Allgemeines DiskussionsforumWas tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

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Jensinski
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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#26 Beitrag von Jensinski » Donnerstag 24. November 2011, 16:01

Hallo Dirkk,

Ich habe selbst eine Schäferhündin, die ich sehr liebe und die ich auch gern mitnehme, wenn ich einkaufen gehe. Und zu so einem Einkauf lade ich Dich gerne ein, hier im Dorf, in der Ukraine. Da ist es bei weitem noch nicht so schlimm wie in größeren Städten! Was machst Du, wenn auf einmal acht äußerst verwahrloste Hunde auf Dich zu gerannt kommen und Dich auf dem Rad und Deine Hündin neben Dir attackieren? Hast Du eine Idee?

Kiew hat übrigens nur auf die Kritik des Herrn Platini(!) reagiert und etwas getan. Die Tötungen wurden übrigens mittlerweile eingestellt, ist auch hier im Forum zu lesen. Dass die Art und Weise mehr als rabiat war, ok. Und ich entschuldige mich auch für meinen Satz, den Du zitiert hast, der war wohl etwas daneben, auch wenn ich ihn nicht ernst gemeint hatte, das kam wohl wieder mal falsch rüber. Entschuldigung angenommen?

Weißt Du, dasselbe wurde noch vor gar nicht so langer Zeit in Deutschland praktiziert. Streunende Tiere landeten meist in Versuchslabors. Die Gesellschaft hat dieses Problem erkannt und es angegangen. Das Bewusstsein gegenüber Tieren hat sich geändert. Passierte das von heute auf morgen? Nein! Das hat Jahre gedauert! Auch die Ukraine wird sich ändern und Ihr könnt helfen, wenn Euch die Tiere wirklich am Herzen liegen. Mit gutem Rat, mit Spenden für Kastrationen, Übernahme von Tieren oder was weiß ich, was noch möglich ist. Aber garantiert nicht mit Hetzaufrufen und der Gleichstellung der Ukrainer mit Nazimördern!

Und nun noch kurz was zur EM: Da gebe ich Dir schon Recht. Das ganze System der Meisterschaften ist doch insgesamt aus dem Ruder gelaufen. Siehe Olympiade in Griechenland oder die WM in Südafrika. Mit Sport und dem Kräftemessen der Nationen hat das doch überhaupt nichts mehr gemein. Dass im gewissen Rahmen an der Infrastruktur etwas gemacht wird, ok - das nutzt ja auch den Menschen. Aber müssen denn ganze Hotelkomplexe entstehen? Für den echten Fan sind die sowieso nicht gedacht. Der kann wunderbar bei einer ukrainischen Familie unterkommen, die Ukrainer sind ein sehr gastfreundliches Volk!

Soviel von mir,
Jens

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Minuteman
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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#27 Beitrag von Minuteman » Donnerstag 24. November 2011, 17:14

dirkk hat geschrieben:
Auf diese Bewertung bin ich gespannt. So ganz kann ich das mit der Empörung ja nicht glauben, las ich doch weiter oben:
Eigentlich hatte ich da insgeheim gehofft, dass diese "Mobile" auch mal in Cherkassy vorbeikommen....


Und jetzt bin ich gespannt, ob Sie/ihr diskutieren wollen/wollt oder mich als Nazi beschimpft...
Hallo Dirkk,

