Allgemeines DiskussionsforumDie Ukraine vor der Kommunalwahl

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Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#1 Beitrag von lev » Freitag 29. Oktober 2010, 16:07

Was geschieht, wenn die rechtsradikale Gruppierung "Swoboda" im Westen der Ukraine den BjuT verdrängt? Müssen sich dann dort, alle Ausländer und Russen warm anziehen?
Denn die politische Programmatik von "Swoboda" ist Russlandfeindlich und gegen alles, was nicht in ihrem Sinne "ukrainisch" ist.
Ihre Parolen sind u.a.: "Ukraine über alles" und "Neger nach Afrika".
Da braucht man wohl nichts mehr hinzuzufügen.

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#2 Beitrag von mbert » Freitag 29. Oktober 2010, 16:18

lev hat geschrieben:Was geschieht, wenn die rechtsradikale Gruppierung "Swoboda" im Westen der Ukraine den BjuT verdrängt? Müssen sich dann dort, alle Ausländer und Russen warm anziehen?
Nun, deren Parolen sind tatsächlich ziemlich unappetitlich, aber man sollte nicht übersehen, wie gerade bei Kommunalwahlen die Listen gefüllt werden. Die Parteien sind bei weitem nicht so straff organisiert wie bei uns, genauso gibt es eher selten ein stringentes politisches Programm.

Fazit: Selbst wenn svoboda einige Sitze gewinnt, sollte man sich dennoch die einzelnen Kandidaten mal näher ansehen, nicht von allen ist zwingend rechtsradikaler Müll zu erwarten.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#3 Beitrag von lev » Freitag 29. Oktober 2010, 17:16

Entscheidend, wird auch sicher wieder die Wahlbeteiligung sein. Im Jahr 2008, bei den vorgezogenen Wahlen hat "Swoboda" im Gebiet Ternopil, einer der Hochburgen vom BjuT, mit 34% der Stimmen die Mehrheit gewonnen.
Zurückzuführen, war dies auch auf eine sehr niedrige Wahlbeteiligung. Bei den Parlamentswahlen 2007 hatte BjuT dort noch 51% der Stimmen.
Dieses Szenario, wäre auch in den Gebieten Lviv und Ivano Frankivsk möglich, da dort ein eher nationalistisches Weltbild vorherrscht.
Wie sollte sich dann, der westliche und der östliche ukrainische Teil näher kommen?

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#4 Beitrag von mbert » Freitag 29. Oktober 2010, 17:47

lev hat geschrieben:Entscheidend, wird auch sicher wieder die Wahlbeteiligung sein. Im Jahr 2008, bei den vorgezogenen Wahlen hat "Swoboda" im Gebiet Ternopil, einer der Hochburgen vom BjuT, mit 34% der Stimmen die Mehrheit gewonnen.
Ich kenne einige Leute aus der Gegend ganz gut, und auf diese Frage hin bekam ich die Antwort, dass die BJuT-Leute als derart selbstzufrieden und korrupt galten, dass man ganz einfach die Nase voll von denen hatte. Da sich Svoboda dort auch einige lokal recht bekannte und populäre Leute als Kandidaten gesucht hatten, bekamen die eine Menge Stimmen. Es ist wie überall - wenn man sich zu sicher ist, läuft man Gefahr, ganz zu verlieren....
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#5 Beitrag von lev » Montag 1. November 2010, 15:44

Das hatte ich erwartet, die nationalistische Partei WO Swoboda hat tatsächlich in den drei großen westukrainischen Lviv (34,23 %), Ternopil 32,05 %) und Ivano Frankivsk (31,30 %) mit haushohen Vorsprung die Stadtparlamentswahlen gewonnen.
Ein klares Bekenntnis.
Mehr bei:
http://www.nrcu.gov.ua/index.php?id=475&listid=132105

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#6 Beitrag von Handrij » Montag 1. November 2010, 16:01

Die Ergebnisse aller durchgeführten Exit-Polls finden sich hier: http://www.pravda.com.ua/articles/2010/10/31/5531933/

Leider gibt es noch keine konkreten Angaben zur Wahlbeteiligung. Für 15.00 Uhr wurden 28,8 Prozent gemeldet. Also könnte die Wahlbeteiligung bis 22.00 Uhr unter 50 Prozent gelegen haben. http://www.rbc.ua/rus/newsline/show/tsi ... 2010180300

Turtschinow hält dies für ein Anzeichen für Fälschungen ....

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#7 Beitrag von DevilsNeverCry » Montag 1. November 2010, 16:50

In Zaporoger soll Timoschenko gewonnen haben, dass ist insofern beeindruckend da dort traditionell die PR führend ist.

Weiß einer von euch womit dieser Umschwung dort zu begründen ist?

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#8 Beitrag von Handrij » Montag 1. November 2010, 17:04

DevilsNeverCry hat geschrieben:In Zaporoger soll Timoschenko gewonnen haben, dass ist insofern beeindruckend da dort traditionell die PR führend ist.

