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Handrij
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Wie werden sich Ostseepipeline, South Stream und Nabucco auf die Ukraine auswirken?

#1 Beitrag von Handrij » Freitag 16. April 2010, 01:54

Update: Zu den ökonomischen Auswirkungen der Ostseepipeline auf die Ukraine

Vor Kurzem wurde mit dem Bau der Ostseepipeline (Nord Stream) begonnen. Diese, so der allgemeine Tenor, dient vor allem dazu, um die Ukraine, Weißrussland/Belarus aber auch Polen als Transitländer auszuschalten und so wird unterstellt, soll die Möglichkeit für Druckausübung durch Russland auf diese Staaten erhöhen, da bisher auch immer andere europäische Staaten unter den Gaskonflikten mit der Ukraine und Weißrussland gelitten haben. Wenn dann noch South Stream ins Blickfeld rückt wirkt die Umgehungs-Theorie noch glaubwürdiger. Bislang gehen 80% der Exporte Gasproms nach Europa über die Ukraine.

Was ist dran an den Thesen?

Vielleicht ein paar Fakten:
Die Kapazität der Ostseepipeline soll im Endausbau 55 Mrd. Kubikmeter pro Jahr betragen, die von South Stream 63 Mrd. Kubikmeter. Zusammen sind dies 118 Mrd. Kubikmeter. Nicht zu vergessen ist dabei auch das Nabucco-Projekt, wo noch einmal eine Kapazität von 32 Mrd. Kubikmeter hinzukommen soll. Dann sind wir bei 150 Mrd. Kubikmeter im Jahr abzüglich des technisch notwendigen Gases. Nabucco wird von mir hinzugezählt, da ein möglicher Lieferant Turkmenistan ist, auch wenn Gasprom draußen bleibt.

GaspipelinesNachDeutschland.jpg
Pipelines nach Deutschland
Quelle: Wikimedia
GaspipelinesNachDeutschland.jpg (77.84 KiB) 1222 mal betrachtet
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Pipelines nach Deutschland
Quelle: Wikimedia
GaspipelinesNachDeutschland.jpg (77.84 KiB) 1222 mal betrachtet


2009 lag der Transit nach Europa über die Ukraine bei 95,8 Mrd. Kubikmeter. für dieses Jahr sind 117 Mrd. Kubikmeter geplantю, was genau dem Wert des Jahres 2008 entspricht. Die momentane Transit-Kapazität des ukrainischen Gastransportsystems liegt bei 175 Mrd. Kubikmeter, dabei liegen Kapazitäten für die Europäische Union von 145 Mrd. Kubikmeter an.
Nicht zu vergessen ist dabei der Transit über die Jamal-Pipeline über Weißrussland, wo ca. 33 Mrd. Kubikmeter hinzukommen. Insgesamt können also etwa 178 Mrd. Kubikmeter Gas im Jahr über die für Russland unsicheren Länder Belarus und Ukraine direkt an die EU-Staaten geliefert werden. (von Michail Kortschenkin, vielzitiertem Gasanalysten werden 143 Mrd. Kubikmeter für die Ukraine und 35 Mrd. Kubikmeter für Belarus angegeben)

Wie sieht es aber mit dem Importbedarf der erweiterten EU-Staaten aus?

Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... sprechen von einem Importbedarf der EU-Staaten zwischen 260 und 500 Mrd. Kubikmeter von 2010 bis 2030. Die Eigenproduktion der EU könnte dabei auf unter 30 Prozent abfallen. Insgesamt sollte nicht vergessen werden, dass es ja noch Nordafrika, die arabischen Staaten und Flüssiggastransport gibt, also Europa nicht nur noch dem Osten schauen muss. Unklar ist noch, wie sich die Schiefergasgewinnung in Europa umsetzen lässt, gewisse Analysten sind da sehr Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ....

Gesetzt den Fall, dass die EU 200 Mrd. Kubikmeter über Pipelines importieren wird, würden über die Ukraine im schlechtesten Fall noch ca. 20 Mrd. Kubikmeter nach Europa transportiert werden. Das unterstellt eine vollständige Auslastung aller übrigen Pipelinekapazitäten (Nabucco ist bislang ohne den Iran und eine noch zu errichtende Verbindung nach Turkmenistan nicht ausgelastet) bei unbekannter Höhe des für den Transport benötigten technischen Gases.

Bei der Transitgebühr von 1,7 Dollar pro Tausend Kubikmeter auf 100km verdiente die Ukraine 2009 in Gestalt von Naftogas Ukrainy 2,2 Mrd. Dollar, was letztendlich auf eine Verrechnung herauslief. Unterstellen wir eine Transportstrecke von 1.350 km und Transitgebühren von ca. 3 Dollar pro Tausend Kubikmeter auf 100 km. Damit würden die 20 Mrd. Kubikmeter etwa 810 Mio. Dollar einbringen.