wer mich persönlich kennt, der weiß dass ich ein großes Herz für Tiere habe. So als typischer Tierliebhaber esse ich grundsätzlich keine Eier aus Käfighaltung, halte mich bewusst von übermässigen Fleischgenuss zurück und hatte seinerzeit ehrenamtlich beim Tierheim mitgearbeitet und Du kannst Dir sicher sein, daß auch mir die Galle hochkommt wenn ich solche Berichte lesen und Bilde sehen muß.
Mit meiner Frau hab ich, nach einigen Reisen in die Ukraine, ein gutes Jahr in einer ostukainischen Großstadt gelebt und will zum besseren Verständnis meine Eindrücke schildern.
In der Ukraine ist es immer noch so, das Hunde keine "Haustiere" vergleichbar wie in Deutschland sind, sondern größtenteils einfach nur Nutztiere. Sie haben die Aufgabe den Besitzer und seine Familie zu beschützen sowie Haus und Grundstück zu bewachen und werden dementsprechend auch als Kettenhunde gehalten. Sie haben weder einen Status als Schosshund, als Spielkamerad für die Kinder oder meinetwegen als Freund gegen die Einsamkeit. So gesehen haben die Menschen in der Ukraine ein anderes, aber deswegen nicht feindliches Verhälnis zu Hunden!
Nun gibt es aber auch noch die Strassenhunde. Und diese stellen wahrlich ein Problem für die Menschen dar. Ich will hier nicht weiter ausführen wie es zum Problem wurde, weil es den Rahmen sprengen würde. Tatsache ist, das es in der Ukraine dieses Problem auch nicht erst seit gestern gibt.
Gut, diese Strassenhunde machen eben genau das was Hunde eben machen. Sie bilden Rudel, zeigen ein Revierverhalten und verteidigen dies gegebenfalls auch. Da sie keine Scheu vor Menschen haben und in den Städten mitten unter den Menschen leben bleiben Konfrontationen nicht aus und es kommt regelmäßig vor das Personen von solchen Rudeln attakiert oder gar richtig angefallen werden. Mitten in einer Stadt, wo Kinder zur Schule gehen. Das ist bedenklich!
Erschwerend kommt hinzu, daß vor allem der kaukasische Schäferhund und vermehrt auch Kampfhunde sehr beliebt bei den Menschen sind. Wenn durch Paarung sich solche willensstarken und kräftigen Rassen nun auch unter den Strassenhundenrudeln als Mischlinge finden, wie ich es gesehen habe, dann kommt man schon sehr ins grübeln.
Es kann nicht der Sinn des Tierschutzs sein das Recht auf Leben dieser Hunde über die körperliche Unversehrtheit der dort lebenden Menschen zu stellen.
Die entscheidende Frage ist ja nun, wie geht man die Sache an das eben auch eine Gefahr darstellt:
Es steht ausser Frage, das diese Exekutionsteams und diese Form der "Entsorgung" das Problem keinesfalls löst, wenn überhaupt, dann wird es nur durch großen Personal und Materialaufwand eingedämmt. Wenn man auf der einen Seite der Stadt ein Rudel abknallt, vergiftet oder sonstwas wird, dann wirft auf der anderen Seite der Stadt eine Hundemutter schon das nachfolgende Rudel auf der Müllhalde, oder in einem verfallenen Gebäude.
( praktisch wenn man woanders schon mal etwas dazu geschrieben hat [smilie=kosak_1] ) Meiner Meinung müsste als erstes eine rigorose und gut funktionierende Abfallwirtschaft eingeführt werden. Denn jeder der in der Ukraine in der Stadt eine Zeitlang war kennt die typischen Nahrungsquellen der Streuner (Hunde).
Die Natur regelt sich selbst. So liegt es in der Logik, daß sobald der Zugang zur Nahrung versperrt oder nicht mehr vorhanden ist, die Population automatisch rückläufig ist.
Der nächste Schritt ist eine aufwendige und zugegebenermassen teuere systematische Sterilisation. Das dauert zwar eine Zeit lang, bringt aber was. Somit können sich die Tiere die sich die knapperen Nahrungsressourcen teilen müssen nicht mehr vermehren. Angesichts der Lebens- und Einkommenssituation muß man da den Menschen aber auch vemitteln können.

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mbert
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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#28 Beitrag von mbert » Donnerstag 24. November 2011, 17:26

Minuteman hat geschrieben:Der nächste Schritt ist eine aufwendige und zugegebenermassen teuere systematische Sterilisation. Das dauert zwar eine Zeit lang, bringt aber was. Somit können sich die Tiere die sich die knapperen Nahrungsressourcen teilen müssen nicht mehr vermehren. Angesichts der Lebens- und Einkommenssituation muß man da den Menschen aber auch vemitteln können.
Jepp. Und wer helfen möchte, sollte vielleicht hier ansetzen. Die Ukrainer selber werden das kaum finanzieren können. Die Menschen haben andere Sorgen und können das auf keinen Fall bezahlen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass hierzulande eine Praxis, die Tiere massenweise - ohne Narkose - zu kastrieren, Zustimmung finden wird. Finanzielle Hilfe ist dabei aus meiner Sicht notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung, da Geldspenden mit großer Wahrscheinlichkeit unterwegs "verloren" gehen dürften, d.h., besser wäre noch, wenn Interessierte sich persönlich beteiligen. Das hätte gleich den positiven Nebeneffekt, dass man vielleicht auch ein bisschen verstehen lernt, warum die Verhältnisse so sind wie sie sind, und sich erst hinterher ein Urteil dazu macht [smilie=lulka]
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Optimist
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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#29 Beitrag von Optimist » Donnerstag 24. November 2011, 19:00

Also wenn ich bedenke, wie in Deutschland teilweise Haustiere gehalten werden, abgeschlachtet (Pferderipper), Züchter ihre Hunde verhungern lassen u.s.w.... wollen einige von eigenen Problemen ablenken oder sind sie nur auf der Suche nach einer Superstorry? Meine Tochter hat mich hier schon von Deutschland aus genervt, was wird dort den Menschen nur erzählt? Der EHEC- Skandal geht wohl nicht weiter auszuschlachten, dass man sich ein neuen Skandal suchen muss, um die Menschen verrückt zu machen?
Ich denke, das ist nur der Anfang, es werden noch viele Schlagzeilen uns, die wir die Ukraine einigermassen kennen, verwundern.
Ich hatte meine persönliche Meinung schon einmal in einem anderen Thema dazu abgegeben:
Ich sehe hier bei uns in der Umgebung ( Dorf und Kleinstadt) auch sehr grosse Probleme mit streuenden Hunden. Auch ich wurde in der Nacht auf dem Heimweg von einem grossen Hund angegriffen, hab den in meiner Panik auf deutsch angeschrieen und ihm meine Einkaufstasche um die Ohren gehauen. Zwei Wochen zurück wurden 17 Gänse von uns gerissen. Diese freilaufenden Hunde vermehren sich unwahrscheinlich schnell. Da man zu lange gewartet hat, wie immer, steht man nun vor einem grossen Problem. Nun ist die Frage was ist wichtiger, die Gesundheit der Einwohner und deren Haustiere oder die freilaufenden Hunde?
Die Schweden lösen das Problem mit Hilfe der Jäger, einen Tag festlegen an dem alle Hundebesitzer ihre Hunde nicht frei laufen lassen und dann, so weh das auch tut, die restlichen abschiessen.
Wer sollte denn diese vielen Hunde fangen, unterbringen, medizinisch versorgen und füttern?
Geschäftsidee: Vielleicht könnte die Ukraine auch Hundefleisch nach China exportieren? (SCHWARZER HUMOR!!!)