Weiß einer von euch womit dieser Umschwung dort zu begründen ist?
Na ganz einfach, Julka ist nicht angetreten, daher bestand kein Risiko für den Kandidaten. ;)
Es sind Kommunalwahlen und da werden vor allem Personen gewählt. Vermutlich hat Alexander/Olexander Sin einfach mehr Anhänger (ob gekauft oder nicht ist ja egal) und es spielte keine Rolle, dass er bei "Batkiwschtschyna" geblieben ist. Die Partei der Regionen soll ja laut diesen eigenen Auszählungen im Stadtrat dominieren.

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#9 Beitrag von DevilsNeverCry » Montag 1. November 2010, 23:00

Eines steht schon mal fest, Swoboda haut mich wirklich um. Hier geht es eig. nicht darum das diese Partei Kämpfer der UPA heroisiert (wenn es nur das wäre dann gebe es wirklich schlimmere Dinge im Leben), sondern das diese Partei eine rein faschistische (und nicht nationalistische) Ideologie vertritt, dass ist es was diese Partei so bedenklich macht.
Ich habe einen Einzug dieser Partei in die einzelnen Stadtparlamente erwartet, dass sie aber in so vielen westukrainischen Gebieten stärkste Kraft und dazu mit hohem Vorsprung wird, habe ich nicht erwartet. Vor allem sollte es einem Sorgen bereiten das diese Partei sogar in der Zentraöukraine Boden fast, in Kiew sind z. B. 7,6% der Stimmen die diese Partei für sich vereinigt ( http://www.pravda.com.ua/rus/articles/2 ... 1/5531933/ )

Wären die Nationaldemokraten nicht so zerstritten und geschwächt dann hätte diese rechtsradikale Partei nicht so gut abgeschnitten.

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#10 Beitrag von Handrij » Dienstag 2. November 2010, 12:16

DevilsNeverCry hat geschrieben: Wären die Nationaldemokraten nicht so zerstritten und geschwächt dann hätte diese rechtsradikale Partei nicht so gut abgeschnitten.
Ob das eine Beruhigung ist? "Swoboda" wird ja nicht nur als "wahre" und "einzige" Opposition gewählt, sondern auch aufgrund ihrer Ausrichtung ... das heißt, es gibt scheinbar einen wachsenden Teil der Bevölkerung der nichts gegen Rassisten und Ethno-Nationalisten hat. Letztendlich hat dieser ganze patriotische und nationale Schmonz von Juschtschenko/Timoschenko und Co. diesem Quark nur den Boden bereitet. Wenn die Kopie der echten Nationalisten in Skandalen und Korruption versinkt und sich fünf Jahre nichts bewegt, dann wähle ich doch lieber das Original ...

Andererseits wissen wir immer noch nicht wie hoch die Wahlbeteiligung war. Dass diese Zahl bis heute noch nicht verkündet wurde ist mehr als verdächtig. Man wird doch wohl noch eine Strichliste geführt haben, wie viele gewählt haben und weiß wie viele registriert sind. Diese Zahl hätte spätestens um Mitternacht fest stehen müssen, auch wenn in der Ukraine die Uhren anders gehen ....

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#11 Beitrag von lev » Dienstag 2. November 2010, 14:36

mbert hat geschrieben:
lev hat geschrieben:Was geschieht, wenn die rechtsradikale Gruppierung "Swoboda" im Westen der Ukraine den BjuT verdrängt? Müssen sich dann dort, alle Ausländer und Russen warm anziehen?
Nun, deren Parolen sind tatsächlich ziemlich unappetitlich, aber man sollte nicht übersehen, wie gerade bei Kommunalwahlen die Listen gefüllt werden. Die Parteien sind bei weitem nicht so straff organisiert wie bei uns, genauso gibt es eher selten ein stringentes politisches Programm.

Fazit: Selbst wenn svoboda einige Sitze gewinnt, sollte man sich dennoch die einzelnen Kandidaten mal näher ansehen, nicht von allen ist zwingend rechtsradikaler Müll zu erwarten.
Jetzt, wo es nüchterne Realität ist, dass die rechtsradikale Gruppierung "Swoboda" stärkste Partei in den Stadtparlamenten der drei größten Städte im Westen des Landes ist, möchte ich meine Frage (auf den aktuellen Stand bezogen) noch einmal neu stellen.
Was geschieht jetzt politisch in der Westukraine? Müssen sich dort jetzt alle Ausländer und Russen warm anziehen?
Denn die politische Programmatik von "Swoboda" ist Russlandfeindlich und gegen alles, was nicht in ihrem Sinne "ukrainisch" ist.
Wird der Riss, zwischen Ost und West, jetzt immer tiefer und ist somit das Ende von einer gemeinsamen Ukraine besiegelt?