Wenn wir 300 Mrd. Kubikmeter über Pipelines in die EU importieren lassen, dann könnten theoretisch bereits 117 Mrd. Kubikmeter über die Ukraine transportiert werden, was den derzeitigen "normalen" Transitmengen entspräche und bei obigen Preisen 4,7 Mrd. Dollar ergeben würde.

Nicht vergessen werden sollte bei der ganzen Betrachtung auch der Inhalt der Transitverträge vom 19. Januar 2009. Dabei sind Mindestransitmengen über das ukrainische Gastransportsystem vorgesehen und diese bewegen sich in einer Höhe von Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links .... Alles nach dem "take or pay" Prinzip. Vermutlich hatten Naftogas und Gasprom im Zuge der Verringerung der Mindestabnahmemengen für Naftogas auch die Transitmengen gesenkt. Dennoch hat die Ukraine damit bis 2019 gesicherte Einnahmen, da sich auch die Transitgebühren jetzt nach einer unbekannten Formel am Ölpreis orientieren.

Außerdem sollten die Gasspeicher der Ukraine im Westen nicht vergessen werden. Diese haben eine Kapazität von 32 Mrd. Kubikmeter und stellen einen gewaltigen Puffer für Verbrauchsspitzen da. Soweit mir bekannt ist sind diese Speicherkapazitäten in Europa ohne Vergleich.

Alles in allem ist der Status der Ukraine als Haupttransitland nicht so gefährdet, wie es im Allgemeinen dargestellt wird. Meines Erachtens nach ist der Bau der Ostseepipeline schon gegessen. Eine Absage der South Stream Pipeline würde Gasprom sehr teuer zu stehen kommen, vermutlich hat sich ENI (50% beteiligt) da abgesichert und würde einen Verzicht oder eine Verringerung der Kapazität Gasprom teuer zu stehen kommen lassen. Gasprom setzt dabei voll auf eine Erhöhung des Gasverbrauchs und des Importbedarfs in Europa und die politische Instabilität in der Ukraine ist nicht unbedingt der Hauptfaktor in der Kalkulation.
Die Ukraine würde bei Realisierung dieses Szenarios nichts verlieren, durch zu erwartende Steigerungen im Transitpreis - Nur eingeloggte Mitglieder sehen alle Links ... - wären sogar Zugewinne bei den Einnahmen zu erwarten und wenn die Ukraine ihren Verbrauch senkt und ihre Eigenförderung erhöht, könnte sich der Transit sogar noch zum Geschäft entwickeln.
Alles steht und fällt aber mit dem Importbedarf der EU und die Gaspromkalkulation muss sich nicht unbedingt bewahrheiten. Sollte z.B. der Flüssiggasimport stabil und billig sein, der Gasverbrauch in der EU durch neue Technologien stabil bleiben, sich neue Förderquellen (Schiefergas) auftun, dann hat Gasprom ein Problem und bleibt auf seinem Gas sitzen. Die Ukraine würde dabei ebenfalls nichts zu lachen haben, denn das Transitgeschäft würde dann ausbleiben. Gasprom und die Ukraine hätten in diesem Falle eine überflüssige Pipelinestruktur, die vor sich hin rostet.

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Re: Wie werden sich Ostseepipeline, South Stream und Nabucco auf die Ukraine auswirken?

#2 Beitrag von ua-sports » Mittwoch 12. Mai 2010, 19:09

ERSTMAL bolschoje spacibo für die ausführliche Dokumentation hier vom Verfasser.

Ich denke liegt auf der Hand, nach dem Streit zwischen RUSSIA und UKRAINA stehen
die Zeichen, wie kann RUSSIA und Gasmultis schneller billiger Gas bringen zu "FREUNDEN".
Freunde sind in Anführungszeichen!

Billiger wird das GAS auf keinen FALL,
ist nur mehr GEWINN für die GAS-Protze und Zwischenhändler


und die Ukraine wird von Kuchen abgeschnitten oder beschnitten,
wenn nicht mehr so viel durch geht.....

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DevilsNeverCry
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Re: Wie werden sich Ostseepipeline, South Stream und Nabucco auf die Ukraine auswirken?

#3 Beitrag von DevilsNeverCry » Freitag 30. Dezember 2011, 16:40

Ich denke da Handirjs Beitrag schon fast 2 Jahre zurück liegt sollte man diesem Thread einen kleinen UPDATE verpassen.

