Fotos, Videos und Musik ....Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

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Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#1 Beitrag von Handrij » Donnerstag 9. Februar 2017, 13:54


Anlass war eine Ausstellung des Anarchisten David Tschytschkan über die Folgen des Maidans mit dem Titel "Vertane/verschenkte Möglichkeit" (Втрачена можливість). Die Nazis hinterließen an den Wänden die üblichen Sprüche: "Diener der Separatisten", "Sprachrohr Moskaus" und natürlich "Slawa Ukrajini", ohne geht es ja nicht. Die Polizei kam vierzig Minuten später.
Ein Interview mit Tschytschkan über die Ausstellung usw. bei der Prawda: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#2 Beitrag von OhWeh » Donnerstag 9. Februar 2017, 15:40

Laut mbert wird aber das Problem mit den Nazis total übertrieben, macht wohl beide Augen zu.
Und laut dem dicken ist die Meinungsfreiheit in der Ukraine geradezu aufgeblüht.

Da werden z.B. von den Idioten regelmäßig russische Banken beschädigt und die Polizei schaut oft genug nur zu.
Dazu sind die Nazis aktuell wesentlich besser bewaffnet.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#3 Beitrag von Germanman » Donnerstag 9. Februar 2017, 17:01

OhWeh

Welche russischen Banken werden "regelmäßig beschädigt", wenn doch lt. einer Ihrer Leib- und Magenquellen Quellen - sputniknews - die Banken aus Russland im Jahre 2016 die Ukraine verlassen wollten?

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Oder schätzen Sie die russischen "Quellen" als Teil der zitierten Lügenpresse ein? Da liegen Sie ausnahmsweise einmal richtig. Gratulation, dass Sie zu dieser profunden Erkenntnis gelangt sind. BRAVO!

Grundsätzlich ist es dringend erforderlich, dass Sie Ihren persönlichen Kompass mal in Richtung hin auf eine logische und nachvollziehbare Argumentationslinie nachjustieren sollten.

Ich dachte immer, so etwas lernt man automatisch, wenn man sich als Sprachrohr für die Putin´schen Interessen verkauft hat.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#4 Beitrag von mbert » Donnerstag 9. Februar 2017, 17:19

OhWeh hat geschrieben:Laut mbert wird aber das Problem mit den Nazis total übertrieben, macht wohl beide Augen zu.
Kommt darauf an, wer darüber spricht. Dass Du total übertreibst, halte ich allerdings für gegeben.
OhWeh hat geschrieben:Und laut dem dicken ist die Meinungsfreiheit in der Ukraine geradezu aufgeblüht.
Kommt darauf an, womit Du es vergleichst. Im Vergleich zu 2010 - Anfang 2012 ist allerdings die Meinungsfreiheit in der Ukraine geradezu aufgeblüht, wie auch übrigens die Meinungsvielfalt in den Medien.
OhWeh hat geschrieben:Da werden z.B. von den Idioten regelmäßig russische Banken beschädigt und die Polizei schaut oft genug nur zu.
"Regelmäßig" ist für Dich natürlich alles, was Deine These von der "Nazi-Ukraine" stützt. Jedes Filmchen, das Du oder jemand anders hier einstellt, zeigt erst einmal nicht mehr als genau jeweils einen Vorfall. Aber die Bilder haben ja auch einen anderen Zweck - sie appellieren an das Unterbewusste: wer wütend ist, macht sich nicht mehr so viele Gedanken darüber, ob das Gezeigte irgendwie für irgendetwas typisch ist.
OhWeh hat geschrieben:Dazu sind die Nazis aktuell wesentlich besser bewaffnet.
Die am besten bewaffneten Nazis sitzen im Donbass in den völkischen "Republiken" - die haben Panzer und GRAD.
Aber, ach ja, die sind ja "Antifaschisten", hätte ich fast vergessen :)
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#5 Beitrag von Handrij » Donnerstag 9. Februar 2017, 17:57

@Germanman
Dank der Rekapitalisierungsauflagen der Zentralbank war Russland im vorigen Jahr der größte ausländische Direktinvestor. Von den 3,8 Milliarden Dollar gingen mindestens 2,2 Milliarden in die russischen Banken hier. Das wären die Sparkasse, die Prominvestbank, die Tochter der Außenhandelsbank BM-Bank und die Alfa-Bank.
mbert hat geschrieben:
OhWeh hat geschrieben:Und laut dem dicken ist die Meinungsfreiheit in der Ukraine geradezu aufgeblüht.
Kommt darauf an, womit Du es vergleichst. Im Vergleich zu 2010 - Anfang 2012 ist allerdings die Meinungsfreiheit in der Ukraine geradezu aufgeblüht, wie auch übrigens die Meinungsvielfalt in den Medien.
So lange du die "richtige" Meinung hast, kann man das gelten lassen, ansonsten ist das als schlechter Witz zu verstehen.
mbert hat geschrieben:
OhWeh hat geschrieben:Da werden z.B. von den Idioten regelmäßig russische Banken beschädigt und die Polizei schaut oft genug nur zu.
"Regelmäßig" ist für Dich natürlich alles, was Deine These von der "Nazi-Ukraine" stützt. Jedes Filmchen, das Du oder jemand anders hier einstellt, zeigt erst einmal nicht mehr als genau jeweils einen Vorfall. Aber die Bilder haben ja auch einen anderen Zweck - sie appellieren an das Unterbewusste: wer wütend ist, macht sich nicht mehr so viele Gedanken darüber, ob das Gezeigte irgendwie für irgendetwas typisch ist.
Awakows Asow-Truppe bzw. der "Nationale Korpus" führen gerade eine Kampagne gegen russische Banken. Mit Balalaika-Performances und anderen voll kreativen Sachen. Würde mich nicht wundern, wenn Awakow am Ende um mindestens eine Bank reicher ist. Will ja sonst niemand kaufen. Wird natürlich alles ganz transparent über diverse Firmen in Panama, den Virgin Islands und Zypern abgewickelt.
photo_2017-01-30_09-34-51.jpg
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radhHZSnMTA.jpg

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#6 Beitrag von Handrij » Donnerstag 9. Februar 2017, 18:11

btw noch die Presseerklärung zum Pogrom:
The attack on Visual Culture Research Center:
Right Wing Radicals Destroyed The Lost Opportunity exhibition
by Davyd Chychkan

Ausstellung-David_Tschytschkan.jpg
On Tuesday, February 7, at 17:40, approximately fifteen people broke into Visual Culture Research Center. They beat up the security guard, destroyed the exhibition The Lost Opportunity by Davyd Chychkan, stealing four artworks and heavily damaging others.

Dedicated to the war and post-Maidan situation in Ukraine, the exhibition The Lost Opportunity by Davyd Chychkan had opened in Visual Culture Research Center on Thursday, February 2. Threats to the artist and organizers, as well as calls to destroy the exhibition were subsequently posted on the social media pages of the far right groups and bloggers.

In order to guarantee safety of the visitors and the artist, we cancelled Davyd Chychkan’s guided tour of the exhibition on Saturday, February 4 and closed it for the weekend. Despite the announced cancellation of the tour, and closed doors of the exhibition, a group of young men gathered in front of the VCRC entrance door (Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...). They severely beat up a passerby and attacked two visitors using a pepper spray. One of the visitors filed a complaint to the police. The mentioned individuals also broke and torn off the plastic sign and the advertising banner of the exhibition.

On Tuesday, February 7 the exhibition was reopened in accordance with its regular working hours. A young man was noticed observing the entrance doors to the exhibition. A member of VCRC asked whether he wanted to come in and the man answered that he would come back later. Because of his suspicious behavior and outfit that is typical for the far right subculture, the workers of Visual Culture Research Center called the police and closed the door, opening it only for each visitor.

Around 17:40 the security guard who was working at the exhibition together with the VCRC members, opened the door for three visitors to come in. About 15 people broke into the premises with their faces covered. They used a pepper-spray, encircling the security guard, threatening him, and demanding to lay on the ground. Eventually, several persons attacked the guard, punching him in the face, while the rest of the group were destroying the artworks and filming the action using their mobile phones. Trying to break into the office room, where VCRC members stayed behind closed door, yet not successfully, the group left, taking several artworks and books from the exposition.

Please find a link to the video surveillance camera inside the VCRC gallery space. (Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...)

Among the graffiti the attackers made on the walls, there is a trident (the emblem of Ukraine) that is shaped as a Celtic cross, proving that it was the neo-Nazis who carried out the attack. Until now, none of far-right groups in Ukraine or Russia claimed responsibility for the attack.

The police opened criminal investigation under Article 296 of the Criminal Code of Ukraine as "a hooligan act committed by a group of persons" that could be reclassified.

The exhibition presented ten graphic paintings by Davyd Chychkan. Four were stolen, while three were completely destroyed. Only two works survived the attack and one was slightly damaged. We preliminary estimate the losses of works at 6 000 dollars. The damage of the Center (broken walls, destroyed protective shield, a broken heater, etc.) are estimated at 1 500 dollars.

The Lost Opportunity exhibition by Davyd Chychkan, organized by the Visual Culture Research Center, is dedicated to the war and post-Maidan situation in Ukraine. The Lost Opportunity poses the questions that have been in the air for more than three years: what was this event and what it could have become? According to the artist, Maidan is a lost opportunity for the Ukrainian society to accomplish a social revolution, which would mean not only to defend dignity, but rather finally gain dignified living conditions. In series of graphic works Davyd was exploring the reasons and reflecting on the consequences of this loss, among which the so-called "decommunization" phenomenon that crystallizes the traits of counterrevolution in the context of political ignorance.

