Allgemeines Diskussionsforumukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

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freedom
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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#101 Beitrag von freedom » Samstag 30. Oktober 2010, 03:07

Tilko hat geschrieben:
freedom hat geschrieben:
Tilko hat geschrieben:Warum sollten die "Volksvertreter" denen die Lebensmittel-Unternehmen gehöhren oder an denen sie Anteile besitzen ein Interesse haben das diese preiswert sind?

Warum soll man jemandem vertrauen (wählen), der als amtlicher Volksvertreter das Wohl der Mitmenschen unbeachtet lässt? [smilie=fool.gif]

Ganz einfach weil man denen die am lautesten brüllen und den dicksten Geldbeutel haben eher zuhört als dem Idealisten der es ehrlich meint sich aber nicht so präsentieren kann.
Ich hab Onkel Janik in Kiev beim Wahlkampf auf dem Maidan erlebt da kam ein Tross Busse, solche haben bei uns vieleicht!!! die Spitzenclubs der Bundesliga, etliche Limos der Marke "Sternchen" und ne Manschaft wie aus dem Ei gepellt. Sowas macht Eindruck auf die einfachen Menschen, man lässt sich halt zu schnell vom schönen Schein und Versprechungen täuschen.
Ich will jetzt nicht die Kollegen von den anderen Fraktionen in Schutz nehmen bei denen sah es nicht viel anders aus aber beim Janik hab ich das selbst erlebt.

Zugegeben, je ärmer die Bevölkerung desto größeren Eindruck macht solch eine Polit-Blender-Show. Die ganzen Mühen könnten sich aber alle sparen. Weder besteht irdische Macht ewig, noch lohnt es sich, Vertrauen in leere Versprechungen zu investieren. Beide Seiten leben in Illusionen, nur die Eine lebt besser. Fakt ist, gemeinsam (Staat und Volk) handelnd wäre die Ukraine ein blühendes Land zwischen Ost und West und niemand müsste leiden.

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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#102 Beitrag von Tilko » Samstag 30. Oktober 2010, 09:51

Siggi hat geschrieben:
Tilko hat geschrieben:Siggi WER zahlt schon gerne Steuern???

Das sollte keine Wertung. Schlicht und ergreifend meinte ich, der offizielle Verdienst der Reichen, ist oft erstaunlich gering.

Gruß
Siggi


Hab ich auch nicht als Wertung verstanden. Ich kenne solcher Fälle, ein Bekannter verdient offiziell ca. 10.000,-$/Monat, für ukr. Verhältnisse schon sehr ehrlich, in Wirklichkeit ist es eine Null mehr und sollte die Steuer-Polizei wieder Erwarten anklopfen freut sich der Mitarbeiter über ein nettes Zubrot.
Einige Bekannte haben sich auch schon nach Zypern verzogen oder nehmen die Dienste Lichtensteiner Firmen in Anspruch. Was ich davon moralisch, als kleines Licht, halte ist die eine Sache. Aber wenn ich ehrlich bin, in der Situation von Tschernowetzkyj und Konsorten würde ich genau so handeln auch wenn man sich jetzt noch so darüber aufregt.

Aber um das klar zu stellen solche Herrschaften sind ein sehr kleiner Anteil meiner Bekannten und Verwandeten in UA. Der überwiegende Teil sind ganz normale Leute die ihre Datschas auf dem Land bewirtschaften um dem Druck der steigenden Lebensmittel-Preise in den Städten nicht gänzlich ausgeliefert zu sein, vom geschmacklichen und gesundheitlichen mal ganz abgesehen entlastet es die Haushaltskasse erheblich.

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freedom
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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#103 Beitrag von freedom » Samstag 30. Oktober 2010, 20:18

Tilko hat geschrieben:Hab ich auch nicht als Wertung verstanden. Ich kenne solcher Fälle, ein Bekannter verdient offiziell ca. 10.000,-$/Monat, für ukr. Verhältnisse schon sehr ehrlich, in Wirklichkeit ist es eine Null mehr und sollte die Steuer-Polizei wieder Erwarten anklopfen freut sich der Mitarbeiter über ein nettes Zubrot.
Einige Bekannte haben sich auch schon nach Zypern verzogen oder nehmen die Dienste Lichtensteiner Firmen in Anspruch. Was ich davon moralisch, als kleines Licht, halte ist die eine Sache. Aber wenn ich ehrlich bin, in der Situation von Tschernowetzkyj und Konsorten würde ich genau so handeln auch wenn man sich jetzt noch so darüber aufregt.