2011 haben sich ein paar interessante Ereignisse abgespielt.
Nach dem Russland eine empfindliche Niederlage auf dem asiatischen Gasmarkt einstecken musste, wendeten sich Putin, Miller und co. nun mehr Europa zu. Dabei haben sie für dieses Jahr 3 bedeutende Erfolge aufweisen können.
- Nord Sthream konnte nun in Betrieb genommen werden und wird in 1-2 Jahren seine maximale Kapazität von 55 Mrd. Kubikmeter (pro Jahr) erreichen.
- Seit vorgestern hat die Türei grünes Licht für den Bau von South Stream gegeben dessen Kapazität bei 63 Mrd. Kubikmetern liegt (pro Jahr) liegt. Theoretisch gesehen kann damit der Bau beginnen, es sei den die EU Kommission legt noch mal ein Veto ein. Die Pipeline South Stream soll noch im Jahre 2015 fertig gestellt werden. Ich halte das aufgrund der Länge und den Problemen am schwarzen Meer für unwahrscheinlich und rechne mit ca. 1-2 Jahren Verzögerungen.
- Russland ist nun im volständigen Besitz der belorussischen Gaspipelines. Dadurch ergibt sich für Russland die Möglichkeit weitere ca. 30 Mrd. Kubikmeter unter Umgehung der Ukraine nach Europa zu exportieren.
- Doch neben South Stream und Nord Stream gibt es noch eine Pipeline die gebaut wird (diesmal unter Umgehung Russlands, aber indirket ist UA auch davon betroffen). Aserbaidschan und die Türkei haben im November 2011 einen Vertrag geschlossen laut dem die Pipeline TransAnadolu von Aserbaidschan über die Türkei nach Europa gelangen soll. Kapazität: 21 Mrd. Kubikmeter (pro Jahr) / Fertigstellung: 2017
- Darüberhinaus hat Aserbaidschan dieses Jahr sich dazu verpflichtet weitere 16 Mrd. Kubikmeter Gas nach Europa zu liefern. Diese 16 Mrd. gehen entweder an das Pipeline Projekt TAP, ITGI oder Nabucco. Alle 3 Pipelines führen unter Umgehungen Russlands. Die ersten 2 Pipelines haben eine Kapazität von über 15 Mrd. Kubikmeter. Sollte Aserbaidschan sich für Nabucco entscheiden, so ist noch ein 2 Lieferant notwendig (da Nabucco eine Kapazität von über 30 Mrd. Kubikmeter hat). Hier hat sich Turkmenistan angeboten, aber aufgrund dessen das der Status des kaspischen Meeres zwischen den Kaspi Anrainern nicht gesichert ist, ist eine Beteiligung Turkmenistans fragwürdig. Ein anderer Lieferant könnte der Irak sein der aktuell mit der EU Gespräche führt. Der Irak hat seine Bereitschaft signalisiert Gas nach Europa liefern zu wollen.

Neben all diesen Pipeline Projekten müssen wir auf Flüssiggas Importe, sowie Schiefergasprojekte der Europäer achten. Darüber hinaus hat sich die EU zum Ziel gesetzt Energie effizienter zu nutzen um unter anderem von Rohstoff Importen aus Russland, anderen GUS Staaten, Nordafrika und dem Nahen Osten nicht zu abhängig zu sein.

- Flüssiggas Importe: Dazu diese Tabelle -> http://www.globallnginfo.com/World%20LN ... minals.pdf
In dem Link findet ihr die Anzahl aller LNG Terminals weltweit sowie jene die bereits im Bau oder sich im Entwicklungsstadium sich befinden. In Europa sind momentan welche in Portugal, Frankreich, Spanien, UK, Holland, Griechenland und Italien aktiv. Die meisten dieser Länder bauen weitere LNG Terminals. Hinzu kommen Länder wie Polen und Lettland die nun ebenfalls begonnen haben LNG Terminals zu bauen und über LNG Flüssiggas aus Norwegen und anderen Staaten beziehen wollen.
- Schiefergasprojekte: Polen will Schiefergas ca. 2014 fördern und beginnen zu exportieren. Neben den Polen besitzen auch Frankreich, Großbritannien und Österreich große Schiefergasvorkommen. Während Frankreich das Fracking verboten hat, hat die Regierung in Paris das Fördern von Schiefergas an sich nicht verboten. Sollte also eine neue Fördermethode für Schiefergas entwickelt werden die umweltfreundlicher ist, dann wäre auch in Frankreich Schiefergasförderung möglich. Kurz-mittelfristig wird Frankreich zumindest kein Schiefergas fördern. In GB und Österreich hingegen wird noch darüber diskutiert ob man fracken soll oder nicht. Hinweis: In allen 3 Ländern (FR, GB, A) werden Schiefergasvorkommen vermutet die so groß das jedes dieser 3 Länder über 50 Jahre auf Rohstoffimporte verzichten könnte.

Alles in allem sind das keine rosigen Aussichten für die Ukraine.

