PolitikGas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

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Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#1 Beitrag von Handrij » Dienstag 5. Juli 2011, 15:02

Die Ukraine steckt in der Zwickmühle: Entweder sie überlässt Gazprom ihr Pipelinenetz oder muss stark erhöhte Gaspreise hinnehmen, schreibt die Zeitung "Moskowskije Nowosti" am Dienstag.

Der Chef des russischen Gasriesen Alexej Miller hat die Ukraine bereits davor gewarnt, im Oktober 400 Dollar für 1000 Kubikmeter Gas bezahlen zu müssen. „Die Ukraine könnte viele ihre Probleme lösen, wenn sie unser Angebot zur Fusion von Gazprom und Naftogas Ukrainy akzeptiert“, sagte er. In diesem Fall würde die Ukraine sogar Gas zu einem niedrigeren Preis als Weißrussland beziehen, so Miller.


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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#2 Beitrag von eurojoseph » Mittwoch 6. Juli 2011, 13:19

Handrij hat geschrieben:
Die Ukraine steckt in der Zwickmühle: Entweder sie überlässt Gazprom ihr Pipelinenetz oder muss stark erhöhte Gaspreise hinnehmen, schreibt die Zeitung "Moskowskije Nowosti" am Dienstag.

Der Chef des russischen Gasriesen Alexej Miller hat die Ukraine bereits davor gewarnt, im Oktober 400 Dollar für 1000 Kubikmeter Gas bezahlen zu müssen. „Die Ukraine könnte viele ihre Probleme lösen, wenn sie unser Angebot zur Fusion von Gazprom und Naftogas Ukrainy akzeptiert“, sagte er. In diesem Fall würde die Ukraine sogar Gas zu einem niedrigeren Preis als Weißrussland beziehen, so Miller.


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Wenn das nicht russischer Imperialismus ist ??? Was dann ??? Erpressung pur, Bizness ala russe ...und da soll man nicht russophob sein.....wenn man bedenkt das ung. 70% der Russen pro Putin sind, also für solche Machenschaften, den Miller ist nur ein Lakei des Kremls...
pfui deibel...Das reiche Deutschland, das viel weiter weg ist von RU bekommt es fast um 100 Euronen billiger....."Brüder" halt - wie 1968 in der CSSR ....
The SOVIET STORY - für alle, die noch an das Märchen vom russischen Antifaschismus glauben !Djakuju tobi,shcho ja ne moskal/jingo/sovok ???)SLAVA UKRAYINI !!!!Hitler UND Stalin kaputt - wider braunen UND roten Faschismus

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#3 Beitrag von Sonnenblume » Mittwoch 6. Juli 2011, 15:03

Handrij hat geschrieben:
Die Ukraine steckt in der Zwickmühle: Entweder sie überlässt Gazprom ihr Pipelinenetz oder muss stark erhöhte Gaspreise hinnehmen, schreibt die Zeitung "Moskowskije Nowosti" am Dienstag.

Der Chef des russischen Gasriesen Alexej Miller hat die Ukraine bereits davor gewarnt, im Oktober 400 Dollar für 1000 Kubikmeter Gas bezahlen zu müssen. „Die Ukraine könnte viele ihre Probleme lösen, wenn sie unser Angebot zur Fusion von Gazprom und Naftogas Ukrainy akzeptiert“, sagte er. In diesem Fall würde die Ukraine sogar Gas zu einem niedrigeren Preis als Weißrussland beziehen, so Miller.


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Janukowitsch müßte doch seine Pappenheimer kennen und dass man mit ihnen keine Spielchen spielen kann. Da hat er sich wohl "leicht" überschätzt mit seiner Hinhaltetaktik. Wenn man diese Fusion nicht wollte, dann hätte man es gleich sagen sollen. Und nun ist ihnen ihre eigene Dummheit auf die Beine gefallen und das Geschrei ist groß. Man könnte drüber schmunzeln, wenn die Zeche nicht wieder die Falschen bezahlen müßten.
Kein Wunder, dass Jeder der kann, weg ist und Jeder der nicht kann, weg will.

