den 80ern weg und Reagonomics und Thatcherism wurde seitdem als Allheilmittel propagiert (mal sehr vereinfacht dargestellt). In UK war es sicherlich richtig, die Macht der Gewerkschaften zu stutzen, aber seitdem haben wir nahezu weltweit das Problem, daß immer mehr Geld sich auf immer weniger Menschen ballt, während eine immer größere Masse immer weniger hat. Was wiederum eine Veränderung des politischen Einflusses bewirkt.

Ich will damit ausdrücken: Ein Staat funktioniert dann besonders gut, wenn die Mittelschicht prosperiert.
paracelsus hat geschrieben:In der Ukraine sind doch die großen Vermögen ähnlich der RF nach postsowjetischen Muster entstanden. Warum zum Anfang mal nicht nach putinschen Vorbild handeln. Beresowski/Chodorkowski vs Rockefeller/Morgan.
Es wäre in Russland ein ehrenwerter Versuch gewesen, wenn es nicht eine Umverteilung der wirtschaftlichen und politischen Macht innerhalb der ehrenwerten Gesellschaft gewesen wäre. Das war in Russland eine Entmachtung zweier Personen und eine Installation neuer Personen. Wie Du es zurecht auch für die Ukraine befürchtest. Diese Befürchtung hege ich auch. Aber in der Ukraine sehe ich deutlich den Versuch der Bürger, dieses nicht als gottgegeben hinzunehmen. In Russland hat die bürgerliche Schicht kaum eine Chance auf Veränderungen.
paracelsus hat geschrieben:Aber zurück zu Pegida..... Was ist eigentlich mit "Abendland" gemeint. Endet es im Osten an der Oder oder gar erst am Bug?
Sind orthodoxe Christen nicht schon so`ne Art Fremd-Christen also Fast-Moslems? Gehört Portugal noch zum Abendland? Liegt Süditalien mit Sizilien nicht schon verdächtig nah an Afrika? .....Und Spanien erst..... . Ist Frankreich nicht schon islamistisch unterwandert? Dann noch die Unterwanderungen der abendländischen Fussballnationalmannschaften mit offensichtlich nicht abendländischen Spielern.......
Höhöhö - Du traust den Pegida-Anhängern aber eine Menge zu. Bei denen habe ich den Eindruck, deren Erkenntnis endet schon am eigenen Gartenzaun. Aber schön zu sehen, wie erwartbar die Führungsspitze der AfD mit Lucke und Henkel grad enorme Probleme mit ihrer etwas hohlen Basis hat.

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Re: Pegida nochmal ..........

#21 Beitrag von Malcolmix » Sonntag 4. Januar 2015, 02:05

Das Du in puncto Putin genau das schreibst, was ich auch denke, dürfte Dich nicht überraschen. Das sehe ich genau wie Du. Du hast es so ausführlich kommentiert, daß ich mich Deinen Worten nur anschließen kann.

Beim Rest gehts mir wie Anuleb. Ich entstamme aus einer protestantischen Arbeiterfamilie. Da bekommt man mit der Muttermilch gleich eingeflößt, daß die CDU die Partei der Bonzen und der bösen Katholiken ist. Und in meiner Schulzeit an einem katholischen Missionsgymnasium mit lauter Millionärskindern habe ich in meiner Jugend auch die Erfahrung gemacht, daß das stimmt, was Vater in seiner proletarisch reinen Schlichtheit erzählt hat. Der katholische Priester und Klassenlehrer hängte zum Wahlkampf CDU-Plakate im Klassenzimmer auf...

Soviel zu meiner Sozialisation, die völlig anders gewesen dürfte als Deine. Ich habe aber in den 80ern auch das zweifelhafte Vergnügen gehabt, mich in eine Erfurterin zu verlieben. Von daher kann ich Deine Erläuterungen zu Angela Merkel und ihrer FDJ-Vergangenheit bestätigen.

Mit einer Ausnahme. Die CDU nahm eine Blockflöte, die FDP gleich zwei Blockflöten auf. Man war wohl auf die kostbaren Immobilien scharf und nahm die Karrieren der Blockflöten in Kauf. Von einer Aufarbeitung der DDR-Geschichte habe ich in beiden Parteien nicht viel feststellen können. Das erinnerte doch arg an "weiter so Deutschland" in der Adenauer-Zeit.

Was die Ukraine-Politik angeht, habe ich den Eindruck, daß die Grünen zumindest zum Teil die eindeutigste und eine Pro-Ukrainische Position einnimmt. Okay - sie tragen auch keine Regierungsverantwortung. Was bei einer Rot-Grün-Koalition 2014 passiert wäre, hätte ich auch nicht wissen wollen... Denn ich stimme Dir in puncto SPD uneingeschränkt zu. Da habe ich die gleichen Befürchtungen wie Du. Steinmeier unterstelle ich, daß er eigentlich gerne mit Putin weiterkuscheln würde wie unter Schröder. Und ich vermute, weite Teile der SPD übersehen einfach, daß Willy Brandt seine Entspannungspolitik auch gegenüber Polen betrieben hat und der Kniefall nicht umsonst in Warschau und nicht in Moskau stattfand. Ich würde ne Wette abschließen wollen, daß Brandt die Revolution auf dem Majdan unterstützt hätte. Seine Enkel haben das nicht verstanden. Helmut Schmidt nimmt als Machtpolitiker kleinere Länder kaum wahr. Und Gas-Gerd... Naja. Manche sind käuflich... Politiker wie Gabriel und Nahles scheinen mir tatsächlich so wenig Format zu haben, daß sie ihr Format durch eine Abgrenzung zur noch profilloseren (und meines Erachtens im derzeitigen Zustand vollkommen überflüssigen) FDP zu schärfen suchen.

Übrigens widerspreche ich an einem Punkt. Das Wandern in Richtung Mitte oder links von allen Parteien geschieht eher in Worten, weniger in Taten. Oder warum bereitet es solche Probleme, den Mindestlohn einzuführen, den es in fast allen Staaten längst gibt? Der Markt regelt mitnichten alles. Er braucht den Staat als Regulator. Und als Korrektiv.

Und bei einem Satz mußte ich schmunzeln:
toto66 hat geschrieben:Ich sags mal so: wenn sich die DDR nicht sehr frühzeitig in mein allerprivatestes, nämlich meine erste grosse Liebesbeziehung eingemischt hätte hätte ich mich wahrscheinlich auch wesentlich länger mit dem System arrangiert.
Das kann ich als Wessie über die DDR auch behaupten. Bevor ich die Freundin in Erfurt hatte, fand ich einen Staat, in dem man keine katholischen Missionare und keine Millionärssöhnchen als Mitschüler ertragen mußte, eine sehr verlockende Alternative. Nun gut. Dann mischte sich der DDR-Staat auch in mein Allerprivatestes ein. Da auch Du heute eine Süße aus der Ukraine hast, hast Du dann ja gleich noch einmal ähnliche Lebenserfahrungen wie ich machen dürfen. Im Juni hoffe ich, Lviv zu besuchen. Da sollten wir mal bei guten Getränken Lebenserfahrungen austauschen...

Ach ja - meine Süße hat durch einen Basar gerade 20000 Hrivna für die ATO sammeln können. Ich finde, dafür hat sie mehr als einen Kuß verdient. Auch wenn ich offen zugeben muß: Bis 2013 hat sie ein wenig leiden müssen, weil ich eher die ostukrainische Seite vertreten habe. Das Leben schreibt manchmal seltsame Geschichten....

