Wirtschaft | Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

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Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#1 Beitragvon Handrij » Freitag 31. Dezember 2010, 00:07

Es ist zwar Regierungspropaganda, doch trotzdem interessant. Auf diversen Seiten veröffentlichte Pressemeldung der ominösen World Wide News Ukraine.
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In den kommenden
fünf bis sieben Jahren wird die Infrastruktur der Ukraine
einschneidende Fortschritte machen. Zu dieser Entwicklung gehört
unter anderem auch der Ausbau eines Autobahnnetzes für den
Schnellverkehr, das dem im Grossteil Europas vorherrschenden
Autobahnsystem entspricht. Dies erklärte Boris Kolesnikov,
Vize-Premierminister und Minister für Infrastruktur der Ukraine.

"Unter der Voraussetzung der Erhebung einer Kraftstoffsteuer
werden in der Ukraine Hochgeschwindigkeits-Autobahnen gebaut werden",
betonte Boris Kolesnikov. Im Gegensatz zu südeuropäischen
Autobahnnetzen wie beispielsweise in Italien, Frankreich oder
Spanien, bei denen für die Nutzung eine Autobahnmaut zu entrichten
ist, wird die Ukraine dem nordeuropäischen Autobahnmodell folgen. Bei
dem in Deutschland, den skandinavischen Ländern und der Schweiz zum
Einsatz kommenden System ist die Nutzungsgebühr für das Autobahnnetz
bereits in der Kraftstoffsteuer enthalten. "In der Ukraine gibt
keinen Markt für ein Mautsystem", so Kolesnikov. Der Minister für
Infrastruktur erklärte, dass die Schnellstrassen ausschliesslich
staatlich betrieben werden sollen.

Der Minister gab zudem Informationen zur Reihenfolge, in der der
Ausbau der einzelnen Routen erfolgen soll. So wird der erste
Autobahnabschnitt mit einer Länge von 1.400 Kilometern quer durch die
Ukraine von Krakovets nach Uspenka führen und letztlich Teil einer
transnationalen Autobahn von Berlin zur russischen Stadt Rostov
werden. Weitere Priorität nimmt auch die Transdnieper-Autobahn ein.
Der geplante Ausbau des Autobahnnetzes gewinnt vor allem im Hinblick
auf die Fussball-Europameisterschaft 2012 (UEFA EURO 2012), die in
der Ukraine ausgetragen werden wird, an Bedeutsamkeit für die
unmittelbare Gegenwart.

Unter Berücksichtigung der Einnahmen des ukrainischen
Staatshaushaltes 2011 veranschlagt Kolesnikov für die Umsetzung der
oben genannten Bauarbeiten in der Ukraine einen Zeitraum von fünf bis
sieben Jahren.

Zum Thema Grenzüberschreitung gab der Minister für Infrastruktur
an, dass der Güterkraftverkehr in der Ukraine nur zu 10 Prozent der
Gesamtkapazität genutzt wird. Der Transport auf dem Seeweg und mit
der Bahn wird jedoch in Kürze die Auslastung zu Sowjetzeiten
übersteigen. Die Ukraine richtet sich darauf ein, in puncto Transport
bei den Vorbereitungen Russlands als Gastgeber der Fussball-WM 2018
und der Olympischen Winterspiele in der russischen Stadt Sotschi eine
aktive Rolle zu übernehmen.

Geografisch gesehen nimmt die Ukraine eine strategisch bedeutende
Lage ein. Da das Land zudem die Zusage erhielt, eine Reihe von
Sportveranstaltungen von internationaler Bedeutung veranstalten zu
können, verdreifacht die Ukraine nun ihre Bemühungen zur Entwicklung
der nationalen Infrastruktur.

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#2 Beitragvon Siggi » Freitag 31. Dezember 2010, 00:55

Verstehe ich das richtig: Man hat nun eine Legitimation für eine saftige Erhöhung der Benzinpreise (auf das Niveau der EU) gefunden? Wie soll das der Durchschnittsbürger in UA bezahlen?

Gruß
Siggi

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#3 Beitragvon Handrij » Freitag 31. Dezember 2010, 01:06

Siggi hat geschrieben:Verstehe ich das richtig: Man hat nun eine Legitimation für eine saftige Erhöhung der Benzinpreise (auf das Niveau der EU) gefunden? Wie soll das der Durchschnittsbürger in UA bezahlen?