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#30 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 24. November 2011, 20:15

Das mit den Jägern erinnert mich an die Wildschweinplagen in Berlin.

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#31 Beitrag von Handrij » Donnerstag 24. November 2011, 20:21

Sonnenblume hat geschrieben:Das mit den Jägern erinnert mich an die Wildschweinplagen in Berlin.
<Ironie an>Ich fordere den sofortigen Stopp dieses barbarischen Treibens! Die (Wild-)Schweine gehören kastriert und nicht getötet! Es ist eines demokratischen Landes unwürdig so mit seinen (Wild-)Schweinen umzugehen. Am Umgang mit den Wildschweinen in öffentlichen Parks kann man den Zivilisationsgrad eines Landes messen! Und Ihrer und der Ihrer ganzen Sippe ist unter aller Sau!</Ironie aus>

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#32 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 24. November 2011, 20:39

Handrij hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:Das mit den Jägern erinnert mich an die Wildschweinplagen in Berlin.
<Ironie an>Ich fordere den sofortigen Stopp dieses barbarischen Treibens! Die (Wild-)Schweine gehören kastriert und nicht getötet! Es ist eines demokratischen Landes unwürdig so mit seinen (Wild-)Schweinen umzugehen. Am Umgang mit den Wildschweinen in öffentlichen Parks kann man den Zivilisationsgrad eines Landes messen! Und Ihrer und der Ihrer ganzen Sippe ist unter aller Sau!</Ironie aus>
Das hast du aber schön gesagt, ich hätte das nie so gekonnt. [smilie=friends.gif]
Aber mir hat man ja auch nicht das Postfach zugesch...

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Optimist
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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#33 Beitrag von Optimist » Donnerstag 24. November 2011, 21:06

Ich wage zu behaupten, dass derzeit in der Ukraine die meisten streuenden Hunde durch einen Verkehrsunfall aus dem Leben scheiden. Bei jeder Autofahrt sehe ich totgefahrenene Hunde am Strassenrand. Auch kein schöner Tod!

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Jensinski
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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#34 Beitrag von Jensinski » Donnerstag 24. November 2011, 22:53

Optimist hat geschrieben:Also wenn ich bedenke, wie in Deutschland teilweise Haustiere gehalten werden, abgeschlachtet (Pferderipper), Züchter ihre Hunde verhungern lassen u.s.w....
Die Beispiele sind zwar traurig, betreffen aber keine staatl. verordneten Maßnahmen. So fair muss man schon sein.
Aber man muss ja nur in die Kühltheken dt. Supermärkte schauen. Wo kommt das Fleisch denn her? Wie haben die Tiere denn gelebt? Stichwort industrielle Haltung, Transport von Schlachtvieh ins Ausland und zurück.... das System hier in der Ukraine: Eigene Zucht, Kauf auf dem Basar von privaten Haltern oder vom Nachbarn - das gefällt mir da wesentlich besser. Und man muss es selbst probiert haben, die Unterschiede in der Qualität sind enorm.
Optimist hat geschrieben:Geschäftsidee: Vielleicht könnte die Ukraine auch Hundefleisch nach China exportieren? (SCHWARZER HUMOR!!!)
Das war fies. ;) Aber wenn wir schon bei Geschäftsideen sind. Habe eben mit einem Freund hier gesprochen, der nebenbei sehr regen Handel mit Deutschland treibt (seine Schwester lebt da) und er erzählte mir, dass er bei jeder Fahrt einen Hund mitnimmt. Er kann sie ganz gut in Deutschland für ~300 Euro verkaufen! GOOD

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dirkk
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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#35 Beitrag von dirkk » Donnerstag 24. November 2011, 23:46

Erstmal danke für eure vielen Antworten! Ich gebe zu, mir schwirrt der Kopf...
mbert hat geschrieben:
dirkk hat geschrieben: Und hat einer von euch hier im Fernsehen jetzt schon einen ausführlicheren Bericht gesehen? Einen Hintergrundbericht über die Zustände in der Ukraine?
Viele von uns haben das nicht im Fernsehen gesehen, sondern im Original - und das nicht nur einmal sondern regelmäßig. Das ist der Unterschied zu vielen, die ausgehend von der Welt, wie sie sie kennen, hier aktiv werden. ich will das gar nicht abwerten, aber ich finde es sehr problematisch, die Zustände in einem Land, über das man überhaupt nichts weiß, so lautstark und vehement anzuprangern.

Die Zustände in dem Land werden ja nicht angeprangert, die kennt ja keiner. Woher denn auch? Wird ja nicht drüber berichtet. Ausser, dass in den Stadien Rauchverbot durchgesetzt wurde. Das ist natürlich ganz wichtig.

