Kultur, Religion und Geschichte | Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

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Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#1 Beitragvon Handrij » Samstag 7. Januar 2012, 20:11

Rund 700.000 Menschen kamen bei der Schlacht von Stalingrad um: Zivilisten, Rotarmisten und Landser. Anisim Moisenko operierte damals als Militärarzt an der Front im Akkord. Doch heute gelten in seiner Heimat andere als Helden.


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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#2 Beitragvon eurojoseph » Montag 9. Januar 2012, 11:53

Handrij hat geschrieben:
Rund 700.000 Menschen kamen bei der Schlacht von Stalingrad um: Zivilisten, Rotarmisten und Landser. Anisim Moisenko operierte damals als Militärarzt an der Front im Akkord. Doch heute gelten in seiner Heimat andere als Helden.


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So sehr mich das Schicksal des Mannes berührt, aber immer noch Stalinist zu sein...unfassbar!!! und der Artikel im Spiegel ist latent hetzerisch gegen die Ukraine...
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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#3 Beitragvon mbert » Montag 9. Januar 2012, 12:53

Ich habe mich unheimlich geärgert. So etwas erbärmliches habe ich lange nicht gelesen. Es ist wieder ein typisches Beispiel für Leute, die keine Ahnung haben und sich eine einfache Wahrheit zusammenschnitzen. Ich möchte nur noch kotzen.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#4 Beitragvon Siggi » Montag 9. Januar 2012, 14:28

mbert hat geschrieben:Es ist wieder ein typisches Beispiel für Leute, die keine Ahnung haben und sich eine einfache Wahrheit zusammenschnitzen.

Vermutlich wurde einfach die Sichtweise von Moisenko übernommen. Das der alte Herr so denkt, wen wundert das wirklich? Welches Identifikationspotential hat denn die selbständige Ukraine für ihn bzw. seine Generation zu bieten? Wer in dieser Generation denkt nicht, dass es früher besser war? Soll er alles, wofür er sich so hart eingesetzt hat, in der Retrospektive ganz anders bewerten? Wer kann das schon? Es ist eben eine subjektive Sichtweise (wie sie im übrigen im Osten der Ukraine oft anzutreffen ist).

Gruß
Siggi

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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#5 Beitragvon mbert » Montag 9. Januar 2012, 14:34

Siggi hat geschrieben:Das der alte Herr so denkt, wen wundert das wirklich? Welches Identifikationspotential hat denn die selbständige Ukraine für ihn bzw. seine Generation zu bieten? Wer in dieser Generation denkt nicht, dass es früher besser war? Soll er alles, wofür er sich so hart eingesetzt hat, in der Retrospektive ganz anders bewerten? Wer kann das schon? Es ist eben eine subjektive Sichtweise (wie sie im übrigen im Osten der Ukraine oft anzutreffen ist).

Ja, das ist durchaus plausibel. Ich nehm's dem alten Herrn auch nicht übel, genauso wie ich es aufgrund der Geschichte für völlig normal halte, dass es diese zwei verschiedenen Sichtweisen der Geschichte gibt. In der Ukraine macht mich traurig, dass es noch heute für fragwürdige politische Ziele missbraucht wird und so eine Versöhnung und eine Entdeckung des Gemeinsamen verhindert wird. Bei uns hier ärgert mich, wenn den Menschen durch Verschweigen wichtiger Fakten ein einseitiges Bild vermittelt wird.
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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#6 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Montag 9. Januar 2012, 15:22

Wer ist dieser Till Mayer, das er bar jeder Belesenheit den einen zum Helden stilisiert ohne den anderen zu betrachten.
Bereits in seinem Artikel beschreibt er den Soldaten des GVK und den Stalinisten, als er schreibt:
Moisenko steht am OP-Tisch, als ein Offizier von der Front in seine Grube klettert.
"Du kannst Auto fahren?", herrscht dieser den Arzt an. Moisenko nickt und will weiter operieren, da schiebt ihn der andere schon zur Leiter: "Los, wir haben keine Zeit zu verlieren." Auf dem OP-Tisch blutet ein Mann weiter, als Moisenko mit dem Offizier zu den Kettenfahrzeugen eilt. Doch die haben kein Lenkrad, stattdessen zwei Hebel. "Genosse, ich habe keine Ahnung, wie man so ein Gerät fährt", sagt der Militärarzt. "Steckst du mit Faschisten unter einer Decke? Bring das Fahrzeug zum Fahren, oder ich lass dich gleich hier erschießen", kläfft ihn der Offizier an.


Und wie erst sind die den wirklichen vermeintlichen Feinden in der Westukraine umgesprungen.
Der Onkel meiner Frau entstammt einer Familie von UPA-Mitgliedern und aufrechten Patrioten. Am 06.02.1946 musste er mit ansehen, wie die Träger der Uniform der Roten Armee einen Unterstand der UPA umstellt hatten und zentnerweise Munition und Sprengstoff herantrugen. Im Unterstand saß seine Schwester, Mutter eines 4 monatigen Kindes, und ihre Kameraden. Seit Stunden schon ohne Munition und rundherum ein Soldat neben dem anderen. Dann wurde das ganze Dorf herangetrieben und vor den Augen der Familien und Freunde der Unterstand förmlich pulverisiert.
Heute erinnert ein bescheidenes Denkmal an die "Heldentat" der Roten Armee.
Am nächsten Tag wurden alle Familien der Helden aus dem Unterstand deportiert. Irgendwo vor dem Ural hat ein Bekannter den Onkel mit Gewalt auf die Seite gebracht und ihm so die Flucht nach Hause ermöglicht. Nach 2 Jahren war er wieder in unserem Dorf.

Eine andere "Heldentat" ist in Ivano-Frankivsk dokumentiert. Eine Familie steht an einen Zaun. Oma und Opa, eine Frau und 6 kleine Kinder. Die zwei ältesten Kinder halten einen Stock auf dem der Kopf des Vaters steckt, dessen enthaupteter Leib an den Zaun gelehnt wurde.

Von den vielen Deportierten sind die wenigsten angekommen. Nach den Worten des Onkels haben sie von über 100 Menschen aus dem Dorf nach dem Ende der SU nur 4 Leute im fernen Sibirien wiedergefunden. Einer hat dann im Dorf noch erzählen können wie das auf dem Transport war. Von den über 1000 Menschen aus dem damaligen Stanislau in diesem einen Transport im Februar 1946 kamen so wenige an, dass 2 LKW für das letzte Stück ausreichten.

