Allgemeines DiskussionsforumWie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

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Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#1 Beitrag von Handrij » Mittwoch 15. September 2010, 13:37

Ausgehend von dem Artikel in der Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... (Name wird auf Wunsch der Autorin zensiert), habe ich versucht nur ein paar der aufgezählten Fakten zu überprüfen und kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es einfach egal ist, was Janukowitsch und Co. tun, sie haben den Stempel "Diktatur" und "Russland" aufgedrückt bekommen und werden allein danach beurteilt, was nur wenig mit den realen Tatsachen zu tun hat.
Die großen TV-Sender unterstützen den Kurs der Regierung. Unlängst wurde Timoschenko zwei Stunden lang vorgeführt. In einer Talkshow sollte es darum gehen, ob die Ukraine nach russischem Vorbild in eine gelenkte Demokratie abdriftet. Doch der als wortgewaltig bekannten Politikerin wurde laufend das Wort abgeschnitten, zudem stritt sich das Publikum lautstark untereinander.
Sawik Schuster, der bekannteste Moderator der Ukraine, konnte der Inszenierung nur zusehen. Auch er muss sich immer öfter der Regie beugen, schließlich ist der Besitzer des Senders TRK Ukraina Rinat Achmetow, einer der finanziellen Unterstützer Janukowitschs.
Timoschenko war in der Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... etwa 76 Minuten und keine 2h anwesend. Die gesamte Sendung dauert ohne Werbung vier Stunden. Sie eröffnete mit einem 14-minütigen Monolog und kam insgesamt auf eine Redezeit von 39 Minuten. Die erwähnten Unterbrechungen waren vornehmlich auf zwei Leute zurückzuführen, die jedoch bereits seit langem für ihre "Unkultur" bekannt sind. Da kann man unterstellen, dass Schuster gezwungen wurde diese einzuladen. Zugesehen hat Schuster der "Inszenierung" keineswegs, sondern ständig Lewtschenko und Brodskij zurechtgewiesen, was im Übrigen bereits vor dem Machtantritt von Janukowitsch der Fall war. Lewtschenko, Sekretär des Stadtrates von Donezk, fiel jedes Mal, wenn er anwesend war, durch Unterbrechungen/Ungeduld auf und wurde deshalb in jeder Sendung zurechtgewiesen. Das ist nichts Neues.
Timoschenko hat die Unterbrechungen auch dahingehend verdient gehabt, da sie ständig nicht auf die ihr gestellten Fragen antwortete und auswich. Sie nahm ihr Recht wahr die derzeitige Regierung zu kritisieren, jedoch ging sie nicht auf konkrete Fragen zu ihrer Regierungstätigkeit ein. Zudem nahm sie Lewtschenko nicht ernst und beleidigte ihn öffentlich, indem sie ihn beispielsweise danach fragte, ob er überhaupt Ukrainisch versteht. Insofern ist sie teil dieser politischen "Unkultur" und braucht sich nicht zu beschweren.
Außerdem ist sie sich zu schade, den politischen Gegnern zuzuhören. Nachdem ihre Zeit am Hauptmikrofon vorbei war, verschwand sie. Hier muss man konstatieren, dass die Regierung in Person der Vizepremiers Tigipko oder Kolesnikow sich so etwas nicht erlaubt. Tigipko hat in der vorigen Woche in zwei Sendungen bis spät in die Nacht sich den Fragen der Opposition gestellt und ist nicht einfach nach seinem Monolog gegangen, wie es die Gasprinzessin vorzieht.
Übrigens kam vor Timoschenko ihre rechte Hand Turtschinow 10 Minuten in einer Liveschaltung zu Wort und reagierte ähnlich arrogant auf konkrete Fragen wie Timoschenko.
Darüber hinaus ist das Wahlgesetz erneut geändert worden. Demnach werden die lokalen Wahlkommissionen nun immer mehrheitlich von Janukowitschs Partei der Regionen besetzt, unabhängig davon, wie die Stimmenverhältnisse vor Ort aussehen.
Die Zusammensetzung der Wahlkommissionen bestimmte sich vorher aus dem Stimmenanteil der Fraktionen in der Werchowna Rada. Nach der neuen Version werden die Wahlkommissionsmitglieder auch aus nicht in der Werchowna Rada vertretenen Parteien/Wählerorganisationen bestimmt und dies war ein Hauptkritikpunkt an der im Juli verabschiedeten Version. Dass eine Mehrheit von der Partei der Regionen bestimmt wird, ist schlichtweg eine falsche Information. Laut dem Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... kann jede im Parlament registrierte Partei/Fraktion maximal drei Kandidaten für die Wahlkommissionen bestimmen. Wahlkommissionen müssen mindestens neun Mitglieder haben und können maximal aus 18 Mitglieder bestehen. Dabei sind bis zu drei Mitgliedern aus örtlichen nicht in der Werchowna Rada vertretenen politischen Gruppierungen bestimmbar. Wie man daraus eine Mehrheit für die Partei der Regionen herausliest, erschließt sich mir nicht. Die Autorin (Name wird auf Wunsch der Autorin zensiert) subsummiert dabei wohl Kommunisten, Litwin-Leute und "Unsere Ukraine" Leute und "Unabhängige nicht im Parlament vertretene" unter "Partei der Regionen", dabei unterschlagend, dass die alle auch ihr eigenes "regionales" Süppchen kochen. Dann muss man das auch so schreiben.

Der erwähnte Artikel ist insgesamt als tendenziös zu betrachten und entspricht nicht den Standards einer objektiven Berichterstattung. Leider ist das die Regel und nicht die Ausnahme, letztendlich wird, wenn sich das fortsetzt, den Janukowitschleuten gar nichts anderes übrig bleiben, als das zu tun, was man ihnen unterstellt :-(

Verwundern tut mich nur diese offensive Timoschenko-Propaganda, als ob die nicht aus dem selben Holz wie Janukowitsch wäre. Allein die Tatsache, dass sowohl im Parlament als auch in den Regionen die Leute vom Block Julia Timoschenko in Scharen zu den Janukowitschleuten übergelaufen sind, sagt das doch aus. Wie man da eine "gute Julia" und einen "bösen Janik" konstruieren kann, ist mir völlig schleierhaft. Aber es muss ja alles in das Schema hier die "Demokraten" und dort die "Russen" hineinpassen. In der Ukraine würde man dann sofort von "Zensur" reden ...

