PolitikRussland hat die Ukraine für Jahrzehnte verloren – zu Recht

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Ukraine

Russland hat die Ukraine für Jahrzehnte verloren – zu Recht

#1 Beitrag von Handrij » Montag 10. Mai 2021, 12:12

Putin lässt in der Ukraine Muskeln spielen – zuletzt mit einem Truppenaufmarsch an der Grenze. Für den Westen darf ein Neuanfang mit Putin keine Option sein.
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Re: Russland hat die Ukraine für Jahrzehnte verloren – zu Recht

#2 Beitrag von zwick » Montag 10. Mai 2021, 14:27

Für Jahrzehnte verloren? [smilie=fool.gif]
In der aktueller Zeit großer Veränderungen würde ich das nicht mal für in 5 - 7 Jahre behaupten. In nicht allzu ferner Zukunft ist sogar der Zerfall der USA nicht ausgeschlossen. Bei geschwächten USA und EU wird sich Russland die Ukraine zurück holen. Es sei denn, in der Ukraine finden sich genug intelligente Politiker, die ihr Land tatsächlich voran bringen wollen, also ausgewogene Politik betreiben würden, die Chancen sind aber gering. Viele Ukrainer sind von dem EU-Kurs ziemlich enttäuscht, den aktuellen Machthabern fällt nichts besseres ein, als die Opposition und störende Medien auszuschalten.

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Re: Russland hat die Ukraine für Jahrzehnte verloren – zu Recht

#3 Beitrag von Frank » Montag 10. Mai 2021, 15:18

Bevor die USA zerfällt ist es mit Russland längst geschehen. Was haben die schon? Rohstoffe. Geht es mit der Energiewende bei uns weiter sieht es mit der Finanzierungsquelle eher schlechter aus.

Russland ist für viele der Feind, die haben sich mit den Expansionswünschen doch selber ins Bein geschossen.
Bevor Putin da nicht weg ist wird sich daran auch nix ändern.

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Re: Russland hat die Ukraine für Jahrzehnte verloren – zu Recht

#4 Beitrag von zwick » Montag 10. Mai 2021, 21:44

Die Gesellschaft in den USA ist stark gespalten, wird eigentlich noch von gewissen Wohlstand bzw. Dollar zusammengehalten. Sie drucken das Geld aber in einer atemberaubenden Menge, das wird sich der Rest der Welt nicht ewig anschauen bzw. werden die USA nicht mehr sehr lange am Rest parasitieren können, deren Wohlstand wird stärker schwinden und dann kann es schnell und heftig abgehen.

Du hast es wahrscheinlich nicht mitgekriegt, aber Russland ist von Rohstoffen weniger abhängig geworden. Sonst hätten sie den Erdölkrieg 2020 nicht anfangen können und der ging tatsächlich von Russland aus und nicht Saudi-Arabien, wie es unsere armseligen Medien berichtet hatten. Etwas später kam noch Corona dazu.

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Re: Russland hat die Ukraine für Jahrzehnte verloren – zu Recht

#5 Beitrag von Frank » Montag 10. Mai 2021, 22:21

Russland hatte dann nur Ende 2020 kaum Einfluss auf den Ölpreis. Denn die haben die Förderung erhöht wärend es die OPEC war die wieder zum Preisanstieg führte.
Die USA mit ihrem Gas/Öl würde nie die Rolle dabei für Europa spielen die ihnen angedichtet wird. Das ist doch Quatsch dass die deswegen gegen NS2 sind.

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Handrij
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Re: Russland hat die Ukraine für Jahrzehnte verloren – zu Recht

#6 Beitrag von Handrij » Montag 10. Mai 2021, 23:51

Frank hat geschrieben:
Montag 10. Mai 2021, 22:21
Die USA mit ihrem Gas/Öl würde nie die Rolle dabei für Europa spielen die ihnen angedichtet wird. Das ist doch Quatsch dass die deswegen gegen NS2 sind.
Es ist ja auch totaler Quatsch, dass US-Senator Ted Cruz aus Texas als Hauptkämpfer gegen Nord Stream 2 von den Frackingfirmen seines Heimatstaates gesponsort wird. Sowas kann ja einfach nicht stimmen. Er sorgt sich natürlich vor allem darum, dass der ukrainische Staat weiter Einnahmen aus dem Transit russischen Erdgases in die EU hat.