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#12 Beitrag von stefko » Dienstag 2. November 2010, 16:10

Eigentlich überrascht mich die Verwunderung über die Zugewinne von Swoboda etwas. Auf Grund der Präsenz von Swoboda in Galizien vor den Präsidentschaftswahlen, hat mich eigentlich damals überrascht, dass Swoboda nicht besser abgeschnitten hat.


Ich halte die Interpretation, dass die angeblich nationalistische Politik Juszczenkos und Tymoszenkos den Boden für Swoboda aufbereitet hat, für falsch. Eine Radikalisierung war nach dem Wahlsieg Janukowyczs zu erwarten.

Es war doch nicht wirklich zu erwarten, dass alle die davor gegen Janukowycz gestimmt haben, plötzlich mit fliegenden Fahnen zu ihm überlaufen. Noch dazu wenn er Regierungsmitglieder hat, die die Existenz des Ukrainischen verneinen usw. Und zusätzlich sich die Lebensumstände eher verschlechtern als verbessern ... siehe Gaspreis und Lebensmittelpreise.

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#13 Beitrag von Handrij » Dienstag 2. November 2010, 16:22

stefko hat geschrieben:Ich halte die Interpretation, dass die angeblich nationalistische Politik Juszczenkos und Tymoszenkos den Boden für Swoboda aufbereitet hat, für falsch. Eine Radikalisierung war nach dem Wahlsieg Janukowyczs zu erwarten.
Eine Radikalisierung von was? Eine Radikalisierung des vorher bedienten Nationalismus und Ethno-Zentrismus. Jetzt sind die Originale in den Regionalparlamenten.
stefko hat geschrieben: Es war doch nicht wirklich zu erwarten, dass alle die davor gegen Janukowycz gestimmt haben, plötzlich mit fliegenden Fahnen zu ihm überlaufen. Noch dazu wenn er Regierungsmitglieder hat, die die Existenz des Ukrainischen verneinen usw. Und zusätzlich sich die Lebensumstände eher verschlechtern als verbessern ... siehe Gaspreis und Lebensmittelpreise.
Wenn es mir schlecht geht, wähle ich Nazis. Die Argumentation kenne ich irgendwoher ...
Niemand verlangt eine Unterstützung der Regionalen, doch ist das keine Begründung dafür "Swoboda" zu wählen.

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#14 Beitrag von stefko » Dienstag 2. November 2010, 18:06

Handrij hat geschrieben: Eine Radikalisierung von was? Eine Radikalisierung des vorher bedienten Nationalismus und Ethno-Zentrismus. Jetzt sind die Originale in den Regionalparlamenten.
Was mich betrifft, so empfand ich die Politik nicht als besonders nationalistisch ... aber das ist wohl Ansichtssache.
Handrij hat geschrieben: Wenn es mir schlecht geht, wähle ich Nazis. Die Argumentation kenne ich irgendwoher ...
Niemand verlangt eine Unterstützung der Regionalen, doch ist das keine Begründung dafür "Swoboda" zu wählen.
Nennen Sie mir doch die Alternativen. Eine Alternative ist nicht wählen, was anscheinend auch viele gemacht haben. Allerdings stärkt das Swoboda, da deren Anhänger eher motiviert sind.

Verstehen Sie mich nicht falsch, für mich persönlich ist Swoboda keine Alternative, aber ich verstehe warum es für viele die einzige Alternative ist. Wie, unter den gegebenen Umständen, eine Strategie gegen den Aufstieg von Swoboda aussehen könnte, weiss ich leider auch nicht.

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#15 Beitrag von lev » Dienstag 2. November 2010, 18:53

stefko hat geschrieben: Nennen Sie mir doch die Alternativen. Eine Alternative ist nicht wählen, was anscheinend auch viele gemacht haben. Allerdings stärkt das Swoboda, da deren Anhänger eher motiviert sind.

Verstehen Sie mich nicht falsch, für mich persönlich ist Swoboda keine Alternative, aber ich verstehe warum es für viele die einzige Alternative ist. Wie, unter den gegebenen Umständen, eine Strategie gegen den Aufstieg von Swoboda aussehen könnte, weiss ich leider auch nicht.
Im Grunde stimme ich dem zu. Es war und ist eine Zwickmühle. Ein Szenario ganz im Interesse von Swoboda.

