Vermischtes | Reporter an Grenze festgehalten

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Reporter an Grenze festgehalten

#1 Beitragvon Handrij » Freitag 30. März 2012, 12:30

Drei RBB-Reporter, die über die Vorbereitungen zur Fußball-EM (8. Juni bis 1. Juli) in Polen und der Ukraine berichten wollten, sind nach Angaben des Senders vergangene Woche stundenlang an der Grenze zur Ukraine festgehalten worden.


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lev
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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#2 Beitragvon lev » Montag 2. April 2012, 17:52

Hier das entsprechende Reisetagebuch:

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Jensinski
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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#3 Beitragvon Jensinski » Montag 2. April 2012, 22:28

Wenn Ihr mich fragt, das stinkt! Aber lest selbst: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...

Stutzig wurde ich am Ende: "Die kleine endgültige Einfuhrquittung für unser Auto..." Die gibt es doch gar nicht mehr! Und die "Parkplatzgebühr" kommt mir auch ziemlich verdächtig vor.

Und noch etwas. Man mag von Korruption an der Grenze halte was man will. Sollen die wirklich so doof sein und ein deutsches Fernsehteam derart behandeln? Außerdem habe ich in letzter Zeit nur Gutes gehört und den blauen Zolleinfuhrschein haben sie mit keiner Silbe erwähnt.

Mein Fazit: Aus Vorfällen vergangener Tage wurde hier ein Märchen gestrickt! Hab eigentlich keine Lust, weiterzulesen - aber ich tue es.

Nachtrag1: Zu meiner Befürchtung passt auch ganz gut das Kleingedruckte am Ende: "Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 22.03.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt. "

Nachtrag 2: Seht Ihr das Bild mit dem Hund von der Grenze? Ich habe mal einen Kilometer VOR der Grenze noch ein Bild gemacht. Das wurde gesehen und ich hatte einen Mords Stress deswegen! Falls sie da gefilmt haben sollten wäre es kein Wunder, wenn es Probleme gegeben hätte.

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Kurt Simmchen - galizier
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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#4 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Dienstag 3. April 2012, 01:02

Ich sehe das nicht so wie Du.
Solche Berichte kannst Du nicht so einfach stricken. Aber der Reihe nach.

Wenn Du bei RBB alles liest, dann siehst Du dass die Jungs aus dem Reisebereich in die Güterabfertigung mussten.
Ich habe mal in Rava Ruska vor Jahren mich auch mit einer Nutzungsgebühr für den Aufenthalt im Terminal auseinandersetzen müssen. Ideen haben sie die Jungs an der Grenze wenn es um Geld geht.

Jens:
Stutzig wurde ich am Ende: "Die kleine endgültige Einfuhrquittung für unser Auto..." Die gibt es doch gar nicht mehr! Und die "Parkplatzgebühr" kommt mir auch ziemlich verdächtig vor.

Ich weiß von einem Bekannten, der immer mit dem Firmenwagen herkommt, dass er ein besonderes Papier bekommt um mit dem Transporter reinzufahren.
Ich habe aber auch bei veschiedenen Übergängen auch völlig verschiedene Abläufe und Papiere erlebt. Seit der Zeit bleibe ich bei meinem Übergang und fahre lieber in Polen einen Umweg.


Und noch etwas. Man mag von Korruption an der Grenze halte was man will. Sollen die wirklich so doof sein und ein deutsches Fernsehteam derart behandeln? Außerdem habe ich in letzter Zeit nur Gutes gehört und den blauen Zolleinfuhrschein haben sie mit keiner Silbe erwähnt.

Ich selbst kann nicht schlechtes über meinen Übergang berichten in den letzten 4 Jahren. Aber wir waren nicht dabei und auch bei Journalisten gibt es Menschen mit hochstehenden Nasen, die nicht jedem Zöllner sympathisch sind.

Mein Fazit: Aus Vorfällen vergangener Tage wurde hier ein Märchen gestrickt! Hab eigentlich keine Lust, weiterzulesen - aber ich tue es.

Glaube ich so nicht, denn so eine Geschichte wirbelt Staub auf und kein Indendant entschuldigt sich gern bei einer Botschaft.