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Re: Russland hat die Ukraine für Jahrzehnte verloren – zu Recht

#7 Beitrag von Bernd D-UA » Dienstag 11. Mai 2021, 10:06

Ich denke, weder die USA, die EU oder Russland werden demnächst in die Knie gehen, dafür sehe ich keine Gründe. Grundsätzlich ist eine der Sanktionen gegen Russland, dass keine Ölbohrtechnik an Russland geliefert werden darf. Dies ist eine komplexe Technik, nun hatte Russland 4 Jahre Zeit das auf die eigenen Beine zu stellen, inwieweit sie dazu in der Lage waren diese Sanktion zu kompensieren, keine Ahnung. Doch würde ich niemals davon ausgehen, dass Russland nur im entferntesten das Öl zu den Kosten aus dem Boden bringt wie es beispielsweise die Golfstatten tun. Das ist zum einen die Lage der Erdölvorkommen die es sehr leicht machen und natürlich, dass dort modernste Ölbohrtechnik zum Einsatz kommt. Also wer glaubt Russland ist der global Player am Ölmarkt und scheißt die OPEC an, in welchem Leben soll das denn passieren? Die haben genug damit zu tun, es rentabel aus dem Boden zu bekommen. Dazu noch der Hinweis auf Venezuela, die sitzen ja mit auf den größten "bekannten" Erdölvorkommen, bekommen das Öl nicht rentabel aus dem Boden, wenn der Preis zu stark sinkt, hatten wir ja zuletzt auch schon einmal. (Ölbohrtechnik) Ebenso das Fracking lohnt sich nur ab einem gewissen Preis. ... Krisen befeuern den Ölpreis, für mich wird da ein Schuh draus wenn man das mal rein Politisch betrachtet.
Nordstream 2 ist ein wunderbares politisches Mittel das man DERZEIT in der Hand hat, aber die NS2 wird zu Ende gebaut werden. Zum einen benötigt die EU und ganz besonders Deutschland eine preiswerten Energieträger und zum anderen erhöht es grundsätzlich das Angebot von Energie und somit auch das Angebot für die Nachfragenden die Einkaufen (EU, Deutschland) erhalten mehr Verhandlungsspielraum, wenn es um das Energie einkaufen geht. Wer sagt denn, dass Deutschland nicht doch bei den Amerikanern kauft, wenn die die Energie zu netten, sprich preiswerten Preisen liefern. Für die USA geht es also um das Liefern und dabei noch ein Sümmchen Geld verdienen. Also im speziellen Deutschland wird sich nicht vom russischen Gas abhängig machen, ich sehe hier eher das Gegenteil, die NS2 sollte sich ja irgendwann einmal für Russland auch rechnen, bis dahin bleibt es ein Milliardengrab.

Und ganz sicher wird eine US Senator, der Lobbyist für die Frackingindustrie ist, jemals NS2 gut finden, auch das wird in diesem Leben nicht passieren. Die sollten sicher eher darauf konzentrieren, die Co2 schädlichen Gasen in den Griff zu bekommen, die bei der Förderung unweigerlich entstehen. Das abfackeln ist ja bereits schlimm, die Spinner blasen aber das Gas pur in die Atmosphäre ohne es abzufackeln, was um den Faktor 4 Co2 schädlicher ist. Es geht also noch billiger, einfach das Zeug aus einem Kaminrohr rausblasen. Wusstet Ihr, dass während der Trumps Präsidentschaft sich die Bohrlöcher in Texas sich nahezu verdoppelt haben. Da hat sich einmal das schweizer Fernsehen, die Banken angeschaut die das finanziert haben oder die Kreditvermittlung getätigt haben, war eine sehenswerte Dokumentation, manche Bank in der Schweiz kam dabei nicht gut weg.
Also diese Bohrlöcher müssen sich rentieren und diese Öl muss auch noch verkauft werden, also jeder braucht hier Abnehmer und die sollen bestenfalls einen maximalen Preis bezahlen.

