Kultur, Religion und Geschichte | Scharf beobachtete Ukraine

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Scharf beobachtete Ukraine

#1 Beitragvon Handrij » Donnerstag 4. November 2010, 13:47

In ihrer Heimat gilt die Lyrikerin, Romanautorin und Essayistin Oksana Sabuschko (geb. 1960) als wichtigste weibliche Stimme der ukrainischen Gegenwartsliteratur: mutig, streitbar, provokant; ihr Opus magnum «Museum der vergessenen Geheimnisse» wird als bahnbrechende Leistung gefeiert. Das dürfte sich bald auch hierzulande herumsprechen, wo Sabuschko mit ihrem Roman «Feldstudien über ukrainischen Sex» zwar vielfache Beachtung fand, doch in ihrer Statur noch nicht angemessen gewürdigt wurde. Zu entdecken ist ein 750 Seiten starkes Epos von aufklärerischer Wucht: Gesellschafts-, Familien- und Liebesroman in einem, Panorama der ukrainischen Geschichte seit den 1930er Jahren, basierend auf minuziöser Recherche und – was die jüngste Zeit betrifft – auf schonungsloser Entlarvung. (NB: Real die Ereignisse, erfunden die Figuren.) Der zornige, nur selten ins Zärtliche kippende Duktus des Romans geht aufs Ganze: Er will Verdrängtes ans Licht holen, will aufdecken, Zusammenhänge stiften, Lügen und Machtspiele dekonstruieren, er kratzt und rüttelt, denunziert und begehrt auf. Ein Buch unter Starkstrom, von einer mitreissenden Kraft, die bis zur letzten Seite nicht nachlässt.


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Re: Scharf beobachtete Ukraine

#2 Beitragvon UAFRIEND » Donnerstag 4. November 2010, 14:22

Hab mir mal den gesamten Artikel durch gelesen, hört sich in der tat nach einem guten Buch an, sollte es auch auf Deutsch erscheinen würde ich es sogar kaufen.

P.S. liegen unter der Boryspol Strasse wirklich Friedhöfe von Holodomor Opfern?

Mit Gruss
UAF

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Re: Scharf beobachtete Ukraine

#3 Beitragvon Handrij » Donnerstag 4. November 2010, 14:29

Genau lesen solltest du schon. Was meinst du, warum in einer deutschsprachigen Zeitung ein Buch vorgestellt wird? ;)
ISBN: 978-3854207726 29,- Euro bei dem Buchhändler deiner Wahl.

Es ist vorstellbar, dass unter der Straße nach Boryspol Massengräber liegen ....

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Re: Scharf beobachtete Ukraine

#4 Beitragvon UAFRIEND » Donnerstag 4. November 2010, 15:11

Dank dir, ja die schluss folgerung hätte ich durchaus selbst treffen können :-D Denke ich werds mir mal die Tage besorgen.

Finde den Gedanken sehr unschön, vor allem da ich auch desöfteren die Strasse genutzt habe.

Mit Gruss
UAF

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Re: Scharf beobachtete Ukraine

#5 Beitragvon Handrij » Donnerstag 18. November 2010, 19:17

Im Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... findet sich jetzt auch eine Rezension.

Kleine Mädchen haben sich ein Spiel von ihren Müttern abgeschaut. Ukrainische Frauen vergruben im Wald die Symbole einer von den autoritären Regimes plötzlich verbotenen Religion in der Erde: liebgewonnene Ikonen, deren Besitz ein Grund für die Deportation nach Sibirien sein konnte. Jahrzehnte später pflegen in der dumpf pragmatisierten Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik ihre Töchter und Enkeltöchter diese Tradition. Ihre wertvollsten Mädchenschätze arrangieren sie in kleinen, mit Alufolie ausgelegten Gruben, die mit einem Stück Glas bedeckt und unter der Erde versteckt werden.

