Allgemeines Diskussionsforum | Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

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freedom
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Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#1 Beitragvon freedom » Freitag 19. November 2010, 01:04

Die Ukraine hat am 4. Februar 2010 die 15. UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung ratifiziert.
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Eine Erläuterung dieser Behindertenrechtskonvention in deutscher Sprache befindet sich auf der Webpräsenz des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...

Soweit mir bekannt ist, müssen nicht wenige Eltern aus sozialem und monetärem Druck ihre behinderten Kinder in Waisenheimen abgeben.
Wie sieht das Leben behinderter Menschen in der Ukraine aus, und wird sich jetzt etwas ändern?

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#2 Beitragvon Sonnenblume » Freitag 19. November 2010, 12:43

Hier ein guter Artikel zur Lage der Behinderten in Deutschland: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...

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freedom
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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#3 Beitragvon freedom » Freitag 19. November 2010, 18:48

Sonnenblume hat geschrieben:Hier ein guter Artikel zur Lage der Behinderten in Deutschland: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...

Sehr interessant und nützlich für deutsche Verhältnisse, aber wie sieht es für Behinderte in der Ukraine aus?

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#4 Beitragvon Siggi » Freitag 19. November 2010, 19:02

Ich kann die Frage nicht allgemein beantworten. Wir haben im Bekanntenkreis einen ehemaligen Uni-Dozenten, der mit etwas über 50 einen Schlaganfall erlitt und seitdem stark eingeschränkt durch eine fast halbseitige Lähmung ist. Er bekommt eine kleine Rente und lebt entsprechend bescheiden. Eine Sozialarbeiterin kauft für ihn zweimal die Woche ein (zahlen muss er die Produkte, nur die Dienstleistung des Einkaufens ist kostenfrei.) Bestimmte medizinische Hilfsmittel (wie z.B. Krücken) gab es auch kostenfrei. Es gibt noch eine weitere Anzahl von kleineren Hilfen: Telefon ist von den Grundgebühren befreit, den Anschluß gab es auch umsonst, die Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln sind umsonst, etc.

Die einzigen, die ihn oft besuchen, sind die Zeugen Jehovas. Die Besuche sind aber wohl nicht ganz uneigennützlich, denn sie wollen ihn als Mitglied gewinnen.

Gruß
Siggi

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freedom
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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#5 Beitragvon freedom » Freitag 19. November 2010, 23:31

Siggi hat geschrieben:Ich kann die Frage nicht allgemein beantworten. Wir haben im Bekanntenkreis einen ehemaligen Uni-Dozenten, der ...

Möge es mir gestattet sein, etwas freimütiger zu formulieren. Nach all den historisch belegten Greueltaten am Ukrainischen Volk und der andauernden Repressionsphase in der postsowjetischen Ära, wäre es vielleicht zum Schutze des betreffenen Personenkreises ratsamer, hier keine detaillierten Informationen anzugeben. Ist jemandem ein ukrainisches Gesetz bekannt, dass beispielsweise behinderten Kindern das Recht auf gesunde Ernährung, Bildung und Teilhabe am sozialen Leben garantiert? Wie wird die Behindertenrechtskonvention im Lande umgesetzt? Werden bei Neubauten barrierefreien Zufahrten eingeplant?

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#6 Beitragvon Sonnenblume » Freitag 19. November 2010, 23:44

freedom hat geschrieben:
Siggi hat geschrieben:Ich kann die Frage nicht allgemein beantworten. Wir haben im Bekanntenkreis einen ehemaligen Uni-Dozenten, der ...

Möge es mir gestattet sein, etwas freimütiger zu formulieren. Nach all den historisch belegten Greueltaten am Ukrainischen Volk und der andauernden Repressionsphase in der postsowjetischen Ära, wäre es vielleicht zum Schutze des betreffenen Personenkreises ratsamer, hier keine detaillierten Informationen anzugeben.