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#4 Beitrag von Kolobok » Mittwoch 6. Juli 2011, 19:16

Eine interessante Hinhaltetaktik. Die wesentlichen Merkmale dieser Taktik bestanden ja wohl darin, dass die Ukraine die russische Schwarzmeerflotte noch ein "kleines" Weilchen weiter stationiert, der NATO-Mitgliedschaft abgesagt hat, Antonow zu einem Gemeinschaftsunternehmen geworden ist, Russland mal so ohne Probleme ein bischen einkaufen war.... usw.
Genau was soll da die Hinhaltetaktik, wo man so schön in Schwung ist? Weißrussland ist doch аусх so ein bevorzugter Partner von Russland. Warum soll die Ukraine nicht auch in den Genuss so einer vorteilhaften brüderlichen Zusammenarbeit kommen? Ich habe aber gehört, dass der große Bruder dem kleinen letztens mal eben den Strom abgeschaltet hat.
Ich wage mal eine Prognose. In ein paar Jahren wird auch Russland Mitglied der WTO sein und auch seine Gaspreise im Inland an Weltmarktniveau anpassen. Spätesten dann, wird Miller wieder Kulleraugen machen und erzählen, dass das doch Marktwirtschaft sei und die UA wieder schön blechen darf.

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#5 Beitrag von Sonnenblume » Mittwoch 6. Juli 2011, 20:26

Kolobok hat geschrieben:... Spätesten dann, wird Miller wieder Kulleraugen machen und erzählen, dass das doch Marktwirtschaft sei und die UA wieder schön blechen darf.

Ist euch schon mal aufgefallen, dass immer die Ukraine sich ungerecht behandelt fühlt? Alle anderen verhandeln, schließen Verträge ab und leben dann damit. Irgendwann wird dann nachverhandelt, wenn es neue Gegebenheiten gibt. Die Ukrainer jammern schon, wenn man ihnen Verhandlungen anbietet, sehen sich als Opfer von Intrigen, die gar nichts dafür können, wenn es Sch... für sie ausgeht. Und das immer und immer wieder, egal worum es geht. Keine von ihnen hat je Verträge unterzeichnet. Wie kommen dann da bloß die Unterschriften hin (z.Bsp. Schwarzmeerflotte)? Hat da WWP mit Tarnkappe und Kalaschnikow dahinter gestanden?
Man fasst es nicht!
Übrigens in einem hast du recht, es ist Marktwirtschaft - wenn man das nur endlich in der Ukraine begreifen würde.

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#6 Beitrag von Kolobok » Mittwoch 6. Juli 2011, 21:15

Wie ich schon einmal an anderer Stelle bemerkte, ist mir das mit dem Verhandeln schon aufgefallen. Alle Welt verhandelt mit Russland und siehe da, der Gaspreis sinkt. Die Ukraine möchte auch gerne verhandeln. Aber dann fängt Russland an die Augen zu verdrehen, mit noch höheren Gaspreisen zu drohen, Vorschläge zu machen und gleich mit Konsequenzen zu drohen, wenn man darauf nicht eingeht. Also wenn für dich ein Ultimatum stellen gleich Verhandeln ist und Abzocke gleich Marktwirtschaft ist, dann scheinen wir unterschiedliche Erfahrungen gemacht zu haben.

Ach so noch zum Jammern. Ist dir schon mal aufgefallen, dass diese Meldungen immer in den russischen Medien gestartet werden?

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#7 Beitrag von Sonnenblume » Mittwoch 6. Juli 2011, 21:46

Kolobok hat geschrieben:Wie ich schon einmal an anderer Stelle bemerkte, ist mir das mit dem Verhandeln schon aufgefallen. Alle Welt verhandelt mit Russland und siehe da, der Gaspreis sinkt. Die Ukraine möchte auch gerne verhandeln. Aber dann fängt Russland an die Augen zu verdrehen, mit noch höheren Gaspreisen zu drohen, Vorschläge zu machen und gleich mit Konsequenzen zu drohen, wenn man darauf nicht eingeht.