Ich verstehe aber auch diesen Arzt. Er hat seiner Heimat gedient und sein bestes gegeben.
Das aber ist die Tragik dieses Landes und dieser Politik. Man will nur schwarz-weiß sehen und denken.
So wenig wie Moskau die Verbrechen der alten politischen Kaste einsehen und eingestehen will, so wenig wollen das die Apologeten in Kiew.

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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#7 Beitragvon eurojoseph » Montag 9. Januar 2012, 20:48

mbert hat geschrieben:
Siggi hat geschrieben:Das der alte Herr so denkt, wen wundert das wirklich? Welches Identifikationspotential hat denn die selbständige Ukraine für ihn bzw. seine Generation zu bieten? Wer in dieser Generation denkt nicht, dass es früher besser war? Soll er alles, wofür er sich so hart eingesetzt hat, in der Retrospektive ganz anders bewerten? Wer kann das schon? Es ist eben eine subjektive Sichtweise (wie sie im übrigen im Osten der Ukraine oft anzutreffen ist).

Ja, das ist durchaus plausibel. Ich nehm's dem alten Herrn auch nicht übel, genauso wie ich es aufgrund der Geschichte für völlig normal halte, dass es diese zwei verschiedenen Sichtweisen der Geschichte gibt. In der Ukraine macht mich traurig, dass es noch heute für fragwürdige politische Ziele missbraucht wird und so eine Versöhnung und eine Entdeckung des Gemeinsamen verhindert wird. Bei uns hier ärgert mich, wenn den Menschen durch Verschweigen wichtiger Fakten ein einseitiges Bild vermittelt wird.

Wenn man eben ALLE Fakten - z.B. auch den Holodomor etc. betrachtet, dann kann man ruhig etwas relativieren, Alter muss vor Einsicht nicht schützen....und es gibt ja auch Andre, Menschen die aus der selben Situation irgendwann DOCH andre Schlüsse gezogen haben....
Schade...der Mann hat viel mitgemacht...mit Stalin stellt er sich trotzdem in die Reihen der Unverbesserlich/ewiggestrigen....Übrigens hat die SU TROTZ und nicht wegen Stalin gewonnen
(und mit enormer Hilfe der USA [lend and lease]) ohne dieses wären die Nazis durchmarschiert bis Wladiwostok....nicht das ich das irgendwie begrüsst hätt - um Gotteswillen - das nicht....
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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#8 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Dienstag 10. Januar 2012, 17:51

Durchfall hatten viele, aber an einen Durchmarsch wage ich zu bezweifeln, besser ganz heftig in Abrede zu stellen.
Die paar Schiffsladungen waren nicht kriegsentscheidend.

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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#9 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Dienstag 10. Januar 2012, 17:59

Er, der alte Arzt ist für mich kein Stalinist nur weil er die Zeugnisse seines Lebens und seiner Arbeit aufbewahrt und sich guter und schlechter Stunden erinnert.
Ich bin in Sachsen geboren und in der DDR aufgewachsen. Ich bin auch stolz auf das, was ich mit geschaffen habe.
Ich habe meinen Kindern Jänschwalde und Schwarze Pumpe gezeigt, auch den Dresdner Fernsehturm, die Carolabrücke und vieles mehr. Das sind die Zeugnisse auch meiner Arbeit.
Jeder von uns hat seine Spuren in dieser Welt hinterlassen auf die er stolz sein kann.

Bin ich deshalb ein Mielke- oder Honeckeranhänger?

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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#10 Beitragvon Optimist » Dienstag 10. Januar 2012, 18:03

Der Terror des 2. Weltkrieges hat sich in ganz Europa ausgetobt, Kinder, Frauen, Alte... alle wurden rekrutiert, egal von welcher Seite. Wer sich nicht anschloss wurde als Feind betrachtet und ermordet. Ich denke, wer dies nicht persönlich erlebt hat, kann sich es nur schwer vorstellen viele Jahre in solchen Zeiten zu überleben, ich mir jedenfalls nicht.
Was ich bewundere, die Menschen haben die Hölle auf Erden erlebt, mussten und sind ohne Therapien und Psychologen klar gekommen. Heute wird sofort bei jeder Kleinigkeit nach einem Psychologen gerufen. Vielleicht ist es auch für einige Menschen überlebenswichtig im Glauben zu bleiben, das Richtige auf der richtigen Seite getan zu haben.
Auch gibt es viele Deutsche, die der Meinung sind, dass die Wehrmacht keine Kriegsverbrechen beging. Das hat ja die damalige Wehrmachtsaustellung deutlich gezeigt.
Wieviel Deutsche mussten noch elend sterben, obwohl der Krieg schon verloren war, Hitlertreue und Denunzianten gab es wohl doch viel zu viel.
Und warum?
Weil von Propaganda voll gepumpt, dass es wohl heute noch wirkt.

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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#11 Beitragvon mbert » Dienstag 10. Januar 2012, 18:03

galizier hat geschrieben:Bin ich deshalb ein Mielke- oder Honeckeranhänger?

Das ist ein guter und wichtiger Punkt. Die Welt tut uns nicht den Gefallen, sich immer brav in gutes und böses aufteilen zu lassen. Gerade wenn es um die ukrainische Geschichte des 20. Jh. geht, ist es praktisch unmöglich ein "moralisch einwandfreies" ideologisches Gerüst zu bauen.
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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#12 Beitragvon eurojoseph » Dienstag 10. Januar 2012, 22:34

galizier hat geschrieben:Durchfall hatten viele, aber an einen Durchmarsch wage ich zu bezweifeln, besser ganz heftig in Abrede zu stellen.
Die paar Schiffsladungen waren nicht kriegsentscheidend.