Würde die gleiche Steuerunehrlichkeit auch dann bestehen, wenn gesichert wäre, dass die Steuereinnahmen tatsächlich zum Wohle der Allgemeinheit verwendet würden? Beispielsweise für den Bau und Unterhalt von Schulen, Schwimmbäder, Kinderspielplätze etc.

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Optimist
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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#104 Beitrag von Optimist » Samstag 30. Oktober 2010, 21:56

"Ich kenne solcher Fälle, ein Bekannter verdient offiziell ca. 10.000,-$/Monat, für ukr. Verhältnisse schon sehr ehrlich, in Wirklichkeit ist es eine Null mehr und sollte die Steuer-Polizei wieder Erwarten anklopfen freut sich der Mitarbeiter über ein nettes Zubrot."
Das würde mich nun wirklich interessieren, in welchem Job und bei welcher Branche kann man dies verdienen? "Verdienen" sowieso nicht, ich meine bekommen oder nehmen?

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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#105 Beitrag von Siggi » Sonntag 31. Oktober 2010, 09:16

freedom hat geschrieben:Würde die gleiche Steuerunehrlichkeit auch dann bestehen, wenn gesichert wäre, dass die Steuereinnahmen tatsächlich zum Wohle der Allgemeinheit verwendet würden?

Aber sicher, (fast) alle sparen Steuern, wo sie können - überall auf der Welt. Einige auch illegal, aber die Reichen (wenn sie gute Berater haben) meist legal.

Gruß
Siggi

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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#106 Beitrag von Siggi » Sonntag 31. Oktober 2010, 09:22

Optimist hat geschrieben:Das würde mich nun wirklich interessieren, in welchem Job und bei welcher Branche kann man dies verdienen? "Verdienen" sowieso nicht, ich meine bekommen oder nehmen?

Das sind natürlich alles Selbständige Tätigkeiten bei denen ein (zum Teil nicht unerhebliches) Startkapital und die richtigen Kontakte notwendig sind. Der Pate meiner Frau exportiert Holz in die baltischen Staaten. Die Gewinnspanne liegt bei ihm über 50%. Ein anderer Bekannter baut Häuser und verkauft(e) sie mit mehr als 100% Gewinn. Seit der Krise geht es nicht mehr gut, aber davor hat er viele Jahre wie die Made im Speck gelebt. Selbst ein kleines Restaurant in Schelkino bringt $50'000 p.a.!

Wenn ich die Lebensmittelpreise in UA so sehe, dann würden mich einmal die Erzeugerpreise interessieren, d.h. wo fällt der Großteil des Gewinns an? Im Handel oder beim Produzenten?

Gruß
Siggi

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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#107 Beitrag von Tilko » Sonntag 31. Oktober 2010, 09:34

Morgen alle miteinander.

Optimist erstmal mit dem ehrlich das bezog sich darauf das er überhaupt so viel angegeben hat und jetzt zu dem Job,
er ist beratend bei 2 sehr großen ukr. Unternehmen (natürlich auch noch anderen Firmen) tätig und Mitinhaber mehrerer Firmen. Eine davon produziert "Lebensmittel" in flüssiger Form (~)3 , das Gute er ist dabei recht normal geblieben was man von vielen "Neuen Ukrainern" nun wirklich nicht behaupten kann.
Das ist aber mein subjektiver Eindruck da ich kleines Würstchen nicht viele Leute kenne die soviel Geld verdienen.
Soweit ich das verstanden habe läst sich seine Firma nicht nur in Geld-Werten bezahlen sondern auch in Form von Aktienpacketen, da kann aber ein Banker mehr dazu sagen wie das funkt.