Ich kann mir nach meinen Erfahrungen in der Ukraine vorstellen, dass der Ausgangspunkt der Verhandlungen unterschiedlich ist. Und da meine ich nicht das Kräfteverhältnis, sondern die Angebote bzw. Forderungen der beiden Seiten widerspechen sich in viel größerem Maße, als bei den anderen Ländern. Die Ukraine geht immer mit unrealistischen Vorstellungen in die Verhandlungen und wundert sich dann, wenn man sie abblitzen läßt. Leider gibt es keine ausgeprägte Kultur, auf Zwischentöne zu hören und Kompromisse zu machen. Das kann nicht funktionieren.
Kolobok hat geschrieben:Also wenn für dich ein Ultimatum stellen gleich Verhandeln ist und Abzocke gleich Marktwirtschaft ist, dann scheinen wir unterschiedliche Erfahrungen gemacht zu haben.

Da machst du dir es ein wenig einfach, zum streiten gehören immer 2.
Kolobok hat geschrieben:Ach so noch zum Jammern. Ist dir schon mal aufgefallen, dass diese Meldungen immer in den russischen Medien gestartet werden?

Vielleicht will die Ukraine ja, nach alter Manier, wenig Schmeichelhaftes für sie nicht auch noch verbreiten?

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#8 Beitrag von Kolobok » Mittwoch 6. Juli 2011, 22:49

Unrealistische Vorstellungen der Ukraine? Welche denn? Ich kann mir nur ein Urteil aus frei zugänglichen Quellen bilden und da fällt mir bei unrealistisch, ein Wunsch Russlands ein, dass die Ukraine in der Zollunion mitmachen soll und dafür ersteinmal aus der WTO austritt. Unrealistisch ist für mich ein Gaspreis von 400$ aber bei guter Führung gibts 200$. Also irgendwie kann ich das betriebswirtschaftlich nicht erklären. Bin ja auch kein Profi.

Klar zum Streiten gehören immer zwei. Aber aus Moskauer Sicht hat immer die Ukraine schuld. Da ich das nicht verstehe, würden mich mal belegbare Fakten interessieren.

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#9 Beitrag von Sonnenblume » Mittwoch 6. Juli 2011, 23:04

Kolobok hat geschrieben:Unrealistische Vorstellungen der Ukraine? Welche denn? Ich kann mir nur ein Urteil aus frei zugänglichen Quellen bilden und da fällt mir bei unrealistisch, ein Wunsch Russlands ein, dass die Ukraine in der Zollunion mitmachen soll und dafür ersteinmal aus der WTO austritt. Unrealistisch ist für mich ein Gaspreis von 400$ aber bei guter Führung gibts 200$. Also irgendwie kann ich das betriebswirtschaftlich nicht erklären. Bin ja auch kein Profi.

Wir brauchen "nur" die Diskussionen hier im Forum der letzten Jahre durchgehen, wie oft haben wir da den Kopf geschüttelt über die Unproffesionalität der jeweiligen ukrainischen Führung. Und zu Zeiten von Juschtschenko wurde keine Möglichkeit ausgelassen, Russland gegen das Schienbein zu treten. Wer Wind säht, kann schon mal Sturm ernten. Und damit man mich nicht falsch versteht, das ist keine Bewertung, sondern eine Feststellung.
Kolobok hat geschrieben:Klar zum Streiten gehören immer zwei. Aber aus Moskauer Sicht hat immer die Ukraine schuld. Da ich das nicht verstehe, würden mich mal belegbare Fakten interessieren.

Und aus ukrainischer Sicht hat immer Moskau schuld, da beißt sich die Katze in den Schwanz. Und das meine ich mit
Sonnenblume hat geschrieben:Leider gibt es keine ausgeprägte Kultur, auf Zwischentöne zu hören und Kompromisse zu machen.

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#10 Beitrag von Optimist » Mittwoch 6. Juli 2011, 23:12

Es ist reiner Machtpoker, früher hat man mit dem Säbel gerasselt, jetzt ersetzt diese "Waffe" Gas ganze Armeen. Nun gibt es nur die Möglichkeiten von den Russen dirigiert zu werden oder sich auf die Seite von starken Partnern ( wer auch immer, viel gibt es eh nicht ) zu stellen. Das Beste wäre in jedem Fall, sich mal so langsam vom Gas zu verabschieden und durch andere Energien zu ersetzen.