It is not for the first time that Visual Culture Research Center is being attacked. In September 2014 not far from Kontraktova Square metro station the head of VCRC Vasyl Cherepanyn was severely beaten up by seven people in camouflage gear. In May 2012 two young men attacked the exhibition A Room of My Own by Yevgenia Belorusets, dedicated to the every day lives of queer families in Ukraine, and beaten up the security guard. In December 2010 the participants of Anti-Yolka rally on the occasion of International Human Rights Day within the framework of The Ideology of Difference conference were attacked at a metro station. In November 2010 the unknown masked individuals attacked the participants of the event dedicated to the Transgender Day of Remembrance by throwing a smoke pellet. None of these incidents has ever been investigated.

Visual Culture Research Center (VCRC) was founded in 2008 as a platform for collaboration between academic, artistic, and activist communities. VCRC is an independent initiative, which is engaged in publishing, artistic activities, research, organization of public lectures, discussions, and conferences. In 2015 Visual Culture Research Center received the European Cultural Foundation’s Princess Margriet Award. Visual Culture Research Center was also an organizer of The School of Kyiv – Kyiv Biennial 2015.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#7 Beitrag von Germanman » Donnerstag 9. Februar 2017, 18:17

"@Germanman
Dank der Rekapitalisierungsauflagen der Zentralbank war Russland im vorigen Jahr der größte ausländische Direktinvestor. Von den 3,8 Milliarden Dollar gingen mindestens 2,2 Milliarden in die russischen Banken hier. Das wären die Sparkasse, die Prominvestbank, die Tochter der Außenhandelsbank BM-Bank und die Alfa-Bank."


Wenn dem so ist, lagen die russischen "Quellen" daneben. Diese wollten natürlich verkaufen, dass die Ukraine ein derart unsicheres Pflaster ist, von dem sich die hochintelligenten russischen Geldgeber nur noch zurückziehen können. Wie man auch hier wieder sieht, alles kann man im Leben eben nicht haben.

Im übrigen mögen die aufrechterhaltenen Auslandsinvestitionen in der Ukraine natürlich als geeignetes Vehikel für eine zukünftige Destabilisierung und menschliche Infiltration dienen. Der Kreml will schließlich einen direkten Zugriff auf auf den Feind besitzen, in welcher Weise auch immer. D. h. in der Weise, die der Gegner zulässt. Die Russen planen lange im Voraus und sind immer sehr geduldig, bis sie dann plötzlich die Rechnung präsentieren.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#8 Beitrag von Handrij » Donnerstag 9. Februar 2017, 18:24

Sputnik hat den Kommersant zitiert und da steht "wollen". Das Problem ist wie bei allem hier. Wenn es nicht wirklich spottbillig ist, findet sich kein Käufer und vor allem im Bankensektor wird sich in den nächsten Jahren hier kein Geld machen lassen.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#9 Beitrag von mbert » Donnerstag 9. Februar 2017, 19:10

Handrij hat geschrieben:So lange du die "richtige" Meinung hast, kann man das gelten lassen, ansonsten ist das als schlechter Witz zu verstehen.
Ich glaube, ich verstehe, worauf Du hinaus willst. Nur: Es gibt jede Menge verschiedener politischer Positionen, jede Menge Diskussion und jede Menge Kritik am Präsidenten, den Ministern usw. Ja, eine Einschränkung gibt es: in Kriegszeiten für den Kreigsgegner zu sein, kommt nicht gut. Kennst Du ein Land, bei dem es sich zu Zeiten eines Krieges anders verhält? Weißt Du noch, wie unter Janukowytsch die freien/kritischen Massenmedien einer nach dem anderen einknickten?

Da ja faktisch ein kriegerischer Konflikt zwischen der Ukraine und Russland existiert, wäre es m.E. angebracht, einmal beide Länder bezüglich Meinungs-, Rede- und Pressefreiheit zu vergleichen. Was käme wohl dabei heraus?
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#10 Beitrag von Handrij » Donnerstag 9. Februar 2017, 19:35

mbert hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben:So lange du die "richtige" Meinung hast, kann man das gelten lassen, ansonsten ist das als schlechter Witz zu verstehen.
Ich glaube, ich verstehe, worauf Du hinaus willst. Nur: Es gibt jede Menge verschiedener politischer Positionen, jede Menge Diskussion und jede Menge Kritik am Präsidenten, den Ministern usw. Ja, eine Einschränkung gibt es: in Kriegszeiten für den Kreigsgegner zu sein, kommt nicht gut. Kennst Du ein Land, bei dem es sich zu Zeiten eines Krieges anders verhält? Weißt Du noch, wie unter Janukowytsch die freien/kritischen Massenmedien einer nach dem anderen einknickten?
ah ja 2010-2012, wie war das noch gleich: Leschtschenko, Najem waren ja im Knast. Alle NGO-Größen die jetzt im Parlament sitzen ebenfalls. Die Prawda, lb.ua, Butussows censor.ua, damals noch von Batkiwschtschyna finanziert, waren geschlossen. Keine Zeitung niemand nicht, durfte über Janyk und seine Combo schreiben. Alle Fernsehsender - Inter voran - schwiegen jede Demonstration tot. Niemand erfuhr etwas über Wradijiwka, Mykolajiw usw. Ganz zu schweigen von Janyks Blutnacht am 30. November 2013. Totenruhe im Land! Einzig der Mund-Propaganda und dem Gesichtsbuch ist es zu verdanken, dass "Kiew wstawaj" tags darauf das Land erschütterte.
Und auch TVi verfängt nicht. Inzwischen sollte die Manipulation klar sein. Knjaschyzky nahm damals den Sender den Russen im Auftrag der Bankowa ab. Knjaschyzky sitzt im Parlament für die Volksfront und arbeitet Awakow mit Espresso.tv zu. Der von ihm damals als Chef eingesetzte Schewtschenko ist inzwischen Pressesprecher des Innenministeriums. Knjaschyzky bezeichnete damals Pawel Scheremet als FSB-Agenten. Scheremet wurde voriges Jahr umgebracht und alle Spuren, die das Innenministerium finden kann, führen natürlich nach Russland. Kann ja gar nicht anders sein.
mbert hat geschrieben: Da ja faktisch ein kriegerischer Konflikt zwischen der Ukraine und Russland existiert, wäre es m.E. angebracht, einmal beide Länder bezüglich Meinungs-, Rede- und Pressefreiheit zu vergleichen. Was käme wohl dabei heraus?
Du solltest einen statthafteren Vergleich wählen oder soll die Ukraine sich russischen Standards nähern? Rumänien oder Polen bieten sich an. Ersteres Beispiel zeigt ja gerade in den vergangenen Tagen, dass die Ukrainer sich mit dem auch von dir so verinnerlichte Kriegsargument alles gefallen lassen.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#11 Beitrag von mbert » Donnerstag 9. Februar 2017, 19:42

Handrij hat geschrieben:
mbert hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben:So lange du die "richtige" Meinung hast, kann man das gelten lassen, ansonsten ist das als schlechter Witz zu verstehen.
Ich glaube, ich verstehe, worauf Du hinaus willst. Nur: Es gibt jede Menge verschiedener politischer Positionen, jede Menge Diskussion und jede Menge Kritik am Präsidenten, den Ministern usw. Ja, eine Einschränkung gibt es: in Kriegszeiten für den Kreigsgegner zu sein, kommt nicht gut. Kennst Du ein Land, bei dem es sich zu Zeiten eines Krieges anders verhält? Weißt Du noch, wie unter Janukowytsch die freien/kritischen Massenmedien einer nach dem anderen einknickten?
ah ja 2010-2012, wie war das noch gleich: Leschtschenko, Najem waren ja im Knast.

Natürlich nicht. Aber Medienunternehmen wurden von dem Präsidenten nahestehenden Gruppen aufgekauft, und die Auswahl an unterschiedlichen Sichten in den Massenmedien wurde weniger. Ist das nicht so? Das wurde ab 2012 schnell besser.
Handrij hat geschrieben:Alle NGO-Größen die jetzt im Parlament sitzen ebenfalls. Die Prawda, lb.ua, Butussows censor.ua, damals noch von Batkiwschtschyna finanziert, waren geschlossen. Keine Zeitung niemand nicht, durfte über Janyk und seine Combo schreiben.
Wo soll ich das geschrieben haben?

Meine Aussage ist, dass sich Meinungs- und Pressefreiheit Anfang 2012 verbessert haben. Nicht mehr und nicht weniger.
Handrij hat geschrieben:Du solltest einen statthafteren Vergleich wählen oder soll die Ukraine sich russischen Standards nähern? Rumänien oder Polen bieten sich an. Ersteres Beispiel zeigt ja gerade in den vergangenen Tagen, dass die Ukrainer sich mit dem auch von dir so verinnerlichte Kriegsargument alles gefallen lassen.
Gern, wenn ich mit Dir darüber diskutiere. Nicht, wenn ich crono-äh-OhWeh widerspreche, der uns ja offenbar weismachen will, dass in der Ukraine rechter Terror herrscht und es dagegen in Russland ja nicht so schlecht ist.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#12 Beitrag von Handrij » Donnerstag 9. Februar 2017, 20:01

