Allgemeines DiskussionsforumDie Ukraine vor der Kommunalwahl

Forum für Diskussionen über ukrainische Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft usw.
Forumsregeln
Forum für Diskussionen über ukrainische Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft usw.

Bei Links mit unüblichen Zeichen (z.B. []) bitte einen Linkkürzer wie Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... oder Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... nutzen ....
Denkt bitte an korrektes Zitieren, um die Lesbarkeit zu erhöhen.
Format: [quote="name"] Zitat [/quote]. Näheres hier: zitierfunktion-t295.html

Videos werden in der Regel automatisch eingebunden. Falls nicht bitte den media-Tag versuchen. Format:
[media] Link [/media].
Näheres hier: videoeinbindung-t308.html
Nachricht
Autor
Benutzeravatar
lev
Ukraine-Kenner / досвідчений / опытный
Beiträge: 1203
Registriert: Montag 23. November 2009, 12:01
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 768x576
Hat sich bedankt: 238 Mal
Danksagung erhalten: 438 Mal
Ukraine

Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#1 Beitrag von lev » Freitag 29. Oktober 2010, 16:07

Was geschieht, wenn die rechtsradikale Gruppierung "Swoboda" im Westen der Ukraine den BjuT verdrängt? Müssen sich dann dort, alle Ausländer und Russen warm anziehen?
Denn die politische Programmatik von "Swoboda" ist Russlandfeindlich und gegen alles, was nicht in ihrem Sinne "ukrainisch" ist.
Ihre Parolen sind u.a.: "Ukraine über alles" und "Neger nach Afrika".
Da braucht man wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
mbert
Ukraine-Kenner / досвідчений / опытный
Beiträge: 2207
Registriert: Mittwoch 27. Oktober 2010, 13:18
Wohnort: Hamburg
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 1680x1050
Hat sich bedankt: 1588 Mal
Danksagung erhalten: 1412 Mal
Deutschland

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#2 Beitrag von mbert » Freitag 29. Oktober 2010, 16:18

lev hat geschrieben:Was geschieht, wenn die rechtsradikale Gruppierung "Swoboda" im Westen der Ukraine den BjuT verdrängt? Müssen sich dann dort, alle Ausländer und Russen warm anziehen?
Nun, deren Parolen sind tatsächlich ziemlich unappetitlich, aber man sollte nicht übersehen, wie gerade bei Kommunalwahlen die Listen gefüllt werden. Die Parteien sind bei weitem nicht so straff organisiert wie bei uns, genauso gibt es eher selten ein stringentes politisches Programm.

Fazit: Selbst wenn svoboda einige Sitze gewinnt, sollte man sich dennoch die einzelnen Kandidaten mal näher ansehen, nicht von allen ist zwingend rechtsradikaler Müll zu erwarten.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
lev
Ukraine-Kenner / досвідчений / опытный
Beiträge: 1203
Registriert: Montag 23. November 2009, 12:01
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 768x576
Hat sich bedankt: 238 Mal
Danksagung erhalten: 438 Mal
Ukraine

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#3 Beitrag von lev » Freitag 29. Oktober 2010, 17:16

Entscheidend, wird auch sicher wieder die Wahlbeteiligung sein. Im Jahr 2008, bei den vorgezogenen Wahlen hat "Swoboda" im Gebiet Ternopil, einer der Hochburgen vom BjuT, mit 34% der Stimmen die Mehrheit gewonnen.
Zurückzuführen, war dies auch auf eine sehr niedrige Wahlbeteiligung. Bei den Parlamentswahlen 2007 hatte BjuT dort noch 51% der Stimmen.
Dieses Szenario, wäre auch in den Gebieten Lviv und Ivano Frankivsk möglich, da dort ein eher nationalistisches Weltbild vorherrscht.
Wie sollte sich dann, der westliche und der östliche ukrainische Teil näher kommen?

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
mbert
Ukraine-Kenner / досвідчений / опытный
Beiträge: 2207
Registriert: Mittwoch 27. Oktober 2010, 13:18
Wohnort: Hamburg
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 1680x1050
Hat sich bedankt: 1588 Mal
Danksagung erhalten: 1412 Mal
Deutschland

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#4 Beitrag von mbert » Freitag 29. Oktober 2010, 17:47

lev hat geschrieben:Entscheidend, wird auch sicher wieder die Wahlbeteiligung sein. Im Jahr 2008, bei den vorgezogenen Wahlen hat "Swoboda" im Gebiet Ternopil, einer der Hochburgen vom BjuT, mit 34% der Stimmen die Mehrheit gewonnen.
Ich kenne einige Leute aus der Gegend ganz gut, und auf diese Frage hin bekam ich die Antwort, dass die BJuT-Leute als derart selbstzufrieden und korrupt galten, dass man ganz einfach die Nase voll von denen hatte. Da sich Svoboda dort auch einige lokal recht bekannte und populäre Leute als Kandidaten gesucht hatten, bekamen die eine Menge Stimmen. Es ist wie überall - wenn man sich zu sicher ist, läuft man Gefahr, ganz zu verlieren....
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
lev
Ukraine-Kenner / досвідчений / опытный
Beiträge: 1203
Registriert: Montag 23. November 2009, 12:01
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 768x576
Hat sich bedankt: 238 Mal
Danksagung erhalten: 438 Mal
Ukraine