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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#108 Beitrag von Tilko » Sonntag 31. Oktober 2010, 09:59

Siggi hat geschrieben:Das sind natürlich alles Selbständige Tätigkeiten bei denen ein (zum Teil nicht unerhebliches) Startkapital und die richtigen Kontakte notwendig sind. Der Pate meiner Frau exportiert Holz in die baltischen Staaten. Die Gewinnspanne liegt bei ihm über 50%. Ein anderer Bekannter baut Häuser und verkauft(e) sie mit mehr als 100% Gewinn. Seit der Krise geht es nicht mehr gut, aber davor hat er viele Jahre wie die Made im Speck gelebt. Selbst ein kleines Restaurant in Schelkino bringt $50'000 p.a.!


Kann dir da nur zustimmen der Cousin meiner Frau machte auch in Holz und Weiterverarbeitung, bei dem dem war wärend der Krise fast Ende jetzt gehts wohl wieder aufwärts und die Autos werden wieder größer.

Siggi hat geschrieben:Wenn ich die Lebensmittelpreise in UA so sehe, dann würden mich einmal die Erzeugerpreise interessieren, d.h. wo fällt der Großteil des Gewinns an? Im Handel oder beim Produzenten?


Ich denke mal beim Handel aber vor allen beim "Veredler" sprich dem der aus dem Grundprodukt das Endprodukt zaubert und an den Handel weiterverkauft, du kennst ja die Löhne die in der UA in der Prod. gezahlt werden.
Ich weiss ja nicht wie das bei dir in Schelkino aussieht aber in Kiev kannst du viele Produkte in Geschäften kaufen die die Hersteller/Werke selber betreiben, das geht von Lebensmittel über Klamotten bis hin zu Schmuck. Die Peise sind niedriger aber im Schnitt nur etwa 10% - max. 20% aber wen man jede Kopeke umdrehen muss lohnt das allemal. Als Bsp. bei der Uni meiner
Frau war ein Werkverkauf für Brot und Backwaren, 80% der Kunden waren einfache Studenten, die Dozenten oder Rentner, die reichen Studenten gingen um die Ecke in den Nobel-Imbiss.

Tilko

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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#109 Beitrag von Siggi » Sonntag 31. Oktober 2010, 10:42

Hohe Lebensmittelpreise - Direktverkauf nur unwesentlich billiger - niedrige Löhne -> Das ist doch die hochprofitable Geschäftsidee für Optimist!

Gruß
Siggi

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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#110 Beitrag von Handrij » Sonntag 31. Oktober 2010, 13:21

Ich kenne ebenfalls eine Familie in Kiew, wo allein der Mann mit Möbeldesign 60.000 UAH im Monat verdient. Die Frau hat zudem noch einen Kunsthandel. Mit ihren beiden Kindern wohnen sie in Podol in einem der Hochhäuser auf der obersten Etage mit großer Terrasse. Sie geben ihr Geld aber nicht für große Autos aus. Ihr Lebensstil entspricht eher dem der gehobenen, gebildeten Mittelschicht in Deutschland. Fahrräder, Treckingtouren und Outdoorklamotten, statt Benz und dicke Goldketten.

Siggi hat geschrieben:Wenn ich die Lebensmittelpreise in UA so sehe, dann würden mich einmal die Erzeugerpreise interessieren, d.h. wo fällt der Großteil des Gewinns an? Im Handel oder beim Produzenten?

Nicht bei den kleinen Produzenten. Du hast in den letzten Jahren aber auch immer mehr Konzentrationsprozesse. Das heißt es gibt vollintegrierte Agrarkonzerne, die alle Prozesse von der Aussaat bis zum Verkauf von Brot oder Fleisch und dem Export in der Hand haben. Stichworte sind: Mryja, Nibulon, Astarta ...

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freedom
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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#111 Beitrag von freedom » Sonntag 31. Oktober 2010, 18:50

Siggi hat geschrieben:
freedom hat geschrieben:Würde die gleiche Steuerunehrlichkeit auch dann bestehen, wenn gesichert wäre, dass die Steuereinnahmen tatsächlich zum Wohle der Allgemeinheit verwendet würden?

Aber sicher, (fast) alle sparen Steuern, wo sie können - überall auf der Welt. Einige auch illegal, aber die Reichen (wenn sie gute Berater haben) meist legal.