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Re: Wie werden sich Ostseepipeline, South Stream und Nabucco auf die Ukraine auswirken?

#4 Beitrag von eurojoseph » Freitag 30. Dezember 2011, 20:03

DevilsNeverCry hat geschrieben:Ich denke da Handirjs Beitrag schon fast 2 Jahre zurück liegt sollte man diesem Thread einen kleinen UPDATE verpassen.

2011 haben sich ein paar interessante Ereignisse abgespielt.
Nach dem Russland eine empfindliche Niederlage auf dem asiatischen Gasmarkt einstecken musste, wendeten sich Putin, Miller und co. nun mehr Europa zu. Dabei haben sie für dieses Jahr 3 bedeutende Erfolge aufweisen können.
- Nord Sthream konnte nun in Betrieb genommen werden und wird in 1-2 Jahren seine maximale Kapazität von 55 Mrd. Kubikmeter (pro Jahr) erreichen.
- Seit vorgestern hat die Türei grünes Licht für den Bau von South Stream gegeben dessen Kapazität bei 63 Mrd. Kubikmetern liegt (pro Jahr) liegt. Theoretisch gesehen kann damit der Bau beginnen, es sei den die EU Kommission legt noch mal ein Veto ein. Die Pipeline South Stream soll noch im Jahre 2015 fertig gestellt werden. Ich halte das aufgrund der Länge und den Problemen am schwarzen Meer für unwahrscheinlich und rechne mit ca. 1-2 Jahren Verzögerungen.
- Russland ist nun im volständigen Besitz der belorussischen Gaspipelines. Dadurch ergibt sich für Russland die Möglichkeit weitere ca. 30 Mrd. Kubikmeter unter Umgehung der Ukraine nach Europa zu exportieren.
- Doch neben South Stream und Nord Stream gibt es noch eine Pipeline die gebaut wird (diesmal unter Umgehung Russlands, aber indirket ist UA auch davon betroffen). Aserbaidschan und die Türkei haben im November 2011 einen Vertrag geschlossen laut dem die Pipeline TransAnadolu von Aserbaidschan über die Türkei nach Europa gelangen soll. Kapazität: 21 Mrd. Kubikmeter (pro Jahr) / Fertigstellung: 2017
- Darüberhinaus hat Aserbaidschan dieses Jahr sich dazu verpflichtet weitere 16 Mrd. Kubikmeter Gas nach Europa zu liefern. Diese 16 Mrd. gehen entweder an das Pipeline Projekt TAP, ITGI oder Nabucco. Alle 3 Pipelines führen unter Umgehungen Russlands. Die ersten 2 Pipelines haben eine Kapazität von über 15 Mrd. Kubikmeter. Sollte Aserbaidschan sich für Nabucco entscheiden, so ist noch ein 2 Lieferant notwendig (da Nabucco eine Kapazität von über 30 Mrd. Kubikmeter hat). Hier hat sich Turkmenistan angeboten, aber aufgrund dessen das der Status des kaspischen Meeres zwischen den Kaspi Anrainern nicht gesichert ist, ist eine Beteiligung Turkmenistans fragwürdig. Ein anderer Lieferant könnte der Irak sein der aktuell mit der EU Gespräche führt. Der Irak hat seine Bereitschaft signalisiert Gas nach Europa liefern zu wollen.

Neben all diesen Pipeline Projekten müssen wir auf Flüssiggas Importe, sowie Schiefergasprojekte der Europäer achten. Darüber hinaus hat sich die EU zum Ziel gesetzt Energie effizienter zu nutzen um unter anderem von Rohstoff Importen aus Russland, anderen GUS Staaten, Nordafrika und dem Nahen Osten nicht zu abhängig zu sein.

- Flüssiggas Importe: Dazu diese Tabelle -> http://www.globallnginfo.com/World%20LN ... minals.pdf
In dem Link findet ihr die Anzahl aller LNG Terminals weltweit sowie jene die bereits im Bau oder sich im Entwicklungsstadium sich befinden. In Europa sind momentan welche in Portugal, Frankreich, Spanien, UK, Holland, Griechenland und Italien aktiv. Die meisten dieser Länder bauen weitere LNG Terminals. Hinzu kommen Länder wie Polen und Lettland die nun ebenfalls begonnen haben LNG Terminals zu bauen und über LNG Flüssiggas aus Norwegen und anderen Staaten beziehen wollen.
- Schiefergasprojekte: Polen will Schiefergas ca. 2014 fördern und beginnen zu exportieren. Neben den Polen besitzen auch Frankreich, Großbritannien und Österreich große Schiefergasvorkommen. Während Frankreich das Fracking verboten hat, hat die Regierung in Paris das Fördern von Schiefergas an sich nicht verboten. Sollte also eine neue Fördermethode für Schiefergas entwickelt werden die umweltfreundlicher ist, dann wäre auch in Frankreich Schiefergasförderung möglich. Kurz-mittelfristig wird Frankreich zumindest kein Schiefergas fördern. In GB und Österreich hingegen wird noch darüber diskutiert ob man fracken soll oder nicht. Hinweis: In allen 3 Ländern (FR, GB, A) werden Schiefergasvorkommen vermutet die so groß das jedes dieser 3 Länder über 50 Jahre auf Rohstoffimporte verzichten könnte.

