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DevilsNeverCry
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Religion in der Ukraine

#1 Beitragvon DevilsNeverCry » Mittwoch 28. Juli 2010, 13:29

Die Angst der Ukrainer vor dem russischen Imperium

Bei seinem Besuch spricht der Moskauer Patriarch von geistiger Einheit - zur Freude des Kreml

von Gerhard Gnauck
Warschau - Rote Teppiche, ein Fabrikbesuch, ein Termin beim Präsidenten, eine Ehrendoktorwürde: Die acht Tage dauernde "Pastoralreise" des orthodoxen Patriarchen Kyrill I. von Moskau durch die Ukraine, die heute zu Ende geht, wirkte wie ein Staatsbesuch.

Bereits zum dritten Mal, seit der Geistliche vor 18 Monaten sein Amt als Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche übernahm, reiste Kyrill in das Nachbarland. Sein Vorgänger hatte es in 18 Jahren nur zweimal geschafft. Zugleich tagte diese Woche die Synode der gesamten Kirche auswärts - in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Damit sollte deutlich werden: Das Nachbarland mit seiner großen Zahl von Orthodoxen genießt für die Kirche in Moskau - wie auch für den Kreml - oberste Priorität. Gerade jetzt, da nach fünf Jahren der Westorientierung in Kiew im Frühjahr der russlandfreundliche Präsident Viktor Janukowytsch ins Amt gekommen ist.

In Odessa weihte Kyrill eine nach ihrer Zerstörung in der Stalinzeit wieder aufgebaute Kathedrale ein; sie wird seiner Kirche unterstehen. Im prächtigen Opernhaus der Stadt fesselte er seine Gäste mit einer Ansprache, in der er vor engstirnigem Nationalismus ebenso warnte wie vor einem "Multikulturalismus", der den "religiösen Faktor" im Leben ausschalten wolle, vor Hedonismus und "neuem Heidentum". Er stellte sich, wie im orthodoxen Sender Glas zu sehen war, sogar den Fragen der Zuhörer. Gestern schließlich feierte der 63 Jahre alte Patriarch am Ufer des Dnjepr in Kiew mit einigen Tausend Menschen einen Gottesdienst. Der Ort war symbolisch: Hier hatte die Kiewer Rus, das mittelalterliche Reich, das heute die Ukraine und Russland als ihren staatlichen Vorläufer ansehen, im Jahre 988 die Taufe empfangen. Kyrill betete für "unser ganzes Land, die heilige Rus". Das Evangelium, das er verlas, handelte vom guten Hirten und vom Mietling, der sich um seine Schafe nicht kümmert. "Lang lebe unser Patriarch", riefen die Gläubigen in organisierten Sprechchören und drängten sich danach, ihm die Hand zu küssen.

Die politischen Akzente des Besuchs waren nicht zu übersehen, und sie waren auch nicht verwunderlich, begreift sich die Orthodoxie in Russland doch als Staatskirche. Der Patriarch lobte die jüngste "Stabilisierung" im Land, was wie ein Lob für Präsident Janukowytsch klang. Diesem verlieh er den höchsten Orden seiner Kirche. Er sprach von einer "brüderlichen Zusammenarbeit" zwischen Russland und der Ukraine und führte stets das Wort "Einheit" im Mund.

Kirchenpolitisch ging Kyrill in der Ukraine, wo er seit dem Zerfall der Sowjetunion mit der orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats unter ihrem Oberhaupt Filaret konkurrieren muss, noch weiter. Er bezeichnete die Anhänger des Kiewer Patriarchen als "Spalter" der Kirche. Dem Moskauer Patriarchen unterstehende Geistliche lassen keinen Zweifel daran, dass es ihnen um die Einverleibung dieser von ihnen nie anerkannten Teile der Orthodoxie geht.