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#5 Beitrag von lev » Montag 1. November 2010, 15:44

Das hatte ich erwartet, die nationalistische Partei WO Swoboda hat tatsächlich in den drei großen westukrainischen Lviv (34,23 %), Ternopil 32,05 %) und Ivano Frankivsk (31,30 %) mit haushohen Vorsprung die Stadtparlamentswahlen gewonnen.
Ein klares Bekenntnis.
Mehr bei:
Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
Handrij
Ukraine-Kenner / досвідчений / опытный
Beiträge: 9424
Registriert: Freitag 27. März 2009, 21:22
Wohnort: Kiew/Kyjiw
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 1920x1080
Hat sich bedankt: 161 Mal
Danksagung erhalten: 1869 Mal
Ukraine

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#6 Beitrag von Handrij » Montag 1. November 2010, 16:01

Die Ergebnisse aller durchgeführten Exit-Polls finden sich hier: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...

Leider gibt es noch keine konkreten Angaben zur Wahlbeteiligung. Für 15.00 Uhr wurden 28,8 Prozent gemeldet. Also könnte die Wahlbeteiligung bis 22.00 Uhr unter 50 Prozent gelegen haben. Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...

Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... hält dies für ein Anzeichen für Fälschungen ....

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
DevilsNeverCry
Ukraine-Studierender / учень / учащийся
Beiträge: 171
Registriert: Donnerstag 4. März 2010, 22:13
    unknown unknown
Bildschirmauflösung:
Hat sich bedankt: 10 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#7 Beitrag von DevilsNeverCry » Montag 1. November 2010, 16:50

In Zaporoger soll Timoschenko gewonnen haben, dass ist insofern beeindruckend da dort traditionell die PR führend ist.

Weiß einer von euch womit dieser Umschwung dort zu begründen ist?

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
Handrij
Ukraine-Kenner / досвідчений / опытный
Beiträge: 9424
Registriert: Freitag 27. März 2009, 21:22
Wohnort: Kiew/Kyjiw
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 1920x1080
Hat sich bedankt: 161 Mal
Danksagung erhalten: 1869 Mal
Ukraine

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#8 Beitrag von Handrij » Montag 1. November 2010, 17:04

DevilsNeverCry hat geschrieben:In Zaporoger soll Timoschenko gewonnen haben, dass ist insofern beeindruckend da dort traditionell die PR führend ist.

Weiß einer von euch womit dieser Umschwung dort zu begründen ist?
Na ganz einfach, Julka ist nicht angetreten, daher bestand kein Risiko für den Kandidaten. ;)
Es sind Kommunalwahlen und da werden vor allem Personen gewählt. Vermutlich hat Alexander/Olexander Sin einfach mehr Anhänger (ob gekauft oder nicht ist ja egal) und es spielte keine Rolle, dass er bei "Batkiwschtschyna" geblieben ist. Die Partei der Regionen soll ja laut diesen eigenen Auszählungen im Stadtrat dominieren.

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
DevilsNeverCry
Ukraine-Studierender / учень / учащийся
Beiträge: 171
Registriert: Donnerstag 4. März 2010, 22:13
    unknown unknown
Bildschirmauflösung:
Hat sich bedankt: 10 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#9 Beitrag von DevilsNeverCry » Montag 1. November 2010, 23:00

Eines steht schon mal fest, Swoboda haut mich wirklich um. Hier geht es eig. nicht darum das diese Partei Kämpfer der UPA heroisiert (wenn es nur das wäre dann gebe es wirklich schlimmere Dinge im Leben), sondern das diese Partei eine rein faschistische (und nicht nationalistische) Ideologie vertritt, dass ist es was diese Partei so bedenklich macht.
Ich habe einen Einzug dieser Partei in die einzelnen Stadtparlamente erwartet, dass sie aber in so vielen westukrainischen Gebieten stärkste Kraft und dazu mit hohem Vorsprung wird, habe ich nicht erwartet. Vor allem sollte es einem Sorgen bereiten das diese Partei sogar in der Zentraöukraine Boden fast, in Kiew sind z. B. 7,6% der Stimmen die diese Partei für sich vereinigt ( Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... )

Wären die Nationaldemokraten nicht so zerstritten und geschwächt dann hätte diese rechtsradikale Partei nicht so gut abgeschnitten.