Apropos Zensur:
Zudem häufen sich Skandalberichte über das angebliche Luxusleben von Verwandten vieler Regierungspolitiker.
Das zeugt ja auch nicht unbedingt von Zensur ...

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Handrij
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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#2 Beitrag von Handrij » Freitag 17. September 2010, 15:58

Nächstes großes Ding:
der Bericht im Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ..., viele richtige Fakten, aber dann einfach eine fette Fehlinformation - wenn der Autor in Kiew gewesen wäre, was ich bezweifle, würde ich von einer Lüge sprechen, denn er hätte in seinem Hotel einfach mal nur den Fernseher anschalten müssen.
Initiiert vom drahtigen 41-jährigen Geheimdienstchef Valeri Khoroshkovsky, wurde jetzt dem letzten unabhängigen ukrainischen Fernsehsender TVi, unter fadenscheinigen Vorwürfen, die analogen Sendefrequenzen genommen. Seitdem steht der Sendebetrieb still. Pikanterweise ist der Geheimdienstchef auch der Besitzer der größten ukrainischen Medienholding der Inter Media Group, die mit 96 Prozent fast den gesamten ukrainischen Medienmarkt abdeckt und beherrscht.

Durchsetzen konnte Valeri Khoroshkovsky die Stilllegung, weil er zugleich Mitglied des höchsten Gerichtshofes der Ukraine ist. Eine Verquickung von Machtpositionen, die der fraktionslose Taras Tschornowil mit äußerstem Unbehagen beobachtet.
Erstens ist TVi weiterhin auf Sendung. Zweitens wurde TVi auf den Stand von Januar 2010 zurückgestellt, das heißt der Sender ist weiterhin über Satellit und im Kabel zu empfangen und das Programm ist einfach schlecht, genauso wie alle anderen Fernsehprogramme! Der Sender ist auf dem Niveau von VOX oder Kabel1 einzuordnen. Eine politische Talkshow und ein Interviewprogramm gibt es auch weiterhin. Die Nachrichten waren auch immer einfach nur schlecht ...
Drittens ist der fünfte Kanal weiterhin auf Sendung, zudem die Nachrichtensender 24, UBC, News One usw. Bemängeln kann man die Frequenzverteilung, doch werden die Karten neu gemischt sobald es an die digitale Übertragung geht. Hier sollte Druck ausgeübt werden. Andererseits sind die Leute in den Dörfern, wenn sie nicht eh schon Satellitenfernsehen schauen, doch eh nicht über Nachrichtensender oder über politische Talkshows erreichbar. Die Städter haben, wenn sie sich dafür interessieren, entweder Satellitenfernsehen oder Kabelfernsehen, so dass hier in keinem Falle die Rede von einer Beeinträchtigung der Informationsfreiheit sein kann.
Viertens suggerieren die 96 Prozent ein Medienmonopol, welches es nicht gibt, wobei hier unter Medien glatt mal Fernsehen, Radio und Zeitungen verstanden werden können. Wahrscheinlich hat ihm jemand gesagt, dass man Inter in 96 Prozent der Haushalte empfangen kann. Alles andere macht überhaupt keinen Sinn.
TVi ist übrigens Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... zu finden. Sonntags ab 22:00 Uhr führt Mustafa Najem ein Interview, welches etwas später im Wortlaut bei der Ukrajinska Prawda erscheint. Die politische Talkshow "Prawda" gibt es von Montag bis Donnerstag täglich um 19:10 Uhr.

So, und nun sollte die Rede eigentlich darüber gehen, wie unabhängig und neutral die Medien in Deutschland sind. Mit welchem Recht stellen sich diese Journalisten hin und zeigen mit dem Finger auf die Ukraine. Man könnte glatt Anhänger einer Verschwörungstheorie werden, wenn man unberücksichtigt lässt, dass in diesem Falle "Christoph Richter" eine Anweisung von seinem Chef bekam "Mach mal schnell was über diesen Russenfreund in der Ukraine, so mit Zensur und Senderabschaltung" und dann ganze drei Telefonate führte, noch schnell die Konkurrenz checkte und so einen Bericht zusammenbastelte.

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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#3 Beitrag von lev » Freitag 17. September 2010, 17:03

Da versteht man die Überlegungen der Journalisten nicht. Ist es nicht oberstes Ziel der journalistischen Arbeit die richtig gewichtete Darstellung von Fakten in seine Berichterstattung einzubringen. Sonst verstößt dies doch gegen jede journalistische Ethik.
Die Deutschen sind in ihrer allgemeinen Berichterstattung über osteuropäische Länder äußerst ungeschickt und oberflächlich. Eine vorherige und qualitativ gute Recherche Fehlanzeige.

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Handrij
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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#4 Beitrag von Handrij » Freitag 17. September 2010, 17:55

Ich muss ehrlich sagen, dass ich hier auch extrem vom Deutschlandfunk enttäuscht bin, den ich, wenn ich in Deutschland bin, eigentlich immer höre und bisher, wie soll ich sagen, vertraut habe. Man muss wohl davon ausgehen, dass dies kein Einzelfall ist. Bei der Ukraine bin ich in der Lage die Dinge nachzuprüfen, aber bei Afghanistan oder dem Kongo oder auch nur Frankreich eben nicht und das finde ich sehr bedenklich. Vor kurzem war ich noch der Überzeugung, dass eine Manipulation von Leuten in den Deutschland ziemlich schwer ist, solange mensch sich nicht auf die BILD-Zeitung beschränkt, doch wenn selbst der Deutschlandfunk - sagen wir mal - schlampig recherchierte Berichte bringt, welchem Medium kann man dann in Deutschland noch eine gewisse Objektivität unterstellen?
Bei der FTD Autorin (Name wird auf Wunsch der Autorin zensiert) verstehe ich es erst recht nicht, denn sie ist, soweit ich weiß, hier ständig vor Ort und müsste über das Sendeformat von Schuster und die allgemeine politische Gesprächskultur im Bilde sein, doch auch ihr Artikel strotzt nur so vor Fehlern, da kann eigentlich nur noch Absicht unterstellt werden. Vermutlich hätte sie den Artikel nicht unterbringen können, wenn sie keine schlimmen Russen an die Wand gemalt hätte. Somit ist wohl die beste Zensurmaßnahme der ökonomische Druck und da gibt es keinen Unterschied zwischen der Ukraine und Deutschland, hier - in der Ukraine - ist es nur plumper.

