Vermischtes | Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

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Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#1 Beitragvon Handrij » Freitag 17. September 2010, 08:57

Tausende Touristen besuchen jedes Jahr das verseuchte Gebiet um den havarierten Reaktor des Kernkraftwerks Tschernobyl. Auch ein FOCUS-Redakteur nahm an einer Katastrophen-Tour teil.
Petra muss lachen, als ihr Freund Roman an dem Holzboot wackelt. Das Paar, beide sind 26 Jahre alt, hat sich ein Stück von der Gruppe entfernt. Es nutzt die Umgebung, wofür sie geplant war: zum Vergnügen. Das Boot, dessen bunte Farbe abgeblättert am Rumpf hängt, gehört zu einer Schiffsschaukel. Es hängt zwar nicht mehr an Ketten, doch man kann noch immer prima damit schaukeln. Bis Sascha, der Reiseführer, die beiden Slowaken lautstark ermahnt – jede der Attraktionen des kleinen Lunaparks ist stark radioaktiv belastet.

Für einen kurzen Moment ist die Stimmung zu erahnen, die hier vor 24 Jahren am Maifeiertag herrschen sollte. Das Riesenrad hätte staunende Kinder in den Himmel über der ukrainischen Musterstadt Pripjat gedreht. Im Autoscooter lieferten sich pubertierende Teenager zu Popmusik Verfolgungsjagden. Mütter säßen plaudernd rund um das Karussell, während ihre älteren Sprösslinge juchzend im Kreis gefahren wären.

Busverkehr ins Sperrgebiet


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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#2 Beitragvon Sonnenblume » Freitag 17. September 2010, 10:35

Erst regt man sich 1986 tausende Kilometer weit entfernt über das Unglück und den Umgang damit (zu Recht) auf und dann spielt man Katastrophentourist?!
Ich werde nie verstehen, warum man da hin fährt. Braucht man den "Grusel"? Reichen die Bilder nicht? Wenn man hautnah erleben will, was Verstrahlung bedeutet, sollte man die Krankenhäuser besuchen, die heute noch Opfer der Katastrophe behandeln und die 100 Euro pro Person lieber dort lassen! Dann hat man was Gutes getan und sich gleichzeitig nicht selbst in Gefahr gebracht.

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#3 Beitragvon freedom » Mittwoch 22. September 2010, 01:04

Sonnenblume hat geschrieben:Erst regt man sich 1986 tausende Kilometer weit entfernt über das Unglück und den Umgang damit (zu Recht) auf und dann spielt man Katastrophentourist?! Ich werde nie verstehen, warum man da hin fährt...

Die Ukraine hat mit absoluter Sicherheit Schöneres, Faszierendes und Imposanteres zu bieten, als diesen verstrahlten Ort, der für viele Menschen unsägliches Leid und nicht enden wollende Qualen brachte. Wer der Realität nahe kommen will, braucht beispielsweise nur die folgende Website besuchen. Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
Für eine Stippvisite ins Katastrophengebiet mag es vielerlei Gründe geben, vielleicht auch ehrenhafte, doch um dem Grauen zu begegnen, würde ich mir einen Gruselfilm anschauen.
Es gibt auch die Möglichkeit, ein Krankenhaus mit Strahlenopfern zu besuchen, mit den schwerstbehinderten Kindern zu spielen und seinen Erfahrungsbericht hier zu präsentieren.

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#4 Beitragvon freedom » Donnerstag 30. September 2010, 01:57

freedom hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:Erst regt man sich 1986 tausende Kilometer weit entfernt über das Unglück und den Umgang damit (zu Recht) auf und dann spielt man Katastrophentourist?! Ich werde nie verstehen, warum man da hin fährt...

Die Ukraine hat mit absoluter Sicherheit Schöneres, Faszierendes und Imposanteres zu bieten, als diesen verstrahlten Ort, der für viele Menschen unsägliches Leid und nicht enden wollende Qualen brachte. Wer der Realität nahe kommen will, braucht beispielsweise nur die folgende Website besuchen. Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
Für eine Stippvisite ins Katastrophengebiet mag es vielerlei Gründe geben, vielleicht auch ehrenhafte, doch um dem Grauen zu begegnen, würde ich mir einen Gruselfilm anschauen.
Es gibt auch die Möglichkeit, ein Krankenhaus mit Strahlenopfern zu besuchen, mit den schwerstbehinderten Kindern zu spielen und seinen Erfahrungsbericht hier zu präsentieren.