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Na ja vielleicht nicht für Gastransit, aber Ukraine hat AUCH jede Menge Schiefergas....
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Re: Wie werden sich Ostseepipeline, South Stream und Nabucco auf die Ukraine auswirken?

#5 Beitrag von Kurt Simmchen - galizier » Freitag 30. Dezember 2011, 22:29

Eurojoseph:
Na ja vielleicht nicht für Gastransit, aber Ukraine hat AUCH jede Menge Schiefergas....

Es ist schon richtig, es wird eng für den selbsternannten "Globalplayer" mit den zu kleinen und geborgten Schuhen.
Zumal das Schiefergas noch nicht erschlossen ist und mächtige Mengen im Inland ineffektiv verpulvert werden.
Auf der einen Seite verliert man sein Druckpotential, weil durch Umgehung der Ukraine Russland nicht mehr erpressbar ist oder besser nun überhaupt nicht mehr, auf der anderen Seite hat man in den letzten 20 Jahren den Anschluss an die Entwicklung der alternativen Energien verschlafen und den Zug zur Energieeffizienz aufs Abstellgleis geschoben.
Das eine Geld bekommt man nicht mehr und das andere hat man nicht um wirklich unabhängig zu werden.

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Re: Wie werden sich Ostseepipeline, South Stream und Nabucco auf die Ukraine auswirken?

#6 Beitrag von eurojoseph » Samstag 31. Dezember 2011, 17:16

galizier hat geschrieben:Eurojoseph:
Na ja vielleicht nicht für Gastransit, aber Ukraine hat AUCH jede Menge Schiefergas....

Es ist schon richtig, es wird eng für den selbsternannten "Globalplayer" mit den zu kleinen und geborgten Schuhen.
Zumal das Schiefergas noch nicht erschlossen ist und mächtige Mengen im Inland ineffektiv verpulvert werden.
Auf der einen Seite verliert man sein Druckpotential, weil durch Umgehung der Ukraine Russland nicht mehr erpressbar ist oder besser nun überhaupt nicht mehr, auf der anderen Seite hat man in den letzten 20 Jahren den Anschluss an die Entwicklung der alternativen Energien verschlafen und den Zug zur Energieeffizienz aufs Abstellgleis geschoben.
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Also die Gaserpressung ging und geht doch wohl von Russland aus - ich meine wenn ein fairer Transitpreis bezahlt wird dann leitet die UA auch durch, egal wer an der Regierung ist....oder wollen Sie sagen die Ukraine hat das Gas abgedreht in der Krise ???Am Gasrad sass wohl Putin/Miller von Gazprom oder ??? Und man konnte und kann IMMER sehen wieviel geliefert wird - und wer hat langfristige Verträge einseitig aufgekündigt und die Preise quasi über Nacht erhöht - weil einem die gewählte ukrainische Regierung nicht gepasst hat ?? Wer nicht sehen kann das RU IMMER seine Macht für politische Erpressung einsetzt - in Belarus waren es Milchprodukte die nicht abgefertigt wurden - dann waren sie kaputt nach 2 Tagen im Stillstand - gefährdend also zurück nach Belarus, Mineralwasser und Wein aus Georgien - plötzlich gesundheitsgefärdend, detto Wein aus Moldawien - weil diese Anschluss an den Westen suchen - Grenzblockaden im Baltikum, Fleisch mit der EU etc, etc...
Klar läuft es in der UA mit der Energie beschissen, und der Gigaverbrauch ist hausgemacht - und mittelfristige Erhöhung auf Westniveau is schon OK - aber wenn man es so kurzfristig ansetzt und Begehrlichkeiten hat auf die Pipelines, wenn man überall unter Druck setzen will - ich kann eh nicht verstehen das immer noch so viel Ukrainer pro russisch sind, wenn man vor allem bedenkt wie ukrainefeindlich die Russen bei Umfragen sind....und noch was, ist ein Russe pro russisch - dann ist er ein guter Patriot - ist ein Ukrainer pro Ukrainisch ist er ein pööööser Nationalist, ein Banderist und was auch immer ....dieses Messen mit 2 Massen geht mir sowas auf den Geist [smilie=dash2.gif] ...am russischen Wesen wird allerdings niemand genesen - nicht mal die Russen selber - so ein wehleidiges, immer bedrohtes Volk - sogar von den paar Balten, Georgiern, Tschetschenen ...immer bedroht....warum denn nur ??
Ich bin sicher, die Ukrainer wollten sicher nicht auf die Transiteinnahmen verzichten - übrigens wenn es darum geht umgekehrt für die Ukrainer billiges turkmenisches Erdgas im Transit aus RU (zu Transitpreise an RU, abrechnen mit Turkmenistan) zu bekommen - Njet - der Gasmonopolist kauft es billigst - und die Ukraine soll den Weltmarktpreis zahlen - wer ist der ERPRESSER ???
Ich kann nicht verstehen, wer nach Kenntnis der Fakten nicht sehen kann, welches Spiel RU spielt - IMHO für Europa kein Gutes.....
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Re: Wie werden sich Ostseepipeline, South Stream und Nabucco auf die Ukraine auswirken?