Du kannst Siggi schon zugestehen, dass er einschätzen kann, welche Informationen er über wen hier preisgibt. Und da er das tut, scheint er keine Repressionen zu befürchten, obwohl er von Greueltaten sicher nur so umzingelt ist. [smilie=dash2.gif]

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#7 Beitragvon freedom » Samstag 20. November 2010, 01:09

Sonnenblume hat geschrieben:Du kannst Siggi schon zugestehen, dass er einschätzen kann, welche Informationen er über wen hier preisgibt. Und da er das tut, scheint er keine Repressionen zu befürchten, obwohl er von Greueltaten sicher nur so umzingelt ist...

Mit keinem Wort habe ich bei irgendjemandem die Fähigkeit bezweifelt, sich der Wirkung einer geäußerter Meinung nicht bewusst zu sein. Für seinen Bekannten, der im sicheren sozialen Umfeld lebt, wird es höchstwahrscheinlich keine Repressionen geben. Die Tatsache, von keinem deutschkundigen Ukrainer oder ukrainischkundigen Deutschen substantielle Antworten auf meine Fragen zu erhalten, vermittelt mir sehr den Eindruck, hier ein Tabu-Thema anzusprechen.

Ein Schritt in die richtige Richtung scheint das Ukrainische Bildungministerium mit der "Konzeption zur Einführung der inklusiven Pädagogik" zu tun:
http://www.ukraine-nachrichten.de/2765/bildungsministerium-beschlie%C3%9Ft-konzeption-einf%C3%BChrung-inklusiven-p%C3%A4dagogik

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#8 Beitragvon Siggi » Samstag 20. November 2010, 10:03

freedom hat geschrieben:... substantielle Antworten auf meine Fragen zu erhalten, vermittelt mir sehr den Eindruck, hier ein Tabu-Thema anzusprechen.

Ich glaube kaum, dass es hier im Forum Tabu-Themen gibt. Aber ich für mein Teil bin kein Sozialwissenschaftler und habe kein "Forschungsprojekt UA". Ich lebe hier einfach (und habe auch nicht den ganzen Tag Zeit, um solche Fragen zu klären, denn für mich verdienen andere leider nicht das Geld). Viele Behinderte leben vermutlich zurückgezogen. Wenn man nicht speziell danach sucht, bekommt man kaum Kontakt. Daher kann ich nichts zum Thema beisteuern. Ich vermute, dass es anderen ähnlich geht.

Gruß
Siggi

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#9 Beitragvon Sonnenblume » Samstag 20. November 2010, 20:03

freedom hat geschrieben: Für seinen Bekannten, der im sicheren sozialen Umfeld lebt, wird es höchstwahrscheinlich keine Repressionen geben...


Für wen würde es denn deiner Meinung nach Repressionen geben, weil hier im Ukraineforum was? geschrieben wird?

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#10 Beitragvon Handrij » Samstag 20. November 2010, 20:35

Wie bereits von einigen angemerkt wurde, ist es für Außenstehende recht schwierig zu beurteilen, wie Menschen mit Behinderungen in der Ukraine leben. Dabei muss aber auch erst einmal eine Unterscheidung zwischen so genannten "geistig behinderten" und körperlich eingeschränkten Personen getroffen werden.
Zu als "geistig behindert" bezeichneten Menschen kann ich überhaupt nichts sagen, da sie praktisch in der Öffentlichkeit nicht existent sind. Dies trifft aber auch auf Deutschland und andere "entwickelte" Staaten zu. Tendenziell werden diese Leute eher weggesperrt.
Bei Menschen mit körperlichen Einschränkungen ist es in der Ukraine augenfällig, dass sie ebenfalls weniger präsent sind, als bspw. in Deutschland. Das hat vor allem mit den Bewegungsmöglichkeiten bspw. für Rollstuhlfahrer zu tun. Praktisch ist in der Ukraine zu sehen, dass Menschen behindert werden. Es gibt keine Möglichkeiten als Rollstuhlfahrer sich ohne fremde Hilfe zu bewegen. Überall sind Stufen und unüberwindbare Treppen. Was ich in der Ukraine oder vielmehr in Kiew öfters als in Deutschland sehe sind gehörlose Menschen. Es gibt öfters kleinere Gruppen von Menschen, die sich mit Gebärdensprache verständigen. In Deutschland werden gehörlose Menschen nicht so auffallen, da sie wohl auch eher allein unterwegs sind.

