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Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#1 Beitrag von RSS-Bot » Mittwoch 23. November 2011, 14:15

Ukraine-Nachrichten: Meinungen und Analysen

Eigentlich äußere ich mich nicht öffentlich zu Mails, die auf dieser Seite eingehen, doch die Ereignisse der letzten drei Tage lassen mir keine andere Wahl. Was bei uns in diesen drei Tagen an Hass und Mordfantasien eingegangen ist, war für mich bisher nicht vorstellbar und lässt mich am geistigen Zustand meiner Mitmenschen extrem zweifeln. Das Gerede von der Schwarmintelligenz muss unverzüglich durch einen Diskurs über Schwarmdumpfheit abgelöst werden.
Herkunft: Ukraine-Nachrichten: Meinungen und Analysen: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht?

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#2 Beitrag von Sonnenblume » Mittwoch 23. November 2011, 15:10

Machen wir doch eine Facebookgruppe auf: "Ich weiß zwar nicht, gegen wen es geht, aber ich mache schonmal mit."
Aber vielleicht hat noch jemand bessere Vorschläge?
Wir könnten ihnen aber auch neues Futter vorwerfen, damit sie beschäftigt sind :)
Z.Bsp. das hier: http://www.aktuell.ru/russland/news/pol ... 30920.html

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Jensinski
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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#3 Beitrag von Jensinski » Mittwoch 23. November 2011, 15:48

Ich habe ja selbst einen lieben Hund, mache aber einen Unterschied zwischen Haushund und Straßenköter. Und wenn alleine vorm hiesigen Magazin 8 Köter herumlungern und mich und meine Irma angehen, dann ist es bei mir vorbei mit Tierliebe! Wie ich letzte Woche von meiner Mutter erfuhr, lief da auch was im Fernsehen. Eigentlich hatte ich da insgeheim gehofft, dass diese "Mobile" auch mal in Cherkassy vorbeikommen.... :-D

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#4 Beitrag von Handrij » Mittwoch 23. November 2011, 15:57

Mensch Jensinski, sei froh, dass die deine E-Mail nicht haben. Hier kommen immer noch entrüstete Mails an ....
Zudem bin ich heilfroh, dass ich keine Telefonnummer angegeben habe. Die könnte ich jetzt wegschmeißen ....

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#5 Beitrag von Sonnenblume » Mittwoch 23. November 2011, 16:39

Handrij hat geschrieben:Mensch Jensinski, sei froh, dass die deine E-Mail nicht haben. Hier kommen immer noch entrüstete Mails an ....
Zudem bin ich heilfroh, dass ich keine Telefonnummer angegeben habe. Die könnte ich jetzt wegschmeißen ....
Diese "Gutmenschen" wissen ja gar nicht, wovon sie reden. Spätestens wenn mal auch nur ein klitzekleines Rudel dieser Straßenhunde vor ihnen steht und sie lieber einen Umweg von 2 Kilometer Laufen in Kauf nehmen, als noch einen Schritt weiter auf sie zuzumachen, kommen denen auch andere Gedanken.
Wobei es natürlich richtig ist, dass die Statdtverwaltungen da nicht rechtzeitig reagiert haben.

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#6 Beitrag von Handrij » Mittwoch 23. November 2011, 16:43

Es stellt ja keiner in Frage, dass die Sache mit den Hunden Mist ist, doch warum folgen diese Leute einem Hinweis, ohne ihr Gehirn einzuschalten?
Verständlich wäre es, wenn Bitten erfolgen würden, doch die Protestmails an die richtige Adresse und vielleicht in einer Übersetzung zu schicken, aber diese Seite muss nun offensichtlich für alle Verfehlungen der ukrainischen Behörden herhalten. Kurz: die Leute sind völlig plem-plem ...
Doch auch dieser Shitstorm wird vorübergehen, so in ´nem Monat hoffe ich :-D

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#7 Beitrag von Jensinski » Mittwoch 23. November 2011, 16:48

Handrij hat geschrieben:Mensch Jensinski, sei froh, dass die deine E-Mail nicht haben. Hier kommen immer noch entrüstete Mails an ....
Zudem bin ich heilfroh, dass ich keine Telefonnummer angegeben habe. Die könnte ich jetzt wegschmeißen ....
Also ich habe mal auf diesen Blog geschaut und vor allem die Kommentare gelesen. Ich kann kaum glauben, dass die alle echt sein sollen! Dazu die erwähnten Briefe... [smilie=dash2.gif] Mich beschleicht ein dummes Gefühl, dass hier Stimmungsmache gegen die Ukraine und die EM-Austragung betrieben wird. Haben diverse (Bild-)Reporter vielleicht keine 7-Sternesuiten in den Austragungsorten mehr bekommen?