Gibt es in der Ukraine unabhängige, vereidigte Buchprüfer?

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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#112 Beitrag von Siggi » Sonntag 31. Oktober 2010, 20:37

freedom hat geschrieben:Gibt es in der Ukraine unabhängige, vereidigte Buchprüfer?

Das ist nicht wichtig. Das noch aus Zeiten der SU stammende DBA mit Zypern eröffnet solche Gestaltungsmöglichkeiten, dass illegale Operationen im großen Maßstab nicht notwendig sind. Nicht ohne Grund ist Zypern ein Hauptinvestor in UA. Niemand in UA denkt meines Wissens daran, dieses DBA zu kündigen, um das größte Schlupfloch zu schliessen. Die meisten Politiker sind schließlich auch Unternehmer und man will sich ja nicht selbst schädigen.

Bekannte wickeln ihre Geschäfte über off-shore Firmen in Delaware ab mit konstanter, gewinnunabhängiger Versteuerung ab. Das funktioniert in DE schon Einführung des Außensteuergesetzes in den siebziger Jahren nicht mehr, welches die steuerlich abschirmende Wirkung von ausländischen Kapitalgesellschaften ohne aktiven Geschäftsbetrieb aufhebt.

Der Kleingewerbetreibende bezahlt bis 500'000UAH Umsatz p.a. gewinnunabhängig nur lächerliche 200UAH im Monat (keine Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Kapitalertragsteuer, Körperschaftsteuer, Mehrwertsteuer, etc.). Ehepaare können zwei Kleinunternehmen gründen und damit ca. 100'000 Euro bei einer steuerlichen Belastung von ca. 500 Euro jährlich erzielen. Das sind schon Bedingungen fast so, wie in einer klassischen Steueroase.

Nur der Arbeitnehmer zahlt 15% Flat Tax, wobei es kein steuerfreies Existenzminimum gibt. Für die Mehrzahl der Einwohner ist das viel (weil ihr Verdienst so niedrig ist, dass sie in vielen anderen Staaten nichts zahlen müssten). Für die Besserverdienenden ist es einer der niedrigsten Steuersätze in Europa.

Gruß
Siggi

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freedom
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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#113 Beitrag von freedom » Montag 1. November 2010, 01:26

Siggi hat geschrieben:
freedom hat geschrieben:Gibt es in der Ukraine unabhängige, vereidigte Buchprüfer?

Das ist nicht wichtig. Das noch aus Zeiten der SU stammende DBA mit Zypern eröffnet solche Gestaltungsmöglichkeiten, dass illegale Operationen im großen Maßstab nicht notwendig sind. ... Für die Besserverdienenden ist es einer der niedrigsten Steuersätze in Europa.

Bei dieser Steuerungerechtigkeit braucht sich niemand über die hohen Lebensmittelpreise und die Ablehnung des EU-Beitritts von einigen Interessengruppen wundern.
Unter diesen Bedingungen gestaltet sich eine Politik, die sich am Wohle des gesamten Volkes orientert, ungeheuer schwierig. Sofern diese überhaupt tätig sein soll.
Es gibt Stimmen, die behaupten, zu ukrainischen Sowjetzeiten besser gelebt zu haben als heute, weil es immer genug zu essen gab. Das mag zwar aus deren Sicht so gewesen sein, doch sicher nicht für den Großteil der Bevölkerung. Unbezahlbare Lebensmittelpreise können jedenfalls nicht im Einklang mit der ukrainischen Verfassung stehen.

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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#114 Beitrag von UAFRIEND » Montag 1. November 2010, 11:04

Vergiss aber mal nicht, das es eben jene "kleingewerbe treibende" oder Unternehmer sind, welche vieles von dem Geld wieder in den Steuerkreislauf bringen!

Seien es Autos , Neubauten, oder neue Geschäfte , und damit auch Arbeitsplätze!

Der Staat (so sieht es zum aus.) versucht den vermögenden Teil im Land zu behalten , was ich auch nachvoll ziehen kann.