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#16 Beitrag von DevilsNeverCry » Dienstag 2. November 2010, 21:00

Handrij hat geschrieben:
DevilsNeverCry hat geschrieben: Wären die Nationaldemokraten nicht so zerstritten und geschwächt dann hätte diese rechtsradikale Partei nicht so gut abgeschnitten.
Ob das eine Beruhigung ist? "Swoboda" wird ja nicht nur als "wahre" und "einzige" Opposition gewählt, sondern auch aufgrund ihrer Ausrichtung ... das heißt, es gibt scheinbar einen wachsenden Teil der Bevölkerung der nichts gegen Rassisten und Ethno-Nationalisten hat. Letztendlich hat dieser ganze patriotische und nationale Schmonz von Juschtschenko/Timoschenko und Co. diesem Quark nur den Boden bereitet. Wenn die Kopie der echten Nationalisten in Skandalen und Korruption versinkt und sich fünf Jahre nichts bewegt, dann wähle ich doch lieber das Original ...
Nationalistisches Gedankengut war schon zu Krawtschuks Zeiten da und damals als Kutschma antrat haben die Nationalisten geschloßen für den ersten der beiden gestimmt was nicht reichte da Kutschma genügend Stimmen in Süd-Ost und der Zentralukraine sammelte.
Hier geht es primär darum das diese Partei die so genannten "anders stämmigen" wie es die Swoboda Anhänger gerne so ausdrücken (also Leute aus einem anderen Stamm bzw. Rasse) aus UA vertreiben möchte. Unser Swoboda Held war doch während der orangenen Revolution unter Jutschenko tätig und wurde kurz darauf als Jutschenko als Präsident antrat entlassen (auf geheiß des Präsidenten sogar). Der Grund war nämmlich das Tjahnybok forderte alle Russen und Tataren aus UA zu vertreiben. Schon alleine hier unterscheiden sich die Nationalpatrioten oder gar die Nationaldemokraten von dieser faschistischen Gruppierung (und das ist nur ein beispiel). Wenn also 30% der Wähler scheinbar so eine Politik gut finden dann gute Nacht Kiew. [smilie=bye.gif]

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#17 Beitrag von DevilsNeverCry » Dienstag 2. November 2010, 21:09

lev hat geschrieben:
mbert hat geschrieben:
lev hat geschrieben:Was geschieht, wenn die rechtsradikale Gruppierung "Swoboda" im Westen der Ukraine den BjuT verdrängt? Müssen sich dann dort, alle Ausländer und Russen warm anziehen?
Nun, deren Parolen sind tatsächlich ziemlich unappetitlich, aber man sollte nicht übersehen, wie gerade bei Kommunalwahlen die Listen gefüllt werden. Die Parteien sind bei weitem nicht so straff organisiert wie bei uns, genauso gibt es eher selten ein stringentes politisches Programm.

Fazit: Selbst wenn svoboda einige Sitze gewinnt, sollte man sich dennoch die einzelnen Kandidaten mal näher ansehen, nicht von allen ist zwingend rechtsradikaler Müll zu erwarten.
Jetzt, wo es nüchterne Realität ist, dass die rechtsradikale Gruppierung "Swoboda" stärkste Partei in den Stadtparlamenten der drei größten Städte im Westen des Landes ist, möchte ich meine Frage (auf den aktuellen Stand bezogen) noch einmal neu stellen.
Was geschieht jetzt politisch in der Westukraine? Müssen sich dort jetzt alle Ausländer und Russen warm anziehen?
Denn die politische Programmatik von "Swoboda" ist Russlandfeindlich und gegen alles, was nicht in ihrem Sinne "ukrainisch" ist.
Wird der Riss, zwischen Ost und West, jetzt immer tiefer und ist somit das Ende von einer gemeinsamen Ukraine besiegelt?
Na das kommt ganz auf die Gesetzgebung im jeweiligen politischen System an. In einer parlamentarischen Demokratie wie z. B. Deutschland, Österreich, Estland etc. haben die Länder mehr oder weniger im Bereich Erziehung und Kultur (somit auch Bildung) die Aufgabe diese auszuführen. Bei einer Präsidialdemokratie wie sie z. B. UA ist könnte dies anders aussehen da hier evtl. Kiew den Vorstoß hat, aber ich bin mir da nicht ganz sicher.
Jedenfalls werden Vertreibungen nicht geduldet, vor allem aufgrund der internationalen Öffentlichkeit. Wenn Janukowitschs Team wirklich der EU beitreten will und der Swoboda Haufen würde solch eine Nummer abziehen dann werden Janukwoitsch, Asarow und co. dafür sorgen das in Lwiw, Ternopil usw. Köpfe rollen werden.

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#18 Beitrag von stefko » Mittwoch 3. November 2010, 10:15

lev hat geschrieben:
stefko hat geschrieben: Nennen Sie mir doch die Alternativen. Eine Alternative ist nicht wählen, was anscheinend auch viele gemacht haben. Allerdings stärkt das Swoboda, da deren Anhänger eher motiviert sind.