Yup, europäische Standards ... bezahlt werden muss es.

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#4 Beitragvon Optimist » Freitag 31. Dezember 2010, 15:44

Die Kfz- Steuer über den Benzinpreis generell zu bezahlen, ist wohl die beste Variante. Davon auch die Strassen finanzieren, warum nicht? So müssen keine kostspieligen und zeitaufwendigen Mautstellen errichtet werden. Vignetten kleben an die Scheiben, muss man auch nicht. Ausländische Fahrzeuge leisten so ihren Obulus gleich mit. Wer sparsam fährt wird "belohnt" . Nur in der richtigen Verteilung der Gelder liegt die Hauptsache. Oder gibt es doch bessere, einfachere und gerechtere Varianten ?

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#5 Beitragvon Handrij » Freitag 31. Dezember 2010, 16:26

Optimist hat geschrieben:Die Kfz- Steuer über den Benzinpreis generell zu bezahlen, ist wohl die beste Variante. Davon auch die Strassen finanzieren, warum nicht? So müssen keine kostspieligen und zeitaufwendigen Mautstellen errichtet werden. Vignetten kleben an die Scheiben, muss man auch nicht. Ausländische Fahrzeuge leisten so ihren Obulus gleich mit. Wer sparsam fährt wird "belohnt" . Nur in der richtigen Verteilung der Gelder liegt die Hauptsache. Oder gibt es doch bessere, einfachere und gerechtere Varianten ?

Tja, vermutlich gibt es gerade keine bessere Variante. Mautstellen vor der Auffahrt hätte auch das Problem der Kontrolle des Geldflusses nach der Bezahlung. Kurz: in den ukrainischen Realien wird so oder so Geld für den Bau von Datschen abgezweigt ...

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#6 Beitragvon Siggi » Samstag 1. Januar 2011, 12:00

Optimist hat geschrieben:Die Kfz- Steuer über den Benzinpreis generell zu bezahlen, ist wohl die beste Variante.

Für mich ist das zunächst keine Frage der Verteilung, sondern zuerst eine Frage wer das zahlen soll. Siehst Du nicht auch jeden Tag die Leute mit uralten Auto an den Tankstellen, die für 50 oder 100UAH tanken? Warum tun sie das wohl? Die haben einfach extrem wenig Geld! Wenn man jetzt die Benzinpreise (aus welchem Grund auch immer) auf westeuropäisches Niveau anhebt, dann können sich diese Leute das Autofahren nicht mehr leisten! Alles wird in UA teurer, da dann wie bei jeder Energie Preiserhöhung im Handel die Legitimation für kräftige Erhöhungen da ist. Das Land gewinnt durch so etwas nichts.

Wer sparsam fährt wird "belohnt" .

Und wer nicht fahren muss, wird noch mehr belohnt. Eine Bestrafung für Pendler. (OK, die gibt es in dem Ausmaß in UA nicht.)

Gruß
Siggi

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#7 Beitragvon Optimist » Samstag 1. Januar 2011, 13:38

Stimme Dir in jeden Fall zu, nur wenn ich die Mautstellen in Polen sehe, frage ich mich, warum zusätzlich viel Energie, Personal und Wartung der Mautstellen bezahlen? Ein Strassenbau darüber zu finanzieren ist auch nicht die bessere Variante. Im April sollen Gas ( 50%) und Strom (300%) teurer werden, hab ich das richtig verstanden?

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#8 Beitragvon Handrij » Sonntag 2. Januar 2011, 12:16

Siggi hat geschrieben:
Optimist hat geschrieben:Die Kfz- Steuer über den Benzinpreis generell zu bezahlen, ist wohl die beste Variante.

Für mich ist das zunächst keine Frage der Verteilung, sondern zuerst eine Frage wer das zahlen soll. Siehst Du nicht auch jeden Tag die Leute mit uralten Auto an den Tankstellen, die für 50 oder 100UAH tanken? Warum tun sie das wohl? Die haben einfach extrem wenig Geld! Wenn man jetzt die Benzinpreise (aus welchem Grund auch immer) auf westeuropäisches Niveau anhebt, dann können sich diese Leute das Autofahren nicht mehr leisten! Alles wird in UA teurer, da dann wie bei jeder Energie Preiserhöhung im Handel die Legitimation für kräftige Erhöhungen da ist. Das Land gewinnt durch so etwas nichts.