Nachtrag1: Zu meiner Befürchtung passt auch ganz gut das Kleingedruckte am Ende: "Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 22.03.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt. "

Nun vielleicht ist das so, dass jede Reise mal ein Ende hat und dann die Aufarbeitung beginnt und neues Material ab dem Ende nicht mehr einfließt. Könnte das eine Erklärung sein?

Nachtrag 2: Seht Ihr das Bild mit dem Hund von der Grenze? Ich habe mal einen Kilometer VOR der Grenze noch ein Bild gemacht. Das wurde gesehen und ich hatte einen Mords Stress deswegen! Falls sie da gefilmt haben sollten wäre es kein Wunder, wenn es Probleme gegeben hätte.

Heutzutage im Terminal zu fotografieren ist kein Problem und wenn du halbwegs eine gute Kamera oder ein Spitzenhandy hast ist alles kein Problem. Ich habe auch viele Fotos aus diesem Bereich und hatte noch nie Probleme.


Was mich ärgert, dass der Kumpel den wahren Streß, die Passage aus Ost nach West nicht mitbekommen hat oder aus falscher Polenfreundlichkeit nicht mitbekommen wollte.

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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#5 Beitragvon Jensinski » Dienstag 3. April 2012, 08:37

@Galizier: Dass die Ukraine das eigentliche Land "der unbegrenzten Möglichkeiten" ist, wissen wir ja. ;) Ich will auch nicht in Abrede stellen, dass es wirklich so war! Nur passt mir da zu vieles - und seitens eines Schreiberlings, der der Herr Sundermeyer ja ist, muss man ja auch etwas schreiben können/müssen. Und da wird es schwierig, wenn man mit dem Auto unter Zeitdruck nach Kiew düst, am nächsten Tag noch schnell Lviv besucht und fertig.

LG,
Jens

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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#6 Beitragvon lev » Dienstag 3. April 2012, 11:51

Ein Bericht aus dem Reisetagebuch macht nachdenklich.
(hat aber nichts mit Glaubwürdigkeit der der rbb- Reporter zu tun)
Und zwar die Aussage vom Cheforganisator und Turnierdirektor der EURO 2012, Markian Lubkiwski.

Auf die Frage:
Wir haben beispielsweise gehört, dass wegen der explodierenden Hotelpreise in der Ukraine der Ticketverkauf nur schleppend voran geht, etwa für die drei Vorrundenspiele der deutschen Nationalmannschaft in Lwiw (Lemberg) und Charkow. Stimmt das?

kam die Antwort:
– Nein! "Sie sind ausverkauft"

Da soll er mal auf die offizielle UEFA Ticketplattform gehen. Es werden für fast alle Spiele, speziell die der Deutschen Mannschaft im Wiederverkauf angeboten. Und das in fast jeder Preisklasse. Selbst für das Eröffnungsspiel und auch für das Finale sind Tickets zu haben. Warum nur? Ich glaube schon, dass viele, die Tickets bei der Verlosung bekommen haben, wegen der horrenden Flug- und Hotelpreise kalte Füße bekommen haben.
Zuletzt geändert von lev am Dienstag 3. April 2012, 18:11, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#7 Beitragvon lev » Dienstag 3. April 2012, 18:09

Hier mal die aktuellen Ticketangebote von heute 16.30 Uhr, ich meine das sagt einiges aus.

Zum Wiederverkauf angeboten (10% Gebühr)
Ticket(s) Fälliger Betrag:
Datum / Anstoßzeit (CET)

Samstag 9 Juni 18:00
Spiel 3: NED - DEN Metalist Stadium Kharkiv
Kategorie 1 - 120,00€
Kategorie 2 - 70,00€
Kategorie 3 - 30,00€

Samstag 9 Juni 20:45
Spiel 4: GER - POR Arena Lviv
Kategorie 1 - 120,00€
Kategorie 3 - 30,00€

Montag 11 Juni 18:00
Spiel 7: FRA - ENG Donbass Arena Donetsk
Kategorie 1 - 120,00€
Kategorie 2 - 70,00€
Kategorie 3 - 30,00€

Montag 11 Juni 20:45
Spiel 8: UKR - SWE Olympic Stadium Kyiv
Kategorie 1 - 120,00€
Kategorie 2 - 70,00€