#7 Beitrag von Kurt Simmchen - galizier » Samstag 31. Dezember 2011, 19:16

Und warum kauft Europa sein Gas nicht ab Grenze UA/RU??????????
Dann wäre die Durchleitung ein Geschäft zwischen EU und UA.

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Re: Wie werden sich Ostseepipeline, South Stream und Nabucco auf die Ukraine auswirken?

#8 Beitrag von eurojoseph » Dienstag 3. Januar 2012, 22:44

galizier hat geschrieben:Und warum kauft Europa sein Gas nicht ab Grenze UA/RU??????????
Dann wäre die Durchleitung ein Geschäft zwischen EU und UA.

Faende ich auch die allerbeste Loesung.....
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Re: Wie werden sich Ostseepipeline, South Stream und Nabucco auf die Ukraine auswirken?

#9 Beitrag von eurojoseph » Dienstag 3. Januar 2012, 22:48

galizier hat geschrieben:Eurojoseph:
Na ja vielleicht nicht für Gastransit, aber Ukraine hat AUCH jede Menge Schiefergas....

Es ist schon richtig, es wird eng für den selbsternannten "Globalplayer" mit den zu kleinen und geborgten Schuhen.
Zumal das Schiefergas noch nicht erschlossen ist und mächtige Mengen im Inland ineffektiv verpulvert werden.
Auf der einen Seite verliert man sein Druckpotential, weil durch Umgehung der Ukraine Russland nicht mehr erpressbar ist oder besser nun überhaupt nicht mehr, auf der anderen Seite hat man in den letzten 20 Jahren den Anschluss an die Entwicklung der alternativen Energien verschlafen und den Zug zur Energieeffizienz aufs Abstellgleis geschoben.
Das eine Geld bekommt man nicht mehr und das andere hat man nicht um wirklich unabhängig zu werden.

Was sich mir nicht erschliesst ist, das Sie glauben die Ukraine is der Erpresser und ich eine gewisse Gehaessigkeit gegenueber der UA sehe "selbsternannter Global Player",,,,warum denn
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Re: Wie werden sich Ostseepipeline, South Stream und Nabucco auf die Ukraine auswirken?

#10 Beitrag von DevilsNeverCry » Freitag 13. Januar 2012, 20:05

In den letzten 2 Monaten konnte der ukr. Energieminister Boiko hinsichtlich der Diversifizierung der Lieferquellen einige Fortschritte erzielen.
Dazu 2 Meldungen:

Парламент Украины ратифицировал соглашение с Азербайджаном о транспортировке нефти

Верховная рада Украины ратифицировала соглашение между Украиной и Азербайджаном по сотрудничеству в сфере транспортировки нефти по украинской территории.

Об этом АПА-Экономикс передает со ссылкой на украинские СМИ. За соответствующий закон проголосовали 293 из 373 депутатов.

Двустороннее соглашение между Азербайджаном и Украиной о транспортировке нефти было подписано в январе 2011 во время Всемирного экономического форума в Давосе. Азербайджан ратифицировал это межправительственное соглашение в мае.

Согласно документу, Украина готова ежегодно обеспечить прокачку по своей территории 16-20 млн. тонн азербайджанской нефти, из них транзитом - 13-17 млн. тонн.


Азербайджан и Украина подпишут в Давосе соглашение о создании совместного предприятия для поставок сжиженного газа


Азербайджан и Украина в ходе ежегодного экономического форума в Давосе 25-26 января подпишут соглашение о создании совместного предприятия для поставок сжиженного газа на украинский LNG-терминал.

Как сообщает АПА со ссылкой на украинские СМИ, об этом заявил глава Государственного агентства Украины по управлению национальными проектами Владислав Каськив. По его словам, в Давосе также могут быть подписаны соглашения о поставке сжиженного газа на украинский терминал с другими участниками рынка. Договоренность с Азербайджаном предусматривает поставку в 2014 году 2 млрд. кубометров, в 2015 – 5 млрд. кубометров газа.