Nun der motorisierte Individualverkehr ist angesichts des Erdölpeaks mittelfristig sowieso ein Auslaufmodell, außer wenn eine superbillige Ersatzenergiequelle gefunden wird. Die Ukrainer die bereits jetzt nur für 50 oder 100 UAH tanken, werden dann wohl auf andere Transportmittel umsteigen müssen. Das Land gewinnt, wenn die Infrastruktur wirklich wie geplant verbessert wird, einiges an Investitionsattraktivität bzw. auch erst einmal an Absatzattraktivität. Bei einer funktionierenden Straßeninfrastruktur lässt sich die Logistik für die "schönen europäischen Waren" oder auch für in der Ukraine produzierte und nach Europa exportierte Waren besser organisieren. Das dürfte zumindest einem Teil von Leuten besser bezahlte Jobs bringen. Für alle wird es nicht reichen ...

Siggi hat geschrieben:
Optimist hat geschrieben:Wer sparsam fährt wird "belohnt" .

Und wer nicht fahren muss, wird noch mehr belohnt. Eine Bestrafung für Pendler. (OK, die gibt es in dem Ausmaß in UA nicht.)

Pendler gibt es schon eine Menge, doch benutzen die meisten eher die öffentlichen Verkehrsmittel. In Kiew sind viele Leute einige Stunden zur Arbeit unterwegs und das mit Elektritschka, Marschrutka und Metro. In den anderen großen Städten wird es ähnlich sein. Nicht zu vergessen die Pendler nach Westeuropa ....

Optimist hat geschrieben:Stimme Dir in jeden Fall zu, nur wenn ich die Mautstellen in Polen sehe, frage ich mich, warum zusätzlich viel Energie, Personal und Wartung der Mautstellen bezahlen? Ein Strassenbau darüber zu finanzieren ist auch nicht die bessere Variante. Im April sollen Gas ( 50%) und Strom (300%) teurer werden, hab ich das richtig verstanden?

Ja, es sieht so aus ... Bei Gas wird es wohl auch kein Abrücken mehr geben, da es eine direkte IWF Forderung ist und an dieser Anhebung die Zuteilung der nächsten Kredittranche hängt.
Zum Strom:
Seit 2006 sind die Preise nicht angepasst worden.
Für Leute ohne elektrischen Herd in der Stadt liegt der Tarif derzeit bei 24,36 Kopeken pro kWh, für die Landbevölkerung ohne elektrischen Herd bei 22,5 Kopeken. Mit elektrischem Herd bei 18,72 Kopeken.

Die Preise für Elektroenergie sollen dann im April und im August erhöht werden.
Ab August zahlt dann die Stadtbevölkerung ohne Elektroherd bis zu 67,72 Kopeken für die kWh, mit Elektroherd 52,04 Kopeken; die Landbevölkerung 62,55 Kopeken.
Bislang ist aber noch keine endgültige Entscheidung zu den Elektroenergiepreisen gefallen. Es gibt auch eine Variante, die Preise gleich zu lassen. Doch lediglich die Verdoppelung der Preise im April und eine weitere Erhöhung um 39 Prozent im August (siehe oben) macht die Preise kostendeckend.

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#9 Beitragvon UAFRIEND » Montag 3. Januar 2011, 11:12

Glücklich sind diejenigen, die einen Ofen haben mit dem Sie heizen können, finde eine verdreifachung der Strompreise für nicht angemessen, auch wenn Sie seit 06 nicht mehr angepasst worden sind.

Letzt endlich, ist aber leider ein unaufhaltsamer Prozess, und die Lebenshaltungskosten werden sich immer mehr an den unsrigen orintieren.

Ein vernünftig funktionierendes Autobahnnetz, würde dem Land aber auch einige erhebliche forteile bringen, sehe es allerdings noch nicht sitzen, das so etwas dann auch entsprechend gewartet wird, aber wir werden sehen was uns die Zukunbft bringt.