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ua-sports
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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#5 Beitrag von ua-sports » Freitag 17. September 2010, 19:31

Handrij hat geschrieben:Deutschlandfunk
keine S.... hört den vollkommen unter politischen und wirtschaftlichen
Einfluss stehenden D-Funk noch... Und nehmt euch nicht allen
" sogannten gute ermittelten Berichten " an.... Ist wie überall
alles nur schaumschlägerei und aufschneiderei ... nach dem Motto
" allo ich weiß was... " .... Medien werden in Ost und West auch
heute noch wohlvollend zensiert bis sie in die Schlagzeilen kommen
oder über die Ticker laufen... ( alles unter dem NAMEN.. PRESSE-
und -erfinder-FREIHEIT und bild DIR deine MEINUNG !!! ) B-)

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freedom
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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#6 Beitrag von freedom » Samstag 25. September 2010, 00:18

lev hat geschrieben:...Die Deutschen sind in ihrer allgemeinen Berichterstattung über osteuropäische Länder äußerst ungeschickt und oberflächlich. Eine vorherige und qualitativ gute Recherche Fehlanzeige...
Bevor ich solch eine kühne Behauptung in den Raum stelle, würde ich mir erst einmal überlegen, wie deutsche Presseinrichtungen verlässliches Informationsmaterial bekommen könnten. Weiterhin, wenn selbst in der Ukraine ein bekannter Journalist ermordet wird, wie gefährlich würde es dann für einen deutschen Journalisten sein, Licht in den dunklen Wirtschafts- und Politsumpf der Ukraine zu bringen. Zumal ohne perfekte Ukrainisch- und Russischkenntnisse, es nach meiner Ansicht nahezu unmöglich scheint, wahrheitsgemäße Berichte über die Ukraine in deutschen Medien bringen zu können.

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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#7 Beitrag von Sonnenblume » Samstag 25. September 2010, 18:11

freedom hat geschrieben:
lev hat geschrieben:...Die Deutschen sind in ihrer allgemeinen Berichterstattung über osteuropäische Länder äußerst ungeschickt und oberflächlich. Eine vorherige und qualitativ gute Recherche Fehlanzeige...
Bevor ich solch eine kühne Behauptung in den Raum stelle, würde ich mir erst einmal überlegen, wie deutsche Presseinrichtungen verlässliches Informationsmaterial bekommen könnten. Weiterhin, wenn selbst in der Ukraine ein bekannter Journalist ermordet wird, wie gefährlich würde es dann für einen deutschen Journalisten sein, Licht in den dunklen Wirtschafts- und Politsumpf der Ukraine zu bringen. Zumal ohne perfekte Ukrainisch- und Russischkenntnisse, es nach meiner Ansicht nahezu unmöglich scheint, wahrheitsgemäße Berichte über die Ukraine in deutschen Medien bringen zu können.
Hast du die oberen Beiträge zum Thema gelesen? Hier geht es nicht darum "Licht in den dunklen Wirtschafts- und Politsumpf der Ukraine zu bringen.", sondern um Falschinformationen von Journalisten und das anscheinend wider besseren Wissens. Es gibt inzwischen genug Leute in Deutschland, die perfekt russisch können (ukrainisch ein paar weniger) und in Zeiten des Internets soll mir keiner erzählen, man könnte nicht auch von Deutschland aus gut recherchieren.
Und was den ermordeten Journalisten betrifft, so denke ich, dass deutsche Journalisten da weit weniger gefährdet sind, als Einheimische - oder von wieviel Morden an deutschen Journalisten in der Ukraine hast du schon gehört?

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Optimist
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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#8 Beitrag von Optimist » Samstag 25. September 2010, 22:28

Mein Problem sind die Fehlinformationen jeden Tag der hiesigen Behörden, Nachbarn und Spezialisten der Ukraine. Wenn ich auf diese hören würde, käme mein Leben hier zum Stillstand.

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freedom
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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#9 Beitrag von freedom » Sonntag 26. September 2010, 01:33