Verstehen Sie mich nicht falsch, für mich persönlich ist Swoboda keine Alternative, aber ich verstehe warum es für viele die einzige Alternative ist. Wie, unter den gegebenen Umständen, eine Strategie gegen den Aufstieg von Swoboda aussehen könnte, weiss ich leider auch nicht.
Im Grunde stimme ich dem zu. Es war und ist eine Zwickmühle. Ein Szenario ganz im Interesse von Swoboda.
Oder auch im Interesse von Janukowycz. Es würde mich nicht wundern, wenn die Partei der Regionen gar nicht so unglücklich über das Erstarken von Swoboda ist. Da nicht anzunehmen ist, dass Swoboda eine wirklich überregionale Kraft wird, ist sie eigentlich eine praktische Opposition. Sie kann einerseits nicht so stark werden, dass sie eine wirkliche Gefahr für die Partei der Regionen wird, und andererseits kann die Angst vor Swoboda auch genutzt werden.

Ich persönlich halte zwar die Gerüchte über die Finanzierung von Swoboda durch Oligarchen aus der Ostukraine oder gar vom russischen Geheimdienst für Wunschdenken - a la das Böse muss ja von aussen kommen - andererseits würde es mich auch nicht überraschen, wenn etwas dran wäre - in der ukrainischen Politik ist ja so gut wie alles möglich.

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#19 Beitrag von lev » Mittwoch 3. November 2010, 15:12

stefko hat geschrieben:
lev hat geschrieben:
stefko hat geschrieben: Nennen Sie mir doch die Alternativen. Eine Alternative ist nicht wählen, was anscheinend auch viele gemacht haben. Allerdings stärkt das Swoboda, da deren Anhänger eher motiviert sind.

Verstehen Sie mich nicht falsch, für mich persönlich ist Swoboda keine Alternative, aber ich verstehe warum es für viele die einzige Alternative ist. Wie, unter den gegebenen Umständen, eine Strategie gegen den Aufstieg von Swoboda aussehen könnte, weiss ich leider auch nicht.
Im Grunde stimme ich dem zu. Es war und ist eine Zwickmühle. Ein Szenario ganz im Interesse von Swoboda.
Oder auch im Interesse von Janukowycz. Es würde mich nicht wundern, wenn die Partei der Regionen gar nicht so unglücklich über das Erstarken von Swoboda ist. Da nicht anzunehmen ist, dass Swoboda eine wirklich überregionale Kraft wird, ist sie eigentlich eine praktische Opposition. Sie kann einerseits nicht so stark werden, dass sie eine wirkliche Gefahr für die Partei der Regionen wird, und andererseits kann die Angst vor Swoboda auch genutzt werden.

Ich persönlich halte zwar die Gerüchte über die Finanzierung von Swoboda durch Oligarchen aus der Ostukraine oder gar vom russischen Geheimdienst für Wunschdenken - a la das Böse muss ja von aussen kommen - andererseits würde es mich auch nicht überraschen, wenn etwas dran wäre - in der ukrainischen Politik ist ja so gut wie alles möglich.
Es ist in der Tat, ein für die Partei der Regionen, formal günstiger Ausgang. Nur leider spaltet dieser Ost und West erstmal gewaltig.
Das Swoboda auf Landesebene keine große Rolle spielen wird, sehe ich auch so. Sie wird außerdem international als Bedrohung gesehen, was ein Aufstieg noch zusätzlich erschweren dürfte.

Einen relativ großen Erfolg, einer Partei mit rechtsextremer Grundhaltung, bei einer Wahl gab es auch schon in Deutschland.
Die Konstelation war ähnlich, große Unsicherheit, Perspektivlosigkeit und keiner glaubte mehr an das Geschwafel der Politiker. So erhielt 1998 die rechtsextreme DVU (Deutsche Volksunion) nach einem materialintensiven Wahlkampf in Sachsen-Anhalt 12,9 % der Stimmen und 16 Abgeordnete. Bei der Bundestagswahl 1998, die ein halbes Jahr später stattfand, kam sie jedoch über ein Ergebnis von 1,2 % nicht hinaus.
Welch ein Glück!!!

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#20 Beitrag von Handrij » Montag 8. November 2010, 23:59

Bei der Ukrajinska Prawda werden jetzt nach und nach die bekannten Ergebnisse veröffentlicht:
http://www.pravda.com.ua/articles/2010/11/8/5552584/
Die Zentrale Wahlkommission schweigt noch immer.

Mal abgesehen davon, dass jetzt die Fälschungen mit einfließen, hat "Swoboda" beispielsweise in Lwiw jetzt die Mehrheit:
55 von 90 Sitzen! In Iwano-Frankiwsk 35 von 60 Sitzen!
Leider lassen sich die Sitze in den Oblasträten nicht herausfiltern ...

Seltsamerweise schaffen es demnach die Neofaschisten nicht hinter den Karpaten Fuß zu fassen - seltsam, seltsam ...

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#21 Beitrag von stefko » Dienstag 9. November 2010, 00:38

Handrij hat geschrieben: Mal abgesehen davon, dass jetzt die Fälschungen mit einfließen, hat "Swoboda" beispielsweise in Lwiw jetzt die Mehrheit:
55 von 90 Sitzen! In Iwano-Frankiwsk 35 von 60 Sitzen!
Leider lassen sich die Sitze in den Oblasträten nicht herausfiltern ...