Dienstag 12 Juni 18:00
Spiel 9: GRE - CZE Municipal Stadium Wroclaw
Kategorie 1 - 120,00€
Kategorie 2 - 70,00€

Mittwoch 13 Juni 18:00
Spiel 11: DEN - POR Arena Lviv
Kategorie 1 - 120,00€
Kategorie 2 - 70,00€
Kategorie 3 - 30,00€

Mittwoch 13 Juni 20:45
Spiel 12: NED - GER Metalist Stadium Kharkiv
Kategorie 1 - 120,00€

Donnerstag 14 Juni 18:00
Spiel 13: ITA - CRO Municipal Stadium Poznan
Kategorie 1 - 120,00€


Freitag 15 Juni 18:00
Spiel 16: UKR - FRA Donbass Arena Donetsk
Kategorie 1 - 120,00€
Kategorie 2 - 70,00€
Kategorie 3 - 30,00€

Freitag 15 Juni 20:45
Spiel 15: SWE - ENG Olympic Stadium Kyiv
Kategorie 1 - 120,00€
Kategorie 2 - 70,00€


Sonntag 17 Juni 20:45
Spiel 19: POR - NED Metalist Stadium Kharkiv
Kategorie 1 - 120,00€
Kategorie 2 - 70,00€
Kategorie 3 - 30,00€

Sonntag 17 Juni 20:45
Spiel 20: DEN - GER Arena Lviv
Kategorie 1 - 120,00€
Kategorie 2 - 70,00€
Kategorie 3 - 30,00€


Montag 18 Juni 20:45
Spiel 21: CRO - ESP Arena Gdansk
Kategorie 1 - 120,00€

Dienstag 19 Juni 20:45
Spiel 23: ENG - UKR Donbass Arena Donetsk
Kategorie 1 - 120,00€
Kategorie 2 - 70,00€
Kategorie 3 - 30,00€

Dienstag 19 Juni 20:45
Spiel 24: SWE - FRA Olympic Stadium Kyiv
Kategorie 1 - 120,00€
Kategorie 2 - 70,00€
Kategorie 3 - 30,00€

Samstag 23 Juni 20:45
Spiel 27: 1C - 2D (Viertelfinale)
Donbass Arena Donetsk
Kategorie 1 - 150,00€
Kategorie 2 - 80,00€
Kategorie 3 - 40,00€

Sonntag 24 Juni 20:45
Spiel 28: 1D - 2C (Viertelfinale) Olympic Stadium Kyiv
Kategorie 1 - 150,00€
Kategorie 2 - 80,00€

Mittwoch 27 Juni 20:45
Spiel 29: #25 - #27 (Halbfinale) Donbass Arena Donetsk
Kategorie 1 - 270,00€
Kategorie 2 - 150,00€

Sonntag 1 Juli 20:45
Spiel 31: #29 - #30 (Finale) Olympic Stadium Kyiv
Kategorie 1 - 600,00€

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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#8 Beitragvon Optimist » Mittwoch 4. April 2012, 21:30

Habe soeben im Fernsehen die Rechtfertigung der ukrainischen Grenzbehörden verfolgt. Welche Lügen die von sich geben, ist selbst von deutschen Journalisten nicht zu überbieten.

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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#9 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Donnerstag 5. April 2012, 11:03

Gib bitte ein paar Pointen zum Besten!

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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#10 Beitragvon Sonnenblume » Donnerstag 5. April 2012, 12:49


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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#11 Beitragvon Optimist » Donnerstag 5. April 2012, 23:43