Wie gesagt, Russland liefert in diesem Konzert der großen fleißig Erdöl, mit aber sonst auch gar nichts, wenn die an der Preisschraube drehen, dann eher dadurch, dass die Manöver in Grenznähe zur Ukraine durchführen, das fördert die Krisenstimmung doch ganz erheblich!

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Re: Russland hat die Ukraine für Jahrzehnte verloren – zu Recht

#8 Beitrag von Bernd D-UA » Dienstag 11. Mai 2021, 10:16

Tatsächlich würde ich GLAUBEN, das vielleicht die russische Ölfördermenge damit in Verbindung gebracht werden kann, das ja jetzt für das groß angelegte eine Menge Sprit verblasen wird, wenn ich mir vorstelle, wieviel Gerät, Soldaten über ganz erhebliche transportiert wurden oder ggf. jetzt noch werden. Wenn Du da die eigenen Tankstelle im Land hast, würde ich das für möglich halten. Wiederum weiß ich wirklich nicht, ob die Ölfördermenge zum Kraftstoffverbrauch passt, vielleicht bin ich da auch auf dem Holzweg.

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Re: Russland hat die Ukraine für Jahrzehnte verloren – zu Recht

#9 Beitrag von Bernd D-UA » Dienstag 11. Mai 2021, 10:16

...groß angelegte Manöver...

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Frank
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Re: Russland hat die Ukraine für Jahrzehnte verloren – zu Recht

#10 Beitrag von Frank » Dienstag 11. Mai 2021, 10:18

Bernd D-UA hat geschrieben:
Dienstag 11. Mai 2021, 10:06
,,, dann eher dadurch, dass die Manöver in Grenznähe zur Ukraine durchführen, das fördert die Krisenstimmung doch ganz erheblich!
Das fand ich ja auch etwas komisch.
Freunde dort waren schon vor ca. 2 Jahren "verängstigt" wegen Truppenaufmarsch an den Grenzen. Auch an der Grenze zu Belarus.
Jetzt wo sich alle Welt darüber aufgeregt hat wurde von denen kein Wort darüber verloren.
Kommt mir so vor als wenn das politisches Kalkül war es auf die Tagesordnung zu setzen.

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Re: Russland hat die Ukraine für Jahrzehnte verloren – zu Recht

#11 Beitrag von zwick » Dienstag 11. Mai 2021, 16:39

Bernd D-UA hat geschrieben:
Dienstag 11. Mai 2021, 10:06
...Doch würde ich niemals davon ausgehen, dass Russland nur im entferntesten das Öl zu den Kosten aus dem Boden bringt wie es beispielsweise die Golfstatten tun. Das ist zum einen die Lage der Erdölvorkommen die es sehr leicht machen und natürlich, dass dort modernste Ölbohrtechnik zum Einsatz kommt. Also wer glaubt Russland ist der global Player am Ölmarkt und scheißt die OPEC an, in welchem Leben soll das denn passieren?...
In diesem Leben, war 2020 geschehen. Für von Rohstoffen abhängige Staaten ist der Preis für ausgeglichenen Haushalt wichtig. In Russland ist dieser bei knapp über 40$ je Barrel, das sieht bei vielen Staaten viel schlechter aus, Saudi-Arabien brauchte bspw. über 70$, vielleicht konnten sie sich durch Sparmaßnahmen inzwischen etwas weniger abhängig machen, denn deren Verschuldung stieg und die für die Zukunft angesparten Reserven schmolzen spürbar. Russlands Ziel war den Markt zu seinen Gunsten zu verändern bzw. mehr Marktanteile zu bekommen (neue Projekte wie Wostok Oil und so). Ist ihnen zumindest zum Teil sicher gelungen, auch mit Hilfe von Corona. Das Vertrauen in amerikanisches Fracking ist nachhaltig erschüttert, die Saudis ordentlich gebeutelt. Man muss sich das mal vorstellen, in der "heißen Phase" hatten sich die Saudis freiwillig bereit erklärt für mehrere Monate die Förderung um zusätzliche eine Million Barrel täglich zu kürzen, das ist enorm und zeigt, wer der Verlierer dieses Erdölkrieges ist.