Nicht jedes Land, wagt es so sehr seine Mittelschicht und besserv verdiener zu schröpfen wie wir NONO Hier liegt der Spitzensteuersatz bei skandalösen 45 % , + 5,5 % Soli (von den 45), sind wir bei brutalen 47,5 % belastung!Auch ausser ordentlich fair , quasi die andere Seite der Medaille (UA andere).

Wenn in zig Jahren meine "Investitionen" abbezahlt sind, werd auch ich Deutschland den Rücken kehren, das weiss auch ich sicher, das hier ist ein totes Land (aber nicht abwegen).

Die fairste Lösung, wären z.b. 10% vom Einkommen /Gewinn für besser verdienende und Selbständige, z.b. bis 500 k G, und ab 1,5 15 %.

Wäre eine moderate lösung, aber wird so schnell eh nicht passieren.

Mit Gruss
UAF

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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#115 Beitrag von Siggi » Montag 1. November 2010, 12:48

In UA denkt man aktuell über eine Erhöhung der Steuern für das vereinfachte Besteuerungssystem nach. Eine Bekannte, ihres Zeichens Buchhalterin bei mehreren Kleinunternehmen, berichtete mir, dass sie dann wohl die meisten Auftraggeber verlieren würde. Die Leute würden die Geschäfte dann eben vollständig schwarz abwickeln. Diesen Mentalitätsunterschied darf man nicht vergessen: Erhöht man in DE die Steuern um X%, so kann man ausrechnen, wieviel Mehreinnahmen das im nächsten Jahr generiert. In UA kann eine Steuererhöhung aber zu Mindereinnahmen führen! (Das ist aber in vielen anderen Ländern genauso. Man darf UA in Bezug auf die Steuermoral nicht mit EU-Industrienationen vergleichen.)

Gruß
Siggi

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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#116 Beitrag von Handrij » Montag 1. November 2010, 13:00

Zur neuen Steuergesetzgebung gibt es eine kürzere Analyse bei der Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links .... Leider ist die Nr. 26 noch nicht online auf der Seite. Daher hier im Anhang ...
Newsletter_26_2010 Deutsche Beratergruppe.pdf
Newsletter Deutsche Beratergruppe
(49.37 KiB) 142-mal heruntergeladen
Newsletter_26_2010 Deutsche Beratergruppe.pdf
Newsletter Deutsche Beratergruppe
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Nicht vergessen werden sollte bei dem ganzen "Gejammer" der "kleinen" Unternehmer, dass sich viele hinter dieser pauschalen Steuer verstecken, auch wenn sie mehr Einnahmen haben. Schwarz wird in der Ukraine so oder so verdient und nach der Einführung soll es ja erst einmal eine fünfjährige Steuerbefreiung für Kleinunternehmen geben. Am Wochenende hat Asarow Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ..., dass man IWF Vorschläge berücksichtigen wird.

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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#117 Beitrag von Siggi » Montag 1. November 2010, 14:02

Handrij hat geschrieben:Nicht vergessen werden sollte bei dem ganzen "Gejammer" der "kleinen" Unternehmer, dass sich viele hinter dieser pauschalen Steuer verstecken, auch wenn sie mehr Einnahmen haben.

Das ist korrekt. Es war gängige Praxis, Gewinne über Stroh-Kleinunternehmen quasi steuerfrei abzuziehen!

Danke für den Link zum PDF Dokument! Was mir noch nicht ganz klar ist: Beziehen sich die 5 Jahre Steuerferien nur auf die Unternehmenssteuern? Müssen also ausgeschüttete Gewinne mit 15 bzw. 17% versteuert werden oder sind die Gewinne aus Umsätzen bis zu 3UAH auch bei Zufluß zu Privatpersonen gänzlich steuerbefreit?

Gruß
Siggi

P.S: Vielleicht die Steuerdiskussion abtrennen, dass diese nicht untergeht?

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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#118 Beitrag von Handrij » Montag 1. November 2010, 17:00

Siggi hat geschrieben:P.S: Vielleicht die Steuerdiskussion abtrennen, dass diese nicht untergeht?

Erledigt: der neue Thread findet sich hier

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freedom
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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#119 Beitrag von freedom » Mittwoch 3. November 2010, 02:31

Handrij hat geschrieben:
Siggi hat geschrieben:P.S: Vielleicht die Steuerdiskussion abtrennen, dass diese nicht untergeht?