Also die ukrainische Seite behauptet, wie kann es auch anders sein, alles läuft an der ukrainischen Grenze korrekt ab, man muss diesen Menschen nicht glauben. Die Grenzabfertigung habe nur 4 Stunden gedauert und nicht 7 Stunden. Probleme, Selbstkritik nein ... alles normal, wie immer und wie überall.
Was wollen nur die vielen Dummen aus dem Ausland von uns (das sind jetzt meine Worte). Es gehört hier in der Ukraine zum guten Ton, von offizieller Seite, zu lügen. Und ganz ehrlich gesagt, je länger ich hier lebe und in die tiefsten Abgründe blicken darf, desto mehr wird mir bewusst, wie hier die Menschen betrogen werden. Und natürlich nimmt man an, dass die Menschen im Ausland genauso gutgläubig (doof) sind.
Man meint ein Land zu kennen, nein, ich behaupte: Man wird es nie richtig kennenlernen, und sei es sein eigenes. Und die Geschichte wird auch nicht helfen über eine Zukunft zu orakeln.
Zur Zeit denke ich, keine Gedanken machen, kommt wie es kommt...helfen wenn man helfen kann... verstehen wenn man kann... aber mit dem Glauben wird es hadern. Der Optimismus bleibt... selbstverständlich.

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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#12 Beitragvon Optimist » Samstag 7. April 2012, 21:21

Möchte hier noch von zwei Berichten im ukrainischen Fernsehen erzählen. Trotz möglicher Zensur ist doch interessant was da berichtet wurde.
Im Dezember 2011 fand eine Razzia am Grenzübergang Jagodin statt. Ergebnis: Es wurden im Wert von 130000 Euro Schmiergeld sichergestellt, bei einer Schicht. Was mit den Beamten wurde, hat man nicht gesagt. Wenn man das rechnet auf 3 Schichten und eine Menge Grenzübergänge, ein wirtschaftlicher Faktor für die Ukraine, den man so nicht einfach beenden kann, ohne Folgen. Die einzigen, die Interesse an einer geordneter Grenzabfertigung haben, sind die Menschen, die diese Grenze einfach nur passieren, ohne Schmuggelware oder andere Ambitionen schmieren zu müssen. Die Verdienen und Vorzüge aus der Korruption geniessen sind in der Mehrzahl ( das ist meine Meinung ). Geld fliesst auch nach Kiew, sonst würde man dort über eine Beendigung der Schmiergeldzahlungen mehr nachdenken. Die Kontrollen als Weihrauch für das Volk und Europa.
Zweite Meldung ukrainisches Fernsehen: Vorgesetzter ( wer, weiss ich nicht, muss ein "hohes Tier" gewesen sein) kontrolliert in der Neujahrsnacht seine Grenzbeamten. Diese alle betrunken, haben ihren Chef nicht erkannt, da dieser zivil gekleidet. Also hat man ihn in gewohnter höflicher ukrainischer Beamtensprache aufgefordert zu verschwinden, sonst setzt es etwas. Auch was mit diesen korrekten ukrainischen Beamten wurde, kein Hinweis.
Ja, das ist nicht von mir erfunden.
Nach diesen zwei Nachrichten hatte ich im Januar eine Busreise nach Deutschland. War mir sicher, im Jahr der EM und nach diesen Meldungen von Kontrolle der Grenzbeamten wird es merklich korrekter an der Grenze verlaufen. Eine ukrainische Frau sauste durch den Bus und forderte von jedem 5 Euro. Habe dumm gefragt wofür? " Damit uns der Zoll nicht kontrolliert". Habe geantwortet, dass ich kein Problem habe, wenn mich der Zoll kontrolliert.
Hat sie gesagt: " Damit wir schneller in Deutschland ankommen!"
Hab ich ihr entgegnet: "Na gut, dann geben sie mir jetzt bitte 50 Euro!"
Sie sah mich mit grossen Augen an und fragte:" Wofür? "
Ich antwortete:" Damit ich beim nächsten Stop die Reifen nicht zersteche vom Bus und Sie schnell nach Deutschland kommen!" Ob diese Frau das bis heute verstanden hat, weiss ich nicht. Jedenfalls hat sie mich mit ihrer Geldsammelwut in Ruhe gelassen.
Am Zoll angekommen wurden wir kontrolliert, trotz Schmiere. Ein Fahrgast hatte deutsche Kennzeichen bei sich. Es werden in Deutschland zugelassene Kfz über die Grenze gebracht, Kennzeichen abgeschraubt und wieder nach Deutschland eingeführt und dann das Fahrzeug abgemeldet. Verboten, ganz klar! Schmiergeld in Höhe von 80 Euro waren fällig und Fahrgast ist samt Kennzeichen weiter nach Deutschland gereist. Natürlich kennen die Grenzbeamten die "Autohändler".
Über die 80 Euro lacht der Autohändler, die Grenzer sind mit diesem Geld auch zufrieden, im Wissen dass die nächsten Minuten wieder 50 oder 100 Euro einbringen. Es gibt mehr zufriedene Menschen bei diesem Geschäftsmodel als wir denken. Auch werden die Grenzbeamten nie auf die Idee kommen zu demonstrieren oder gar zu streiken, es geht ihnen gut. Dieser Wohlstand muss auch erhalten werden, was soll sonst aus diesen Menschen und deren Familien werden?
Also wer hätte Interesse und warum, diese Zustände zu ändern?
Ich weiss es nicht!