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#11 Beitrag von Kolobok » Mittwoch 6. Juli 2011, 23:50

Sonnenblume hat geschrieben:... wie oft haben wir da den Kopf geschüttelt über die Unproffesionalität der jeweiligen ukrainischen Führung ...
Und aus ukrainischer Sicht hat immer Moskau schuld, da beißt sich die Katze in den Schwanz. Und das meine ich mit
Sonnenblume hat geschrieben:Leider gibt es keine ausgeprägte Kultur, auf Zwischentöne zu hören und Kompromisse zu machen.

Na ich glaube nicht, dass da alle "wir" den Kopf über die Unproffesionalität geschüttelt haben, denn da wurde zu wenig über die Details der Verhandlungen und die Verträge bekannt. Man konnte sich eher versuchen ein Bild zu bilden, was man dann entsprechend seiner Vorlieben interpretiert. Oder gibt es hier Insider?
Das es auf ukrainischer Seite an Kompromissbereitschaft fehlte o. fehlt, kann ich nicht nachvollziehen. Beispiele habe ich aufgezählt. Bleibt von den zweien nur noch einer übrig :-D ? Oder kannst du deine Meinung mit Fakten untermauern?

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#12 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 7. Juli 2011, 09:01

Kolobok hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:... wie oft haben wir da den Kopf geschüttelt über die Unproffesionalität der jeweiligen ukrainischen Führung ...
Und aus ukrainischer Sicht hat immer Moskau schuld, da beißt sich die Katze in den Schwanz. Und das meine ich mit
Sonnenblume hat geschrieben:Leider gibt es keine ausgeprägte Kultur, auf Zwischentöne zu hören und Kompromisse zu machen.

Na ich glaube nicht, dass da alle "wir" den Kopf über die Unproffesionalität geschüttelt haben, denn da wurde zu wenig über die Details der Verhandlungen und die Verträge bekannt. Man konnte sich eher versuchen ein Bild zu bilden, was man dann entsprechend seiner Vorlieben interpretiert. Oder gibt es hier Insider?
Das es auf ukrainischer Seite an Kompromissbereitschaft fehlte o. fehlt, kann ich nicht nachvollziehen. Beispiele habe ich aufgezählt. Bleibt von den zweien nur noch einer übrig :-D ? Oder kannst du deine Meinung mit Fakten untermauern?

Na gut, ich fange mal an mit Untermauern, damit du nicht so allein bist ;)
Juri Boiko, Abgeordneter der Obersten Rada (Parlament) und Vorsitzender des Verbands der Arbeitgeber der Ukraine hat 2008 folgendes erklärt:
"Aber verantwortlich für die augenscheinliche Politisierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern ist die ukrainische Führung, die ihr Land planmäßig in eine außenpolitische Konfrontation mit der Russischen Föderation hineinzieht. "
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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#13 Beitrag von mbert » Donnerstag 7. Juli 2011, 09:23

Sonnenblume hat geschrieben:Juri Boiko, Abgeordneter der Obersten Rada (Parlament) und Vorsitzender des Verbands der Arbeitgeber der Ukraine hat 2008 folgendes erklärt:
"Aber verantwortlich für die augenscheinliche Politisierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern ist die ukrainische Führung, die ihr Land planmäßig in eine außenpolitische Konfrontation mit der Russischen Föderation hineinzieht. "
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Mit dieser Meinung ist er nicht allein. Ich sehe in dieser Äußerung aber eher eine innerukrainische Auseinandersetzung. Mein Eindruck war, dass Anfang 2005, nachdem nicht Moskaus Wunschkandidat gewonnen hatte, das Mobbing umgehend losging - und zwar genau auf Ebene der Wirtschaftsbeziehungen, nämlich die Gaspreise. Natürlich hat sich auch die ukrainische Regierung dann nicht lumpen lassen, aber ich finde schon, man sollte ihr hier nicht unnötig die Schuld in die Schuhe schieben. Sich an einem Volk dafür "rächen", dass es den falschen Präsidenten gewählt hat, ist aus meiner Sicht nicht die feine Art.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#14 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 7. Juli 2011, 11:18