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dirkk
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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#36 Beitrag von dirkk » Freitag 25. November 2011, 00:21

Handrij hat geschrieben: Es bestreitet niemand, dass das Verhalten gegenüber den Hunden nicht korrekt ist. Doch was stört, ist diese Doppelmoral! Im Juni war auf dieser Seite zu lesen, dass alle vierzig Minuten jemand in der Ukraine gefoltert wurde. Wo ist der Aufschrei? Wo sind die Petitionen und Demonstrationen? http://ukraine-nachrichten.de/alle-vier ... sellschaft
Allein wenn man die Abrufzahlen dieser beiden Beiträge betrachtet, wird einem schlecht. Diese ganzen so engagierten Leute interessieren sich einen "Scheißdreck" für die Situation der Leute in diesem Land, doch wehe wenn es gegen die Tiere geht. Ja, nicht einmal die Tiere. Es geht nur um Wuffi, Schnuffi, Miezi und wie sie auch heißen mögen.
Was meinst du, wer das weiss, dass in der Ukraine alle vierzig Minuten jemand gefoltert wurde?


Handrij hat geschrieben:
dirkk hat geschrieben:Und jetzt bin ich gespannt, ob Sie/ihr diskutieren wollen/wollt oder mich als Nazi beschimpft...
Der Nazivergleich wurde gewählt, da diese Leute unreflektiert die Nazivergleiche der Zeitungen übernommen haben. Von "mobilen Krematorien", "vergasen", "erschießen" in der Ukraine zu sprechen, hat einen sehr faden Beigeschmack. Zudem war in vielen dieser Schreiben der Vernichtungswunsch herauszulesen, da bedurfte es nicht einmal viel an Interpretation. Auf der Hand lag auch die Sippenhaft für die Ukrainer und ihre Freunde auf die Deutschen, Österreicher zu übertragen. Interessanterweise ist bei den meisten nur das hängen geblieben und mit dem üblichen Abwehrverhalten behandelt worden.
Ich bin kein Sprecher und kein Vertreter der leute, die die Mails geschrieben haben und in dieser sache aktiv sind. Ich war selber schockiert, wie undifferenziert und rassistisch manche Postings auf fb geschrieben waren. Den faden Beigeschmack kann ich gut verstehen wenn ich das lese, was du geschrieben hast. Der Blickwinkel ist ein ganz anderer, da wäre ich nie drauf gekommen und ich bezweifel sehr, dass irgendjemand diese Assoziation hatte. Nichtsdestotrotz kannst du leugnen - wieder so ein Wort, wahrscheinlich... - dass es diese mobilen Verbrennungsöfen gibt.
Handrij hat geschrieben: Würdest du mit Leuten reden wollen, die ungefragt und unaufgefordert in dein Haus kommen, dich beschimpfen und dir den Tod an den Hals wünschen? Offensichtlich hat sich vor dir auch niemand angemeldet und mal nachgefragt, wie das denn nun wirklich ist. Ist das für dich nicht auch seltsam?
Doch, es wundert mich auch. Und ich bedaure, dass es so ist. Mich beschäftigt das alles sehr und ich würde lieber darüber diskutieren, wie das zustande kommt und wie man darauf reagieren kann, als wieder und wieder die Augen zumachen zu müssen, weil ich all die greulichen Bilder nicht mehr sehen kann.

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dirkk
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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#37 Beitrag von dirkk » Freitag 25. November 2011, 00:51

Jensinski hat geschrieben:Hallo Dirkk,

Ich habe selbst eine Schäferhündin, die ich sehr liebe und die ich auch gern mitnehme, wenn ich einkaufen gehe. Und zu so einem Einkauf lade ich Dich gerne ein, hier im Dorf, in der Ukraine. Da ist es bei weitem noch nicht so schlimm wie in größeren Städten! Was machst Du, wenn auf einmal acht äußerst verwahrloste Hunde auf Dich zu gerannt kommen und Dich auf dem Rad und Deine Hündin neben Dir attackieren? Hast Du eine Idee?
Ja, ich ahbe eine Idee. Ich hätte Angst.
Jensinski hat geschrieben:Kiew hat übrigens nur auf die Kritik des Herrn Platini(!) reagiert und etwas getan. Die Tötungen wurden übrigens mittlerweile eingestellt, ist auch hier im Forum zu lesen.
Ja, das geht jetzt komischerweise auch durch die Presse. Ich glaube kein Wort davon. Wieso sollten die Leute plötzlich so regierungshörig geworden sein? Und wieso sollte ein System sich ändern, weil ein paar Tierschützer auf fb protestieren?
Jensinski hat geschrieben:Dass die Art und Weise mehr als rabiat war, ok. Und ich entschuldige mich auch für meinen Satz, den Du zitiert hast, der war wohl etwas daneben, auch wenn ich ihn nicht ernst gemeint hatte, das kam wohl wieder mal falsch rüber. Entschuldigung angenommen?
Keiner muss sich bei mir entschuldigen, ich habe mich weder registriert, um anzuklagen, noch um zu verteidigen, sondern um ein bisschen mehr zu verstehen.