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Re: Pegida nochmal ..........

#22 Beitrag von toto66 » Sonntag 4. Januar 2015, 11:59

...Das Wandern in Richtung Mitte oder links von allen Parteien geschieht eher in Worten, weniger in Taten. Oder warum bereitet es solche Probleme, den Mindestlohn einzuführen, den es in fast allen Staaten längst gibt?...
Das ist eine gute Frage. Weiss ich auch nicht. Vielleicht sind die einkommensschwachen Schichten der Bevölkerung einfach zu wahlfaul.
Rentner, gutverdienende Arbeitnehmer, Beamte, Freiberufler und Unternehmer scheinen die attraktivere Klientel für die Parteien zu sein.
Dem überwiegenden Teil der Menschen in Deutschland geht es ziemlich gut. Da mag man Veränderungen nicht.....

Und persönlich: als mich die "DDR" vor die Wahl stellte meinen Beruf weiter auszuüber oder meine Beziehung dazumals weiterzuführen hatte sich für mich alles was den Begriff "sozialistisch" führte für alle Zeit erledigt. Ich schmiss den Job, die Karriere, danach wurde es "spannend" in der DDR für mich...
...Im Juni hoffe ich, Lviv zu besuchen. Da sollten wir mal bei guten Getränken Lebenserfahrungen austauschen...
OFFTOPIC Sag rechtzeitig Bescheid, das wird bestimmt lustig.

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Re: Pegida nochmal ..........

#23 Beitrag von Anuleb » Sonntag 4. Januar 2015, 14:11

Malcolmix hat geschrieben:....

Übrigens widerspreche ich an einem Punkt. Das Wandern in Richtung Mitte oder links von allen Parteien geschieht eher in Worten, weniger in Taten. Oder warum bereitet es solche Probleme, den Mindestlohn einzuführen, den es in fast allen Staaten längst gibt? Der Markt regelt mitnichten alles. Er braucht den Staat als Regulator. Und als Korrektiv.

...
Als Schröder vor 10 Jahren die Hartz IV Reformen einführte, war unter anderem die Etablierung eines Niedriglohnsektors erklärtes Ziel. Eigentlich hätte er damals schon ahnen müssen, zu welchen Auswüchsen in Sachen Niedriglohn diese Massnahme führen würde, sodass er damals schon einen Mindestlohn hätte einführen müssen. Nur konnte ihm niemand seiner Mitstreiter, Wirtschaftsweisen, Wirtschaftsverbänden und Arbeitsnehmervertretern sagen können, wie hoch so ein Mindestlohn sein müssen, um einerseits erfolgreich den damals sehr vielen Arbeitslosen zu einer neuen Beschäftigung zu verhelfen, und andererseits einn gewissen Abstand zu den Hartz IV Empfängern zu waren, damit eine Neubeschäftigung für die Arbeitslosen auch tatsächlich interessant zu machen. Ergo hatte er das Thema Mindestlohn erstmal beiseite gestellt.

Nachdem er mit Schimpf und Schande aus dem Kanzleramt gejagd worden ist, kam es zur 2. grossen Koalition, wo sich die CDU strikt gegen einen Mindestlohn werte. Danach kam es zur CDU-FDP-Koalition, wo das Thema Mindestlohn ebenfalls strikt abgelehnt worden ist. Im folgenden fing die SPD an ihr Profil zu schärfen, und setzte u. a. den Mindestlohn mit als Wahlziel an. Die CDU setzte weiterhin auf ihren seichten und unpolitischen "Weier so, Merkel"-Wahlkampf. Wie die Wahlen jetzt ausgegangen sind, ist ja hinlänglich bekannt. Und zur grossen Koalition ist es ja nur gekommen, weil die SPD alle ihre Wahlthemen umsetzen konnten. Sie hatten die CDU, welche eigentlich keine Wahlkampfthemen hatte, schon ziemlich heftig vor sich hergejagt :-) Ansonsten hätte die Merkel eine Minderheitsregierung bilden dürfen/müssen, was im übrigen in meinen Augen das Beste wäre. Denn nur wenn die Merkel in der glücklichen Lage ist alleine zu regieren, dürfte sie ziemlich schnell entlarvt werden.

Im übrigen gehöre ich, trotz meiner von Dir richtig erkannten Sozialisation, zu den wenigen Leuten, welche sich für die Hartz IV Reformen begeistern können. Der Grund dafür liegt weniger darin, weil durch die Reformen die Arbeitslosen von der Strasse geholt worden. Diesbezüglich werden die Hartz IV Reformen meiner Meinung nach überbewertet. Ich empfand das alte Sozialsystem schlicht und ergreifend als ausgesprochen ungerecht. Bei der Bemessung der Sozialhilfe wurde stets die Qualifikation des Leistungsbeziehers als Grundlage genommen. War der Leistungsbezieher ein Akademiker, bekam er automatisch den Höchstsatz, war er Hilfsarbeiter dementsprechend den niedrigsten Satz. Nicht umsonst waren damals meistens die Bezieher von höheren Leistungssätzen am Rumjammern und in den Medien vertreten, wohingehend der erwähnte Hilfsarbeiter auf einmal besser gestellt war. Da jedoch die meisten Journalisten und Reporter ebenfalls Akademiker sind, fanden die Veränderungen für die unqualifizierteren Leistungsempfänger nur wenig Beachtung. Die SPD hatte diese Reformen ziemlich schlecht verkauft. Letzteres ist natürlich meine persönliche Wertung.

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Re: Pegida nochmal ..........

#24 Beitrag von paracelsus » Montag 5. Januar 2015, 12:11

Malcolmix hat geschrieben:
Es ist nicht möglich, eine Gesellschaft ohne den politischen Einfluß des Geldes zu schaffen. Es ist aber interessant zu sehen, daß der bundesrepublikanische Staat besonders gut funktioniert hat, als das sozialistische Feindbild noch funktioniert hat. Das fiel in den 80ern weg und Reagonomics und Thatcherism wurde seitdem als Allheilmittel propagiert (mal sehr vereinfacht dargestellt). In UK war es sicherlich richtig, die Macht der Gewerkschaften zu stutzen, aber seitdem haben wir nahezu weltweit das Problem, daß immer mehr Geld sich auf immer weniger Menschen ballt, während eine immer größere Masse immer weniger hat. Was wiederum eine Veränderung des politischen Einflusses bewirkt.

Ich will damit ausdrücken: Ein Staat funktioniert dann besonders gut, wenn die Mittelschicht prosperiert.
Klar, nach dem Wegfall der "Kommunistischen Bedrohung" konnte die freie Marktwirtschaft gestärkt werden. Es gab ja kein Gegenmodell mehr....... . Aber dies wurde erst in den 90igern sichtbar.
Der Gedanke an den "schwachen Staat" kam doch erst in den 90igern, zumindest ind Deutschland, so richtig auf. Da geschahen auch die Exporte der Arbeitsplätze in die Volkswirtschaften des ehemaligen Ostblocks und nach Südostasien. Im neuen Jahrtausend erspielte sich dann China eine führende Rolle in der Globalisierung der Wirtschaft.

Den Ausbau des "Billiglohnsektors" muss man natürlich auch unter dem Aspekt des Arbeitsplatztransfers der 90iger und insbesonders unter dem Globalisierungsentwurf des neuen Jahrtausends betachten.