Zur Ausgangsfrage: Dass die Ukraine ein Abkommen ratifiziert, heißt noch lange nicht, dass sich daraus irgendwelche Verbesserungen für behinderte Menschen ergeben werden. Zumindest gibt es Pläne zur Integration von körperlich eingeschränkten Kindern in den normalen Schulunterricht, was auch für ´schland eine HErausforderung darstellt.
http://www.ukraine-nachrichten.de/2765/ ... %A4dagogik

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#11 Beitragvon Tilko » Samstag 20. November 2010, 21:23

Ich weiss nicht was ich von feedom halten soll?
Einmal da beschwerst du dich über die nicht Einhaltung von Gesetzen und Rechten in der Ukraine und im nächsten Atemzug begrüßt du irgendwelche Beschlüsse des Bildungsministeriums als Schritt in die richtige Richtung. Eigentlich weiss jeder der länger in oder mit der Ukraine zu tun hat das Papier geduldig ist und in der Ukraine gibt es viel, sehr viel beschriebenes Papier. [smilie=lazy2.gif]

Gruß Tilko

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#12 Beitragvon Sonnenblume » Samstag 20. November 2010, 22:57

Tilko hat geschrieben:Ich weiss nicht was ich von feedom halten soll?
Einmal da beschwerst du dich über die nicht Einhaltung von Gesetzen und Rechten in der Ukraine und im nächsten Atemzug begrüßt du irgendwelche Beschlüsse des Bildungsministeriums als Schritt in die richtige Richtung. Eigentlich weiss jeder der länger in oder mit der Ukraine zu tun hat das Papier geduldig ist und in der Ukraine gibt es viel, sehr viel beschriebenes Papier. [smilie=lazy2.gif]

Gruß Tilko


Und die meißten Beschlüsse sind nicht mal das Papier wert, auf dem sie stehen :(

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#13 Beitragvon freedom » Sonntag 21. November 2010, 01:53

Siggi hat geschrieben:Ich glaube kaum, dass es hier im Forum Tabu-Themen gibt. Aber ich für mein Teil bin kein Sozialwissenschaftler und habe kein "Forschungsprojekt UA". Ich lebe hier einfach (und habe auch nicht den ganzen Tag Zeit, um solche Fragen zu klären, denn für mich verdienen andere leider nicht das Geld). Viele Behinderte leben vermutlich zurückgezogen...

Unter einem Tabu-Thema verstehe ich unangenehme Problematiken, die auf subtile Weise geleugnet oder diffamiert werden. Ich halte es durchaus für sinnvoll, das Leben von Menschen mit Behinderung in der Ukraine zu studieren, um mit dem erworbenen Wissen deren Lebensqualtität zu verbessern. Nicht genug oder kein Geld verdienen zu können, ist eine Angelegenheit. Eine weitere ist die, nicht jeder verdient (ehrlich) das Geld, dass er bekommt. Wenn ich mir die Preis- und Steuererhöhungen für Normalbürger anschaue, kann ich mir sehr gut vorstellen, weshalb sich Menschen mit Einschränkungen diskret zurückziehen.
Die Menschenliebe der ukrainischen Regierung ist schon für Werktätige kaum zu verkraften.

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#14 Beitragvon freedom » Sonntag 21. November 2010, 02:05

Sonnenblume hat geschrieben:
freedom hat geschrieben: Für seinen Bekannten, der im sicheren sozialen Umfeld lebt, wird es höchstwahrscheinlich keine Repressionen geben...

Für wen würde es denn deiner Meinung nach Repressionen geben, weil hier im Ukraineforum was? geschrieben wird?

Aus dem gleichen Grunde, weshalb der unabhängige und freiheitlich gesinnte Journalismus in der Ukraine behindert wird: Die Wahrheit!

