Sport | Die Tränen von Odessa

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Die Tränen von Odessa

#1 Beitragvon Handrij » Sonntag 1. Juli 2012, 14:45

Nirgends ist die Ukraine weltoffen wie in Odessa. Ein Besuch dort, wo die EM leider nicht gastierte.

Wo, bitte, geht’s hier nach Europa? Einfach die Treppe runter! Der Fußball ist Europa und der Weg nach Europa führt durch die Geschichte. Über 142 Meter und 192 Stufen, Sergej Eisenstein hat ihnen 1925 in seinem Stummfilm „Panzerkreuzer Potemkin“ Ruhm bis in alle Ewigkeit beschert. Unten breit, oben schmal, die Potemkinsche Treppe vom Hafen hinauf zur Innenstadt ist ein Meisterwerk der Illusion.


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Schön geschriebener Artikel, aber was bitter aufstößt ist folgender Abschnitt:
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts sollen hier Menschen aus 130 Nationen gelebt haben. Nach Lenin, Stalin und gut 80 sowjetischen Jahren hat Odessa zwar einiges von seinem internationalen Flair eingebüßt, aber die Vergangenheit kehrt langsam zurück.

Ähm, war da was? 2. Weltkrieg, Holocaust? Die Unterschlagung dieser Ereignisse finde ich gerade bei der jüdischsten Stadt vor der Gründung des Staates Israel mehr als seltsam ....

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Re: Die Tränen von Odessa

#2 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Sonntag 1. Juli 2012, 15:31

Die Vielfalt der Völker, die noch vor dem 1.WK Russland und auch die Teile, die dann einverleibt wurden, ist schon bis zum 2.WK drastisch verringert worden. Nicht immer durch Totschlag, aber sehr oft durch Repression.
In dem Buch über die Bukowina "Herzogtum Bukowina in Wort und Bild" vom Eduard Beyer Verlag Wien werden für Tschernowitz und die Bukowina an Hand von offiziellen Unterlagen die Existenz von 137 Nationalitäten nachgewiesen, aber auch ihre professionelle Spezialisierung und ihre Daseinsberechtigung im Herzogtum Bukowina der K.u.k. Monarchie.
Mit der Okkupation durch Moskau verringerte sich das rasand denn viele emigrierten um den Repressionen zu entgehen, andere wie die Armenier und Aserbaidschaner wurden in ihre Nichtheimaten deportiert, die ihre Familien bereits vor 100 und mehr Jahren verlassen hatten.
Diese Entwicklung ist nicht zwangsläufig eine Mitschuld der deutschen Invasion.

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Re: Die Tränen von Odessa

#3 Beitragvon Handrij » Montag 2. Juli 2012, 00:55

galizier hat geschrieben:Die Vielfalt der Völker, die noch vor dem 1.WK Russland und auch die Teile, die dann einverleibt wurden, ist schon bis zum 2.WK drastisch verringert worden. Nicht immer durch Totschlag, aber sehr oft durch Repression.
In dem Buch über die Bukowina "Herzogtum Bukowina in Wort und Bild" vom Eduard Beyer Verlag Wien werden für Tschernowitz und die Bukowina an Hand von offiziellen Unterlagen die Existenz von 137 Nationalitäten nachgewiesen, aber auch ihre professionelle Spezialisierung und ihre Daseinsberechtigung im Herzogtum Bukowina der K.u.k. Monarchie.
Mit der Okkupation durch Moskau verringerte sich das rasand denn viele emigrierten um den Repressionen zu entgehen, andere wie die Armenier und Aserbaidschaner wurden in ihre Nichtheimaten deportiert, die ihre Familien bereits vor 100 und mehr Jahren verlassen hatten.

Das ist alles richtig und wurde ja auch erwähnt, doch ist der Holocaust gerade für Odessa ein einschneidendes Ereignis gewesen. Danach war nichts mehr, wie es vorher war. Gerade das jüdische Leben hat Odessa geprägt, wie wohl keine andere Stadt in der heutigen Ukraine und das war nach dem Zweiten Weltkrieg einfach nicht mehr so wie vorher, weil die Bewohner einfach tot (und nicht deportiert) waren. 1926 waren Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... .... die 1970er Emigration hat dann wohl dem jüdischen Charakter von Odessa den Rest gegeben ...

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