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
Handrij
Ukraine-Kenner / досвідчений / опытный
Beiträge: 9424
Registriert: Freitag 27. März 2009, 21:22
Wohnort: Kiew/Kyjiw
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 1920x1080
Hat sich bedankt: 161 Mal
Danksagung erhalten: 1869 Mal
Ukraine

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#10 Beitrag von Handrij » Dienstag 2. November 2010, 12:16

DevilsNeverCry hat geschrieben: Wären die Nationaldemokraten nicht so zerstritten und geschwächt dann hätte diese rechtsradikale Partei nicht so gut abgeschnitten.
Ob das eine Beruhigung ist? "Swoboda" wird ja nicht nur als "wahre" und "einzige" Opposition gewählt, sondern auch aufgrund ihrer Ausrichtung ... das heißt, es gibt scheinbar einen wachsenden Teil der Bevölkerung der nichts gegen Rassisten und Ethno-Nationalisten hat. Letztendlich hat dieser ganze patriotische und nationale Schmonz von Juschtschenko/Timoschenko und Co. diesem Quark nur den Boden bereitet. Wenn die Kopie der echten Nationalisten in Skandalen und Korruption versinkt und sich fünf Jahre nichts bewegt, dann wähle ich doch lieber das Original ...

Andererseits wissen wir immer noch nicht wie hoch die Wahlbeteiligung war. Dass diese Zahl bis heute noch nicht verkündet wurde ist mehr als verdächtig. Man wird doch wohl noch eine Strichliste geführt haben, wie viele gewählt haben und weiß wie viele registriert sind. Diese Zahl hätte spätestens um Mitternacht fest stehen müssen, auch wenn in der Ukraine die Uhren anders gehen ....

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
lev
Ukraine-Kenner / досвідчений / опытный
Beiträge: 1203
Registriert: Montag 23. November 2009, 12:01
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 768x576
Hat sich bedankt: 238 Mal
Danksagung erhalten: 438 Mal
Ukraine

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#11 Beitrag von lev » Dienstag 2. November 2010, 14:36

mbert hat geschrieben:
lev hat geschrieben:Was geschieht, wenn die rechtsradikale Gruppierung "Swoboda" im Westen der Ukraine den BjuT verdrängt? Müssen sich dann dort, alle Ausländer und Russen warm anziehen?
Nun, deren Parolen sind tatsächlich ziemlich unappetitlich, aber man sollte nicht übersehen, wie gerade bei Kommunalwahlen die Listen gefüllt werden. Die Parteien sind bei weitem nicht so straff organisiert wie bei uns, genauso gibt es eher selten ein stringentes politisches Programm.

Fazit: Selbst wenn svoboda einige Sitze gewinnt, sollte man sich dennoch die einzelnen Kandidaten mal näher ansehen, nicht von allen ist zwingend rechtsradikaler Müll zu erwarten.
Jetzt, wo es nüchterne Realität ist, dass die rechtsradikale Gruppierung "Swoboda" stärkste Partei in den Stadtparlamenten der drei größten Städte im Westen des Landes ist, möchte ich meine Frage (auf den aktuellen Stand bezogen) noch einmal neu stellen.
Was geschieht jetzt politisch in der Westukraine? Müssen sich dort jetzt alle Ausländer und Russen warm anziehen?
Denn die politische Programmatik von "Swoboda" ist Russlandfeindlich und gegen alles, was nicht in ihrem Sinne "ukrainisch" ist.
Wird der Riss, zwischen Ost und West, jetzt immer tiefer und ist somit das Ende von einer gemeinsamen Ukraine besiegelt?

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

stefko
Ukraine-Studierender / учень / учащийся
Beiträge: 319
Registriert: Dienstag 2. November 2010, 15:18
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 2560x1440
Hat sich bedankt: 57 Mal
Danksagung erhalten: 174 Mal

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#12 Beitrag von stefko » Dienstag 2. November 2010, 16:10

Eigentlich überrascht mich die Verwunderung über die Zugewinne von Swoboda etwas. Auf Grund der Präsenz von Swoboda in Galizien vor den Präsidentschaftswahlen, hat mich eigentlich damals überrascht, dass Swoboda nicht besser abgeschnitten hat.


Ich halte die Interpretation, dass die angeblich nationalistische Politik Juszczenkos und Tymoszenkos den Boden für Swoboda aufbereitet hat, für falsch. Eine Radikalisierung war nach dem Wahlsieg Janukowyczs zu erwarten.

Es war doch nicht wirklich zu erwarten, dass alle die davor gegen Janukowycz gestimmt haben, plötzlich mit fliegenden Fahnen zu ihm überlaufen. Noch dazu wenn er Regierungsmitglieder hat, die die Existenz des Ukrainischen verneinen usw. Und zusätzlich sich die Lebensumstände eher verschlechtern als verbessern ... siehe Gaspreis und Lebensmittelpreise.