... oder sich mit dem Anschauen des Video-Films "Chernobyl" von Paul Fusco, die Reise zu sparen.
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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#5 Beitragvon Handrij » Donnerstag 30. September 2010, 02:06

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Aber das kann ja in D-Land nie passieren, denn unsere Chefin ist Doktor der Physik und das muss als Garantie reichen ...

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#6 Beitragvon Sonnenblume » Donnerstag 30. September 2010, 10:33

Ja, Frau Merkel gibt dem Recht, was sie Jahrzehnte in der DDR gelernt hat.
"»Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens.« "(Fußnote aus dem "Kapital")

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#7 Beitragvon Optimist » Donnerstag 30. September 2010, 21:37

Vielleicht sollte es zur Pflicht werden, das jeder das Katastrophengebiet einmal besucht! Denn die Möglichkeit für einen weiteren Gau, egal wo, besteht jeder Zeit. Allgemein sollte der Umgang mit Energie grösseren Stellenwert bekommen. Wir verpulvern jetzt in rasante Art und Weise was in Millionen von Jahren entstanden ist, an unsere Nachkommen denken wir überhaupt nicht. China, Indien usw. sind erst aus ihrem Schlaf erwacht, der noch dort zu erwartende Energieverbrauch ist unüberschaubar. Die folgen für die Natur kann heute schon keiner richtig deuten.
Aber wie mir schon sehr viele Ukrainer berichtet haben, das mit dem Unfall in Tschernobyl war "gar nicht so schlimm"! ... so kann man das natürlich auch sehen...
Warum fällt für die Opfer aus dem Tourismus nichts ab, Probleme dieses Geld dann weiterzuleiten?

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#8 Beitragvon lev » Freitag 1. Oktober 2010, 17:45

Optimist hat geschrieben:Vielleicht sollte es zur Pflicht werden, das jeder das Katastrophengebiet einmal besucht!


So sehe ich die Sache auch. Sicher muss man unterscheiden zwischen den Motiven eines solchen Besuches, aber grundsätzlich ist das Vergessen das schlimmste.
Das KZ Buchenwald hat heute noch über eine halbe Million Besucher und das ist auch gut so. Nur so kann man die schrecklichen Dinge, die passiert sind begreifen und verarbeiten.

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#9 Beitragvon Sonnenblume » Freitag 1. Oktober 2010, 18:37

lev hat geschrieben:
Optimist hat geschrieben:Vielleicht sollte es zur Pflicht werden, das jeder das Katastrophengebiet einmal besucht!


So sehe ich die Sache auch. Sicher muss man unterscheiden zwischen den Motiven eines solchen Besuches, aber grundsätzlich ist das Vergessen das schlimmste.
Das KZ Buchenwald hat heute noch über eine halbe Million Besucher und das ist auch gut so. Nur so kann man die schrecklichen Dinge, die passiert sind begreifen und verarbeiten.


Ist Buchenwald auch verstrahlt oder wieso vergleicht ihr das? Ich bin einverstanden, dass das Vergessen das Schlimmste wäre, aber neues Leid durch Verstrahlung in Kauf zu nehmen, das kehrt doch das ganze Bemühen ins Gegenteil.

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#10 Beitragvon Handrij » Freitag 1. Oktober 2010, 19:33

Vielleicht sollte wenigstens für Ukrainebesucher das Tschernobyl-Museum Pflicht werden. Nach Tschernobyl zu fahren ist zwar vielleicht anschaulich, aber sollte nicht unbedingt zu Regel werden. (Я не трусь, но я боюсь ... :-D )
Angeblich ist die Ausstellung im Tschernobylmuseum (Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...) überarbeitet worden und daher etwas zugänglicher für Ausländer und Nichtsprachkundige geworden. Leider hab ich mir das noch nicht angetan - zweimal das Museum zu besuchen hat mir eigentlich gereicht. In jedem Fall gab es bei Vorbestellung auch eine deutschsprachige Führung ....