mbert hat geschrieben:Meine Aussage ist, dass sich Meinungs- und Pressefreiheit Anfang 2012 verbessert haben. Nicht mehr und nicht weniger.
Es hat seit dem Sieg der sogenannten "Revolution" eine massive Verschlechterung stattgefunden. Es gibt nicht nur einen toten Oles Busina, dessen mutmaßliche Mörder wohl unter dem Jubel der Patrioten laufen gelassen wurden. Es gibt noch einen toten Pawel Scheremet. Es gab Überfälle auf die Redaktion der Westi. Es gibt/gab Verfahren des Geheimdienstes - jaja, der Krieg - gegen Westi, Medwetschuks 17. Kanal, Strana.ua, Guschwa und weniger Bekannte. Ruslan Kozaba saß fast anderthalb Jahre im Knast für ein Video. Leute kommen wegen Postings in sozialen Netzwerken in den Knast. Wow, was für eine Meinungsfreiheit meinst du eigentlich?
Pintschuk ist auch ein schönes Beispiel. Der Mann äußert eine Meinung - übrigens wohl im Auftrag des Schwiegervaters - und prompt kümmert sich der Geheimdienst, natürlich erst nach Antrag des SBU-Agenten Jarosch, um ihn. Das Geheul der selbst ernannten Demokraten hätte ich sehen wollen, wenn sich Janukowytsch so etwas erlaubt hätte.
Schönes Beispiel auch gestern die Aktion von Gontscharenko. Hätte er das als damaliges Mitglied der Partei der Regionen gemacht, hätte es keine zehn Minuten gedauert, bis das rauf und runter gelaufen wäre. So mussten die alle erstmal beim Präsidialamt um Erlaubnis fragen, ob sie das überhaupt bringen dürfen. Prawda & Co. stiegen erst nach über drei Stunden ein, einzig 112 hatte das nahezu live. Die üblichen Verdächtigen werden auch nicht müde zu behaupten, dass Poro 112 und einiges mehr übernehmen will.
Das ist hier mehr Russland geworden, als du wahr haben willst und um in der beliebten Diktion zu bleiben: So gewinnt Putin!
mbert hat geschrieben:Gern, wenn ich mit Dir darüber diskutiere. Nicht, wenn ich crono-äh-OhWeh widerspreche, der uns ja offenbar weismachen will, dass in der Ukraine rechter Terror herrscht und es dagegen in Russland ja nicht so schlecht ist.
Cronos konnte kein Russisch ...

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#13 Beitrag von Handrij » Donnerstag 9. Februar 2017, 21:00

Die Nachrichtenredaktion von Inter wurde in Brand gesetzt und Polizeivertreter waren unter den Anfeuerern. Kann mich nicht erinnern, dass TVi oder - Gott bewahre - Poros 5. Kanal so etwas "erleiden" mussten.
Sawik Schuster, der 2005 nach einem Quasiarbeitsverbot in Russland auf Pintschuks (!) Einladung hin in die Ukraine kam, hat ebenfalls quasi ein Sendeverbot. Erst durfte kein Sender mit ihm zusammenarbeiten, dann hetzten sie ihm die Steuer auf den Hals, drohten mit dem Entzug der Arbeitserlaubnis und trockneten nach der internationalen Aufmerksamkeit seine Finanzierungsquellen aus. Man kann von der Sendung halten was man will, aber sie war bis zuletzt quotenstark. So was haben sich die Regionalen nicht mal im Traum gewagt. Und du erzählst was von verbesserter Meinungsfreiheit. Wenn die Presse schon so gegängelt wird, was glaubst du was sich da der Durchschnittsukrainer dabei denkt?

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#14 Beitrag von OhWeh » Donnerstag 9. Februar 2017, 22:10

Danke Handrij, dass du die Patrioten manchmal auf den Boden der Tatsachen zurückholst.
Ich weiß, das liest du nicht gerne, aber vielen Dank!

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#15 Beitrag von mbert » Freitag 10. Februar 2017, 00:29

Handrij hat geschrieben:Es gibt nicht nur einen toten Oles Busina, dessen mutmaßliche Mörder wohl unter dem Jubel der Patrioten laufen gelassen wurden.
Weiß man, wer das war? Ansonsten ist das reine Spekulation.
Handrij hat geschrieben:Es gibt noch einen toten Pawel Scheremet.
Auch hier, weiß man, wer das war?
Handrij hat geschrieben:Ruslan Kozaba saß fast anderthalb Jahre im Knast für ein Video.
Aufruf zur Wehrdienstverweigerung dürfte in einem Land, das sich im Krieg befindet, auch anderswo kaum straffrei bleiben.
Immerhin wurde das Urteil aufgehoben.

Was den Rest betrifft: schaue ich mir noch mal näher an.
Handrij hat geschrieben:Danke Handrij, dass du die Patrioten manchmal auf den Boden der Tatsachen zurückholst.
Ich weiß, das liest du nicht gerne, aber vielen Dank!
Bullshit, Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen, schließlich bist Du es doch, der uns permanent einreden will, dass man hier Russland böses will und Russland überhaupt viel zu schlecht wegkommt, gelle? Da dürfte Dir das hier dann wohl nicht allzusehr gefallen:
Handrij hat geschrieben:Du solltest einen statthafteren Vergleich wählen oder soll die Ukraine sich russischen Standards nähern?
Also mal schön locker im Schritt. Kontroverse ist hier normal. Das heißt leider (für Dich) aber nicht, dass Du uns hier etwas über die Ukraine erklären kannst.
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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#16 Beitrag von paracelsus » Freitag 10. Februar 2017, 10:59

mbert hat geschrieben:Das heißt leider (für Dich) aber nicht, dass Du uns hier etwas über die Ukraine erklären kannst.

lach, unserer "Oberdemokrat" hat gesprochen............... . Es scheint nicht nur "russische Trollfabriken" zu geben, sondern auch ukrainische [smilie=kosak_4] "Pressesprecher" müssen mitunter verzapften Blödsinn verquasen. Hoffentlich wird das wenigstens gut bezahlt......... [smilie=ukraina_toboj]
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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#17 Beitrag von mbert » Freitag 10. Februar 2017, 11:08

Ach, der "Halbgott in Weiß" hat gesprochen. In verzapfen Blödsinn ist er uns allen um Lichtjahre voraus, lebt aber bekanntlich in der festen Überzeugung, dass hier alle doof sind außer ihm selber und der Betreiber natürlich uneingeschränkt auf seiner Seite. Hahaha ;)

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#18 Beitrag von Germanman » Freitag 10. Februar 2017, 12:17

BITTE UM ERKLÄRENDE WORTE

Könnte vielleicht jemand so freundlich sein, mir als Ukraine-Anfänger den Kern dieses bissig geführten Disputs einmal - ganz kurz - darzustellen, damit auch ich verstehen kann, welchen Standpunkt die Protagonisten einnehmen?

Verbindlichen Dank.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#19 Beitrag von OhWeh » Freitag 10. Februar 2017, 13:54

mbert hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben:Es gibt nicht nur einen toten Oles Busina, dessen mutmaßliche Mörder wohl unter dem Jubel der Patrioten laufen gelassen wurden.
Weiß man, wer das war? Ansonsten ist das reine Spekulation.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Busina Nazis getötet hatten ist doch recht groß. Scheinbar will das keiner ernsthaft aufklären, genauso wie die Toten bei der "Revolution der Würde".
mbert hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben:Ruslan Kozaba saß fast anderthalb Jahre im Knast für ein Video.
Aufruf zur Wehrdienstverweigerung dürfte in einem Land, das sich im Krieg befindet, auch anderswo kaum straffrei bleiben.
Immerhin wurde das Urteil aufgehoben.
Wenn ich mich richtig erinnere, erst nach dem seine Anwältin die EU um Hilfe ersuch hatte.
mbert hat geschrieben:
OhWeh hat geschrieben:Danke Handrij, dass du die Patrioten manchmal auf den Boden der Tatsachen zurückholst.
Ich weiß, das liest du nicht gerne, aber vielen Dank!
Bullshit, Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen, schließlich bist Du es doch, der uns permanent einreden will, dass man hier Russland böses will und Russland überhaupt viel zu schlecht wegkommt, gelle? Da dürfte Dir das hier dann wohl nicht allzusehr gefallen:
Handrij hat geschrieben:Du solltest einen statthafteren Vergleich wählen oder soll die Ukraine sich russischen Standards nähern?
(mbert gemeint) Du bist anscheinend sicher, die ukrainischen Medien wären objektiver und die Meinungsvielfalt wäre dort größer als bei den russischen. Ich bin mir da nicht so sicher.
paracelsus hat geschrieben:lach, unserer "Oberdemokrat" hat gesprochen............... . Es scheint nicht nur "russische Trollfabriken" zu geben, sondern auch ukrainische [smilie=kosak_4] "Pressesprecher" müssen mitunter verzapften Blödsinn verquasen. Hoffentlich wird das wenigstens gut bezahlt......... [smilie=ukraina_toboj]
Er mach das mit Inbrunst und wohl umsonst. Es gibt solche Menschen, wie auch den Germanman, die brauchen einen klaren Feind.
Germanman hat geschrieben:BITTE UM ERKLÄRENDE WORTE...
Das bedarf doch keiner Erklärung. Patriotisten versus Realisten.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#20 Beitrag von mbert » Freitag 10. Februar 2017, 14:32

Tja, unser Sprecher des russischen Propagandaministeriums mit den ständig wechselnden IP-Adressen ist natürlich von allen hier am besten geeignet, uns alle auf den Pfad des Realismus zu führen :D

Und was die Meinungsvielfalt der ukrainischen im Vergleich zu der der russischen Medien betrifft, schauen wir uns doch einfach mal an, wie in beiden Ländern über die Regierung und ihre Politik geschrieben wird :)

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#21 Beitrag von OhWeh » Freitag 10. Februar 2017, 16:18

Da hier Ruslan Kozaba und seine Anwältin erwähnt wurden, m.M.n. ein sehenswertes Interview mit Tatjana Montjan (mehrere Videos):
Außer Handrij dürften auch Intelligenzbestien wie mbert und weitere russisch verstehen:


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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#22 Beitrag von Handrij » Freitag 10. Februar 2017, 16:47

mbert hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben:Es gibt nicht nur einen toten Oles Busina, dessen mutmaßliche Mörder wohl unter dem Jubel der Patrioten laufen gelassen wurden.
Weiß man, wer das war? Ansonsten ist das reine Spekulation.
Ja, schon lange. Zwei Tage später wurden Verdächtige gefasst (Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...). Die Mörder hatten ihre Klamotten beim Autowechsel nicht weit vom Tatort in einen Busch geworfen und nicht nur da DNA-Spuren hinterlassen. Eines der benutzten Autos war für ATO-Zwecke aus Polen eingeführt worden und wurde somit auch schnell im Register des Zolls gefunden.
Ziemlich wahrscheinlich ist auch, dass die zuständigen Organe schon vorher von der Planung wussten. Zumindest hatte Awakows Combo bei Myrotworez pünktlich kurz vorher die Adressdaten von Busina online gestellt. Unglaublich aber, dass Awakow die kompletten Daten der Typen online stellte:
Медведько Андрей Александрович, 27.09.1989 г.р
Полищук Денис Валерьевич, 14.06.1990 г.р.
Aber das diente wohl auch dazu, das Verfahren scheitern zu lassen. Die Verteidigung brachte vor, dass die DNA-Proben unfreiwillige von den Typen genommen wurden. Beide überzeugte Nazis (C-14, Swoboda, der ganze unappetitliche Scheiß) mit der üblichen Karriere - Maidan, ATO, Innenministerium.
Unter dem Jubel der Patriotenmeute wurden die Typen anfänglich gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Strafprozessordnung sieht soweit ich weiß bei Kapitalverbrechen keinen Hausarrest usw. vor.