Interessanter Weise wurden die Auswirklungen der Finanzkrise in Deutschland gemäß einigen Merkmalen der keynesianischen Schule durch azyklische Steuermechanismen recht erfolgreich bekämpft. In diesem Falle obsiegte der "starke Staat" über den "schwachen Staat. Das war vermutlich der Verdienst der SPD in der damaligen GroKO. Genützt hat es der SPD aber nichts.
Malcolmix hat geschrieben: Es wäre in Russland ein ehrenwerter Versuch gewesen, wenn es nicht eine Umverteilung der wirtschaftlichen und politischen Macht innerhalb der ehrenwerten Gesellschaft gewesen wäre. Das war in Russland eine Entmachtung zweier Personen und eine Installation neuer Personen. Wie Du es zurecht auch für die Ukraine befürchtest. Diese Befürchtung hege ich auch. Aber in der Ukraine sehe ich deutlich den Versuch der Bürger, dieses nicht als gottgegeben hinzunehmen. In Russland hat die bürgerliche Schicht kaum eine Chance auf Veränderungen.
Lass doch einfach Russland mal Russland sein. Es kommt darauf an wie die Ukraine sich gestalten wird. Ganz abgesehen davon entwickelte sich eine ernstzunehmende Mittelschicht in der RF erst nach der Ära Jelzin. Dass Putin mit der Oligrchenwirtschaft nicht zur Gänze aufräumte ist für mich ebenfalls nicht zu entschuldigen. Allerdings unterstellte er die Oligarchen der politischen Maxime - anders als in der Ukraine - in der die Politik von den Oligarchen gesteuert wird.
Malcolmix hat geschrieben:Höhöhö - Du traust den Pegida-Anhängern aber eine Menge zu.
Jo, in etwa soviel wie Du ihnen zurtraust..... . ;-)

Die Pegida-Verwerfung wird sich auch wieder verlaufen. Eine "Volkspartei" wird sich der entsprechenden Klientel schon annehmen und deren Verwirrungen irgendwie in "handfeste" Politik umsetzen. Ein Bisschen Verschärfung des Ausländerrechts und Änderung des Asylrechts geht doch immer.
Nur die Hohlköpfe, die immer noch nach ihrem Gartenzaun suchen kann man nicht so schnell ändern.
Anuleb hat geschrieben:Ich empfand das alte Sozialsystem schlicht und ergreifend als ausgesprochen ungerecht. Bei der Bemessung der Sozialhilfe wurde stets die Qualifikation des Leistungsbeziehers als Grundlage genommen. War der Leistungsbezieher ein Akademiker, bekam er automatisch den Höchstsatz, war er Hilfsarbeiter dementsprechend den niedrigsten Satz. Nicht umsonst waren damals meistens die Bezieher von höheren Leistungssätzen am Rumjammern und in den Medien vertreten, wohingehend der erwähnte Hilfsarbeiter auf einmal besser gestellt war. Da jedoch die meisten Journalisten und Reporter ebenfalls Akademiker sind, fanden die Veränderungen für die unqualifizierteren Leistungsempfänger nur wenig Beachtung.
Das stimmt so aber nicht.
Im Zuge der Hartz-Gesetzgebung wurden u.a. die Zumutungs-Kriterien bei der Vermittlung geändert als auch die Arbeitslosenhilfe umgewandelt. Nach altem Recht erhielt ein Arbeitslosenhilfeempfänger Leistungen - sofern er welche erhielt - nach seinem letzten Verdienst ohne zeitliche Befristung. Das konnte bei enem "Gutverdiener" mehr Stütze sein als es die Bedürftigkeitsregeln nach ALG 2 aussagten. Gleichzeitig musste eine Vermittlung in ein neues Beschäftigungsverhältnis zumutbar sein. Ein arbeitsfähiger Sozialhilfeempfänger nach altem Recht bekam in der Regel eine kleine "Gehaltsaufstockung. Unmittelbaren Einfluss hatten die Hartz-Gesetze allerdings auch auf die Frühpensionierungen unter Sozialplänen. Die Abfindungen galten nun als Einkommen und zogen eine Verrechnung mit ALG 2 nach sich.

Diese Gesetze konnten nur von einer den Gewerkschaften nahe stehenden Partei gemacht werden. Hätte eine CDU geführte Regierung solcherlei verabschiedet, es wäre m.E. zu erheblich größeren Widerständen und Streiks gekommen.

Für mich ist es ebenfalls ein wenig tragikomisch, dass "Mutti" ihr Standing in der Bevölkerung zu einem gehörigen Maße SPDlern wie Altkanzler Schröder und Steinbrück verdankt.
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Re: Pegida nochmal ..........

#25 Beitrag von toto66 » Montag 5. Januar 2015, 14:36

ich würd ja gern Russland Russland sein lassen.....
Nun könnt ich so ziemlich alles andere in jenem Beitrag oben "unterschreiben, aber dazu
Lass doch einfach Russland mal Russland sein. Es kommt darauf an wie die Ukraine sich gestalten wird. Ganz abgesehen davon entwickelte sich eine ernstzunehmende Mittelschicht in der RF erst nach der Ära Jelzin. Dass Putin mit der Oligrchenwirtschaft nicht zur Gänze aufräumte ist für mich ebenfalls nicht zu entschuldigen. Allerdings unterstellte er die Oligarchen der politischen Maxime - anders als in der Ukraine - in der die Politik von den Oligarchen gesteuert wird.
hätte ich dann doch mal Fragen. Wie kommst du darauf ? Welcher politischen Maxime wurden welche Oligarchen "unterstellt" ?
Wer macht denn in Russland immo Politik und welche Gruppen,Vermögen und Interessen stehen dahinter ?
am Rande:
Was ist denn in Russland die Mittelschicht, wenn sich jene erst nach Jelzin entwickelte ?
( ich dächte ich hätte diese Entwicklung einer Mittelschicht nach europäischen Masstäben, also unterhalb zigfacher Millionäre schon zu Jelzins Zeiten vor Ort beobachtet )

Für mich ist der Unterschied zwischen der Oligarchie in Russland und der Ukraine lediglich der das es in der Ukraine noch keiner dieser Gruppen nachhaltig gelungen ist allein die Macht zu okkupieren. In Russland ist das anders... aber mit politischer Maxime im Interesse des Staates ( wenn man davon ausgeht das der Staat seine Bürger sind) hat das wenig bis nichts zu tun. Eher mit ägyptischen Verhältnissen im Quadrat.. und deshalb kann man Russland auch nicht einfach Russland sein lassen. Denn aus genau diesem Grunde sehen wir den hybriden Krieg Russlands gegen die Ukraine. Nur diese Form der politischen und wirtschaftlichen Machtausübung machen diesen unerklärten Krieg im Informationszeitalter möglich.
....aber ich lass es mir gern erklären das ich das falsch sehe.

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Re: Pegida nochmal ..........