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#8 Beitrag von Handrij » Mittwoch 23. November 2011, 16:51

Jensinski hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben:Mensch Jensinski, sei froh, dass die deine E-Mail nicht haben. Hier kommen immer noch entrüstete Mails an ....
Zudem bin ich heilfroh, dass ich keine Telefonnummer angegeben habe. Die könnte ich jetzt wegschmeißen ....
Also ich habe mal auf diesen Blog geschaut und vor allem die Kommentare gelesen. Ich kann kaum glauben, dass die alle echt sein sollen! Dazu die erwähnten Briefe... [smilie=dash2.gif] Mich beschleicht ein dummes Gefühl, dass hier Stimmungsmache gegen die Ukraine und die EM-Austragung betrieben wird. Haben diverse (Bild-)Reporter vielleicht keine 7-Sternesuiten in den Austragungsorten mehr bekommen?
Naja, die Ukrainer haben da schon eine schöne Steilvorlage geliefert und das wird von Bild, Krone und Co. ausgenutzt. Diese setzen die Marschrichtung und der "Hausfrauenmob" setzt sich ohne Hirn und Verstand in Bewegung.

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#9 Beitrag von Sonnenblume » Mittwoch 23. November 2011, 17:02

Handrij hat geschrieben:Es stellt ja keiner in Frage, dass die Sache mit den Hunden Mist ist, doch warum folgen diese Leute einem Hinweis, ohne ihr Gehirn einzuschalten?
Weil sie sonst keiner Ernst nimmt und sie sonst nichts zu sagen haben. Endlich können sie sich mal wichtig fühlen.
Warum die ihr Gehirn nicht einschalten? Vielleicht haben sie einfach keins?!

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#10 Beitrag von telzer » Mittwoch 23. November 2011, 17:33

Da kann man mal sehen wo uns die Generation "RTL und Co." hingeführt hat. Meiner Meinung stellt sich hier die angebliche "Intelligenz" ein Armutszeugnis aus.
Hirn ist schon vorhanden, aber es wird nicht eingeschaltet,wozu auch. Ein Intel Chip vor 40 Jahren war da wohl besser. Mein Vater sagte immer, auch mal zu mir, erst Hirn einschalten dann Mund aufmachen. OK heute würde er sagen ... dann mit den Fingern auf die Taste.

Gruß an die Generation "3 Fernsehprogramme"
Wenn erst alle glauben, dass Vereinbarungen und Absprachen nur dazu da sind um später bei der ersten Gelegenheit wieder gebrochen zu werden, wäre das gleichbedeutend mit dem Anfang vom Ende. (unbekannter Autor)
Jetzt ist diese Zeit ! слава Україні

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#11 Beitrag von Kurt Simmchen - galizier » Mittwoch 23. November 2011, 22:20

Bestimmt viele Veganer unter den Hysterikern. Die leiden ja sowieso unter einer chronischen Unterversorgung der Füllmasse unter der Schädeldecke.

Wir sollten umgekehrt die Zeitungen mit Bildern von den verwahrlosten Hundemeuten zumailen und die Absendern intensiv um Futtermittelspenden und Spenden für Tierheime bitten. Mit viel Öffentlichkeit und dann auch die Antworten offenstellen.

Ich fange morgen an zu fotografieren.

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#12 Beitrag von Minuteman » Donnerstag 24. November 2011, 09:06

Es ist wahrlich interessant. Da sehen nicht grad wenige Leute einen Bericht bei RTL & Co., oder lesen einen Bericht in der "BLÖD" oder dem österrichischen Pendant und sprechen dann von Niveaulosigkeit. Das einzige was hängenbleibt ist dan Hundemord und Ukraine. Dann finden sie irgendwas deutschsprchiges wo Ukraine draufsteht und das wird sofort in "Sippenhaft" genommen und drauf eingeprügelt was das Zeug hält.
Keiner dieser Pseudoaktivisten kommt auf die Idee sich hier mal einzubringen und mal genauer nachzufragen, was eigentlich naheliegend wäre, da hier Menschen im Forum sind die das Land kennen und eventuell etwas ausführlicher darüber berichten können als diese "Fast-Food"-Medien.
Dann würden sie vielleicht erfahren, daß die Mitglieder hier in diesem Forum durchaus genauso empört sind aber Aufgrund ihrer Erfahrung und mehr Hintergrundinformationen dies etwas anders bewerten.
Aber ich denke man will gar nicht darüber reden, sondern einfach nur seiner Wut freien Lauf lassen und Frust da abbauen wo Ukraine draufsteht.
Mal anzufragen "hey, Leute, ich habe da einen Bericht gesehen und ihr kennt das Land, was hat es damit auf sich", darauf kommt keiner.
Ich möchte sogar behaupten, daß sich hier durchaus Leute aus dem Forum finden, die bereit wären einen Protest an die richtigen Stellen weiterzuleiten, und gegebenfalls sogar für lau in die Sprache zu übersetzen, die der Adressat auch versteht.
So, kann ich nur feststellen, das es nur darum geht einen Sündenbock zu finden, auf den man nach herzenslust eindreschen kann. Das finde ich Schade, und ich kann die Reaktion von Andreas Stein durchaus nachvollziehen und finde das er angemesen und richtig darauf reagiert hat.