mbert hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:Juri Boiko, Abgeordneter der Obersten Rada (Parlament) und Vorsitzender des Verbands der Arbeitgeber der Ukraine hat 2008 folgendes erklärt:
"Aber verantwortlich für die augenscheinliche Politisierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern ist die ukrainische Führung, die ihr Land planmäßig in eine außenpolitische Konfrontation mit der Russischen Föderation hineinzieht. "
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Mit dieser Meinung ist er nicht allein. Ich sehe in dieser Äußerung aber eher eine innerukrainische Auseinandersetzung. Mein Eindruck war, dass Anfang 2005, nachdem nicht Moskaus Wunschkandidat gewonnen hatte, das Mobbing umgehend losging - und zwar genau auf Ebene der Wirtschaftsbeziehungen, nämlich die Gaspreise. Natürlich hat sich auch die ukrainische Regierung dann nicht lumpen lassen, aber ich finde schon, man sollte ihr hier nicht unnötig die Schuld in die Schuhe schieben. Sich an einem Volk dafür "rächen", dass es den falschen Präsidenten gewählt hat, ist aus meiner Sicht nicht die feine Art.

Das ist eben die Frage, wie man es empfindet. Die Ukraine hatte wirklich sehr lange sehr moderate Gaspreise im Vergleich zum Westen. Dass damit bestimmte Hoffnungen verbunden waren, sollte ihnen doch klar gewesen sein. Keiner hat was zu verschenken. Nun wurde die Lage auch in Russland nicht einfacher und man mußte auch sehen, wie man die eigene Bevölkerung zufrieden stellt und das geht nicht ohne Geld. Dann überlegt man halt, an welcher Schraube man dreht. Solange die Ukraine so wenig für das Gas bezahlt hat, fand sie es auch nicht ungerecht.

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#15 Beitrag von mbert » Donnerstag 7. Juli 2011, 12:57

Sonnenblume hat geschrieben:Die Ukraine hatte wirklich sehr lange sehr moderate Gaspreise im Vergleich zum Westen. Dass damit bestimmte Hoffnungen verbunden waren, sollte ihnen doch klar gewesen sein.


Das ist völlig klar, aber es gibt auch gewisse Grenzen. Die Grenze ist überschritten, wenn allein die Tatsache, dass eine nicht bevorzugte Regierung gewählt wird, zu einer drastischen Erhöhung der Gaspreise führt. Das ist gegen jeden Anstand. Dass man in den Handelsbeziehungen von der anderen Seite ein gewisses Entegenkommen erwartet, halte ich für völlig legitim, nur diese Chance gab man der Regierung Juschchenko ja überhaupt nicht erst....
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#16 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 7. Juli 2011, 14:14

mbert hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:Die Ukraine hatte wirklich sehr lange sehr moderate Gaspreise im Vergleich zum Westen. Dass damit bestimmte Hoffnungen verbunden waren, sollte ihnen doch klar gewesen sein.


Das ist völlig klar, aber es gibt auch gewisse Grenzen. Die Grenze ist überschritten, wenn allein die Tatsache, dass eine nicht bevorzugte Regierung gewählt wird, zu einer drastischen Erhöhung der Gaspreise führt. Das ist gegen jeden Anstand. Dass man in den Handelsbeziehungen von der anderen Seite ein gewisses Entegenkommen erwartet, halte ich für völlig legitim,...

Bis hierhin stimme ich dir völlig zu.
mbert hat geschrieben:... nur diese Chance gab man der Regierung Juschchenko ja überhaupt nicht erst....

Das stimmt so nicht ganz. Immerhin waren die Gaspreise auch zu seiner Regierungszeit noch moderat. Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#17 Beitrag von eurojoseph » Donnerstag 7. Juli 2011, 19:29