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
Handrij
Ukraine-Kenner / досвідчений / опытный
Beiträge: 9424
Registriert: Freitag 27. März 2009, 21:22
Wohnort: Kiew/Kyjiw
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 1920x1080
Hat sich bedankt: 161 Mal
Danksagung erhalten: 1869 Mal
Ukraine

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#13 Beitrag von Handrij » Dienstag 2. November 2010, 16:22

stefko hat geschrieben:Ich halte die Interpretation, dass die angeblich nationalistische Politik Juszczenkos und Tymoszenkos den Boden für Swoboda aufbereitet hat, für falsch. Eine Radikalisierung war nach dem Wahlsieg Janukowyczs zu erwarten.
Eine Radikalisierung von was? Eine Radikalisierung des vorher bedienten Nationalismus und Ethno-Zentrismus. Jetzt sind die Originale in den Regionalparlamenten.
stefko hat geschrieben: Es war doch nicht wirklich zu erwarten, dass alle die davor gegen Janukowycz gestimmt haben, plötzlich mit fliegenden Fahnen zu ihm überlaufen. Noch dazu wenn er Regierungsmitglieder hat, die die Existenz des Ukrainischen verneinen usw. Und zusätzlich sich die Lebensumstände eher verschlechtern als verbessern ... siehe Gaspreis und Lebensmittelpreise.
Wenn es mir schlecht geht, wähle ich Nazis. Die Argumentation kenne ich irgendwoher ...
Niemand verlangt eine Unterstützung der Regionalen, doch ist das keine Begründung dafür "Swoboda" zu wählen.

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

stefko
Ukraine-Studierender / учень / учащийся
Beiträge: 319
Registriert: Dienstag 2. November 2010, 15:18
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 2560x1440
Hat sich bedankt: 57 Mal
Danksagung erhalten: 174 Mal

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#14 Beitrag von stefko » Dienstag 2. November 2010, 18:06

Handrij hat geschrieben: Eine Radikalisierung von was? Eine Radikalisierung des vorher bedienten Nationalismus und Ethno-Zentrismus. Jetzt sind die Originale in den Regionalparlamenten.
Was mich betrifft, so empfand ich die Politik nicht als besonders nationalistisch ... aber das ist wohl Ansichtssache.
Handrij hat geschrieben: Wenn es mir schlecht geht, wähle ich Nazis. Die Argumentation kenne ich irgendwoher ...
Niemand verlangt eine Unterstützung der Regionalen, doch ist das keine Begründung dafür "Swoboda" zu wählen.
Nennen Sie mir doch die Alternativen. Eine Alternative ist nicht wählen, was anscheinend auch viele gemacht haben. Allerdings stärkt das Swoboda, da deren Anhänger eher motiviert sind.

Verstehen Sie mich nicht falsch, für mich persönlich ist Swoboda keine Alternative, aber ich verstehe warum es für viele die einzige Alternative ist. Wie, unter den gegebenen Umständen, eine Strategie gegen den Aufstieg von Swoboda aussehen könnte, weiss ich leider auch nicht.

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
lev
Ukraine-Kenner / досвідчений / опытный
Beiträge: 1203
Registriert: Montag 23. November 2009, 12:01
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 768x576
Hat sich bedankt: 238 Mal
Danksagung erhalten: 438 Mal
Ukraine

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#15 Beitrag von lev » Dienstag 2. November 2010, 18:53

stefko hat geschrieben: Nennen Sie mir doch die Alternativen. Eine Alternative ist nicht wählen, was anscheinend auch viele gemacht haben. Allerdings stärkt das Swoboda, da deren Anhänger eher motiviert sind.

Verstehen Sie mich nicht falsch, für mich persönlich ist Swoboda keine Alternative, aber ich verstehe warum es für viele die einzige Alternative ist. Wie, unter den gegebenen Umständen, eine Strategie gegen den Aufstieg von Swoboda aussehen könnte, weiss ich leider auch nicht.
Im Grunde stimme ich dem zu. Es war und ist eine Zwickmühle. Ein Szenario ganz im Interesse von Swoboda.

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
DevilsNeverCry
Ukraine-Studierender / учень / учащийся
Beiträge: 171
Registriert: Donnerstag 4. März 2010, 22:13
    unknown unknown
Bildschirmauflösung:
Hat sich bedankt: 10 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#16 Beitrag von DevilsNeverCry » Dienstag 2. November 2010, 21:00