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#13 Beitrag von mbert » Donnerstag 24. November 2011, 11:54

Habe mir gerade einmal die Kommentare an dem Artikel angesehen. So viel Empörtheit und so wenig Selbstreflektion! Von vielen der Kommentierer ist ja die wichtigste Tatsache völlig abgeprallt - nämlich dass sie einfach die falsche Person bombardiert haben! Aber wenn jemand "im Auftrag des Herren" unterwegs ist, heiligt ja auch bekanntlich der Zweck die Mittel.

Gruselig.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#14 Beitrag von dirkk » Donnerstag 24. November 2011, 14:03

Minuteman hat geschrieben: Keiner dieser Pseudoaktivisten kommt auf die Idee sich hier mal einzubringen und mal genauer nachzufragen...
Das stimmt nicht.
Dann würden sie vielleicht erfahren, daß die Mitglieder hier in diesem Forum durchaus genauso empört sind aber Aufgrund ihrer Erfahrung und mehr Hintergrundinformationen dies etwas anders bewerten.
Auf diese Bewertung bin ich gespannt. So ganz kann ich das mit der Empörung ja nicht glauben, las ich doch weiter oben:
Eigentlich hatte ich da insgeheim gehofft, dass diese "Mobile" auch mal in Cherkassy vorbeikommen....
Noch etwas interessiert mich sehr: ich habe in den letzten Tagen versucht, ein Bild über die Ukraine zu bekommen. U.a. auch in diesem Forum. Nach allem, was ich gelesen habe, ist das Land in einem desolaten Zustand, sowohl ökonomisch als auch ideologisch. Was verspricht man sich überhaupt von der Austragung der EM? Welche Auswirkungen wird sie auf das Land haben, ausser dass einige Reiche reicher werden, kurzfristig vielleicht ein paar blu-collar-jobs entstehen, die schlecht bezahlt sind und genauso schnell wieder verschwinden und in den betreffenden Städten nun für einige Zeit die "Hundeplage" beseitigt ist?

Und jetzt bin ich gespannt, ob Sie/ihr diskutieren wollen/wollt oder mich als Nazi beschimpft...

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#15 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 24. November 2011, 14:23

Minuteman hat geschrieben: Keiner dieser Pseudoaktivisten kommt auf die Idee sich hier mal einzubringen und mal genauer nachzufragen...
dirkk hat geschrieben:Das stimmt nicht.
Hm, ok du bist jetzt also der Erste.
Minuteman hat geschrieben:Dann würden sie vielleicht erfahren, daß die Mitglieder hier in diesem Forum durchaus genauso empört sind aber Aufgrund ihrer Erfahrung und mehr Hintergrundinformationen dies etwas anders bewerten.
dirkk hat geschrieben:Auf diese Bewertung bin ich gespannt. So ganz kann ich das mit der Empörung ja nicht glauben, las ich doch weiter oben:
Eigentlich hatte ich da insgeheim gehofft, dass diese "Mobile" auch mal in Cherkassy vorbeikommen....
Hast du auch die anderen Meinungen gelesen?
dirkk hat geschrieben:Noch etwas interessiert mich sehr: ich habe in den letzten Tagen versucht, ein Bild über die Ukraine zu bekommen. U.a. auch in diesem Forum. Nach allem, was ich gelesen habe, ist das Land in einem desolaten Zustand, sowohl ökonomisch als auch ideologisch. Was verspricht man sich überhaupt von der Austragung der EM? Welche Auswirkungen wird sie auf das Land haben, ausser dass einige Reiche reicher werden, kurzfristig vielleicht ein paar blu-collar-jobs entstehen, die schlecht bezahlt sind und genauso schnell wieder verschwinden und in den betreffenden Städten nun für einige Zeit die "Hundeplage" beseitigt ist?