Später wurden sie wieder festgenommen, dann wieder in den Hausarrest entlassen und inzwischen wurde das ganze Verfahren vergessen.
Vorgestern hat der "Künstler" Sergej Pojarkow, Assistent eines Rada-Abgeordneten, Automaidan usw., bei 112 den Mord an Busina in eine Reihe mit der Beseitigung von Giwi, Motorola gestellt. Alle Verräter müssen umgebracht werden.


Für den typischen per Gesichtsbuch aufgeklärten Patrioten war der Mord natürlich von Putin in Auftrag gegeben worden. Fand ja genau zu dessen Pressekonferenz statt und wurde ihm live präsentiert.
mbert hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben:Ruslan Kozaba saß fast anderthalb Jahre im Knast für ein Video.
Aufruf zur Wehrdienstverweigerung dürfte in einem Land, das sich im Krieg befindet, auch anderswo kaum straffrei bleiben.
Es gibt hier keinen Krieg, nur eine Antiterroroperation! Und zur Tatzeit war es juristisch nicht mal ansatzweise strafbar, zur Wehrdienstverweigerung aufzurufen. Später haben die Nardeppen da noch eine Änderung beschlossen. Trotzdem, eine einfache Meinungsäußerung führte in den Knast. Und es wurde nichtmal ansatzweise in Betracht gezogen, Kozaba in den Hausarrest zu entlassen. Merke: Das gesprochene Wort ist für den ukrainischen Staat gefährlicher als Waffen! Ein Menschenleben ist wie gehabt in der (Sowjet-)Ukraine nichts wert. Trytschi slawa!
mbert hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben:Es gibt noch einen toten Pawel Scheremet.
Auch hier, weiß man, wer das war?
Ja, Putin war es. Wurde sofort nach der Tat verkündet. Unter anderem auch vom Experten Boris R. Auf der Pressekonferenz Awakows vor zwei Tagen wurde das nochmal untermauert und bekräftigt. Zweifel gibt es keine.

mbert hat geschrieben:Immerhin wurde das Urteil aufgehoben.
ja, immerhin, aber erst nach massivem Druck von außen. Poro konnte sich einen von Amnesty International anerkannten politischen Gefangenen nicht weiter leisten.

mbert hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben:Du solltest einen statthafteren Vergleich wählen oder soll die Ukraine sich russischen Standards nähern?
Also mal schön locker im Schritt. Kontroverse ist hier normal. Das heißt leider (für Dich) aber nicht, dass Du uns hier etwas über die Ukraine erklären kannst.
Ah, ja, wer kann es dann? Du s.o. erst recht nicht.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#23 Beitrag von mbert » Freitag 10. Februar 2017, 17:02

Handrij hat geschrieben:Ja, schon lange. Zwei Tage später wurden Verdächtige gefasst [...]. Die Mörder hatten ihre Klamotten beim Autowechsel nicht weit vom Tatort in einen Busch geworfen und nicht nur da DNA-Spuren hinterlassen. Eines der benutzten Autos war für ATO-Zwecke aus Polen eingeführt worden und wurde somit auch schnell im Register des Zolls gefunden.
Danke, das war mir nicht bewusst. Das geht natürlich überhaupt nicht.
Handrij hat geschrieben:Für den typischen per Gesichtsbuch aufgeklärten Patrioten war der Mord natürlich von Putin in Auftrag gegeben worden. Fand ja genau zu dessen Pressekonferenz statt und wurde ihm live präsentiert.
Noworossija ist kein Staat, also kann man hierfür auch kein Patriot sein :-D
Handrij hat geschrieben:
mbert hat geschrieben:Aufruf zur Wehrdienstverweigerung dürfte in einem Land, das sich im Krieg befindet, auch anderswo kaum straffrei bleiben.
Es gibt hier keinen Krieg, nur eine Antiterroroperation!
... mit 10.000 Toten, naja. Du weißt genau so gut wie ich, dass das ein Krieg ist.
Handrij hat geschrieben:Und zur Tatzeit war es juristisch nicht mal ansatzweise strafbar, zur Wehrdienstverweigerung aufzurufen. Später haben die Nardeppen da noch eine Änderung beschlossen.
Trotzdem, eine einfache Meinungsäußerung führte in den Knast.
Siehe oben. Abgesehen davon finde ich die Haltung der Regierung falsch und gefährlich, aber dass angesichts von 10.000 Toten manches nicht "normal" ist, muss letztlich auch klar sein.
Handrij hat geschrieben:
mbert hat geschrieben:Also mal schön locker im Schritt. Kontroverse ist hier normal. Das heißt leider (für Dich) aber nicht, dass Du uns hier etwas über die Ukraine erklären kannst.
Ah, ja, wer kann es dann? Du s.o. erst recht nicht.
Tja, wer? Der, der alle anderen außer sich selber für doof hält? Der, der uns hier unbedingt einen Film über Hunko zeigen möchte?
Aber die werden Dir für diesen Spruch sicher anerkennend auf die Schulter klopfen :-D
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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#24 Beitrag von Kolobok » Freitag 10. Februar 2017, 17:07

Handrij hat geschrieben: Es hat seit dem Sieg der sogenannten "Revolution" eine massive Verschlechterung stattgefunden. Es gibt nicht nur einen toten Oles Busina, ...
Das menschliche Gehirn hat schon eine fantastische Eigenschaft, es verdrängt die unangenehmen Erinnerungen. Da kommen einen die Janukowitz Zeiten auch auf einmal gar nicht mehr so schlimm vor.
Da verdrängt man schon mal die Ermordung des zu neugierigen Journalisten Vasyl Klymentyev oder des Umweltjournalisten Gontscharenko. Übrigens hat man die Mörder nicht lange gesucht und auch nicht gefunden. Scheinbar vergessen auch das ganze Theater um TVi, die öffentlichen Proteste der Journalisten usw.
Der Sender Inter gehört noch zu meinen bevorzugten Fernsehsendern. Auf ihrer Nachrichtenseite podrobnosti läuft schon seit Wochen ein steckbriefartiger Banner in dem sie Avakov und Kivi als Verantwortliche für den Brandanschlag auf ihren Sender suchen. Komisch, dass das keine Konsequenzen hat? Oder doch nicht!

Dazu kommt, dass Inter in seine Berichterstattung mittlerweile sehr einseitig geworden ist, so dass ich denen auch nicht mehr so richtig über den Weg traue.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#25 Beitrag von Handrij » Freitag 10. Februar 2017, 17:15

Kolobok hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben: Es hat seit dem Sieg der sogenannten "Revolution" eine massive Verschlechterung stattgefunden. Es gibt nicht nur einen toten Oles Busina, ...
Das menschliche Gehirn hat schon eine fantastische Eigenschaft, es verdrängt die unangenehmen Erinnerungen. Da kommen einen die Janukowitz Zeiten auch auf einmal gar nicht mehr so schlimm vor.
Da verdrängt man schon mal die Ermordung des zu neugierigen Journalisten Vasyl Klymentyev oder des Umweltjournalisten Gontscharenko. Übrigens hat man die Mörder nicht lange gesucht und auch nicht gefunden. Scheinbar vergessen auch das ganze Theater um TVi, die öffentlichen Proteste der Journalisten usw.
Mit Gontscharenko hast du recht. Klimentjew wohl eher nicht: https://ukraine-nachrichten.de/warum-wa ... ionen_2743 Prawda, muss ja stimmen.
Jedoch: beide Fälle sind in der Provinz passiert. Hat sich da etwas verbessert? Vor allem, wenn jetzt nicht einmal mehr Hauptstadtjournalisten sicher sind?
Kolobok hat geschrieben: Der Sender Inter gehört noch zu meinen bevorzugten Fernsehsendern. Auf ihrer Nachrichtenseite podrobnosti läuft schon seit Wochen ein steckbriefartiger Banner in dem sie Avakov und Kivi als Verantwortliche für den Brandanschlag auf ihren Sender suchen. Komisch, dass das keine Konsequenzen hat? Oder doch nicht!
Watnyk!!! Koffer, Bahnhof, Moskau!
Kolobok hat geschrieben:Dazu kommt, dass Inter in seine Berichterstattung mittlerweile sehr einseitig geworden ist, so dass ich denen auch nicht mehr so richtig über den Weg traue.
Inter bevorzugt weiterhin bspw. wie gehabt Swoboda. Was die Nummer damals sollte ist weiterhin unklar. Die üblichen Verdächtigen erzählen die Story von der versuchten Übernahme. Aber wenn man sich so anschaut, wer da so zum Interview erscheint, haben die wohl jetzt einen Deal mit dem Präsidialamt. Bei Nachrichten ist 112 weiter ungeschlagen. Aber auch dort ungerechtfertigterweise Swoboda überrepräsentiert. Läuft nicht umsonst auch bei den ganzen Staatsbeamten in den Empfangsräumen.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#26 Beitrag von Kolobok » Freitag 10. Februar 2017, 17:51