mbert hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:Juri Boiko, Abgeordneter der Obersten Rada (Parlament) und Vorsitzender des Verbands der Arbeitgeber der Ukraine hat 2008 folgendes erklärt:
"Aber verantwortlich für die augenscheinliche Politisierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern ist die ukrainische Führung, die ihr Land planmäßig in eine außenpolitische Konfrontation mit der Russischen Föderation hineinzieht. "
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Mit dieser Meinung ist er nicht allein. Ich sehe in dieser Äußerung aber eher eine innerukrainische Auseinandersetzung. Mein Eindruck war, dass Anfang 2005, nachdem nicht Moskaus Wunschkandidat gewonnen hatte, das Mobbing umgehend losging - und zwar genau auf Ebene der Wirtschaftsbeziehungen, nämlich die Gaspreise. Natürlich hat sich auch die ukrainische Regierung dann nicht lumpen lassen, aber ich finde schon, man sollte ihr hier nicht unnötig die Schuld in die Schuhe schieben. Sich an einem Volk dafür "rächen", dass es den falschen Präsidenten gewählt hat, ist aus meiner Sicht nicht die feine Art.


Ich finde die ukrainische Regierung hat jedes Recht als souveräner Staat eine antirussische Aussenpolitik zu fahren, grad auch wo RU sich permanent in die innerukrainischen Angelegenheiten einmischt....viele können die Unabhängigkeit nicht verkraften, trotzdem war die Regierung Juschtschenko nicht sehr professionell, vor allem hat sie sich in dummen Nebenwidersprüchen verrannt anstatt für eine neue Kultur im innerukrainischen Umgang zu sorgen....wenn es einfach Richtung Mittelstand gegangen wäre und die russischen Knüppel die die RF in den Weg gelegt haben besser kommuniziert worden wären - jede Verhandlung bez. ALLEM offengelegt worden wäre, dann wäre das russische Spiel leichter für die breite Masse durchschaubar gewesen...sich so sehr auf die Vergangenheit zu konzentrieren hat die Zukunft gekostet, das werfe ich den Orangen vor ! Bürgerrechte ja, Korruptionsbekämpfung hat zuwenig stattgefunden, und eine Entwicklung eines gesunden Mittelstandes mit vernünftigen Steuergesetzen hat auch nicht stattgefunden...z.B. Steuerfreiheit für Start ups, für Beschäftigungsiniativen, für den Mittelstand, 0 Steuern die ersten 5 Jahre für KMU´s etc...
das war ein grosser Fehler !!!!
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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#18 Beitrag von Kolobok » Donnerstag 7. Juli 2011, 21:29

Sonnenblume hat geschrieben:Juri Boiko, Abgeordneter der Obersten Rada (Parlament) und Vorsitzender des Verbands der Arbeitgeber der Ukraine hat 2008 folgendes erklärt:
"Aber verantwortlich für die augenscheinliche Politisierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern ist die ukrainische Führung, die ihr Land planmäßig in eine außenpolitische Konfrontation mit der Russischen Föderation hineinzieht. "
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Da hat man aber wohl noch etwas vergessen. Juri Boiko war zu der Zeit als Mitglied der Partei der Regionen in der Opposition. Da muss man so reden.
Außerdem war er kurz vorher in der kurzen Koalitionsregierung unter Janukowitsch, der Energieminister. Julia hat ihn dann gefeuert.
Boiko soll ein enger Freund von Firtasch sein...
Aber, das hat die russische Quelle wohl nicht gewusst?

Ach so Boiko ist als jetziger Minister für Energie nicht unwesentlich an der jetzigen "unprofesionellen Hinaltetaktik" beteiligt.

Sonnenblume hat geschrieben:Das stimmt so nicht ganz. Immerhin waren die Gaspreise auch zu seiner Regierungszeit noch moderat. Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... ... l_von_2004

Ein sehr interessanter Link! Also habe ich das richtig verstanden? Im Sommer 2004, vor den Präsidentschaftswahlen, verpflichtet sich Russland, es bis 2009 bei einem Preis von 50$ zu lassen. Nach dem die Ukrainer den falschen Präsidenten gewählt haben erklärt Russland den Vertrag für ungültig und will schon das Dreifache haben. Da die Ukrainer aber nicht reumütig klein beigeben, möchte man nach einem Jahr schon das Fünffache haben. Wow!
Nee ich glaube, da müssen sich die Artikelschreiber bei Wikipedia vertan haben. Denn ansonsten wäre das ja ....

