Kultur, Religion und GeschichteUnter der Schlacke der Utopie

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Handrij
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Ukraine

Unter der Schlacke der Utopie

#1 Beitrag von Handrij » Montag 26. September 2011, 13:55

Es gibt Länder, auf denen lastet ein Fluch: Gedanken bei einer Reise durch die Ukraine / Von Andrzej Stasiuk

Mein Freund, der ukrainische Autor Taras Prochasko, hat in seinem letzten Buch eine recht gewagte These formuliert. Wenn Deutschland den letzten Krieg gewonnen hätte, schrieb er, würde sich die Ukraine heute im europäischen Kulturkreis befinden. Diese These weckte anfangs meinen heftigen Widerspruch. Natürlich war mir klar, dass Polen und die Ukraine im Zweiten Weltkrieg ganz unterschiedliche Schicksale hatten. Hitler kokettierte gewissermaßen mit den Ukrainern, er wollte sie mit einer Art von rudimentärer Autonomie locken (jedenfalls kam den Ukrainern das so vor), er stellte ukrainische SS-Einheiten und eine Vielzahl von Hilfs- und Polizeiformationen auf.
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Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte, gäbe es keine Ukrainer, sondern nur kleine blonde, blauäugige Inzuchtkinder ....

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eurojoseph
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Re: Unter der Schlacke der Utopie

#2 Beitrag von eurojoseph » Dienstag 27. September 2011, 21:45

Handrij hat geschrieben:
Es gibt Länder, auf denen lastet ein Fluch: Gedanken bei einer Reise durch die Ukraine / Von Andrzej Stasiuk

Mein Freund, der ukrainische Autor Taras Prochasko, hat in seinem letzten Buch eine recht gewagte These formuliert. Wenn Deutschland den letzten Krieg gewonnen hätte, schrieb er, würde sich die Ukraine heute im europäischen Kulturkreis befinden. Diese These weckte anfangs meinen heftigen Widerspruch. Natürlich war mir klar, dass Polen und die Ukraine im Zweiten Weltkrieg ganz unterschiedliche Schicksale hatten. Hitler kokettierte gewissermaßen mit den Ukrainern, er wollte sie mit einer Art von rudimentärer Autonomie locken (jedenfalls kam den Ukrainern das so vor), er stellte ukrainische SS-Einheiten und eine Vielzahl von Hilfs- und Polizeiformationen auf.
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Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte, gäbe es keine Ukrainer, sondern nur kleine blonde, blauäugige Inzuchtkinder ....
Sie haben recht, aber es wäre gut gewesen, wenn der Westen zugesehen hätte wie sich die Deutschen und Russen aneinander aufgerieben hätten, und wäre dann gemeinsam (hauptsächlich US und GB ) darangegangen die SU zu befreien und zu zerschlagen, und vor allem auchStalin und dessen Mörderbande ebenfalls den Prozess zu machen, so wie in Nürnberg....
Nun es war eine verlorene Chance....Der Ukraine, dem Baltikum, Moldawien, dem Kaukasus und ganz Osteuropa wär viel Leid erspart geblieben, sozusagen lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende - zumindest über Jahrzehnte...

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stefko
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Re: Unter der Schlacke der Utopie

#3 Beitrag von stefko » Dienstag 4. Oktober 2011, 15:13

Handrij hat geschrieben:
Es gibt Länder, auf denen lastet ein Fluch: Gedanken bei einer Reise durch die Ukraine / Von Andrzej Stasiuk

Mein Freund, der ukrainische Autor Taras Prochasko, hat in seinem letzten Buch eine recht gewagte These formuliert. Wenn Deutschland den letzten Krieg gewonnen hätte, schrieb er, würde sich die Ukraine heute im europäischen Kulturkreis befinden.
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Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte, gäbe es keine Ukrainer, sondern nur kleine blonde, blauäugige Inzuchtkinder ....
Nachdem ich Prochasko auch persönlich kennengelernt habe, bin ich 100% überzeugt, dass diese Aussage ironisch gemeint ist. Es drückt nicht eine Sympathie für Hitler aus, sondern die verbreiteten Vorurteile über die Deutschen: dass sie humorlos sind, mit Lebensfreude nichts anfangen können, aber dafür ordentlich, genau und pünktlich.