Handrij hat geschrieben: Jedoch: beide Fälle sind in der Provinz passiert. Hat sich da etwas verbessert? Vor allem, wenn jetzt nicht einmal mehr Hauptstadtjournalisten sicher sind?
Das man da einen Unterschied macht, verstehe ich nicht ganz. Ist deshalb der Mord an Busina schrecklicher als der an Gontscharenko?
Was meinst du, welche Chance hat man und wie viel Zeit braucht man um solche Morde aufzuklären? Wurden eigentlich die Nemzovmörder schon verurteilt?
Handrij hat geschrieben:Inter bevorzugt weiterhin bspw. wie gehabt Swoboda.
Das könnte ich persönlich jetzt nicht so bestätigen. Für mich ist das jetzt eher der Haus- und Hofsender des Oppositionsblockes geworden. Das liegt sicher am Eigentümer. Aber nach meinem Gefühl, war man vor einem Jahr auf dem Sender noch um mehr Objektivität bemüht.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#27 Beitrag von Handrij » Freitag 10. Februar 2017, 18:42

Kolobok hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben: Jedoch: beide Fälle sind in der Provinz passiert. Hat sich da etwas verbessert? Vor allem, wenn jetzt nicht einmal mehr Hauptstadtjournalisten sicher sind?
Das man da einen Unterschied macht, verstehe ich nicht ganz. Ist deshalb der Mord an Busina schrecklicher als der an Gontscharenko?
Nein, aber nach Gongadse und der "Orangen Revolution" wurden die Edelfedern in der Hauptstadt bis zum Maidan nicht mehr angerührt. Gongadse wurde auch nicht einfach vor seinem Haus erschossen (Busina) oder mitten im Zentrum der Hauptstadt in die Luft gejagt (Scheremet). Klimentjew ist ähnlich wie Gongadse verschwunden. Einzig der Mediendruck in der Hauptstadt führte zu Ergebnissen. Das Finden des Ausführenden gelang auch erst "zufällig" 2009 als die Präsidentschaftswahlen nicht mehr so weit weg waren. Der/die Aufttraggeber sind weiterhin unbekannt bzw. er rettet das Land in Minsk.
Kolobok hat geschrieben:Was meinst du, welche Chance hat man und wie viel Zeit braucht man um solche Morde aufzuklären?
Man hat nicht mehr als ein paar Tage und man muss wollen. Die jetzige Polizei ist unfähig und die Führung ist unwillig. Sie hätten nicht nur bei Busina ein Zeichen setzen können, dass sie anders sind und es besser machen wollen. Demnächst ist übrigens wieder Jahrestag für andere ungeahndete Verbrechen.
Mal schauen, wie viele sie auf die Straße bekommen.

22. Februar - Nationaler Korpus, Rechter Sektor, Swoboda: "Es reicht"

Kolobok hat geschrieben: Wurden eigentlich die Nemzovmörder schon verurteilt?
Du misst Kiew also auch an der russischen Latte, die ganz, ganz unten hängt. Mit solchen Kumpels ist die Ukraine echt verloren.
Bei jeder Gelegenheit wird gerufen: Weg von der Sowjetunion, weg von Russland, mit der Vergangenheit muss gebrochen werden. Sobald es mies läuft, heißt es wieder: Aber schaut doch wie es in Russland aussieht. Trytschi slawa!

Kleiner Vergleich aus der unverdächtigen ukrainischen Wikipedia:
  • die böse Diktatur 2010-2014:
    1. Василь Климентьєв — редактор газети «Новий стиль» (Харків), зникнув безвісті 11 серпня 2010 року, визнаний загиблим
    2. Володимир Гончаренко — редактор газети «ЭКО-безопасность» (Дніпро), помер 4 серпня 2012 після жорстокого побиття 1 серпня кількома особами
    3. Сергій Старокожко — колишній співробітник газети «Свободный репортер» (Луганськ), застрелений 20 листопада 2013 року
    4. В'ячеслав Веремій — репортер газети «Вести» (Київ), побитий і застрелений 19 лютого 2014 року
    5. Ігор Костенко — журналіст газети «Sportanalytic» (Київ), редактор Вікіпедії, 20 лютого 2014 року застрелений снайпером під час Євромайдану
    Die zwei Maidan-Toten sind eigentlich genauso wie die unten herausgenommenen Kriegstoten ein Sonderfall. Aber dann sieht es nicht ganz so mies für die "freie Ukraine" aus.
  • Die freie Ukraine 2014-2017:
    1. Володимир Марцишевський — журналіст інформаційного онлайн-бюлетеня «Каменярі інфо», 11 червня 2014 року викрадений із прес-центра Єврамайдана, жорстоко побитий, помер у лікарні 15 червня
    2. Василь Сергієнко — редактор газети «Надросся» (Корсунь-Шевченковський, Черкащина), викрадений та убитий невідомими 4 квітня 2014 року
    3. Дмитро Іванов — журналіст, музичний критик, загинув 2 травня 2014 року під час пожежі в одеському Будинку профспілок
    4. Олександр Кучинський — головний редактор газети «Криминал-Экспресс», автор книг «Хроніка донецького бандитизму» і «Антологія замовного вбивства» (обидві — російською мовою), убитий 29 листопада 2014 року разом із дружиною в дачному селищі Богородичне під Слов'янськом
    5. Ольга Мороз — головний редактор газети «Нетішинський вісник» (Хмельниччина), убита 15 березня 2015 р. у власному будинку
    6. Сергій Сухобок — засновник газети «Віддзеркалення», співзасновник онлайн-видань ProUA і «Обком», убитий на Русанівських садах (Київ) 13 квітня 2015 року
    7. Олесь Бузина — письменник, публіцист, колишній головний редактор газети «Сегодня» (Київ), убитий 16 квітня 2015 року біля власного будинку
    8. Павло Шеремет — білоруський, російський та український журналіст телебачення, радіо та періодичних видань, загиблий 20 липня 2016 року у Києві в результаті вибуху автомобіля
Kolobok hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben:Inter bevorzugt weiterhin bspw. wie gehabt Swoboda.
Das könnte ich persönlich jetzt nicht so bestätigen. Für mich ist das jetzt eher der Haus- und Hofsender des Oppositionsblockes geworden. Das liegt sicher am Eigentümer. Aber nach meinem Gefühl, war man vor einem Jahr auf dem Sender noch um mehr Objektivität bemüht.
nope, das ist schon eine Weile Ljowotschkins (Partei der Regionen/Oppoblock) Haussender. Objektiv ist hier gar nichts. Die einzige Chance die du hast, ist zwischen den Themen- und Schwerpunktsetzungen der Sender zu vergleichen.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#28 Beitrag von Kolobok » Freitag 10. Februar 2017, 20:23

Handrij hat geschrieben: Du misst Kiew also auch an der russischen Latte, die ganz, ganz unten hängt. Mit solchen Kumpels ist die Ukraine echt verloren.
Bei jeder Gelegenheit wird gerufen: Weg von der Sowjetunion, weg von Russland, mit der Vergangenheit muss gebrochen werden. Sobald es mies läuft, heißt es wieder: Aber schaut doch wie es in Russland aussieht. Trytschi slawa!
Nö, ich bin nur nicht so erfahrener Kriminalist wie du. Ich wusste bis jetzt nicht, dass man nur richtig wollen muss und schon ist ein Verbrechen aufgeklärt. Ich muss mich für meine persönliche Meinungsbildung eher an bekannte Fälle halten. Bei Journalistenmorden fällt mir da halt immer nur Russland ein.
Handrij hat geschrieben: Kleiner Vergleich aus der unverdächtigen ukrainischen Wikipedia:

die böse Diktatur 2010-2014:
...
Die freie Ukraine 2014-2017:
In dem Kontext, in dem wir gerade diskutieren (früher war alles besser) wäre es ja mal schön, wenn du markieren würdest, welcher der Journalisten in Opposition zu der jeweiligen Staatsgewalt standen?

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#29 Beitrag von Handrij » Freitag 10. Februar 2017, 21:05

Kolobok hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben: Du misst Kiew also auch an der russischen Latte, die ganz, ganz unten hängt. Mit solchen Kumpels ist die Ukraine echt verloren.
Bei jeder Gelegenheit wird gerufen: Weg von der Sowjetunion, weg von Russland, mit der Vergangenheit muss gebrochen werden. Sobald es mies läuft, heißt es wieder: Aber schaut doch wie es in Russland aussieht. Trytschi slawa!
Nö, ich bin nur nicht so erfahrener Kriminalist wie du. Ich wusste bis jetzt nicht, dass man nur richtig wollen muss und schon ist ein Verbrechen aufgeklärt. Ich muss mich für meine persönliche Meinungsbildung eher an bekannte Fälle halten. Bei Journalistenmorden fällt mir da halt immer nur Russland ein.
Du verwechselst da etwas. Mbert behauptete, dass jetzt alles besser sei und die Meinungsfreiheit seit dem Maidan aufblühte. Ich hab die Behauptung widerlegt und das gefällt dir offensichtlich überhaupt nicht. Also her mit den Belegen für die neue FREIHEIT!