Und jetzt bin ich gespannt, ob Sie/ihr diskutieren wollen/wollt oder mich als Nazi beschimpft...
Warum soll man dich als Nazi beschimpfen? Wo hast du solche Erfahrungen gemacht?
Was man sich von der Austragung der EM in der Ukraine verspricht, mußt du die fragen, die der Ukraine den Zuschlag gegeben haben.
Vor allem würde mich interessieren, wie der Zuschalg wirklich zustande kam.
Wir können nur spekulieren und du hast bestimmt nicht ganz unrecht mit deiner Argumentation.

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#16 Beitrag von mbert » Donnerstag 24. November 2011, 14:49

dirkk hat geschrieben: Noch etwas interessiert mich sehr: ich habe in den letzten Tagen versucht, ein Bild über die Ukraine zu bekommen. U.a. auch in diesem Forum.
Wenn Du auf diese Art zum Forum gefunden hast, finde ich das schon einmal großartig! Denn man kann sich über Dinge nur ein Urteil bilden, wenn man sich wenigstens ein klein bisschen damit beschäftigt hat. Ich hoffe, Du bleibst uns dann auch länger erhalten :)
dirkk hat geschrieben: Was verspricht man sich überhaupt von der Austragung der EM?
Im Grunde war das Austragungsrecht für die EM ein spätes Geschenk für die Orangene Revolution. Leider haben sich ja die politischen Verhältnisse noch einmal sehr zum schlechten gewandelt, wo die EM nun ansteht. Ich würde das als "schlechtes Timing" bezeichnen...
dirkk hat geschrieben: Welche Auswirkungen wird sie auf das Land haben, ausser dass einige Reiche reicher werden, kurzfristig vielleicht ein paar blu-collar-jobs entstehen, die schlecht bezahlt sind und genauso schnell wieder verschwinden
Ich fürchte, nicht einmal das wird nennenswert passieren. Die Wirtschaft ist so fest in den Händen der Oligarchen, dass der Gewinn im großen und ganzen bereits jetzt unter den Platzhirschen aufgeteilt ist. Es mag für den einen oder anderen etwas vom Teller fallen, aber ich fürchte, das wird keine nennenswerten Dimensionen haben. Ich hoffe dennoch, dass ich mich irre.

dirkk hat geschrieben: ... und in den betreffenden Städten nun für einige Zeit die "Hundeplage" beseitigt ist?
Was die "Hundeplage" betrifft, ist das aus deutscher Perspektive und mit deutschen Maßstäben sehr schwer zu erfassen. Ich möchte jedem, der sich dafür interessiert, wärmstens empfehlen, das Land zu besuchen. Verwilderte Haustiere sind auf dem Lande absolut Normalität. Die Wälder sind voll davon, und (nicht nur) nachts triffst Du sie auch auf den Dörfern an auf der Suche nach Nahrung. Du findest ihre Leichen am Straßenrand, wenn sie überfahren wurden. Sie dringen auch mehr und mehr in die Städte vor (vor allem, weil die Städte oft nach außen hin ins Ländliche diffundieren, so dass von da auf ganz "natürliche" Art die Tiere immer weiter in die Zentren vordringen.

Kastrieren von Haustieren ist unüblich - auf dem Lande sowieso, in der Stadt scheitert es oft an den Kosten oder daran, dass derartige Operationen oft ohne Betäubung vorgenommen werden. Es gab (gibt? ich bin mir nicht sicher!) ein Gesetz, nach dem Narkose für Tiere illegal war/ist. Mir hat mal jemand gesagt, dass das damit zu tun hat, dass jenes Mittel auch als Droge für Menschen verwendet werden kann, aber das basiert auf hörensagen.

Wenn man nach den Gründen für diese Verhältnisse fragt, gibt es durchaus verschiedene Erklärungen. Mein Eindruck ist, dass auf dem Lande vielfach die Menschen mit Tieren ähnlich umgehen, wie das bei uns vor dem Krieg der Fall war. Ein größerer Teil der Dorfbewohner hat üblicherweise keine Arbeitsstelle, man lebt häufig von dem, was man auf dem eigenen Stück Land anbaut und was die Nutztiere abgeben (in der Gegend, die ich etwas besser kenne, würde ich schätzen, dass höchstens 50%, eher weniger der Bewohner einen Job haben). Das sind harte Bedingungen für Menschen und auch für Tiere. In der Stadt sieht es etwas anders aus, aber auch hier ist die wirtschaftliche Not groß. In Lviv sind die Mieten pi-mal-Daumen halb so hoch wie in einer deutschen Stadt, der Monatsverdienst üblicherweise etwa bei einem Zehntel. Um über die Runden zu kommen, sind oft mehrere Jobs notwendig, auch eine Menge Schattenwirtschaft.

