Berichte und Reisetipps | Was tun bei Unfall in der Ukraine?

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Kurt Simmchen - galizier
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Was tun bei Unfall in der Ukraine?

#1 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Montag 14. Mai 2012, 16:02

Das erhöhte Verkehrsaufkommen wird auch einige Unfälle mit sich bringen.
Generell rate ich allen Fahrern gerade in dieser Zeit auf alle Zeichen und Ordnungen zu achten, denn ich rechne mit erhöhtem Kontrolldruck seitens der Polizei.
Schlimmer aber, es wird auch sehr real sein, dass Unfallprovokateure unterwegs sein werden.

Gebt lieber einmal nach als auf dem Recht der STVO zu beharren

Wer noch nie in der UA war sollte vor allem an drei Stellen sehr vorsichtig sein.
1. KreisverkehreHier gibt es noch verbreitet den „sowjetischen“ Kreisverkehr. Die Besonderheit ist, dass Vorfahrt hat wer in den Kreis fährt und wer rausfährt warten muss. Ursache liegt in der Kontrollomanie der Miliz seinerzeit, die an großen Kreisverkehren ihre Kontrollposten hatte. Also genau auf die Beschilderung achten. Sicherheitshalber auf das Verhalten der Ortsansässigen.
Selbst in einer Stadt können beide Varianten existent sein.
2. Zweispurige StraßenIn alten Zeiten wurde den Fahrern gelehrt, dass wer von rechts kommt Vorfahrt hat, auch auf der zweispurigen Straße. Das ist im Widerspruch zu unserer Praxis zu Fahrtrichtungsänderungen. Erschreckt nicht, wenn plötzlich der rechts von Euch fahrende Bus oder LKW ohne Rücksicht nach links kommt weil auf seiner Seite ein Hindernis erscheint.
Beachtet die nicht benutzte rechte Fahrbahn ständig mit.
3. BusseSeit kurzem dürfen Busse nach kurzem Blinken in den Verkehr zurück aus der Bustasche.
Man sagt 3x Blinken und dann los. Aber viele Busfahrer können nicht zählen.

Doch nun zu einem kürzlich erlebten Unfall.
Ich war auf einem Parplatz unaufmerkasam und stieß an einen Mitsubishi Pajero Sport.
Leichter Anstoß. Großes Geschrei.

Polizei gerufen und Aufnahme von Schaden und Ereignis.
Da ich der Verursacher war, muss mir das zuständige Gericht eine Strafe aussprechen. Geht nur bei Gericht. Normalerweise bei Touristen am nächsten Tag. Dazu werden Zulassung und Fahrerlaubnis einbehalten um ein Verbleiben am Gerichtsort zu sichern.

Da ich aber via PMSch Resident bin kann das zu einem späteren Termin per Ladung erfolgen.
Ich konnte dadurch meine Papiere behalten.

Nun begann das Verhandeln über den Schaden.
Ich wollte das aber in Ruhe mit meiner deutschen Versicherung besprechen. Dazu verlangte ich den Kostenvoranschlag einer Werkstatt.
Der wurde mir gebracht. 14500 Grivna für eine Stoßstange, die Lampe und den Kühlergrill und die Arbeit, einschließlich lackieren. Also für D eine Summe von 1450Euro. Da begann ich schon wegen der Schadensfreiheitklasse zu rechnen und werde selbst bezahlen.

Nun aber die Überraschung. Die Rechnung war fast dreimal so hoch wie nötig.
Als wir selbst an drei Stellen die Preise erfragten, bekamen wir einen Schock.
Hier die Beispiele in Grivna:

Bezeichnung Preis Angebot Preis auf Nachfrage
In Grivna

Stoßstange mit Befestigungen 3.500,00 1250,00
Befestigungsträger 2.455,00 1000,00
Scheinwerfer links 4.490,00 1050,00
Kühlergrill 2.562,00 650,00

Aus den erst geforderten 1450 Euro wurden so 510 Euro.

Sicher ist es in der UA ratsam sich bei so etwas Zeit zunehmen und auch anwaltlichen Rat.
Bildet wegen der Zeugenschaft Fahrgemeinschaften aus mehreren Fahrzeugen.
Der Beifahrer sollte als potentieller Zeuge genauso nüchtern sein wie der Fahrer.
In der UA gilt 0,00%. Der nüchterne Zeuge ist besser.
Alkohol wir immer sofort am Ort geprüft. Gibt es eine Anzeige im Gerät, dann geht es automatisch zur Blutentnahme.
Besteht immer auch auf der Kontrolle des UA-Beteiligten.

