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Kurt Simmchen - galizier
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Wie seht Ihr die Situation an den Grenzübergängen nach Polen

#1 Beitrag von Kurt Simmchen - galizier » Samstag 20. März 2010, 00:34

Sicher fahrt auch Ihr gelegentlich mit dem Auto. Ich fahre so an die 6-7 mal im Jahr. Lieber würde ich auch weniger fahren wollen.
Mein Übergang ist Schehiny/Medyka. Letzte Fahrt war am 15.03.10. Ich muss aber sagen, dass ich aus Prinzip nirgendwo einen Cent für Beschleunigungen bezahle.
Gegen 13.00 Uhr (ich bleibe erstmal bei der UA-Zeit) kam ich an die Grenze. 2. Auto am Tor. Vielleicht 20. Auto vor Pass/Zollkontrolle. Ukraine hat flott und zügig abgefertigt. Nett, freundlich und keinerlei unnötige Kontrollen.
Aber das Niemandsland und der Ablaufberg standen voll. Alle 15 Minuten wurden ca. 12 Autos vorgelassen. Ist ja jetzt das neue Regime mit den neuen Büdchen.
Keine Spur für EU-Bürger, keine Unterscheidung nach Transit- und kleiner Grenzverkehr.
Du stehst also zwischen den überwiegend polnischen Hustensaftschmugglern. Das alles erinnert mich an die Schmugglerzustände früher an der deutsch-polnischen Grenze.
Nach 6 Stunden war ich dran. Das Auto leer, nur 2 Reisetaschen, 1 Kanister 10 l, ca. 5 Packdecken und meinen Schlafsack.
Stellt sich eine Polin neben das Auto und spricht auf polnisch. Einiges erahnst du ja aus der Gewöhnung an die Prozedur. Als sie dann aber von allein mit ungeschützten Händen in meine Tasche mit Dokumenten und Geld geht, das Ganze aber noch so, dass ich nicht sehen konnte was da gemacht wird, reichte es mir. Die Reaktion auf das „Stopp“, war dann die Vollkontrolle auf einer Bank neben dem Auto. Sogar den Streusand, den ich in 2 zugenähten Jeanssäckchen mitführe, musste ich ausleeren. Jedes Hemd und jeden Slip raus legen.
Natürlich konnte sie nichts finden. Immer aber kein Verstehen von Russisch, Englisch und Deutsch.
Natürlich habe ich mir dann ca. 40 Minuten Zeit genommen, alle meine Sachen wieder zivilisiert einzupacken und zu ordnen. Das weckte den Zorn der nachfolgenden Polen.
Dabei konnte ich mir die Bemerkung, dass es von Vorteil sei, dass die Dame so groß sei, dass sie bequem und ohne sich zu bücken den Kofferraum zur Kontrolle begehen konnte.
Obwohl sie kurz vorher noch kein Deutsch verstand, erboste sie die Bemerkung derart, dass ihr mein Pass aus der Hand fiel, als sie ihn mir zurückgeben wollte.

Dieser Vorfall ist mit Abstand das negativste Erlebnis an der Grenze, wenn man von der durchschnittlichen Kontrolldauer von ca. 5-8 Minuten je Fahrzeug und den damit verbundenen Wartezeiten absieht.
Im Januar wurde zwar auch kontrolliert, aber die Beamten versuchten sich im Verstehen.
Irgendwie hatte ich mir die Situation an der EU-Außengrenze für Transit-EU-Bürger an diesen Außengrenzen vorgestellt. Zu Ungarn und der Slovakai geht es ja auch.

Wie sind Eure Erfahrungen? Seht Ihr irgendwelche Wege via EU-Kommission oder Parlament zu einer Besserung.
Wenn die zur EM auch so arbeiten, reicht die Zeit zwischen 2 Spielen nicht aus, dass die Zuschauer von UA nach Polen kommen.

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bayernbanker
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Re: Wie seht Ihr die Situation an den Grenzübergängen nach Polen

#2 Beitrag von bayernbanker » Samstag 20. März 2010, 09:33

@Galizier - Das kommt mir etwas bekannt vor....Es scheint, dass sich die polnische Polizei seit dem Schengenbeitritt Polens etwas toll und besser als ihre ukrainischen Kollegen vorkommt. Ich hab auch schon mal eine Vollkontrolle über mich ergehen lassen dürfen. Das ganze lässt sich aber abkürzen, wenn man auf die Hinzuziehung eines Vorgesetzten besteht und sich die Dienstnummer geben lässt (ihren Namen müssen sie nicht rausrücken, aber die Dienstnummer!). Deutsch müssen sie nicht verstehen, aber wenn man sein Anliegen auf Englisch vorträgt, müssen sie einen Kontaktbeamten hinzuziehen, der Englisch versteht (ist im Schengenprozedere so geregelt). Da reagieren sie dann schon etwas sachlicher (Anspielungen auf die Körpergrösse wirken da natürlich eher anheizend;-)))!).
Wenn du EU-Bürger bist, kannst du den Sachverhalt auch mal beim Petitionsausschuss des EU-Parlaments einreichen - ich hab das schon mal in Sachen Reisefreiheit für meine ukrainische Ehefrau für Großbritannien gemacht und das war sehr erfolgreich. Dauert allerdings Monate, bis man da eine Antwort (die allerdings zuverlässig kommt!) erhält! Link für die Online-Einreichung: Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ...
Dann wünsche ich in Zukunft bessere Fahrt:-)!

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