Handrij hat geschrieben:
DevilsNeverCry hat geschrieben: Wären die Nationaldemokraten nicht so zerstritten und geschwächt dann hätte diese rechtsradikale Partei nicht so gut abgeschnitten.
Ob das eine Beruhigung ist? "Swoboda" wird ja nicht nur als "wahre" und "einzige" Opposition gewählt, sondern auch aufgrund ihrer Ausrichtung ... das heißt, es gibt scheinbar einen wachsenden Teil der Bevölkerung der nichts gegen Rassisten und Ethno-Nationalisten hat. Letztendlich hat dieser ganze patriotische und nationale Schmonz von Juschtschenko/Timoschenko und Co. diesem Quark nur den Boden bereitet. Wenn die Kopie der echten Nationalisten in Skandalen und Korruption versinkt und sich fünf Jahre nichts bewegt, dann wähle ich doch lieber das Original ...
Nationalistisches Gedankengut war schon zu Krawtschuks Zeiten da und damals als Kutschma antrat haben die Nationalisten geschloßen für den ersten der beiden gestimmt was nicht reichte da Kutschma genügend Stimmen in Süd-Ost und der Zentralukraine sammelte.
Hier geht es primär darum das diese Partei die so genannten "anders stämmigen" wie es die Swoboda Anhänger gerne so ausdrücken (also Leute aus einem anderen Stamm bzw. Rasse) aus UA vertreiben möchte. Unser Swoboda Held war doch während der orangenen Revolution unter Jutschenko tätig und wurde kurz darauf als Jutschenko als Präsident antrat entlassen (auf geheiß des Präsidenten sogar). Der Grund war nämmlich das Tjahnybok forderte alle Russen und Tataren aus UA zu vertreiben. Schon alleine hier unterscheiden sich die Nationalpatrioten oder gar die Nationaldemokraten von dieser faschistischen Gruppierung (und das ist nur ein beispiel). Wenn also 30% der Wähler scheinbar so eine Politik gut finden dann gute Nacht Kiew. [smilie=bye.gif]

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
DevilsNeverCry
Ukraine-Studierender / учень / учащийся
Beiträge: 171
Registriert: Donnerstag 4. März 2010, 22:13
    unknown unknown
Bildschirmauflösung:
Hat sich bedankt: 10 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#17 Beitrag von DevilsNeverCry » Dienstag 2. November 2010, 21:09

lev hat geschrieben:
mbert hat geschrieben:
lev hat geschrieben:Was geschieht, wenn die rechtsradikale Gruppierung "Swoboda" im Westen der Ukraine den BjuT verdrängt? Müssen sich dann dort, alle Ausländer und Russen warm anziehen?
Nun, deren Parolen sind tatsächlich ziemlich unappetitlich, aber man sollte nicht übersehen, wie gerade bei Kommunalwahlen die Listen gefüllt werden. Die Parteien sind bei weitem nicht so straff organisiert wie bei uns, genauso gibt es eher selten ein stringentes politisches Programm.

Fazit: Selbst wenn svoboda einige Sitze gewinnt, sollte man sich dennoch die einzelnen Kandidaten mal näher ansehen, nicht von allen ist zwingend rechtsradikaler Müll zu erwarten.
Jetzt, wo es nüchterne Realität ist, dass die rechtsradikale Gruppierung "Swoboda" stärkste Partei in den Stadtparlamenten der drei größten Städte im Westen des Landes ist, möchte ich meine Frage (auf den aktuellen Stand bezogen) noch einmal neu stellen.
Was geschieht jetzt politisch in der Westukraine? Müssen sich dort jetzt alle Ausländer und Russen warm anziehen?
Denn die politische Programmatik von "Swoboda" ist Russlandfeindlich und gegen alles, was nicht in ihrem Sinne "ukrainisch" ist.
Wird der Riss, zwischen Ost und West, jetzt immer tiefer und ist somit das Ende von einer gemeinsamen Ukraine besiegelt?
Na das kommt ganz auf die Gesetzgebung im jeweiligen politischen System an. In einer parlamentarischen Demokratie wie z. B. Deutschland, Österreich, Estland etc. haben die Länder mehr oder weniger im Bereich Erziehung und Kultur (somit auch Bildung) die Aufgabe diese auszuführen. Bei einer Präsidialdemokratie wie sie z. B. UA ist könnte dies anders aussehen da hier evtl. Kiew den Vorstoß hat, aber ich bin mir da nicht ganz sicher.
Jedenfalls werden Vertreibungen nicht geduldet, vor allem aufgrund der internationalen Öffentlichkeit. Wenn Janukowitschs Team wirklich der EU beitreten will und der Swoboda Haufen würde solch eine Nummer abziehen dann werden Janukwoitsch, Asarow und co. dafür sorgen das in Lwiw, Ternopil usw. Köpfe rollen werden.

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

stefko
Ukraine-Studierender / учень / учащийся
Beiträge: 319
Registriert: Dienstag 2. November 2010, 15:18
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 2560x1440
Hat sich bedankt: 57 Mal
Danksagung erhalten: 174 Mal

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#18 Beitrag von stefko » Mittwoch 3. November 2010, 10:15

lev hat geschrieben:
stefko hat geschrieben: Nennen Sie mir doch die Alternativen. Eine Alternative ist nicht wählen, was anscheinend auch viele gemacht haben. Allerdings stärkt das Swoboda, da deren Anhänger eher motiviert sind.

Verstehen Sie mich nicht falsch, für mich persönlich ist Swoboda keine Alternative, aber ich verstehe warum es für viele die einzige Alternative ist. Wie, unter den gegebenen Umständen, eine Strategie gegen den Aufstieg von Swoboda aussehen könnte, weiss ich leider auch nicht.
Im Grunde stimme ich dem zu. Es war und ist eine Zwickmühle. Ein Szenario ganz im Interesse von Swoboda.
Oder auch im Interesse von Janukowycz. Es würde mich nicht wundern, wenn die Partei der Regionen gar nicht so unglücklich über das Erstarken von Swoboda ist. Da nicht anzunehmen ist, dass Swoboda eine wirklich überregionale Kraft wird, ist sie eigentlich eine praktische Opposition. Sie kann einerseits nicht so stark werden, dass sie eine wirkliche Gefahr für die Partei der Regionen wird, und andererseits kann die Angst vor Swoboda auch genutzt werden.