Напомним, что 28 января прошлого года в ходе форума в Давосе президенты Азербайджана и Украины Ильхам Алиев и Виктор Янукович подписали межправительственный меморандум о сотрудничестве в организации поставок сжиженного газа в Украину, а также соглашение о мерах по развитию сотрудничества в сфере транспортировки нефти по украинской территории.


Quelle: apa.az

____

- Die Werchownaja Rada der Ukraine hat letztes Jahr im Dezember einen Vertrag über den Transport von aserbaidschanischen Öl über ukrainisches Territorium ratifieziert. Für das entsprechende Abkommen stimmten 293 der 373 anwesenden Abgeordneten.
Unterzeichnet wurde dieses beiderseitige Abkommen zwischen UA und AZ bereits während des Weltwirtschaftsforums in Davos im Januar 2011. Das aserbaidschanische Parlament ratifizierte den Vertrag bereits im Mai 20111.
UA verpflichtet sich laut dem Dokument jährlich 16-20 Millionen Tonnen aserbaidschanisches Öl durch sein Territorium zu leiten, davon machen 13-17 Millionen Tonnen Öl den Transitanteil aus.
-Das wichtigste: Im Zweiten Text einigen sich UA und AZ auf die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens für die Versorgung von (aserbaidchanischen) Flüssiggas.
Die entsprechende Vereinbarung zwischen beiden Seiten wird im Wirtschaftsforum von Davos am 25-36 Januar unterzeichnet. Vorgesehen ist das Aserbaidschan UA mit 2 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahre 2014 versorgt und im Jahre 2015 bereits mit 5 Milliarden Kubikmeter.

- - -

An der stelle sei noch zu erwähnen das die Kapazitäten des LNG Terminals welches in der Südukraine gebaut wird bei 10 Milliarden Kubikmeter liegen sollen. Andere Quellen für Flüssiggas könnten neben Aserbaidschan auch Ägypten, Libyen Zypern, Israel oder Algerien sein.
Hinzu kommt noch die Schiefergasförderung von Shell auf ukrainischem Territorium welches im Früherbst 2011 vereinbart wurde, so wie Vereinbarungen mit Exxon Mobile und Total Schiefergas zu erkunden, mit der Option evtl. später gemeinsam Schiefergas zu fördern.
Auch die Verbreitung von Bohrinseln zur Förderung von Öl im Schwarzen Meer hat begonnen. Da Öl als komplementäres Gut zu Gas betrachtet werden könnte, bsteht auch hier eine Möglichkeit sich von "einseitigen" Gasimporten zu lösen.

Wie man sieht kann man der Regierung (zurecht) vieles vorwerfen, aber dass sie für die Diversifizierung der Lieferquellen nichts tut, wohl kaum.

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Kurt Simmchen - galizier
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Re: Wie werden sich Ostseepipeline, South Stream und Nabucco auf die Ukraine auswirken?

#11 Beitrag von Kurt Simmchen - galizier » Dienstag 17. Januar 2012, 11:21

Es ist eine einseitige Ausrichtung der Energiegewinnung auf fossile Brennstoffe.
Der neue Beschluss zu den Bedingungen für den Zugang zu den "Grünen Tarifen" ist extrem kontraproduktiv. Welcher Investor gibt Geld für Technik, die nicht dem Höchststand entspricht.
Gegenwärtig ist deutsche Technik in Sachen Windenergie, Biogas, Hackschnitzel- und Pelletsheizungen und Biotreibstoffe das Maß der Dinge.

Die hohen Anteile ukrainischer Firmen an der Wertschöpfung sind nicht realistisch darstellbar.
Ich habe bei den letzten Messen nicht einen ukrainischen Hersteller gesehen, der zum Beispiel annähernd an die Wirkungsgrade deutscher BHKWs herankam.

Die diesjährige "riesenhafte" Ernte bei Getreide ist auf riesenhafte Flächen zurückzuführen.
Wenn man für diese Flächen mal deutsche Hektarerträge annimmt, landen wir bei dem alten DDR-Witz: "Butter haben wir genügend, aber leider kein Papier zum Einpacken".
Und dann rechnet noch die Millionen Hektar Brachland hinzu.

Es gibt für mich keinen Willen, weil keine Erkenntnisfähigkeit, diese Energiegewinnung in den Focus ukrainischer Politik zu rücken.

Das ist keine vorausschauende Politik der blau-weißen Regierung.

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eurojoseph
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Re: Wie werden sich Ostseepipeline, South Stream und Nabucco auf die Ukraine auswirken?