#26 Beitrag von paracelsus » Montag 5. Januar 2015, 16:04

toto66 hat geschrieben:ich würd ja gern Russland Russland sein lassen.....
Nun könnt ich so ziemlich alles andere in jenem Beitrag oben "unterschreiben, aber dazu
Lass doch einfach Russland mal Russland sein. Es kommt darauf an wie die Ukraine sich gestalten wird. Ganz abgesehen davon entwickelte sich eine ernstzunehmende Mittelschicht in der RF erst nach der Ära Jelzin. Dass Putin mit der Oligrchenwirtschaft nicht zur Gänze aufräumte ist für mich ebenfalls nicht zu entschuldigen. Allerdings unterstellte er die Oligarchen der politischen Maxime - anders als in der Ukraine - in der die Politik von den Oligarchen gesteuert wird.
hätte ich dann doch mal Fragen. Wie kommst du darauf ? Welcher politischen Maxime wurden welche Oligarchen "unterstellt" ?
Wer macht denn in Russland immo Politik und welche Gruppen,Vermögen und Interessen stehen dahinter ?
am Rande:
Was ist denn in Russland die Mittelschicht, wenn sich jene erst nach Jelzin entwickelte ?
( ich dächte ich hätte diese Entwicklung einer Mittelschicht nach europäischen Masstäben, also unterhalb zigfacher Millionäre schon zu Jelzins Zeiten vor Ort beobachtet )

Für mich ist der Unterschied zwischen der Oligarchie in Russland und der Ukraine lediglich der das es in der Ukraine noch keiner dieser Gruppen nachhaltig gelungen ist allein die Macht zu okkupieren. In Russland ist das anders... aber mit politischer Maxime im Interesse des Staates ( wenn man davon ausgeht das der Staat seine Bürger sind) hat das wenig bis nichts zu tun. Eher mit ägyptischen Verhältnissen im Quadrat.. und deshalb kann man Russland auch nicht einfach Russland sein lassen. Denn aus genau diesem Grunde sehen wir den hybriden Krieg Russlands gegen die Ukraine. Nur diese Form der politischen und wirtschaftlichen Machtausübung machen diesen unerklärten Krieg im Informationszeitalter möglich.
....aber ich lass es mir gern erklären das ich das falsch sehe.
Du hast eine anscheinend eine andere Wahrnehmung als ich. Die Arbeitseinkommen unter Putin haben doch wohl unzweifelhaft zugelegt. Das dürfte doch auch dir nicht entgangen sein.

Und zu dem russischen Oligarchentum mal ein kleines Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit von dem auch ein Deutscher Produzent betroffen war: K + S. Das Oligopol (K+S aus Deutschland, Belkali aus BY und Uralkali,RF) geriet in Gefahr durch einen Alleingang der russischen Uralkali auseinander zu fallen mit einem Preissturz von 300 auf 110 US $. Lukaschenko lies bei "passender Gelegenheit" den CEO Baumgertner festsetzen. Um den Frieden wieder herzustellen forderte der weißrussischen Präsidenten, dass Kerimow seine Uralkali-Anteile veräussert.
Nach kurzer Empörung Russlands gegenüber Weißrussland ist das dann auch geschehen. Obwohl auch ausländische Gesellschaften Interesse an Uralkali hatten ging der Deal an Michail Prochorows Onexim. Die Vertriebsallianz wurde wieder hergestellt und die Preise stiegen.

Ich nenne das Oligarchentum unter der Maxime der Politik.
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Re: Pegida nochmal ..........

#27 Beitrag von toto66 » Montag 5. Januar 2015, 19:08

Ich finde das Kali-Beispiel ziemlich unpassend.
Erstens glaube ich nicht das der "Alleingang"ein Alleingang war. Es war wohl eher ein in Konsequenz misslungener Versuch.Nicht der erste. Man muss ziemlich naiv sein um dahinter nicht den Kreml zu vermuten.
"..Perfide Retourkutsche gegen Lukaschenko
Ein kurzer Blick zurück bringt noch mehr Licht ins Dunkel. Gerade als Weißrussland nach der mit sündhaft teuren Wahlgeschenken erkauften Wiederwahl Lukaschenkos Ende Dezember 2010 in eine katastrophale Wirtschaftskrise schlitterte und Lukaschenko sich händeringend nach Geldquellen umsah, witterte Russland die Chance, über eine erzwungene Privatisierung Zugriff auf Belaruskali zu erhalten.
Das hatte neben wirtschaftlichen auch politische Motive. Schließlich steht Belaruskali für zehn Prozent der weißrussischen Devisenumsätze und ist daher eine der wichtigsten Geldquellen für Lukaschenko, den Russland nur allzu gern gänzlich in seinen Händen hätte.
Der Diktator widersetzte sich allerdings vehement, als der damalige Uralkali-Chef Suleiman Kerimov 2011 über den Kauf zu verhandeln begann. Kerimov war bereit, 15 Milliarden Dollar auf den Tisch zu legen, Lukaschenko verlangte 30 Milliarden Dollar. Die Russen blitzten ab. .."
Ich würde das ähnlich werten wie den Versuch 2009 in den ostukrainischen Stahl-und Kohlesektor vorzustossen. damals, verkürzt ausgedrückt mit Mitteln, die Abramowitsch überraschenderweise zum Abschluss der Sibneft-Geschichte vom Kreml zugeschanzt bekam.
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Zweitens eigentlich nur ein Beispiel dafür das alles in den Händen weniger, dem Kreml sehr nahestehender Leute verbleibt.
Prochorow ist nicht nur einer der reichsten Leute Russlands, er diente ja in der Vergangenheit immer wieder als oppositioneller Zählkandidat bei russischen Operettenwahlen. Aus meinem Bekanntenkreis behaupten ziemlich viele steif und fest das seine politischen Ausflüge immer mit .. sagen wir es vorsichtig.. Wohlwollen aus dem Kreml begleitet werden. Naja, eigentlich sagen sie sie sie würden nach Absprache im exklusiven Männerbund gestartet...
Meine These, das Russland von einem überschaubaren Kreis Militärs, Geheimdienstler und alten und neuen Oligarchen beherrscht wird bestätigt das doch nur. Natürlich haben die die Mittel "Maximen" zu setzen. Sah man ja an Chodorkowski. Allerdings versteh ich unter Politik im eigentlichen Sinne eben wohl was anderes.

Arbeitseinkommen, stimmt, stetig gestiegen mit Ausnahme 2008/2009, glaube ich. Davon sprach ich allerdings nirgends.
2012 muss für die Arbeitnehmer ein gutes Jahr gewesen sein, die Reallöhne stiegen durchschnittlich um die 12%. Insgesamt ist auch das Arbeitsrecht ziemlich gut. Wobei man sagen muss das zwischen dem, was geschrieben steht und dem wie es ist ein grosser Unterschied besteht, je weiter man sich von den Zentren entfernt, desto grösser wird er...

"Wie das System Putin funktioniert? "Ganz einfach", sagt Georgij Satarow, Leiter des Moskauer Korruptionsforschungsinstituts Indem. "Gewaltenteilung existiert nicht mehr. Wir erleben die Auferstehung der korrupten Bürokratie sowjetischen Typs. Schon jetzt frisst sie jährlich 40 Milliarden Dollar Bestechungsgelder. Wie einst das Politbüro kontrollieren Putins Apparatschiks den politischen Prozess im Land. Wer gewählt werden will, muss bei ihnen um Erlaubnis fragen. Wer große Geschäfte abschließen möchte, braucht ihr Einverständnis."
"Die so genannten staatstreuen Unternehmer dürfen den Apparat und die Justiz für Geschäfte nutzen", sagt die Moskauer Eliteforscherin Olga Kryschtanowskaja, "solange sie loyal sind und dem Kreml gewisse Dienste erweisen.
..."
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Der Artikel ist schon alt. Die korrupte Bürokratie sowjetischen Typs ist auferstanden. Mit all ihrer Gewalt nach innen und nun eben auch nach aussen.

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Re: Pegida nochmal ..........