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#15 Beitragvon freedom » Sonntag 21. November 2010, 02:54

Handrij hat geschrieben:Wie bereits von einigen angemerkt wurde, ist es für Außenstehende recht schwierig zu beurteilen, wie Menschen mit Behinderungen in der Ukraine leben. Dabei muss aber auch erst einmal eine Unterscheidung zwischen so genannten "geistig behinderten" und körperlich eingeschränkten Personen getroffen werden. ... Es gibt keine Möglichkeiten als Rollstuhlfahrer sich ohne fremde Hilfe zu bewegen. Überall sind Stufen und unüberwindbare Treppen. Zur Ausgangsfrage: Dass die Ukraine ein Abkommen ratifiziert, heißt noch lange nicht, dass sich daraus irgendwelche Verbesserungen für behinderte Menschen ergeben werden. Zumindest gibt es Pläne zur Integration von körperlich eingeschränkten Kindern in den normalen Schulunterricht, was auch für ´schland eine HErausforderung darstellt...
Zur Darstellung der verschiedenen Lebenssituationen von Menschen mit geistiger und körperlicher Einschränkung, mag die Differenzierung erforderlich sein. Zur Integration in das Arbeitsleben und in die Gesellschaft sollte nach meiner Auffassung keine Unterscheidung stattfinden, sondern jedem der Betroffenen das erforderliche Maß an Unterstützung zuteil kommen. In Berlins Öffentlichen Verkehrsmitteln, Gebäuden und auch bei Supermärkten haben Rollstuhlfahrer gute Zugangsmöglichkeiten (barrierefrei). Diese Freiheit vermisse ich in der Ukraine. Der ukrainische Staat hat die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert, um sich internationalem Standard anzupassen. Da auf diesem Gebiet noch vieles gesetzesmäßig und gesellschaftlich ausbaufähig ist, sind auch bedeutende Verbesserungen zu erwarten. Wenn nicht: Einklagen! Zieht man den Zusammenhang von Umweltverschmutzungen und Menschen mit Missbildungen in Betracht, sollte sich bei dem einen oder anderen Großkapitalisten langsam eine humane Regung im Gewissen bemerkbar machen. Ich meine bei denen, wo das Gen des Altruismus bislang unterentwickelt geblieben ist. Die (un)menschliche Bundesregierung wird sicher noch die eine oder andere Anregung erhalten. Es soll Gott sei Dank StaatsbürgerInnen geben, die die Reinhaltung des Grundgesetzes als wichtiger und dringlicher erachten, als eine Verherrlichung von Macht und Geld.

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#16 Beitragvon freedom » Sonntag 21. November 2010, 03:18

Tilko hat geschrieben:Ich weiss nicht was ich von feedom halten soll?
Einmal da beschwerst du dich über die nicht Einhaltung von Gesetzen und Rechten in der Ukraine und im nächsten Atemzug begrüßt du irgendwelche Beschlüsse des Bildungsministeriums als Schritt in die richtige Richtung. Eigentlich weiss jeder der länger in oder mit der Ukraine zu tun hat das Papier geduldig ist und in der Ukraine gibt es viel, sehr viel beschriebenes Papier...

Die Deformierung der Verfassung zugunsten der amtierenden Regierung und die Rechtsbeugung durch käufliche Richter sind schwerwiegende Problematiken, doch die
konkrete Beschlussfassung des ukrainischen Bildungsministeriums ist ein positiver Schritt in die richtige Richtung zur Verbesserung der Lebensumstände von Schulkindern mit Einschränkungen. Ich finde, Lob und Tadel dort, wo es angebracht ist. Niemand sollte vorschnell gesellschaftliche Änderungen zum Wohle der Allgemeinheit erwarten. Horrorlange Arbeitszeiten, eine immense Steuerlast für Normalbürger und weitere ausufernde Belastungen vergrößern nur den Reichtum einer Minderheit, helfen aber nicht sozial benachteiligen Menschen.