Sonnenblume hat geschrieben:
freedom hat geschrieben:
lev hat geschrieben:...Die Deutschen sind in ihrer allgemeinen Berichterstattung über osteuropäische Länder äußerst ungeschickt und oberflächlich. Eine vorherige und qualitativ gute Recherche Fehlanzeige...
Bevor ich solch eine kühne Behauptung in den Raum stelle, würde ich mir erst einmal überlegen, wie deutsche Presseinrichtungen verlässliches Informationsmaterial bekommen könnten. Weiterhin, wenn selbst in der Ukraine ein bekannter Journalist ermordet wird, wie gefährlich würde es dann für einen deutschen Journalisten sein, Licht in den dunklen Wirtschafts- und Politsumpf der Ukraine zu bringen. Zumal ohne perfekte Ukrainisch- und Russischkenntnisse, es nach meiner Ansicht nahezu unmöglich scheint, wahrheitsgemäße Berichte über die Ukraine in deutschen Medien bringen zu können.
Hast du die oberen Beiträge zum Thema gelesen? Hier geht es nicht darum...
Mir stellt sich die einfache, doch sehr grundlegende Frage: Wie kann ein deutscher Journalist oder Leser bei Informationen im Internet feststellen, was wahr und was unwahr ist, oder noch besser, welche Nachrichten geschönt sind? Es bedarf sehr genauer Sprachkenntnisse, sowohl im Ukrainischen als auch im Russischen. Man kann unliebsame Berichterstatter direkt einen Kopf kürzer machen oder etwas subtilere Methoden anwenden, um den Informationsfluss ins Ausland zu unterbinden. Du wirst sicher nichts öffentlich von der gewollten Erkrankung eines deutschen Journalisten erfahren, bestenfalls vom Ableben aufgrund einer Krebserkrankung. Wenn beispielsweise die ukrainische Milizia jahrzehntelang nach Gutdünken walten und die eigenen Gesetze missachten konnte, ohne dabei zur Rechenschaft gezogen werden, dürfte der Wahrheitsgehalt von öffentlichen Informationen auch nicht sehr verlässlich gewesen sein. Langsam habe ich den Eindruck gewonnen, dass sich eine Änderung zum Besseren einstellt. Sicherlich habe ich die oberen Beiträge gelesen, doch woher soll ich wissen, was sich wirklich in dem genannten Sender abspielt oder abgelaufen ist?
Da Du dich sehr gut in Deutsch ausdrücken kannst und Deiner Meinung nach, über korrekte Informationen verfügst, würde ich an Deiner Stelle, die falsch berichtenden Stellen um Korrektur bitten. Es gibt in Deutschland Aufsichtsbehörden, die zum Zweck eingerichtet wurden, die Presselandschaft sauber zu halten.
Zur Veranschaulichung ein Beispiel:
Die Tatsache ist seit Jahren unbestreitbar, dass es in und um Zaporizhzhja eine hohe Sterblichkeit aufgrund von Krebs gibt, die Strahlenbelastung und Umweltverschmutzung äußerst hoch sind und in deutschen Zeitungen darüber nichts geschrieben wird. Wie könnte ein deutscher Journalist verlässliche Informationen über Ursache und Ausmaß der Umweltverschmutzung erhalten? Vom Bürgermeister oder von Kommunalpolikern? Die Stadt und die Gegend sind sehr eigentlich sehr attraktiv und könnten ein Tourismusmagnet sein. Ich habe sogar schon deutsche Reisebusse dort gesehen. Doch bevor jemand die öffentliche Toillette am Festivalsplatz aufsuchen möchte, sollte er/ sie besser vorher eine Unfallversicherung abschließen. Mit anderen Worten, Infrastruktur und Industrie bedürfen dringender Sanierungen, was zwar alle wissen, doch niemand spricht darüber. Und wenn niemand verlässliche Informationen bereit stellt, wird es in deutschen Medien nicht erscheinen. Ist das Leben in der Ukraine so schrecklich, dass sich so viele Menschen vor der Wahrheit fürchten? ... oder ist es noch der sowjetische Terror, der in den Knochen steckt?

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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#10 Beitrag von Handrij » Sonntag 26. September 2010, 14:08

freedom hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben: Hast du die oberen Beiträge zum Thema gelesen? Hier geht es nicht darum...
Mir stellt sich die einfache, doch sehr grundlegende Frage: Wie kann ein deutscher Journalist oder Leser bei Informationen im Internet feststellen, was wahr und was unwahr ist, oder noch besser, welche Nachrichten geschönt sind? Es bedarf sehr genauer Sprachkenntnisse, sowohl im Ukrainischen als auch im Russischen. Man kann unliebsame Berichterstatter direkt einen Kopf kürzer machen oder etwas subtilere Methoden anwenden, um den Informationsfluss ins Ausland zu unterbinden. Du wirst sicher nichts öffentlich von der gewollten Erkrankung eines deutschen Journalisten erfahren, bestenfalls vom Ableben aufgrund einer Krebserkrankung. Wenn beispielsweise die ukrainische Milizia jahrzehntelang nach Gutdünken walten und die eigenen Gesetze missachten konnte, ohne dabei zur Rechenschaft gezogen werden, dürfte der Wahrheitsgehalt von öffentlichen Informationen auch nicht sehr verlässlich gewesen sein. Langsam habe ich den Eindruck gewonnen, dass sich eine Änderung zum Besseren einstellt. Sicherlich habe ich die oberen Beiträge gelesen, doch woher soll ich wissen, was sich wirklich in dem genannten Sender abspielt oder abgelaufen ist?
Da Du dich sehr gut in Deutsch ausdrücken kannst und Deiner Meinung nach, über korrekte Informationen verfügst, würde ich an Deiner Stelle, die falsch berichtenden Stellen um Korrektur bitten. Es gibt in Deutschland Aufsichtsbehörden, die zum Zweck eingerichtet wurden, die Presselandschaft sauber zu halten.
Zum obigen Radiobeitrag habe ich es noch einmal nachgeprüft, da ich Kyryl Savin kenne [smilie=blush.gif]
Christoph Richter war mit einer Reisegruppe der Böll-Stiftung in Kiew und hat die drei Interviews geführt, die auch vollkommen korrekt und richtig sind, dennoch war er offensichtlich zu faul die Zwischeninformationen zwischen den Interviewbeiträgen nachzuprüfen. Er hätte Kyryl einfach nur einmal kurz fragen können: "Gibt es TVi noch?" oder nicht und welche Bedeutung hat der Sender usw. dies jedoch einfach unterlassen, aus Zeitmangel usw. jedoch hätte er selbst aus Berlin noch einmal per E-Mail nachfragen können. Darüber hinaus sollte doch bei allen Beiträgen im Deutschlandfunk eine redaktionelle Prüfung stattfinden und soweit ich weiß, gibt es in Kiew einen Deutschlandfunkvertreter und diesem kurz das Transkript zuschicken und es prüfen lassen, sollte kein Ding der Unmöglichkeit sein. Scheinbar sind die zeitlichen und finanziellen Spielräume beim Deutschlandfunk schon so eng, dass so eine Prüfung nicht mehr stattfindet oder stattfinden kann.
Was in dem oben genannten Sender stattfindet, ist selbst für Ukrainer schwierig zu beurteilen, da ja in der Öffentlichkeit nur die zwei Positionen vertreten werden. Dennoch sollte eine Berichterstattung ausgewogen sein und diesen Positionen Raum geben und zumindest nicht so einen Unsinn behaupten, dass der "
letzten unabhängigen ukrainischen Fernsehsender TVi
abgeschalten wurde, was ausgedacht ist, um die Situation einfach zu dramatisieren und damit vielleicht verkäuflicher zu sein.