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Kurt Simmchen - galizier
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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#13 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Samstag 7. April 2012, 22:22

Schnell ein paar Zeilen zu dem Thema Grenze.
Bin am 6.4.12 in einen Test für die EM am Übergang Schehini gekommen.
Durch die erprobte "gemeinsame Abfertigung und Kontrolle" hatte ich 6 Stunden lang Gelegenheit das Gewerbeleben in der Schlange zu beobachten.
Eine geordnete Kontrolle auf beiden Seiten wäre finanzielle Ruin für Tausende entlang der Grenzen und der Staat da wie dort hätte ungeahnte Mehreinnahmen.

Das waren interessante Stunden, nach Ostern mehr im Einzelnen.

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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#14 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Sonntag 8. April 2012, 22:39

Achtung – unangekündigte Tests der gemeinsamen Kontrollen für die EM 2012

Wie angekündigt den Ablauf der Kontrolle am GÜ Schehini/Medyka.

In der Hoffnung, dass die katholischen Polen auch den Karfreitag feiern, wollte ich mal auf die Nachtfahrt verzichten und am Tage reisen. Aber Fehlspekulation, denn in Polen war trotz aller Gläubigkeit normaler Arbeitstag.
Aber zurück zur Grenze. Ganau 7.40 Uhr trafen wir in Schehini ein und durften uns in eine lange Schlange einreihen. Positiv war die Vorbereitung der UA – Grenzpolizei. Umsichtig waren die Möglichkeiten der Platzverkäufer in der Reihe durch eine geschickte Positionierung von Fahrzeugen und Posten stark eingeschränkt.
Direkt ab dem Bereich der Mittelleitplanke dann die Einteilung in grünen und roten Korridor.
Am Tor dann der übliche Talon. Diesen Punkt hatten wir nach 2 Stunden erreicht.
Dann stauendes Warten durch das UA-Terminal hindurch bis zur Grenzlinie.
Dabei erfuhren wir dann beiläufig dass heute Test für die EM stattfindet und die Kontrollen „gemeinsam“ auf der polnischen Seite stattfinden.
Nach weiteren drei Stunden standen wir dann vor dem ersten polnischen Posten. Langsam rückten wir dann in die polnische Abfertigungsanlage ein und sahen die ukrainischen Kontrolleure.
Pässe einsammeln, Kontrolle auf blinde Passagiere, dann Zollkontrolle durch die UA und Rückgabe der Pässe. Nun die Prozedur durch die Polen. Wieder Pässe einsammeln, Gesichtskontrolle, Zollkontrolle und Passrückgabe.
Ab der Abgabe der Pässe beim UA-Posten bis zur Rückgabe durch den Polen vergingen insgesamt 17 Minuten für unsere Maschine mit 3 Personen und nur privatem kleinen Gepäck.

Der Zöllner auf polnischer Seite beteuerte auf meine Nachfrage, dass man nur der eigenen Kontrolle vertrauen darf.
Und das obwohl das Durchreichen der Pässe von einem Zimmer ins andere durch ein Schiebefenster ohne Probleme möglich ist.
Für mich ein Schlag in den Schlamm der Grenzwirtschaft und kein gutes Omen für die Massen der Fans zur EM.

Oder wollen die Polen die Gäste in Polen behalten? Sabotage an der Gemeinsamen Ausrichtung der EM?