Frohes neues und mit Gruss
UAF

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#10 Beitragvon lev » Montag 3. Januar 2011, 15:59

Optimist hat geschrieben:Im April sollen Gas ( 50%) und Strom (300%) teurer werden, hab ich das richtig verstanden?

Handrij hat geschrieben:Ja, es sieht so aus ... Bei Gas wird es wohl auch kein Abrücken mehr geben, da es eine direkte IWF Forderung ist und an dieser Anhebung die Zuteilung der nächsten Kredittranche hängt.
Zum Strom:
Seit 2006 sind die Preise nicht angepasst worden.
Für Leute ohne elektrischen Herd in der Stadt liegt der Tarif derzeit bei 24,36 Kopeken pro kWh, für die Landbevölkerung ohne elektrischen Herd bei 22,5 Kopeken. Mit elektrischem Herd bei 18,72 Kopeken.

Die Preise für Elektroenergie sollen dann im April und im August erhöht werden.
Ab August zahlt dann die Stadtbevölkerung ohne Elektroherd bis zu 67,72 Kopeken für die kWh, mit Elektroherd 52,04 Kopeken; die Landbevölkerung 62,55 Kopeken.
Bislang ist aber noch keine endgültige Entscheidung zu den Elektroenergiepreisen gefallen. Es gibt auch eine Variante, die Preise gleich zu lassen. Doch lediglich die Verdoppelung der Preise im April und eine weitere Erhöhung um 39 Prozent im August (siehe oben) macht die Preise kostendeckend.

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Die Preissteigerungen bei Gas und Elektroenergie hören sich zugeben erst mal sehr hoch an, aber im Verhältnis zu anderen ebenfalls notwendigen Dingen des täglichen Lebensbedarfes sind diese Energiepreise noch sehr moderat. Wo wir gerade ukrainische Preise mit denen der EU vergleichen ist ein kWh Preis von 2,4 Cent sehr niedrig. In der EU sind im Durchschnitt 16,9 Cent und in Deutschland 22,9 Cent für eine kWh fällig.
Bei einem Durchschnittsverbrauch von 2000 kWh/Jahr sind jetzt von einem Stadtverbraucher gerade mal 487,20 Гривeн im Jahr zu zahlen. Das entspricht einen etwas größeren Wochenendeinkauf einer Familie im Supermarkt.
Wenn man dagegen die Lebensmittelpreise in der Ukraine mit denen der EU vergleicht (zum Teil weit über denen in der EU), wird einem schnell bewusst, dass nicht die Energiepreise der ukrainischen Bevölkerung den Angstschweiß auf die Stirne treibt.

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#11 Beitragvon UAFRIEND » Montag 3. Januar 2011, 17:54

Habe herlich gesagt nie wirklich auf die Preise geachtet, bzw. diese grossartig mit D-land verglichen, werde ich aber beim nächsten mal aufmerksam tun.

Mir ist einzig und allein immer wieder der niedrige Preis für Alkoholika aufgefallen.Nun stellt sich die frage, ob die Preise aufgrund von Steuern und Abgaben so hoch sind, oder die Ladenbesitzer Preistreiberei betreiben.

Sollten etwa Steuern dran Schuld sein, so könnte man diese z.b. durch eine wesentlich höhere Alkohol,Tabak sowie einer Zusatzsteuer auf Luxusartikel.

Aber so fromm und eigentlich einfach der Vorschlag ist, genau so undurchsetzbar ist er.

Mit Gruss
UAF

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#12 Beitragvon Optimist » Montag 3. Januar 2011, 20:15

"Die Preissteigerungen bei Gas und Elektroenergie hören sich zugeben erst mal sehr hoch an, aber im Verhältnis zu anderen ebenfalls notwendigen Dingen des täglichen Lebensbedarfes sind diese Energiepreise noch sehr moderat. Wo wir gerade ukrainische Preise mit denen der EU vergleichen ist ein kWh Preis von 2,4 Cent sehr niedrig. In der EU sind im Durchschnitt 16,9 Cent und in Deutschland 22,9 Cent für eine kWh fällig.
Bei einem Durchschnittsverbrauch von 2000 kWh/Jahr sind jetzt von einem Stadtverbraucher gerade mal 487,20 Гривeн im Jahr zu zahlen. Das entspricht einen etwas größeren Wochenendeinkauf einer Familie im Supermarkt.
Wenn man dagegen die Lebensmittelpreise in der Ukraine mit denen der EU vergleicht (zum Teil weit über denen in der EU), wird einem schnell bewusst, dass nicht die Energiepreise der ukrainischen Bevölkerung den Angstschweiß auf die Stirne treibt.[/quote]"