#12 Beitrag von eurojoseph » Dienstag 17. Januar 2012, 11:44

galizier hat geschrieben:Es ist eine einseitige Ausrichtung der Energiegewinnung auf fossile Brennstoffe.
Der neue Beschluss zu den Bedingungen für den Zugang zu den "Grünen Tarifen" ist extrem kontraproduktiv. Welcher Investor gibt Geld für Technik, die nicht dem Höchststand entspricht.
Gegenwärtig ist deutsche Technik in Sachen Windenergie, Biogas, Hackschnitzel- und Pelletsheizungen und Biotreibstoffe das Maß der Dinge.

Die hohen Anteile ukrainischer Firmen an der Wertschöpfung sind nicht realistisch darstellbar.
Ich habe bei den letzten Messen nicht einen ukrainischen Hersteller gesehen, der zum Beispiel annähernd an die Wirkungsgrade deutscher BHKWs herankam.

Die diesjährige "riesenhafte" Ernte bei Getreide ist auf riesenhafte Flächen zurückzuführen.
Wenn man für diese Flächen mal deutsche Hektarerträge annimmt, landen wir bei dem alten DDR-Witz: "Butter haben wir genügend, aber leider kein Papier zum Einpacken".
Und dann rechnet noch die Millionen Hektar Brachland hinzu.

Es gibt für mich keinen Willen, weil keine Erkenntnisfähigkeit, diese Energiegewinnung in den Focus ukrainischer Politik zu rücken.

Das ist keine vorausschauende Politik der blau-weißen Regierung.

Die Regionalni sind NUR eine Räuberbande (bei den Orangen gab es zumindestens ein paar, denen es wirklich um das Land ging - zuwenig und zu sehr verstrickt in die Vergangenheit - leider) - aber jetzt seh ich überhaupt nur die "Sucht nach der Macht(dem Trog)" - und alles Andre geht unter ....Ausserdem haben diese Räuber nicht die intellektuellen Fähigkeiten eine moderne Wirtschaft mit blühenden Klein- und Mittelbetrieben sich vorzustellen - und das ist denen auch nicht geheuer, zu selbstbewusste Menschen würden diesen Filz täglich aufs Neue unerträglich finden und diese Politik der "gezielten Brosamen" einfach abstellen....
Wenn man die Ukraine nach vorn bringen will, dann sind Ideen gefragt, die die Menschen befähigen ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen, "mündige Bürger" - IMHO der grösste Alptraum von Janu und seiner Bande....
Für diese Menschen ist das Volk nur Vieh...ausschliesslich Vieh
The SOVIET STORY - für alle, die noch an das Märchen vom russischen Antifaschismus glauben !Djakuju tobi,shcho ja ne moskal/jingo/sovok ???)SLAVA UKRAYINI !!!!Hitler UND Stalin kaputt - wider braunen UND roten Faschismus

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DevilsNeverCry
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Re: Wie werden sich Ostseepipeline, South Stream und Nabucco auf die Ukraine auswirken?

#13 Beitrag von DevilsNeverCry » Freitag 20. Januar 2012, 22:13

galizier hat geschrieben:Es ist eine einseitige Ausrichtung der Energiegewinnung auf fossile Brennstoffe.
Der neue Beschluss zu den Bedingungen für den Zugang zu den "Grünen Tarifen" ist extrem kontraproduktiv. Welcher Investor gibt Geld für Technik, die nicht dem Höchststand entspricht.
Gegenwärtig ist deutsche Technik in Sachen Windenergie, Biogas, Hackschnitzel- und Pelletsheizungen und Biotreibstoffe das Maß der Dinge.


Tja, die Gas- und Öl Unterhändler verdienen sehr viel in der Ukraine, die wolleen nicht das sich dass ändert. Und selbst wenn mal die Preise für solche Importgüter steigen, so geben unsere lieben Polit Clowns lieber Geld für die Erhöhung des Kohleverbauchs aus, anstelle für grüne Technik. Ich sage ja nicht das man in der Ukraine ein Umweltbewustsein wie in Deutschland haben muss, den solches ist mir teilweise sogar radikal ausgelegt. Aber etwas grüne Politik sollte schon sein.
Immerhin, das letzte mal als von Kyiev nach Simferopol gefahren bin (Sommer 2011) konnte ich sehen das die Landstraßen in Cherson nicht mehr so zu gemüllt sind, wie damals. Das war unglaublich was sich jahrelang vor 2011 da abspielte, egal wo man hin guckte alles war voller Müll, Plastik und Geräte die an den Seitenstraßen und auf den Feldern zu sehen waren. Erst eine Einführung von 1000 Strafe Griwen für diejenigen die es wagen ihren Müll nicht ordnungsgemäß zu entsorgen führte dazu das sich die Lage markant besserte.

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