Jensinski hat geschrieben:Weißt Du, dasselbe wurde noch vor gar nicht so langer Zeit in Deutschland praktiziert. Streunende Tiere landeten meist in Versuchslabors. Die Gesellschaft hat dieses Problem erkannt und es angegangen. Das Bewusstsein gegenüber Tieren hat sich geändert. Passierte das von heute auf morgen? Nein! Das hat Jahre gedauert! Auch die Ukraine wird sich ändern und Ihr könnt helfen, wenn Euch die Tiere wirklich am Herzen liegen. Mit gutem Rat, mit Spenden für Kastrationen, Übernahme von Tieren oder was weiß ich, was noch möglich ist.
Ich weiss gar nicht, ob ich dir zustimme, dass die Gesellschaft das Problem erkannt hat und angegangen ist. Versuchslabore gibts noch immer und die Leute machen doch gerne die Augen zu. Ich glaube auch nicht, dass das per se eine Farge der Nationalität ist, ich glaube, das ist eine Frage der ökonomischen Interessen.

Spenden gibt es, soweit ich weiss, ist sogar schon eine nicht ganz kleine Menge an Geld zusammengekommen, es gab Angebote für Kastrationsaktionen und Adoptionen von Tieren, aber die Ukraine hat bisher alles abgelehnt. Die Einreise wurde untersagt und Konsequenzen angedroht, "wenn die Würde des landes weiterhin so verletzt wird".
Jensinski hat geschrieben:Und nun noch kurz was zur EM: Da gebe ich Dir schon Recht. Das ganze System der Meisterschaften ist doch insgesamt aus dem Ruder gelaufen. Siehe Olympiade in Griechenland oder die WM in Südafrika. Mit Sport und dem Kräftemessen der Nationen hat das doch überhaupt nichts mehr gemein. Dass im gewissen Rahmen an der Infrastruktur etwas gemacht wird, ok - das nutzt ja auch den Menschen. Aber müssen denn ganze Hotelkomplexe entstehen? Für den echten Fan sind die sowieso nicht gedacht. Der kann wunderbar bei einer ukrainischen Familie unterkommen, die Ukrainer sind ein sehr gastfreundliches Volk!
Du sagst es! Der Fan von der Strasse hat auch in Deutschland nicht das Geld, sich das alles zu leisten. Für den "echten fan" werden die Hotelkomplexe sicher nicht gebaut. Ich glaube nicht, dass es den Menschen, die es brauchen würden, in Südafrika etwas gebracht hat, im Gegenteil, sie sind massenhaft vertreiben worden. In China sind die Menschenrechte mit Füssen getreten worden und selbst die Journalisten mit einem Maulkorb herumgelaufen.

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dirkk
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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#38 Beitrag von dirkk » Freitag 25. November 2011, 01:03

Für heute ist jetzt erstmal gut, mir schwirrt der Kopf von dem Versuch, zu verstehen... Aber eine Frage habe ich noch... zu dem Forum... Ich bin ja eigentlich aus einem Impuls heraus hier gelandet und habe keine Ahnung, wer ihr eigentlich seid? Wieso sprecht ihr alle so gut Deutsch, als sei es eure Muttersprache? Wenn ich englisch spreche, kann man mit Sicherheit hören , dass ich kein Engländer bin, aber bei keinem von euch käme man auf die Idee, dass ihr nicht Muttersprachler seid. Wieso tauscht ihr euch auf deutsch aus?

Wünsch' euch eine gute Nacht!

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#39 Beitrag von Sonnenblume » Freitag 25. November 2011, 08:47

dirkk hat geschrieben:Für heute ist jetzt erstmal gut, mir schwirrt der Kopf von dem Versuch, zu verstehen... Aber eine Frage habe ich noch... zu dem Forum... Ich bin ja eigentlich aus einem Impuls heraus hier gelandet und habe keine Ahnung, wer ihr eigentlich seid? Wieso sprecht ihr alle so gut Deutsch, als sei es eure Muttersprache? Wenn ich englisch spreche, kann man mit Sicherheit hören , dass ich kein Engländer bin, aber bei keinem von euch käme man auf die Idee, dass ihr nicht Muttersprachler seid. Wieso tauscht ihr euch auf deutsch aus?

Wünsch' euch eine gute Nacht!
Das liegt daran, dass viele von uns Deutsche sind, die auf die eine oder andere Weise persönlich mit der Ukraine zu tun haben. Entweder ist der Ehepartner aus der Ukraine und man lebt nicht da, oder man hat einen Partner aus der Ukraine und lebt da oder man hat arbeitsmäßig da zu tun oder man hat da studiert oder oder oder....
Alle verbindet uns die Liebe zu den Menschen in der Ukraine und das Interesse daran, wie es ihnen geht.
Ich persönlich habe auch den Wunsch, mich über die Ukraine auszutauschen, um aus der eigenen, subjektiven Meinung eine einigermaßen Objektive zu bekommen.