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Optimist
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Re: Unter der Schlacke der Utopie

#4 Beitrag von Optimist » Dienstag 4. Oktober 2011, 20:57

Es würde dieser, unserer Welt schon helfen, wenn nicht Idioten und Grössenwahnsinnige an die Macht kommen und auch noch ein Teil des Volkes hinter ihnen herläuft!

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UlrichWW56244
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Re: Unter der Schlacke der Utopie

#5 Beitrag von UlrichWW56244 » Sonntag 9. Oktober 2011, 15:36

Optimist hat geschrieben:Es würde dieser, unserer Welt schon helfen, wenn nicht Idioten und Grössenwahnsinnige an die Macht kommen und auch noch ein Teil des Volkes hinter ihnen herläuft!

Das wundert mich bei Putin auch immer, dass SO VIELE hinter ihm herlaufen

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Re: Unter der Schlacke der Utopie

#6 Beitrag von Sonnenblume » Sonntag 9. Oktober 2011, 20:43

UlrichWW56244 hat geschrieben: Das wundert mich bei Putin auch immer, dass SO VIELE hinter ihm herlaufen
Sie laufen ihm nicht hinterher, sie haben einfach in jüngerer Vergangenheit schon viel Schlimmeres gehabt.

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Re: Unter der Schlacke der Utopie

#7 Beitrag von mbert » Sonntag 9. Oktober 2011, 21:29

Sonnenblume hat geschrieben:
UlrichWW56244 hat geschrieben: Das wundert mich bei Putin auch immer, dass SO VIELE hinter ihm herlaufen
Sie laufen ihm nicht hinterher, sie haben einfach in jüngerer Vergangenheit schon viel Schlimmeres gehabt.
Und wenn ihm jetzt schon lange nicht mehr so viele hinterherlaufen, hat es nur noch begrenzte Auswirkungen, da es damals viel schlimmer war und der Gedanke an die Bewahrung der gerade erst erworbenen Demokratie als eher unwichtig galt. Nun ist es (fast?) zu spät...
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Unter der Schlacke der Utopie

#8 Beitrag von UlrichWW56244 » Montag 10. Oktober 2011, 09:14

Sonnenblume hat geschrieben:
UlrichWW56244 hat geschrieben: Das wundert mich bei Putin auch immer, dass SO VIELE hinter ihm herlaufen
Sie laufen ihm nicht hinterher, sie haben einfach in jüngerer Vergangenheit schon viel Schlimmeres gehabt.
Hmmm, die Pressefreiheit tendiert gegen Null, Persoenlichkeitsrechte werden willkuerlich behandelt, es gibt nur ein ENTWEDER FUER MICH ODER GEGEN MICH , das Affentheater mit mal bin ich Praesident mal nicht. Der Staat ist laengst eine Marionette in Putins Haenden, nur ist er als gelernter Geheimdienstler etwas subtiler, was die Ausuebung seiner Macht betrifft. Und wie gesagt, er sprach in einem Interview von der Restitution Russlands in der Grenzen der ehemaligen Sowjetunion.

Sollte es zu einer oekonomischen Allianz Russland-China kommen, was bei dem Energiehunger Chinas sicher kommt, wer will DANN Putin aufhalten, seine Plaene sukzessive umzusetzen?

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Re: Unter der Schlacke der Utopie

#9 Beitrag von Sonnenblume » Montag 10. Oktober 2011, 11:39

UlrichWW56244 hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:
UlrichWW56244 hat geschrieben: Das wundert mich bei Putin auch immer, dass SO VIELE hinter ihm herlaufen
Sie laufen ihm nicht hinterher, sie haben einfach in jüngerer Vergangenheit schon viel Schlimmeres gehabt.
Hmmm, die Pressefreiheit tendiert gegen Null, Persoenlichkeitsrechte werden willkuerlich behandelt, es gibt nur ein ENTWEDER FUER MICH ODER GEGEN MICH , das Affentheater mit mal bin ich Praesident mal nicht. Der Staat ist laengst eine Marionette in Putins Haenden, nur ist er als gelernter Geheimdienstler etwas subtiler, was die Ausuebung seiner Macht betrifft. Und wie gesagt, er sprach in einem Interview von der Restitution Russlands in der Grenzen der ehemaligen Sowjetunion.