Ich persönlich halte zwar die Gerüchte über die Finanzierung von Swoboda durch Oligarchen aus der Ostukraine oder gar vom russischen Geheimdienst für Wunschdenken - a la das Böse muss ja von aussen kommen - andererseits würde es mich auch nicht überraschen, wenn etwas dran wäre - in der ukrainischen Politik ist ja so gut wie alles möglich.

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
lev
Ukraine-Kenner / досвідчений / опытный
Beiträge: 1203
Registriert: Montag 23. November 2009, 12:01
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 768x576
Hat sich bedankt: 238 Mal
Danksagung erhalten: 438 Mal
Ukraine

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#19 Beitrag von lev » Mittwoch 3. November 2010, 15:12

stefko hat geschrieben:
lev hat geschrieben:
stefko hat geschrieben: Nennen Sie mir doch die Alternativen. Eine Alternative ist nicht wählen, was anscheinend auch viele gemacht haben. Allerdings stärkt das Swoboda, da deren Anhänger eher motiviert sind.

Verstehen Sie mich nicht falsch, für mich persönlich ist Swoboda keine Alternative, aber ich verstehe warum es für viele die einzige Alternative ist. Wie, unter den gegebenen Umständen, eine Strategie gegen den Aufstieg von Swoboda aussehen könnte, weiss ich leider auch nicht.
Im Grunde stimme ich dem zu. Es war und ist eine Zwickmühle. Ein Szenario ganz im Interesse von Swoboda.
Oder auch im Interesse von Janukowycz. Es würde mich nicht wundern, wenn die Partei der Regionen gar nicht so unglücklich über das Erstarken von Swoboda ist. Da nicht anzunehmen ist, dass Swoboda eine wirklich überregionale Kraft wird, ist sie eigentlich eine praktische Opposition. Sie kann einerseits nicht so stark werden, dass sie eine wirkliche Gefahr für die Partei der Regionen wird, und andererseits kann die Angst vor Swoboda auch genutzt werden.

Ich persönlich halte zwar die Gerüchte über die Finanzierung von Swoboda durch Oligarchen aus der Ostukraine oder gar vom russischen Geheimdienst für Wunschdenken - a la das Böse muss ja von aussen kommen - andererseits würde es mich auch nicht überraschen, wenn etwas dran wäre - in der ukrainischen Politik ist ja so gut wie alles möglich.
Es ist in der Tat, ein für die Partei der Regionen, formal günstiger Ausgang. Nur leider spaltet dieser Ost und West erstmal gewaltig.
Das Swoboda auf Landesebene keine große Rolle spielen wird, sehe ich auch so. Sie wird außerdem international als Bedrohung gesehen, was ein Aufstieg noch zusätzlich erschweren dürfte.

Einen relativ großen Erfolg, einer Partei mit rechtsextremer Grundhaltung, bei einer Wahl gab es auch schon in Deutschland.
Die Konstelation war ähnlich, große Unsicherheit, Perspektivlosigkeit und keiner glaubte mehr an das Geschwafel der Politiker. So erhielt 1998 die rechtsextreme DVU (Deutsche Volksunion) nach einem materialintensiven Wahlkampf in Sachsen-Anhalt 12,9 % der Stimmen und 16 Abgeordnete. Bei der Bundestagswahl 1998, die ein halbes Jahr später stattfand, kam sie jedoch über ein Ergebnis von 1,2 % nicht hinaus.
Welch ein Glück!!!

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
Handrij
Ukraine-Kenner / досвідчений / опытный
Beiträge: 9424
Registriert: Freitag 27. März 2009, 21:22
Wohnort: Kiew/Kyjiw
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 1920x1080
Hat sich bedankt: 161 Mal
Danksagung erhalten: 1869 Mal
Ukraine

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#20 Beitrag von Handrij » Montag 8. November 2010, 23:59

Bei der Ukrajinska Prawda werden jetzt nach und nach die bekannten Ergebnisse veröffentlicht:
Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
Die Zentrale Wahlkommission schweigt noch immer.

Mal abgesehen davon, dass jetzt die Fälschungen mit einfließen, hat "Swoboda" beispielsweise in Lwiw jetzt die Mehrheit:
55 von 90 Sitzen! In Iwano-Frankiwsk 35 von 60 Sitzen!
Leider lassen sich die Sitze in den Oblasträten nicht herausfiltern ...

Seltsamerweise schaffen es demnach die Neofaschisten nicht hinter den Karpaten Fuß zu fassen - seltsam, seltsam ...