Zwar bezeichnet sich in der Ukraine, einer Umfrage des Kiewer Rasumkow-Zentrums zufolge, nach den Jahrzehnten der Sowjetherrschaft nur eine Minderheit von 38 Prozent der Bevölkerung als kirchlich gebunden. Doch in dieser Bevölkerungsgruppe rechnen sich 40 Prozent der Kirche des Kiewer Patriarchats zu und 29 Prozent der Kirche Kyrills. Anderen Quellen zufolge ist das Kräfteverhältnis umgekehrt. Sicher ist, dass sich mit den zwei großen orthodoxen Kirchen im Land zwei Patriarchen und zwei wichtige Machtfaktoren gegenüberstehen.

Der Kiewer Patriarch Filaret sagte in einem Interview zum Besuch des Moskauers vor seiner Haustür: "Er will ein neues russisches Imperium errichten." Hinter Kyrills theologischem Konzept einer "russischen Welt", zu der auch die Ukraine gehöre, und der alten Idee von Moskau als dem "dritten Rom" des Christentums stehe das Streben des russischen Staates nach einem Anschluss der Ukraine. Demonstranten, die mit Kyrill-Masken gegen den Moskauer Patriarchen protestierten, wurden festgenommen. Am Ende nahm Kyrill Stellung zur Kritik: "Wir stellen weder die Souveränität noch die nationale Selbstbestimmung infrage, wir verteidigen nur, was Gott gehört und was der Kirche anvertraut wurde."

Die Pastoralreise fand durch Fernsehübertragungen ein großes Echo. Experten in der Ukraine verwiesen darauf, wie erfolgreich Patriarch Kyrill als Prediger und Seelsorger im Land in ein weltanschauliches Vakuum gestoßen sei. Andere äußerten sich besorgt über die politischen Folgen und ein weiteres Abgleiten des Landes in das Fahrwasser Moskaus. Der zwischenkirchliche Streit im Land habe sich, verglichen mit Kyrills Besuch vor einem Jahr, "erheblich verschärft", resümierte die Moskauer "Nesawisimaja Gaseta". Nächsten Sommer will Kyrill die Ukraine wieder besuchen.


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Auch wenn aus "Welt" etwas übertrieben schlechte Meinungsmache in Bezug auf Russland zu hören ist so haben sie nicht ganz unrecht. Auch wenn der Patriarch aus Moskau meint nur im Sinne von "Geist und Glauben" zu argumentieren, so ist die politische Botschaft hinter seinen Besuchen und Reden deutlich, wer das nicht erkennt der will es nicht erkennen oder ist politisch total gefärbt.
Genauso wie die Orthdoxoen Kirche des Kiewer Patriarchen so ist auch jene Kirche von Kyrill zu einem Konzern geworden. Ich denke die regionalen Unterschiede sind besonders bei den Gläubigern stark zu erkennen sein. Traditionell sind die Westukrainer dem Glauben an Himmel und Hölle am meisten verfallen und bei ihnen dominiert ohne Zweifel die griechisch-katholische kirche, während in der Zentralukraine der Kiewer Patriarch herrscht, ist in der Süd-Ost UA der moskauer Patriarch vorherrschend.
Wenn man die kulturelle Spaltung des Landes überwinden will so müssen auch die Gläubiger zu einander finden und sich gegenseitig respektieren und das ist noch schwieriger als das Sprachenproblem. Man bedenke das der Besuch von Kyrill dem nicht gut tut, auch der Papst aus Rom ist sich über einen Besuch im Jahre 2012 in UA schon fast sicher.
Die Frage wäre ob man einerseits die eigene Kirche (sprich die des Kiewer Patriarchen) unterstützen sollte oder ob man sich mehr Richtung Kyrill orientieren will und selbst wenn das geklät ist so bleibt immer noch die Frage wie man mit de merheitlich griechisch-katholischen Anhängern in West-UA umgehen soll.
Weiß einer von euch wie sich der Präsident zu diesen Fragen verhält?

____________

Ach ja, wer sich dafür interessiert hier ist eine Statistik über die Anzahl der Gläubigen in UA.

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Allerdings ist das mit etwas vorsicht zu genießen da bekanntlich einige von diesen schön gefärbt werden. Dennoch ist diese Statistik die offizielle.