Na ja, wenn man bedenkt das FAST ALLE LKW´s im Krieg aus den USA kamen (da konnte man sich leicht auf t34 bauen beschränken) dann war das schon auch kriegsentscheidend....
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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#13 Beitragvon eurojoseph » Dienstag 10. Januar 2012, 22:35

Optimist hat geschrieben:Der Terror des 2. Weltkrieges hat sich in ganz Europa ausgetobt, Kinder, Frauen, Alte... alle wurden rekrutiert, egal von welcher Seite. Wer sich nicht anschloss wurde als Feind betrachtet und ermordet. Ich denke, wer dies nicht persönlich erlebt hat, kann sich es nur schwer vorstellen viele Jahre in solchen Zeiten zu überleben, ich mir jedenfalls nicht.
Was ich bewundere, die Menschen haben die Hölle auf Erden erlebt, mussten und sind ohne Therapien und Psychologen klar gekommen. Heute wird sofort bei jeder Kleinigkeit nach einem Psychologen gerufen. Vielleicht ist es auch für einige Menschen überlebenswichtig im Glauben zu bleiben, das Richtige auf der richtigen Seite getan zu haben.
Auch gibt es viele Deutsche, die der Meinung sind, dass die Wehrmacht keine Kriegsverbrechen beging. Das hat ja die damalige Wehrmachtsaustellung deutlich gezeigt.
Wieviel Deutsche mussten noch elend sterben, obwohl der Krieg schon verloren war, Hitlertreue und Denunzianten gab es wohl doch viel zu viel.
Und warum?
Weil von Propaganda voll gepumpt, dass es wohl heute noch wirkt.

Na ja, genau meine Rede....
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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#14 Beitragvon eurojoseph » Dienstag 10. Januar 2012, 23:10

mbert hat geschrieben:
galizier hat geschrieben:Bin ich deshalb ein Mielke- oder Honeckeranhänger?

Das ist ein guter und wichtiger Punkt. Die Welt tut uns nicht den Gefallen, sich immer brav in gutes und böses aufteilen zu lassen. Gerade wenn es um die ukrainische Geschichte des 20. Jh. geht, ist es praktisch unmöglich ein "moralisch einwandfreies" ideologisches Gerüst zu bauen.

darum geht es nicht, man muss kein Milke- oder Honeckeranhänger sein, auch nicht, wenn man es sich in der DDR "gerichtet" hat, oder seine Nische gefunden hatte - OK - verständlich, ich bin auch kein Held, weiss nicht, wie ich mich arrangiert hätte (hatte übrigens einen Streit ganz ähnlicher Art, weil sie die Marmorverkleidungen in der U-Bahn in Kyiv so "schön" fand - und ich es aber obszön und protzig, damals im Stalinismus, wenn die Leute durch den Schlamm waten mussten am Land - und auch wenn ich mich an Spitäler erinnere, in denen ich persönlich war - Vinnitza - wo man wirklich nicht mal tot überm Zaun hängen will - na ja - man kann persönlich eine gute Zeit gehabt haben und trotzdem das System sch**sse finden, gerad in der Nachschau-
natürlich schien auch die Sonne, wurde sich verliebt, Familienleben gab es [trotz verordneter Denunziation] und vielleicht sogar deshalb - weil man EINEN Platz brauchte, wo man sich halbwegs sicher fühlen konnte...)
ich denke trotzdem, Einsicht und die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar (Zitat teilweise Ingeborg Bachmann) und man kann gewisse Fakten nicht verleugnen, wenn man es trotzdem tut, dann ist das einfach nicht OK....und ich finde es gibt sowas wie Mindeststandards, zumindest wenn man sich als Europäer definiert - und da hat weder Nationalsozialismus noch Kommunismus seinen Platz - und wenn man früher (als Kind seiner Zeit und bar der Info die man heute hat) mit den einen oder auch den andren mitgelaufen ist - und auch dachte 100% das Richtige zu tun - dann kann man heute sehen wie es wirklich war, und dann kann man den Stalin genauso entsorgen, wie den Adolf....das is eh schon alles....und nicht vergessen, bevor Adolf den Onkel Josef überfallen hatte, da waren die die besten Freunde....Josef hat sogar liefern lassen, an Adolf - und am aufgeteilten Polen z.B. haben sich beide gemästet...
Sowas weiss heute JEDER, der es wissen will - und Alter muss nicht vor Einsicht schützen....
Klar war es OK die Heimat zu schützen, und wenn die Nazis gewonnen hätten - das mag ich mir in den schlimmsten Alpträumen nicht ausmalen - aber auch die Kriegsverbrechen der SU, Katyn etc... gehören ins Bild gerückt...und weil wir auf einer Ukraine-Seite sind - grad die Ukraine hatte besonders die A****karte gezogen, zwischen der Wehrmacht und der Roten Armee....Und ich wage zu behaupten, gäbe es mehr Selbstkritik und Einsicht von russischer Seite (diesseits und jenseits der Grenzen der Ukraine) dann wär die Svoboda in der Westukraine auch nicht zu stark....mit der Bitte um Versöhnung müssen die Täter kommen, nicht die Opfer...
Bevor dies nicht geschieht und ein nationaler Konsens über die Verbrechen der SU und eine Aufarbeitung und Entkommunisieren der Ukraine (Lenin/Dscherschinski etc Strassen, Denkmäler) wird es keine Einigkeit geben....NIE, NIE, NIE....da werden die Opfer und deren Nachkommen täglich beleidigt ...und man weiss z.B. heute genug über die Schreibtischtäterverbrechen Lenins - da ist dieser Prospekt in Zaporishsha z.B. ein täglicher Schlag ins Gesicht JEDEN halbwegs aufrechten Demokraten und Menschenrechtler ...
Vielleicht ist RU ja wirklich asiatisch - und bei China [Konfuzius versus Menschenrecht] weiss ich nicht, ob ich mich dort wundern soll - aber europäisch im Sinne von Menschenrechten, Versöhnung und Aufklärung ist das nicht....da lob ich mir z.B. die Versöhnungs- und Wahrheitskommission in Südafrika von Desmond Tutu - da müssen uns die Opfer eines menschenverachtenden Regimes im tiefsten Afrika zeigen wie es geht....
Ich find das traurig und es macht mich auch pessimistisch - ich hab grad ein Buch von A.D.Sacharow gelesen - wie europäisch und messerscharf der analysiert hat (auch im Gegensatz zum Westhasser Solschynizin) ...und bin auch traurig, das der Prophet im eigenem Lande nichts galt und immer noch nicht gilt...Solange die russische Arroganz über alles drüberfährt (auch mit dem Glauben sie hätten den 2.Weltkrieg alleine gewonnen) solange wird sich auch nix ändern/bessern - nicht in der UA - und auch sonst nirgens wo Russen offiziell involviert sind...Ich werd nie vergessen wie Willi Brandt den Kniefall in Warschau gemacht hatte - kann man sich das von Putin in Katyn vorstellen - ich mir nicht ....
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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#15 Beitragvon eurojoseph » Dienstag 10. Januar 2012, 23:19