Zum Beitrag der FTD-Autorin (Name wird auf Wunsch der Autorin zensiert) hab ich bereits erwähnt, dass sie hinreichend über die Situation in der Ukraine informiert sein müsste, um objektiv und nicht pro-BJuT über die Ukraine berichten zu können. Wie oben bereits dargelegt, wird sie auch einem Dramatisierungszwang unterliegen, um ihre Artikel unterbringen zu können.

freedom hat geschrieben: Zur Veranschaulichung ein Beispiel:
Die Tatsache ist seit Jahren unbestreitbar, dass es in und um Zaporizhzhja eine hohe Sterblichkeit aufgrund von Krebs gibt, die Strahlenbelastung und Umweltverschmutzung äußerst hoch sind und in deutschen Zeitungen darüber nichts geschrieben wird. Wie könnte ein deutscher Journalist verlässliche Informationen über Ursache und Ausmaß der Umweltverschmutzung erhalten? Vom Bürgermeister oder von Kommunalpolikern? Die Stadt und die Gegend sind sehr eigentlich sehr attraktiv und könnten ein Tourismusmagnet sein. Ich habe sogar schon deutsche Reisebusse dort gesehen. Doch bevor jemand die öffentliche Toillette am Festivalsplatz aufsuchen möchte, sollte er/ sie besser vorher eine Unfallversicherung abschließen. Mit anderen Worten, Infrastruktur und Industrie bedürfen dringender Sanierungen, was zwar alle wissen, doch niemand spricht darüber. Und wenn niemand verlässliche Informationen bereit stellt, wird es in deutschen Medien nicht erscheinen. Ist das Leben in der Ukraine so schrecklich, dass sich so viele Menschen vor der Wahrheit fürchten? ... oder ist es noch der sowjetische Terror, der in den Knochen steckt?
Das ist es ja. Es wird niemand darüber schreiben, da es einerseits nicht relevant genug ist und zum anderen die verlässlichen Informationen darüber fehlen. Kurz: wenn ich es nicht genau weiß, schreibe ich darüber entweder gar nicht oder kennzeichne das was ich weiß als unsichere Information. Eben das ist in den oben angeführten Beiträgen nicht geschehen. Beide verkauften unsichere Informationen als Tatsachen und das kann kein (objektiver) Journalismus sein.
Ein kompetentes Gegenbeispiel sind die Beiträge von Konrad Schuller aus der FAZ. Er würde IMHO nichts schreiben, was er nicht geprüft hat und das merkt man auch.

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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#11 Beitrag von freedom » Sonntag 26. September 2010, 16:33

Handrij hat geschrieben:
freedom hat geschrieben:
Sonnenblume hat geschrieben: Hast du die oberen Beiträge zum Thema gelesen? Hier geht es nicht darum...
Es wird niemand darüber schreiben, da es einerseits nicht relevant genug ist und zum anderen die verlässlichen Informationen darüber fehlen.
Im Journalismus gab es und wird es immer Zielkonflikte sowie menschliche Unzulänglichkeiten geben. Sei es, dass Berichterstatter und Massenmedien nach eigenen Vorlieben oder durch politische Vorgaben ausgerichtet sind. Was den Betrieb von TVi angeht, sollte doch zumindest vom verantwortlichen Redakteur im Deutschlandfunk in Betracht gezogen werden, welche Bedeutung dieser Sender in der ukrainischen Medienlandschaft einnimmt. Der Teufel steckt im Detail, mit anderen Worten, auch das Weglassen einer Information kann die ganze Reportage ins Gegenteil verkehren. Eigentlich sollte bei Einrichtungen, wie Presse, Fernsehen und Rundfunk immer eine Gegenprüfung von Meldungen und Berichten erfolgen. Es kann sich aber auch leicht eine Kultur des Abnickens, d. h. ohne tatsächliche Prüfung einschleichen. Ein funktionierender demokratischer Rechtstaat braucht aber eine ständige Wachsamkeit gegenüber eigener Nachlässigkeit und Fremdbestimmung. Diese ständige Wachsamkeit ist meiner Meinung nach nur durch eine freiheitlich-demkratische Grundhaltung zu erreichen. Wer alles nur vom Geld abhängig macht, handelt diktatorisch und beugt die Wahrheit. Auf alle Fälle ist es gut zu wissen, wo in der Berichterstattung über den Sender TVi enorme Differenzen bestehen. Wäre ich Ukrainer, würde ich dem Deutschlandfunk eine Gegendarstellung schreiben und um Korrektur bitten. So sieht es das Gesetz vor, wenn offensichtliche Unwahrheiten verbreitet werden und sich jemand in seinen Rechten verletzt sieht. Was die Schwarz-Weiß-Färbung in der ukrainischen Politik angeht, unterscheide ich nicht in pro-russisch oder anti-russisch. Vielmehr erscheint es mir sinnvoll, dahingehend zu differenzieren, welche Richtung wirkungsvoller und nachhaltiger zum Wohle des ukrainischen Volkes bzw. jedes Staatsbürgers beiträgt. [smilie=kosak_1]

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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#12 Beitrag von Handrij » Mittwoch 27. Oktober 2010, 22:31

Es passt gut in das Schema:
Über nackte Frauen aus Russland oder der Ukraine wird sofort berichtet. Beispiele gibt es zuhauf: fast jede beknackte (Auszieh-)Aktion von Femen schafft es zumindest in die Boulevardpresse. Gleichzeitig wurde überall über das Kalendergeschenk an Putin von halbnackten Studentinnen der Journalistik berichtet.
Dass es dazu aber noch ein ernsthafteres Pendant gab, indem kritische Fragen gestellt wurden, war nirgendwo zu lesen. Ähnliches gab es jetzt auch in der Ukraine:

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freedom
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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#13 Beitrag von freedom » Donnerstag 28. Oktober 2010, 00:44