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#40 Beitrag von Jensinski » Freitag 25. November 2011, 10:07

dirkk hat geschrieben:Ich weiss gar nicht, ob ich dir zustimme, dass die Gesellschaft das Problem erkannt hat und angegangen ist. Versuchslabore gibts noch immer und die Leute machen doch gerne die Augen zu. Ich glaube auch nicht, dass das per se eine Farge der Nationalität ist, ich glaube, das ist eine Frage der ökonomischen Interessen.
Der größte Teil der Gesellschaft hat eingesehen, dass es ohne Tierversuche eben auch nicht geht! Aber man hat der Willkür der Wissenschaftler einen Riegel vorgeschoben und gemeinsam Wege gefunden, die das Ausmaß eindämmen. Ich kann mich an Bilder erinnern, wo massenweise Affen, Hunde und Katzen leiden mussten, nur um Hautcremes zu testen. Das fand ich auch übertrieben. Und als das Thema auf dem Tisch lag, haben auf einmal die Wissenschaftler herausgefunden, dass für viele Tests sogar Fruchtfliegen ausreichen. Oder in vielen Fällen eben Mäuse und Ratten.

Ich persönlich kann mit dem Kompromiss leben. Kompromiss - das ist ja das Zauberwort! Und darauf läuft es doch letztendlich überall hinaus, zu fast jedem Thema. Und auch wenn ich manche Politiker absolut nicht mag, egal ob hier oder in der EU, so bin ich doch froh in einer Zeit zu leben, wo viele Dinge mit einem Kompromiss beglichen werden. Vor gar nicht so langer Zeit hätten da die Säbel gerasselt. Jedoch die Ausmaße der Radikalität in letzter Zeit, sei es wegen politischen Themen oder eben wegen Tieren, das stimmt mich bedenklich.

Und weißt Du, was mich bei der Aktion so traurig macht? Gestern las ich das hier bei der Tagesschau. Wo sind da die Facebook-Kampagnen oder Mailaktionen? Ich sag Dir, was das Traurigste ist. Die Proteste kommen größtenteils von Menschen, denen es sehr gut geht. Sie sind wohl behütet aufgewachsen, haben einen vollen Kühlschrank, ein warmes Haus und: Langeweile! Gib diesen Menschen für ein paar Monate nur 150 Euro zum Leben. Ob sie dann noch die Zeit finden würden, sich um Tiere zu kümmern?

Das mag ein bisschen Simpel klingen, ist aber so. Der Mensch ist ein streitbares Wesen. Hat er seine elementaren Bedürfnisse befriedigt, sucht er sich einen Konflikt, eine Aufgabe, wo er sich austoben, sich beweisen kann. Schonmal daran gedacht, dass diese "Suche" das Brot der Medien ist?

LG,
Jens

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Tygra
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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#41 Beitrag von Tygra » Freitag 25. November 2011, 10:53

Hallo Ihr,

ich bin auch über die Hundegeschichte auf Eurer Site gelandet.
Gespendet hab ich noch keinen Cent um ehrlich zu sein - wofür, an wen ist die Frage?

Ich habe viele Zweifel: was würden wir wohl tun, wenn aus einer Hundepopulation eine Hundeplage würde??
Wie kann ich ein anderes Volk anschwärzen, wenn wir selbst nicht wirklich besser sind?
Ob das jetzt die Wildhege betrifft, weil das böse Rotwild arme Bäumchen anknabbert - oder man den einzigen Bären weit und breit erschießt, zimperlich sind wir auch nicht gerade, was Überpopulation und Gefahreneindämmung angeht.

Es gibt eine Frage, die mich wirklich beschäftigt: wer beschließt, dass solche Sportveranstaltungen in Ländern wie der Ukraine und Rumänien abgehalten werden?? Millionen für Betonklötze, die man woanders so viel besser investieren könnte.

Wir Europäer sind ja sooooo fortschrittlich, können aber Teilnehmern am Wettbewerb nicht das Gefühl geben, gleichwertig zu sein, ohne Austragungsort sein zu können??
Für mich ist so ein Stadion genauso eine sinnlose Ausgabe wie mitten in der Prärie stehende Betonbrücken in Deutschland, die da "aus Versehen" hingebaut wurden.....

Völlig krank auch ein anderer Zusammenhang: unsere Firmen verlegen Standorte in die Ukraine, weil man da billiger produzieren kann um dann mit den zusätzlich erwirtschafteten Gewinnen Projekte zu finanzieren, die den Arbeitern als Einwohnern nicht den geringsten Vorteil bringen.

Was wäre dabei, eine sportlich orientierte Schule zu fördern, eine Landmaschine für einen Maschinenring zu spenden, medizinische Geräte etc.? Wenn ich mir die Firmenliste in Eurem Forum anschaue...... es ist ja alles da vor Ort, nur keiner kann es sich leisten....

Der Olympische Gedanke war einmal. Nationen verbinden soll der Sport. Tut er auch, einige wenige profitieren, einige wenige stopfen sich die Taschen voll - und der Rest zahlt dafür die Zeche, egal ob in Europa, Asien, Australien, Amerika oder Afrika.
Einziger Unterschied momentan: wir in Deutschland sind noch nicht so weit, dass es richtig "weh" tut, mal sehen was die Zukunft bringen wird....