galizier hat geschrieben:Er, der alte Arzt ist für mich kein Stalinist nur weil er die Zeugnisse seines Lebens und seiner Arbeit aufbewahrt und sich guter und schlechter Stunden erinnert.
Ich bin in Sachsen geboren und in der DDR aufgewachsen. Ich bin auch stolz auf das, was ich mit geschaffen habe.
Ich habe meinen Kindern Jänschwalde und Schwarze Pumpe gezeigt, auch den Dresdner Fernsehturm, die Carolabrücke und vieles mehr. Das sind die Zeugnisse auch meiner Arbeit.
Jeder von uns hat seine Spuren in dieser Welt hinterlassen auf die er stolz sein kann.

Bin ich deshalb ein Mielke- oder Honeckeranhänger?

Jeder ??? Wirklich jeder ??? Ich kenne einige - und damit mein ich sie ganz sicher nicht - wo ich mir KEINE positiven Spuren vorstellen kann....Hitler, Stalin, Goebbels, Pol Pot, Mao....
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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#16 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Mittwoch 11. Januar 2012, 01:13

Joseph, in Deinem Bestreben immer in Deiner Einschätzung Recht zu haben, solltest bei der Diskussion über Äpfel maximal zum Apfelsaft abweichen, aber die Birnen der nächsten Diskussion überlassen.

Wenn ich von Spuren geschrieben haben, auf die man stolz sein kann, dann von Deinen und meinen, von uns gleichen Menschen.

Auch die Menschen hier und in der DDR mussten sich nicht in Nischen verstecken, sie sind arbeiten gegangen. Denn wir alle wurden ohne unser Wollen in unsere Wirklichkeit hineingeboren. Was wir dort gemacht haben, darüber entschied dann unser Charakter und unsere Vorstellung von den Werten dieser Welt.

Du hast nicht das Recht mich, den Arzt und alle anderen Verursacher von positiven Spuren mit den Verbrechern der Geschichte zu vergleichen.

Sollten Dir manchmal die Gedanken überrennen, mache es so, dass Du es erst mal so formulierst und dann überlegst gegen wen Du eigentlich schimpfen möchtest. Noch einmal liest und dann Dich der Sprache von Heine und Waldheim bedienst.

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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#17 Beitragvon Robert » Mittwoch 11. Januar 2012, 09:25

Ein guter Beitrag ! Galizier
So wie Marbert es antippte weiter Oben auch .....

Es drückt mich an zu hängen , daß es insbesonderen solchen Leuten welche die Menschenrechte und Demokratie vor sich her tragen wie der Priester die Monstranz , ein gewisses Maß an Toleranz gut stehen würde .

Gruß ! Robert
Wo kämen wir hin ?
Gingen wir hin - um zu sehen wohin wir kämen

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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#18 Beitragvon eurojoseph » Mittwoch 11. Januar 2012, 12:16

Robert hat geschrieben:Ein guter Beitrag ! Galizier
So wie Marbert es antippte weiter Oben auch .....

Es drückt mich an zu hängen , daß es insbesonderen solchen Leuten welche die Menschenrechte und Demokratie vor sich her tragen wie der Priester die Monstranz , ein gewisses Maß an Toleranz gut stehen würde .