Ich habe ein paar Gedanken aufgeschrieben, was mir zu Deiner Einleitung einfällt. Ich vermeide es mal ganz bewusst, hier irgendeine "Meinung" von meiner Seite einfließen zu lassen. Die besten Schilderungen können einen persönlichen Eindruck vor Ort nicht ersetzen. Wenn man helfen will, dann ist es m.E. wichtig, die Mentalität der Menschen kennenzulernen, zu respektieren und zu vermeiden, gleich aller Welt zeigen zu wollen, wie es geht. Tierschutz in der Ukraine ist sicher stark von Hilfe von außen abhängig. Man muss sich aber dort u.U. auch der Frage stellen, ob man nicht vielleicht den Menschen zuerst helfen sollte. Nun, diese letzten beiden Sätze haben nun etwas mit meiner persönlichen Meinung zum Thema zu tun :)
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#17 Beitrag von mbert » Donnerstag 24. November 2011, 14:53

Ein kleiner Kommentar noch zu meinem eigenen Beitrag, wo ich ihn gerade noch einmal überlesen habe. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass in der Ukraine alle Menschen hungern, und das Land auf dem Niveau eines Drittewelt-Landes steht. Das ist so nicht richtig. Es ist aber wohl richtig, dass es dem Land wirtschaftlich schlecht geht, dass Initiative durch Korruption abgetötet wird und dass die Menschen mitunter ganz schön kämpfen müssen, um über die Runden zu kommen...
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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#18 Beitrag von dirkk » Donnerstag 24. November 2011, 14:56

Erstmal möchte ich es nachholen, allen hier "Hallo" zu sagen... Mein Einstieg war jetzt nicht der höflichste, tut mir leid...

Hast du auch die anderen Meinungen gelesen?
Natürlich, aber ich habe doch auch viel Zustimmung gefunden, zumindest in diesem Thread. Und sicherlich können grosse Hunderudel für die Stadt ein Problem darstellen, aber wie in der Ukraine damit umgegangen wird, ist bestialisch und hat mit Zivilisation nichts mehr zu tun. Mir ist durchaus bewusst, dass nicht "der Ukrainer" per se eine Bestie ist, aber dass so ein Vorgehen für das Land nicht gerade imagefördernd ist, ist doch wohl klar. Und es würde mich ernsthaft interessieren, wie es in dem von mir zitierten Beitrag angesprochen war, wie denn die Bewertung dieser Vorgänge, insbesondere auch in politischer Hinsicht, aussieht.
dirkk hat geschrieben:Noch etwas interessiert mich sehr: ich habe in den letzten Tagen versucht, ein Bild über die Ukraine zu bekommen. U.a. auch in diesem Forum. Nach allem, was ich gelesen habe, ist das Land in einem desolaten Zustand, sowohl ökonomisch als auch ideologisch. Was verspricht man sich überhaupt von der Austragung der EM? Welche Auswirkungen wird sie auf das Land haben, ausser dass einige Reiche reicher werden, kurzfristig vielleicht ein paar blue-collar-jobs entstehen, die schlecht bezahlt sind und genauso schnell wieder verschwinden und in den betreffenden Städten nun für einige Zeit die "Hundeplage" beseitigt ist?

Und jetzt bin ich gespannt, ob Sie/ihr diskutieren wollen/wollt oder mich als Nazi beschimpft...
Warum soll man dich als Nazi beschimpfen? Wo hast du solche Erfahrungen gemacht?
Ich beziehe mich da durchaus auf die Argumentation in dem Artikel, durch den ich überhaupt erst auf dieses Forum aufmerksam wurde... Ich bin selber erschrocken über die Hasstiraden und die rassistische Tendenz einiger Leute, aber nicht alle in dem Artikel zitierten Beispiele waren so. Und so, wie ihr hier geschrieben habt, ihr wundert euch, dass niemand euch fragt, hätte doch auch von der Seite des Autors eine Stellungnahme kommen können etwa im Sinne von "wir sind zwar die falsche Adresse, teilen aber eure Empörung und unterstützen euer Anliegen" oder ähnlich. Das hätte vielleicht einigen Leuten die Situation in der Ukraine ein bisschen näher gebracht und auf einen konstruktiveren Umgang hoffen lassen.