Immer einen Fotoapparat griffbereit haben. Alle Details aufnehmen. Bremsspuren sichern.
Ich habe in der Werkzeugtasche immer einen Farbspray und Kreide.
Zuerst feststellen und sichern, wer am Steuer saß. Ich habe schon ganz schnelle Wechsel gesehen

Bei einer Soforteinigung am Unfallort immer aber die Endgültigkeit der Forderung bestätigen lassen.

Ansonsten nichts versprechen und nichts unterschreiben. Immer auf die Versicherung verweisen.

Wenn Ihr Verursacher seid, kann es auch passieren, dass das KFZ bei der Polizei sichergestellt wird.
Dann bekommt Ihr aber ein Protokoll über die Sicherstellung und damit könnt Ihr ausreisen.

Letzter Rat
Macht Euch ein Telefon- und Adressverzeichnis mit den wichtigsten Nummern für Eure Betreuung.
1. Botschaft und Konsulate
2. Hotlines der Versicherungen in der Heimat
3. Hotlines der Versicherungen in der UA, wie auf der Grünen Karte, sind oft veraltet, lasst Euch neue durch die Direktionen in D geben, oder lasst die Aktualität bestätigen.
4. Erfasst via Internet die Verbindungsdaten zu deutschen Anwaltskanzleien in der UA an Euren Zielorten
5. Überprüft den Sanikasten und steckt lieber etwas mehr ein.
Die schnelle Hilfe auf dem flachen Land ist nur wie eine Sterbehilfe ausgestattet. Bei einem Unfall 2006 musste ich meinen Kasten öffnen, damit ich steriles Material bekam.

Bester Rat

Überlasst das Rasen und Rechthaben den anderen.

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Re: Was tun bei Unfall in der Ukraine?

#2 Beitragvon Handrij » Montag 14. Mai 2012, 16:12

Bei den Tipps fällt mir gerade noch ein, dass Autos hier einen Feuerlöscher mitführen sollen. Bin mir nicht sicher, inwieweit das bei ausländischen Fahrzeugen überprüft wird. Hatte nur letztens einen Mietwagen und der Angestellte hat mich extra auf den vorhandenen Feuerlöscher hingewiesen.

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Re: Was tun bei Unfall in der Ukraine?

#3 Beitragvon lev » Montag 14. Mai 2012, 18:08

Handrij hat geschrieben:Bei den Tipps fällt mir gerade noch ein, dass Autos hier einen Feuerlöscher mitführen sollen. Bin mir nicht sicher, inwieweit das bei ausländischen Fahrzeugen überprüft wird. Hatte nur letztens einen Mietwagen und der Angestellte hat mich extra auf den vorhandenen Feuerlöscher hingewiesen.

Ja, kann ich bestätigen. Man muß in UA einen Feuerlöscher mitführen und ich wurde diesbezüglich auch schon zweimal kontrolliert. Das erste mal hatte ich Glück. Da ich mir sicher war einen dabei zu haben, ging ich völlig entspannt zum Kofferraum und wollte ihn zeigen. Ich fing an, im rappelvollem Kofferaum zu suchen, was den Milizionär aber sichtlich nervte und dann abwinkte mit den Worten: щасливої ​​дороги.
Als ich bei Ankunft in Lviv den Kofferaum ausräumte stellte ich fest, dass ich keinen dabei hatte.
Seitdem, ist er immer im Auto, auch in Deutschland.

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Re: Was tun bei Unfall in der Ukraine?

#4 Beitragvon rastwatwatri » Montag 14. Mai 2012, 18:42

lev hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben:Bei den Tipps fällt mir gerade noch ein, dass Autos hier einen Feuerlöscher mitführen sollen. Bin mir nicht sicher, inwieweit das bei ausländischen Fahrzeugen überprüft wird. Hatte nur letztens einen Mietwagen und der Angestellte hat mich extra auf den vorhandenen Feuerlöscher hingewiesen.