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#11 Beitragvon Optimist » Freitag 1. Oktober 2010, 20:03

Also die Strahlung hört am Schlagbaum nicht einfach so auf. Der Reaktor ist Gedenkstätte und Mahnmal. Wie man sieht ist in Vergessenheit geraten, dass die damalige Sowjetunion die Katastrophe national und international geleugnet hat, die eigene Bevölkerung wurde belogen und zu spät evakuiert. Nach dem es nicht mehr zu verheimlichen war, wurde internationale Hilfe abgelehnt und die Katastrophe zum kleinen Störfall erklärt, tausende Liquidatoren wurden rekrutiert und dort "verheizt". Die zurückgelassenen Gegenstände der Bevölkerung wurden von Teilen der Sicherheitsorgane geplündert und verkauft... usw. Heute noch wird von vielen diese Katastrophe verharmlost, irgendwie Ähnlichkeiten mit anderen Mahn- und Gedenkstätten vorhanden?
Und wenn die damaligen regierenden Kommunisten nur ein wenig humanitär gehandelt hätten, wäre die Zahl der Opfer wesentlich geringer!

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#12 Beitragvon lev » Freitag 1. Oktober 2010, 22:14

Sonnenblume hat geschrieben: Ist Buchenwald auch verstrahlt oder wieso vergleicht ihr das? Ich bin einverstanden, dass das Vergessen das Schlimmste wäre, aber neues Leid durch Verstrahlung in Kauf zu nehmen, das kehrt doch das ganze Bemühen ins Gegenteil.


Ihr? Ich habe Buchenwald als Ort eines schrecklichen Geschehens mit regem Besuch bezeichnet und alle Orte, wo grausame Dinge geschehen sind, sollen auch besucht werden. Zu Hause am Computer oder Fernseher sind die Eindrücke in zehn Minuten aus dem Kopf, vor Ort die Realität dieser Katastrophen zu spüren ist nicht vergleichbar und vor allem dauerhaft.
Ich gebe Handrij recht, diese Besuche zur Pflicht zu machen wäre sicher übers Ziel hinaus, aber diese anzuprangern ist ein Witz.

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#13 Beitragvon Optimist » Freitag 1. Oktober 2010, 22:23

Also ich war 1986 26 Jahre alt und meine Tochter 4 Jahre. Wir hatten damals wahnsinnige Angst und eine riesige Wut auf die verlogenen Kommunisten.

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#14 Beitragvon Sonnenblume » Freitag 1. Oktober 2010, 22:39

lev hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben: Ist Buchenwald auch verstrahlt oder wieso vergleicht ihr das? Ich bin einverstanden, dass das Vergessen das Schlimmste wäre, aber neues Leid durch Verstrahlung in Kauf zu nehmen, das kehrt doch das ganze Bemühen ins Gegenteil.


Ihr? Ich habe Buchenwald als Ort eines schrecklichen Geschehens mit regem Besuch bezeichnet und alle Orte, wo grausame Dinge geschehen sind, sollen auch besucht werden. Zu Hause am Computer oder Fernseher sind die Eindrücke in zehn Minuten aus dem Kopf, vor Ort die Realität dieser Katastrophen zu spüren ist nicht vergleichbar und vor allem dauerhaft.
Ich gebe Handrij recht, diese Besuche zur Pflicht zu machen wäre sicher übers Ziel hinaus, aber diese anzuprangern ist ein Witz.

Ich habe nicht die Besuche von Gedenkstätten angeprangert, sondern zu bedenken gegeben, dass ein Besuch des Reaktorgeländes in Tchernobyl gesundheitsgefährdend ist.
Ich bin nicht der Meinung, dass es übers Ziel hinaus wäre, wenn man den Besuch einer Gedenkstätte wie Buchenwald in die Erziehung unserer Kinder mit einbauen würde. Aber bitteschön - für Tchernobyl müssen auch Museen reichen. Ich bin nach wie vor der Meinung, das Geld was man für den Besuch dort ausgibt, sollte man den Krankenhäusern spenden, die Opfer des Reaktorunglücks behandeln und selbst ins Tchernobylmuseum in Kiew gehen.
Ich war bis 1982 4 Jahre in Kiew und 1986 sagten unsere Freunde, jetzt werdet ihr uns wohl nie wieder besuchen...
Wir hatten damals unglaubliche Angst um sie und dann auch um uns, als die Info bei uns ankam, welche Auswirkungen diese Katastrophe hatte. Umso weniger verstehe ich unsere Kanzlerin, wie sie es zulassen kann, jetzt die Laufzeit von Kernkraftwerken zu verlängern.