Was man sich von der Austragung der EM in der Ukraine verspricht, mußt du die fragen, die der Ukraine den Zuschlag gegeben haben.
Vor allem würde mich interessieren, wie der Zuschalg wirklich zustande kam.
Wir können nur spekulieren und du hast bestimmt nicht ganz unrecht mit deiner Argumentation.

Wie der Zuschlag zustande kam, würde mich auch interessieren. Ebenso, wie ihr dazu steht.

Gruß in die Runde!

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#19 Beitrag von dirkk » Donnerstag 24. November 2011, 15:17

danke, mbert, für deinen ausführlichen Beitrag! Ich muss jetzt leider los und hoffe, dass ich heute Abend noch dazu schreiben kann!

Was ihr eurerseits vielleicht zu der mailflut wissen solltet... also, sozusagen von der anderen Seite, so ist sie auf gar keinen Fall durch Berichte in der Bild-Zeitung und ähnlicher Organe zustande gekommen. Im Gegenteil, die Berichte kamen erst aufgrund zahlreicher Mail-Aktionen zustande. Denn die Presse berichtet nicht, es wurde wochenlang versucht, auf die Vorgänge aufmerksam zu machen. In dem Mass, wie über fb mehr Leute davon erfuhren, kamen natürlich auch mehr Leute zusammen und der Frust, dass man schrieb und schrieb und schrieb wurde einfach auch immer grösser. Jede kleine Notiz in einem kleinen Radiosender wurde ja jubelnd begrüsst. So waren dann alle froh, als die Bild-Zeitung berichtete.

Und hat einer von euch hier im Fernsehen jetzt schon einen ausführlicheren Bericht gesehen? Einen Hintergrundbericht über die Ukraine irgendwo gelesen? Selbst unabhängig von der Frage des Tierschutzes wird doch nicht berichtet. Die Leute sind nicht alle "dumpf", wie ihr es schreibt, sondern fühlen sich zum grossen Teil unglaublich ohnmächtig.
Zuletzt geändert von dirkk am Donnerstag 24. November 2011, 15:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#20 Beitrag von mbert » Donnerstag 24. November 2011, 15:18

dirkk hat geschrieben:
Warum soll man dich als Nazi beschimpfen? Wo hast du solche Erfahrungen gemacht?
Ich beziehe mich da durchaus auf die Argumentation in dem Artikel, durch den ich überhaupt erst auf dieses Forum aufmerksam wurde...
Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das "Nazi-Beispiel" kam ja aus einer Zuschrift. Ich denke, dass Andreas (a) deutlich genug gemacht hat, dass er nicht die richtige Adresse für eine Protestmail-Welle ist, warum auch - weil er über die Ukraine berichtet bzw. Presseartikel aus der Ukraine veröffentlicht? (b) kann ich verstehen, dass es ihn ab einem bestimmten Punkt so nervt, dass er zu mitunter etwas derben Formulierungen greift. Ich möchte mal sehen, wie die meisten, die hier so engagiert am Mails versenden sind, selber auf eine derartige Flut von Mails, die völlig unberechtigt eben nicht gerade freundlichen Inhalts sind, reagieren würden.

Dieses Maß an Selbstreflektion scheint den meisten zu fehlen. Anders kann ich nicht erklären, wie in den Kommentaren auf den Artikel bei vielen Zuschriften immer noch offenbar davon ausgegangen wird, dass Andreas persönlich verantwortlich ist oder zumindest einen "heißen Draht" zur ukrainischen Regierung hat und somit offenbar moralisch verpflichtet ist, diese Mails nicht nur zu ertragen, sondern auch noch "positiv" darauf zu reagieren - was immer das auch heißt.

Weil so eine Auseinandersetzung unnötig Kraft kostet und eigentlich allen Beteiligten nur schadet, wäre es ja vielleicht ein sinnvoller Schritt, wenn die Urheber des Aufrufs, eben auch Andreas und ukraine-nachrichten.de in der Mail-Aktion zu adressieren, öffentlich kundtun, dass dies ein Irrtum ihrerseits war und dass Andreas und ukraine-nachrichten.de nun wirklich überhaupt nichts damit zu tun haben. Im Gegenteil: hier im Forum wurde das Thema ja auch schon diskutiert, und ich glaube, die meisten von uns sind sich doch einig darüber, wie das Thema zu bewerten ist!