Wenn wir davon ausgehen, dass Awakow zwei Tage nach der Mordtat keinen Unsinn verzapfte und die Jungs wirklich anhand der DNA-Proben überführt wurden. Warum laufen sie frei rum? Und wenn sie es nicht waren, warum gibt es keine neuen Ermittlungsergebnisse? Die ruhmreichen Helden bei der Entnahme der DNA-Proben:

Kolobok hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben: Kleiner Vergleich aus der unverdächtigen ukrainischen Wikipedia:

die böse Diktatur 2010-2014:
...
Die freie Ukraine 2014-2017:
In dem Kontext, in dem wir gerade diskutieren (früher war alles besser) wäre es ja mal schön, wenn du markieren würdest, welcher der Journalisten in Opposition zu der jeweiligen Staatsgewalt standen?
Wie oben bereits gesagt. Du verdrehst den Zusammenhang. Mbert behauptete, dass alles besser sei. Und um auf deine Frage einzugehen. Unter Janukowytsch kein einziger.
  • Klimentjew - unbekannt, störte wohl lokale "Autorität"
  • Hontscharenko - unbekannt, recherchierte wegen Umweltsachen
  • Staroschko - unbekannt, von Drogenabhängigen bei Raubüberfall, deswegen nicht wegen einer Arbeit ermordet
Bei den beiden Maidantoten schrieb Weremij für das falsche, weil angeblich regierungstreue oder auch prorussisch titulierte Blatt namens Westi. Wurde "zufällig" von Tituschki ermordet. Der mutmaßliche Mörder wurde in der Terrorzone beseitigt. Kostenko ließe sich dann als Regimegegner klassifizieren, wenn er auch als Sportjournalist bei den Maidanprotesten nicht wegen seiner Arbeit ermordet wurde.

Bei den Fällen danach:
  • Maryzschewsky - unbekannt, eher "regierungstreu" weil Euromaidanpressezentrum, aber wohl von den "Eigenen" zu Tode geprügelt
  • Serhijenko - unbekannt, störte wohl lokale "Autorität"
  • Iwanow - Regierungsgegner, nicht wegen seiner Arbeit getötet
  • Kutschynsky - unbekannt, störte wohl lokale "Autorität", aber angeblich zumindest Kontakte zu Achmetow-Umfeld
  • Moros - unbekannt, recherchierte zu Umweltsachen
  • Suchobok - Konflikt mit Nachbarn, nicht mit der Arbeit verbunden
  • Busyna - Regierungsgegner
  • Scheremet - Regierungsanhänger

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#30 Beitrag von Kolobok » Freitag 10. Februar 2017, 23:07

Erstmal Danke für die Diskussion, aber
Handrij hat geschrieben: Ich hab die Behauptung widerlegt und das gefällt dir offensichtlich überhaupt nicht. Also her mit den Belegen für die neue FREIHEIT!
Ich wollte erst einmal verstehen, warum du meinst, dass es vorher besser war. Naja, hat mich nicht besonders überzeugt.
Das der Stand der Ermittlungen zu den Morden an Journalisten nicht deinen Erwartungshaltungen entspricht, das kann ich verstehen, dient aber nicht unbedingt einer objektiven Beurteilung der Situation.
Aber lass uns doch mal schauen, was die anderen Journalisten, z.B. die von Reportern ohne Grenzen sagen. Die haben in der Rangliste der Pressefreiheit die Ukraine im Jahr 2013 auf dem 126. Platz gesehen. Wobei man sich zu 2012 um 10 Plätze verschlechtert hatte. In 2016 belegt die Ukraine den 107. Platz, was im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung um 22 Positionen war.
Klar gibt es da noch eine ganze Luft nach oben und man befindet sich durchaus in einem Bereich der kritisch zu betrachten ist. Aber warum soll man nicht auch mal Fortschritte anerkennen und benennen.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#31 Beitrag von Handrij » Samstag 11. Februar 2017, 01:37

Reporter ohne Grenzen (Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...)
  • Jahr | Rang / Länder
  • 2016 | 107 / 181
  • 2015 | 129 / 179
  • 2014 | 127 / 179
  • 2013 | 126 / 177
  • 2012 | 126 / 177
  • 2010 | 131 / 172
  • 2009 | 89 / 169
  • 2008 | 87 / 167
  • 2007 | 92 / 163
  • 2006 | 105 / 160
  • 2005 | 112 / 160
  • 2004 | 138 / 157
  • 2003 | 132 / 158
  • 2002 | 112 / 134
Tja, dann ist es ja amtlich, jeder kann schreiben und senden was er will, ohne Gefahr für Leib und Leben, freier zumindest als in den Jahren der Diktatur des Wiktor Janukowytsch 2010 - 2013.
Die weiter oben von mir erwähnten Sachen sind alle nur in meinem Kopf, nur in meinem Kopf, nur in meinem Kopf .....

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#32 Beitrag von Kolobok » Samstag 11. Februar 2017, 09:09

Handrij hat geschrieben: Die weiter oben von mir erwähnten Sachen sind alle nur in meinem Kopf, nur in meinem Kopf, nur in meinem Kopf .....
Da kann ich nur den mbert zitieren "Also mal schön locker im Schritt."
Es ist ja wohl klar, dass bei allen Verbesserungen man bei einem 107. Platz zwar vor Russland und der Türkei liegt, aber noch weit weg ist von dem, was wir so in Deutschland gewohnt sind.
Für mich ist die Ukraine ein schönes Beispiel dafür, dass es nicht nur ausreicht alles sagen zu können. Man muss auch was bewegen können.Ich habe den Eindruck, dass den Mächtigen der Ukraine so ziemlich egal ist, was über sie die Presse schreibt.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#33 Beitrag von Handrij » Samstag 11. Februar 2017, 14:11

Na dann, entspannen wir uns ein wenig :-' und freuen uns über die Erfolge, natürlich nicht ohne uns nochmal beim Wahrheitsministerium - 'tschuldigung, Ministerium für Informationspolitik - zu vergewissern, ob wir auch die richtigen Worte verwendet und den richtigen Ton getroffen haben. Zur Not können wir ja in den vom Präsidialamt versendeten Empfehlungen nachschlagen. Denn wir wollen ja keinen Ärger mit dem Rundfunk- und Fernsehrat, der Steuer, dem Geheimdienst oder gar mit Awakows Buddy Anton Geraschtschenko haben. Denn der setzt uns gleich staatlich sanktioniert als Volksfeind auf Myrotworez. Und um da wieder runterzukommen, muss man(n)/frau richtig tief in die Tasche greifen. Aber wenn wir dann zufällig von irgendwelchen friedenstiftenden Patrioten umgelegt werden, dann haben wir wenigstens die Gewissheit, dass die ukrainischen Journalisten die Mordtat, natürlich nach vorheriger Rücksprache mit Minstez und dem Präsidialamt, in den richtigen Zusammenhang mit der "russischen Aggression" setzen. Und Awakows Adler finden die Mörder und das hiesige Rechtssystem wird diese ganz gewiss einer gerechten Strafe zuführen. Zeit für Entspannung, endlich ~~~c___

Aber offensichtlich ist selbst der Stez vom Minstez sich nicht ganz so sicher, ob denn hier auch alles super läuft:
04 мая 2016, среда, 16:13 1137
Стець заявил об увеличении случаев нападения на журналистов
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Und vielleicht liegt die Bewertung von Reporter ohne Grenzen ja auch eher an ihrer Vertreterin hier.
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dem huch, von 2005 - 2014 Wiktorija Sjumar von der regierenden Volksfront vorstand. Parteigenossin Awakows. Aber das Ist bestimmt völlig aus der Luft gegriffen der Zusammenhang und nur in meinem Kopf, nur in meinem Kopf, nur in meinem Kopf. [smilie=dash2.gif]

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#34 Beitrag von Handrij » Samstag 11. Februar 2017, 15:17

paracelsus hat geschrieben:
mbert hat geschrieben:Das heißt leider (für Dich) aber nicht, dass Du uns hier etwas über die Ukraine erklären kannst.

lach, unserer "Oberdemokrat" hat gesprochen............... . Es scheint nicht nur "russische Trollfabriken" zu geben, sondern auch ukrainische [smilie=kosak_4] "Pressesprecher" müssen mitunter verzapften Blödsinn verquasen. Hoffentlich wird das wenigstens gut bezahlt......... [smilie=ukraina_toboj]
Der Unterschied zwischen Russlandistan und Ukrainistan besteht wie so oft in Zentralisierung vs. Dezentralisierung. Die "Meinungsführer", also Leute mit vielen Followern im hiesigen Segment von Gesichtsbuch usw., werden halt für ihre Beiträge bezahlt und bekommen Themenvorgaben. Das können sie von überall aus machen und müssen dafür nicht in eine Fabrik eingesperrt werden.
Schöne Analyse dazu, leider viel zu lang zum Übersetzen:
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Aber strana.ua ist verboten für Anhänger der Kirche des Heiligen Maidans, denn Antoschka kriegt jeden!
Anton_Geraschtschenko_IP_Like_Anatolij_Scharij.jpg


Der SBU interessierte sich übrigens für die Autorin Swetlana Krjukowa nachdem sie wohl von einem Treffen mit dem flüchtigen Pferdemann Onischtschenko zurückkam. Die Deppen durchsuchten sie bei ihrer Ankunft in Borispol nach Datenträgern. Als ob sie noch nie von verschlüsselten Dateiablagen im Netz gehört hätten. Gehört bestimmt zur erhöhten Pressefreiheit in diesem Land.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#35 Beitrag von Handrij » Samstag 11. Februar 2017, 15:29

Germanman hat geschrieben:BITTE UM ERKLÄRENDE WORTE

Könnte vielleicht jemand so freundlich sein, mir als Ukraine-Anfänger den Kern dieses bissig geführten Disputs einmal - ganz kurz - darzustellen, damit auch ich verstehen kann, welchen Standpunkt die Protagonisten einnehmen?