Man muss aber auch bedenken, dass der Verbrauch an Strom und Gas in der Ukraine aus mehreren Gründen derzeit viel höher ist, als in Deutschland.

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#13 Beitragvon Tilko » Montag 3. Januar 2011, 23:29

Optimist hat geschrieben:Man muss aber auch bedenken, dass der Verbrauch an Strom und Gas in der Ukraine aus mehreren Gründen derzeit viel höher ist, als in Deutschland.


Das ist wohl war man reguliert die Zimmertemperatur meist durch öffnen der Fenster und nicht durch die nicht vorhandenen Termostatregler. Es gibt nur eins im Winter Heizung an/volle Pulle oder Heizung aus/kaput. Der Abwasch wird unter fliesendem Wasser nicht im Abwaschbecken bei stehendem Wasser erledigt da laufen fix mal 20-30 liter warmen Wassers weg. Man duscht auch gerne mit einer Hingabe und Ausdauer bei der man in Deutschland doch glatt mit einer Verdoppelung der Warmmiete rechnen müsste. TV-Geräte laufen den ganzen Tag und kein Mensch sieht zu. Usw. usw.

Gruß Tilko [smilie=ukr_prapor]

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#14 Beitragvon Handrij » Dienstag 4. Januar 2011, 00:14

Tilko hat geschrieben:Das ist wohl war man reguliert die Zimmertemperatur meist durch öffnen der Fenster und nicht durch die nicht vorhandenen Termostatregler. Es gibt nur eins im Winter Heizung an/volle Pulle oder Heizung aus/kaput. Der Abwasch wird unter fliesendem Wasser nicht im Abwaschbecken bei stehendem Wasser erledigt da laufen fix mal 20-30 liter warmen Wassers weg. Man duscht auch gerne mit einer Hingabe und Ausdauer bei der man in Deutschland doch glatt mit einer Verdoppelung der Warmmiete rechnen müsste. TV-Geräte laufen den ganzen Tag und kein Mensch sieht zu. Usw. usw.

Tja, wenn die Tarife wirklich durchgesetzt werden und die Leute immer zahlen müssen, dann wird sich ihr Verhalten sehr schnell ändern und damit auch die Nachfrage nach Thermostatumrüstungen usw. Die Regionalen werden wirklich ein neues Land bauen .... Tschüss alte Ukraine.

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#15 Beitragvon lev » Dienstag 4. Januar 2011, 16:17

Handrij hat geschrieben:
Tilko hat geschrieben:Das ist wohl war man reguliert die Zimmertemperatur meist durch öffnen der Fenster und nicht durch die nicht vorhandenen Termostatregler. Es gibt nur eins im Winter Heizung an/volle Pulle oder Heizung aus/kaput. Der Abwasch wird unter fliesendem Wasser nicht im Abwaschbecken bei stehendem Wasser erledigt da laufen fix mal 20-30 liter warmen Wassers weg. Man duscht auch gerne mit einer Hingabe und Ausdauer bei der man in Deutschland doch glatt mit einer Verdoppelung der Warmmiete rechnen müsste. TV-Geräte laufen den ganzen Tag und kein Mensch sieht zu. Usw. usw.

Tja, wenn die Tarife wirklich durchgesetzt werden und die Leute immer zahlen müssen, dann wird sich ihr Verhalten sehr schnell ändern und damit auch die Nachfrage nach Thermostatumrüstungen usw. Die Regionalen werden wirklich ein neues Land bauen .... Tschüss alte Ukraine.