Also, wenn dies jemand liest, der Kontakt zu den Organisatoren der Kampagne hat, möge er doch gern ein Wort dafür einlegen, dass hier Vernunft und Frieden einkehrt.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#21 Beitrag von mbert » Donnerstag 24. November 2011, 15:21

dirkk hat geschrieben: Und hat einer von euch hier im Fernsehen jetzt schon einen ausführlicheren Bericht gesehen? Einen Hintergrundbericht über die Zustände in der Ukraine?
Viele von uns haben das nicht im Fernsehen gesehen, sondern im Original - und das nicht nur einmal sondern regelmäßig. Das ist der Unterschied zu vielen, die ausgehend von der Welt, wie sie sie kennen, hier aktiv werden. ich will das gar nicht abwerten, aber ich finde es sehr problematisch, die Zustände in einem Land, über das man überhaupt nichts weiß, so lautstark und vehement anzuprangern.
Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken!

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#22 Beitrag von Handrij » Donnerstag 24. November 2011, 15:35

Hallo Dirk, herzlich willkommen,
dirkk hat geschrieben: Natürlich, aber ich habe doch auch viel Zustimmung gefunden, zumindest in diesem Thread. Und sicherlich können grosse Hunderudel für die Stadt ein Problem darstellen, aber wie in der Ukraine damit umgegangen wird, ist bestialisch und hat mit Zivilisation nichts mehr zu tun. Mir ist durchaus bewusst, dass nicht "der Ukrainer" per se eine Bestie ist, aber dass so ein Vorgehen für das Land nicht gerade imagefördernd ist, ist doch wohl klar. Und es würde mich ernsthaft interessieren, wie es in dem von mir zitierten Beitrag angesprochen war, wie denn die Bewertung dieser Vorgänge, insbesondere auch in politischer Hinsicht, aussieht.
Es bestreitet niemand, dass das Verhalten gegenüber den Hunden nicht korrekt ist. Doch was stört, ist diese Doppelmoral! Im Juni war auf dieser Seite zu lesen, dass alle vierzig Minuten jemand in der Ukraine gefoltert wurde. Wo ist der Aufschrei? Wo sind die Petitionen und Demonstrationen? http://ukraine-nachrichten.de/alle-vier ... sellschaft
Allein wenn man die Abrufzahlen dieser beiden Beiträge betrachtet, wird einem schlecht. Diese ganzen so engagierten Leute interessieren sich einen "Scheißdreck" für die Situation der Leute in diesem Land, doch wehe wenn es gegen die Tiere geht. Ja, nicht einmal die Tiere. Es geht nur um Wuffi, Schnuffi, Miezi und wie sie auch heißen mögen.


dirkk hat geschrieben:Noch etwas interessiert mich sehr: ich habe in den letzten Tagen versucht, ein Bild über die Ukraine zu bekommen. U.a. auch in diesem Forum. Nach allem, was ich gelesen habe, ist das Land in einem desolaten Zustand, sowohl ökonomisch als auch ideologisch. Was verspricht man sich überhaupt von der Austragung der EM? Welche Auswirkungen wird sie auf das Land haben, ausser dass einige Reiche reicher werden, kurzfristig vielleicht ein paar blue-collar-jobs entstehen, die schlecht bezahlt sind und genauso schnell wieder verschwinden und in den betreffenden Städten nun für einige Zeit die "Hundeplage" beseitigt ist?
Ja, eben, das ist hier so wie überall. Die Großereignisse sind von kurzer Dauer. Man erhofft sich natürlich einen Imagegewinn und vor allem wird betont, dass die Infrastruktur, dabei insbesondere die Straßen und Flughäfen, danach besser ist.
Btw. hier in Kiew gibt es noch einige "Hunderudel", da hat sich nichts geändert. Vielleicht ist in den Vorstädten weniger Hund zu sehen, aber an sich hat sich wenig geändert. Hundekadaver und ausgelegtes vergiftetes Futter ist mir auch noch nicht untergekommen und meine Bekannten aus den Vorstädten haben darüber auch nichts berichtet. Es ist ja eher umgekehrt: Es ist hier sehr verbreitet, Essensreste den Hunden zu geben.
dirkk hat geschrieben:Und jetzt bin ich gespannt, ob Sie/ihr diskutieren wollen/wollt oder mich als Nazi beschimpft...
Der Nazivergleich wurde gewählt, da diese Leute unreflektiert die Nazivergleiche der Zeitungen übernommen haben. Von "mobilen Krematorien", "vergasen", "erschießen" in der Ukraine zu sprechen, hat einen sehr faden Beigeschmack. Zudem war in vielen dieser Schreiben der Vernichtungswunsch herauszulesen, da bedurfte es nicht einmal viel an Interpretation. Auf der Hand lag auch die Sippenhaft für die Ukrainer und ihre Freunde auf die Deutschen, Österreicher zu übertragen. Interessanterweise ist bei den meisten nur das hängen geblieben und mit dem üblichen Abwehrverhalten behandelt worden.
dirkk hat geschrieben: Und so, wie ihr hier geschrieben habt, ihr wundert euch, dass niemand euch fragt, hätte doch auch von der Seite des Autors eine Stellungnahme kommen können etwa im Sinne von "wir sind zwar die falsche Adresse, teilen aber eure Empörung und unterstützen euer Anliegen" oder ähnlich. Das hätte vielleicht einigen Leuten die Situation in der Ukraine ein bisschen näher gebracht und auf einen konstruktiveren Umgang hoffen lassen.
Würdest du mit Leuten reden wollen, die ungefragt und unaufgefordert in dein Haus kommen, dich beschimpfen und dir den Tod an den Hals wünschen? Offensichtlich hat sich vor dir auch niemand angemeldet und mal nachgefragt, wie das denn nun wirklich ist. Ist das für dich nicht auch seltsam?