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

stefko
Ukraine-Studierender / учень / учащийся
Beiträge: 319
Registriert: Dienstag 2. November 2010, 15:18
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 2560x1440
Hat sich bedankt: 57 Mal
Danksagung erhalten: 174 Mal

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#21 Beitrag von stefko » Dienstag 9. November 2010, 00:38

Handrij hat geschrieben: Mal abgesehen davon, dass jetzt die Fälschungen mit einfließen, hat "Swoboda" beispielsweise in Lwiw jetzt die Mehrheit:
55 von 90 Sitzen! In Iwano-Frankiwsk 35 von 60 Sitzen!
Leider lassen sich die Sitze in den Oblasträten nicht herausfiltern ...

Seltsamerweise schaffen es demnach die Neofaschisten nicht hinter den Karpaten Fuß zu fassen - seltsam, seltsam ...
Also dass Swoboda in Zakarpattja nicht stark ist, verwundert mich nicht. Wenn es anders wäre, hätte es mich mehr überrascht. Das Wahlverhalten in Zakarpattja unterschied sich auch bei früheren Wahlen deutlich von dem der übrigen Westukraine - insbesonderem von dem in Galizien. Irgendwie war Zakarpattja immer mehr ostukrainisch. Übrigens auch bei den diversen Kirchenkonflikten.

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
DevilsNeverCry
Ukraine-Studierender / учень / учащийся
Beiträge: 171
Registriert: Donnerstag 4. März 2010, 22:13
    unknown unknown
Bildschirmauflösung:
Hat sich bedankt: 10 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#22 Beitrag von DevilsNeverCry » Dienstag 9. November 2010, 00:49

stefko hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben: Mal abgesehen davon, dass jetzt die Fälschungen mit einfließen, hat "Swoboda" beispielsweise in Lwiw jetzt die Mehrheit:
55 von 90 Sitzen! In Iwano-Frankiwsk 35 von 60 Sitzen!
Leider lassen sich die Sitze in den Oblasträten nicht herausfiltern ...

Seltsamerweise schaffen es demnach die Neofaschisten nicht hinter den Karpaten Fuß zu fassen - seltsam, seltsam ...
Also dass Swoboda in Zakarpattja nicht stark ist, verwundert mich nicht. Wenn es anders wäre, hätte es mich mehr überrascht. Das Wahlverhalten in Zakarpattja unterschied sich auch bei früheren Wahlen deutlich von dem der übrigen Westukraine - insbesonderem von dem in Galizien. Irgendwie war Zakarpattja immer mehr ostukrainisch. Übrigens auch bei den diversen Kirchenkonflikten.
Es geht nicht primär darum das sie nicht stark seien, laut aktuellen Zahlen sind sie nicht mal dort vertreten. Es ist ohnehin allgemein bekannt das die Mitglieder von Jedinij Zentr (die übrigens in den Karpaten die führende Kraft sind) mit den Regionalen zusammenarbeiten, wer weiß was da gedreht wurde.
Jedenfalls ist die Mehrheit der Regionalen in den verschieden Stadträten überwältigend, es ist nur eine Frage der Zeit bis man alles unter Kontrolle hat. Das dann eine neofaschistische Partei als einzige Opposition aufkommt kommt einem gelegen den die spricht nicht die Mehrheit der Wähler an, so ähnlich ist es auch in Russland.

PS: Ich habe gehört Swoboda hätte fast oder soll sogar 3% der Stimmen in Charkiw erhalten haben, stimmt das?

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

stefko
Ukraine-Studierender / учень / учащийся
Beiträge: 319
Registriert: Dienstag 2. November 2010, 15:18
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 2560x1440
Hat sich bedankt: 57 Mal
Danksagung erhalten: 174 Mal

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#23 Beitrag von stefko » Dienstag 9. November 2010, 09:23

DevilsNeverCry hat geschrieben:
stefko hat geschrieben: Also dass Swoboda in Zakarpattja nicht stark ist, verwundert mich nicht. Wenn es anders wäre, hätte es mich mehr überrascht. Das Wahlverhalten in Zakarpattja unterschied sich auch bei früheren Wahlen deutlich von dem der übrigen Westukraine - insbesonderem von dem in Galizien. Irgendwie war Zakarpattja immer mehr ostukrainisch. Übrigens auch bei den diversen Kirchenkonflikten.
Es geht nicht primär darum das sie nicht stark seien, laut aktuellen Zahlen sind sie nicht mal dort vertreten. Es ist ohnehin allgemein bekannt das die Mitglieder von Jedinij Zentr (die übrigens in den Karpaten die führende Kraft sind) mit den Regionalen zusammenarbeiten, wer weiß was da gedreht wurde.
Die Zahlen, die ich bis jetzt gesehen habe, haben keine Partei unter 1% aufgelistet. Swoboda hatte, wenn ich mich recht erinnere, bei den letzten Wahlen in Zakarpattja immer deutlich unter 1%. Daher ist das Ergebnis nicht ganz unplausibel, wenn auch gegen den Trend - aber, wie gesagt, Zakarpattja war ja schon immer irgendwie anders. Es soll auch nicht heissen, dass ich Unregelmässigkeiten ausschliesse. ;-)
DevilsNeverCry hat geschrieben:Jedenfalls ist die Mehrheit der Regionalen in den verschieden Stadträten überwältigend, es ist nur eine Frage der Zeit bis man alles unter Kontrolle hat. Das dann eine neofaschistische Partei als einzige Opposition aufkommt kommt einem gelegen den die spricht nicht die Mehrheit der Wähler an, so ähnlich ist es auch in Russland.
Ja, dass die Partei der Regionen über das Erstarken von Swoboda vielleicht gar nicht so unglücklich ist, habe ich auch schon einmal geschrieben. Divide et impera...