Wie soll jemand sein Verhalten ändern, wenn man nicht regulieren kann? Beim Strom ok, aber wer die alten Batareas hat (und das sind die meisten), kann die nicht regulieren. Läst man Thermostate einbauen, bringt das nur etwas, wenn gleichzeitig Verbrauchslesegeräte montiert werden. Keiner gönnt doch dem Nachbarn eine wärmere Wohnung zum gleichen Preis.
Beim Wasserverbrauch hat es ja funktioniert. Die pauschalen Preise wurden drastisch erhöht und schwupp, haben sich die meisten auf eigene Rechnung Wasserzähler einbauen lassen. Ich meine, der Mensch ändert sein Verhalten nur, wenn es sich für ihn persönlich rechnet, egal wo.
Das sparen kann dann aber so weit gehen, wie bei vielen Deutschen. Sie sitzen in speziellen Decken eingemummelt vorm Fernseher und wundern sich über Schimmel an den Wänden. ;)

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#16 Beitragvon Optimist » Dienstag 4. Januar 2011, 18:01

Die Verschwendung ist das eine Problem, doch wer kann sich es leisten neue Fenster und Türen einzubauen, auch gleich Kühlschrank und Waschmaschine erneuern?

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#17 Beitragvon Tilko » Dienstag 4. Januar 2011, 18:21

Genau das ist eigentlich das Problem der Wille ist sicher vorhanden zu Einsparungen beim Energieverbrauch und wer möchte nicht gern seine Wohnung renovieren. Aber woher kommt die Kohle? Die Banken geben nichts und die meisten Löhne geben so was nicht her....

Tilko

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#18 Beitragvon telzer » Dienstag 4. Januar 2011, 18:24

Autobahn ?! Klingt nach einem neuen, unrealistischen 5 Jahres Plan, mal sehen was draus wird. Aber das Geld aus der Kraftstoffsteuer wird wieder in irgendwelchen Kanälen verschwinden, aber nicht für den Strassenbau eingesetzt, die nächste Datscha wartet..und die braucht auch eine neue Strasse. Sehe ich immer wieder mal, Neue Häuser Neue Strasse, wer da wohl wohnt?!
(Autobahn sollte eigentlich schon zur EM fertig sein, habe ich mal gehört)

Zur Diskussion der Energiepreise, ich würde gerne der Wohnung der Familie eine Gastherme mit neuen Heizkörpern
spendieren,mein Sanitärfritze hat sowas rumliegen, aber wenn "Beamte " oder die sich dafür halten, auch noch teures Geld haben wollen, nur damit ich mich von der städtischen Wärmeversorgung abmelden kann , die größer sind als die Investition in eine neue Heizungsanlage, sollen die weiterhin ruhig mit Ihrer maroden Infrastruktur leben (Temperatur runter Fenster auf). Spart mein Geld meine Arbeit und meine Nerven. Oder verstehe ich da vielleicht was falsch (Familie hat eine Wohnung im Einheitsbau, 5 Geschosser unten mit Gartennutzung).
Natürlich kann man viel Energie einsparen, aber man muss auch wollen. Eine Wand- und Deckedämmung bringt nur was, wenn auch die Heizugspauschale angeglichen würde (siehe oben).
Wenn erst alle glauben, dass Vereinbarungen und Absprachen nur dazu da sind um später bei der ersten Gelegenheit wieder gebrochen zu werden, wäre das gleichbedeutend mit dem Anfang vom Ende. (unbekannter Autor)
Jetzt ist diese Zeit ! слава Україні

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Re: Ukraine plant für die kommenden fünf Jahre Entwicklung eines Autobahnnetzes nach nordeuropäischem Modell

#19 Beitragvon Optimist » Dienstag 4. Januar 2011, 19:36

Und genau darin liegen alle Probleme der Ukraine, will man helfen, wird es sehr teuer, aus Steuern und Investitionen entstehen mal so nebenbei Wochenendgrundstücke... aber es wird hier auch jede Regierung, die kommen wird, auch wenn sie es ehrlich meinen sollte, die grössten Probleme mit diesen Sumpf der derzeitigen Korruption bekommen. Habe oft das Gefühl, dass einige oder gar viele Leute mit dem derzeitigen Zustand der Ukraine zufrieden sind, da sie davon sehr profitieren. Das Schlimmste was denen passieren kann, wenn hier einigermassen Ordnung in allen Bereichen geschaffen wird.

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