Verbindlichen Dank.
Du suchst nach einer einordnenden Schablone?
Der Grundkonflikt besteht wohl darin, dass es einen Teil unter den Usern gibt, die als Anhänger der gewaltsamen Veränderungen nach dem November 2013 gelten können. Diejenigen, die damit nicht einverstanden sind, können dann in die Schublade Russland/antiwestlich/Pro-Putin gesteckt werden. Konfliktlinien bestehen also um die Maidanproteste, die Annektion/Heimholung der Krim, den (Bürger-)Krieg im Donbass, Putin-zu-hilf vs. "Putin war es". Freedom and democracy vs. russische Freiheit, ukrainischer Nationalismus vs. russischer Nationalistmus.
Das ist natürlich alles Quatsch, aber erleichtert für einige das Leben ungemein. Den Rest solltest du den obigen mehr oder weniger vollständigen Argumentationsketten entnehmen können.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#36 Beitrag von Germanman » Samstag 11. Februar 2017, 15:34

Vielen Dank.

War wichtig für eine Einordnung.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#37 Beitrag von Handrij » Samstag 11. Februar 2017, 15:47

Wie gesagt, das ist eigentlich Quatsch, weil die Sache Ablehner des Maidans = Anhänger von Putin, der Annektion der Krim, Neurussland nicht funktioniert. Aber viele haben die Kriegslogik "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns" bzw. vorher überhaupt schon eine Subsumierung unter ein "wir" vs. "die" verinnerlicht.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#38 Beitrag von mbert » Samstag 11. Februar 2017, 18:30

Handrij hat geschrieben:Der Unterschied zwischen Russlandistan und Ukrainistan besteht wie so oft in Zentralisierung vs. Dezentralisierung. Die "Meinungsführer", also Leute mit vielen Followern im hiesigen Segment von Gesichtsbuch usw., werden halt für ihre Beiträge bezahlt und bekommen Themenvorgaben. Das können sie von überall aus machen und müssen dafür nicht in eine Fabrik eingesperrt werden.
Ich weiß ja nicht, an wen Du da konkret denkst. Mir fallen da auf die Schnelle Leute wie Najem, Umland, Volokh usw. ein, die sind aber nicht gerade auf die gleiche Ebene wie Blog- und Kommentarsklaven aus der Fabrik zu setzen :-D

Hier gibt es ja - abgesehen von einigen Ausnahmen - einen Kreis von Leuten, die einander schon einigermaßen "kennen". Und wenn dann Meinungen und Einschätzungen abgegeben werden, sind die sicher nicht unparteiisch - jeder steckt ja letztlich im gedanklichen Käfig seiner Weltanschauung sowie des Umfelds, welches man in der Ukraine hat oder nicht hat.
Handrij hat geschrieben:Wie gesagt, das ist eigentlich Quatsch, weil die Sache Ablehner des Maidans = Anhänger von Putin, der Annektion der Krim, Neurussland nicht funktioniert.
Sicher richtig, aber hier geht es doch eigentlich (bis auf einige Ausnahmen) relativ frei von solchen Verallgemeinerungen zu, oder?
Handrij hat geschrieben:Aber viele haben die Kriegslogik "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns" bzw. vorher überhaupt schon eine Subsumierung unter ein "wir" vs. "die" verinnerlicht.
Ja, aber von beiden Seiten.
Es gibt aber auch eine andere Ebene: Haltungen, die man nicht teilt, können zumindest nachvollziehbar werden, wenn man sich nur ansieht, wie viele Opfer dieser Krieg schon gekostet hat. Deshalb muss man sie nicht verinnerlicht haben.

Auf der anderen Seite gibt es die, die Anführungszeichen benutzen, wenn sie andere als Demokraten bezeichnen, für die man automatisch Nationalist ist, wenn man auf der "falschen" Seite steht und die es als unter ihrer Würde betrachten, mit anderen zu argumentieren.

Was willste nun - Leute, die ihre Meinung (selbst wenn Du sie nicht teilst) begründen, oder solche, die "es" sowieso schon immer gewusst haben?
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#39 Beitrag von OhWeh » Samstag 11. Februar 2017, 19:26

mbert hat geschrieben:...Auf der anderen Seite gibt es die, die Anführungszeichen benutzen, wenn sie andere als Demokraten bezeichnen, für die man automatisch Nationalist ist, wenn man auf der "falschen" Seite steht und die es als unter ihrer Würde betrachten, mit anderen zu argumentieren...
Er wird schon seine Gründe haben, wieso er mit dir so umgeht. Ich kann ihn gut verstehen.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#40 Beitrag von mbert » Samstag 11. Februar 2017, 19:40

OhWeh hat geschrieben:Er wird schon seine Gründe haben, wieso er mit dir so umgeht. Ich kann ihn gut verstehen.
Oh ja, ich kann ihn auch gut verstehen :-D
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#41 Beitrag von Kolobok » Samstag 11. Februar 2017, 22:24

Handrij hat geschrieben: Und vielleicht liegt die Bewertung von Reporter ohne Grenzen ja auch eher an ihrer Vertreterin hier.
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dem huch, von 2005 - 2014 Wiktorija Sjumar von der regierenden Volksfront vorstand. Parteigenossin Awakows. Aber das Ist bestimmt völlig aus der Luft gegriffen der Zusammenhang und nur in meinem Kopf, nur in meinem Kopf, nur in meinem Kopf. [smilie=dash2.gif]
Immer wieder schön zu lesen, dass man überall gleich Verschwörung oder Unfähigkeit anderer wittert, wenn die Meinung renommierter Organisationen nicht in das eigene Bild passt.
Handrij hat geschrieben: Die Deppen durchsuchten sie bei ihrer Ankunft in Borispol nach Datenträgern. Als ob sie noch nie von verschlüsselten Dateiablagen im Netz gehört hätten.
Wow, was du alles weißt. Die Kriminalpolizei der Ukraine ist unfähig und der SBU alles Deppen. Komisch nur, dass die Niederländer mit einer ähnlichen Aktion vor kurzem Erfolg hatten und Datenträger sicher stellten bei Leuten die gerade aus dem Donbass kamen.
Handrij hat geschrieben: Die Deppen durchsuchten sie bei ihrer Ankunft in Borispol nach Datenträgern. Als ob sie noch nie von verschlüsselten Dateiablagen im Netz gehört hätten.
Handrij hat geschrieben: Schöne Analyse dazu, leider viel zu lang zum Übersetzen:
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Die Arbeit kannst du dir tatsächlich sparen. Der Artikel ist doch recht nichtssagend. Nur Behauptungen die auch schnell wieder revidiert werden. Sehr viele Worte aber keine tatsächliche Analyse.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#42 Beitrag von Handrij » Sonntag 12. Februar 2017, 01:02

Kolobok hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben: Und vielleicht liegt die Bewertung von Reporter ohne Grenzen ja auch eher an ihrer Vertreterin hier.
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Immer wieder schön zu lesen, dass man überall gleich Verschwörung oder Unfähigkeit anderer wittert, wenn die Meinung renommierter Organisationen nicht in das eigene Bild passt.
Es geht nicht um Bilder, sondern um Tatsachen, die ich weiter oben nicht nur für dich erläutert habe. Und wir reden hier immer noch über die Ukraine, bei dieser kleinen Edelfeder-Journalisten-Tussowka hier, sind meine Unterstellungen mehr als nahe liegend.
Kolobok hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben:Die Deppen durchsuchten sie bei ihrer Ankunft in Borispol nach Datenträgern. Als ob sie noch nie von verschlüsselten Dateiablagen im Netz gehört hätten.
Wow, was du alles weißt. Die Kriminalpolizei der Ukraine ist unfähig und der SBU alles Deppen. Komisch nur, dass die Niederländer mit einer ähnlichen Aktion vor kurzem Erfolg hatten und Datenträger sicher stellten bei Leuten die gerade aus dem Donbass kamen.
Jo, ein ähnlich Vorgang. Löste immerhin einen Skandal aus. Hier: NULL!
Nochmal für den Kolobok zum Mitlesen.
Die Bullerei hier hat zwei mutmaßliche Mörder eines bekannten regimekritischen Journalisten anhand ihrer DNA-Spuren überführt, sagt der Innenminister. Nach mehreren Stationen in Untersuchungshaft und Hausarrest werden sie freigelassen und das Verfahren wird vergessen. Gleichzeitig sitzt ein anderer regimekritischer Journalist wegen eines Videos fast anderthalb Jahre im Knast ohne Möglichkeit zumindest auf Hausarrest. Er wird erst in der Berufung nach internationalem Druck freigelassen. Eine regierungskritische Journalistin wird nach Recherchen in London bei einem abtrünnigen Mitglied der Regierungsmannschaft, der vorgibt belastendes Material gegen den Präsidenten zu haben, bei der Rückkehr in die Ukraine vom SBU auf mögliche Datenträger durchsucht, die nicht gefunden wurden. Weder national noch international Reaktionen oder Solidaritätsbekundungen.

Ich übersetz dir den letzteren Vorgang nochmal in ein Koordinatensystem aus der Zeit von 2010-2013, damit auch du die Möglichkeit erhältst die Dimension zumindest dieses Vorgangs zu erfassen. Es wird vergeblich sein.
Michail Tschetschetow verkracht sich mit Janyk und Co. und sucht das Weite. Haut ab nach London. Von dort verkündet er, dass er auspacken will. Die Ukrajinska Prawda sagt: Das ist doch mal was und schickt ihren besten Mann. Serjoga Leschtschenko macht sich auf die Socken und redet mit ihm. Es wird ein Interview aufgezeichnet. Bei seiner Rückkehr in die Ukraine erwarten ihn schon Choroschkowskijs Adler: "Los Serjoga, rück deine Datenträger und dein Telefon raus." Nach mehreren Stunden Festhalten wird Leschtschenko frei gelassen. In der Zwischenzeit hat sich in der Journalistenzunft die verspätete Ankunft herumgesprochen. Spontandemos vor SBU-Gebäude und bei Janyks Bude. Die G7-Botschafter versammeln sich und verabschieden eine Erklärung zum unzulässigen Eingriff in die Tätigkeit eines Journalisten. Reporter ohne Grenzen veröffentlicht ebenfalls eine Presseerklärung. Stop Zensuri macht wochenlang mobil. Pressekonferenzen von Regierungsvertretern werden boykottiert ...