Sollte es zu einer oekonomischen Allianz Russland-China kommen, was bei dem Energiehunger Chinas sicher kommt, wer will DANN Putin aufhalten, seine Plaene sukzessive umzusetzen?
Weißt du, wir können uns wünschen was wir wollen und natürlich wären viele unabhängige demokratische Staaten, die in Frieden zusammenarbeiten, wünschenswert, aber die Welt ist nicht so. Hier bestimmt der Stärkere, was geschieht. Man muß sich überlegen, was einem wichtig ist und wie man sich unter diesen Bedingungen einrichten will.
Und wenn man allein zu schwach ist, um gegen einen vermeintlich Stärkeren zu bestehen, dann muß man sich Verbündete suchen. Und wenn diese auch ihre Vorstellungen von Zusammenarbeit haben, dann muß man eben auch mal Kompromisse machen und denen nicht auch noch vor den Koffer sch...! Nur immer die Hand aufhalten, keine Gegenleistung bringen und sich dann als Opfer darstellen - das funktioniert nicht.
Und das ist im Großen wie im Kleinen so.

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Re: Unter der Schlacke der Utopie

#10 Beitrag von UlrichWW56244 » Montag 10. Oktober 2011, 12:27

Nun, hier kommst du zu einem Kernpunkt. Du sagst Hier bestimmt der Staerkere genau deswegen gibt es eine UNO, weil einmal Staerkere bestimmten, was passiert, und wenn es auch nur fuer ein paar jahre war, so hat es doch Millionen von Toten gefordert. Der Kompromis dient ja meist nur der Starken, der Schwaechere muss sich beugen. Ein wirkliches adaequates Miteinander , politisch gesehen, muss sich aber von diesen mittelalterlichen Vorstellungen loesen, weil diese Welt ansonsten in die Anarchie einer hemmungslosen Ellbogengesellschaft verfaellt. Ich denke auch einfach, dass die Zeiten dieser : Ich hab aber mehr Panzer und mehr Oel als du / Politiker vorbei ist, das oel ist nach neuesten Schaetzungen in ca 60 Jahren alle, und ja, da is auch Sibirien mit eingeschlossen :). Das schwrze gold versickert in den Auspuffgasen der schweren Limousinen und Landrover der ewig hungrigen. Und jetzt beginnt schon der Kampf um andere ressourcen, territorien. Agrarland wird zunehmend wichtiger werden in einer gesellschaft, in der sich die Globalisierung mangels Duesenantrieb langsam aber sicher erledigt. Es geht schon lange nicht mehr um diese kruzfristige Planung. Es geht um die Schaffung einer breiten, oekonomischen Basis, die das Ueberleben der Nationen sichert. Hier spielt natuerlich die Ukraine fuer Russland eine extrem wichtige Rolle, da es zwar territorial sehr ausgedenhnt ist, aber ueber verhaeltnismaessig wenig wirklich fruchtbaren Ackerboden verfuegt. Wer heute noch so blauaeugig ist und in Russland den lieben Nachbarn sieht, der gerne mal mit ein paar rubelchen aushilft, damit es wieder besser geht, der darf sich nicht wundern, dass er irgendwann wirklich mal ein blaues Auge hat/

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Re: Unter der Schlacke der Utopie

#11 Beitrag von Sonnenblume » Montag 10. Oktober 2011, 12:52

UlrichWW56244 hat geschrieben: Ein wirkliches adaequates Miteinander , politisch gesehen, muss sich aber von diesen mittelalterlichen Vorstellungen loesen...
Da sind wir uns ja einig,
UlrichWW56244 hat geschrieben:...weil diese Welt ansonsten in die Anarchie einer hemmungslosen Ellbogengesellschaft verfaellt.
Aber ist es nicht schon längst so weit oder besser gesagt, war es nicht schon immer so?
UlrichWW56244 hat geschrieben:Wer heute noch so blauaeugig ist und in Russland den lieben Nachbarn sieht, der gerne mal mit ein paar rubelchen aushilft, damit es wieder besser geht, der darf sich nicht wundern, dass er irgendwann wirklich mal ein blaues Auge hat/
So blauäugig ist keiner, keine Sorge.

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