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#42 Beitrag von mbert » Freitag 25. November 2011, 11:02

Tygra hat geschrieben: Es gibt eine Frage, die mich wirklich beschäftigt: wer beschließt, dass solche Sportveranstaltungen in Ländern wie der Ukraine und Rumänien abgehalten werden?? Millionen für Betonklötze, die man woanders so viel besser investieren könnte.
Das ist einerseits richtig, andererseits sollte in einem "normalen" Land durch solch eine Veranstaltung auch eine Menge Geld ins Land und unter die Leute kommen. Wenn Du hier ein wenig liest, wirst Du feststellen, dass es einige Zweifel gibt, ob das Geld wirklich "unter die Leute" kommt. Was die Kosten betrifft, ist die Wahrheit auch mehrschichtig. Auf der einen Seite hast Du die durch die Korruption gigantisch gewordenen Kosten für die Renovierung des Olympiastadions in Kyiv, aber Du hast auch allein durch private Hand finanzierte Stadien in Donetsk und Kharkiv. Man kann natürlich argumentieren, dass das Geld für letztere Stadien letztlich auch den einfachen Menschen aus der Tasche gezogen wurde, aber ich finde es dort immer noch besser investiert als in absurd teuren Luxusjachten oder sonstigen Vergnügungen :)
Tygra hat geschrieben:Völlig krank auch ein anderer Zusammenhang: unsere Firmen verlegen Standorte in die Ukraine, weil man da billiger produzieren kann um dann mit den zusätzlich erwirtschafteten Gewinnen Projekte zu finanzieren, die den Arbeitern als Einwohnern nicht den geringsten Vorteil bringen.
Hmm, aktuell kann ich nicht bestätigen, dass das der Fall ist. Der Grund liegt primär in der Unsicherheit der politischen Lage und in der immensen Korruption, die es jedem ausländischen Unternehmen extrem schwer macht, in solch einem Land zu investieren. Ikea hat gerade erst die Reißleine gezogen und hat seine Investitionen aus der Ukraine abgezogen. Von deutschen Unternehmen, die nennenswert in der Ukraine produzieren lassen, weiß ich nichts (sicher gibt es welche, aber viele sind das sicher nicht!). Aus Sicht der Ukrainer wäre ich ja froh, wenn es ein wenig mehr davon gäbe, da Arbeitsbedingungen und Bezahlung in solchen Unternehmen oft besser ist als bei ukrainischen Arbeitgebern...
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#43 Beitrag von Sonnenblume » Freitag 25. November 2011, 12:31

dirkk hat geschrieben:
Jensinski hat geschrieben:Kiew hat übrigens nur auf die Kritik des Herrn Platini(!) reagiert und etwas getan. Die Tötungen wurden übrigens mittlerweile eingestellt, ist auch hier im Forum zu lesen.
Ja, das geht jetzt komischerweise auch durch die Presse. Ich glaube kein Wort davon. Wieso sollten die Leute plötzlich so regierungshörig geworden sein? Und wieso sollte ein System sich ändern, weil ein paar Tierschützer auf fb protestieren?
http://www.mfa.gov.ua/switzerland/ger/n ... /71465.htm

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#44 Beitrag von Jensinski » Freitag 25. November 2011, 12:39

Tygra hat geschrieben: Es gibt eine Frage, die mich wirklich beschäftigt: wer beschließt, dass solche Sportveranstaltungen in Ländern wie der Ukraine und Rumänien abgehalten werden?? Millionen für Betonklötze, die man woanders so viel besser investieren könnte.
Für mich stellt sich die Frage anders: Wer beschließt das und verbindet es mit Forderungen an hochmoderne Hotels, Flugplätze, Straßen, etc? Dass die Sportarenen einen gewissen Standard einhalten sollten, ok. Aber der Rest? Wäre es denn nicht gerade das Reizvolle an der Sache, wenn Sportler wie auch Gäste das Gastgeberland so erleben, wie es wirklich ist?

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#45 Beitrag von Siggi » Freitag 25. November 2011, 13:43

Das ist alles IMHO nur vollkommen nutzlose Selbstdarstellung. Bis vielleicht auf ein paar Infrastrukturmaßnahmen. Wobei die durch Schulden finanziert werden und anders wo das Geld fehlt. Die Renovierung der Straßen wird auch nicht lange halten, viel zu kostenoptimiert werden die Renovierungen durchgeführt. Ob man auch nur einen Investor mehr in das Land durch die EM bekommt, wage ich stark zu bezweifeln. Aber das will man vermutlich auch gar nicht. Man möchte ja den Kuchen im Land unter sich verteilen. Somit wird das Wachstum nur eine sehr verhaltene Dynamik entwickeln. Aber ein zweistelliges Wirtschaftswachstum ist m.E. das, was die Ukraine im Moment vor allem benötigen würde. Potential wäre von den fundamentalen Rahmenbedingungen genug vorhanden - ja wenn nicht die gesellschaftlichen Verhältnisse die Attraktivität für die allermeisten Investoren zerstören würden.

Gruß
Siggi

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#46 Beitrag von Tygra » Freitag 25. November 2011, 14:22

Auf die Frage dürfte die Antwort ziemlich einfach sein:

Gehen wir doch mal zurück zu den Hunden: die bellen, betteln, kacken, nerven, also müssen sie weg für saubere Straßen.

Kein Wort drüber, dass manche Menschen ihre Hunde auf die Straße schicken, weil sie vor der Wahl stehen: "Winterschuhe fürs Kind oder Fressen für den Hund" oder, dass ein Esser mehr in der Familie tatsächlich ein Problem ist "Hunger für alle, oder der Hund geht".