Handrij hat geschrieben:Es passt gut in das Schema:
Über nackte Frauen aus Russland oder der Ukraine wird sofort berichtet. Beispiele gibt es zuhauf: fast jede beknackte (Auszieh-)Aktion von Femen schafft es zumindest in die Boulevardpresse. Gleichzeitig wurde überall über das Kalendergeschenk an Putin von halbnackten Studentinnen der Journalistik berichtet.
Dass es dazu aber noch ein ernsthafteres Pendant gab, indem kritische Fragen gestellt wurden, war nirgendwo zu lesen.
Das Prinzip ist leicht zu durchschauen, doch wer hat seine Ur-Instinkte gut selbst im Griff? Primitive Politik und Macht richtet sich an niedere Instinkte und Bedürfnisse, intelligente Politik hingegen, versucht zu überzeugen, eine Gesamtheit (Staat) zu bilden und alle einzubinden. Die intelligente Vorgehensweise ist für alle Beteiligten auf lange Sicht die bessere Variante. Das Studienfach der Politwissenschaften beschäftigt sich ausgiebig mit derartigen Themen, daher sind die Osteuropäischen Staaten nicht so bedeutungsvoll in den deutschen Medien. Denn die vorherrschenden Machtprinzipien und ebenso die mangelnde Sensibilität im Umgang mit anderen Menschen (fehlende emotionale Intelligenz) machen es Deutschen schwer, damit umzugehen, weil diese archaische Lebensweise für uns eine Belastung darstellt. Das soll jetzt nicht heißen, dass Deutsche keine Ukrainer mögen! Die Ukraine ist ein sehr interessantes Land! Nur, es wird viel zuviel von der ukrainischen Politik versprochen und viel zu wenig Substantielles unternommen, und das wirkt schlichtweg abschreckend für alle, die an ernsthaften und langlebigen Beziehungen interessiert sind. Schaue ich mir den sozialistischen Lohn und die Schattenwirtschaft an, erkenne ich sofort ein starkes Misstrauen gegenüber dem Staat. Es gibt viele unangenehme Beispiele, die mit Sicherheit in Deutschland bekannt sind, wie z.B. die völlig gesetzwidrige Durchsuchung seitens der SBU-Fahnder im Gebäude des Lwiwer Museum "Gefängnis auf der Lozkyj Str." Nicht nur Durchsuchung sondern auch Diebstahl von Computern, Notebooks und anderem Archiv-Material. Oder die Art und Weise wie die Ukrainische Verfassung nach Gutdünken der Regierung geändert wurde und wird. Dies sind keine Merkmale eines demokraischen Rechtsstaates, der den Willen des Volkes berücksicht. Mir ist keine tendenziöse Berichterstattung durch deutsche Massenmedien bekannt. Es gibt in Deutschland genug überbezahlte und unfähige politische Sprücheklopfer. Bitte nicht noch zusätzlich welche aus der Ukraine!

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Handrij
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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#14 Beitrag von Handrij » Donnerstag 28. Oktober 2010, 01:04

freedom hat geschrieben: Das Prinzip ist leicht zu durchschauen, doch wer hat seine Ur-Instinkte gut selbst im Griff? Primitive Politik und Macht richtet sich an niedere Instinkte und Bedürfnisse, intelligente Politik hingegen, versucht zu überzeugen, eine Gesamtheit (Staat) zu bilden und alle einzubinden. Die intelligente Vorgehensweise ist für alle Beteiligten auf lange Sicht die bessere Variante. Das Studienfach der Politwissenschaften beschäftigt sich ausgiebig mit derartigen Themen, daher sind die Osteuropäischen Staaten nicht so bedeutungsvoll in den deutschen Medien.
Das Thema ist nicht unbedingt die geringe Repräsentation der osteuropäischen Staaten in den deutschen Medien. Das Thema ist, dass in den meisten Artikeln nur dumpfe Vorurteile bedient werden, was zum Teil am Verkaufszwang von Zeitungen und anderen Medien liegt.
freedom hat geschrieben: Denn die vorherrschenden Machtprinzipien und ebenso die mangelnde Sensibilität im Umgang mit anderen Menschen (fehlende emotionale Intelligenz) machen es Deutschen schwer, damit umzugehen, weil diese archaische Lebensweise für uns eine Belastung darstellt.
Wovon redest du? Mit Verlaub, manchmal habe ich den Eindruck, dass du mehr von deiner, als der realen Welt redest.
freedom hat geschrieben: Das soll jetzt nicht heißen, dass Deutsche keine Ukrainer mögen! Die Ukraine ist ein sehr interessantes Land! Nur, es wird viel zuviel von der ukrainischen Politik versprochen und viel zu wenig Substantielles unternommen, und das wirkt schlichtweg abschreckend für alle, die an ernsthaften und langlebigen Beziehungen interessiert sind. Schaue ich mir den sozialistischen Lohn und die Schattenwirtschaft an, erkenne ich sofort ein starkes Misstrauen gegenüber dem Staat. Es gibt viele unangenehme Beispiele, die mit Sicherheit in Deutschland bekannt sind, wie z.B. die völlig gesetzwidrige Durchsuchung seitens der SBU-Fahnder im Gebäude des Lwiwer Museum "Gefängnis auf der Lozkyj Str." Nicht nur Durchsuchung sondern auch Diebstahl von Computern, Notebooks und anderem Archiv-Material. Oder die Art und Weise wie die Ukrainische Verfassung nach Gutdünken der Regierung geändert wurde und wird. Dies sind keine Merkmale eines demokraischen Rechtsstaates, der den Willen des Volkes berücksicht.
Es streitet keiner ab, dass über negative Sachen berichtet wird. Doch werden diese überhöht, Sachen hinzuerfunden, um alles noch weiter zu dramatisieren und Gegentendenzen werden teilweise komplett unterschlagen.
freedom hat geschrieben: Mir ist keine tendenziöse Berichterstattung durch deutsche Massenmedien bekannt.
Ähm, die obigen Posts hast du schon noch vor Augen, oder?

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freedom
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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#15 Beitrag von freedom » Donnerstag 28. Oktober 2010, 01:33

Handrij hat geschrieben: Das Thema ist nicht unbedingt, die geringe Repräsentation der osteuropäischen Staaten in den deutschen Medien. Das Thema ist, dass in den meisten Artikeln nur dumpfe Vorurteile bedient werden, was zum Teil am Verkaufszwang von Zeitungen und anderen Medien liegt.
Soll das heißen, dass seriöse Presseartikel, wie Spiegel, FAZ und Die Zeit nur dumpfe Vorurteile bedienen? Könnte es sein, dass Du selber ein Vorteil gegenüber den deutschen Medien besitzt?
Handrij hat geschrieben:Wovon redest du? Mit Verlaub, manchmal habe ich den Eindruck, dass du mehr von deiner, als der realen Welt redest.
Die reale Welt in der Ukraine ist derart gestaltet, dass dem Volk und der Weltöffenlichkeit ein demokratischer Staat verkauft werden soll, der in Wirklichkeit von primitiver Macht und hemmungslosen Wirtschaftinteressen gelenkt wird.
Handrij hat geschrieben:Es streitet keiner ab, dass über negative Sachen berichtet wird. Doch werden diese überhöht, Sachen hinzuerfunden, um alles noch weiter zu dramatisieren und Gegentendenzen werden teilweise komplett unterschlagen.
Ich bitte diesbezüglich um konkrete Beispiele.
freedom hat geschrieben: Mir ist keine tendenziöse Berichterstattung durch deutsche Massenmedien bekannt.
Handrij hat geschrieben:Ähm, die obigen Posts hast du schon noch vor Augen, oder?
Die obigen Beiträge habe ich gelesen und kann darin bestenfalls nicht gerade anspruchsvolle Informationen über die Ukraine entdecken. Das ist keine Tendenz sondern in journalistischer Freiheit gewählt. Es liegt auch etwas am ukrainischen Staat, wenn dieser wenig intellektuell Herausforderndes der Weltöffentlichkeit präsentiert. :->