Alles in allem kann sich Petja also wirklich über die erreichten Fortschritte freuen und Reporter ohne Grenzen gibt ihm noch das Gütesiegel dazu.
Kolobok hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben: Schöne Analyse dazu, leider viel zu lang zum Übersetzen:
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Die Arbeit kannst du dir tatsächlich sparen. Der Artikel ist doch recht nichtssagend. Nur Behauptungen die auch schnell wieder revidiert werden. Sehr viele Worte aber keine tatsächliche Analyse.
Ich weiß, mehr als zwei Absätze liest heutzutage keiner mehr. Schön, dass wir das jetzt nach deinem Urteil zu den Akten legen können. Danke für den Hinweis.
mbert hat geschrieben:Ich weiß ja nicht, an wen Du da konkret denkst. Mir fallen da auf die Schnelle Leute wie Najem, Umland, Volokh usw. ein, die sind aber nicht gerade auf die gleiche Ebene wie Blog- und Kommentarsklaven aus der Fabrik zu setzen :-D
Najem arbeitet inzwischen wohl weitgehend auf eigenem Ticket.
Umland hat nichts mit dem ukrainischen Gesichtsbuchsegment zu tun.
Woloch hat sich während des Maidans ins Gespräch gebracht, um mehr ins Business zu kommen. Anscheinend mit mäßigem Erfolg. Eher auf eigenem Ticket arbeitend, aber wer weiß, lese den Kram nicht.

Wenn wir uns diese Top-Liste von Ende 2015 anschauen
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Dmtrij Timtschuk - die täglichen Fantasien zum Donbass, Putin und Russland bringt er auf keinen Fall unentgeltlich, dutzende Schächte vollgekippt mit Russenleichen sag ich da nur.
Semjon Sementschenko - EigenPR + was gerade Kohle bringt
Sergej Leschtschenko - was gerade Kohle bringt
Alexej Motschanow - ich erinnere nur an den Kram zur Party Jazenjuks wegen seiner ersten Milliarde
Jurij Birjukow - inzwischen (hoffentlich gut bezahlter) Porobot, dafür dass er damals auf die Scheiß-Situation der Jungs im Grenzkessel hinwies, kann er von mir aus noch Jahre Kupons schneiden.
Jurij Butussow - Volksfront-Bot
Taras Beresowez - Porobot

Leschtschenkos Nimbus wurde wohl nicht unentgeltlich vom als Klospülung benutzten Dsyndsja (der Typ vom späteren Automaidan mit dem Bulldozer am 1. Dezember 2013 auf der Bankowa) beschädigt usw. Mutmaßlich Volksfront Paschynsky. usw. Im Artikel wurden solch illustre Gestalten wie Pawlo Nuss ja genannt. In jedem Fall alles schmutzig und ekelhaft.
mbert hat geschrieben:Was willste nun - Leute, die ihre Meinung (selbst wenn Du sie nicht teilst) begründen, oder solche, die "es" sowieso schon immer gewusst haben?
Sowohl als auch ...

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#43 Beitrag von Sonnenblume » Sonntag 12. Februar 2017, 01:14

Das größte Problem der Ukraine ist, daß die Watniks in allen Ebenen sitzen.

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#44 Beitrag von mbert » Sonntag 12. Februar 2017, 01:14

Handrij hat geschrieben:Wenn wir uns diese Top-Liste von Ende 2015 anschauen
Russisch: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
Ukrainisch: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
Na, was es nicht alles gibt. Liest die hier jemand regelmäßig?

Die "Kasernierten" haben immerhin den Vorteil, dass sie auch für des großrussischen Dialekts nicht mächtige Interessierte hierzulande in der Sprache Schillers (OK, was sie dafür halten) korrespondieren :-D
Handrij hat geschrieben:
mbert hat geschrieben:Was willste nun - Leute, die ihre Meinung (selbst wenn Du sie nicht teilst) begründen, oder solche, die "es" sowieso schon immer gewusst haben?
Sowohl als auch ...
Cool. Dann kann ich es mir ja einfach machen, Dein Wohlwollen zu erlangen - hab ich doch schon immer gewusst DANCE
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#45 Beitrag von Handrij » Sonntag 12. Februar 2017, 01:19

mbert hat geschrieben:Na, was es nicht alles gibt. Liest die hier jemand regelmäßig?
Was meinst du? Die Neue Zeit oder die da aufgeführten Leute?

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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#46 Beitrag von mbert » Sonntag 12. Februar 2017, 01:21

Handrij hat geschrieben:
mbert hat geschrieben:Na, was es nicht alles gibt. Liest die hier jemand regelmäßig?
Was meinst du? Die Neue Zeit oder die da aufgeführten Leute?
Die Leute.
Die Ukrainer, mit denen ich auf Gesichtsbuch zu tun habe, scheinen jedenfalls nicht besonders auf die abzufahren.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Handrij
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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#47 Beitrag von Handrij » Sonntag 12. Februar 2017, 01:28

Schon erwähnter Tymtschuk wird hier jeden Tag rauf und runterzitiert.

Kannst ja nochmal hier reinschauen:
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Kolobok
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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#48 Beitrag von Kolobok » Sonntag 12. Februar 2017, 10:36

Handrij hat geschrieben: Jo, ein ähnlich Vorgang. Löste immerhin einen Skandal aus. Hier: NULL!
Ich weiß ja nicht welche Laus dir über die Leber gelaufen ist. Aber genau das habe ich ein paar Posts zurück geschrieben, dass mich immer wieder verblüfft wie wenig Pressefreiheit in der Ukraine bewirkt.
Ansonsten kann ich dir nur empfehlen noch einmal bei Reportern ohne Grenzen nachzulesen, insbesondere die Einschätzung zur Ukraine. Komisch, hört sich fast so an was du so schreibst. Aber Platz 107 ist nun mal besser als Platz 122 oder so. Wenn ich mir die Methodik von Reportern ohne Grenzen anschaue, dann ist die wesentlich komplexer, als das was du machst.
Aber bitte, ich kann ja mal genau so vorgehen wie du und nur betrachten, wer für was bezahlt. Da guck ich mir das auf deinem Forum platzierte Werbebanner an und mir wird alles klar. Ich nehme mal an, dass du so eine Beurteilung für völlig ungerecht halten würdest.

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Handrij
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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#49 Beitrag von Handrij » Sonntag 12. Februar 2017, 18:03

Kolobok hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben: Jo, ein ähnlich Vorgang. Löste immerhin einen Skandal aus. Hier: NULL!
Ich weiß ja nicht welche Laus dir über die Leber gelaufen ist. Aber genau das habe ich ein paar Posts zurück geschrieben, dass mich immer wieder verblüfft wie wenig Pressefreiheit in der Ukraine bewirkt.
Ansonsten kann ich dir nur empfehlen noch einmal bei Reportern ohne Grenzen nachzulesen, insbesondere die Einschätzung zur Ukraine. Komisch, hört sich fast so an was du so schreibst. Aber Platz 107 ist nun mal besser als Platz 122 oder so. Wenn ich mir die Methodik von Reportern ohne Grenzen anschaue, dann ist die wesentlich komplexer, als das was du machst.
Aber bitte, ich kann ja mal genau so vorgehen wie du und nur betrachten, wer für was bezahlt. Da guck ich mir das auf deinem Forum platzierte Werbebanner an und mir wird alles klar. Ich nehme mal an, dass du so eine Beurteilung für völlig ungerecht halten würdest.
Wenn der Staat hier eine öffentlich einsehbare Adressdatenbank als Abschussliste betreibt, dann kann die Situation nicht besser sein, als in den Jahren 2010-2013, weder für die Presse- noch für die Meinungsfreiheit. Mindestens zwei aus der Liste wurden erschossen, nicht verprügelt oder mit grüner Farbe übergossen, erschossen und damit Tausende "erzogen". Hinzu kommen noch die oben aufgezählten Ereignisse. Das Ranking von Reporter ohne Grenzen kann das Klima, das zur Selbstzensur führen muss, nicht erfassen, auch ganz ohne die von mir unterstellte Nähe der entscheidenden Leute zur derzeitigen Regierung.

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paracelsus
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Re: Pogrom im Zentrum für visuelle Kultur in Kiew

#50 Beitrag von paracelsus » Sonntag 12. Februar 2017, 18:39

Handrij, vielen Dank für Deine Ausführungen.

Wer sich versucht objektiv der Ukraine zu nährern, dem werden Deine Postings helfen die Pressefreiheit einzuordnen.
Für die "Demokraten" allerdings, die ihre Meinung bereits zementierten wird eh jede Erklärung vergebens sein.

Da würde selbst ein Schriftleitergesetz durch das "Wahrheitsministerium" nichts dran ändern. Schließlich herrscht ja ein (Bürger)krieg der alles andere unterordnet........... und "Verräter" stören nur; es gibt halt überall diese Watniks, die beseitigt werden müssen.
Dosis sola facit venenum (Allein die Dosis macht das Gift).
Die es gut meinen, das sind die schlimmsten.
Paracelsus (Philippus Aureolus Theophrastus Bombast von Hohenheim) 1493 - 1541

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