#28 Beitrag von paracelsus » Montag 5. Januar 2015, 20:43

ich möchte jetzt nicht einzelne Passagen deines Postings zitieren. Belkali ist nicht privatisiert worden.
Die weißrussische Devisenkrise von 2011 ist natürlich vom Kreml mitinszeniert worden da die RF Belarus indirekt mitfinanziert. Das hängt vornehmlich mit den Raffinerien in Belarus zusammen und damit, dass Belarus Öl zum Vorzugspreis erhält.... dann aber die raffinierten Produkte zum Weltmarktpreis verhökert - selbst nach Russland.

Um Belarus an der Seite zu halten forderte die RF eine Beteiligung an den Exporterlösen über eine Ausfuhrabgabe bzw. wollten sie den Bezugspreis für Rohöl erhöhen. Erschwerend kam 2011 noch hinzu, dass Belarus der Zollunion beitrat und ab dem 1.6. für Gebrauchtwagen ein mehrfaches des Zolls fällig wurde.
Die Belarussen haben daraufhin noch mal richtig zugeschlagen und sich die ohnehin schon knappen Devisen für ihren privaten Verbrauch gesichert. Der Kurs explodierte nach der Freigabe im März/April und Devisen wurden später sogar bewirtschaftet. Wer mit einer weißrussischen Kreditkarte im Ausland eine Rechung begleichen wollte, wird sich noch gut daran erinnern.......
Das hatte alles nichts mit Wahlgeschenken zu tun. Die Belarussen sind trotz allem mit ihrem "Batka" ganz zufrieden. Er geniesst erstaunliche Zustimmungswerte. Belarussische Behörden und Gerichte (ich habe als Ausländer vor einem belarussischen Gericht geklagt und Recht bekommen) arbeiten ordentlich und korruptionsarm.

Es liegt mir auch fern die RF als Hort der wirtschaftlichen oder politischen Freiheit darzulegen.
Ich bleibe lieber bei Handfestem. Mutmassungen, Spekulationen wie auch vorgefärbte Meinungen sind nicht unbedingt mein Ding.

Mir ging es darum, ein Beispiel zu finden an dem sich zeigen liess, wie Putin "seine" Oligarchen zu Untertanen gemacht hat, die der Maxime des Kreml folgen, auch wenn es mal weh tut. Über Korruption in den Verwaltungen der RF braucht sich m.E. kein ukrainophiler Member zu echauffieren. Ich glaube in der Disziplin "Korrution und Bestechung" gehört die Ukraine zur Weltspitze und muss Besserung erst einmal unter Beweis stellen. Wahrheitsministerien sind bestimmt kein guter Anfang.

Ich bin gespannt ob es der Ukraine gelingen wird ein Hort der Freiheit mit viel Raum für Andersdenkende zu werden......... .

Aber was hat das alles mit Pegida zu tun? Ich mach`s jetzt wie die Kölner am Dom - Licht aus.
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Re: Pegida nochmal ..........

#29 Beitrag von toto66 » Montag 5. Januar 2015, 22:42

ich möchte jetzt nicht einzelne Passagen deines Postings zitieren. Belkali ist nicht privatisiert worden.
Stimmt, nichts anders stand weiter oben. Ansonsten, glaube ich, reden wir ziemlich aneinander vorbei.
Wer ist denn "der Kreml", dessen Maximen man zu folgen hat ? Klingt ja fast so als gäbe es in Russland abseits der wirtschaftlichen Schwergewichte noch wichtige Personen mit ausschliesslich politischem Hintergrund... also mir ist da nicht eine bekannt.

Bei den Rohstoffressourcen Russlands und der angeblich so wohltätigen und effizienten "Regierung" müsste die Bevölkerung dort ein pro-Kopf-Einkommen wie die Emiratis haben oder aber die weltbesten Strassen, Schulen usw. Wo die ganze "Kohle" wohl ist ?

Und ja, Korruption gibts in der Ukraine reichlich. Es zeigte in der Regel auch niemand aus diesem Land nach Russland. Das geschah erst als der Präsident des auf Rang 136 des Korruptionswahrnehmungsindexes liegenden Landes begann sich mit dem Ausmass der Korruption in seinem westlichen Nachbarland öffentlich zu beschäftigen .. welches nur ganze 6 Plätze schlechter liegt, am Rande bemerkt. Beim Fussball würde man wohl sagen, ein gefühltes Unentschieden.

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Re: Pegida nochmal ..........

#30 Beitrag von paracelsus » Dienstag 6. Januar 2015, 15:18

toto66 hat geschrieben:
Wo die ganze "Kohle" wohl ist ?
Ganz so schlecht ist Putins Bilanz aber nun doch nicht............. .

Bild

Ist vielleicht auch ein Grund für seinen Rückhalt in der Bevölkerung. [smilie=sorry.gif]
Dosis sola facit venenum (Allein die Dosis macht das Gift).
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Re: Pegida nochmal ..........

#31 Beitrag von toto66 » Dienstag 6. Januar 2015, 16:36

hat jemand daran Zweifel geäussert ?
Ich kenne die wirtschaftlichen Eckdaten in Russland. Und wenn ich sicher 1999/2000 noch der Ansicht war das sie sich dank der Politik des Kreml so entwickelten wie sie es taten muss man in den letzten Jahren sagen "trotz Putin oder des Kreml". Warten wir mal die Zahlen 2015 ab...

Vermögensverteilung
Wo die Milliardäre in einer eigenen Liga spielen
...
Dem Credit-Suisse-Ranking zufolge verfügt in Russland das reichste Zehntel der Bevölkerung über sage und schreibe 84,8 Prozent des Vermögens. Der Abstand zu den nächstplatzierten Ländern Türkei, Hongkong und Indonesien ist so groß, dass Credit Suisse schreibt, für Russland müsse in dieser Beziehung eigentlich eine eigene Kategorie gebildet werden. In den drei genannten Ländern beträgt der Anteil des reichsten Zehntels der Bevölkerung am Gesamtvermögen jeweils etwas mehr als 77 Prozent.
....
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was nun nicht für eine auch nur ansatzweise gerechte Gesellschaft spricht. Denn wenn diese 84,4% stimmen und es ja offensichtlich auch eine relativ vermögende Mittelschicht gibt, die man da und dort beim shoppen und Ski laufen trifft muss ein sehr grosser Teil der Bevölkerung zwischen nichts und gar nichts haben. Was dann für mich auch die Frage aufwirft ob die oben gezeigten Zahlen hinsichtlich Arbeitseinkommen und Pensionen nicht darüber hinwegtäuschen das einzelne Gruppen stark zulegen und andere, zahlenmässig grosse ziemlich wenig. Offensichtlich werden die Lohnzuwächse bei grossen Teilen der Arbeitnehmer von der Inflation aufgezehrt.

Aber natürlich hat sich die RF seit 1999 wirtschaftlich positiv entwickelt und natürlich geniesst Putin auch deshalb, wegen der eingekehrten wirtschaftlichen Stabilität, an Rückhalt in der Bevölkerung. Allerdings finde ich persönlich das die Entwicklung angesichts der Ressourcen des Landes eben nicht so ist wie sie sein könnte oder sollte. Vielleicht muss man sagen, dank der Ressourcen entwickelt sich die RF trotz der Putinschen Autokraten und Kleptokraten wirtschaftlich positiv. Beleg dafür wäre ein Einbruch durch gesunkene Öl-und Gaspreise. Schliesslich sollte man nach 15 Jahren guter Regierungsführung in der Lage gewesen sein bei sprudelnden Einnahmen nachhaltiges Wachstum und eine innovative industrielle Basis zu schaffen.

ein Blick auf die Vermögensentwicklung jener russischen Oligarchen über die Jahre und die jeweiligen politischen Verstrickungen lässt im übrigen auch Schlüsse zu...