Ja, kann ich bestätigen. Man muß in UA einen Feuerlöscher mitführen und ich wurde diesbezüglich auch schon zweimal kontrolliert. Das erste mal hatte ich Glück. Da ich mir sicher war einen dabei zu haben, ging ich völlig entspannt zum Kofferraum und wollte ihn zeigen. Ich fing an, im rappelvollem Kofferaum zu suchen, was den Milizionär aber sichtlich nervte und dann abwinkte mit den Worten: щасливої ​​дороги.
Als ich bei Ankunft in Lviv den Kofferaum ausräumte stellte ich fest, dass ich keinen dabei hatte.
Seitdem, ist er immer im Auto, auch in Deutschland.


ICH HATTE SEIT meinen 17 REISEN, NIE einen Feuerlöscher MIT ROFL
Wurde dazu auch nie befragt! :)

Ich denke aber, jetzt zur EURO-Fussballzeit werden die Hüter der Straßen verstärkt auf den Straßen stehen,
um den Touristen mal zu zeigen, das man mit den nötige Scheinchen auch weit kommen kann! DANCE

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Re: Was tun bei Unfall in der Ukraine?

#5 Beitragvon Handrij » Montag 14. Mai 2012, 21:51

Ich würde mal nicht so negativ denken. Denkbar ist auch, dass es eine Anweisung von ganz oben gibt, dass Ausländer während der EURO nur im Extremfall anzurühren sind. Das Image ist so schon genug im Eimer (jaja, ich weiß: ist der Ruf erst ruiniert ...).
Etwas anderes sind die von galizier erwähnten provozierten Unfälle. Das könnte wirklich in Einzelfällen Probleme verursachen. Doch würde ich hier - naiverweise - nicht von einem Massenphänomen ausgehen. Die meisten Ukrainer und auch die Verkehrspolizisten sind doch eher froh, dass mal ein paar mehr Ausländer im Lande vorbeischauen.

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Kurt Simmchen - galizier
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Re: Was tun bei Unfall in der Ukraine?

#6 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Montag 14. Mai 2012, 22:49

Feuerlöscher sind in Autos mit deutschem Kennzeichen nicht erforderlich, da immer die Bestimmungen des Zulassungslandes gelten.
Fahre auch seit 14 Jahren in der UA ohne Feuerlöscher.

Kontrolliert aber das Verfallsdatum des Sanikasten.

Nehmt das mit den provozierten Unfällen nicht auf die leichte Schulter.

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Optimist
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Re: Was tun bei Unfall in der Ukraine?

#7 Beitragvon Optimist » Donnerstag 17. Mai 2012, 18:24

Auch wenn man hier an einem Unfall keine Schuld trägt hat man schlechte Karten. Soviel ich weiss sind hier sehr viele Fahrzeuge ( jedes 7.) nicht oder unzureichend versichert. Glaube, aber weiss es nicht sicher, bei vielen ersetzt die Versicherung nur maximal 5000 $ Schadenshöhe.
Aber vielleicht weiss das einer genauer.
In jedem Fall wird ein Unfall hier sehr unangenehm, auch wenn man keine Schuld hat!

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Re: Was tun bei Unfall in der Ukraine?

#8 Beitragvon Breezeman » Dienstag 22. Mai 2012, 02:14

Na das macht mir ja große Hoffnung für unsere Tour in der wir ca. 6.000km zurücklegen wollen.
Wie wird denn so ein Unfall provoziert?
Die suchen sich ja garantiert eher Opfer die mit teuren Autos unterwegs sind.
Bremsen die einen dann aus oder wie geht das vonstatten?
Das ärgerlichste wäre ja dort festzuhängen und womöglich das nächste Spiel zu verpassen...

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Kurt Simmchen - galizier
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Re: Was tun bei Unfall in der Ukraine?

#9 Beitragvon Kurt Simmchen - galizier » Dienstag 22. Mai 2012, 07:48

Lies den Eingangsartikel und beachte die Vorfahrten.
Wichtig ist einzig und allein die deutsche Nummer und damit die deutsche Versicherung und Eure Eile.
Viele Fahrzeuge haben keine ausreichende rückwärtige Beleuchtung und damit auch keine Bremsleuchten.

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Re: Was tun bei Unfall in der Ukraine?

#10 Beitragvon Optimist » Dienstag 22. Mai 2012, 15:50

Wir wollen hier keine Angst verbreiten aber doch zu grösster Vorsicht raten, weil das Autofahren in der Ukraine nicht so entspannt abläuft wie in Deutschland. Deshalb 100% Konzentration. Das dichte Auffahren und die Lichthupe ist hier sehr verbreitet um sich freie Fahrt zu erkämpfen. Lasst Euch nicht provozieren und provoziert andere nicht, hier gibt es auch sehr viele Hitzköpfe mit deren Reaktion man einfach nicht rechnet!
Wenn Ihr alle diese Hinweise beherzigt wird es keine Probleme geben!
Auf alle Fälle wünschen wir allzeit gute Fahrt!