Der weitere Weg dann durch Ostpolen bis zur Autobahn war bedingt durch die Tagesfahrt ein Stau ohne Ende, bzw. eine provozierte Langsamfahrstrecke.
Wie seinerzeit in dem Stück auf der A4 zwischen Ludwigsdorf und der polnischen Autobahn A4 bei Liegnitz, wird auch im Osten die Durchlässigkeit der Landesstraße 4 zwischen Görlitz und der Grenze hinter Jaroslaw durch Einbau von Ampeln, Fußgängerüberwegen, auch durch die Herabstufung der Landesstraße unter die Nebenstraßen in den Orten künstlich verlangsamt. Auf den internationalen Trassen bilden sich die Staus, weil unzählige Nebenstraßen mit Ampeln eingebunden sind, diese aber nur schwachfrequentiert, die gleiche Zeit für Grün haben. Die gleiche Methode war zwischen 2006 – 2009 in Deutsch-Bunzlau und Umgebung zu beobachten. Europa ging in die Knie und verdoppelte die Anstrengungen zur Fertigstellung des Verbindungsstückes der A4.
Mir scheint, dass wieder Druck aufgebaut werden soll, damit diese internationale Trasse schneller an die Grenze geführt wird.

Sollte sich bis zur EM nicht Wunderbares ereignen werden die Trassen den Verkehr nicht aufnehmen können.

Ich werde nie wieder am Tage diesen Weg benutzen. Meinen Erfahrungen zu Folge ist es gut, wenn man gegen 21.00 bis 22.00 Uhr die A4 hinter Krakau verlässt und nachts durch die Dörfer und Städte rollen kann, wenn der Ortsverkehr in Polen weitestgehend ruht.
Dann ist ein Auftreffen an der Grenze in Medyka gegen 2.00 bis 3.00 Uhr sicher und eine sehr kurze Grenzpassage möglich.

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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#15 Beitragvon Optimist » Montag 9. April 2012, 15:09

Test der gemeisamen Kontrolle. Was hat man da nur getestet, wenn die Prozedur die gleiche ist wie früher?

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rastwatwatri
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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#16 Beitragvon rastwatwatri » Donnerstag 12. April 2012, 14:33

Zitat aus dem Text von
Optimist hat geschrieben:...
Im Dezember 2011 fand eine Razzia am Grenzübergang Jagodin statt. Ergebnis: Es wurden im Wert von 130000 Euro Schmiergeld sichergestellt, bei einer Schicht.

In der UA sind die Grenzen ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor.
Warum bezahlen das die Leute? Wenn keiner zahlt, warten wir zwar länger, aber wir werden davon nicht ungewollt ärmer.

In DE sind die Steuern auf Benzin, Diesel, Alkohol, Tabak auch ein sehr beachtlicher Wirtschaftsfaktor und ein Selbstbedienungsladen für den Staat.

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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#17 Beitragvon Siggi » Donnerstag 12. April 2012, 18:20

rastwatwatri hat geschrieben:Wenn keiner zahlt, warten wir zwar länger, aber wir werden davon nicht ungewollt ärmer.

Du hast das System nicht verstanden. Ich bezahle doch nichts, wenn ich nichts zu verzollen habe. Man zahlt ein paar Hunderter an die Zollbeamten und spart sich ein paar Tausender Einfuhrabgaben. Damit wird gewollt reicher: Der Zöllner und der Importeur. Ungewollt ärmer nur der Staat. Aber wer ist schon der Staat? Die Personen, die den Staat vertreten sollten (die Zöllner) verfolgen ja ihr Eigeninteresse. So sieht es vor Ort wie ein klassisches Win-Win Geschäft aus. Jeder ist zufrieden.

Gruß
Siggi

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Re: Reporter an Grenze festgehalten

#18 Beitragvon Optimist » Donnerstag 12. April 2012, 20:14

"Wenn keiner zahlt, warten wir zwar länger, aber wir werden davon nicht ungewollt ärmer. "
Das vertstehe ich nun gar nicht, wenn keiner zahlt geht es doch für alle schneller bei der Abfertigung, weil dann auch die Schmuggelware geringer wird. Wenn man weiss, dass man auch durch Schmierung der Beamten keine Chance hat überhaupt die Grenze zu passieren, lässt das Schmuggeln sicher nach.

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