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Re: Pegida nochmal ..........

#32 Beitrag von Anuleb » Dienstag 6. Januar 2015, 17:34

paracelsus hat geschrieben:
toto66 hat geschrieben:
Wo die ganze "Kohle" wohl ist ?
Ganz so schlecht ist Putins Bilanz aber nun doch nicht............. .

Bild

Ist vielleicht auch ein Grund für seinen Rückhalt in der Bevölkerung. [smilie=sorry.gif]
Den grössten Vorteil, den Putin bezüglich seiner Bilanzen hat, ist doch nur, dass er in eben jener Zeit am Machthebel sass und sitzt. So, wie die Wirtschaft des Landes aufgebaut ist, wäre sie mit dem Ölpreishype so und so in die Höhe geschossen. Viel erreicht hätte er, wenn der russischen Wirtschaft die jetzt sinkenden Ölpreise nichts oder nur wenig ausmachen würden. Auch wenn ich die Zahlen keineswegs anzweifeln möchte, so fallen sie meiner unbescheidenen Meinung nach letztenendes unter die Rubrik potemkinsche Dörfer. Im Westen kennt sich mit diesen Dörfern allenfalls Hollywood richtig gut aus, und die scheffeln damit Milliarden :-) Russland blendet damit allenfalls seine Bevölkerung.

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Re: Pegida nochmal ..........

#33 Beitrag von Sonnenblume » Dienstag 6. Januar 2015, 18:41

paracelsus hat geschrieben:
toto66 hat geschrieben:
Wo die ganze "Kohle" wohl ist ?
Ganz so schlecht ist Putins Bilanz aber nun doch nicht............. .

Bild

Ist vielleicht auch ein Grund für seinen Rückhalt in der Bevölkerung. [smilie=sorry.gif]
Vielleicht sollte man sich das hier auch mal dazu anschauen: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
Die Diagramme relativieren die Zahlen ganz schön.

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Re: Pegida nochmal ..........

#34 Beitrag von Kolobok » Dienstag 6. Januar 2015, 19:18

Was die tollen Statistiken wert sind haben ja gerade die letzten Monate gezeigt.
Ich finde ja auch diese Seite ganz gut: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
Ich habe da mal ein bischen rumgespielt und geschaut, was denn die Bilanz von Putins letzter Wahlperiode von Mitte 2012 bis heute so ist.

Inflationsrate ist von unter 4% rauf auf 11%
BIP hat sich jetzt von 1,9 mrd. $ auf 2,09 nicht so wahnsinnig verändert
Die Devisenreserven sind von 510 mrd. $ auf 420 geschrumpft
Die Auslandsverschuldung ist um 110 mrd. $ auf 680 mrd. $ angestiegen

Die Prognosen für 2015 sind nicht besonders rosig.

Also so richtig erfolgreich finde ich das jetzt nicht...

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Re: Pegida nochmal ..........

#35 Beitrag von paracelsus » Dienstag 6. Januar 2015, 20:12

Sonnenblume hat geschrieben:Vielleicht sollte man sich das hier auch mal dazu anschauen: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... ... ia.html#t1
Die Diagramme relativieren die Zahlen ganz schön.
R O F L LOL
Kolobok hat geschrieben: Also so richtig erfolgreich finde ich das jetzt nicht...

....... insbesonders, wenn man die Zahlen mit denen der Ukraine vergleicht. [smilie=crazy.gif]
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Re: Pegida nochmal ..........

#36 Beitrag von eurojoseph » Dienstag 6. Januar 2015, 20:40

paracelsus hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:Vielleicht sollte man sich das hier auch mal dazu anschauen: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... ... ia.html#t1
Die Diagramme relativieren die Zahlen ganz schön.
R O F L LOL
Kolobok hat geschrieben: Also so richtig erfolgreich finde ich das jetzt nicht...

....... insbesonders, wenn man die Zahlen mit denen der Ukraine vergleicht. [smilie=crazy.gif]
was machen sie noch im Ukraine Forum sie Hetzer ?? immerhin ruiniert ihr Russland seit Jahren die Ukraine, da brauchts sowas wie sie hier....ich kann gar nicht so viel essen, wie ich auf ihre posts speien moecht ......

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Re: Pegida nochmal ..........

#37 Beitrag von Anuleb » Dienstag 6. Januar 2015, 20:50

paracelsus hat geschrieben:...


....... insbesonders, wenn man die Zahlen mit denen der Ukraine vergleicht. [smilie=crazy.gif]
Wenn man so deine Massstäbe nimmt, könnte man auch das BIP von Syrien nehmen. Dann würde Putin in der Tat richtig gut da stehen SENILE

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paracelsus
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Re: Pegida nochmal ..........

#38 Beitrag von paracelsus » Dienstag 6. Januar 2015, 21:14

eurojoseph hat geschrieben:hab jetzt dasThesenpapier der PEGIDA gelesen - ich find das gut.........
@eurojoseph: Wenn "Kreaturen" ihrer Weltanschauung mich kritisieren, dann ist das für mich wie eine Auszeichnung.

Anuleb hat geschrieben:Wenn man so deine Massstäbe nimmt, könnte man auch das BIP von Syrien nehmen. Dann würde Putin in der Tat richtig gut da stehen SENILE
Wieso, ist das von Syrien noch schlechter?
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Re: Pegida nochmal ..........

#39 Beitrag von Sonnenblume » Dienstag 6. Januar 2015, 21:59

paracelsus hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:Vielleicht sollte man sich das hier auch mal dazu anschauen: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... ... ia.html#t1
Die Diagramme relativieren die Zahlen ganz schön.
R O F L LOL
Die Zahlen und Diagramme nicht verstanden, oder was freut dich da so?
paracelsus hat geschrieben:
Kolobok hat geschrieben: Also so richtig erfolgreich finde ich das jetzt nicht...

....... insbesonders, wenn man die Zahlen mit denen der Ukraine vergleicht. [smilie=crazy.gif]
Hat der "große Bruder" doch nicht so viel geholfen, wie immer von Leuten deiner Weltanschauung behauptet?

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Malcolmix
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Re: Pegida nochmal ..........