Noch ein kleiner Hinweis, wenn Ihr vom Gegenverkehr angeblinkt werdet, nicht erschrecken, es wird auf den nächsten Kilometer Polizei stehen. Diese fischt ihre "Klienten" nicht so akurat aus dem Verkehr wie in Deutschland. Manchmal ist es nur ein kleiner Wink mit dem Stock, falls das geschieht anhalten, sonst hat man gleich ein Problem mehr, da sie Euch dann verfolgen, stoppen und abstrafen.

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Re: Was tun bei Unfall in der Ukraine?

#11 Beitragvon Pommi » Donnerstag 26. Juli 2012, 01:38

Mir fällt da noch ein, dass wenn Ihr weiter in die UA fahren wollt und nicht die neu gebauten Straßen nutzt, fahrt langsam, denn da ist Loch an Loch. Ausweichen ist auch zwecklos, denn dem einem Loch weicht Ihr aus und in zwei andere fahrt Ihr rein. Die Ortseingangschilder bei Dörfer sind sehr unscheinbar und werden schnell übersehen oder nicht als solche erkannt. Da stehen sehr oft dann am Ortsausgang dann die Ordnungshüter und bitten zur Kasse und das auch in der Nacht. Oder gerade dann.... Die Strafen sind in den letzten Jahren stark gestiegen aber noch immer verhandelbar. Jedoch nur für den, der sich verständigen kann und ein wenig Geschick hat mit den Ordnunghütern zu verhandeln. Da ist es von Vorteil, wenn man sich damit etwas auskennt. Die wollen ja auch nur Geld in die eigene Tasche wirtschaften.

Na dann wünsche ich Euch gute Fahrt !

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Re: Was tun bei Unfall in der Ukraine?

#12 Beitragvon Siggi » Donnerstag 26. Juli 2012, 11:14

Pommi hat geschrieben:denn da ist Loch an Loch.

Es gibt solche Straßen zweifelsohne. Wenn ich z.B. von Sumy auf die Krim fahre, dann habe ich ca. 50km neue Straße, der Rest von ca. 850km ist Altbestand. Davon sind ca. 10km so schlimm, dass man Slalom fahren muss.

Da stehen sehr oft dann am Ortsausgang dann die Ordnungshüter und bitten zur Kasse und das auch in der Nacht.

In den letzten 2 Jahren bin ich nicht mehr zur Kasse gebeten worden. Die Dichte der Polizeikontrollen ist wesentlich reduziert worden. Aber natürlich gibt es sie noch. Oft genug wird man aber vom Gegenverkehr gewarnt. Neulinge kennen die neuralgischen Punkte nicht und sind da sicher eher dran.

Die Strafen sind in den letzten Jahren stark gestiegen aber noch immer verhandelbar.

Es gibt so etwas wie eine inoffizielle Preisliste. Für gewöhnlich versucht man von den Touristen immer zu hohe Beträge zu kassieren. Kassiert die Polizei, zahlt man keine Strafe, sondern Bestechungsgeld. Die Polizei ist nicht zum Inkasso berechtigt.

Jedoch nur für den, der sich verständigen kann und ein wenig Geschick hat mit den Ordnunghütern zu verhandeln.

Dumm stellen und nichts verstehen, auf einen Dolmetscher bestehen, nichts unterschreiben, was man nicht versteht, ist eine mögliche Strategie. Nach spätestens 30 Minuten werden sie einen entnervt laufen lassen. Will man diese Zeit nicht investieren, zahlt man 100 UAH (für bis zu 50km/h zu schnell) und weiter geht es. Auch hier gilt: Am besten nichts verstehen, nur Dialekt sprechen, kein Englisch, erst recht kein Russisch. Das Papier mit den bunten Bildchen und Zahlen drauf reicht zur Verständigung.

Gruß
Siggi

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Re: Was tun bei Unfall in der Ukraine?

#13 Beitragvon Pommi » Donnerstag 26. Juli 2012, 22:21

Es gibt so etwas wie eine inoffizielle Preisliste. Für gewöhnlich versucht man von den Touristen immer zu hohe Beträge zu kassieren. Kassiert die Polizei, zahlt man keine Strafe, sondern Bestechungsgeld. Die Polizei ist nicht zum Inkasso berechtigt.