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#17 Beitragvon freedom » Sonntag 21. November 2010, 03:57

Sonnenblume hat geschrieben:Und die meißten Beschlüsse sind nicht mal das Papier wert, auf dem sie stehen :(
Da ich nicht beurteilen kann, ob die meisten Beschlüsse der Ukrainischen Regierung nicht einmal das Papier wert sind, auf dem sie stehen, möchte ich mich dazu nicht äußern. Was das geduldige Papier angeht, liefert die Flucht in die Scheinwelt keine Sicherheit, sich vor gemachten Zusagen zu drücken. Die Ukraine ist ein souveräner Staat, der sich völkerrechtlich der UN-Behindertenrechtskonvention angeschlossen hat. Das heißt mit anderen Worten, wer den Schutz der internationalen Staatengemeinschaft genießt, hat übernommene Verpflichtungen aus diesem Vertrag zu erfüllen.

"Durch Vernunft, nicht durch Gewalt soll man Menschen zur Wahrheit führen."
(Denis Diderot, franz. Schriftsteller)

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#18 Beitragvon Sonnenblume » Sonntag 21. November 2010, 09:07

freedom hat geschrieben: ...Horrorlange Arbeitszeiten, eine immense Steuerlast für Normalbürger ...

Die Einkommen-"Steuerlast der Normalbürger" beträgt 15% und das auch nur, wenn sie gezahlt wird. Ein Teil des Lohnes im Umschlag scheint keine Seltenheit zu sein. Und was horrorlange Arbeitszeiten angeht, so kann man solche Einzelfälle kaum verallgemeinern. Jeder weiß, dass ein Großteil der Arbeitszeit für private Angelegenheiten (Kontaktpflege, eigene "Geschäfte") draufgeht. Und dafür läßt man sich noch bezahlen! Im Übrigen ist das ukrainische Arbeitsgesetzbuch so arbeitnehmerfreundlich, dass da jeder Arbeitnehmer in Westeuropa nur von träumen kann!

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#19 Beitragvon Sonnenblume » Sonntag 21. November 2010, 09:12

freedom hat geschrieben:...Das heißt mit anderen Worten, wer den Schutz der internationalen Staatengemeinschaft genießt, hat übernommene Verpflichtungen aus diesem Vertrag zu erfüllen.


Und wenn nicht? Von wem sollen sie verklagt werden und wenn doch, juckt es sie? Die Ukrainische Regierung hat es noch nie interessiert, was andere über sie denken. Sonst hätten sich z.Bsp. Juschtschenko und Timoschenko ganz anders verhalten.

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#20 Beitragvon Sonnenblume » Sonntag 21. November 2010, 09:21

freedom hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben:
freedom hat geschrieben: Für seinen Bekannten, der im sicheren sozialen Umfeld lebt, wird es höchstwahrscheinlich keine Repressionen geben...

Für wen würde es denn deiner Meinung nach Repressionen geben, weil hier im Ukraineforum was? geschrieben wird?

Aus dem gleichen Grunde, weshalb der unabhängige und freiheitlich gesinnte Journalismus in der Ukraine behindert wird: Die Wahrheit!

Und für wen? Die "Wahrheit" ist ein großes Wort. Jeder scheint da seine Eigene zu haben. Wenn ich das Wort Repressionen höre, denke ich an die Stalinzeit. Und damit kannst du die heutige Ukraine wirklich nicht vergleichen, auch nicht den Druck auf Journalisten. Wenn es dich interessiert, wo wirklich Repressionen stattgefunden haben, dann fahr mal nach Moskau und geh ins Museum im Haus am Ufer. Aber du kannst auch einfach nur hier nachlesen: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...

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Optimist
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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#21 Beitragvon Optimist » Sonntag 21. November 2010, 15:06

freedom hat geschrieben:Die Ukraine hat am 4. Februar 2010 die 15. UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung ratifiziert.
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Ich verstehe Ihren Beitrag so, dass Sie gern helfen möchten. Auf Politik, Verträge und Gesetze hier zu warten ist auch in diesem Fall albern. Sammeln Sie für Ihre nächste Reise in die Ukraine Krücken, Gehwagen, Schnabeltassen, Brillen, Hörgeräte usw. und liefern dies direkt bei den Behinderten ab. So hab ich es auch hier in einem Altenheim getan. Bitte direkt bei den Bedürftigen abliefern, sonst werden Ihre Mitbringsel hier nur wieder verkauft. Sie bekommen dadurch einen super Einblick in die derzeitige Situation behinderter und auch älterer Bürger der Ukraine. Bei uns wohnen auch jüngere Menschen mit Behinderung im Altenheim, also keine Frage des Alters.