Seltsamerweise schaffen es demnach die Neofaschisten nicht hinter den Karpaten Fuß zu fassen - seltsam, seltsam ...
Also dass Swoboda in Zakarpattja nicht stark ist, verwundert mich nicht. Wenn es anders wäre, hätte es mich mehr überrascht. Das Wahlverhalten in Zakarpattja unterschied sich auch bei früheren Wahlen deutlich von dem der übrigen Westukraine - insbesonderem von dem in Galizien. Irgendwie war Zakarpattja immer mehr ostukrainisch. Übrigens auch bei den diversen Kirchenkonflikten.

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#22 Beitrag von DevilsNeverCry » Dienstag 9. November 2010, 00:49

stefko hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben: Mal abgesehen davon, dass jetzt die Fälschungen mit einfließen, hat "Swoboda" beispielsweise in Lwiw jetzt die Mehrheit:
55 von 90 Sitzen! In Iwano-Frankiwsk 35 von 60 Sitzen!
Leider lassen sich die Sitze in den Oblasträten nicht herausfiltern ...

Seltsamerweise schaffen es demnach die Neofaschisten nicht hinter den Karpaten Fuß zu fassen - seltsam, seltsam ...
Also dass Swoboda in Zakarpattja nicht stark ist, verwundert mich nicht. Wenn es anders wäre, hätte es mich mehr überrascht. Das Wahlverhalten in Zakarpattja unterschied sich auch bei früheren Wahlen deutlich von dem der übrigen Westukraine - insbesonderem von dem in Galizien. Irgendwie war Zakarpattja immer mehr ostukrainisch. Übrigens auch bei den diversen Kirchenkonflikten.
Es geht nicht primär darum das sie nicht stark seien, laut aktuellen Zahlen sind sie nicht mal dort vertreten. Es ist ohnehin allgemein bekannt das die Mitglieder von Jedinij Zentr (die übrigens in den Karpaten die führende Kraft sind) mit den Regionalen zusammenarbeiten, wer weiß was da gedreht wurde.
Jedenfalls ist die Mehrheit der Regionalen in den verschieden Stadträten überwältigend, es ist nur eine Frage der Zeit bis man alles unter Kontrolle hat. Das dann eine neofaschistische Partei als einzige Opposition aufkommt kommt einem gelegen den die spricht nicht die Mehrheit der Wähler an, so ähnlich ist es auch in Russland.

PS: Ich habe gehört Swoboda hätte fast oder soll sogar 3% der Stimmen in Charkiw erhalten haben, stimmt das?

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#23 Beitrag von stefko » Dienstag 9. November 2010, 09:23

DevilsNeverCry hat geschrieben:
stefko hat geschrieben: Also dass Swoboda in Zakarpattja nicht stark ist, verwundert mich nicht. Wenn es anders wäre, hätte es mich mehr überrascht. Das Wahlverhalten in Zakarpattja unterschied sich auch bei früheren Wahlen deutlich von dem der übrigen Westukraine - insbesonderem von dem in Galizien. Irgendwie war Zakarpattja immer mehr ostukrainisch. Übrigens auch bei den diversen Kirchenkonflikten.
Es geht nicht primär darum das sie nicht stark seien, laut aktuellen Zahlen sind sie nicht mal dort vertreten. Es ist ohnehin allgemein bekannt das die Mitglieder von Jedinij Zentr (die übrigens in den Karpaten die führende Kraft sind) mit den Regionalen zusammenarbeiten, wer weiß was da gedreht wurde.
Die Zahlen, die ich bis jetzt gesehen habe, haben keine Partei unter 1% aufgelistet. Swoboda hatte, wenn ich mich recht erinnere, bei den letzten Wahlen in Zakarpattja immer deutlich unter 1%. Daher ist das Ergebnis nicht ganz unplausibel, wenn auch gegen den Trend - aber, wie gesagt, Zakarpattja war ja schon immer irgendwie anders. Es soll auch nicht heissen, dass ich Unregelmässigkeiten ausschliesse. ;-)
DevilsNeverCry hat geschrieben:Jedenfalls ist die Mehrheit der Regionalen in den verschieden Stadträten überwältigend, es ist nur eine Frage der Zeit bis man alles unter Kontrolle hat. Das dann eine neofaschistische Partei als einzige Opposition aufkommt kommt einem gelegen den die spricht nicht die Mehrheit der Wähler an, so ähnlich ist es auch in Russland.
Ja, dass die Partei der Regionen über das Erstarken von Swoboda vielleicht gar nicht so unglücklich ist, habe ich auch schon einmal geschrieben. Divide et impera...