#40 Beitrag von Malcolmix » Mittwoch 7. Januar 2015, 01:14

paracelsus hat geschrieben:Klar, nach dem Wegfall der "Kommunistischen Bedrohung" konnte die freie Marktwirtschaft gestärkt werden. Es gab ja kein Gegenmodell mehr....... . Aber dies wurde erst in den 90igern sichtbar.
Der Gedanke an den "schwachen Staat" kam doch erst in den 90igern, zumindest ind Deutschland, so richtig auf. Da geschahen auch die Exporte der Arbeitsplätze in die Volkswirtschaften des ehemaligen Ostblocks und nach Südostasien. Im neuen Jahrtausend erspielte sich dann China eine führende Rolle in der Globalisierung der Wirtschaft.
Puh - das ist auch immer mein Reden. Wobei der Wegfall der "kommunistischen Bedrohung" bereits in den 80ern begann. Die soziale Marktwirtschaft hat sich mal auf Deutschland bezogen gegenüber dem planwirtschaftlichen Modell als das Stärkere erwiesen. Aber eben auch darum, weil es den unteren Schichten verhältnismäßig gut ging. Es gab zwar in den 80ern auch eine Wohnungsnot, die nach meiner Erinnerung sogar schwerer war als heute (in Münster haben die Leute auf Todesanzeigen mit nem Mietgesuch reagiert...), aber im Verhältnis ging die Schere zwischen arm und reich nicht so weit auseinander wie heute (auf Deutschland bezogen). Und damit meine ich die untere Mittelschicht.
paracelsus hat geschrieben:Den Ausbau des "Billiglohnsektors" muss man natürlich auch unter dem Aspekt des Arbeitsplatztransfers der 90iger und insbesonders unter dem Globalisierungsentwurf des neuen Jahrtausends betachten.
Da stimme ich mit Dir absolut überein.
paracelsus hat geschrieben:Lass doch einfach Russland mal Russland sein. Es kommt darauf an wie die Ukraine sich gestalten wird. Ganz abgesehen davon entwickelte sich eine ernstzunehmende Mittelschicht in der RF erst nach der Ära Jelzin. Dass Putin mit der Oligrchenwirtschaft nicht zur Gänze aufräumte ist für mich ebenfalls nicht zu entschuldigen. Allerdings unterstellte er die Oligarchen der politischen Maxime - anders als in der Ukraine - in der die Politik von den Oligarchen gesteuert wird.
Gegenüber Jelzins katastrophaler Ära waren Putins erste zwei Amtsperioden für Russland ganz sicher ein großer Fortschritt. Das würde ich auch jederzeit bestätigen. Das Fatale meines Erachtens ist seine jetzige Amtsperiode. Ich habe gestern mit einem gesprochen, der in Moskau wohnt. Und der bestätigte, daß die Lebensmittel in Moskau um 20% in letzten Jahr teurer geworden sind. Und er in seiner Firma kaum noch Geschäftsabschlüsse tätigen kann.

Übrigens sehe ich wie Du, daß in der Ukraine die Politik in den letzten Jahren immer mehr von Oligarchen gesteuert wird. Auch stärker, als es in Russland der Fall ist. Putin ist in Russland derjenige, von dem die Oligarchen abhängen. Inwieweit es eine gegenseitige Abhängigkeit ist, vermag ich nicht ganz zu beurteilen. Zumindest gelingt es Putin, seinem Volk glauben zu machen, der russische Staat beherrsche die Oligarchen. Ich bin mir da nicht so sicher.

Was die Ukraine betrifft: Die beherrschende Stellung der ukrainischen Oligarchen wird von Russland eher gestützt. Und darum wirst Du kaum ohne Russland die Ukraine betrachten können. Die mafiöse Verzahnung der Oligarchen beider Länder bildet für die Ukraine ein doppeltes Problem. Ein Angriff auf die ukrainischen Oligarchen wird als Angriff auf Russland interpretiert. So nach dem Motto: Wenn ihr euch andere Oligarchen sucht, mit denen wir einfache Geschäfte betreiben können, ist alles gut. Schöne Grüße an Julia...
paracelsus hat geschrieben:Die Pegida-Verwerfung wird sich auch wieder verlaufen. Eine "Volkspartei" wird sich der entsprechenden Klientel schon annehmen und deren Verwirrungen irgendwie in "handfeste" Politik umsetzen. Ein Bisschen Verschärfung des Ausländerrechts und Änderung des Asylrechts geht doch immer.
Nur die Hohlköpfe, die immer noch nach ihrem Gartenzaun suchen kann man nicht so schnell ändern.
Ich bin mir nicht so ganz sicher. Gerne würde ich Dir da zustimmen, daß diese Bewegung sich verlaufen wird. Ich befürchte aber, diese Bewegung hat tieferliegende Gründe. Der Machtkampf innerhalb der AfD zeigt dies auch ganz deutlich. Die Spitze bestehend aus Lucke und Henkel hatten vermutet, man könne einen elitären Zirkel mit eurokritischen Thesen zu einer politischen Kraft entwickeln. Und sie haben erschreckend lange in ihrem Elfenbeinturm nicht gemerkt, daß sie den dumpfen Stammtisch bedienen. Grad Henkel hat sich ja schon oft in Diskussionen als beratungsresistent erwiesen.
paracelsus hat geschrieben:Für mich ist es ebenfalls ein wenig tragikomisch, dass "Mutti" ihr Standing in der Bevölkerung zu einem gehörigen Maße SPDlern wie Altkanzler Schröder und Steinbrück verdankt.
Da stimme ich sowohl Anuleb, als auch Dir zu. Hartz4 war ein wohl notwendiger Entwurf einer Reform. Und es erwies sich ebenso, daß man einige Dinge schnell ändern mußte (zum Beispiel dieser Irrsinn, daß man anfangs seine Wohnung verkaufen mußte, um Geld erhalten zu können).

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Anuleb
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Re: Pegida nochmal ..........

#41 Beitrag von Anuleb » Mittwoch 7. Januar 2015, 17:45

Malcolmix hat geschrieben:....
paracelsus hat geschrieben:Die Pegida-Verwerfung wird sich auch wieder verlaufen. Eine "Volkspartei" wird sich der entsprechenden Klientel schon annehmen und deren Verwirrungen irgendwie in "handfeste" Politik umsetzen. Ein Bisschen Verschärfung des Ausländerrechts und Änderung des Asylrechts geht doch immer.
Nur die Hohlköpfe, die immer noch nach ihrem Gartenzaun suchen kann man nicht so schnell ändern.
Ich bin mir nicht so ganz sicher. Gerne würde ich Dir da zustimmen, daß diese Bewegung sich verlaufen wird. Ich befürchte aber, diese Bewegung hat tieferliegende Gründe. Der Machtkampf innerhalb der AfD zeigt dies auch ganz deutlich. Die Spitze bestehend aus Lucke und Henkel hatten vermutet, man könne einen elitären Zirkel mit eurokritischen Thesen zu einer politischen Kraft entwickeln. Und sie haben erschreckend lange in ihrem Elfenbeinturm nicht gemerkt, daß sie den dumpfen Stammtisch bedienen. Grad Henkel hat sich ja schon oft in Diskussionen als beratungsresistent erwiesen.

...
Ich wage mal einen Blick in die Glaskugel:

Die "Pegida-Verwerfung" wird mit ziemlicher Sicherheit nicht im Sande verlaufen. Die Initiatoren werden eher versuchen, wenn gewisse Mitgliederzahlen bei den Demos erreicht sind, auch andere Themenpunkte zu setzen, um noch mehr Teilnehmer zu werben. Momentan stellt sich die Sache doch so dar, dass diese Demos von Politik und Medien in die faschistische Ecke gestellt werden. Das ist eben die vermeintlich einfachste Methode, um die Teilnehmer der Demos und die Demos selber zu diskreditieren. Gleichzeitig ist das aber auch Ausdruck grösstmöglicher Unwissenheit und Ahnungslosigkeit über die Zusammensetzung der Demonstrierenden und deren eigentliche Motivation. Schliesslich ist ziemlich offensichtlich, dass dort eben nicht nur die üblichen ausländerfeindlichen Dumpfbacken und Hohlköpfe unterwegs sind, sondern Leute wie Du und ich aus dem Mittelstand. Und gerade wenn sich letztere dazu entschliessen, freiwillig an solcherlei Demonstrationen teilzunehmen, und zwar ohne dass dazu von prominenter Seite aufgerufen worden ist, dann fängt es irgendwann an gefährlich zu werden für die arrivierte Politikerkaste. Den Politikern, welche noch nicht gänzlich den Kontakt zur "Basis" und ihrem Wahlkreis verloren haben, ist durchaus bewusst, dass dieser Mittelstand in zunehmendem Umfange mit Alltags- und Zukunftsproblemen/-sorgen zu kämpfen hat. Und diesbezüglich spielt die sogenannten "Ausländerproblematik" eine absolut untergeordnete Rolle.