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DevilsNeverCry
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Re: Religion in der Ukraine

#2 Beitragvon DevilsNeverCry » Mittwoch 28. Juli 2010, 23:33

Um zu verdeutlichen wie tief die Spaltung auf religiöser Ebene ist, dass hier:

Anschlag auf ukrainische Kirche

von dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Saporoschje (dpa) - Auf die Kathedrale der ukrainischen Stadt Saporoschje ist ein Sprengstoffanschlag verübt worden. Eine Nonne wurde getötet. Nach Medienberichten wurden mindestens acht weitere Menschen verletzt. Die Kathedrale gehört zum Moskauer Patriarchat der russisch-orthodoxen Kirche. Der blutige Zwischenfall ereignete sich am letzten Tag eines heftig umstrittenen Besuchs des Moskauer Patriarchen Kirill in Kiew. Kirill will die gespaltene ukrainische Orthodoxie vereinen und sie wieder unter das Dach Moskaus holen.


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____

Wenn ich mich nicht täusche dann waren vor 2-3 Wochen eine Kirche des Moskauer Patriarchen abgefackelt worden. So etwas sind leider keine Einzelfälle. Besonders auf der Krim wird das deutlich wenn die Anhänger des Islam dazu stoßen.

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Re: Religion in der Ukraine

#3 Beitragvon Handrij » Donnerstag 29. Juli 2010, 00:25

DevilsNeverCry hat geschrieben:Auch wenn aus "Welt" etwas übertrieben schlechte Meinungsmache in Bezug auf Russland zu hören ist so haben sie nicht ganz unrecht. Auch wenn der Patriarch aus Moskau meint nur im Sinne von "Geist und Glauben" zu argumentieren, so ist die politische Botschaft hinter seinen Besuchen und Reden deutlich, wer das nicht erkennt der will es nicht erkennen oder ist politisch total gefärbt.

Es bestreitet sicherlich niemand, dass die Russische Orthodoxe Kirche ein "Instrument" des Kremls ist bzw. in dessem Sinne handelt. Vermutlich hat Kyrill I. eine ordentliche KGB/FSB Vorgeschichte.

DevilsNeverCry hat geschrieben:Genauso wie die Orthdoxoen Kirche des Kiewer Patriarchen so ist auch jene Kirche von Kyrill zu einem Konzern geworden. Ich denke die regionalen Unterschiede sind besonders bei den Gläubigern stark zu erkennen sein. Traditionell sind die Westukrainer dem Glauben an Himmel und Hölle am meisten verfallen und bei ihnen dominiert ohne Zweifel die griechisch-katholische kirche, während in der Zentralukraine der Kiewer Patriarch herrscht, ist in der Süd-Ost UA der moskauer Patriarch vorherrschend.
Wenn man die kulturelle Spaltung des Landes überwinden will so müssen auch die Gläubiger zu einander finden und sich gegenseitig respektieren und das ist noch schwieriger als das Sprachenproblem. Man bedenke das der Besuch von Kyrill dem nicht gut tut, auch der Papst aus Rom ist sich über einen Besuch im Jahre 2012 in UA schon fast sicher.
Die Frage wäre ob man einerseits die eigene Kirche (sprich die des Kiewer Patriarchen) unterstützen sollte oder ob man sich mehr Richtung Kyrill orientieren will und selbst wenn das geklät ist so bleibt immer noch die Frage wie man mit de merheitlich griechisch-katholischen Anhängern in West-UA umgehen soll.

Ziel müsste die Abschaffung des, wie du so schön sagtest, Glaubens an "Himmel und Hölle" sein, doch das liegt in weiter Ferne. Doch wird sich bei jüngeren Menschen, insbesondere mit besserer Ausbildung wohl kaum ein geschlossenes christliches - welcher Sekte auch immer zugehörig - Weltbild finden. Da ist eher ein Pragmatismus des sich aus allen Angeboten Bedienens vorhanden. Heute machen wir halt in Ostern und morgen huldigen wir dem Dalai Lama.
Im Prinzip sollten doch - leider kenn` ich mich da nicht so gut aus, wohl aus mangelndem Interesse - alle vier größeren christlichen Kirchen kaum unterscheidbar von ihren Riten sein. Die griechisch-katholischen erkennen ja nur den Papst anstelle des Patriarchen in Kiew oder Moskau an, doch gehen diese vier Kirchen dem "orthodoxen Ritus" nach. Aber wahrscheinlich gebe ich mich damit als Gotteslästerer zu erkennen.
Hauptunterschied ist wohl, ob es einen "nationalen" Kirchenverein gibt oder dieser "fremdbestimmt" (Rom oder das zweite Rom) ist. Die Liturgie sollte wohl auch bei den Moskauern auf Ukrainisch abgehalten werden, jedenfalls zum größten Teil.
Ob mensch sich in mehrere Sekten einschreiben kann und dann Bonuspunkte im Himmel bekommt? Woher weiß man, dass man die richtige Wahl getroffen hat?