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#24 Beitrag von Handrij » Dienstag 9. November 2010, 10:38

stefko hat geschrieben: Also dass Swoboda in Zakarpattja nicht stark ist, verwundert mich nicht. Wenn es anders wäre, hätte es mich mehr überrascht. Das Wahlverhalten in Zakarpattja unterschied sich auch bei früheren Wahlen deutlich von dem der übrigen Westukraine - insbesonderem von dem in Galizien. Irgendwie war Zakarpattja immer mehr ostukrainisch. Übrigens auch bei den diversen Kirchenkonflikten.
Das stimmt nicht ganz. In den Transkarpaten hat bis zu dem Zeitpunkt wo Baloha sich aus dem Präsidialamt verabschiedet hat "Unsere Ukraine" gewonnen. Danach wurde es immer mehr zu einem Zentrum für dessen eigenes Projekt "Jedynyj Zentr".
Hier die Ergebnisse für die Parlamentswahlen 2006 http://www.cvk.gov.ua/pls/vnd2006/w6p001, detaillierter hier ... und hier für die vorgezogenen 2007 http://www.cvk.gov.ua/pls/vnd2007/w6p001, detaillierter hier. Demnach hat die Partei der Regionen zwar ungewöhnlich hohe Ergebnisse von bis zu 25 Prozent gehabt, doch waren Julka und die "Nascha Ukrajina" Sachen immer stärker ...

Und wie DevilsNeverCry bereits angemerkt hat, haben sie anscheinend nicht ein einziges Mandat in dieser Gegend und das halte ich für äußerst verdächtig ....
stefko hat geschrieben: Ja, dass die Partei der Regionen über das Erstarken von Swoboda vielleicht gar nicht so unglücklich ist, habe ich auch schon einmal geschrieben. Divide et impera...
Yupp, das ist derzeit eine allgemeine Konsensthese. Ich halte aber die Swoboda-Leute nicht für hundertprozentig kontrollierbar. Die Leute im Osten sind ja auch irgendwie Nationalisten und damit nicht komplett immun ...

DevilsNeverCry hat geschrieben: PS: Ich habe gehört Swoboda hätte fast oder soll sogar 3% der Stimmen in Charkiw erhalten haben, stimmt das?
Laut Exit-Poll hatten sie in der Stadt Charkow 2,4 Prozent! Es ist zwar im Bereich der statistischen Abweichung, doch gibt es anscheinend auch im Osten immer mehr Fans ...

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#25 Beitrag von DevilsNeverCry » Dienstag 9. November 2010, 20:56

So, die Ergebnisse von fast allen Ländern der Ukraine sind draußen. Swoboda ist mit Ausnahme der Karpaten überall im Westen vertreten und hat in Lwiw, Iwano-Frankiwsk und Ternopil die absolute Mehrheit. In Kiew und Winizja haben sie ebenfalls den Einzug geschafft.

Ebenfalls wie Swoboda zu erwähnen ist die Partei Russische Einheit auf der Krim. Glückklicherweise hat diese Partei (die ja nichts weiter als der Vertreter russischer Nationalisten und Faschisten ist und sich ledeglich hinter einem schleier des Linkentums versteckt) nicht den großen Durchbruch geschafft. Zumindest für etwas ist die Partei der Regionen gut zu gebrauchen, nämlich uns so einen Ballast vom Hals zu schaffen. Ledeglich in Sewastopol haben sie mit 12% eine starke Stellung, in den übrigen Gebieten sind ca. 3%.

@HK: Gibt es eig. andere russische Parteien in der Ukraine außer auf der Krim?

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#26 Beitrag von Handrij » Donnerstag 11. November 2010, 11:24

DevilsNeverCry hat geschrieben: @HK: Gibt es eig. andere russische Parteien in der Ukraine außer auf der Krim?
Mit russische Parteien meinst du Vereinigungen, wie den "Russkij Blok" oder "Sojus"? Oder fällt darunter auch Witrenkos Verein "Progressive Sozialistische Partei der Ukraine"? Letztere ist früher auch außerhalb der Krim vertreten gewesen, doch seitdem ihr Finanzier umgelegt wurde, ist Witrenko eigentlich vollends abgemeldet.

Der Prawda entnehme ich noch Parteien, wie "Rus Jedyna", die kein einziges Mandat erzielt hat. "Russkoje Jedinstwo", die ebenfalls nur auf der Krim vertreten ist. Die "Sojus Liwych Syl" würde ich spontan auch unter "seltsame russische Partei" verbuchen und diese hat Sitze in Cherson und Kirowohrad.

Kurz: die Partei der Regionen hat es wohl außer auf der Krim vermocht, alle "russischen" Parteien entweder zu marginalisieren oder aufzusaugen. Erinnert an Franz Joseph Strauß: "Rechts von mir ist nur die Wand" ;).