@mbert, die Verlinkung auf diesem Blog wurde entfernt und seitdem trudeln nur noch alle 2h ein paar Mails ein. Das kann man verkraften. Der Auslöser für meine Veröffentlichung des Ganzen war, dass diese Leute anfingen wahllos alle über das Kontaktformular erreichbaren Personen anzuschreiben und dabei zu beschimpfen. Egal, ob der Name deutsch oder ukrainisch klang.

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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#23 Beitrag von mbert » Donnerstag 24. November 2011, 15:38

Ein kleiner Hinweis noch: Ich habe mir gerade noch einmal die Seite angesehen, wo ukraine-nachrichten.de als Ziel für Protestmails genannt worden war: http://www.stopp-dem-tierleid.de/blog/2 ... verstarkt/

Ich hatte gestern morgen dort einen Kommentar angehängt, wo ich - in freundlichem Ton - im wesentlichen das gleiche schrieb, was ich hier auch schon geschrieben hatte: nämlich, dass ukraine-nachrichten.de und Andreas nicht die richtige Adresse für Protest sind und auch, dass die Menschen in der Ukraine mit einem undemokratischen System und um ihr Überleben zu kämpfen haben, und dass, wer helfe möchte, herzlich gern einmal das Land bereisen sollte, um sich selber einen Eindruck von den Verhältnissen dort zu verschaffen.

Dieser Kommetar fand offenbar nicht die Zustimmung der Betreiber und wurde kommentarlos gelöscht. Immerhin ist nun folgender Hinweis hinzugekommen:
Aus gegebenen Anlass ist noch Folgendes zu sagen: Irgendwelche Hasspropaganda, insbesondere auch gegen die ukrainisches Regierung und das ukrainische Volk, sind hier fehl am Platz und schaden mehr. Davon distanziere ich mich ausdrücklich.
Auch ist ukraine-nachrichten.de von der Liste verschwunden. Ich hätte es eigentlich als anständig empfunden, zu dem Fehler zu stehen und - nachdem nun schon ein Haufen Leute "scharfgemacht" worden ist - das noch einmal explizit zu formulieren, aber es ist so natürlich besser als nichts. Dennoch bleibt ein etwas komischer Nachgeschmack...
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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#24 Beitrag von mbert » Donnerstag 24. November 2011, 15:44

Handrij hat geschrieben:Interessanterweise ist bei den meisten nur das hängen geblieben und mit dem üblichen Abwehrverhalten behandelt worden.
Das ist genau der springende Punkt. Aber wenn wir ehrlich sind, ist uns so etwas doch schon oft passiert, vielleicht sogar im häuslichen Umfeld: man gerät in Streit, ein Wort gibt das andere, keiner schenkt dem anderen was, aber ein Wort bleibt beim anderen hängen und wird einem noch Jahre später vorgeworfen, ohne dass es auch nur irgendeinen Kontext dazu gegeben hätte. Will sagen, selektive Wahrnehmung scheint irgendwie zum Menschsein zu gehören...
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Re: Was tun, wenn der Internetmob vor der Tür steht? - UN

#25 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 24. November 2011, 15:47

mbert hat geschrieben:... Ich hätte es eigentlich als anständig empfunden, zu dem Fehler zu stehen und - nachdem nun schon ein Haufen Leute "scharfgemacht" worden ist - das noch einmal explizit zu formulieren, aber es ist so natürlich besser als nichts. Dennoch bleibt ein etwas komischer Nachgeschmack...
Es ist nicht Jedem gegeben, Größe zu zeigen und fair zu sein.
Freuen wir uns über den kleinen Erfolg...

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