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#15 Beitragvon lev » Freitag 1. Oktober 2010, 23:19

Die Kraft für eine Antibewegung kommt so glaube ich, aber erst durch die direkte Aufnahme der Eindrücke vor Ort.

Ich war auch in der Unglückszeit in Lviv. Wir wunderten uns, warum tagelang die ganze Stadt mit Wasserwagen nass gehalten wurde. Die Mitteilungen über das Unglück kamen nur sehr spährlich und ungenau. Vom eigentlichen Ausmaß der Katastrophe haben wir erst nach unserer Rückkehr erfahren. :o

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#16 Beitragvon Optimist » Samstag 2. Oktober 2010, 07:54

In Deutschland gibt es zumindest ein Bestreben von der Atomkraft wegzukommen. Welcher Zeitraum realistisch ist, ist eine andere Frage. Andere Staaten bauen weiter Reaktoren auf und interessiert dieses Thema überhaupt nicht. Russland wirft seinen Atommüll ins Meer und gut ist. Was hat nun die Kanzlerin so Schlechtes gemacht?

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#17 Beitragvon Tilko » Samstag 2. Oktober 2010, 14:57

Ich verstehe die ganze Aufregung um deutsche Atomkraftwerke absolut nicht, das Problem mit der Unsicherheit liegt doch ganz wo anders. Hier versucht man verhältnismäßig sichere Anlagen (100 %tige Sicherheit gib´s nirgendwo) dicht zu machen und kauft den Atom-Strom aus total veralteten Atomkraftwerken im Ausland. Der ist ja so schön billig und die Dinger sind ja weit weg, da passiert uns nix [smilie=dash2.gif] . Das Beste Beispiel ist Tschernobyl die verstrahlt Asche und der Regen hat am meisten Bayern, Baden-Würtenberg und Skandinavien erwischt. Da gibt es Ecken da soll man heute noch keine Pilze sammeln.
Ich selbst sammle Pilze ca. 30 km von Tschernobyl weg und angle dort im "Kiever Meer". Ich konnte keine anatomischen Veränderungen an den Fischen, wie auch an mir, feststellen.

Was ich jetzt sage bitte nicht falsch verstehen, mir tut um jeden leid der an den Folgen von Tschernobyl gestorben oder erkrankt ist. Ich habe aber mehrfach ernsthafte Berichte (keine Journalieen, Revolverblätter oder Privat TV) gesehen und gelesen in denen sich die Wissenschaftler aus aller Welt, Mediziner, Atomwissenschaftler usw. mit der Problematik Tschernobyl über Jahre auseinander gesetzt haben. Es nicht eines der Schreckensszenarien die nach dem Gau vorhergesagt wurden eigetreten. Es war die Rede von mehr als 1-1,5 Millionen Toten (sofort und Langzeitfolgen) es sind nicht mal 15% davon. Man geht Heute sogar davon aus das die gehäuften Krebs-Erkrankungen in UA durch die starken Umweltbelastungen durch Industrie und Landwirtschaft hervorgerufen werden, dies wird aber von politscher Seite gerne unter den Tisch gekehrt und es ist ja so einfach zu sagen das war Tschernobyl und bei uns ist alles iO, wir können ja dafür nichts. Komisch ist nur das um Tschernobyl wieder etwas mehr als 1000 Leute, nicht nur Alte, leben. Die müssten ja alle bei den prognostizierten Strahlenwerten keine 5 Jahre überleben. Ich bin kein Mediziner aber den Leuten geht es augenscheinlich nicht schlecht.

Ich möchte mit dem was ich geschrieben habe nichts verharmlosen aber die "Gegenseite" übertreibt doch sehr und verbreitet Panik.

Tilko

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#18 Beitragvon Handrij » Samstag 2. Oktober 2010, 16:40

Tilko hat geschrieben:Ich verstehe die ganze Aufregung um deutsche Atomkraftwerke absolut nicht, das Problem mit der Unsicherheit liegt doch ganz wo anders. Hier versucht man verhältnismäßig sichere Anlagen (100 %tige Sicherheit gib´s nirgendwo) dicht zu machen und kauft den Atom-Strom aus total veralteten Atomkraftwerken im Ausland.