Nein, man putzt sich heraus und blendet was das Zeug hält. Schöne heile Welt und sportliche Ideale. Aber man betrügt nicht einmal richtig, man zeigt, was die anderen sehen wollen und verschweigt, was ihnen nicht gefallen würde.

Die billigsten Tickets gibt es von 30 bis 45 Euro. Der Durchschnittlslohn in der Ukraine bei 220 Euro. Stelle ich da den Durchschnittsverdienst der Bundesbürger in Höhe von 2700 Euro netto http://de.statista.com/themen/293/durch ... einkommen/ dagegen, dann kann man die Summe nochmal halbieren um ansatzweise in der Realität anzukommen. Beweis genug dafür dürfte die Mindestlohndebatte in Deutschland sein.

Wer kann es sich in der Ukraine leisten, für ca. ein Drittel seines Monatslohns 90 Minuten Fußball live zu schauen???

Die da oben haben ihre eigene, kleine Party und lassen uns "großzügerweise" sogar noch zuschauen. Ist doch nett.
Völlig abgehoben und weit weg von den Normalbürgern.
Das heißt jetzt nicht, dass ich jammern will, im Vergleich zu vielen anderen Ländern geht es uns gut, keine Frage.

In Deutschland besitzen ca. 10 % der Bevölkerung über 60 % des Gesamtvermögens - und soweit scheinen unsere Länder gar nicht voneinander entfernt zu sein: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_ ... verteilung

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#47 Beitrag von mbert » Freitag 25. November 2011, 14:54

Tygra hat geschrieben: Kein Wort drüber, dass manche Menschen ihre Hunde auf die Straße schicken, weil sie vor der Wahl stehen: "Winterschuhe fürs Kind oder Fressen für den Hund" oder, dass ein Esser mehr in der Familie tatsächlich ein Problem ist "Hunger für alle, oder der Hund geht".
Nein, ich kann Dir mit ziemlich großer Sicherheit sagen, dass es sich in der Ukraine nicht so verhält. Auf dem Dorf sind Tiere praktisch immer Nutztiere, sie leben draußen, kastriert sind sie eigentlich nie. Gerade Hunde und Katzen vermehren sich daher praktisch ungebremst. Der Nachwuchs geht halt irgendwo hin, wo er etwas zu futtern findet. Sie bilden dann irgendwo ihre Rudel. Das ist es, wodurch die großen Mengen wildlebender Hunde zustandekommen.

Die Verhältnisse in der Ukraine sind mit denen hier nicht vergleichbar.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#48 Beitrag von Sonnenblume » Freitag 25. November 2011, 15:08

Tygra hat geschrieben:
Die billigsten Tickets gibt es von 30 bis 45 Euro. Der Durchschnittlslohn in der Ukraine bei 220 Euro. Stelle ich da den Durchschnittsverdienst der Bundesbürger in Höhe von 2700 Euro netto http://de.statista.com/themen/293/durch ... einkommen/ dagegen, dann kann man die Summe nochmal halbieren um ansatzweise in der Realität anzukommen. Beweis genug dafür dürfte die Mindestlohndebatte in Deutschland sein.
Die Statistik spricht hier von Haushaltseinkommen, nicht pro Bürger. Aber auch das muß noch ziemlich geschönt sein, wenn man mich fragt.
Tygra hat geschrieben:Wer kann es sich in der Ukraine leisten, für ca. ein Drittel seines Monatslohns 90 Minuten Fußball live zu schauen???
220:45= 4,88 also knapp ein Fünftel. Und das ist nur der Lohn, der offiziell gezahlt wird!
Ich möchte an die Preise bei der WM in Deutschland erinnern - für ein Fünftel vom Monatslohn erhielt man da auch nur die schlechteren Plätze :(
Tygra hat geschrieben:Die da oben haben ihre eigene, kleine Party und lassen uns "großzügerweise" sogar noch zuschauen. Ist doch nett.
Völlig abgehoben und weit weg von den Normalbürgern.
So ist es überall auf der Welt und keiner wird was dran ändern.

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#49 Beitrag von Jensinski » Freitag 25. November 2011, 18:52

Mich graust, wenn ich die Kommentare auf der Artikelseite lese... :o

Hier ein paar Ausschnitte:
Deutschland zu Gast bei Mördern …… OHNE MICH !!!
Was ist mit euch dahinten eigentlich nicht richtig?!?
Primitives Pack..
Ich nur noch endsetzt und angewidert verandwortliche in der Ukraine s kann ich nicht mehr der Menschlichen Spetzies zuordnen .Die ganze Welt sieht in Zukunft auf euch HERAB
Nee, ich hör lieber auf.

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#50 Beitrag von telzer » Freitag 25. November 2011, 20:37

Jens , tust gut daran , ich und viele Andere auch, haben wohl alle gelesen und dein kleiner Ausschnitt spiegelt den geistigen Horizont vieler Mailer wieder. [smilie=dash2.gif]
Wenn erst alle glauben, dass Vereinbarungen und Absprachen nur dazu da sind um später bei der ersten Gelegenheit wieder gebrochen zu werden, wäre das gleichbedeutend mit dem Anfang vom Ende. (unbekannter Autor)
Jetzt ist diese Zeit ! слава Україні

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