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Kurt Simmchen - galizier
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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#19 Beitrag von Kurt Simmchen - galizier » Donnerstag 7. Juli 2011, 22:35

Wir hatten schon mal das Thema "Kann man Russland vertrauen?"
Und wieder sage ich nein. Der von allen so beschworene niedrige Gaspreis ist vertragliches Ergebnis der Teilung der Gasleitung unter den Erbauern, den GUS-Ländern.
Schließlich haben alle SU-Staaten die gesamte Leitung bis zu den Bohrtürmen bezahlt. In der Aufrechnung damals konnte die junge RF die UA nicht auszahlen.

Das will Putin heute nicht mehr hören.

Der Verweis auf den Boiko ist wohl doch ein Schlag in den Schlamm. Dieser RF-Diener empfiehlt der Regierung auch noch im Namen der Arbeitgeber vor Russland auf die Knie zu fallen. Geht es denn noch schlimmer?
Und heute jammert er wegen der Repressionen der Russen.
Selbst schuld würde da aber auch sagen. Hätten die UAs konkurrenzfähige Ware für den Weltmarkt, bruachten sie nicht Russland als Käufer und der kennt die Situation.

Na klar musste die Regierung der UA sich auf die Seite Georgiens stellen. Auch sie hat so einen potentiellen Krisenherd zwischen sich und Moldawien. Transdnistrien. Vergessen?

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#20 Beitrag von Sonnenblume » Freitag 8. Juli 2011, 11:00

galizier hat geschrieben:Wir hatten schon mal das Thema "Kann man Russland vertrauen?"
Und wieder sage ich nein. Der von allen so beschworene niedrige Gaspreis ist vertragliches Ergebnis der Teilung der Gasleitung unter den Erbauern, den GUS-Ländern.
Schließlich haben alle SU-Staaten die gesamte Leitung bis zu den Bohrtürmen bezahlt. In der Aufrechnung damals konnte die junge RF die UA nicht auszahlen.


Die Erdgastrasse haben nicht die GUS-Länder gebaut, sondern die anderen sozialistischen Länder und ihnen wurde dafür billigeres Gas versprochen. Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
So gesehen hat die Ukraine die Trasse geschenkt bekommen, da sie auf ihrem Territorium liegt. Die Gaslieferungen an die Erbauer kommen ja wohl von Russland, oder?


galizier hat geschrieben:Der Verweis auf den Boiko ist wohl doch ein Schlag in den Schlamm. Dieser RF-Diener empfiehlt der Regierung auch noch im Namen der Arbeitgeber vor Russland auf die Knie zu fallen. Geht es denn noch schlimmer?
Und heute jammert er wegen der Repressionen der Russen.


Es gibt immer irgendwelche Abhängigkeiten, weil immer irgendjemand am längeren Hebel sitzt. Man kann das bedauern, aber ändern kann man das nicht.

Kolobok hat geschrieben:Ein sehr interessanter Link! Also habe ich das richtig verstanden? Im Sommer 2004, vor den Präsidentschaftswahlen, verpflichtet sich Russland, es bis 2009 bei einem Preis von 50$ zu lassen. Nach dem die Ukrainer den falschen Präsidenten gewählt haben erklärt Russland den Vertrag für ungültig und will schon das Dreifache haben. Da die Ukrainer aber nicht reumütig klein beigeben, möchte man nach einem Jahr schon das Fünffache haben. Wow!


Und das ist immer noch weniger, als der tatsächliche Weltmarktpreis war. Ich möchte daran erinnern, dass die russische Bevölkerung mehr Geld für das Gas zahlen mußten, als die Ukrainer!
"Bei den Neuverhandlungen lehnte die Ukraine strikt jegliche Erhöhung des Gaspreises ab und schlug die Bezahlung mit Waffenlieferungen vor. Doch dann willigte der ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko ein, dass der Preis schrittweise erhöht werden sollte. Russlands Präsident Wladimir Putin war der Ansicht, dass die Ukraine genug Geld habe, um den Weltmarktpreis zu bezahlen: „Dies ist eine schwere Last für das russische Budget … Die ukrainischen Konsumenten erhalten heute Gas für einen tieferen Preis, als russische Bürger in ihrem eigenen Land bezahlen müssen! Und wir haben noch immer 25 Millionen Bürger, die unter der Armutsgrenze leben“."
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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#21 Beitrag von Kolobok » Freitag 8. Juli 2011, 17:57

Sonnenblume hat geschrieben:Die Erdgastrasse haben nicht die GUS-Länder gebaut, sondern die anderen sozialistischen Länder...