DevilsNeverCry hat geschrieben:Weiß einer von euch wie sich der Präsident zu diesen Fragen verhält?

So wie Janik dem Kyrill hinterherscharwenzelte, ist die Position wohl eindeutig. Er erkennt ihn als sein kirchliches Oberhaupt an. Ob damit wirklicher Glauben verbunden ist, wage ich zu bezweifeln. Jedenfalls hat Janik sich nicht mehr zur Idee der ukrainischen Einheitskirche geäußert. Sein Verhalten lässt auf die Orientierung nach Moskau hin schließen, auch wenn eine Kiewer Kirche mehr Macht böte. Nunja, muss ja nicht alles rational sein, besonders in diesen geistigen Angelegenheiten - huch, es blitzt schon wieder ;)

DevilsNeverCry hat geschrieben:Ach ja, wer sich dafür interessiert hier ist eine Statistik über die Anzahl der Gläubigen in UA.


Besser ohne den Googlekram und zudem sind es Umfrageergebnisse des Rasumkowzentrums aus dem Jahre 2006.

Bild

im linken Diagramm: weiß - Atheisten oder keiner Kirche zugehörig
im rechten Diagramm im Uhrzeigersinn von den 38,9% ausgehend:
Ukrainische Orthodoxe Kirche - Kiewer Patriarchat
Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche
Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche
Römisch-Katholische Kirche
Protestanten
Juden
Muslime
Buddhisten
Andere religiöse Gruppen
Weiß nicht
Ukrainische Orthodoxe Kirche - Moskauer Patriarchat

Die CIA hat in ihrem Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... Zahlen für 2006 geschätzt:
Ukrainian Orthodox - Kyiv Patriarchate 50.4%, Ukrainian Orthodox - Moscow Patriarchate 26.1%, Ukrainian Greek Catholic 8%, Ukrainian Autocephalous Orthodox 7.2%, Roman Catholic 2.2%, Protestant 2.2%, Jewish 0.6%, other 3.2% (2006 est.)



Zu dem Attentat in Saporoshshje folgender Fernsehbericht:
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Unklar ist hier wem das nützt. Eigentlich niemandem .... Kann nur ein einzelner Irrer gewesen sein.


DevilsNeverCry hat geschrieben:Besonders auf der Krim wird das deutlich wenn die Anhänger des Islam dazu stoßen.

Auf der Krim "Probleme" mit dem Islam? Dort geht es allenfalls um Land und Businesszugang. Religion halte ich da für vernachlässigenswert, außer wenn man an den "islamischen Terrorgürtel" glaubt, der eher eine Zone der vom Weltmarkt Ausgespuckten darstellt.

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Handrij
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Ukraine

Re: Religion in der Ukraine

#4 Beitragvon Handrij » Mittwoch 6. Oktober 2010, 21:30

Von der Research & Branding Group (Achtung Partei der Regionen nahestehend) gibt es eine aktuellere Befragung zur Religion:
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Hauptergebnisse:

- 33 Prozent der Ukrainer sehen sich - unabhängig von der Oberhoheit - als orthodox an
- Diejenigen, die sich einem Patriarchat zuordnen, zählen sich zu 21 Prozent zum Kiewer und zu 22 Prozent zu dem Moskauer Patriarchat, 17 Prozent erkennen andere christliche Oberinstanzen an. --> wenn ich das richtig verstehe, betrachten sich demnach nur 9 Prozent als nichtchristlich ...
- In der Westukraine überwiegen Kiewer Patriarchat (26 Prozent) und griechisch-katholische Kirche (27 Prozent). Im Zentrum und im Süd-Osten sehen sich die meisten nur als orthodoxe Christen (47 Prozent im Zentrum und 33 Prozent im Südosten). Im Zentrum zählen sich 21 Prozent zum Kiewer Patriarchat und im Süd-Osten 29 Prozent zum Moskauer Patriarchat.
- Von 18 Prozent der Befragten wird Kyrill I. (Moskau und die ganze Rus) als Kirchenvorsteher angesehen, Wladimir (Moskauer Patriarchat in Kiew) wird von 9 Prozent und Philaret (Kiewer Patriarchat) ebenfalls von 9 Prozent als ihr Kirchenoberhaupt angesehen. Ljubomir, der Vorsteher der Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche wird von 6 Prozent der ukrainischen Christen als ihr Kirchenvorsteher anerkannt.
- Kyrill wird vor allem im Süd-Osten - 25 Prozent anerkannt, hat aber im Westen immerhin noch 10 Prozent Anhänger. Ljubomir wird im Westen von 22 Prozent als Kirchenvorsteher gesehen. In den anderen Regionen liegt sein Anteil unter 2 Prozent. Philaret wird vor allem im Zentrum anerkannt (12 Prozent).
- Von 62 Prozent der Befragten wird Kyrill nicht als Ausländer betrachtet. Allein in der Westukraine sehen ihn 38 Prozent als Ausländer, dieser Wert liegt im Süd-Osten bei 9 Prozent.
- Die Rolle der Russischen orthodoxen Kirche wird von 57 Prozent der Ukrainer als positiv betrachtet und von 17 Prozent als negativ.
- Erwartungsgemäß wird die Rolle der Russischen orthodoxen Kirche vor allem im Westen negativ gesehen und im Süd-Osten positiv gesehen.
- 63 Prozent der Ukrainer unterstützen die Protestaktionen bei der Anreise von Kyrill nicht. Nur 16 Prozent würden aber zu seiner Verteidigung an Demonstrationen teilnehmen.
- Die Mehrzahl der Ukrainer betrachtet Ukrainisch als ihre Muttersprache (55 Prozent), bei Russisch sind es 43 Prozent.
- Vor allem im Westen ist Ukrainisch die Muttersprache. Russisch wird von 68 Prozent der Befragten im Süd-Osten und nur von 9 Prozent der Befragten im Westen als Muttersprache angegeben.

Nun denn, möge der bessere Gott gewinnen ...

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freedom
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Re: Religion in der Ukraine

#5 Beitragvon freedom » Freitag 8. Oktober 2010, 03:09

DevilsNeverCry hat geschrieben:
Die Angst der Ukrainer vor dem russischen Imperium


Wenn tatsächlich Angst der Ukrainer vor dem russischen Imperium bestehen sollte, erschiene mir das durchaus historisch begründet.

Десять Заповідей
1. Хай не буде тобі інших богів передо Мною! Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!
2. Не призивай Імення Господа, Бога твого, надаремно. Du sollst den Namen deines Gottes nicht unnützlich führen.
3. Пам'ятай день суботній, щоб святити його! Gedenke des Sabbattages, um ihn heilig zu halten.
4. Шануй свого батька та матір свою, щоб довгі були твої дні на землі, яку Господь, Бог твій, дає тобі! Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Lande, dass der Herr, dein Gott dir gibt!
5. Не вбивай! Du sollst nicht töten!
6. Не чини перелюбу! Du sollst nicht ehebrechen.
7. Не кради! Du sollst nicht stehlen.
8. Не свідкуй неправдиво на свого ближнього! Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
9. Не жадай дому ближнього свого. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
10. Не жадай жони ближнього свого, ані раба його, ані невільниці його, ані вола його, ані осла його, ані всього, що ближнього твого!
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder was sein ist.

Für Korrekturen meiner ukrainischen Übersetzung wäre ich dankbar, sofern diese erforderlich sind.

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