Bezüglich Nord Stream 2 hatte ich schon geschrieben, solche Projekte mit positiver Anhängigkeit (klingt vielleicht doof, aber man überlegt sich dann mehrmals, ob man dem Partner auf die Rübe hauen soll) sind den US-Amerikaner geopolitisch ein Dorn im Auge. Nach der gescheiterten größeren Eskalation im Donbass spielen die Amerikaner die Tschechische karte aus (Verhinderung von Sputnik V, Bau der Atomkraftwerke usw.).

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Re: Russland hat die Ukraine für Jahrzehnte verloren – zu Recht

#12 Beitrag von Hans0504 » Samstag 15. Mai 2021, 12:56

Hallo Zusammen,
Ich möchte Eure Diskussion über das liebe Öl und Geld abwürgen, aber der Artikel ziele wohl ehr auf die emotionale Ebene ab. Ukraine und Russland hatten seit Jahrhunderten ein mehr oder weniger enges, sehr spezielles verbundenes Verhältnis. Leider kommt es in Familien über Generationen hinweg oftmals zu erheblichen Streitigkeiten. So auch in der Vergangenheit zwischen UA und Russland immer wieder. Der Autor denke ich, hat in seinem Artikel wohl ehr darlegen wollen, das der Bruder Russland bei seiner Schwester Ukraine mit den letzen Maßnahmen (Annektierung der Krim und Defaktobesetzung Donbas) den Bogen des Erträglichen bei weitem überspannt hat. Damit hat sich Russland auch bei der Bevölkerung der Ukraine derart entfremdet, das eine emotionale „familiäre“ Bindung den meisten Ukrainern immer schwerer fällt. Gesetz dem Fall Russland würde die Ukraine gänzlich annektieren, dann würde das ukrainische Volk wohl keine emotionale Verbindung mehr zu Russland eingehen können. Dies wiederum würde Bedeuten, dass Russland das ukrainische Volk wie Gefangene behandeln müsste. Ich denke, dies wäre auch nicht im Sinne Russlands und könnte von denen auch nicht geleistet werden. Man kann einfach nicht ein ganzes Volk einsperren, wenn es das nicht will. Hat ja auch bei der DDR nicht geklappt. Insofern denke ich nicht, das Russland etwas unternimmt, was darauf abzielt die Ukraine in Gänze zu annektieren, sondern nur darum deren Interessen zu optimieren. Russland hat mit der Annektierung der Krim (wg dem wichtigsten Marinestandort Sewastopol) und der „unsicheren“ Lage der ukrainischen Regierung in 2014, von Anfang an darauf abgezielt über den Donbas, über Mariupol bis zur Krim einen russisch besetzten Korridor zu annektieren, um die Versorgung der Krim auf dem Landweg zu gewährleisten. Wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, war der Gedanke von Russland dabei richtig. Kurze Zeit später wurde die Krim von der Ukraine von der Versorgung (Strom, Gas, Wasser) angeschnitten. Das mag das Vorgehen beider Staaten nicht entschuldigen, stellt aber denke ich den wahren Verlauf einigermaßen richtig heraus. Was daraus entstanden ist kennen wir. Fakt ist, dass sich beide Nachbarn soweit entfremdet haben, dass eine dauerhafte Versöhnung nur schwer, wenn gar nicht möglich erscheint. Eine Beherrschung nach russischem Vorbild wird ebenfalls schier unmöglich sein. Also bleibt nur Säbelrasseln, ärgern, und einen Streit (im Donbas) am köcheln zu halten. Solange, bis eine Partei nachgibt (weil es zu teuer wird) oder sich ideologische Änderungen (Putins Entmachtung, verbunden mit gemäßigten Politikern) ergeben. Und das wird noch ein wenig dauern. Insoweit wird uns diese vertrackte Situation in der Ukraine noch lange begleiten, in der die emotionale Bindung zu Russland immer kälter wird.

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