Gruß ! Robert

Danke Robert...Toleranz für die Obgenannten ?? Oder nur für deren Apologeten ???
Wie hätten Sie es gern, wie abgestuft ?? Toleranz für Stalinisten, Polpotisten,Altnazis,Neonazis,Nichtstalinistische Kommunisten, Maoisten - wie hätten Sie es denn gern ???
Toleranz ist (wie Henryk M. Broder so treffend formuliert) gut in einem repressiven System, aber in einer freien Gesellschaft muss man sich überlegen, bzw. kann man sich Toleranz nicht leisten gegenüber denen die Menschenrechte und Demokratie als Hauptfeind sehen....
Keine Toleranz der Intoleranz is kein schlechtes Motto IMHO - und wer lesen kann, der lese
das heraus, das ich wohl ein gewissens Verständnis dafür aufbringe in einer repressiven Gesellschaft zu überleben und mich selber NICHT als Held aufspiele (hätte womöglich auch genug faule Kompromisse gemacht wenn ich in die DDR hineingeboren worden wäre - ich danke dem Schicksal jeden Tag das dies nicht so war) mich widert nur an, das man - vor allem nach einem zeitlichem Abstand nicht zugeben kann, WAS verbrecherisch war an dem Regime, in dem man über-leben musste - und dabei mein ich noch nicht mal für das eigene Fehlverhalten, wenn es so eines gab.....ich erwarte NICHT das jemand zum Helden geboren ist, ich erwarte nicht, das man die Propaganda durchschaute, der man ausgeliefert war - DAMALS - ich erwarte NUR das diese Apologie endlich aufhört und die selektive Wahrnehmung wo man verbrecherische Regime als eh ganz passabel abtut oder sich sogar noch an die "gute alte Zeit" erinnert - wo is der Unterschied zwischen "unterm Hitler hätt es das nicht gegeben"
wenn man dies über Stalin sagt - Heute wohlgemerkt, wo man ALLES weiss...oder zumindest genug....Sich indirekt über Menschenrechte und Demokratie lustig zu machen sagt übrigens auch einiges aus - weshalb fangen Sie mit solchen Untergriffen an ??? Übrigens - ich bin da gar nicht einseitig - die Geschichte der USA z.B. Indianer, Sklaverei, Chile, Vietnam, Irak um nur die Spitze des Eisberges zu nennen - da bin ich genauso dran - der Unterschied ist nur der all das wird heute in den USA kritisch rezipiert - die Medien sind voll davon deren - und unsere - aber wie sieht das in RU aus - und jetzt auch wieder in der Ukraine beginnend ? Die alten Lügen werden weiter und wiedergekaut, Fakten unterschlagen und umgedeutet, wie soll jemand der nicht einmal zugibt, was falsch gelaufen ist etwas ändern wollen ??? Man kann sich alles schönreden, schönsaufen, schönlügen - aber wer aus der Geschichte nichts lernen will, der wiederholt sie - welchen Grund gibt es weiterhin etwas unter den Teppich zu kehren -
nur unreifen Gesellschaften fehlt der Mut zur Selbstkritik - und ich möcht mich gern wiederholen - wo ist der Willi Brandt in RU ??? Gibts da nicht auch genug weswegen man auf die Knie fallen müsste ? Grad was die Ukraine betrifft, vor den Ukrainern, vor den Krimtataren, im Baltikum,in Finland, im Kaukasus, Bessarabien aka Moldawien etc...Die Kanadier haben sich bei den Ureinwohnern entschuldigt und eine ganze Provinz (Northwest-Therritories übergeben), die Australier haben sich bei den Aboriginals entschuldigt, über Südafrika hab ich schon geschrieben - warum kann es sowas in RU nicht geben ??? Was fehlt dort - ich kann die Antwort liefern - "Grösse innerliche Grösse"- Leben und Leben lassen - auf gleicher Augenhöhe - damit aus dem Andren nicht mehr automatisch ein Feind werden muss....es ist nur eine Frage des Respekts - sieht man ja auch wie mit Frau Timoschenko umgegangen wird - so kann es ja wohl nicht sein....grad Sie - der Sie ein ehemaliger Büttel, ein Elitebüttel des Systems waren - sind Sie sicher, das das immer OK war, was Sie an Befehlen ausgeführt haben ??? Ich wäre mir dessen nicht sicher, wenn ich an Ihrer Stelle gewesen wär - und manchmal ist es tatsächlich so - ich kann nicht beurteilen, wie es bei Ihnen war - und tu dies auch nicht - das man mit den Besten Absichten für eine Sache eintritt und dann draufkommt missbraucht, bzw manipuliert worden zusein, weil man damals eben nicht das wusste, was man heute weiss...also mir ist das öfter passiert und ich hab schon oft genug meine Meinung,bzw Einschätzung zu einer Sache revidieren müssen - und auch gelernt z sagen, sorry, es tut mir leid, ich lag da falsch......und daran find ich mittlerweile nix schlimmes - weil mit den Infos von Heute konnte ich gestern noch nicht dienen...Ich sehe so ein dumpfes Unbehangen bei einigen im Forum (auch offene Feindschaft zu mir,) wenn es um Aufarbeitung der Vergangenheit geht - warum wohl - muss wahnsinnig schwer zu sein für manche ..............
Ich finde man braucht keine Steine werfen, auf die welche was eingestehen - und es passiert ja auch nicht - jedenfalls nicht in dieser Gesellschaft - nur die, welche mauern, die gehen zu Grunde - letztlich - am Innen oder am Aussen....
The SOVIET STORY - für alle, die noch an das Märchen vom russischen Antifaschismus glauben !Djakuju tobi,shcho ja ne moskal/jingo/sovok ???)SLAVA UKRAYINI !!!!Hitler UND Stalin kaputt - wider braunen UND roten Faschismus

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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#19 Beitragvon eurojoseph » Mittwoch 11. Januar 2012, 12:27

galizier hat geschrieben:Joseph, in Deinem Bestreben immer in Deiner Einschätzung Recht zu haben, solltest bei der Diskussion über Äpfel maximal zum Apfelsaft abweichen, aber die Birnen der nächsten Diskussion überlassen.

Wenn ich von Spuren geschrieben haben, auf die man stolz sein kann, dann von Deinen und meinen, von uns gleichen Menschen.

Auch die Menschen hier und in der DDR mussten sich nicht in Nischen verstecken, sie sind arbeiten gegangen. Denn wir alle wurden ohne unser Wollen in unsere Wirklichkeit hineingeboren. Was wir dort gemacht haben, darüber entschied dann unser Charakter und unsere Vorstellung von den Werten dieser Welt.

Du hast nicht das Recht mich, den Arzt und alle anderen Verursacher von positiven Spuren mit den Verbrechern der Geschichte zu vergleichen.

Sollten Dir manchmal die Gedanken überrennen, mache es so, dass Du es erst mal so formulierst und dann überlegst gegen wen Du eigentlich schimpfen möchtest. Noch einmal liest und dann Dich der Sprache von Heine und Waldheim bedienst.

Die Nischen bezogen sich auf Menschen, denen es eigentlich unerträglich war in so einem System zu leben, aber eben nicht abhauen konnten - es aber nicht unterstützen wollten - also keine Lehrer wurden, nicht zur Polizei oder noch schlimmer zur Stasi gingen - bzw. eben nicht studierten, weil sie sich nicht gemein machen wollten mit der Lüge - arbeiten hat damit nichts zu tun, mal generell - Häuser bauen, Autos reparieren, Landwirtschaft etc...is noch nicht ideologisch und wird es nie sein....schon gar nicht als einfacher weisungsgebundener...
ich hab tiefsten Respekt vor den Leistungen und des Überlebenskampf des Einzelnen, und mit Nischen war auch das private Glück gemeint, wenn man sich nicht verwirklichen konnte im Beruf - was es ja wohl zur Genüge gab....aber wie schon mein damaliger Therapeut es so schön formulierte "jeder missversteht so gut er kann...."
Was die DDR betrifft, die kenn ich übrigens nicht nur vom Hörensagen - ich war mit einer DDR-Bürgerin verheiratet, und bin dort 3 Jahre - bis zum Zusammenbruch ein- und ausgefahren - und hab das System so ein bissl studiert, auch an Hand der Familie dort - also is nicht alles Theorie - von den Möglichkeiten und Nischen....und den Zwängen, denen der Einzelne ausgesetzt war....Übrigens einer meiner Ex-Schwäger ist heute erfolgreicher Unternehmer, den andren hat das System zu einem psychischen Wrack gemacht ....
P.S. Ich tu hier meine Meinung und Überzeugung und persönliche Erfahrung kund - ob ich damit recht haben will ???
Stalinisten z.B. tun auch ihre Meinung kund - ist ein Forum nicht auch dazu da ???
Auch sich zu widersprechen und das massiv ??? Ich sage damit NICHT das Sie Stalinist sind - nur damit dies klar ist....
Ja und ich bleibe dabei, wer heute noch Stalin gut findet ist für mich ein genauso ewig gestriger wie ein Altnazi.......schönen Gruss noch und bitte kriegen Sie keinen Ulcus...
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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#20 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Mittwoch 11. Januar 2012, 18:19

Ich hoffe es wird deutlich was ich sagen will, wenn ich mal den Text von Eurojoseph betrachte. Alles von Joseph ist kursiv blau fett und ich stelle meine Passagen schwarz zwischen die Absätze.