Insgesamt sind die verkündeten Ergebnisse, also nach erzielten Mandaten, sehr beeindruckend für die Regionalen. In der Donezker Oblast 92,2 Prozent der Mandate! In der Luhansker Oblast 85,5 Prozent der Mandate und selbst in der Oblast Riwne 33,3 Prozent der Mandate. Chmelnizkyj - 41,3 Prozent, Tscherniwzy - 47,1 Prozent, Wolhynien - 27,1 Prozent und Sakarpatija 33,3 Prozent der Mandate. Lediglich die drei Oblaste zwischen Polen, den Karpaten und dem Sbrutsch fallen da raus. Da hat man sich doch noch einen schönen Sieg geschrieben ...

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#27 Beitrag von DevilsNeverCry » Samstag 13. November 2010, 08:13

DevilsNeverCry hat geschrieben:
Es geht nicht primär darum das sie nicht stark seien, laut aktuellen Zahlen sind sie nicht mal dort vertreten. Es ist ohnehin allgemein bekannt das die Mitglieder von Jedinij Zentr (die übrigens in den Karpaten die führende Kraft sind) mit den Regionalen zusammenarbeiten, wer weiß was da gedreht wurde.
Jedenfalls ist die Mehrheit der Regionalen in den verschieden Stadträten überwältigend, es ist nur eine Frage der Zeit bis man alles unter Kontrolle hat. Das dann eine neofaschistische Partei als einzige Opposition aufkommt kommt einem gelegen den die spricht nicht die Mehrheit der Wähler an, so ähnlich ist es auch in Russland.

PS: Ich habe gehört Swoboda hätte fast oder soll sogar 3% der Stimmen in Charkiw erhalten haben, stimmt das?
Tja und wenn überrascht es das er von Janukowitsch zu gelobt wird. http://www.ukraine-nachrichten.de/2868/ ... tzminister
Ich kenne allerdings die politischen Ziele von Jedinij Zentr kaum. Mir ist nur bekannt das diese Partei neben liberalen Werten auch auf der nationalen Schiene fährt. Jedenfalls ist es erstaunlich das diese Partei so stark in den Karpaten ist, aber sonst ziemlich schwach. Daher gehe ich mal davon aus das diese Partei einen gewissen Regionalismus vertritt.

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#28 Beitrag von Handrij » Samstag 13. November 2010, 14:36

DevilsNeverCry hat geschrieben: Tja und wenn überrascht es das er von Janukowitsch zu gelobt wird. http://www.ukraine-nachrichten.de/2868/ ... tzminister
Ich kenne allerdings die politischen Ziele von Jedinij Zentr kaum. Mir ist nur bekannt das diese Partei neben liberalen Werten auch auf der nationalen Schiene fährt. Jedenfalls ist es erstaunlich das diese Partei so stark in den Karpaten ist, aber sonst ziemlich schwach. Daher gehe ich mal davon aus das diese Partei einen gewissen Regionalismus vertritt.
Regionalismus vertreten ist gut. Es sind wohl eher persönliche Abhängigkeiten, die da wirken. Der Balohaklan hat die Transkarpaten anscheinend voll unter Kontrolle.
Was die Ideologie bzw. das Programm der Partei betrifft, so ist der Wirtschaftsliberalismus auffällig. Neben den üblichen Sachen, wie Vertragsarmee, offene Listen bei Wahlen, Reform des Gerichtswesens, Bekämpfung der Korruption usw.
http://edc.org.ua/ua/static/10 (nur kurz drübergescannt)
Vermutlich werden wir jetzt am 16. November bei der zweiten Lesung eine erfolgreiche Abstimmung über das neue Steuergesetzbuch sehen. Baloha bekam den Posten für die erfolgreiche Zusammenarbeit bei den Präsidentschafts- und den Kommunalwahlen und seine Gruppe im Parlament von "Jedynyj Zentr" (gehört offiziell noch zur Fraktion "Nascha Ukrajina") wird jetzt wohl geschlossen für den Steuerkodex stimmen. Man ist sich wohl bei der Partei der Regionen der Stimmen der Kommunisten nicht mehr ganz so sicher ... so richtig notwendig sind die Stimmen aber wohl nicht. Mal abwarten ...

Übrigens ist der Vorgänger Schufritsch ebenfalls aus den Transkarpaten ...

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Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#29 Beitrag von Handrij » Samstag 13. November 2010, 22:25

Beim Serkalo Nedeli wurde eine Wahlbeteiligung für die Ukraine berechnet: 48,22 Prozent.
Bei den Parteilisten für die Oblasträte hat die Partei der Regionen dabei auch total schlecht abgeschnitten - ukraineweit 32,23 Prozent. Über die Direktkandidaten hat man es dann wohl herausgeholt ...

Russisch - http://www.zn.ua/img/st_img/tabl2_rus.jpg
Ukrainisch - http://www.dt.ua/img/st_img/tabl2_ua.jpg

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