Was, die ganzen 160 400 km des sowjetischen Gasnetzes? Ich glaube galizier ging es eher darum, als um die paar 100 km die die DDR in der Ukraine verlegt hat.

Sonnenblume hat geschrieben:"...Russlands Präsident Wladimir Putin war der Ansicht, dass die Ukraine genug Geld habe, um den Weltmarktpreis zu bezahlen: „Dies ist eine schwere Last für das russische Budget … Die ukrainischen Konsumenten erhalten heute Gas für einen tieferen Preis, als russische Bürger in ihrem eigenen Land bezahlen müssen! Und wir haben noch immer 25 Millionen Bürger, die unter der Armutsgrenze leben“."
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Also das Argument kann ich ja ersteinmal nachvollziehen. Aber war ihm das im August 2004 noch nicht klar?
Dann einer plötzlichen Eingebung folgend, machte er sich Sorgen um seine armen Landsleute? Muss aber irgendwie der falsche Weg gewesen sein. Denn trotz hoher Gaspreise gibt es 7 Jahre später immer noch knapp 24 Millionen Bürger, die unter der Armutsgrenze leben.

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Re: Gas-Poker: Moskau verärgert über Janukowitschs Hinhaltetaktik - "Moskowskije Nowosti"

#22 Beitrag von Sonnenblume » Freitag 8. Juli 2011, 18:35

Kolobok hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:Die Erdgastrasse haben nicht die GUS-Länder gebaut, sondern die anderen sozialistischen Länder...

Was, die ganzen 160 400 km des sowjetischen Gasnetzes? Ich glaube galizier ging es eher darum, als um die paar 100 km die die DDR in der Ukraine verlegt hat.

Die Erdgasleitung Sojus hatte 2750 km und die ging durch die Ukraine und wurde von den RGW-Staaten, darunter auch der DDR gebaut. Mir ging es um die Trasse, die in der Ukraine gebaut wurde. Diese ging in das Eigentum der Ukraine über.
Kolobok hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:"...Russlands Präsident Wladimir Putin war der Ansicht, dass die Ukraine genug Geld habe, um den Weltmarktpreis zu bezahlen: „Dies ist eine schwere Last für das russische Budget … Die ukrainischen Konsumenten erhalten heute Gas für einen tieferen Preis, als russische Bürger in ihrem eigenen Land bezahlen müssen! Und wir haben noch immer 25 Millionen Bürger, die unter der Armutsgrenze leben“."
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Also das Argument kann ich ja ersteinmal nachvollziehen. Aber war ihm das im August 2004 noch nicht klar?
Dann einer plötzlichen Eingebung folgend, machte er sich Sorgen um seine armen Landsleute? Muss aber irgendwie der falsche Weg gewesen sein. Denn trotz hoher Gaspreise gibt es 7 Jahre später immer noch knapp 24 Millionen Bürger, die unter der Armutsgrenze leben.

Die Eingebungen von WWP sind immer plötzlich - immer wenn sie gebraucht werden ;) Aber wir sind uns ja einig, dass es nicht die feine englische Art ist. Es ist aber eben nicht unnormal, sondern gängige Praxis. Und das trifft nicht nur die Ukraine.
Als zum Beispiel am EHEC-Virus 3 Leute in Deutschland gestorben sind, wurde gleich ein Einfuhrverbot von Gemüse nach Russland verhängt, als ganz Moskau und halb Rußland voriges Jahr im Rauch versank, der etliche Menschenleben kostete, wurde lange Zeit gar nichts gemacht und dann lieferte er eine Einmannshow ab, statt dafür zu sorgen, dass die Wälder vernünftig bewirtschaftet werden inklusive Torfstich. So ist er, ohne Ansehen der Person bestimmt er allein, was passiert. Ein lupenreiner Demokrat halt ;)

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