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Handrij
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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#16 Beitrag von Handrij » Donnerstag 28. Oktober 2010, 01:53

freedom hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben: Das Thema ist nicht unbedingt, die geringe Repräsentation der osteuropäischen Staaten in den deutschen Medien. Das Thema ist, dass in den meisten Artikeln nur dumpfe Vorurteile bedient werden, was zum Teil am Verkaufszwang von Zeitungen und anderen Medien liegt.
Soll das heißen, dass seriöse Presseartikel, wie Spiegel, FAZ und Die Zeit nur dumpfe Vorurteile bedienen? Könnte es sein, dass Du selber ein Vorteil gegenüber den deutschen Medien besitzt?
Ich habe oben Beispiele gebracht. Für dich ist es "journalistische Freiheit", für mich tendenziös. Btw. Spiegel ist schon lange nicht mehr "seriös". Konrad Schuller in der FAZ schreibt gute Artikel über die Ukraine ...
Eventuell bin ich einfach enttäuscht von der Berichterstattung über die Ukraine, wo ich mir aufgrund meines Wissens ein Urteil über die Qualität der Berichte erlauben kann.
freedom hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben:Es streitet keiner ab, dass über negative Sachen berichtet wird. Doch werden diese überhöht, Sachen hinzuerfunden, um alles noch weiter zu dramatisieren und Gegentendenzen werden teilweise komplett unterschlagen.
Ich bitte diesbezüglich um konkrete Beispiele.
s.o.
freedom hat geschrieben:
Handrij hat geschrieben:
freedom hat geschrieben: Mir ist keine tendenziöse Berichterstattung durch deutsche Massenmedien bekannt.
Ähm, die obigen Posts hast du schon noch vor Augen, oder?
Die obigen Beiträge habe ich gelesen und kann darin bestenfalls nicht gerade anspruchsvolle Informationen über die Ukraine entdecken. Das ist keine Tendenz sondern in journalistischer Freiheit gewählt. Es liegt auch etwas am ukrainischen Staat, wenn dieser wenig intellektuell Herausforderndes der Weltöffentlichkeit präsentiert. :->
Wenn die ukrainische Politkaste bereits so viel Material bietet, warum muss dann noch hinzuerfunden werden?

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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#17 Beitrag von Sonnenblume » Donnerstag 28. Oktober 2010, 09:42

Handrij, ich bewundere deine Geduld, immer wieder auf schon Gesagtes und auch sonst Offensichtliches hinzuweisen.
Ich sehe es auch so, dass freedom eher in seiner eigenen Welt lebt, als in der Realen. Denn wer nicht sieht, dass z.Bsp. der "Spiegel" tendenziös berichtet, der ...
Ich bin mir sicher, die Macher des Spiegels sind sogar stolz darauf!

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freedom
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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#18 Beitrag von freedom » Donnerstag 28. Oktober 2010, 14:04

Handrij hat geschrieben:Ausgehend von dem Artikel in der Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ..., habe ich versucht nur ein paar der aufgezählten Fakten zu überprüfen und kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es einfach egal ist, was Janukowitsch und Co. tun, sie haben den Stempel "Diktatur" und "Russland" aufgedrückt bekommen und werden allein danach beurteilt, was nur wenig mit den realen Tatsachen zu tun hat.
Stimmt, der Begriff "Janukowitsch und Co." bringt die Angelegenheit auf den Punkt. Gewinnorientierte Wirtschaftsvertreter, die vorgeben, zum Wohle des Volkes zu handeln. Schaue man nur auf die traumhaft teuren Luxusuhren der Parlamentarier und suche man Papierkörbe in der Hauptstadt, dann kann es nur tendenziöse Berichterstattung geben. Wer im Kleinen versagt, tut es erst im Großen. Wer schon einmal auf einem großen ukrainischen Busbahnhof Rast gemacht hat, und die inländischen Schrottkarren mit ihren stinkenden Auspuffgasen bewundern durfte, der braucht keine deutsche Berichterstattung. Der hat nämlich ukrainische Wirtschaft live am Ort. Mögen bei Reportagen auch Fehler und Mängel bestehen, so ist daraus keine Abneigung gegen die Ukraine zu erkennen.

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freedom
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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#19 Beitrag von freedom » Donnerstag 28. Oktober 2010, 14:31

Handrij hat geschrieben:Wenn die ukrainische Politkaste bereits so viel Material bietet, warum muss dann noch hinzuerfunden werden?
Quantität und Qualität sind zwei verschiedene Angelegenheiten. Ein Fass Wein sagt nichts über die Güte des Inhalts aus. Ebenso könnte die "ukrainische Politkaste" soviel Diskussionsmaterial bieten, wie sie möchte, dennoch bleiben die Fakten unverändert: Wie ist es um die Lebensbedingungen (Gesundheit, Arbeit, Wohlstand) jedes ukrainischen Staatsbürgers beschaffen? Welche Lebensperspektiven bietet der Staat den Menschen? Verhält sich der Staat verfassungskonform? Inwieweit sich die deutsche Berichterstattung je nach Wirtschaftsunternehmen, das objektive Informieren oder nur die Gewinnmaximierung (oder beides) zum Ziel gesetzt hat, sollte im Einzelfall geprüft werden, wenn tatsächlich Beanstandungen begründet sind. Nach meiner Ansicht reichen die oben vorgebrachten Beispiele nicht aus, von einer tendenziösen deutschen Berichterstattung über die Ukraine zu sprechen. Wenn wirklich eine ablehnende Haltung gegenüber der derzeitigen ukrainischen Regierung besteht, sollte man nach den Ursachen hierfür suchen. Vielleicht gäbe es verständliche Gründe, die eine solche Schutzreaktion rechtfertigen.