Auf Deutschland bezogen gibt es IMHO keinen Bedarf Strom zu importieren. Im Gegenteil: wenn alle Projekte zum Ausbau von Solar- und Windenergie wirklich realisiert werden, dann besteht kein Bedarf mehr (für Deutschland) für Atomenergie und die Energiekonzerne in Deutschland werden eher Strom exportieren, denn importieren und die Restlaufzeit der Atomkraftwerke war eigentlich ausreichend, um diesen Umbau durchzuführen.
Bei der Ukraine ist es derzeit so, dass aufgrund der europäischen Politik demnächst ukrainischer (Atom-)Strom nach Litauen exportiert wird, um den Bedarf nach der Stilllegung von Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... zu decken und da greift dein Argument. Doch ist meines Erachtens nach die Kernspaltung eine Technologie, die nicht nur gefährlich beim Betrieb ist, sondern durch den Müll auch Auswirkungen hat die weit über unsere Lebenszeit hinausgeht und das halte ich für unverantwortlich. In der Ukraine wird, soweit ich das überblicke, nicht einmal darüber diskutiert, was mit dem Müll passieren wird und er lagert wohl auf dem Gelände der Kraftwerke.
In der Ukraine wurde durch die gegenwärtige Administration die Fertigstellung der zwei Chmelnizkyj Reaktoren beschlossen und dafür von Russland Kredite aufgenommen. Die in Betrieb befindlichen Reaktoren sind alle aber von einem anderen Typ als der in Tschernobyl, was aber keine Rolle spielt, da das größere Risiko beim Kraftwerksbetrieb wohl der Faktor Mensch ist.

Eine Liste der Kernkraftwerke in der Ukraine findet sich hier: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...


Tilko hat geschrieben:Der ist ja so schön billig und die Dinger sind ja weit weg, da passiert uns nix [smilie=dash2.gif] . Das Beste Beispiel ist Tschernobyl die verstrahlt Asche und der Regen hat am meisten Bayern, Baden-Würtenberg und Skandinavien erwischt. Da gibt es Ecken da soll man heute noch keine Pilze sammeln.
Ich selbst sammle Pilze ca. 30 km von Tschernobyl weg und angle dort im "Kiever Meer". Ich konnte keine anatomischen Veränderungen an den Fischen, wie auch an mir, feststellen.

Ich war auch in den Pilzen beim Kiewer Meer, aber wirklich gern habe ich sie nicht gegessen, es war vielmehr ein Akt der Höflichkeit gegenüber den Leuten die uns mitgenommen haben und oft möchte ich das auch nicht tun.

Tilko hat geschrieben:Was ich jetzt sage bitte nicht falsch verstehen, mir tut um jeden leid der an den Folgen von Tschernobyl gestorben oder erkrankt ist. Ich habe aber mehrfach ernsthafte Berichte (keine Journalieen, Revolverblätter oder Privat TV) gesehen und gelesen in denen sich die Wissenschaftler aus aller Welt, Mediziner, Atomwissenschaftler usw. mit der Problematik Tschernobyl über Jahre auseinander gesetzt haben. Es nicht eines der Schreckensszenarien die nach dem Gau vorhergesagt wurden eigetreten. Es war die Rede von mehr als 1-1,5 Millionen Toten (sofort und Langzeitfolgen) es sind nicht mal 15% davon. Man geht Heute sogar davon aus das die gehäuften Krebs-Erkrankungen in UA durch die starken Umweltbelastungen durch Industrie und Landwirtschaft hervorgerufen werden, dies wird aber von politscher Seite gerne unter den Tisch gekehrt und es ist ja so einfach zu sagen das war Tschernobyl und bei uns ist alles iO, wir können ja dafür nichts. Komisch ist nur das um Tschernobyl wieder etwas mehr als 1000 Leute, nicht nur Alte, leben. Die müssten ja alle bei den prognostizierten Strahlenwerten keine 5 Jahre überleben. Ich bin kein Mediziner aber den Leuten geht es augenscheinlich nicht schlecht.

Ich möchte mit dem was ich geschrieben habe nichts verharmlosen aber die "Gegenseite" übertreibt doch sehr und verbreitet Panik.