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Re: Scharf beobachtete Ukraine

#6 Beitragvon Handrij » Samstag 4. Dezember 2010, 14:26

Ebenfalls eine Rezension im Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...

Im Zorn gegen die Mächte der Finsternis: Oksana Sabuschkos «Museum der vergessenen Geheimnisse» ist ein gewaltiger Roman über die Ukraine von gestern und heute.

Über weite Strecken des 20. Jahrhunderts war die Ukraine die «Spielwiese des Teufels», wie eine Figur in diesem Roman das nennt. In den 20er-Jahren, als sie zum ersten Mal nach nationaler Unabhängigkeit strebte, zerrissen in einem blutigen Bürgerkrieg. In den 30ern Opfer einer von Stalin gezielt ausgelösten Hungersnot, die Millionen das Leben kostete (in der Ukraine heisst sie «Holomodor», was nicht nur klanglich an «Holocaust» erinnert). Im Zweiten Weltkrieg Schauplatz der heftigsten Kämpfe, der schlimmsten Massaker.

Der Kampf ging weiter

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Re: Scharf beobachtete Ukraine

#7 Beitragvon Handrij » Dienstag 4. Januar 2011, 19:10

Und noch eine Rezension beim Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...:

Spielwiese des Teufels
Oksana Sabuschko: "Das Museum der vergessenen Geheimnisse". Literaturverlag Droschl
Von Martin Ebel

In "Das Museum der vergessenen Geheimnisse" thematisiert die Autorin Oksana Sabuschko die Ukraine in der Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1949. Viele Ukrainer wollten nicht zurück unter Stalins Herrschaft und kämpften in den Wäldern einen harten Partisanenkrieg. Ein Roman voller Zorn.

Über weite Strecken des 20. Jahrhunderts war die Ukraine die "Spielwiese des Teufels". So nennt es jedenfalls eine Figur in diesem Roman. Das war schon so in den 20er-Jahren, als die Ukrainer zum ersten Mal nach nationaler Unabhängigkeit strebten und in einen blutigen Bürgerkrieg gerieten. In den 30er-Jahren wurden sie Opfer einer von Stalin gezielt ausgelösten Hungersnot, die Millionen das Leben kostete (in der Ukraine heißt sie "Holomodor", was nicht nur klanglich an "Holocaust" erinnert). Im Zweiten Weltkrieg war das Territorium der heutigen Ukraine Schauplatz der heftigsten Kämpfe, der schlimmsten Massaker.

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Re: Scharf beobachtete Ukraine

#8 Beitragvon Handrij » Freitag 22. April 2011, 15:33

Und nun auch in der Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...:

In ihrem neuen Roman galoppiert Oksana Sabuschko zornesgewaltig durch die ukrainische Seelengeschichte.

Nicht dass man am Anfang irgendetwas verstehen würde, dass man auf den ersten Seiten auch nur ahnen könnte, warum dieser fast 800 Seiten umfassende Wutausbruch sich mehr als ein Jahr auf den ukrainischen Bestsellerlisten halten konnte. Umso erstaunlicher ist es, dass man sich dennoch gleich mitreißen lässt von den sturzbachartig auf einen einprasselnden Assoziationsketten, dass man neugierig in alten Familienalben blättert und vermeintlich zusammenhangslosen Erinnerungsfetzen lauscht, bis man plötzlich mittendrin ist im Sog einer Erzählung, die einen als solche vermutlich nicht besonders interessiert hätte.

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Re: Scharf beobachtete Ukraine

#9 Beitragvon Handrij » Donnerstag 9. Juni 2011, 11:26

Ein weiterer Artikel zu Sabuschko und ihrem Buch in der NZZ:
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Die Ukraine ist im Niemandsland zwischen Vergangenheit und Zukunft, Russland und dem Westen hängengeblieben. Die orange Revolution scheiterte, der gesellschaftliche Wandel blieb aus, es regiert die Oligarchie. Wie es dazu kam, ist das grosse und brisante Thema der Schriftstellerin Oksana Sabuschko.

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