Sicher dürfen die bei Ausländer kein Strafgeld kassieren und klar ist es dann eher Bestechung, dass wissen nur die nicht, die sich nicht auskennen.
Es gibt nicht nur eine inoffizielle Preisliste, sondern einen richtigen Preiskatalog wo die Preise für Strafen genau festgelegt sind. Den Katalog habe ich selbst schon gesehen, ist also kein Höhrensagen. Glaube aber nicht, dass jeder Polizist einen solchen Katalog dabei hat, oder die tatsächlichen Strafen kennt. Das wird eben verhandelt, so tun als wenn man garnichts versteht könnte klappen, oder aber auch nicht. Die sind natürlich nicht daran interessiert den Strafkatalog auch so durch zu ziehen, da sonst die Strafe vom Gericht festgesetzt wird und nicht an Ort und Stelle entrichtet werden kann. Davon haben die Ordnungshüter nichts, also denken sie sich eben etwas aus wo sie glauben das meißte raus zu schlagen.

Gruß Pommi

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Re: Was tun bei Unfall in der Ukraine?

#14 Beitragvon Siggi » Donnerstag 26. Juli 2012, 23:48

Pommi hat geschrieben:Es gibt nicht nur eine inoffizielle Preisliste, sondern einen richtigen Preiskatalog wo die Preise für Strafen genau festgelegt sind.

Richtig diesen Strafenkatalog gibt es. Hier ist er:
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Aber was ich meinte, ist die Höhe des inoffiziellen Bestechungsgelds. Man sollte nie mehr als die Hälfte des offiziellen zahlen, eher deutlich weniger. Immer wieder berichten mir Besucher, dass sie westliche Tarife gezahlt haben, z.B. für das Überfahren eines Stopp Schildes 600UAH. Oft sind die Beträge um den Faktor 10 zu hoch. Drastisches Beispiel, was würde wohl 180km/h in der Ortschaft in DE kosten? Wie lange wäre der Führerschein weg? In UA beträgt die maximale Strafe dafür unter 70 Euro. Man wird sich auf 300UAH, ca. 30 Euro einigen können. Nicht, dass ich solchen Fahrstil empfehlen würde, nur um klar zu machen, dass die Strafen in UA auf einem völlig anderen Niveau sind.

so tun als wenn man garnichts versteht könnte klappen, oder aber auch nicht.

Kommt vielleicht darauf an, wer es tut. Jemand, der über 10 Jahr in UA wohnt sagte mir, wie er vorgeht:
Er zeigt seine Papiere durch die Scheibe. Er öffnet die Scheibe einen Spalt breit. Er zeigt einen Zettel auf dem in Russisch steht: "Ich bin Deutscher und spreche nur Deutsch. Ich kann mich mit Ihnen nur unterhalten, wenn Sie Deutsch sprechen. Spricht niemand von Ihnen Deutsch oder geht es um eine Strafsache, bitte ich einen Übersetzer beizubringen, damit wir die Anzeige aufnehmen können." Ansonsten antwortet er auf jede Frage mit einem Zucken der Schulter. Nach spätestens einer halben Stunde geben sie auf. Ihnen entgehen sonst zu viele Einnahmen.
Meine Sache ist es nicht, mir dauert dies zu lang. Aber es eine funktionierende Möglichkeit.

Gruß
Siggi

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Re: Was tun bei Unfall in der Ukraine?

#15 Beitragvon Pommi » Freitag 27. Juli 2012, 00:05

Meine Sache ist es nicht, mir dauert dies zu lang. Aber es eine funktionierende Möglichkeit.


Ja das kann ich mir gut vorstellen das es so geht. Aber das möchte ich nicht probieren da es mir zu zeitaufwendig ist. Wenn ich hier erwischt werde beim nichteinhalten der Vorschtiften muss ich ja auch Strafe zahlen und dann noch einiges mehr als in der UA. Also bin ich schon geneigt mich mit den Polozisten zu verständigen und bisher auch gut gefahren.
Wenn sie versuchen mich abzocken zu wollen sage ich den auch klar das ich das nicht bezahlen werde und da es anders nicht in ihrem Interesse ist, einigt man sich auch auf einem Bertrag der für beide angemessen ist. Auch wenn die sicher gern viel mehr hätten :-)

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