Sicher hast du recht, dass viel Panik im Spiel ist und mit dem Thema Tschernobyl kann einfach auch viel Geld verdient werden, dennoch willst du nicht neben einem Reaktor wohnen (oder doch?), oder gar in ein Dorf bei Pripjat ziehen.
Was die Langzeitfolgen betrifft, so kann man zur Zahl der Toten durch Tschernobyl auch nur Vermutungen anstellen, da es selbst bei Umsiedlern nicht unbedingt immer eindeutig ist, dass die Krebserkrankung durch Tschernobyl und nicht aufgrund späterer Umwelteinwirkungen erfolgte.
Das Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... veröffentlicht regelmäßig Zahlen zur Strahlenbelastung, die alle nicht sehr hoch sind. Ob man dem Glauben schenken kann weiß ich nicht:
місце мР/год
м. Київ: 0,012
Київська область: 0.012
м. Чорнобиль: 0.027

Am 17. August lagen die Werte in Tschernobyl höher: waldbr%C3%A4nde-t902.html#p2472

Wenn Alte in ihre Heimatdörfer ziehen ist es nachvollziehbar, was ich dort als junger Mensch will kann ich nicht nachvollziehen. Zudem wird wohl keiner danach schauen, wie lange die Leute überleben und an welchen Krankheiten sie sterben.

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#19 Beitragvon Optimist » Samstag 2. Oktober 2010, 19:33

Naja Tilko, über 100 000 Tote ist nicht so schlimm wie angenommen? Werden beim nächsten "Störfall" 5 Millionen Tote vorhersagt, wieviel Prozent davon dürfen denn dann sterben?
Habe nicht gedacht, dass es so eine Einstellung zu diesem Thema gibt.

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#20 Beitragvon Tilko » Samstag 2. Oktober 2010, 23:25

@ Optimist,
darum hab ich auch geschrieben "bitte nicht falsch verstehen". Jeder Tote ist einer zuviel.
Ich wollte damit nur aufzeigen das bei den Prognosen maßlos übertrieben wurde teils aus Unwissenheit, mangelnder Erfahrung mit solchen extremen Störfällen und zum anderen sicher auch aus politischen Gründen (Kalter Krieg).

@ Handrij,
ich glaube nicht das der angestrebte Ausbau von Solar- und Windenergie vollständig und flächendeckend in absehbarer Zeit realisiert wird. Im Moment wird immer noch Strom importiert und es wurden sogar Braunkohle-Kraftwerke in Betrieb genommen um die Schwankungen bei der Erzeugung von Windenergie abzufangen.
Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine ausgereifte Techologie bei der Energieerzeugung, die ein solches Leistungs/Nutzen Verhältnis hat wie die Atomenergie, es entsteht sogar soviel Energie das man es sich leisten kann die Abwärme des Kühlwassers einfach nicht oder nur zu geringen Teilen zu nutzen.
Bei der Solarstrom-Erzeugung müsste man sogar einen Teil der erzeugten Energie verwenden um die Solarmodule zu kühlen um sie effektiver zu machen, je wärmer die Module werden um so mehr bauen die mit der Leistung ab. An diesem Problem wird aber gearbeiten.
Die Windenergie funktioniert nur wenn es Wind gibt und selbst dann stehen viele von den Propellern still, ganz einfach weil man zu diesem Zeitpunkt soviel Energie nicht braucht, das heist man braucht so genannte Pufferkraftwerke die diese Schwankungen ausgleichen also auch noch nicht der Weisheit letzter Schluss.
Von den anderen alternativen Möglichkeiten wie Erdwärme, Gezeitenkraftwerke usw. will ich gar nicht erst reden. Die sind zwar alle schon in Anwendung aber ohne staatliche Förderungen und Subventionen sind die alle noch nicht so wirklich wirtschaftlich und leider nur so funktioniert die Marktwirtschaft.
Wenn all diese Probleme vernünftig gelöst sind und das Ganze auch noch funktioniert bin ich der erste der den Stecker aus der Atom-Dose zieht. Und JA ich möchte nicht wirklich neben so einem "architektonischem" Meisterwerk wohnen, ich ziehe da doch das ländliche Flair eines kleinen Dorfes vor.

Gruß Tilko

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#21 Beitragvon freedom » Samstag 2. Oktober 2010, 23:41

Handrij hat geschrieben:Aber das kann ja in D-Land nie passieren, denn unsere Chefin ist Doktor der Physik und das muss als Garantie reichen ...