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#22 Beitragvon UAFRIEND » Montag 22. November 2010, 11:34

Wirklich Respekt , ich finde die Idee wirklich klasse , sogar so sehr das ich überlege eben jenes zu tun, wenn ich das nächste mal wieder da bin.Darf ich fragen wie du z.b. an alte Hörgeräte etc gekommen bist?

Mit Gruss
UAF

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#23 Beitragvon lev » Montag 22. November 2010, 16:07

Das die geistig behinderten Menschen, je nach Schwere ihrer Behinderung in entsprechenden Anstalten weggesperrt werden, liegt sicher daran, dass die Angehörigen Schlichtweck überfordert sind. Das ist sicher in der Ukraine genauso wie in den meisten Ländern.
Das Menschen, mit körperlichen Einschränkungen, in der Ukraine ebenfalls weniger in der Öffentlichkeit präsent sind ist richtig. Das liegt meines Erachtens, aber nicht nur an den Bewegungsmöglichkeiten für Rollstuhlfahrer weil überall Stufen und unüberwindbare Treppen sind, sondern auch an den nahen Verwandten. Es ist noch ein Makel, ein behindertes Kind zu haben und so wird es verschwiegen und nach Möglichkeit von der Öffentlichkeit ferngehalten. Ich habe eine Situation selber miterlebt, die diese Verhaltensweise bestätigt hat.
Eine Frau kam mit dem Auto vor einem kleinen Supermarkt gefahren, stieg aus und ging hinein. Kurze Zeit später öffnete sich hinten eine Tür und ein Mädchen mit Krücken in der Hand stieg aus. Es humpelte Richtung Markteingang, als auch schon die Mutter schnellen Schrittes auf sie zulief und sie schroff zurückwies mit den Worten: Ich habe dir doch verboten auszusteigen, wenn dich ein Nachbar sieht, oh mein Gott. Sie stieg völlig genervt ins Auto und raste vom Parkplatz. Später habe ich mit Bekannten darüber geredet und sie sagten, das ist die "Normalität". Oft werden Kinder mit Behinderungen gleich in das Heim gegeben.

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#24 Beitragvon UAFRIEND » Montag 22. November 2010, 16:49

Jedes leben ist wertvoll und lebenswert, wenn sogar die eigenen Eltern das gegenteil vermitteln, so ist das doch sehr sehr traurig, wie ich finde :-(

@lev es sind nicht nur die Stufen, sondern größtenteils auch die Strassen, ich kann mir nicht vorstellen wie man vor allem in den kleineren Städten , sich mit einem Rollstuhl fortbewegen soll.

Mit Gruss
UAF

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Re: Wie leben Menschen mit Behinderung in der Ukraine?

#25 Beitragvon lev » Montag 22. November 2010, 17:35

UAFRIEND hat geschrieben:Jedes leben ist wertvoll und lebenswert, wenn sogar die eigenen Eltern das gegenteil vermitteln, so ist das doch sehr sehr traurig, wie ich finde :-(

@lev es sind nicht nur die Stufen, sondern größtenteils auch die Strassen, ich kann mir nicht vorstellen wie man vor allem in den kleineren Städten , sich mit einem Rollstuhl fortbewegen soll.

Mit Gruss
UAF

Das war für mich auch ein Schock, wie eine Mutter sich ihrer behinderten Tochter schämt. Ist aber wohl kein Einzelfall.

Die Behinderten mit einem Rollstuhl haben in der Tat keine Chance sich risikolos zu bewegen. Schon die überdimensionalen Bordsteine sind unüberwindbar und im ländlichen sind die meist unbefestigten Straßen und Wege im Rollstuhl unbefahrbar. Eine sehr traurige Realität, die wohl noch sehr lange präsent sein wird.

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