Erledigt: der neue Thread findet sich hier

Sind die rasant gestiegenen Lebensmittelpreise landesweit anzutreffen, und wird sich durch die Kommunalwahlen vom vergangenen Sonntag etwas positiv in Richtung Lebensmittelpreise ändern?

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Optimist
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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#120 Beitrag von Optimist » Samstag 6. November 2010, 19:49


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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#121 Beitrag von ua-sports » Sonntag 7. November 2010, 17:06

Optimist hat geschrieben:Da hab ich was: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...


05-11-2010 11:53 Zahlreiche Gerüchte bewahrheiteten sich: Führende Großhändler von Molkereiprodukten kassierten überzogene Preise
Kartellamt verpflichtete skrupellose Geschäftsleute zu Preissenkungen.


ist nicht so komisch, einige der Molkereien verkaufen Ihre Milch an deutsche Molkerein, die dann wieder einen Teil frisch abgefüllt,
verpackt und neu gekennzeichnet in die Ukraine schicken und das Ganze HIN und HER macht eben einige Produkte nicht so preiswert!

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freedom
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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#122 Beitrag von freedom » Dienstag 9. November 2010, 01:27

Optimist hat geschrieben:Da hab ich was: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...

Danke! Da stellt sich doch die Frage der Grenze zwischen vernünftigen Preisen und grenzenlosem Profitstreben.

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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#123 Beitrag von freedom » Dienstag 9. November 2010, 01:32

ua-sports hat geschrieben: 05-11-2010 11:53 Zahlreiche Gerüchte bewahrheiteten sich: Führende Großhändler von Molkereiprodukten kassierten überzogene Preise
Kartellamt verpflichtete skrupellose Geschäftsleute zu Preissenkungen.

Ist nicht so komisch, einige der Molkereien verkaufen Ihre Milch an deutsche Molkerein, die dann wieder einen Teil frisch abgefüllt,
verpackt und neu gekennzeichnet in die Ukraine schicken und das Ganze HIN und HER macht eben einige Produkte nicht so preiswert!

Diese Tranportiererei soll kostengünstiger sein als der Einkauf von deutscher Milch?

За Україну! [smilie=ukr_prapor]

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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#124 Beitrag von Optimist » Sonntag 14. November 2010, 00:02

Das ist wohl die Auswirkung von staatlicher und internationaler Förderung von Ex- und Import einiger Produkte. Macht die Produkte nicht billiger, aber die Fördergelder streichen die Produzenten ein. Habe so ein Beispiel in Deutschland von Nudeln gehöhrt, diese wurden nach Italien exportiert und dann wieder zurück nach Deutschland,....also da wo der Staat bzw. die Politik seine Finger in die Wirtschaft steckt muss man oft mit undurchdachten Tatsachen rechnen. Vieles ist zwar gut gemeint aber funktioniert leider nicht.

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freedom
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Re: ukrainische Lebensmittelpreise steigen rasant!

#125 Beitrag von freedom » Sonntag 14. November 2010, 18:59

Optimist hat geschrieben:Das ist wohl die Auswirkung von staatlicher und internationaler Förderung von Ex- und Import einiger Produkte. Macht die Produkte nicht billiger, aber die Fördergelder streichen die Produzenten ein. Habe so ein Beispiel in Deutschland von Nudeln gehöhrt, diese wurden nach Italien exportiert und dann wieder zurück nach Deutschland,....also da wo der Staat bzw. die Politik seine Finger in die Wirtschaft steckt muss man oft mit undurchdachten Tatsachen rechnen. Vieles ist zwar gut gemeint aber funktioniert leider nicht.

Es wird mit Sicherheit einen Zusammenhang zwischen schlechter Ernte, gestiegenen Viehfutterpreisen und Kosten für Lebensmittelproduktion geben. Erfolgt in der Ukraine eine Subvention der Bauern wie in Deutschland? Dass Bauern in Deutschland ihre Milch vernichten mussten, weil die Einkaufspreise von den Discountern in den Keller gingen, ist schändlich genug. Passiert das auch in der Ukraine?

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