Da wäre ich mir nicht so sicher, wenn man an die Leukämie-Kinder im Umkreis des Kraftwerks Krümmel in der Elbmarsch denkt oder an die mehr als 126.000! Fässer mit schwach- und mittelaktivem Atommüll in einem ehemaligen Salzbergwerk in Niedersachsen. Sprechen wir auch nicht über die verheerenden Undichtigkeiten und die 4 Milliarden Euro, die der Steuerzahler für die Instandsetzung blechen soll. Peanuts? Besonders die HartzIV-Empfänger bedanken sich für die Schlamperei. Deine Chefin ist Doktor der Physik? Schön für dich. Bei den ältesten Atomreaktoren (70er-, 80er-Jahre) Deutschlands, könnte aufgrund der eklatant hohen Sicherheitsdefizite in den Punkten Betrieb und Terrorangriff, sehr schnell ein GAU entstehen. Wenn die Sicherheit dieser Atomanlagen offiziell genauso schöngerechnet ist, wie die HartzIV-Sätze,
dann: Liegt der Bauer unter`m Traktor, war`s ein Leck im Kernreaktor! Danke im Voraus, Frau Doktor der Physik. :o

P.S. Die Verantwortlichen im Kernkraftwerk Tschernobyl waren gewiss auch Akademiker.
Zuletzt geändert von freedom am Sonntag 3. Oktober 2010, 02:54, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#22 Beitragvon Handrij » Sonntag 3. Oktober 2010, 00:06

Tilko hat geschrieben:@ Handrij,
ich glaube nicht das der angestrebte Ausbau von Solar- und Windenergie vollständig und flächendeckend in absehbarer Zeit realisiert wird. Im Moment wird immer noch Strom importiert und es wurden sogar Braunkohle-Kraftwerke in Betrieb genommen um die Schwankungen bei der Erzeugung von Windenergie abzufangen.

Netto wird Strom exportiert und bei nur langsam steigendem Bedarf sollte das so bleiben.
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Und ich wiederhole noch einmal: Wenn die Atomkraftwerke weiter laufen und gleichzeitig die ganzen Offshoreprojekte, Kohlekraftwerke usw. realisiert werden - bei entsprechendem Ausbau der Netze und Speicherkapazitäten - dann weiß Deutschland eigentlich gar nicht mehr wohin mit dem Strom ...
Siehe hier: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...

Tilko hat geschrieben:Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine ausgereifte Techologie bei der Energieerzeugung, die ein solches Leistungs/Nutzen Verhältnis hat wie die Atomenergie, es entsteht sogar soviel Energie das man es sich leisten kann die Abwärme des Kühlwassers einfach nicht oder nur zu geringen Teilen zu nutzen.

Wenn man die Folgekosten ignoriert, bestimmt ... Wer kann schon die Kosten einer jahrhundertelangen Lagerung von Atommüll und berechnen und die Leute die durch Störfälle geschädigt werden, können wohl kaum entschädigt werden. Wenn das Risiko der Atomkraftwerke und der Mülllagerung versicherbar wäre, könnte niemand den Atomstrom bezahlen ....

Tilko hat geschrieben:Von den anderen alternativen Möglichkeiten wie Erdwärme, Gezeitenkraftwerke usw. will ich gar nicht erst reden. Die sind zwar alle schon in Anwendung aber ohne staatliche Förderungen und Subventionen sind die alle noch nicht so wirklich wirtschaftlich und leider nur so funktioniert die Marktwirtschaft.

Eben nicht. Ohne staatliche Förderung wäre die Atomenergie so unwirtschaftlich, dass niemand auch nur eine Sekunde darüber nachdenken würde, so etwas einzusetzen! Wie bereits erwähnt wird ein Großteil der Kosten auf die Allgemeinheit gelegt, ohne dass die Energiekonzerne zur Kasse gebeten werden, was sie ja gleich auf den Endpreis umlegen würden.

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#23 Beitragvon freedom » Sonntag 3. Oktober 2010, 02:52

Danke, sehr informativ, und wo ist die Verbindung zum Thema Tschernobyl: zur Stippvisite ins Katastrophengebiet?

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#24 Beitragvon Optimist » Sonntag 3. Oktober 2010, 08:23

Dann ist wohl doch ein Besuch beim Unglücksreaktor notwendig um die Verbindung herzustellen!

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Re: Tschernobyl: Zur Stippvisite ins Katastrophengebiet

#25 Beitragvon Sonnenblume » Sonntag 3. Oktober 2010, 10:52

freedom hat geschrieben:Danke, sehr informativ, und wo ist die Verbindung zum Thema Tschernobyl: zur Stippvisite ins Katastrophengebiet?

Einfach mal die Vorpostings lesen, dann erschließt sich bestimmt der Zusammenhang!

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