Robert hat geschrieben:
Ein guter Beitrag ! Galizier
So wie Marbert es antippte weiter Oben auch .....

Es drückt mich an zu hängen , daß es insbesonderen solchen Leuten welche die Menschenrechte und Demokratie vor sich her tragen wie der Priester die Monstranz , ein gewisses Maß an Toleranz gut stehen würde .

Gruß ! Robert


Eurojoseph hat geantwortet
Danke Robert...Toleranz für die Obgenannten ?? Oder nur für deren Apologeten ???

Auch hier im Forum gibt es Schreiber, die ihre Thesen zur Monstranz machen. Drei jahre verheiratet sein und nur die Sonntagsseite(Besuchsseite) erleben ist das Eine. Das tägliche Leben, ich würde nicht vom Überlebenskampf reden, ist das Andere.

Wie hätten Sie es gern, wie abgestuft ?? Toleranz für Stalinisten, Polpotisten,Altnazis,Neonazis,Nichtstalinistische Kommunisten, Maoisten - wie hätten Sie es denn gern ???
Toleranz ist (wie Henryk M. Broder so treffend formuliert) gut in einem repressiven System, aber in einer freien Gesellschaft muss man sich überlegen, bzw. kann man sich Toleranz nicht leisten gegenüber denen die Menschenrechte und Demokratie als Hauptfeind sehen....


Die Balance zwischen Toleranz und Intoleranz in der Politik zu Osteuropa war die Kunst der westlichen Politik die Intoleranz im System des Ostens zu überwinden.
Auch in Bezug auf die Situation in den Staaten der Ex-SU steht die Überwindung der ehemaligen und vererbten systemimmanenten Intoleranz auf der Tagesordung.
Mit der von Dir gezeigten Ausgrenzung verändert niemand etwas und schon gar nicht für die Menschen.
Nimm zum Beispiel die seinerzeitige Neue Ostpolitik des Westens und ihre Wirkung auf uns in der DDR. Solche Wirkungen kann Toleranz erzeugen. Mit Deiner Haltung als Marschallstab hätte es auch den Kniefall von Warschau nicht gegeben.

Keine Toleranz der Intoleranz is kein schlechtes Motto IMHO - und wer lesen kann, der lese
das heraus, das ich wohl ein gewissens Verständnis dafür aufbringe in einer repressiven Gesellschaft zu überleben und mich selber NICHT als Held aufspiele (hätte womöglich auch genug faule Kompromisse gemacht wenn ich in die DDR hineingeboren worden wäre - ich danke dem Schicksal jeden Tag das dies nicht so war)


Es gibt keine halbe Schwangerschaft, genauso wie es kein gewisses Verstehen gibt. Entweder man versteht oder man enthält sich einer Bewertung der Zeit und der Situation.
Woher kamen die nicht wenigen revolutionären oder vielleicht nur monetären Helden im Westen, die sich der Stasi und dem KGB verpflichteten?
Aber als philosophisch belesener weißt Du ja, das Raum und Zeit objektive Kategorien sind und immer unser sein beeinflussen, bevor wir gestaltend einwirken können.
Also werden wir immer Kinder der Zeit und des Raumes sein.

mich widert nur an, das man - vor allem nach einem zeitlichem Abstand nicht zugeben kann, WAS verbrecherisch war an dem Regime, in dem man über-leben musste - und dabei mein ich noch nicht mal für das eigene Fehlverhalten, wenn es so eines gab.....ich erwarte NICHT das jemand zum Helden geboren ist, ich erwarte nicht, das man die Propaganda durchschaute, der man ausgeliefert war - DAMALS - ich erwarte NUR das diese Apologie endlich aufhört und die selektive Wahrnehmung wo man verbrecherische Regime als eh ganz passabel abtut oder sich sogar noch an die "gute alte Zeit" erinnert - wo is der Unterschied zwischen "unterm Hitler hätt es das nicht gegeben"
wenn man dies über Stalin sagt - Heute wohlgemerkt, wo man ALLES weiss...oder zumindest genug....Sich indirekt über Menschenrechte und Demokratie lustig zu machen sagt übrigens auch einiges aus - weshalb fangen Sie mit solchen Untergriffen an ???


Ich sehe in dem Geschriebenen keine Apologie(Verteidigung) irgendeiner gesellschaftlichen Formation.
Wir alle, ob ich oder Optimist oder Robert sind Kinder ihrer Zeit. Geboren, erzogen und gebildet in einem Staat, der in der Geschichte nicht bestehen konnte. Wir, besser ich spreche für mich allein, also ich habe an das geglaubt, was ich gelehrt bekommen habe. Es hat lange gedauert, bis Zweifel auftraten, bis Zweifel Haltungen veränderten und ....
Mit dem „Gastarbeiter“ aus Österreich hatte ich nie etwas gemein und seine österreichische Ordnung hat keiner als Beispiel angesetzt.
Und noch eins. Zwischen alles wissen(übersetzt: Zugang zu allen Informationen haben) und dem Denken und Fühlen zum konkret historischen Moment ist ein riesengroßer Schritt nötig.

Da ich manchmal etwas langsam bin im mitdenken erbitte ich die Kenntlichmachung der Passage, in der sich wer indirekt über Menschenrechte und Demokratie lustig gemacht hat.
Zweite Bitte. Übergriffe kenne ich, aber was bitte sind Untergriffe. Und was ist damit gemeint.

Übrigens - ich bin da gar nicht einseitig - die Geschichte der USA z.B. Indianer, Sklaverei, Chile, Vietnam, Irak um nur die Spitze des Eisberges zu nennen - da bin ich genauso dran - der Unterschied ist nur der all das wird heute in den USA kritisch rezipiert - die Medien sind voll davon deren - und unsere - aber wie sieht das in RU aus - und jetzt auch wieder in der Ukraine beginnend ?