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Optimist
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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#20 Beitrag von Optimist » Donnerstag 28. Oktober 2010, 21:06

Vielleicht ist auch alles ganz einfach erklärt, wenn jemand unseriös ist und mit vielen Geheimnissen sich selbst umgibt, wie reagiert darauf die Umgebung? Meist mit Desinteresse oder Gerüchten. Was im Zwischenmenschlichen scheint auch im Zwischenstaatlichen stattzufinden, eigentlich kennt das jeder, mit manchen Menschen möchte man nichts zu tun haben. Ich habe damit nicht die Bürger der Ukraine gemeint sondern deren politische Repräsentanten!!! Und wenn man den anderen mit Misstrauen beobachtet hat das vielleicht auch einen Einfluss auf die Berichterstattung.
Nur, wenn jetzt wirklich alles im Ausland berichtet würde, was die Ukraine betrifft... wäre wohl eine schlechte Reklame für dieses Land, deshalb die Berichterstattung ist das Eine, wer sich davon beeinflussen lässt ohne Hintergründe oder Wahrheitsgehalt zu erfragen, ist das Andere.

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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#21 Beitrag von Siggi » Donnerstag 28. Oktober 2010, 21:28

Es geht doch nicht nur um politische Berichterstattung!

Nur ein paar Beispiel, im Bedarfsfall kann ich sehr viele bringen:

- Dieses Jahre besuchten mich auf der Krim 4 Wohnmobilisten. 3 von ihnen wären nicht gekommen, wenn der Vierte nicht den "Scout" gespielt hätte. Ihnen wurde geglaubt, weil sie schon eine Ukraine-Reise "überlebt" hatten.
- Wenn ich in DE sage, dass ich in UA wohne, kommen Aussagen wie "Ach Du liebe Sch....!" "Sie Ärmster!"
- Wenn ich Bilder von UA in DE zeige, fragen die Leute mehrfach nach, ob diese Gebäude auch wirklich in UA stehen. (Die Fotos sehen zu gut aus, man erwartet wohl so etwas wie Schwarzafrika von der schlimmsten Sorte.)

So schlecht ist der Ruf im Ausland! Das kommt doch nicht von ungefähr!

Gruß
Siggi

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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#22 Beitrag von Optimist » Donnerstag 28. Oktober 2010, 22:02

Das kommt doch noch aus der Zeit des Zweiten und des Kalten Krieges, sowie der von Russland und Ukraine gewollten Abschottung über lange Zeit in der jüngeren Geschichte. Und das Leben auf dem Land ist halt weit zurück, aber nicht weil die Leute hier dumm sind oder teilweise ukrainisch sprechen... nein weil man alles in die Hauptstadt investiert hat und dann in die anderen Städte, für das Land hat es aber dann doch nicht mehr gereicht. Und ganz klar, wenn viele Leute hier ihr Wasser mit der Hand aus dem Brunnen holen und 25 m Weg zum "Donnerbalken" zurücklegen müssen wie vor 100 Jahren, keine gute Propaganda. Der Grösste Teil der Bevölkerung lebt nun mal auf dem Land.
Es ist halt noch ein altes Feindbild vorhanden, was es heisst abzubauen.... nur wenn man jeden Winter damit droht den Gashahn abzudrehen, schafft man das auch nicht.

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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#23 Beitrag von Handrij » Donnerstag 28. Oktober 2010, 22:10

Optimist hat geschrieben: Der Grösste Teil der Bevölkerung lebt nun mal auf dem Land.
Hm, das stimmt überhaupt nicht. 68 Prozent der Ukrainer sind Städter, siehe Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links .... Die gewaltsame Industrialisierung hat da einiges verschoben und diese ist nun bereits 80 Jahre her ...
Zum Vergleich: für Deutschland gibt das CIA Factbook einen Verstädterungsgrad von 74 Prozent an, für die USA 82 Prozent, für Frankreich 77 Prozent und selbst für Russland von 73 Prozent ....

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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#24 Beitrag von Optimist » Freitag 29. Oktober 2010, 00:02

Entschuldigung... habe vergessen, dass unsere Kreisstadt mit dorfcharakter auch dazu gehört. Stimmt die meisten Menschen wohnen in Städten.

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Re: Wie tendenziös ist die deutsche Berichterstattung über die Ukraine?

#25 Beitrag von Siggi » Freitag 29. Oktober 2010, 00:44

Optimist hat geschrieben:Das kommt doch noch aus der Zeit des Zweiten und des Kalten Krieges, sowie der von Russland und Ukraine gewollten Abschottung über lange Zeit in der jüngeren Geschichte.
Das muss ich widersprechen. Meine diesjährigen Besucher, die Angst vor UA hatten, kamen alle aus den neuen Bundesländern! (Mit kalten Krieg ist da wohl nichts zu erklären.) Ich habe seit ein paar Jahren kein TV mehr, aber wenn früher mal etwas über Russland gezeigt wurde, dann meist nur das tiefste Dorfleben. Ich kann mich noch an eine Auswanderersendung auf dem Dorf irgendwo in Sibirien erinnern. Meine Frau fand es nur noch lustig und fragte mich immer, wie viel Geld die Protagonisten bekamen oder ob sie eine stark masochistische Grundstruktur hätten. Klar war das nicht gelogen, aber eben nur ein Teil der Realität. Ich kann auch über DE eine Reportage machen, die vielleicht nicht das wiedergibt, was die meisten erlebt haben, aber trotzdem der Wahrheit entspricht. Man braucht nur den richtigen "Realitätsfilter"! Und dieser Filter produziert schon ein sehr verzerrtes Bild von der Ukraine (und von Russland) in vielen deutschen Medien, so ist zumindest mein Eindruck.

Gruß
Siggi
Zuletzt geändert von Siggi am Freitag 29. Oktober 2010, 09:29, insgesamt 1-mal geändert.

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