Das letzte Mal, als die CDU auf rechtsaussen Demonstrationen eingegangen ist, war in Baden-Würtemberg. Das Ende vom Lied war, dass rechtsextreme Parteien auf einmal salonfähig geworden sind, und sich die CDU mit den damaligen Republikanern im Landtag auseinandersetzen durfte. Auf gar keinen Fall wird die CDU eine Wiederholung riskieren, und sich daher davor hüten, eine Verschärfung des Ausländerrechts durchzusetzen.

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Re: Pegida nochmal ..........

#42 Beitrag von eurojoseph » Mittwoch 7. Januar 2015, 18:26

paracelsus hat geschrieben:
eurojoseph hat geschrieben:hab jetzt dasThesenpapier der PEGIDA gelesen - ich find das gut.........
@eurojoseph: Wenn "Kreaturen" ihrer Weltanschauung mich kritisieren, dann ist das für mich wie eine Auszeichnung.

Na ja wenn es so ist, das Kompliment kann ich vollinhaltlich zurúckgeben, aber es ist schon irgendwie bezeichnend
einen Halbsatz zu zitieren um mir DAMIT einen Strick zu drehen.ich find das Thesenpapier auch immer noch gut, dagegen istnichts zu sagen - allerdings sind die wahren Inhalte der Pegida teils andre und keine scharfe Abgrenzung zu NPD und Co..... und Papier bekanntlich geduldig - des weiteren sind die Pegida - Leute mit ihrem *Putin hilf* - Geschleime wohl doch eher ihre Kragenweite....
und weiters die Ukraine hat in der Vergangenheit NICHT ueberall Land zusammengestohlen, dessen Bodenschaetze jetzt Moskaus Bilanzen schoenen bzw. schoenten....Sibirien, der Kaukasus ehemals das Baltikum, Bessarabien, jetzt die Krim, einmal Landräuber, immer Landräuber....passt schon, passt sogar sehr gut....
desweiteren erneuere ich meine Frage ....geht ihnen einer ab, wenn sie HIER antiukrainisches Gift verspritzen ????
gehen sie doch zu den pro-russen, oder bekommen sie von denen Geld fúr ihren geistigen Abschaum hier dargebracht ????

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paracelsus
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Re: Pegida nochmal ..........

#43 Beitrag von paracelsus » Mittwoch 7. Januar 2015, 19:21

Malcolmix hat geschrieben:
Ich bin mir nicht so ganz sicher. Gerne würde ich Dir da zustimmen, daß diese Bewegung sich verlaufen wird. Ich befürchte aber, diese Bewegung hat tieferliegende Gründe. Der Machtkampf innerhalb der AfD zeigt dies auch ganz deutlich. Die Spitze bestehend aus Lucke und Henkel hatten vermutet, man könne einen elitären Zirkel mit eurokritischen Thesen zu einer politischen Kraft entwickeln. Und sie haben erschreckend lange in ihrem Elfenbeinturm nicht gemerkt, daß sie den dumpfen Stammtisch bedienen. Grad Henkel hat sich ja schon oft in Diskussionen als beratungsresistent erwiesen.
Das war doch in der Vergangenheit immer so - ob Schill in Hamburg, die Reps, die radikalen rechten Gruppierungen. Auf der rechten Seite der Mitte wurden alle wieder vereinahmt. Das wird m.E. auch mittelfristig die AfD erlebenen. Spätestens wenn Parlamente erreicht werden, wird die fehlende Qualität der Themen und Mandatsträger offensichtlich..... .
Es zeigt sich doch immer wieder, dass nur populistische Themen wie Ausländerfeindlichkeit und öffentliche Ordnung nicht ausreichend sind, um langfristig "politisch erfolgreich" zu sein.

In wie weit Pegida den Mittelstand spiegelt? Ich hoffe nicht, ich würde jedenfalls noch nicht mal aus Neugier zu deren Veranstaltungen gehen.
Was ich bisher aber sah, spiegelt eher eine gewisse Hohlheit in den Köpfen der Pegidaisten wieder.
Unbestritten, es gibt sicherlich noch eine ruhende Anhängerschaft deren Anzahl vermutlich über die Wahlergebnisse der rechten Gruppierungen hinausgeht. Eine Nationalisierung der Politik scheint im Trend der Zeit zu liegen.

Trotzdem gelang es den Unionsparteien immer ganz gut dieses Spektrum mit kleinen Zugeständnissen in der Sicherheitspolitik sowie über Verschärfungen in der Ausländerpolitik einzubinden. Damit wird natürlich dieses Spektrum nicht beseitigt werden, sondern sie werden lediglich auf "leise" gestellt.

Dass allerdings die "Europäischen Patrioten" von einem möglichen "Grexit" profitieren würden vermute ich schon. Mit dem Austritt Griechenlands wird ein Schuldenschnitt kommen. Allein die EZB hält griechische Anleihen von über 30 Mrd. Eurönchen und die Abschreibungen darauf dürften dann verallgemeinschaftet werden.... . Ich glaube, das hätte dann sogar Einfluss auf die bedürftige Ukraine........
Dosis sola facit venenum (Allein die Dosis macht das Gift).
Die es gut meinen, das sind die schlimmsten.
Paracelsus (Philippus Aureolus Theophrastus Bombast von Hohenheim) 1493 - 1541

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Re: Pegida nochmal ..........

#44 Beitrag von Sonnenblume » Freitag 9. Januar 2015, 12:39

Sonnenblume hat geschrieben:
toto66 hat geschrieben: Ich hab das Plakat: Putin, hilf uns! noch deutlich vor Augen....
Ich auch und seit den letzten Tagen kann ich mir auch vorstellen, wer das bestellt hat. Ich war gerade 3 Tage im Zentrum von Dresden. Man hört sehr viel Russisch, sowohl auf der Straße, als auch in den Museen. Die Besucher, die Verkäufer an Imbissständen, die "Aufseher" in Museen, Stadtführer - Russisch wohin du hörst. Die in den Souvenierständen angebotenen Bücher in russischer Sprache überwiegen bei Weitem und die bei den Russen beliebten Magnetiki sind überall zu finden. Im Hotel findest du ein hervorragendes kostenloses Prospekt zu den Touristenangeboten in Dresden - leider nicht auf Deutsch - dafür aber auf Russisch.
Ist doch komisch, dass man ausgerechnet in so einer Stadt angeblich fremdenfeindlich ist, wenn man von und mit den "Fremden" so gut lebt. Für mich ist Pegida inszeniert und ein Haufen "nützlicher Idioten" haben sich gefunden mitzuhelfen, Deutschlands demokratisches System zu zersetzen.
Sogar bis in Zeitonline hat es der Fakt geschafft:
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Re: Pegida nochmal ..........

#45 Beitrag von Anuleb » Mittwoch 14. Januar 2015, 20:15

Siehst wohl so in etwa habe ich es mir vorgestellt:
Der "typische" Demonstrant bei den Protesten der Anti-Islam-Bewegung Pegida in Dresden kommt einer Studie zufolge aus der Mittelschicht und ist gut ausgebildet. Die meisten Teilnehmer an den Protesten sind zudem berufstätig, wie eine von der TU Dresden veröffentlichte Untersuchung ergab. Das wesentliche Motiv der Demonstranten ist demnach eine generelle "Unzufriedenheit mit der Politik".
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