Nun bin ich nicht ganz so zu USA-spezifischen Fragen informiert, aber meine zu wissen, dass die Fragen der Enteignung der Ureinwohner immer ein Buch mit sieben Siegeln ist und auch die Entwicklungslehre von Darwin darf negiert und Menschen deshalb geächtet werden.
Aus welchem Mist sind die Nazis in D und Ö neu erwachsen?

Die alten Lügen werden weiter und wiedergekaut, Fakten unterschlagen und umgedeutet, wie soll jemand der nicht einmal zugibt, was falsch gelaufen ist etwas ändern wollen ??? Man kann sich alles schönreden, schönsaufen, schönlügen - aber wer aus der Geschichte nichts lernen will, der wiederholt sie - welchen Grund gibt es weiterhin etwas unter den Teppich zu kehren -
nur unreifen Gesellschaften fehlt der Mut zur Selbstkritik - und ich möcht mich gern wiederholen - wo ist der Willi Brandt in RU ??? Gibts da nicht auch genug weswegen man auf die Knie fallen müsste ? Grad was die Ukraine betrifft, vor den Ukrainern, vor den Krimtataren, im Baltikum,in Finland, im Kaukasus, Bessarabien aka Moldawien etc...Die Kanadier haben sich bei den Ureinwohnern entschuldigt und eine ganze Provinz (Northwest-Therritories übergeben), die Australier haben sich bei den Aboriginals entschuldigt, über Südafrika hab ich schon geschrieben - warum kann es sowas in RU nicht geben ??? Was fehlt dort - ich kann die Antwort liefern - "Grösse innerliche Grösse"- Leben und Leben lassen - auf gleicher Augenhöhe - damit aus dem Andren nicht mehr automatisch ein Feind werden muss...

Wo ist der österreichische Willi Brandt?
Wann ist bei uns in D und Ö die Reife eingetreten, wann hat man da offensiv die Diktaturen aufgearbeitet? Mit der DDR wird es versucht aber wie verhält sich mit dem III.Reich?
Über die Haltung der Russen zu ihrer Rolle jetzt und früher haben wir uns ja schon trefflichst gestritten. Muss hier nicht wiederholt werden, kann da nachgelesen werden.

.es ist nur eine Frage des Respekts - sieht man ja auch wie mit Frau Timoschenko umgegangen wird - so kann es ja wohl nicht sein....grad Sie - der Sie ein ehemaliger Büttel, ein Elitebüttel des Systems waren - sind Sie sicher, das das immer OK war, was Sie an Befehlen ausgeführt haben ??? Ich wäre mir dessen nicht sicher, wenn ich an Ihrer Stelle gewesen wär - und manchmal ist es tatsächlich so - ich kann nicht beurteilen, wie es bei Ihnen war - und tu dies auch nicht - das man mit den Besten Absichten für eine Sache eintritt und dann draufkommt missbraucht, bzw manipuliert worden zusein, weil man damals eben nicht das wusste, was man heute weiss...also mir ist das öfter passiert und ich hab schon oft genug meine Meinung,bzw Einschätzung zu einer Sache revidieren müssen - und auch gelernt z sagen, sorry, es tut mir leid, ich lag da falsch......und daran find ich mittlerweile nix schlimmes - weil mit den Infos von Heute konnte ich gestern noch nicht dienen..

Das mit dem Respekt ist eine gute Sache. Nur sollte man sich daran halten.
Wer von uns wird von Dir so unqualifiziert mit „der Sie ein ehemaliger Büttel, ein Elitebüttel des Systems waren“ betituliert. Das sind Breitseiten in den Nebel und verderben unsere Kultur der Diskussion im Forum.

.Ich sehe so ein dumpfes Unbehangen bei einigen im Forum (auch offene Feindschaft zu mir,) wenn es um Aufarbeitung der Vergangenheit geht - warum wohl - muss wahnsinnig schwer zu sein für manche ..............
Ich finde man braucht keine Steine werfen, auf die welche was eingestehen - und es passiert ja auch nicht - jedenfalls nicht in dieser Gesellschaft - nur die, welche mauern, die gehen zu Grunde - letztlich - am Innen oder am Aussen....


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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#21 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Mittwoch 11. Januar 2012, 18:24

Gleiche Methode wie vor

Die Nischen bezogen sich auf Menschen, denen es eigentlich unerträglich war in so einem System zu leben, aber eben nicht abhauen konnten - es aber nicht unterstützen wollten - also keine Lehrer wurden, nicht zur Polizei oder noch schlimmer zur Stasi gingen - bzw. eben nicht studierten, weil sie sich nicht gemein machen wollten mit der Lüge –

Die wenigsten unserer technischen Intelligenz waren Genossen des SED, aber auch für ihre Arbeit war es erforderlich zu studieren. Aber trotz Studium machten sie sich nicht gemein mit dem System.

arbeiten hat damit nichts zu tun, mal generell - Häuser bauen, Autos reparieren, Landwirtschaft etc...is noch nicht ideologisch und wird es nie sein....schon gar nicht als einfacher weisungsgebundener...

Man kann alles ideologisieren. Natürlich waren solche Werke wie Jänschwalde oder Lubmin Prestigeobjekte des Staates. Aber wir waren stolz auf diese Bauten.
Und noch heute kommt manchmal Wehmut auf wenn ich im TV sehe wie das eine oder das andere Bauwerk an dem ich mitgearbeitet habe dem Moderneren zum Opfer fällt.

ich hab tiefsten Respekt vor den Leistungen und des Überlebenskampf des Einzelnen, und mit Nischen war auch das private Glück gemeint, wenn man sich nicht verwirklichen konnte im Beruf - was es ja wohl zur Genüge gab....

Überlebenskampf klingt so furchtbar nach Stalingrad, meinst Du das wirklich so?

aber wie schon mein damaliger Therapeut es so schön formulierte "jeder missversteht so gut er kann...."

Warum hast Du die Therapie abgebrochen?

Was die DDR betrifft, die kenn ich übrigens nicht nur vom Hörensagen - ich war mit einer DDR-Bürgerin verheiratet, und bin dort 3 Jahre - bis zum Zusammenbruch ein- und ausgefahren - und hab das System so ein bissl studiert, auch an Hand der Familie dort - also is nicht alles Theorie - von den Möglichkeiten und Nischen....und den Zwängen, denen der Einzelne ausgesetzt war....Übrigens einer meiner Ex-Schwäger ist heute erfolgreicher Unternehmer, den andren hat das System zu einem psychischen Wrack gemacht ....