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
Handrij
Ukraine-Kenner / досвідчений / опытный
Beiträge: 9424
Registriert: Freitag 27. März 2009, 21:22
Wohnort: Kiew/Kyjiw
    unknown unknown
Bildschirmauflösung: 1920x1080
Hat sich bedankt: 161 Mal
Danksagung erhalten: 1869 Mal
Ukraine

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#24 Beitrag von Handrij » Dienstag 9. November 2010, 10:38

stefko hat geschrieben: Also dass Swoboda in Zakarpattja nicht stark ist, verwundert mich nicht. Wenn es anders wäre, hätte es mich mehr überrascht. Das Wahlverhalten in Zakarpattja unterschied sich auch bei früheren Wahlen deutlich von dem der übrigen Westukraine - insbesonderem von dem in Galizien. Irgendwie war Zakarpattja immer mehr ostukrainisch. Übrigens auch bei den diversen Kirchenkonflikten.
Das stimmt nicht ganz. In den Transkarpaten hat bis zu dem Zeitpunkt wo Baloha sich aus dem Präsidialamt verabschiedet hat "Unsere Ukraine" gewonnen. Danach wurde es immer mehr zu einem Zentrum für dessen eigenes Projekt "Jedynyj Zentr".
Hier die Ergebnisse für die Parlamentswahlen 2006 Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ..., detaillierter Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... ... und hier für die vorgezogenen 2007 Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ..., detaillierter Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links .... Demnach hat die Partei der Regionen zwar ungewöhnlich hohe Ergebnisse von bis zu 25 Prozent gehabt, doch waren Julka und die "Nascha Ukrajina" Sachen immer stärker ...

Und wie DevilsNeverCry bereits angemerkt hat, haben sie anscheinend nicht ein einziges Mandat in dieser Gegend und das halte ich für äußerst verdächtig ....
stefko hat geschrieben: Ja, dass die Partei der Regionen über das Erstarken von Swoboda vielleicht gar nicht so unglücklich ist, habe ich auch schon einmal geschrieben. Divide et impera...
Yupp, das ist derzeit eine allgemeine Konsensthese. Ich halte aber die Swoboda-Leute nicht für hundertprozentig kontrollierbar. Die Leute im Osten sind ja auch irgendwie Nationalisten und damit nicht komplett immun ...

DevilsNeverCry hat geschrieben: PS: Ich habe gehört Swoboda hätte fast oder soll sogar 3% der Stimmen in Charkiw erhalten haben, stimmt das?
Laut Exit-Poll hatten sie in der Stadt Charkow 2,4 Prozent! Es ist zwar im Bereich der statistischen Abweichung, doch gibt es anscheinend auch im Osten immer mehr Fans ...

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag

Benutzeravatar
DevilsNeverCry
Ukraine-Studierender / учень / учащийся
Beiträge: 171
Registriert: Donnerstag 4. März 2010, 22:13
    unknown unknown
Bildschirmauflösung:
Hat sich bedankt: 10 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Die Ukraine vor der Kommunalwahl

#25 Beitrag von DevilsNeverCry » Dienstag 9. November 2010, 20:56

So, die Ergebnisse von fast allen Ländern der Ukraine sind draußen. Swoboda ist mit Ausnahme der Karpaten überall im Westen vertreten und hat in Lwiw, Iwano-Frankiwsk und Ternopil die absolute Mehrheit. In Kiew und Winizja haben sie ebenfalls den Einzug geschafft.

Ebenfalls wie Swoboda zu erwähnen ist die Partei Russische Einheit auf der Krim. Glückklicherweise hat diese Partei (die ja nichts weiter als der Vertreter russischer Nationalisten und Faschisten ist und sich ledeglich hinter einem schleier des Linkentums versteckt) nicht den großen Durchbruch geschafft. Zumindest für etwas ist die Partei der Regionen gut zu gebrauchen, nämlich uns so einen Ballast vom Hals zu schaffen. Ledeglich in Sewastopol haben sie mit 12% eine starke Stellung, in den übrigen Gebieten sind ca. 3%.

@HK: Gibt es eig. andere russische Parteien in der Ukraine außer auf der Krim?

Link:
BBcode:
HTML:
Verstecke direkte Links zum Beitrag
Zeige direkte Links zum Beitrag