Das ist vielleicht eine kleine Lehre, aber können Besuche das Leben ersetzen?

P.S. Ich tu hier meine Meinung und Überzeugung und persönliche Erfahrung kund - ob ich damit recht haben will ???
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Nichts anderes tun wir. Ich möchte im Gedankenaustauch lernen und auch etwas für andere beisteuern.
Leider ist es mir noch nicht gelungen einen Stalinisten auszumachen.

Auch sich zu widersprechen und das massiv ??? Ich sage damit NICHT das Sie Stalinist sind - nur damit dies klar ist....
Ja und ich bleibe dabei, wer heute noch Stalin gut findet ist für mich ein genauso ewig gestriger wie ein Altnazi.......


schönen Gruss noch und bitte kriegen Sie keinen Ulcus...


Solange man von Lachen und Amüsieren keinen Ulcus bekommt, ist ja alles gut

Auch Dir einen herzlichen Gruß

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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#22 Beitragvon Robert » Mittwoch 11. Januar 2012, 21:56

Schon gut , Galizier

Eurojoseph schlägt mit ziemlich kruden Argumenten um sich , von seiner grenzwertigen Einordnung ( " Sie ein ehemaliger Büttel, ein Elitebüttel des Systems ......." )mal völlig abgesehen .

Es gäbe einiges zu sagen dazu .
Und ja es gäbe vielleicht nichtmal uninteressante Eindrücke , die ich sammeln konnte in Erfüllung von Befehlen , in Kriesensituationen/Regionen -ebenso wie ich eine sehr klahre Meinung habe , zum militärmedizinischem Dienst .
Die letzten , denen man einen Vorwurf aus ihrer Dienstzeit machen sollte , sind die Sani,s , Schwestern und nicht zuletzt Militärärzte ...... was ich für jede Armee , frühere und heutige , denke .

Auch darüber , wie zu allen anderen wild durcheinander gewürfelten Handlungssträngen und Argumenten von Eurojoseph , würde ich durchaus gern diskutieren ....... jedoch nur mit Menschen , die eine gewisse Toleranz kennen und nicht per se beleidigend unterwegs sind .


Gruß ! Robert
Wo kämen wir hin ?
Gingen wir hin - um zu sehen wohin wir kämen

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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#23 Beitragvon eurojoseph » Mittwoch 11. Januar 2012, 23:24

Robert hat geschrieben:Schon gut , Galizier

Eurojoseph schlägt mit ziemlich kruden Argumenten um sich , von seiner grenzwertigen Einordnung ( " Sie ein ehemaliger Büttel, ein Elitebüttel des Systems ......." )mal völlig abgesehen .

Es gäbe einiges zu sagen dazu .
Und ja es gäbe vielleicht nichtmal uninteressante Eindrücke , die ich sammeln konnte in Erfüllung von Befehlen , in Kriesensituationen/Regionen -ebenso wie ich eine sehr klahre Meinung habe , zum militärmedizinischem Dienst .
Die letzten , denen man einen Vorwurf aus ihrer Dienstzeit machen sollte , sind die Sani,s , Schwestern und nicht zuletzt Militärärzte ...... was ich für jede Armee , frühere und heutige , denke .
vielleicht hab ich klar und deutlich gesagt, das ich NICHT die Arbeit als Militärarzt verurteile ?- sondern die Tatsache das er IMMER NOCH Stalin verehrt aber wie gesagt für viele scheinen Altstalinisten weniger schlimm als Altnazis - find ich traurig....

Auch darüber , wie zu allen anderen wild durcheinander gewürfelten Handlungssträngen und Argumenten von Eurojoseph , würde ich durchaus gern diskutieren ....... jedoch nur mit Menschen , die eine gewisse Toleranz kennen und nicht per se beleidigend unterwegs sind .


Gruß ! Robert

Also wenn ein Soldat in einer Diktatur, ein Elitesoldat KEIN Büttel seines Staates ist - wer bleibt dann noch als Büttel (NUR die höheren Stasi/KGB Offiziere ???alle andren eh nur Opfer ?)- und sie waren ja kein gezogener Soldat, sondern in höherem Rang,in einer Spezialeinheit (wenn man nicht mal erwähnen darf das jemand DIREKT bewaffnet FREIWILLIG und oder AUS ÜBERZEUGUNG einer Diktatur dient....mimosisch find ich)....und BTW wer austeilt - "Zitat" wie mit einer Monstranz ....der darf auch einstecken können- oder ?
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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#24 Beitragvon Robert » Donnerstag 12. Januar 2012, 08:44

Doch , man darf erwähnen das Jemand [ imho bin offenbar ich gemeint ] freiwillig , u.U. aus Überzeugung , (ob nun in höherem Denstgrad oder nicht , ist dabei relativ unbedeutend ) diente .
Selbigen jedoch als Büttel zu benennen bleibt eine grenzwertige Ansage , zumal Sie mich nicht kennen und nicht einschätzen können was ich wo tat.
Wo kämen wir hin ?
Gingen wir hin - um zu sehen wohin wir kämen

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Re: Stalingrad-Veteran in der Ukraine: Vergessener Held aus der Eisgrube

#25 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Donnerstag 12. Januar 2012, 09:13

Eurojoseph
vielleicht hab ich klar und deutlich gesagt, das ich NICHT die Arbeit als Militärarzt verurteile ?- sondern die Tatsache das er IMMER NOCH Stalin verehrt aber wie gesagt für viele scheinen Altstalinisten weniger schlimm als Altnazis - find ich traurig....

Viel trauriger ist, dass Du nicht lernen willst mit uns in gutem Deutsch zu kommunizieren.
Wenn Dir die Deutschen aus Österreich zu deutsch sind, dann nimm den schon erwähnten Kurt Waldheim. Er pflegte ein sehr gutes Deutsch und eine sehr offene Gesprächskultur.

Zur Sache zurück. In welcher Passage zeigte der Arzt dass er Stalin verehrt? In vielen deutsch/österreichischen Familiengalerien hängt neben dem Großvater auch ein Kaiserbild.
Sind das alles verkeimte Royalisten?

Bitte erlerne selbst die eingeforderte Toleranz und dann urteile über die Intoleranz der anderen.

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